Tradition und Glauben

Instrumentum laboris zur Amazonas-Synode oder der bergoglianische Neusprech (2 von 5)

Amazonas, warum nur Amazonas? Wenn man sich die Zeit so ab 1960 bis 2019 betrachtet und endlich die Struktur und die Strategie der Kirchenzerstörung entdeckt hat, so kommt man wirklich nicht umhin die diabolische Intelligenz, die dahinter steckt zu bewundern. Es dauert zwar etwas länger aus dem Kaninchenloch zu herauszukommen oder zu sehen, wie tief das Kaninchenloch reicht, wenn man es aber einmal gesehen hat, so kann man es nicht ungesehen und ungeschehen machen. Sollten Sie mit eigenen Augen sehen, wie Ihre Ehefrau Sie betrügt, dann können Sie sich nur einreden einer Halluzination zu erliegen oder das Geschehene und seine Konsequenzen akzeptieren. DSDZ las einmal den Bericht eines Mannes, der nach einer längeren Zeit es lernte im Wald Spuren zu lesen. Dort, wo untrainierte Menschen nur Laub und Blätter sehen, entdeckte er die Spuren eines schwangeren Eichhörnchens oder eines jungen Rehs. Es war ihm als würde er im Wald wie in einem Buch lesen und er kann jetzt niemals einen Wald begehen, ohne darin zu lesen. Die Entdeckung des Niedergangs der Kirche ist eine weniger erbauliche Angelegenheit. Es ist also würde man mit einem Röntgenblick oder eher MRT-Blick die Störungen der Gehirnstruktur, die Metastasen und die Zersetzung eines Körpers sehen, welche andere noch für gesund halten. Wie auch immer, die diabolische Intelligenz dieser Zerstörung der Kirche ist irgendwie faszinierend. Was will man tun? Man will den Ausfluss der göttlichen Gnade für die Welt unterbinden. Wodurch? Durch die Zerstörung des katholischen Priestertums. Wodurch konkret? Durch die Aufhebung des Zölibats. Gibt es denn auch nicht-zölibatäre katholische Priester? Nein, die hat es niemals gegeben. Zölibatsgesetzgebung der Kirche Fangen wir mit dem letzten Punkt an. Es stimmt zwar, dass wohl alle Apostel, außer Johannes, verheiratet gewesen sind, bevor sie Jesus nachfolgten. Als sie aber seine Jünger wurden, so haben sie ab diesem Zeitpunkt keusch gelebt. Dies bedeutet sie hatten keinen Sex mit ihren Ehefrauen, die ihnen nicht nachzogen, weder vor der Himmelfahrt Christi noch danach, da sie gleich in alle Welt zogen, um das Evangelium zu verkünden. Weder die Evangelien selbst, noch die neutestamentarischen Schriften, noch die Schriften der Häretiker oder Heiden berichten vom Familien- und Sexleben der Zwölf Apostel. Dies waren also die ersten Priester: zölibatär und keusch. Wie wir bereits schrieben, wurden in den ersten Jahrhunderten zwar verheiratete Männer zu Priestern geweiht, weil es kaum unverheiratete gab, aber seit ihrer Weihe durften sie nicht mehr die Ehe gebrauchen, also im Klartext keinen Sex mit ihrer Angetrauten haben. Diejenigen, die es dennoch taten, wurden aus dem Klerikerstand ausgeschlossen, wie die Kanones des Konzils von Elvira bestimmen: „Kanon 33: Man stimmt in dem vollkommenen Verbot über ein, dass viele Bischöfe, Priester, Diakone, d.h. für alle Kleriker, die im Altardienst stehen, gilt, dass sie sich ihrer Ehefrauen enthalten und keine Kinder zeugen; wer aber solches getan hat, soll aus dem Klerikerstand ausgeschlossen werden.“[1] Auch die spätere kirchliche Gesetzgebung, wie der Codex Canonum Ecclesiae Africanae (um. 390), stellt dasselbe fest: „[Es] ist angebracht, dass die Heiligen Vorsteher und Priester Gottes sowie die Leviten oder alle, die den göttlichen Sakramenten dienen, in allem enthaltsam sind, damit sie das, was sie in aller Schlichtheit vom Herrn erbeten, erlangen können; damit so, was die Apostel gelehrt haben und was ein alter Brauch bewahrt hat, auch wir behüten. […] Wir alle sind uns darüber einig, dass Bischof, Priester und Diakon,...

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Anna Gallicana, Partnersuche (4 von 4)

Die traditionelle Lösung steht ebenfalls in der Bibel. Der Heilige Paulus rät uns, den besten Weg zu wählen und ehelos zu bleiben. Das Zölibat ist nicht nur für Priester, sondern für alle (!) der beste Stand. Danken Sie Gott, wenn er Sie dazu berufen hat – und – eine Berufung ist keine eigene Entscheidung (siehe oben). Ehelos und zölibatär zu leben ist der einfachste Weg in den Himmel. Und nach diesem kurzen Zwischenaufenthalt auf dem Planet Erde geht es schließlich um die Ewigkeit, und die ist wirklich sehr, sehr … lang. Ewig eben. Im goldenen Mittelalter wusste man das noch. Und nein, kleiner Irrtum, ehelos leben bedeutet NICHT einsam zu sein. Obwohl ein wenig Einsamkeit manchmal ganz guttut. Aber das wiederum, ist eine persönliche Entscheidung. Warum wollen denn quasi alle an der Zerstörung der Familie mitwirken? Die natürliche Ordnung ist eine Großfamilie. Dazu gehören Eltern, Kinder, Alte, unverheiratete Tanten und Onkels … und wie wollen Sie mit einer Familie aus völlig Fremden (Ehegatte, Kinder) auskommen, wenn Sie es mit ihrer Ursprungsfamilie nicht aushalten? Das wäre schon mal ein gutes Training für ihre Ehetauglichkeit. Auch andere Verwandte und Freunde können die Einsamkeit ausfüllen. Vielleicht teilen Sie ihre Zeit auch unentgeltlich und gemeinnützig mit anderen, um all das zu verwirklichen, was Eltern nicht tun können. Oder kümmern Sie sich um Kinder anderer. Als Beruf oder in ihrer Freizeit. Was tun Sie denn jetzt? Eine christliche Ehe bedeutet auch Kinder zu haben. Und Kinder sind keine Freizeitbeschäftigung, sondern eine Lebensaufgabe und wie beim Thema Berufung (siehe oben) sind Kinder ein Geschenk Gottes, der uns damit die Verantwortung für deren Seelen überträgt. Dieses Geschenk kann man weder einfordern, noch sich gewaltsam selbst verschaffen, noch es zurückweisen. Habe ich schon die Verantwortung erwähnt? Das bedeutet, wenn’s schiefgeht mit der Kindererziehung, dann bist du schuld und verlierst deinen Anspruch auf den Himmel. Ja, und jetzt runter von der rosa Wolke und mal ganz realistisch nachgedacht. Wollen Sie immer noch einen Partner SUCHEN? Was nun? Nun, die Unzufriedenheit (kennen Sie das Märchen vom Fischer und seiner Frau?) bringt kein Glück. Und der Zufriedene braucht nicht mal ein Hemd. Gott erwartet von uns, dass wir ihm vertrauen, mit seinen Gaben zufrieden sind, dass wir jeden Tag aufs Neue, das Beste aus unseren Talenten machen und dass wir offen sind für IHN. Er wird uns zeigen, wo unsere Talente liegen. Er wird uns rufen, ihm nachzufolgen und uns den Weg zeigen, den er für den besten hält. Der andere Weg, der nicht für uns vorgesehen ist, ist wahrscheinlich der breite, bequeme, lustige Weg, der in die Hölle führt. Ist so ein bisschen Sex und Egoismus das wert? Also was tun? Fröhlich sein, Gutes tun, und die Spatzen pfeifen lassen. Oder in neudeutscher Übersetzung: mit seinem Stand und seiner Stellung zufrieden sein, seine Pflicht erfüllen, seine Fähigkeiten einsetzen, viel beten, Exerzitien besuchen, Wallfahrten … und alles Gott überlassen und nichts erzwingen. Schade, dass mir das niemand rechtzeitig gesagt hat. Doch ich liebe meinen Mann und meine Kinder und hoffe, dass wir alle zusammen in den Himmel kommen....

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Anna Gallicana, Partnersuche (3 von 4)

In egoistischen Gesellschaften leben egoistische Menschen Ich weiß, das hören wir nicht gern und es gehört eine gehörige Portion Ehrlichkeit dazu, es sich selbst einzugestehen. Also mal ganz ehrlich, wenn man sich einen Partner wünscht, ist das zumeist sehr egoistisch. Entweder befindet sich das Objekt der Begierde bereits in Sichtweite und man stellt sich vor wie schön (für mich selbst!) es mit dem anderen wohl wäre, wie sehr meine Freunde mich beneiden oder bewundern würden oder – man erträumt sich einen Partner, mit dem es mir selbst ja ach so viel besser ginge. Ja, es geht hier zunächst um das eigene Gefühl. Es wird auch nicht besser, dieses Wohlbefinden auch dem Partner zu unterstellen, um damit den eigenen Egoismus zu entschuldigen. Das gilt insbesondere in sexueller Hinsicht. So wollen die meisten jungen gläubigen Menschen heiraten, um erlaubten Sex zu haben. Sex gehört zwar IN die Ehe, ist aber NICHT Sinn und Zweck einer Ehe. Man sollte heiraten, um dem anderen in den Himmel zu helfen und Kinder für den Himmel zu erziehen. Punkt. Sex ist dabei Nebensache, sowie Holzhacken für das Kaminfeuer oder Hasenspicken zur Ernährung. Im Gegensatz zu einer weitverbreiteten Meinung (danke Maslow!) ist Sex aber KEIN Grundbedürfnis. Unsere größten Helden (das heißt die Heiligen) lebten fast alle ohne Sex. Punkt. Grundbedürfnisse müssen in jedem Lebensalter erfüllt werden, was bei Sex eindeutig nicht der Fall ist. Kinder und Alte leben sehr glücklich ohne! Und mit etwas gutem Willen auch alle anderen! Frauen unterliegen bei diesem sogenannten Bedürfnis stark den monatlichen hormonellen Schwankungen und haben mit Beginn der Menopause (meist irgendwann ab 40) meist sowieso kein Bedürfnis mehr danach, außer sie tragen sich noch mit einem unerfüllten Kinderwunsch. Bei Männern wird der Wunsch meist durch optische Reize geweckt und ist weniger hormonell oder altersbedingt. Also, es geht auch ohne, außer wenn man das nicht will – und genau das nennt man Egoismus. Wobei der Wunsch nach Sex zur Partnersuche führt, getarnt als die Sache mit der Liebe. Muss ich Ihnen jetzt wirklich erklären, was Liebe ist? Liebe ist, wenn man den Himmel verlässt, unsere menschliche Natur annimmt, mit uns lebt, um uns zu zeigen, wie man leben sollte, für uns stirbt, um uns den Himmel aufzuschließen. Das ist Ihnen zu hoch? Ich soll ein praxisnäheres Beispiel geben? Wenn Sie wollen … Liebe ist, – wenn ich mich um meinen kranken, sogar unheilbar kranken oder behinderten Gatten kümmere. – wenn ich dafür meinen Beruf aufgebe, der mir soziale Anerkennung und Erfüllung gab. – wenn ich meine Heimat verlasse, weil mein Gatte in andere klimatische Verhältnisse gebracht werden muss und ich meine Verwandten und Freunde nicht mehr wiedersehen kann. – wenn ich mich um ihn kümmere, auch wenn alle Bekannten mich für verrückt halten. – wenn ich bei ihm bleibe, obwohl er mir das Leben zur Hölle macht. – wenn ich Tag und Nacht für sein Seelenheil bete. – und obwohl kein Sex mehr möglich ist. Also, wenn Sie einen Partner ’suchen‘, um mit ihm ein solches Leben zu teilen, dann suchen Sie getrost. Ansonsten bedenken Sie mal (Fortsetzung folgt)...

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Anna Gallicana, Partnersuche (2 von 4)

Schauen wir doch einmal in die Bibel und beginnen wir bei Adam und Eva. Ja, schon ganz am Anfang kommt es zur ersten Ehe: Nachdem Gott Adam erschaffen hatte, begann dieser sich in seiner Welt umzusehen. Er benannte Tiere und Pflanzen und lebte in paradiesischen Verhältnissen. Trotzdem war er nicht zufrieden. Er beschwerte sich beim lieben Gott und verlangte einen Partner, der ihm entspräche. Ups, erster Fehler? Na ja, zumindest war das nicht besonderes lobenswert. Wie schon erwähnt, gibt uns Gott immer was wir brauchen und was gut für uns ist. Manchmal gibt er uns zur Strafe oder ‚Belehrung‘ auch das, worum wir so ungeduldig bitten. Und so bekam Adam eine Frau … und das Schicksal nahm seinen Lauf. Dann kam die berühmte Geschichte mit dem Apfel (ja, zu zweit macht man Dummheiten, die man alleine nicht machen würde …) und er verlor seine Heimat und musste fort. Mit den beiden großen Söhnen hatte er auch nicht so viel Glück, nur Streit, Mord und Totschlag – und dann noch ein langes Leben mit viel Mühe und Arbeit und vergeblicher Hoffnung auf eine baldige Erlösung. Es ist müßig zu spekulieren, was sich ohne Adams törichtes Begehren ereignet hätte. Persönlich bin ich davon überzeugt, dass Gott ihm zur rechten Zeit eine Gefährtin zugeführt hätte. Hätte Adam seinen eigenen Willen in allem Gott untergeordnet, hätte Eva dies auch getan, sie hätten sich nicht mit der Schlange eingelassen und wir lebten alle glücklich und zufrieden im Paradies. Ehen werden nämlich im Himmel geschlossen. Dafür brauchen wir auch nicht lange nach einem Beispiel zu suchen, hatte nicht die Jungfrau Maria beabsichtigt, ehelos zu bleiben? Und in Anbetracht des vorgerückten Alters des Heiligen Josef sowie der Legende können wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass dieser ebenfalls nicht zu heiraten gedachte. Aber Gott hatte andere Pläne. Er führte die beiden zusammen und sie führten auch ohne Sex, trotz Armut, Not und Flucht eine glückliche Ehe. Denn wer zur Ehe bestimmt ist, kann seiner Berufung schwerlich entgehen (das gilt übrigens auch für alle anderen Berufungen, siehe Jonas im Bauch des Wals etc.). Und ja, die Ehe ist eine Berufung, eines der Un-Worte, seit dem letzten Konzil. Jetzt glaubt jeder, sich selbst verwirklichen zu können – das ist genau das Gegenteil von Berufung und alles andere als katholisch! (Fortsetzung folgt)...

