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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden (47). Vereinigung und Exstase sind wahr

Erlebt man das Gebet der Vereinigung und die davor erfolgenden Ekstasen, so ist es unmöglich daran zu zweifeln, dass diese Erlebnisse wirklich sind. Die ersten Traktate über das mystische Leben wurden vor den griechischen Kirchenvätern mit der stoischen Terminologie wiedergegeben (z.B. Clemens Alexandrinus oder Origenes), welche das Wort heksis verwendeten, das einen quasi ein gebrannten …

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden (46) Wohnstätte Gottes werden

Damit Gott sich irgendwo oder bei irgendjemand sozusagen „wohnlich“ niederlassen kann, muss er seine künftige Wohnstätte sich selbst zubereiten. Der Psalm 45:5 sagt: sanctificavit tabernaculum suum Altissimus der Höchste hat sein Zelt geheiligt. Bevor sich die Seele mit Gott vereinigen kann, wird manches, was ihre Vergeistigung anbelangt, auch dem Körper zuteil, weil, solange wir leben, …

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden (45). Zustände, die der Ekstase vorausgehen (i)

„Die Wünsche, welche zu schnell befriedigt werden, nehmen ab, während die anderen wachsen“, schreibt Richard vom St. Wiktor über die Gotteserfahrung. Weil bei Gott und durch Gott alles geordnet ist, daher ist der Zustand, welcher der Ekstase vorausgeht ebenfalls geordnet. Es ist ein Zustand der gedrängten, dennoch aber geistig-intellektueller Anwesenheit Gottes. Die Seele erkennt in …

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden (40) Quellenbelege zum Gebet der Ruhe (iii)

Fühlt es sich richtig an? Der Glaube ist eine intellektuell-voluntaristische Angelegenheit. Dies bedeutet, dass der Glaube eine Zustimmung des Verstandes (assensio mentis) zu den Glaubenswahrheiten ist, die von Gott geoffenbart wurden. Um diese mentale Zustimmung überhaupt geben, muss man dazu gewillt sein. Dies bedeutet den Willen (voluntas) zu aktivieren und einzusetzen, da das, was Gott …

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (39). Quellenbelege zum Gebet der Ruhe (ii)

Wozu das alles? Bei der Lektüre der heutigen Quellenbelege zum Gebet der Ruhe stellt sich natürlich die Frage, wozu ein „normaler Mensch“ dieses detailliertes Wissen braucht? Die Antwort ist recht einfach: Um falsche Privatoffenbarungen von richtigen Privatoffenbarungen unterscheiden zu können. Um feststellen zu können, ob eine Person dermaßen im geistlichen Leben fortgeschritten ist, dass ihr Wirken …

Richtlinien und Quellen der Mystik

Leider sind die meisten Menschen, die sich mit Thema Mystik befassen und vielleicht selbst über ein spirituelles Leben verfügen, völlig irrational. Das ist aber schlecht, denn in der mystischen Entwicklung gibt es genau solche Richtlinien wie beim Raketenbau und -start. Berücksichtigt man manches nicht, dann stürzt die Rakete ab, was Elon Musk schon mehr als …

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (38). Quellenbelege zum Gebet der Ruhe (i)

Eines der großen Vorzüge des Buches von Pater Poulain SJ ist seine Quellenfundierung. Der französische Jesuit gibt immer wieder Zitate aus den Werken von Mystikern und Kirchenlehrern, um seine Thesen von den Stufen des Gebets zu beweisen. Wie anders als die nachkonziliare Einstellung der Ecke Rosenduft-Maria-Privatoffenbarung-Fromm. Die meisten Menschen, die sich selbst heutzutage als fromm betrachten, verfahren nach dem folgenden Schema: …

Mystik als Gottesbeweis

Mystik ist ein Gottesbeweise, daher wird sie geleugnet und als natürlicher Zustand dargestellt. Diese Sichtweise, mit der Pater Poulain SJ in seinem Werk polemisiert, war schon unter den Theologen des ausgehenden 19 Jhdts. anzutreffen, wenn auch sie recht verdeckt vertreten wurde. Oft betrachtete man mystische Zustände semipelagianisch als fortgeschrittene asketische Zustände, zu den eigentlich jeder …

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (37) 6. Hauptkennzeichen der mystischen Vereinigung (iii) Gibt es Mystik?

Mystik ist neben Wunder ein Gottesbeweis. Wenn es mystische Erlebnisse gibt, wenn diese wirklich übernatürlich sind, dann gibt es Gott, dann gibt es die spirituelle Dimension, die nicht materiell ist. Daher werden sowohl die Wunder als auch mystische Zustände, wie auch schließlich die Gottesbeweise geleugnet. Wenigstens seit der Aufklärung, wo man die ganze Religion und …

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (36) 6. Hauptkennzeichen der mystischen Vereinigung (ii)

Der Schreiber dieser Zeilen (DSDZ) kommt nicht umhin festzustellen, dass seine besten Beiträge, zu denen er diese Poulain-Reihe zählt, kaum gelesen werden. Dies ist der Anzahl der Klicks und der Seitenaufrufe zu entnehmen und die Zahlen lügen nicht. Warum werden sie denn nicht gelesen? Weil die Menschen kein fortgeschrittenes Gebetsleben führen, sodass sie die hier beschriebenen Zustände gar …

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (35) 6. Hauptkennzeichen der mystischen Vereinigung (i)

Der geringen Leserschaft unserer Beiträge zum spirituellen Mittwoch ist zu entnehmen, dass wirklich kaum irgendwelche Katholiken ein Gebetsleben haben. Unter „Gebetsleben“ verstehen wir hier nicht das bloße Rezitieren von Gebeten, sondern schon Betrachtung, schon die Wahrnehmung der Einwohnung Gottes in der Seele. Ist es überhaupt möglich? Ja, durchaus. Die heilige Teresa von Avila vergleicht das …

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (34) 5. Kapitel: Was ist „Beschauung“?

In diesem Kapitel bespricht Pater Poulain SJ die Bedeutung des Wortes „Beschauung“, Fremdwort „Kontemplation“ bei verschiedenen Autoren. Weil spirituelle Autoren in ihren Texten über sehr diffizile und selten vorkommende geistliche Zustände schreiben, so ist es nicht weiter verwunderlich, dass sie ihren Ausführungen keine Definitionen voranstellen, da sie, anders als Pater Poulain SJ, keine gelernten Mathematiker …

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (30) 3. Kapitel: Kurzer Überblick über die Geschichte des inneren Gebets (3)

Pater Poulain SJ stellt in diesem Abschnitt die Gebetsschule der Kirche von St. Sulpice (vor kurzem abgebrannt) in Paris vor, einer Schule die wenigstens indirekt zur Verbreitung des häretischen Quietismus beigetragen hatte. Was ist Quietismus? Es ist die Irrlehre, dass man völlig in allem passiv bleiben sollte, weil „Gott es schon machen werde“. Sie erkennen …