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Anna Gallicana, Partnersuche (1 von 4)

Nach der anstrengenden intellektuellen Kost zum Thema päpstliche Häresien und Kanonisation erfolgen hier eher lockere Betrachtungen unserer Autorin Anna Gallicana zum Thema „Partnersuche“. Schon das Wort selbst ist neumodisch und nicht traditionell, sowie eine Mogelpackung, denn man sucht im katholischen Verständnis keinen „Partner“, denn es ist kein Geschäft, sondern einen Ehemann oder eine Ehefrau mit verschiedenen Aufgabenbereichen und Pflichten, wobei der Mann das Haupt der Familie bleibt. Es gibt somit keine Gleichheit, sondern einander ergänzende Verschiedenheit. Die Ehe ist aber auch ein Vertrag (contractum), bei dem sich beide Vertragsparteien – und in diesem Sinne sind sie tatsächlich Vertragspartner – gegenseitig verschiedene Rechte und Pflichten zusichern. Will jemand eine sehr gedrängte traditionelle Ehelehre kennenlernen und eine sehr praktische noch dazu, dann möge er sich diese Konferenzen von Father Chad Ripperger anhören. Ebenfalls empfehlenswert sind die Konferenzen über den geistlichen Kampf in der Ehe. Es sind traditionelle Inhalte, die wir hier irgendwann trocken, geordnet und scholastisch darlegen werden. Father Ripperger spricht sehr schnell mit einem texanischen Akzent, sodass man recht gut Englisch können muss, um ihn überhaupt zu verstehen. Er präsentiert eine männlich-theologische Sicht der Dinge, wie DSDZ ja auch, deswegen sind wir Anna Gallicana dankbar, dass sie uns die weibliche Sicht aufzeigt. Will aber jemand fragen: Was sagt eigentlich die katholische, traditionelle Theologie über die „Partnersuche“? Dann antworten wir: Gar nichts! Die Kirche geht davon aus, dass man seinen Verstand hat und nach den guten katholischen Kriterien wählt, die man in sich trägt. Ist man selbst tugendhaft, dann sucht man die Tugend, um eine tugendhafte Familie zu gründen und „Gott die Kinder zuzuführen“, was das Ziel einer jeden Ehe ist. DSDZ hat vor Jahren seine „Partnersuche“ aufgegeben als ihm axiomatisch klar wurde, dass er niemals die Richtige finden wird, weil es sie nicht gibt und es sie deswegen nicht gibt, weil sie unmöglich, d.h. innerlich widersprüchlich, ist. Gibt es dies, dann gibt es das nicht, wenn jenes, dann nicht dieses, manchmal gibt es überhaupt gar nichts! Nach einer Art Hochrechnung wurde ihm klar, dass er besser bleibt, wie er ist, da er mehr verlieren als gewinnen wird. Nein, das ist keine romantische Einstellung, aber eine praktische. Leiden gehört zum Leben und man leidet verheiratet oder unverheiratet. Im letzteren Falle kann man niemanden die Schuld geben. Aber jeder hat seinen eigenen Willen und Verstand und entscheidet natürlich für sich. Bis dass der Tod euch scheidet … Ich habe letzthin die Partnersuche als größten Fehler meines Lebens bezeichnet. Wie versprochen sind hier ein paar persönliche Überlegungen zur Partnersuche. Diese Idee ist meiner Meinung nach eine Folge des Modernismus und gänzlich unkatholisch. Da mir theologisches Fachwissen abgeht, musste ich dies aus praktischer Erfahrung lernen. Glauben Sie an Gott? Und die göttliche Vorsehung, die Ihnen Vater und Mutter gegeben, Sie mit Talenten ausgestattet hat und Ihnen hilft, den für Sie bestimmten Platz im Leben zu finden und auszufüllen? Ich denke, wir können alle hiervon ein Lied singen. Und wenn Sie an Gottes Plan für Ihr Leben glauben, an seine Güte und Fürsorge … wie können Sie dann glauben, dass Gott so gemein sei, den für Sie bestimmten Ehegatten am anderen Ende der Welt zu verstecken, sodass Sie ihn mühsam suchen müssen und vielleicht nie finden können? Dass Sie diesen Gatten erst treffen, wenn die biologische Uhr schon ziemlich laut tickt und die besten Jahre für

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Christoph A. Ferrara, Die Heiligsprechungskrise (8 von 8)

In Teil I dieser Serie stellte ich die folgenden Dubia auf, da die Unfehlbarkeit von Heiligsprechungen nur eine wahrscheinliche theologische Meinung und kein Glaubensartikel sind: – Könnte die Gültigkeit einer Heiligsprechung, auch wenn sie nicht als solcher bezeichnet werden kann, in Frage gestellt werden, wenn nachgewiesen werden könnte, dass die Untersuchung des Kandidaten durch menschliches Versagen, Verzerrung oder Verlogenheit beeinträchtigt wurde? – Wäre ein päpstlicher Akt der Seligsprechung durch Rezitation der Seligsprechungsformel während des Seligsprechungsprozesses unfehlbar ex sese (aus sich selbst heraus), auch wenn es keine vorherige Untersuchung des Kandidaten gäbe? – Wenn der päpstliche Akt der Heiligsprechung unfehlbar ex sese ist, besteht dann eine Notwendigkeit für den von den Päpsten selbst entwickelten Untersuchungsprozess vor der Heiligsprechung, um Garantien für die Wahrhaftigkeit der Wunder und die Heiligkeit eines Kandidaten zu bieten; und wenn es notwendig ist, warum ist es notwendig? – Wenn ein päpstlicher Kanonisierungsakt nicht unfehlbar ex sese ist, ist dann die Integrität des Untersuchungsprozesses, der ihm vorausgeht, für den Anspruch auf Unfehlbarkeit nicht wesentlich, und wenn nicht, warum nicht? Diese Fragen, so bemerkte ich, „können nur vom Lehramt endgültig beantwortet werden“.  Die Kirche hat nie erklärt, dass sie nicht mehr diskutiert werden darf.  Im Gegenteil, sie haben nie aufgehört, Gegenstand von Debatten zu sein. Daraus folgt ein weiteres verwandtes Dubium, wie in diesem Teil II vorgeschlagen: Wenn die Integrität des Untersuchungsprozesses für die Unfehlbarkeit einer Heiligsprechung wesentlich ist, und wenn der Prozess angebliche medizinische Wunder untersucht, ist dann nicht auch die Beweisqualität zur Befürwortung der angeblichen Wunder ein wesentliches Element, so dass offensichtlich zweifelhafte Wunder, die auf natürliche Weise leicht erklärbar sind, einschließlich moderner „aggressiver“ medizinischer Behandlung, dazu neigen würden, das Vertrauen in die Gültigkeit der Heiligsprechung zu untergraben und Gründe für vernünftige Zweifel an ihrer Gültigkeit zu liefern? Paul VI. zelebriert die erste neue Messe , zerstört beinahe den römischen Ritus, wird zum päpstlichen Katalysator für Massenautritte und Glaubensabfall . Ich kann der gestern von Peter Kwasniewski geäußerten Ansicht nur zustimmen:   „Mit der stark zunehmenden Zahl von Heiligsprechungen; der Beseitigung der Hälfte der erforderlichen Anzahl von Wundern (die manchmal sogar aufgehoben werden); dem Fehlen einer robusten Rolle des Advocatus Diaboli; und der manchmal überstürzten Art und Weise, wie die Dokumentation überprüft oder manchmal übergangen wird (wie es anscheinend bei Paul VI. der Fall war), scheint es mir nicht nur, dass es unmöglich geworden ist zu behaupten, dass die heutigen Heiligsprechungen immer unsere Zustimmung erfordern, sondern auch, dass es Heiligsprechungen geben kann, zu denen man verpflichtet wäre, die Zustimmung zu verweigern“. Was Dr. Kwasniewski sagt, ist, dass sich die Natur der Heiligsprechung in den letzten Jahrzehnten verändert zu haben scheint, so dass es durchaus sein kann, dass wir es nicht mehr mit demselben zu tun haben, was uns der heilige Papst Pius X. beschert hat, und dass wir das Gewissen verletzen würden, wenn wir blind jedes Ergebnis des aktuellen Prozesses akzeptieren würden. Was den traditionellen, äußerst rigorosen Prozess zu ersetzen scheint, ist eine Art gewichtige Auszeichnung, die von einem Ausschuss, der diese Auszeichung ohne wesentlichen Widerstand garantiert, verliehen wird. Kurz gesagt, können wir nicht nicht mehr von einer angemessenen Sichtweise  einer hieb- und stichfesten Ermittlung ausgehen, dass jeder von der „Heiligenfabrik“ gebilligte Kandidat nicht nur die Anschauung Gottes erlangt hat, sondern ein Tugend-Modell für die universelle Kirche ist, die von allen Gläubigen wegen seines herrlichen Beispiels der...

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Christoph A. Ferrara, Die Heiligsprechungskrise (7 von 8)

Paul VI. and Mons. Oscar Romero Was das eine Wunder betrifft, das der Fürbitte Oscar Romeros zugeschrieben wird – nur eines genügt angesichts seiner vorrangigen Bezeichnung als „Märtyrer“ -, so stoßen wir auch hier merkwürdigerweise auf einen weiteren unklaren schwangerschaftsbedingten medizinischen Notfall.  In diesem Fall werden wir darüber informiert, dass das angebliche Wunder darin besteht, dass eine Frau namens Cecilia nach der Geburt das HELLP-Syndrom entwickelt hat, eine Erkrankung die im Zusammenhang mit der (sogenannten) Präeklampsie steht, welche eine Hämolyse [im Blutgefäßsystem ablaufende Gerinnunsauflösung  Anm. d. Übers.], erhöhte Leberenzyme und eine Verringerung der Blutplättchen beinhaltet [, was zu einem drohenden ggf. tödlichen Multiorganversagen führen kann und intensivemdizinisch behandelt werden muss, (Amn. d. (ärztlichen) Übersetzers].  Um drohendes Organversagen und andere Probleme, die in den schlimmsten Fällen dieser Erkrankung auftraten, zu bekämpfen, wurde sie in ein künstliches Koma versetzt – fälschlicherweise in einigen Berichten als „Abrutschen“ in ein Koma beschrieben, als ob das Drama verstärkt werden sollte. Es wird nun behauptet, dass die Frau nach Bitten an Romero in den nächsten 72 Stunden eine „dramatische Genesung“ erlebte und einige Tage später vollständig erholt von den Auswirkungen des HELLP-Syndroms aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Aber die Genesung vom HELLP-Syndrom nach einem künstlichen Koma, welches eine intensiv-medizinische Standardbehandlung darstellt, ist genau das, was auch in anderen solchen Fällen passiert ist, wie wir hier und hier sehen. Es gibt nichts Wunderbares an einem sehr guten medizinischen Ergebnis durch eine sehr gute medizinische Behandlung. Als der Ehemann über das Ergebnis im zweiten verlinkten Fall sagte: „Es ist ein Wunder. Ich dachte, ich würde sie beide verlieren.“ gab es keine Anzeichen dafür, dass Oscar Romero oder ein anderer angeblicher katholischer Heiliger an diesem glücklichen Ergebnis beteiligt war. Tatsächlich wird berichtet, dass die Sterblichkeitsrate für das HELLP-Syndrom bei guter Behandlung insgesamt nur 1,1-3,4 %,  und nur 25 % weltweit, einschließlich vieler Fälle ohne jegliche Behandlung, beträgt. Darüber hinaus ist die kindliche Sterblichkeitsrate beim HELLP-Syndrom viel höher als die mütterliche Sterblichkeitsrate, aber das Kind im Fall Romero war bereits ohne seine angebliche Fürsprache normal geboren worden. War diese normale Geburt, mit viel größeren Überlebenschancen, ein „Wunder“? Die Kriterien für ein authentisches medizinisches Wunder zur Untermauerung der Selig- oder Heiligsprechung wurden an anderer Stelle folgendermaßen beschrieben:   „1. Schwerwiegend verschlechterter Allgemeinzustand; 2. bei dem keine spontane Besserungsmöglichkeit besteht; 3. unmittelbar; 4. dauerhaft; 5. vollständig; 6. keine andere Krankheit oder Vorkommnis ist aufgetreten, die dazu geführt haben könnten, dass der Zustand verschwindet; 7. keine [adäquate (Anm. d. Übers)] medizinische Behandlung im Zusammenhang mit der Heilung.“ Diese Beschreibung erscheint in einem Artikel über die beiden Wunder, die der Fürbitte der Fatima-Visionäre Jacinta und Francisco im Zusammenhang mit ihrer Seligsprechung durch Johannes Paul II. und ihrer Heiligsprechung durch Franziskus zugeschrieben werden. Das erste Wunder bestand in der Genesung eines Querschnittsgelähmten, der wieder normal gehen konnte, und das zweite in der Genesung eines hirngeschädigten Jungen, der 7 Meter gefallen war, auf seinem Kopf landete, einen Schädelbruch, bei dem er Hirngewebe verlor, erlitt, und dennoch nach Gebeten an die Seher ohne Anzeichen von Hirnschäden oder Verlust der körperlichen oder geistigen Funktion aus dem Krankenhaus ging. Mit anderen Worten, beide Fälle beinhalten die tatsächliche Heilung von ansonsten unheilbaren Zuständen und nicht nur die Vermeidung eines Risikos der Schädigung oder Wiederherstellung nach einer „aggressiven“  Behandlung. Aus gutem Grund hat die nach-tridentinische Kirche eine strenge Überprüfung der angeblichen...

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Christoph A. Ferrara, Die Heiligsprechungskrise (6 von 8)

Kann eine Heiligsprechung auf zweifelhaft-wunderbaren „Wundern“ basieren? Morgen, am 14. Oktober, wird Papst Bergoglio, der bereits die Heilige Kommunion für öffentliche Ehebrecher genehmigt und die Todesstrafe als  unmoralisch definiert hat – in beiden Fällen steht das im Widerspruch zu der zweitausendjährigen Lehre und Praxis der Kirche – erklären, dass sowohl Paul VI. als auch Oscar Romero Heilige sind, die die Universalkirche als solche verehren muss. Doch Paul VI. löste ein beispielloses liturgisches Debakel und die postkonziliare Revolution als solche aus, worüber  er den Rest seines Lebens weinte und die Hände rang, während Glaube und Disziplin um ihn herum schnell zusammenbrachen. Während Romero, eine komplexe Figur, die man ehrlicherweise nicht als Marxist bezeichnen kann, nicht wegen des Hasses auf den Glauben als solchen damals mitten in einem Bürgerkrieg mit marxistischen Revolutionären ermordet wurde, sondern wegen seiner öffentlichen Agitation gegen die Regierung von El Salvador. Auch wurde nie mit Sicherheit festgestellt, welche Seite des Konflikts für seine Ermordung verantwortlich war, für den bisher noch  keiner verfolgt oder gar endgültig als Verdächtiger identifiziert wurde. Was sollen wir nun von diesen bevorstehenden Heiligsprechungen halten – dem jüngsten Ergebnis dessen, was von der Presse als „Heilige Fabrik“ verspottet, von Johannes Paul II. in Betrieb genommen wurde?  Unter Berücksichtigung dieser Frage wäre es angebracht, die zweiteilige Serie, die ich hier begonnen habe, abzuschließen und die Meinung eines Laien zu wagen, der nicht einsehen kann, dass die Unfehlbarkeit von Heiligsprechungen von allem möglichen anderen als von der Integrität des Ermittlungsprozesses abhängig sein soll, der dem päpstlichen Heiligsprechungsdekret vorausgeht. Im ersten Teil betrachtete ich die entscheidende Rolle, die das göttliche Zeugnis der Wunder bei der Heiligsprechung spielt. Ich zitierte den katholischen Gelehrten Donald S. Prudlo, einen Experten für die Geschichte der Heiligsprechungen, der bemerkte, dass, weil „das Problem der Heiligsprechung unwürdiger Gestalten durch lokale Heiligsprechungen durch Bischöfe immer wieder auftauchte“, Rom am Ende des 12. Jahrhunderts die Kontrolle über die Heiligsprechungen übernommen hatte, „das Papsttum, alle möglichen Garantien zur Gewährleistung von Wahrhaftigkeit und Heiligkeit einführte, wie lange Untersuchungen des Lebens und der Wunder“.  In diesem Zusammenhang zitiert Prudlo Papst Innozenz III. (regierte 1198-1216), der in seiner historischen Bulle, die Homobonus von Cremona heilig spricht, erklärte: „Zwei Dinge sind notwendig für jemanden, der in der Kirche als Heiliger öffentlich verehrt wird: die Macht der Zeichen, nämlich Werke der Frömmigkeit im Leben und das Zeichen der Wunder nach dem Tod“. Prudlo bemühte sich, darauf hinzuweisen: „Während Innozenz betont, dass lediglich nur die Beharrlichkeit bis ans Ende [im Glauben (Anm.d. Übers.)] für die Heiligkeit absolut notwendig ist,  behauptet er, dass die öffentliche Verehrung eines solchen Menschen göttliche Zeugnisse erfordert. Beides ist für die Heiligkeit erforderlich, denn weder sind Werke allein ausreichend, noch Zeichen allein.“ Betrachtet man die Heiligsprechungen von Paul VI. und Romero unter dem Aspekt der angeblichen medizinischen Wunder, die auf ihre Fürbitte zurückgeführt werden – ein unverzichtbares Element des Prozesses, wie er sich unter päpstlicher Autorität entwickelt hat -, so kann man nicht übersehen, dass keines von ihnen aufgrund der öffentlich zugänglichen Informationen alle traditionellen Kriterien für die Überprüfung eines Wunders als göttliches Zeugnis der Heiligkeit erfüllt. Diese Kriterien sind (1) eine Heilung, die (2) sofort, (3) vollständig, (4) dauerhaft und (5) wissenschaftlich unerklärlich ist, d.h. nicht das Ergebnis einer Behandlung oder natürlicher Heilungsprozesse, sondern ein Ereignis, das außerhalb der natürlichen Ordnung entsteht. (Sobald ein solches medizinisches Wunder nach...

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Christoph A. Ferrara, Die Heiligsprechungskrise (5 von 8)

Päpstliche Abhängigkeit von den Ermittlungen vor der Kanonisierung: Ein Rätsel Was genau bewohnt also die schmale Lücke zwischen der Zulässigkeit, die Unfehlbarkeit von Heiligsprechungen in Frage zu stellen, und der Unzulässigkeit, bestimmte Beispiele als kompletten päpstliche Kardinalfehler zu bestreiten? Diese Unsicherheitszone scheint sich aus der Natur der Heiligsprechung als Ergebnis einer vorherigen Untersuchung zur Feststellung der Existenz historischer Fakten über eine bestimmte Person zu ergeben, ohne die eine Heiligsprechung nicht möglich ist, im Gegensatz zu lehrmäßigen Formeln für die Universalkirche. Angesichts dessen, dass es eine Fakten-Abhängigkeit bei Heiligsprechungen gibt, gibt es kein Entkommen vor dem, was Prudlo ein wahres und eigentliches „Rätsel“ nennt, mit dem sich Kanonisten und Theologen, darunter St. Bonaventura und St. Thomas, auseinandersetzen mussten, als das Papsttum allmählich seine Autorität über einen Heiligsprechungsprozess konsolidierte, der seit Jahrhunderten eine lokale Angelegenheit war, die in nicht wenigen Fällen sehr zweifelhafte „Heilige“ betraf:   „In erster Linie ging es ihnen um die Möglichkeit von Irrtümern als Folge falscher menschlicher Aussagen. Das wurde kontinuierlich von Kirchenrechtlern und einigen Theologen dahingehend geprüft, die päpstliche Unfehlbarkeit der Heiligsprechung als Dogma des Glaubens zu bezeichnen, besonders im dreizehnten Jahrhundert. Das Problem der Heiligsprechung unwürdiger Gestalten tauchte immer wieder auf, so dass das Papsttum alle möglichen Garantien zur Gewährleistung von Wahrhaftigkeit und Heiligkeit einführte, wie z.B. lange Untersuchungen des Lebens und der Wunder.  Darüber hinaus stand die Möglichkeit der menschlichen Schwäche in den theologischen Schriften ganz oben.  Es war das  zentrale Argument gegen die Lehre im Mittelalter. Wie kirchliche Denker dieses Rätsel überwunden haben, ist ein zentraler Schlüssel zum Verständnis der Schaffung eines allgemeinen Konsenses[1].“ Aber welche Notwendigkeit besteht für „alle Arten von Garantien zur Gewährleistung von Wahrhaftigkeit und Heiligkeit“, einschließlich „langwieriger Untersuchungen des Lebens und der Wunder“, wenn, wie Prudlo gegen de Mattei argumentiert, „es nicht die Untersuchung ist, sondern die Inspiration des Heiligen Geistes, die diese Realität für uns bestätigt“ und „Päpste nicht unfehlbar sind wegen der Qualität der Untersuchungen, die der Definition vorausgehen, sie sind unfehlbar, gerade wegen der Handlung, die sie im liturgischen Rahmen der Heiligsprechung durchführen“? Darüber hinaus neigen die eigenen Studien Prudl`s dazu, seine Position gegen de Mattei zu untergraben.  Wie seine Untersuchung feststellt, erklärte Papst Innozenz III. (r. 1198-1216) in seiner Bulle in der er Homobonus von Cremona kanonisierte: „Zwei Dinge sind notwendig für jemanden, der in der Kirche öffentlich als Heiliger verehrt wird: die Macht der Zeichen, nämlich Werke der Frömmigkeit im Leben und das Zeichen der Wunder nach dem Tod.“[2] Unschuldiger weise macht das auch deutlich, dass das päpstliche Gebot der universellen Verehrung, das an die Heiligsprechung geknüpft ist, von mehr als der bloßen Überzeugung unterstützt werden muss, dass ein Kandidat die beseligende Gottesschau erreicht hat, wie einige jetzt in einer minimalistischen Verteidigung von Franziskus‘ Heiligsprechungen von Johannes Paul II. und Johannes XXIII. argumentieren: „Während Innozenz betont, dass einzig die Beharrlichkeit bis ans Ende für die Heiligkeit als solche betrachtet absolut notwendig ist, behauptet er, dass die öffentliche Verehrung einer solchen Person göttliche Zeugnisse erfordert. Beide sind für die Heiligkeit erforderlich, denn weder sind die Werke allein ausreichend, noch die Zeichen allein.“[3] Es ist von großer Bedeutung, dass, wie Prudlo zeigt, Innozenz III., der Papst selbst, es ist, der „das Muster festgelegt hat, das für die Aufklärung des qualitativen Unterschieds der päpstlichen Kanonisierungen, die nach seinem Tod entstehen würden, entscheidend sein würde“, d.h. ihre Unfehlbarkeit, indem...

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Christoph A. Ferrara, Die Heiligsprechungskrise (4 von 8).

Gibt es Platz für Zweifel? Dennoch wurde die Unfehlbarkeit der päpstlichen Heiligsprechungen nie als Dogma definiert, noch kann man sie klar als explizite Doktrin des universellen gewöhnlichen Lehramtes bezeichnen. Wie Prof. de Mattei in dem oben zitierten Artikel feststellt, wird beispielsweise die Unfehlbarkeit von Heiligsprechungen nicht erwähnt, ebenso wenig wie eine Diskussion der vorherrschenden theologischen Sichtweise im Codex des kanonischen Rechts von 1917, im Codex des kanonischen Rechts von 1983 oder im Katechismus von Johannes Paul II. In einem 1848 veröffentlichten Aufsatz zu diesem Thema verteidigte Pater Fredrick William Faber, der berühmte anglikanische Konvertit, der für seine Gelehrsamkeit, seine „unerschütterliche Loyalität zum Heiligen Stuhl“ und Marienverehrung bekannt ist, der letztlich das  „Leben der modernen Heiligen“ verfasste, die wahrscheinliche theologische Meinung zugunsten der Unfehlbarkeit und diskutiert die Voreiligkeit und Pietätlosigkeit, den päpstlichen Heiligsprechungen Fehler zuzuschreiben. Aber er war auch bemüht, seine Diskussion mit Vorbehalten abzusichern, da die Ansichten der Minderheiten gegen die wahrscheinliche Meinung schwerwiegend waren: „Ist es de fide, dass die Kirche in dem Dekret der Heiligsprechung unfehlbar ist? Das ist eine offene Frage in den katholischen Schulen. … Thomas stellt das Urteil der Kirche in der Heiligsprechung als etwas zwischen einem Urteil in Glaubensfragen und einem Urteil über bestimmte Tatsachen dar, und deshalb würde folgen, dass die Unfehlbarkeit des Dekrets ein frommer Glaube ist, aber nicht mehr, da es sich nur auf das Glaubenbekenntnis bezieht. … Es ist de fide, dass die Kirche in der allgemeinen Lehre der Moral unfehlbar ist; aber es ist nicht so sicher, dass die Heiligsprechung der Heiligen sich auf die allgemeine Lehre der Moral bezieht. … Die Kirche hat ihre Unfehlbarkeit in dieser Angelegenheit nie als de fide definiert, noch können wir sie ihrer Praxis entnehmen. … Es scheint sodann wahrscheinlich, dass es de fide ist, dass das Urteil der Kirche in der Heiligsprechung unfehlbar ist; aber diese Behauptung einer starken Wahrscheinlichkeit dürfen wir nicht ausweiten, besonders wenn wir so große Namen für die gegenteilige Meinung sehen. Es ist sicherer, mit dem weisen und gelehrten Lambertini zu schließen, dass jeder Meinung ihre eigene Wahrscheinlichkeit zugewiesen werden sollte, bis ein Urteil vom Heiligen Stuhl ergeht; Denn wenn wir die Aufstellung eines Glaubensdogmas behandeln, sagt derselbe aufmerksame Theologe an anderer Stelle, müssen wir auf das Urteil des Apostolischen Stuhls, der Mutter und Gebieterin der anderen Kirchen und [das Urteil (Anm. d. Übers)] des regierenden Papstes warten, , dem es exklusiv gebührt, Definitionen des Glaubens festzulegen, bevor wir es wagen, diejenigen mit der berüchtigten Note der Ketzerei zu brandmarken, die einer entgegengesetzten Meinung folgen.[1]“ Ebenso schließt Prudlo in seiner eigenen Studie über die Entwicklung des päpstlichen Kanonisierungsprozesses und die damit verbundene Sicht auf die Unfehlbarkeit der päpstlichen Heiligsprechung: „Behauptungen über die Unfehlbarkeit tauchen erst relativ spät im Mittelalter auf, in der Regel nach dem … Zeitpunkt  der Übernahme der päpstlichen Hegemonie über solche Fälle“[2] Aber er stellt fest, dass „das scheinbar unerschöpfliche Angebot an Kandidaten, die von Johannes Paul II. so geehrt wurden, und die Übereile des Fortschritts [des Prozesses (Anm. d. Übers.)], die Papst Franziskus einigen jüngeren Persönlichkeiten zusprach, aktuelle Argumente angeregt hat“. Um es vorsichtig auszudrücken! Und genau das ist der Punkt: Aktuelle Argumente sind im Sinne der „Ursprünge der theologischen und historischen Debatte“, die Prudlo bis ins Mittelalter zurückverfolgt, zulässig. Diese Argumente werden sich zweifellos auf  irgendeiner Ebene fortsetzen, es sei denn, die Frage...

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Christoph A. Ferrara, Die Heiligsprechungskrise (3 von 8)

Die unfehlbare Definition des Dogmas als Vergleich Die Vorstellung, dass eine Inspiration des Heiligen Geistes die wirkliche Garantie für die Heiligsprechung ist, steht sicherlich nicht im Einklang mit der Art und Weise, wie der Papst Dogmen des Glaubens definiert hat. Natürlich führt der Heilige Geist die Kirche in Fragen des Dogmas, aber diese Führung hat im Laufe der Zeit stattgefunden, als Funktion der Bewahrung und Verkündigung der Offenbarung Christi und der Apostel, die von Jahrhundert zu Jahrhundert weitergegeben wurden, nicht durch momentane Ad-hoc-Impulse. So hat der selige Pius IX. zum Beispiel bei der Definition des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis sicherlich den Heiligen Geist angerufen, aber er hat auch absolut sichergestellt, dass die „Heilige Schrift, die ehrwürdige Tradition, [und] die beständige Ansicht der Kirche“ die Definition unterstützt. Seine Untersuchung umfasste die Ergebnisse einer Sonderkommission, die Konsultation mit den Bischöfen der Welt – die „mit einer Stimme … uns aufforderten, unser oberstes Urteil und unsere höchste Autorität anzuwenden, die Unbefleckte Empfängnis der Jungfrau Maria, zu definieren“ – und ein Konsistorium des Kardinalskollegiums, das sich mit diesem Thema befassen sollte. Pius hätte wahrscheinlich über den Vorschlag gelacht, dass nur die Inspiration des Heiligen Geistes (auf die er sich im Moment der Definition bezog) und die Rezitation der traditionellen Formel die Unfehlbarkeit seiner Definition sicherstellten[1], nicht auch der objektive und überprüfbare Inhalt des Glaubens, wie er durch eine umfassende vorherige Untersuchung bestätigt wurde. Wenn eine solche immense Untersuchungsarbeit erforderlich ist, um das, was die Kirche ohnehin immer klar geglaubt hat, als Dogma zu definieren, wie kann dann eine angemessene Untersuchung der angeblichen Heiligkeit und der Wunder eines bestimmten Menschen, die heftig umstritten sein können, nicht entscheidend für die Entscheidung eines Papstes sein, ihn zu Ehren der Altäre zu erheben? Die „Lösung“ des Heiligen Thomas von Aquin In seinem meisterhaften Studium dieses Themas zitiert Prudlo die vom heiligen Thomas vorgeschlagene Lösung: dass der Heilige Geist die Zuverlässigkeit der Heiligsprechungen trotz des Potentials an menschlichem Versagen oder gar völliger Verlogenheit seitens der Untersucher und Zeugen gewährleistet. Aber Thomas argumentiert nur, dass „wir fromm glauben müssen“, dass der Papst bei der Heiligsprechung nicht irren kann und dass „die göttliche Vorsehung die Kirche sicher bewahrt, wenn es um Fragen geht, bei denen ein fehlbares menschliches Zeugnis[2] täuschen kann“. Er argumentiert nicht, und die Kirche hat es auch nie gelehrt, dass dieser fromme Glaube ein Glaubensartikel ist, der unter keinen Umständen bezweifelt oder in Frage gestellt werden darf. Darüber hinaus erklärt Prudlo selbst, dass es drei Gründe gibt, warum Thomas zu dem Schluss kommt, dass der Papst nicht in der Lage ist, sich bei der Heiligsprechung zu irren:   „(1) er führt eine gründliche Untersuchung der Heiligkeit des Lebens desjenigen durch; (2) dies wird durch das Zeugnis der Wunder bestätigt, und (3) der Heilige Geist führt ihn (für Thomas, der entscheidende Beweis)“[3] Aber wenn die Führung des Heiligen Geistes „der entscheidende  Beweis“ ist, muss es von vornherein etwas zu beweisen geben. Und das kann nur der Fall sein für die Heiligsprechung auf der Grundlage der nachgewiesenen Heiligkeit des Lebens und der Wunder nach einer Untersuchung beider. Ohne diese Untersuchung von Heiligkeit und Wundern scheint das alleinige Vertrauen in die Inspiration des Heiligen Geistes die unüberlegteste aller Vermutungen zu sein, zumindest im gewöhnlichen Fall. In der Tat würde die gleiche Vermutung die Verkündigung neuer Lehren rechtfertigen, die nicht durch die...

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Christoph A. Ferrara, Die Heiligsprechungskrise (2 von 8)

Worauf basiert die Behauptung der unfehlbaren Heiligsprechung? Es scheint klar zu sein, dass die durch das 1. Vatikanum vorgenommene Definition des Dogmas der päpstlichen Unfehlbarkeit unter Beachtung dogmatischer Definitionen nicht auf Heiligsprechungen ausgedehnt werden kann. Die dogmatischen Definitionen des Außerordentlichen Lehramtes gehen über jeden möglichen Streit hinaus und etablieren als Glaubensartikel nur das, was bereits eine ständige Lehre der Kirche war, nicht etwa eine Lehre, die von einem bestimmten Papst als Neuheit verkündet wurde. Aber Heiligsprechungen künden von Natur aus etwas Neues an, indem sie eine Verpflichtung zur universellen Verehrung eines bestimmten Menschen begründen. Ich zitiere Johannes Paul II. selbst in dieser Hinsicht:   „(Der Apostolische Stuhl) schlägt den Gläubigen zur Nachahmung, Verehrung und Anrufung Männer und Frauen vor, die im Glanz der Liebe und anderer evangelischer Tugenden herausragend sind, und erklärt sie nach gründlicher Prüfung im feierlichen Akt der Heiligsprechung zu Heiligen.“ So fordert Johannes Paulus selbst als Voraussetzungen für die Heiligsprechung eine vorherige Untersuchung, obwohl er es war, der 1983 die Apostolische Konstitution Divinus Perfectionis Magister herausgab, die die jahrhundertealte Untersuchungs-Maschinerie für die Heiligsprechung weitgehend demontierte.  Das Ergebnis war ein „gestraffter“ Prozess, der (a) den Hauptteil der Untersuchung des Kandidaten, einschließlich der behaupteten Wunder, ohne vorherige Genehmigung Roms an den örtlichen Bischöfe zurückgibt; (b) die feste gegnerische Rolle des Förderers des Glaubens, allgemein bekannt als „Advokat des Teufels“, beseitigt; (c) die langjährige Notwendigkeit an Wundern von vier (zwei für die Seligsprechung und zwei weitere für die Heiligsprechung) auf zwei (je eines für die Seligsprechung und Heiligsprechung) reduziert; und (d) den gesamten Prozess vom traditionellen und recht rigorosen kanonischen Prozess aufgrund der Verdienste des Kandidaten in eine Überprüfung und Diskussion im Meeting-Stil umwandelt, der praktisch keinen hinterfragenden Charakter mehr hat.[1] Auf jeden Fall muss der Kanonisierung eine Form der zuverlässigen Untersuchung von bedingten historischen Fakten vorausgehen. Diese Untersuchung erfolgt entweder durch den „gewöhnlichen“ Prozess, der die systematische Überprüfung von Wundern und Tugenden beinhaltet, oder durch den „außergewöhnlichen“ Prozess der Bestätigung der Existenz eines langjährigen legitimen Kultes um eine bestimmte Person und eines „ununterbrochenen Ansehen von Wundern“ (die sogenannte „äquivalente“ Heiligsprechung), selbst wenn der anspruchsvollere gewöhnliche Prozess nicht angewendet wird. Wäre es anders, müssten wir der Absurdität glauben, dass jemand ohne jegliche vorherige Untersuchung als Heiliger verehrt werden soll, nur weil der Papst dies mit Hilfe einer rezitierten Formel sagt. Donald S. Prudlo, ein hoch angesehener Wissenschaftler auf dem Gebiet der Geschichte der Heiligsprechungen, ist offensichtlich verärgert über die Eile und die schwindende Qualität der Untersuchungen der Heiligsprechungen seit der Inbetriebnahme der „Heiligenfabrik“. Er schreibt:   „Als Historiker für Heiligsprechungen trage ich die größten Bedenken bei dem gegenwärtigen Prozess, in dem Johannes Paul II. selbst Heiligsprechungen vorgenommen hat.  Während seine lobenswerte Absicht darin bestand, Modelle der Heiligkeit aus allen Kulturen und Umständen des Lebens zu liefern, neigte er dazu, die Kanonisierung von ihrem ursprünglichen und grundlegenden Zweck zu trennen. Dieser sollte eine offizielle, öffentliche und formelle Bestätigung eines bestehenden Kultes der christlichen Gläubigen sein, der durch das göttliche Zeugnis der Wunder beglaubigt worden war.  Der Kult geht der Heiligsprechung voraus; es war nicht vorgesehen, dies umzukehren.  Wir laufen dann Gefahr, sich der Heiligsprechung als Instrument zur Förderung von Interessen und Bewegungen zu bedienen, anstatt sie als  eine Bestätigung und Befürwortung eines bestehenden Kultus anzuerkennen[2].“ Genau das. Doch angesichts des seit 1983 andauernden institutionalisierten Missbrauchs des Heiligsprechungssprozesses, der ihn zu einer...

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Christoph A. Ferrara, Die Heiligsprechungskrise (1 von 8)

Um auf eine konkrete Frage zu antworten, wie etwa:   „Was halten Sie von der Kanonisation von Paul VI ?“ muss man zuvor etwas sehr Gründliches schreiben. Dies hat bereits Christopher Ferrara von The Remnant getan, sodass wir es selbst nicht zu tun brauchen, sondern wieder einmal in der vorzüglichen Übersetzung von davilatollkuehn wiedergeben. Das Fazit zuvor: Eine Heiligsprechung wurde von den meisten Theologen als unfehlbar gesehen, wenn der Heiligsprechungsprozess, wie er bis 1983 vorgeschrieben war, tatsächlich durchgeführt wurde. Da aufgrund der apostolischen Konstitution Divinus Perfectionis Magister (25. Januar 1983) von Johannes Paul II. die Bestimmungen zur Heiligkeitsfindung dermaßen verändert wurden, so wissen wir seitdem wirklich nicht, ob es sich bei den Menschen die aufgrund dieser Bestimmungen selig- oder heilig gesprochen wurden, wirklich um Heilige handelt. Kein Prozess – keine Unfehlbarkeit. So einfach ist es. Schauen Sie sich doch die Liste der katholischen Heiligen des XX. Jahrhunderts an. Insbesondere derjenigen, die von Johannes Paul II. heiliggesprochen wurden. Sagen diese Namen Ihnen irgendetwas? Der Papst aus Polen hat sage und schreibe 482 Menschen heilig gesprochen. Dies ist mehr als alle Päpste zusammengenommen davor, seit ein Heiligkeitsprozess eingeführt wurde.   Wie ist es möglich? Durch die Änderung des Beweisfindungsprozesses. Warum hat man das getan? Um zu zeigen, dass die Heiligkeit jedem zugänglich ist. Ist sie dann etwas wert? Nein. Wir sollten jede Vorbilder der Transzendenz verlieren, sowie jeglichen Tugendgrad. Das macht es Ihrem Novus Ordo Pfarrer leicht zu predigen:    Aber eine alleinerziehende Mutter, die von H-IV lebt und einen Lebensabschnittsgefährten als Vater ihrer Kinder nach dem anderen wechselt, ist doch viel heiliger. Ein muslimischer Flüchtling auch. Wir sind alle Heilige, wir wissen es nur nicht. Der Novus Ordo ist eine andere Religion. Mit anderen Dogmen (Klimaerwärmung, Migration, Miteinander), anderer Liturgie und anderen Heiligen. So einfach ist es.  Wird die Bergoglianische Dampfwalze die Rechtssicherheit der Unfehlbarkeit der Heiligsprechungen untergraben, indem sie Paul VI. zu Ehren der Altäre erhebt? Geschrieben von Christopher A. Ferrara Einführung:  Eine im Untergrund schwelende Debatte wurde wieder entfacht. Die Hochgeschwindigkeits-Heiligsprechungen Papst Bergoglio`s von Johannes Paul II. und Johannes XXIII. haben verständlicherweise dazu beigetragen, dass bei den Gläubigen die Besorgnis über die Zuverlässigkeit der „Heiligenfabrik“, die während der Herrschaft von Johannes Paul II. in Betrieb genommen wurde, wächst.  Johannes Paul kanonisierte mehr Heilige, einschließlich großer (Gruppen- (Anm. d. Übers.)) Heiligsprechungen, als die vorhergehenden siebzehn Päpste zusammen bis zurück zum Jahr 1588, als Sixtus V. die Kongregation für die Heiligsprechungsprozesse gründete. Während Benedikt XVI. sich bemüht hat, die Produktion der Fabrik zurückzufahren, wurde die Herstellungen unter Bergoglio wieder angekurbelt, der in fünf Jahren 885 Heilige, darunter eine Gruppe von 800 italienischen Märtyrern wie am Fließband produzierte, im Vergleich zu 483 Heiligen während der gesamten 27-jährigen Regierungszeit von Johannes Paulus.  Fünf dieser bergoglianischen Neuzugänge wurden ohne dass ihnen auch nur ein einziges bestätigtes Wunder zugeordnet wurde, zu Heiligen erklärt. Natürlich ist es unbestreitbar, dass die Kirche in jedem Zeitalter unzählige Heilige hervorbringt, auch Märtyrer, und dass die reichlichen Früchte der Gnaden, die sie zur Erhebung der Seelen zur Vollkommenheit vermittelt, anerkannt werden sollten, um die Gläubigen zu erbauen und zu ermutigen. Die Heiligsprechung ist jedoch traditionell solch einzigartigen Fällen der Heiligkeit vorbehalten, welche nach sorgfältiger Prüfung aufgrund des besonderen Beispiels, das jedes dieser bemerkenswerten Leben bietet, als Vorbilder für die Verehrung in der universalen Kirche gelten sollen. Nicht nur traditionalistische Kommentatoren...

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Septem Dolorum Beatae Mariae Virginis – Sieben Schmerzen Mariä

Maria ist die Morgenröte, sie leuchtet vor dem Aufgang der Sonne, welche Christus ist. So wie sie vor der menschlichen Geburt Christi geboren wurde, welcher als Gott der Eingeborene (unigenitus) Vaters als Gott ewig ist, so gedenkt die Kirche ihres Leidens eine Woche vor Karfreitag mit dem Fest Sieben Schmerzen Mariae. Man müsste richtigerweise sagen, dass die Kirche der Schmerzen Mariä bis zur unseligen Rubrikenreform von 1955 gedachte, denn leider wird dieses Fest seit diesem Jahr nicht mehr begangen. Wen hat es gestört? Die Dämonen und diejenigen, welche von ihnen inspiriert wurden. Es ist natürlich sehr schade, denn außer der Konzertaufführung von Stabat mater, des Brevierhymnus dieses Festes, werden wir nirgends mit dem Leiden der Gottesmutter konfrontiert. Das Erlösungswerk des Leidens Christi, welches sich vornehmlich an Karfreitag vollzog, birgt solch eine Fülle in sich, dass man bestimmte Ereignisse vorverlegen oder nachverlegen musste, um ihrer liturgisch und paraliturgisch zu gedenken. Natürlich vor dem Konzil, denn das Gedenken des Leidens Christi scheint natürlich mit der „Mentalität des modernen Menschen“ nicht vereinbar zu sein. Im Gegensatz zur Sünde – die ist vereinbar. Schauen wir uns den liturgischen Kalender des Tridentinischen Breviers an, welches wenigstens auf diesem Blog hochgehalten wird, so finden wir die folgenden Feste, welche mit Karfreitag inhaltlich verbunden sind: Am Freitag nach der ersten Fastenwoche: Lanceae et Clavorum Domini Nostri Jesu Christi – Der hl. Lanze und Nägel unseres Herrn Jesus Christus. Am Freitag nach der zweiten Fastenwoche: Sindonis D.N.J.C. – des hl. Schweißtuches unseres Herrn Jesus Christus. Am Freitag nach der dritten Fastenwoche: Quinque Vulnerum D.N.J.C. – der hl. Fünf Wunden unseres Herrn Jesus Christus. Am Freitag nach der vierten Fastenwoche: Pretiosissimi Sanguinis D.N.J.C. – des kostbarsten Blutes unseres Herrn Jesus Christus. Am Freitag der fünften Fastenwoche, der Passionswoche: Septem Dolorum B. Mariae Virginis – Sieben Schmerzen der Seligen Jungfrau Maria. Am Freitag nach dem Weißen Sonntag: Spineae Coronae D.N.J.C. – der hl. Dornenkrone unseres Herrn Jesus Christus. Am 14. September – Exaltationis S. Crucis – der Kreuzeserhöhung. Dritter Sonntag in September – Septem Dolorum B. Mariae Virginis – Sieben Schmerzen der Seligen Jungfrau Maria. Es ist tatsächlich allerhand, wobei manche Feste auch nach Ostern fallen. Das Siebenschmerzen Fest in der Fastenzeit hat ein ganz anderes Officium als das Fest in September, sodass nichts wiederholt wird. Besonders in der Fastenzeit wird der Brevierbeter langsam in das Karfreitagsmysterium geführt, durch die Betrachtung der einzelnen Geheimnisse. Und wem hat es geschadet? Den Dämonen und der Welt. Nun, ja. Bevor wir die Überlegungen von Dom Prosper Guéranger auf Englisch zu diesem Fest veröffentlichen, ein paar eigene Bemerkungen. Das heutige Brevier präsentiert eine interessante Mischung aus Brautmystik des Hoheliedes und der Passionsgeschichte. Denn Maria war auch eine Liebende. Sie liebte Christus als ihren Sohn und als ihren göttlichen Bräutigam. Die Liturgie scheut sich nicht diese beiden Aspekte zu vermischen und so lesen wir im ersten Responsorium des ersten Nokturns: R. Dilectus meus candidus, et rubicundus, et totus desiderabilis: * Omnis enim figura ejus amorem spirat, et ad redamandum provocat caput inclinatum, manus expansae, pectus apertum. V. Piis, o Virgo, spectas eum oculis, contemplans in eo non tam vulnerum livorem, quam mundi salutem. R. Omnis enim figura ejus amorem spirat, et ad redamandum provocat caput inclinatum, manus expansae, pectus apertum. R. Mein Geliebter ist weiß und rot und als ganzer begehrenswert: * All seine Gestalt...

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (21 von 21)

Kurze Erläuterung der sieben Thesen im Schreiben der Glaubenskongregation Über das letzte Ziel des Menschen im ewigen Leben im Himmel und über die zuvor vielleicht nötige jenseitige Läuterung im Fegfeuer hat das II. Vatikanische Konzil im 7. Kapitel der Dogmatischen Konstitution über die Kirche “Lumen gentium” (Artikel 48-51) und Papst Paul VI. in seinem “Credo des Gottesvolkes” gesprochen. Dieser Papst wies dabei auch auf die Möglichkeit der Verfehlung des letzten Ziels in der ewigen Verdammnis der Hölle hin (Art. 21-23). Dennoch fand sich die Päpstliche Glaubenskongregation am 17. Mai 1979 genötigt, in einem Schreiben an die Bischöfe der Weltkirche ausdrücklich noch einmal auf Fragen der Eschatologie hinzuweisen und den Glauben an das ewige Leben im Himmel, an die Möglichkeit der ewigen Verfehlung des ewigen Heils in der Hölle und an die Möglichkeit der jenseitigen Läuterung im Fegfeuer zu bekräftigen und in Schutz zu nehmen. Warum wohl? Weil viele Menschen heute mehr noch als vor fünfzehn Jahren von den Fragen gequält werden, ob es denn überhaupt ein Leben nach dem Tod gebe oder ob uns mit dem Tod das pure Nichts erwarte. — Überdies verunsichern manche moderne theologische Hypothesen auf eschatologischem Gebiet die noch gläubigen Christen. So leugnet der französische Dominikaner Jacques Pohier in seinem Buch “Quand je dis Dieu” (Wenn ich Gott sage) das Weiterleben nach dem Tod, die Auferstehung der Toten und das ewige Leben bei Gott als Berufung des Menschen. Andere moderne katholische Theologen reden vom Ganztod des Menschen und der darauf sofort folgenden Auferstehung. So war es an der Zeit, daß das Kirchliche Lehramt die Glaubenswahrheiten von der Fortdauer der unsterblichen Geistseele nach dem Tod, von der etwa nötigen jenseitigen Läuterung der Seele im Fegfeuer, von der allgemeinen Auferstehung, von Himmel und Hölle gegen alle falschen Ansichten verteidigte. Die Glaubenskongregation tat dies im Schreiben an die Bischöfe vom 17. Mai 1979 in sieben Sätzen oder Thesen: 1. Der erste Satz legt für alle endzeitlichen (eschatologischen) Wahrheiten das Fundament: “Die Kirche glaubt an die Auferstehung der Toten”. P. Hünermann schreibt: “Dieser Satz nimmt das dritte Stück des Glaubensbekenntnisses auf. In ihm wird das Ziel der Heilsveranstaltung Gottes, das Ziel der ganzen Offenbarung genannt. Wenn Gott im ersten Artikel des Glaubensbekenntnisses als Schöpfer bekannt wird, wenn im zweiten Artikel Jesus Christus als der Erlöser genannt wird, dann zielt doch der Sinn von Schöpfung wie der Sinn der Erlösung dahin, daß die Menschen zu Gott gelangen.” Dies bekennen wir in dem Satz: “Wir glauben an die Auferstehung der Toten”. Insofern sagt das Schreiben der Glaubenskongregation zu Recht: Bricht man diesen Schlußstein aus dem Glaubensbekenntnis heraus, dann ist der Glaube im ganzen sinnlos. Damit greift die Glaubenskongregation das Wort des hl. Paulus aus dem 15. Kapitel des 1. Korintherbriefes auf: “Denn falls keine Toten auferweckt werden, so ist auch Christus nicht auferweckt worden, dann ist euer Glaube unsinnig. Dann seid ihr noch in euren Sünden … Wenn wir weiter nichts sind als Leute, die nur in diesem Leben ihre Hoffnung auf Christus gesetzt haben, so sind wir die Bedauernswertesten unter allen Menschen.” — Den Anfang der sieben Sätze bildet also der Bekenntnissatz: “Die Kirche glaubt an die Auferstehung der Toten”. An diesen Satz schließen sich drei weitere Thesen unmittelbar an. 2. Der zweite Satz lautet: “Die Kirche versteht diese Auferstehung so, daß sie den ganzen Menschen betrifft; dies ist für die...

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Warum ist der hl. Thomas von Aquin so schwierig? Von der Faulheit der Antithomisten.

Aus aktuellen Anlass des St. Thomas-Festes, das nach dem alten Kalender am 7. März begangen wird, hier nochmals ein alter Beitrag für alle, die hier vorbeischauen, um zu sehen, ob es etwas umsonst gibt. Ja, heute gibt es etwas umsonst! Den Rest der Überlegungen zum Thema wenn-man-nutzt-sollte-man-dafür-zahlen überlassen wir Ihnen… Bevor wir zum nächsten Teil unserer Reihe über die Acedia nach dem hl. Thomas von Aquin schreiten, wollen wir eine Frage beantworten, welche sich viele Leser insgeheim stellen: Warum ist er so schwierig? In der Tat den hl. Thomas zu lesen und zu verstehen, ist schwierig. Man kann aber die ganze Thematik wie folgt zusammenfassen: Kein Thomist, also zu faul. Es verhält nämlich sich also, dass die Thomas-Abneigung eine Unterart der Acedia darstellt. Warum? Weil die Acedia eine Unterart der Trauer (tristitia) ist, diese wiederum das schwierige Gut (bonum arduum) zum Objekt also zum Gegenstand der Erkenntnis hat. Und das, was schwierig ist, wird gerne gemieden. Der hl. Thomas von Aquin an sich Warum ist aber Thomas so schwierig? Weil er höchst abstrakt und kompakt ist und, wie wir bereits schrieben, an ein axiomatisches, d.h. mathematisches oder logisches, System erinnert, in welchem fertige Formeln eingesetzt werden, die entweder am Anfang des Systems definiert werden oder man von woanders her eruieren muss. Sagen wir es offen: die Summe der Theologie des hl. Thomas von Aquin ist nicht wie ein mathematisches System, sie ist ein mathematisches oder genauer ausgedrückt ein axiomatisches System. Sie ist ein Endprodukt eines langen, philosophisch-theologischen „Rechenweges“ und stellt eine schöne klare Formel dar. „Aber unverständlich“, wird manch ein Leser sagen. Dies stimmt und deswegen wollen wir hier eine Hilfestellung geben. Dennoch ist die Summe sicherlich kein Selbsthilfebuch und das Studium der Theologie ist nicht ausschließlich als ein Selbststudium gedacht. Man braucht auch Führung und Anleitung. Bei der Lehre von der Acedia ebenso. Für unseren Blog stellt sich oft die Frage, ob wir hier den hl. Thomas von Aquin überhaupt im größeren Ausmaß verwenden sollten. Denn die Vorbereitung und Nachbereitung dieser Texte erfordert so viel Arbeit, um seine Gedanken den nichtstudierten Thomisten klar zu machen, dass es vielleicht besser wäre ganz auf ihn zu verzichten und diese Lehren in eigenen Worten wiederzugeben. Dennoch wollen wir es nicht tun und zwar aus den folgenden Gründen: Thomas von Aquin ist wirklich der Hauptlehrer der Kirche. Unsere Redaktion hat wirklich nicht die besseren Ideen als er. Wir wollen selbst den Acedia-Vorwurf nicht riskieren, nach dem Motto: „Zum Thomas-Kommentieren zu faul“. Leo XIII. schreibt in seiner Enzyklika Aeterni Patris (4. Aug. 1879) über „die Vortrefflichkeit der scholastischen Methode und die Thomas von Aquin zukommende Autorität“ wie folgt: „Unter den scholastischen Lehrern ragt als Fürst und Meister aller Thomas von Aquin weit heraus, der, wie Cajetan[1] bemerkt, »weil er die« alten »heiligen Lehrer aufs größte verehrte, darum gewissermaßen die Einsicht aller erlangt hat«[2]. Thomas sammelte ihre Lehren und fügte sie die zerstreuten Glieder eines Leibes zu einem einzigen zusammen, teilte sie in wunderbarer Ordnung ein und bildete sie so mit großem Zuwachs, dass er mit Fug und Recht als einziger Schutz und Zierde der katholischen Kirche gilt… (DH 3139) Indem Wir also verkünden, man solle wieder willigem und dankbarem Herzen alles aufnehmen, was weise gesagt, was von irgendjemand nützlich erfunden und ausgedacht wurde, ermahnen Wir euch alle … Nachdrücklich, zum Schutz und zur Zierde...

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (20 von 21)

Schreiben der päpstlichen Glaubenskongregation zu Fragen der Eschatologie … Die Verantwortlichen (in der Kirche) müssen allem große Aufmerksamkeit schenken, was im allgemeinen Bewußtsein der Gläubigen eine allmähliche Verfälschung und eine fortschreitende Auflösung irgendeiner Wahrheit des bei der Taufe abgelegten Glaubensbekenntnisses verursachen könnte, besonders wenn diese Wahrheit für den Gesamtzusammenhang des Glaubens notwendig und mit bestimmten wichtigen, zum Leben der Kirche dazugehörigen Bräuchen unlösbar verbunden ist. Es scheint uns nun notwendig und dringend, vor allem auf eine dieser Wahrheiten die besondere Aufmerksamkeit derer zu lenken, denen Gott die Förderung und den Schutz des Glaubens zur Aufgabe gemacht hat, damit Gefahren abgewendet werden, die diesen Glauben in den Herzen der Gläubigen bedrohen könnten. Es geht um den Glaubensartikel vom ewigen Leben und damit um alles, was sich nach dem Tod (jedes Menschen) ereignen wird. Bei der Darlegung dieser Lehre darf nichts verkürzt werden, sie darf auch nicht unvollkommen oder unsicher erfolgen, soll sie nicht den Glauben und das Heil der Gläubigen gefährden. Sicher entgeht ja niemand die Bedeutung dieses letzten Artikels unseres Glaubensbekenntnisses. In ihm werden nämlich Ziel und Zweck des Heilsplanes Gottes ausgesprochen, dessen Entfaltung im Glaubensbekenntnis beschrieben wird. Wenn es (nach dem Tod) keine Auferstehung (und kein ewiges Leben) gibt, dann fällt das ganze Glaubensgebäude, wie der hl. Paulus im 15. Kapitel des 1. Korinterbriefes nachdrücklich betont, zusammen. Wenn für uns Christen nicht ganz sicher feststeht, was Sinn und Inhalt der Worte vom Ewigen Lebens ist, dann zerrinnen die Verheißungen des Evangeliums sowie die Bedeutung der Schöpfung und Erlösung und sogar die Bedeutung des Erdenlebens, das ja dann jeglicher Hoffnung beraubt wird (vgl. Hebr 11,1). Wie könnte man die Not und Angst übersehen, die heute viele bezüglich dieser Frage (nach dem ewigen Leben) bedrängen? Wer würde nicht beobachten, wie sich hier in den Herzen vieler ein immer tieferer Zweifel breitmacht? Wenn es auch glücklicherweise meistens noch so ist, daß der Christ noch keinen positiven Zweifel hegt, so vermeidet er es doch nicht selten, über sein Geschick nach dem Tod nachzudenken, weil er Fragen vorauszuahnen beginnt, die zu beantworten er sich scheut: Gibt es überhaupt etwas nach dem Tod? Bleibt von uns, wenn wir gestorben sind, etwas erhalten? Oder erwartet uns etwa das Nichts. Dieser (psychische) Zustand ist teilweise auf den Einfluß zurückzuführen, den die heute weithin in der Öffentlichkeit ausgetragenen theologischen Kontroversen ungewollt auf die Christen ausüben. Der größere Teil der Gläubigen vermag nämlich weder den genauen Gegenstand noch das Gewicht dieser Kontroversen zu erfassen. So wird heute tatsächlich über die Existenz der Seele und die Bedeutung des Lebens nach dem Tod diskutiert und man fragt sich, was denn zwischen dem Tod des Christen und der allgemeinen Auferstehung geschieht. Durch all das werden die Gläubigen verwirrt, zumal sie ihre gewohnte Sprechweise und die ihnen vertrauten Begriffe nicht mehr wiederfinden. Es geht hier nun keineswegs darum, die theologische Forschung einzuschränken oder gar zu verhindern. Der Glaube der Kirche braucht sie ja und sie muß sich das Studium der Theologen zunutze machen. Dennoch darf deshalb keineswegs die Pflicht vernachlässigt werden, rechtzeitig den Glauben der Christen gerade in Bezug auf jene Wahrheiten zu bekräftigen, die da heute in Zweifel gezogen werden. Es ist nun unsere Absicht, die Natur und die verschiedenen Aspekte dieser doppelten, schwierigen Aufgabe in dieser komplexen Situation zusammenfassend in Erinnerung zu rufen. Vor allem müssen jene, die einen (kirchlichen) Lehrauftrag...

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2. Februar Mariä Lichtmess – Darstellung Jesu im Tempel

Und hier ein Beitrag vom letzten Jahr, der gar nicht gealtert ist. An 2.02. feiert die Kirche Mariä Lichtmess oder Darstellung Mariens im Tempel. Es ist der Tag der geistlichen Berufe und der Tag der Kerzenweihe. Beides hängt zusammen, wenn eine geistliche Berufung ist wie eine Kerze: sie leuchtet umso heller, je mehr sie sich verbrennt. Sie gibt Wärme, Licht und vertreibt die Dämonen der Luft, was uns die traditionelle Kerzenweihe lehrt, welche mit Exorzismen verbunden ist. Was hat denn die Kerze davon? Gar nichts. Sie wird weniger. Es ist wie bei Johannes dem Täufer, der über den Heiland sagte: „Ich muss abnehmen, er muss aber wachsen“ (Joh 3,30). Gott ist das Maß, Gott ist das Ziel. Deswegen sind unsere äußeren Tätigkeiten und unsere Effizienz völlig gleichgültig. Sie sind ein weltlich Ding, welches unsere Heiligung hindert. Geistliches Leben hat etwas mit Warten zu tun. Wie viele Jahrzehnte wartete Anna im Tempel, wie lange wartete Simeon? Gott hat ihnen etwas versprochen und sein Wort gehalten. Gott wartete bis diese beiden bereit waren Christus in den Händen zu halten. Gott hat sie darauf vorbereitet und gereinigt.  St. Simeon durfte Christus in seinen Unterarmen halten (in ulnas suas), denn das Kind war schon größer, und lobte das Licht zur Erleuchtung der Heiden und der Juden. St. Simeon und Anna waren Kerzen, die sich verbrannten und bis zu Ende brannten. Sie dachten nicht: Wie effizient bin ich? Wann ist es soweit? Kommt da was?...

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (19 von 21)

Am Ende dieser Beitragsreihe werden die wichtigsten Daten des Lebens der hl. Katharina von Genua vorgestellt. Kurz und gut: Fegefeuer zu Lebzeiten, was sich auf die Ewigkeit umgemünzt sehr rechnet. Da wir in einer Zeit des ausufernden Narzissmus leben, ja, auch des diabolischen Narzissmus, so sind wir es gewohnt, dass sich Menschen in den Vordergrund stellen, um etwas, was sie geschaffen haben zu vermarkten. Es ist aber wirklich selten, dass man etwas findet, was dermaßen überdurchschnittlich ist, dass man nach der Vita dieser Person fragt und sich wundert, wie man zu dermaßen tiefgründigen Einsichten gelangen konnte. Hl. Katharina ist es gelungen durch all die Leidenszeit hauptsächlich ihrer Ehe für Gott ganz transparent zu werden, weil sie durch das Leiden dermaßen gereinigt wurde, dass nichts persönliches in ihrer Person übrig geblieben ist. Si wurde zum Sprachrohr Gottes, was ihr Werk deutlich zeigt. Leben ist Leiden und wir kommen nicht umhin auch zu leiden, obwohl wir uns davor scheuen. Hedonismus schützt vor Leiden nicht, siehe Gunther Sachs, weil der ständige Pegel des Angenehmen auch ganz biologisch gesehen nicht haltbar ist. Um etwas als angenehm zu Empfinden oder als eine Lust, philosophisch gesprochen, müssen Sie vorher die Unlust, einen Mangel oder ein Leiden erfahren haben. Wenn Sie eine zu enge Hose tragen, die Sie drückt, dann werden Sie die Wohltat einer neuen, weiteren Hose erst nach den Unannehmlichkeiten der alten zu schätzen wissen. Das führt zur kurzzeitigen Lust auf der Hosen-Ebene, welche auch verstreichen wird, da Sie sich an das Angenehme gewöhnen und dies bald als normal wahrnehmen werden. Daher ist Hedonismus schon im Ansatz zum Scheitern verurteilt, weil er auf die lange Sicht hin nicht praktizierbar ist. Wir leiden alle, aber wie wir mit diesem Leidenskapital umgehen, liegt bei uns. Hl. Katharina hat nicht nur die Bekehrung ihres Ehemannes erlebt, sondern führte mit ihm bis zu seinem Tode eine Josephsehe. Sie ließ ihn also nicht sitzen, ließ sich nicht scheiden, sondern hielt es aus. Gott hat es schon zu ihrem Lebzeiten auf seine Weise belohnt. Also halten wir aus, Gott wird es schon zu richten wissen, wenn wir Seinen Willen tun und vor Leiden nicht zurückschrecken. Lebensabriß der heiligen Catharina 15.6.1447 in Genua geboren als letztes von fünf Kindern des bei ihrer Geburt schon verstorbenen Vaters Giacomo Fieschi und der Mutter Francesca Di Negro. 1460 äußert sie mit 13 Jahren den festen Willen, dem Beispiel ihrer älteren Schwester Limbania folgen und in das Augustiner-Chorfrauen-Kloster S. Maria delle Grazie in Genua eintreten zu wollen; sie erhält nicht die Erlaubnis. 13.1.1463 wird sie im Alter von erst 16 Jahren mit Giuliano Adorno vermählt. 1463 bis 1468: die fünf traurigen Ehejahre. 1468 Bis 1473: die fünf mondänen Ehejahre. 22.3.1473: Versuch, eine Generalbeichte abzulegen, sie wird von der Liebe Gottes überwältigt; erste Vision des blutüberronnenen Gekreuzigten. 24.3.1473: Generalbeichte, Bekehrung, Beginn eines neuen Lebens. Es folgen die Jahre harter Buße und des Einsatzes für die Kranken. 1476: Bekehrung des Gemahls der hl. Catharina Giuliano Adorno. 1476 bis 1497: Josefsehe Catharinas mit Giuliano Adomo. 1482 fängt Catharina mit ihrem Gemahl in der Nähe des Spitals Pammatone zu wohnen an. 1490 bis 1496 ist Catharina Rektorin des Spitals Pammatone. 1493: Pest in Genua, die 80 Prozent der Bevölkerung hinwegrafft; Catharina zieht sich bei der Pflege der Pestkranhen selbst die Pest zu, kommt aber mit dem Leben davon; es beginnt...

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (18 von 21)

Schlußüberlegungen zur Fegfeuerlehre der heiligen Catharina Wenn man nach der Lektüre des “Traktats über das Fegfeuer” überlegt, worin das Wesen des Zustandes der Armen Seelen im Fegfeuer in der Sicht der hl. Catharina von Genua besteht, so ist folgendes zu sagen: Die Seele hat das furchtbare Gericht Gottes glücklich hinter sich gebracht; sie konnte, weil im Gnadenstand befunden, vor dem ewigen Richter bestehen. In der ersten Begegnung mit dem göttlichen Richter ist die Seele durch das Licht der ewigen Wahrheit erleuchtet worden. Sie erkennt einerseits die unendliche Güte Gottes, seine strenge Gerechtigkeit, seine wahrhaft göttliche Reinheit und Heiligkeit, anderseits aber auch die Tatsache, daß sie selbst noch nicht würdig ist, vor dem Angesicht ihres Herrn und Geliebten zu erscheinen. Auf seiten Gottes gibt es zwar kein Hindernis für den Eintritt der Seele in die ewige Seligkeit als nur seine unendliche, ganz vollkommene und absolut reine und heilige Wesenheit, die im Kontrast steht zu der noch vorhandenen Unvollkommenheit der Seele, die in ihrer Liebe zu Gott, dem höchsten und liebenswürdigsten Gut, noch gehemmt ist und noch behindert wird in der ersehnten, über alles beglückenden Vereinigung mit Gott. Die im Erdenleben begangenen Sünden sind zwar vergeben, aber sie haben in der Seele Wunden zurückgelassen, “Rostflecken” gleichsam, die noch aus dem Gold der von Gott ganz rein und schön geschaffenen Seele herausgebrannt werden müssen. Eine geheimnisvolle Kraft zieht zwar die im Gnadenstand ins Jenseits hinübergegangene Seele zu Gott hin, gleichzeitig aber wird sie durch eine innere Kraft noch von Gott zurückgehalten. Aus dieser Verzögerung der Vereinigung der Gott liebenden, im Gnadenstand befindlichen Seele mit dem liebenden, aber sie ganz rein und vollkommen erwartenden Gott entsteht in der Seele eine Art Feuer, das zwar dem in der Hölle ähnlich und doch von diesem wieder ganz verschieden ist. Dieses Feuer reinigt und läutert die Seele von allem “Rost der Sünde”. Wenn man eine Art Psychologie der Seelen im Fegfeuer entwerfen sollte, könnte man etwa folgendes skizzieren: 1. Es gibt in den Armen Seelen schmerzvollste Pein und dennoch zugleich heilige Freude: Die Ursache der schmerzvollen Pein ist eine dreifache: a) das Wissen darum, noch etwas an sich zu haben, das Gott mißfällt, b) das Wissen darum, daß Gottes Liebe die Seele schon bei sich im ewigen Glück haben möchte, daß aber in ihr noch jenes Hindernis vorhanden ist, das durch die Sünde der Vereinigung mit Gott entgegengestellt wurde, c) das Wissen darum, daß die Erlangung der beseligenden Anschauung Gottes, die von der Seele so glühend herbeigesehnt wird und ihr schon gewiß ist, durch sie selbst noch eine Verzögerung erfährt. Eigenartig ist, daß die schmerzliche Pein der Seelen im Fegfeuer nicht etwa mehr und mehr abnimmt, sondern in der Sicht der hl. Catharina von Genua immer stärker und stärker wird, je mehr es der Befreiung aus dem Fegfeuer entgegengeht: Die immer mehr wachsende Erkenntnis Gottes, mit der wachsende Sehnsucht, Ihn zu schauen, und wachsende Liebe verbunden sind, verstärkt den Schmerz über die Verzögerung der Anschauung Gottes. Zusammen mit schmerzvollster Pein gibt es in den Seelen aber ganz große Freude. Auch diese wächst immer mehr, je mehr es Gott entgegengeht. Quelle der Freude in den Armen Seelen ist neben der zweifelsfreien Gewißheit, das ewige Heil sicher zu erlangen, das Wissen darum, daß der liebende Gott in großer Barmherzigkeit die Läuterung der Seele verfügt hat, um so seiner Gerechtigkeit...

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Die Schätze des Breviers: Lesungen in der Oktav der Unbefleckten Empfängnis (8)

8. Tag der Oktave Wir setzen unsere Lektüre der Lesungen der zweiten Lectio des alten Breviers fort mit den Teilen der dogmatischen Bulle Ineffabilis Deus (1854) vom Pius IX, mit welcher die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis dogmatisiert wurde. Lesung 4 Deshalb haben schon in früheren Zeiten Bischöfe, Priester, Ordensgenossenschaften und sogar Kaiser und Könige den Apostolischen Stuhl gebeten, die Unbefleckte Empfängnis der allerseligsten Gottesmutter als Glaubenssatz zu erklären. Diese Bitten wurden auch in der Gegenwart wiederholt, und sie wurden besonders Unserem Vorgänger Gregor XVI. seligen Angedenkens und Uns selbst von Bischöfen, von Weltpriestern, von Ordensgenossenschaften, von hochstehenden Fürsten und vom gläubigen Volke vorgetragen. Dies alles wußten Wir sehr wohl und erwogen es ernstlich, und es machte Unserem Herzen besondere Freude. Sobald Wir also ohne Unser Verdienst nach dem unerforschlichen Ratschluß der göttlichen Vorsehung auf diesen erhabenen Lehrstuhl des heiligen Petrus erhoben wurden und das Steuer der ganzen Kirche übernahmen, betrachteten Wir es als Unsere heiligste Pflicht, entsprechend Unserer großen, von früher Kindheit an gehegten Verehrung, Andacht und Liebe zur allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria, alles durchzuführen, was die Kirche wünscht, damit die Ehre der allerseligsten Jungfrau vermehrt werde und deren Vorzüge in noch hellerem Lichte erglänzen....

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Peter Kwasniewski, Aus der Kirchengeschichte lernen: Ein kurzer Rückblick auf päpstliche Verfehlungen (5 von 5)

DSDZ wird immer wieder klar, dass er sein Hauptlaster des unmäßigen Zorns nicht überwunden hat, wenn er beispielsweise auf gloria.tv papolatrische Beiträge liest, die meistens Benedikt betreffen. Jemand hält Benedikt „für den einzigen wahren Papst“, was er auch ist, aber er hält ihn deswegen dafür, weil es ihn mag. Weil er ihn aber mag, so ist jeder Unsinn, den Benedikt von sich gibt, zu rechtfertigen und jeder Widerspruch zu akzeptieren, wie bei der letzten Aussage des Papa emeritus, dass Judenmission nicht notwendig sei.  Ein Benedikt-Fan schreibt folgendes: Benedikt hat im Prinzip recht. Auch Juden können das Heil erlangen; das hängt auch vom Grad der Erkenntnis der Wahrheit ab, den jeder einzelne hat. Jesus sagt: „Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns“ (Markus 9,40). Natürlich sollten wir auch versuchen, die Juden für Christus zu gewinnen, was Benedikt überhaupt nicht bestreitet. Nur sollte das eben nicht durch Missionierung im klassischen Sinne geschehen. Wir überlassen die Analyse dem Witz des Lesers, aber beim Katholizismus geht es doch nicht darum, dass man seinen Verstand in der Garderobe lässt und Häresie begünstigende Aussagen eines immer noch amtierenden Papstes nicht als solche erkennen kann, die ja im Gegensatz zur ganzen Kirchengeschichte vor Nostra aetate stehen. Jemand, der einen Papst über jedes Maß hinaus verteidigt und dabei den Satz vom Widerspruch außer Acht lässt, erweist dem Papstamt keinen guten Dienst. Ansonsten wäre alles recht, richtig und moralisch nur deswegen, weil es ein Papst tut. Die Orgien des Alexanders VI. wären keine Orgien, keine Sünden nur deswegen, weil ein amtierender Papst sie veranstaltet. Aber so hat niemand argumentiert! Auf diese Ideen hätten nur die Ultramontanisten des späten 19 Jhds. oder die heutigen Papolatristen/Sedisvakantisten kommen können, denn der Sedisvakantismus kommt von einem falschen und übertriebenen Verständnis des päpstlichen Amtes.  Es ist weder notwendig das Vatikanum I zurückzurufen oder das Papstamt auszuhebeln. Man muss einfach wieder zur katholischen Überzeugung zurückfinden, dass der Papst der Diener der Tradition ist und kein Macher des Neuen wie Paul VI., Johannes Paul II, weniger Benedikt XVI. und schließlich wie der Antipapst Bergoglio. Was bleibt für uns Laien da zu tun? Laut Hilary White: vom Geld abschneiden, sich des weltlichen Armes bedienen und in den Knast stecken. Beides fängt an in den USA zu passieren und in Deutschland fängt etwas an, wenn die Kirchensteuer qua Reichskonkordat von 1933 gekippt wird. Es ist unwahrscheinlich, dass sich eine breite Bewegung „Katholiken für Kirchensteuer“ einfinden wird. Löst man die Kirche vom Staat, dann kann man diesen Staat gegen diese ehemalige Staatskirche einsetzen, wo Verbrechen, Vertuschung und Untreue (alles im Kontext des homosexuellen Mißbrauchs weltweit anzutreffen) stattgefunden hat. Die Caritas kann dann den Bischöfen Pakete in den Knast bringen. Wir können auch Plätzchen backen.  Melchior Cano, ein angesehener Theologe auf dem Konzil von Trient, sagte bekanntermaßen: Nun kann man in Kürze sagen, was [jene tun], die verwegen und ohne Unterscheidung das Urteil des Papstes über alles und jedes verteidigen: diese Leute untergraben die Autorität des Apostolischen Stuhls mehr als sie diese fördern; sie stürzen sie eher als sie zu stützen. Denn – ich lasse jetzt aus, was zuvor in diesem Kapitel erklärt wurde – welchen Nutzen hat er davon, gegen Häretiker zu streiten, die sie [die vermeintlichen Verteidiger des Papsttums Red.] nicht mit Urteilskraft, sondern mit Emotionen als Verteidiger der päpstlichen Autorität wahrnehmen, und auch nicht, um...

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Die Schätze des Breviers: Lesungen in der Oktav der Unbefleckten Empfängnis (7)

7. Tag der Oktave Wir setzen unsere Lektüre der Lesungen der zweiten Lectio des alten Breviers fort mit den Teilen der dogmatischen Bulle Ineffabilis Deus (1854) vom Pius IX, mit welcher die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis dogmatisiert wurde. Lesung 4 Wir alle aber wissen, mit welchem Eifer diese Lehre über die Unbefleckte Empfängnis der jungfräulichen Gottesmutter von den angesehensten Ordensgenossenschaften, von den berühmtesten theologischen Hochschulen und den hervorragendsten Lehrern der göttlichen Wissenschaft vertreten, dargelegt und verteidigt wurde. Ebenso ist bekannt, wie sehr die Bischöfe besorgt waren, auch bei den Kirchenversammlungen öffentlich und vor der ganzen Welt zu bekennen, dass die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria schon im voraus im Hinblick auf die Verdienste unseres Herrn und Erlösers niemals der Erbschuld unterworfen wurde, sondern voll und ganz von der Makel der Erbsünde bewahrt blieb und so auf eine besonders hehre Weise erlöst wurde. Dazu kommt noch eine überaus wichtige und bedeutsame Tatsache. Das Konzil von Trient hatte bei der Verkündigung des Glaubenssatzes von der Erbsünde auf Grund der Zeugnisse der Heiligen Schrift, der Kirchenväter und der rechtmäßigen Kirchenversammlungen festgelegt und entschieden, daß alle Menschen mit der Erbsünde behaftet zur Welt kommen; das gleiche Konzil erklärte indessen ebenso feierlich, es sei nicht seine Absicht, in dieses Dekret und in diese allgemeine Entscheidung die heilige und unbefleckte Jungfrau und Gottesmutter Maria miteinzuschließen. Durch diese Erklärung haben die Väter von Trient auf die Freiheit der allerseligsten Jungfrau von der Erbsünde den damaligen Verhältnissen entsprechend deutlich genug hingewiesen und ganz klar zum Ausdruck gebracht, daß aus der Heiligen Schrift, aus der Überlieferung und den Zeugnissen der Väter nichts vorgebracht werden kann, was diesem erhabenen Vorzug der Jungfrau irgendwie entgegensteht.  ...

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Die Schätze des Breviers: Lesungen in der Oktav der Unbefleckten Empfängnis (5)

  Wo ist der vierte Tag oder Oktave oder die Macht der Rubriken Bevor wir hier unsere Lesung fortsetzen, wird sich einigen von uns sicherlich die Frage stellen, was mit dem vierten Tag der Oktave passiert ist, da zuletzt die Texte des dritten Tages der Oktave gelesen wurden. Die simple Antwort lautet: den vierten Tag gibt es nicht. Warum? Weil in der Zeit der Oktave der Unbefleckten Empfängnis, also zwischen dem 8.12 bis 15. 12, nicht nur sehr wichtige Heiligenfeste fallen, welche immer in der Kirche feierlich begangen wurden, sondern auch der dritte Adventsonntag fällt. Da jedes neu eingeführte Fest, wie das der Unbefleckten Empfängnis eine Art Neuordnung des liturgischen Kalenders nach sich zog, so entstand mit der Zeit die theologische Disziplin der Rubrizistik, von lat. rubrum – „rot“, in welcher nicht nur angegeben wurde, wie zu zelebrieren sei, sondern auch welches Fest das wichtigere sei und warum.  Ohne an dieser Stelle ins Detail zu gehen, lässt sich zum Letzteren sagen, dass man hierzu in entsprechende Tabellen zu schauen hat, um zu wissen, welches Fest und welche Oktave über- oder untergeordnet ist. Denn es gibt sowohl bei den Festen als auch bei den Oktaven Hierarchien. Je wichtiger ein Fest ist, z. B. Ostern oder Weihnachten, umso weniger darf es verschoben werden oder in der dazugehörigen Oktave darf etwas dazwischen kommen. Die Rubriken sagen auch, was zu tun ist, wenn Kalender bedingt zwei Feste zusammenfallen, welches dann einer translatio also „Verschiebung“ unterliegt und welches nicht. Natürlich gibt es verschiedene Rubriken zu verschiedenen Brevieren: das Tridentinische Brevier (1570-1910) hat eigene Rubriken, das Divino afflatu des Pius. X von 1911 hat eigene Rubriken, das Pianische Brevier von 1955 hat eigene Rubriken, das Brevier des Johannes XXIII. von 1960 hat eigene Rubriken....

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Die Schätze des Breviers: Lesungen in der Oktav der Unbefleckten Empfängnis (3)

3. Tag der Oktave Wir setzen unsere Lektüre der Lesungen der zweiten Lectio des alten Breviers fort mit den Teilen der dogmatischen Bulle Ineffabilis Deus (1854) vom Pius IX, mit welcher die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis dogmatisiert wurde.   Lesung 4 Deshalb verwendet ja auch die Kirche die gleichen Worte, mit denen die Heilige Schrift von der ungeschaffenen göttlichen Weisheit spricht und ihren ewigen Ursprung schildert, im kirchlichen Stundengebet und bei der Feier des hochheiligen Opfers und überträgt sie auf den Ursprung dieser Jungfrau; deren Erschaffung wurde ja auch zugleich mit der Menschwerdung der göttlichen Weisheit beschlossen. Dies alles wurde von den Gläubigen überall gern aufgenommen. Es ist dies ein Beweis dafür, mit welchem Eifer diese Lehre von der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau auch von der Römischen Kirche, der Mutter und Lehrerin aller Kirchen, gepflegt wurde. Dennoch verdienen die wichtigsten Schritte dieser Kirche einzeln aufgezählt zu werden; denn die Würde und das Ansehen dieser Kirche ist so groß, ihr kommt es auch voll und ganz zu, da sie der Zentralpunkt der katholischen Wahrheit und Einheit ist; in ihr allein wurde der Glaube unverfälscht bewahrt; von ihr müssen alle übrigen Kirchen den Glauben übernehmen....

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Peter Kwasniewski, Aus der Kirchengeschichte lernen: Ein kurzer Rückblick auf päpstliche Verfehlungen (4 von 5)

Päpste, die etwas Häretisches, nach Häresie Schmeckendes oder für die Gläubigen Schädliches lehrten Ja, Päpste irrten auch vor Bergoglio, aber er – da Antipapst – sprengt wirklich alle Grenzen. Man kann sicherlich sagen. dass er wöchentlich mehr Häresien verbreitet als in manchen Jahrhunderten zusammengenommen. Bergoglio, dem Antipapst Franziskus, geht es um die systematische Zerstörung der Kirche als einer übernatürlichen Institution. Es ist eine programmatische Zerstörung, was man von seinen irrenden Vorgängern nicht behaupten kann.  Warum ist es so? Weil er als Antipapst über keine Assistenia negativa verfügt, welche ihn vom Schlimmsten schützt. Wenn wir das Versprechen Christi bezüglich der Kirche und des Papstamtes ernst nehmen, dann muss es irgendeine Notvorrichtung geben, eine Notbremse also, welche den gültigen Papst  davor bewahrt die Kirche vollends zu zerstören. Nichts bewahrt Bergoglio, etwas bewahrte Alexander VI. oder Paschalis II.  Und warum sagt es keiner der Kardinäle oder Bischöfe? Weil sie alle zu feige und erpressbar sind, siehe die letzte Aussage von Kardinal Müller. Hier treten wir in ein umstrittenes Gebiet ein, aber es kann keinen Zweifel geben, dass die unten aufgeführten Fälle echte Probleme für einen päpstlichen Positivisten oder Ultramontanisten sind, in dem Sinn, dass der letzte Begriff kürzlich geschaffen wurde: jemand, der die Autorität der Worte des regierenden Pontifex überbeansprucht, als ob sie sie der einzige oder wesentliche Standard dessen seien, was den katholischen Glauben begründet.  Papst Paschalis II (1099-1118). In seinem Wunsch, die Mitarbeit Kaiser Heinrichs V zu gewinnen, kehrte Papst Paschalis II die Politik all seiner Vorgänger um, indem er dem Kaiser das Privileg gewährte, Bischöfe in mit [der Verleihung von] Ring und Bischofsstab in ihr Amt einzusetzen, was sowohl zeitliche als auch geistliche Macht bedeutete. Dieses Zugeständnis rief einen Proteststurm im gesamten Christentum hervor. In einem Brief nannte St. Bruno von Segni (c. 1047-1123) die Position Papst Paschalis „Häresie‟, da sie den Entscheidungen vieler kirchlicher Konzile widersprach, und behauptete, dass wer auch immer die Position des Papstes verteidigte, hierdurch ebenfalls ein Häretiker werde. Obwohl der Papst sich rächte, indem er St. Bruno von seinem Amt als Abt von Monte Cassino entfernte, siegte schließlich das Argument Brunos und der Papst widerrief seine frühere Entscheidung[1].  Papst Johannes XXII (1316-1334). In seinen öffentlichen Predigten vom 1. November 1331 bis zum 5. Januar 1332 verneinte Papst Johannes XXII die Lehre, dass die Seelen der Gerechten in die beseligende Anschauung [Gottes] aufgenommen werden, indem er behauptete, dass diese Anschauung bis zur Allgemeinen Auferstehung am Ende der Zeiten aufgeschoben werde. Dieser Irrtum war bereits vom Heiligen Thomas von Aquin und vielen anderen Theologen widerlegt worden, aber sein Wiederaufleben auf den Lippen eben dieses Papstes brachte die leidenschaftliche Opposition einer Vielzahl von Bischöfen und Theologen hervor, unter ihnen Guillaume Durand de Saint Pourçain, Bischof von Meaux; der Englische Dominikaner Thomas Waleys, der als Ergebnis seines öffentlichen Widerstandes Gerichtsverhandlung und Gefängnis durchmachte; der Franziskaner Nicholas von Lyra; und Kardinal Jacques Fournier. Als der Papst versuchte, diese Irrlehre der Theologischen Fakultät in Paris aufzuzwingen, verbot der König Frankreichs, Philip VI von Valois, diese Lehre und, den Angaben des Kanzlers der Sorbonne zufolge stand Jean Gerson sogar kurz davor, Johannes XXII damit zu drohen ihn auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen, für den Fall, dass er diesen Irrtum nicht widerrief. Am Tag vor seinem Tod nahm Johannes XXII seine Irrlehre zurück. Sein Nachfolger, Kardinal Fournier fuhr als Benedikt XII damit fort, die...

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Die Schätze des Breviers: Lesungen in der Oktav der Unbefleckten Empfängnis (2)

  2. Tag der Oktave Wir setzen unsere Lektüre der Lesungen der zweiten Lectio des alten Breviers fort mit den Teilen der dogmatischen Bulle Ineffabilis Deus (1854) vom Pius IX, mit welcher die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis dogmatisiert wurde. Die deutsche Fassung, leider auf divinum officium noch nicht vorhanden, stammt von dieser Seite hier.[1]   Lesung 4 Der über alle Worte erhabene Gott, dessen Wege Erbarmen und Wahrheit, dessen Wille die Allmacht ist, dessen Weisheit machtvoll wirkt von einem Ende bis zum anderen und in Milde alles lenkt, sah von Ewigkeit her das unheilvolle Verderben des ganzen Menschengeschlechtes infolge der Sünde Adams voraus. In seinem geheimnisvollen, der Welt verborgenen Ratschluß beschloß er aber, das erste Werk seiner Güte durch die Menschwerdung des Wortes auf eine noch unbegreiflichere Weise zu ergänzen. Denn der Mensch, der entgegen seinen liebevollen Absichten durch die List des Teufels in Schuld geraten war, sollte nicht zugrundegehen, und das, was durch den ersten Adam gefallen war, sollte durch den zweiten weit glücklicher wieder aufgerichtet werden. Darum wählte er von Anfang an und vor aller Zeit schon für seinen eingeborenen Sohn eine Mutter aus, und bestimmte, daß er von ihr in der seligen Fülle der Zeiten als Mensch geboren werden sollte;...

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Die Schätze des Breviers: Lesungen in der Oktav der Unbefleckten Empfängnis (1)

  Zwar können sich alle unsere Leser diese Texte auf der divinum officium Seite selbst durchlesen, aber es ist auch wahrscheinlich, dass dies kaum jemand tun wird. Das Nachtgebet des Breviers die Matutin, besteht, ohne jetzt in die Einzelheiten zu gehen, aus drei Lectiones – Gebeten, die am Anfang zu verschiedenen Nachtstunden gebetet wurden, bevor sie in Eins zusammengefasst wurden. An Festen und Feiertagen besteht die Matutin aus neun Psalmen, je drei Lectiones, welche, in den Brevieren von 1570 und 1911, also in dem Tridentinischen und dem Divino afflatu Brevier von neun Lesungen gefolgt werden. Es sieht in etwa so aus: Erste Lectio Drei Psalmen Drei Lesungen (1-3) AT AT AT Zweite Lectio Drei Psalmen Drei Lesungen (4-6) Predigt Predigt Predigt Dritte Lectio Drei Psalmen Drei Lesungen (7-9) Tagesevangelium Predigt Predigt/Biographie des kommemorierten Heiligen...

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Peter Kwasniewski, Aus der Kirchengeschichte lernen: Ein kurzer Rückblick auf päpstliche Verfehlungen (3 von 5)

Päpste, die über Häresien hinweg sahen oder sich schädlichen Schweigens oder Mehrdeutigkeit schuldig machten Aber Päpste haben sich nicht nur moralisch, sondern auch doktrinell geirrt. Zwei sind der Häresie angeklagt, einer gar verurteilt worden.  Sie haben bisher nicht geirrt, als sie ex cathedra sprachen und zwar in den engen Rahmen, welche Vat. I aufweist. Ja, Päpste irrten auch vor Vatikanum II, obgleich selten und nicht als Norm. Papst St. Peter (gest. ca. 64). Es mag gewagt erscheinen, mit dem Heiligen Petrus anzufangen, aber tatsächlich machte er schändliche Kompromisse mit der Anwendung eines Glaubensartikels, nämlich die Gleichheit der jüdischen und heidnischen Christen und die Abschaffung des jüdischen Zeremonialgesetzes – ein Fehler, für den er vom Heiligen Paulus zurechtgewiesen wurde (vgl. Gal 2:11). Dies wurde so ausführlich von den Kirchenvätern und den Kirchenlehrern und auch von jüngeren Autoren kommentiert, dass man das hier nicht gesondert behandeln muss. Es sollte darauf hingewiesen werden, dass Unser Herr in Seiner Vorsehung zuließ, dass sein erster Vikar mehr als einmal versagte, damit wir nicht empört würden, wenn es mit seinen Nachfolgern wieder passierte. Das ist auch der Grund, warum er Judas erwählte: damit der Hochverrat von Bischöfen uns nicht Ursache werde, den Glauben zu verlieren, dass Er weiterhin über die Kirche und die Geschichte der Menschheit herrscht.  Papst Liberius (352-366). Die Geschichte ist kompliziert, aber das Wesentliche kann einfach erzählt werden. Der Arianische Kaiser Konstantin hatte im Jahr 355, mit typisch byzantinischer Arroganz, Liberius „abgesetzt‟, weil er dem Arianismus nicht beigepflichtet hatte. Nach zwei Jahren Exil kam Liberius zu einer Art Übereinkunft mit dem immer noch arianischen Kaiser, der ihm dann erlaubte, nach Rom zurückzukehren. Welchen Kompromiss einer Lehrformel er unterschrieb, oder gar ob er sie unterschrieb, ist unbekannt (der Hl. Hilarius von Poitiers behauptete, er habe unterschrieben), aber es ist sicherlich nicht ohne Bedeutung, dass Liberius, der 36. Papst der einzige von 54 Päpsten vom Hl. Petrus bis St. Gelasius I. ist, der im Westen nicht als Heiliger verehrt wird. Zumindest damals wurden Päpste nicht automatisch heiliggesprochen, besonders, wenn sie ihren Job vermasselten und es nicht schafften, die herausragenden Hirten zu sein, die sie hätten sein sollen.   Papst Vigilius (537-555). Es gibt vier Anklagen gegen Vigilius. Erstens intrigierte er mit der Kaiserin Theodora die ihm anbot, ihn zum Papst ernennen zu lassen, wenn er den abgesetzten Anthimus in Konstantinopel wieder in sein Amt einsetzt.[1] Zweitens bemächtigte er sich des Papstamtes. Drittens änderte er seine Position in der Angelegenheit der Drei Kapitel (Schreiben, die von den Bischöfen des Ostens verdammt wurden, da sie ihnen in ihrer anti-Monophysitischen Haltung zu weit gingen). Vigilius weigerte sich zunächst, der Verurteilung zuzustimmen, aber als das Zweite Konzil von Konstantinopel sie bekräftigte, wurde Vigilius durch Druck des Kaisers überredet, das Konzilsdekret zu ratifizieren. Es scheint, dass Vigilius die Verurteilung der Drei Kapitel als problematisch erkannte, da sie im Westen als Unterminierung der Lehre des Konzils von Chalzedon wahrgenommen wurden, es nichtsdestotrotz aber zuließen, dass er dazu verleitet wurde, dies zu tun. Viertens waren sein Schwanken bezüglich dieser Frage und seine endgültige Entscheidung verantwortlich für ein Schisma, das im Westen folgte, denn einige der Bischöfe von Italien weigerten sich, das Dekret von Konstantinopel anzunehmen. Ihr Schisma gegen sowohl Rom als auch den Osten sollte viele Jahre andauern.[2]  Papst Honorius I (625-638). In ihren Bemühungen, die Monophysiten von Ägypten und Asien zu versöhnen, nahmen die Kaiser des...

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Peter Kwasniewski, Aus der Kirchengeschichte lernen: Ein kurzer Rückblick auf päpstliche Verfehlungen (2 von 5)

Päpste, die schwerer persönlicher Unmoral schuldig wurden Die frommen Seelen werden durch die unten angeführte Zusammenstellung sicherlich schockiert sein, aber fromm bedeutet nicht naiv. Eigentlich ist die Skandalchronik ein Beweis für die göttliche Gründung und göttlichen Beistand der Katholischen Kirche, denn welche andere Organisation hätte bei solcher Führungsebene schon 2000 Jahre lang überlebt? Dies ist traurigerweise eine Kategorie, die leicht zu füllen ist, und wir brauchen uns nicht lange damit aufhalten. Man könnte als Beispiele sechs Gestalten nehmen, über die E.R. Chamberlin sein Buch The Bad Popes schrieb.[1] Johannes XII (955-964) überließ einer Geliebten Land [des Kirchenstaates], ermordete mehrere Leute und wurde von einem Mann getötet, der ihn mit seiner Frau im Bett erwischte. Benedikt IX (1032-1044, 1045, 1047–1048) schaffte es, dreimal Papst zu sein, nachdem er das Papstamt verkauft und wieder zurückgekauft hatte. Urban VI (1378-1389) klagte, dass er nicht genügend Geschrei hörte, als die Kardinäle, die sich wider ihn verschworen hatten, gemartert wurden. Alexander VI (1492-1503), erlangte den Thron durch Schmiergelder und förderte mit allen Mitteln das Fortkommen seiner illegitimen Kinder, wie z. B. Lucrezia, die er einmal zur Regentin der Päpstlichen Staates machte, und Cesare, der von Machiavelli wegen seiner blutigen Rücksichtslosigkeit verehrt wurde. Während seiner Regierungszeit erreichte die Ausschweifung einen nie dagewesenen Tiefpunkt: zu einem bestimmten Bankett brachte Alexander VI fünfzig römische Prostituierte, die zwecks einer öffentlichen Orgie beschäftigt wurden, als Augenweide für die geladenen Gäste. So groß war das Ärgernis über sein Pontifikat, dass sein Klerus sich weigerte, ihn nach seinem Tod in St. Peter zu begraben. Leo X (1513-1521) war ein verschwenderischer Medici, der einmal ein Siebtel der Rücklagen seiner Vorgänger für eine einzige Zeremonie verwendete. Zu seiner Ehre ist zu sagen, dass er die päpstliche Bulle Exsurge Domine (1520) gegen die Irrtümer Martin Luthers veröffentlichte, in der er unter anderem folgende Behauptung verurteilte: „Dass Häretiker verbrannt werden, ist gegen den Willen des Heiligen Geistes‟ (n. 33). Clemens VII (1523-1534), auch ein Medici, schaffte es durch seine Machtpolitik gegen Frankreich, Spanien und Deutschland, dass Rom geplündert wurde. Es gibt noch andere, die man erwähnen könnte. Stephan VII (896-897) hasste seinen Vorgänger, Papst Formosus, so sehr, dass er ihn exhumieren und vor Gericht stellen, ihm die Finger abschneiden und in den Tiber werfen ließ, während er (fälschlicherweise) erklärte, dass Ordinationen, die man aus seinen Händen empfangen hatte ungültig gewesen seien. Hätte diese Deklaration Bestand gehabt (- zu der man ihn schlecht beraten hatte -), hätte es das geistliche Leben Vieler betroffen, da die Priester die Eucharistie nicht gefeiert oder von Sünden freigesprochen hätten. Pius II (1458-1464) schrieb einen erotischen Roman, bevor er Papst wurde. Innozenz VIII (1484-1492) war der erste Papst, der offiziell seine Bastarde anerkannte; er überhäufte sie mit Gunst. Paul III (1534-1549), der sein Kardinalsamt seiner Schwester verdankte, der Mätresse Alexanders VI., und selbst Vater von Bastarden, machte zwei seiner Söhne im Alter von 14 und 16 Jahren zu Kardinälen und führte Krieg, um das Herzogtum Parma für seine Nachkommen zu bekommen. Urban VIII (1623-1644) beschäftigte sich reichlich mit Vetternwirtschft und unterstützte die Kastration von Jungen, so dass sie in seinem päpstlichen Chor als castrati singen konnten. Kardinäle beschuldigten ihn, und Kardinal Ludovisi drohte ihm tatsächlich, ihn als Schützer von Häresien abzusetzen. Es gibt Debatten über das Ausmaß des Fehlverhaltens einiger dieser Päpste, aber bei aller Nachsicht müssen wir doch zugeben, dass es eine päpstliche Hall of Shame...

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