Tradition und Glauben

Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (21 von 21)

Kurze Erläuterung der sieben Thesen im Schreiben der Glaubenskongregation Über das letzte Ziel des Menschen im ewigen Leben im Himmel und über die zuvor vielleicht nötige jenseitige Läuterung im Fegfeuer hat das II. Vatikanische Konzil im 7. Kapitel der Dogmatischen Konstitution über die Kirche “Lumen gentium” (Artikel 48-51) und Papst Paul VI. in seinem “Credo des Gottesvolkes” gesprochen. Dieser Papst wies dabei auch auf die Möglichkeit der Verfehlung des letzten Ziels in der ewigen Verdammnis der Hölle hin (Art. 21-23). Dennoch fand sich die Päpstliche Glaubenskongregation am 17. Mai 1979 genötigt, in einem Schreiben an die Bischöfe der Weltkirche ausdrücklich noch einmal auf Fragen der Eschatologie hinzuweisen und den Glauben an das ewige Leben im Himmel, an die Möglichkeit der ewigen Verfehlung des ewigen Heils in der Hölle und an die Möglichkeit der jenseitigen Läuterung im Fegfeuer zu bekräftigen und in Schutz zu nehmen. Warum wohl? Weil viele Menschen heute mehr noch als vor fünfzehn Jahren von den Fragen gequält werden, ob es denn überhaupt ein Leben nach dem Tod gebe oder ob uns mit dem Tod das pure Nichts erwarte. — Überdies verunsichern manche moderne theologische Hypothesen auf eschatologischem Gebiet die noch gläubigen Christen. So leugnet der französische Dominikaner Jacques Pohier in seinem Buch “Quand je dis Dieu” (Wenn ich Gott sage) das Weiterleben nach dem Tod, die Auferstehung der Toten und das ewige Leben bei Gott als Berufung des Menschen. Andere moderne katholische Theologen reden vom Ganztod des Menschen und der darauf sofort folgenden Auferstehung. So war es an der Zeit, daß das Kirchliche Lehramt die Glaubenswahrheiten von der Fortdauer der unsterblichen Geistseele nach dem Tod, von der etwa nötigen jenseitigen Läuterung der Seele im Fegfeuer, von der allgemeinen Auferstehung, von Himmel und Hölle gegen alle falschen Ansichten verteidigte. Die Glaubenskongregation tat dies im Schreiben an die Bischöfe...

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (20 von 21)

Schreiben der päpstlichen Glaubenskongregation zu Fragen der Eschatologie … Die Verantwortlichen (in der Kirche) müssen allem große Aufmerksamkeit schenken, was im allgemeinen Bewußtsein der Gläubigen eine allmähliche Verfälschung und eine fortschreitende Auflösung irgendeiner Wahrheit des bei der Taufe abgelegten Glaubensbekenntnisses verursachen könnte, besonders wenn diese Wahrheit für den Gesamtzusammenhang des Glaubens notwendig und mit bestimmten wichtigen, zum Leben der Kirche dazugehörigen Bräuchen unlösbar verbunden ist. Es scheint uns nun notwendig und dringend, vor allem auf eine dieser Wahrheiten die besondere Aufmerksamkeit derer zu lenken, denen Gott die Förderung und den Schutz des Glaubens zur Aufgabe gemacht hat, damit Gefahren abgewendet werden, die diesen Glauben in den Herzen der Gläubigen bedrohen könnten. Es geht um den Glaubensartikel vom ewigen Leben und damit um alles, was sich nach dem Tod (jedes Menschen) ereignen wird. Bei der Darlegung dieser Lehre darf nichts verkürzt werden, sie darf auch nicht unvollkommen oder unsicher erfolgen, soll sie nicht den Glauben und das Heil der Gläubigen gefährden. Sicher entgeht ja niemand die Bedeutung dieses letzten Artikels unseres Glaubensbekenntnisses. In ihm werden nämlich Ziel und Zweck des Heilsplanes Gottes ausgesprochen, dessen Entfaltung im Glaubensbekenntnis beschrieben wird. Wenn es (nach dem Tod) keine Auferstehung (und kein ewiges Leben) gibt, dann fällt das ganze Glaubensgebäude, wie der hl. Paulus im 15. Kapitel des 1. Korinterbriefes nachdrücklich betont, zusammen. Wenn für uns Christen nicht ganz sicher feststeht, was Sinn und Inhalt der Worte vom Ewigen Lebens ist, dann zerrinnen die Verheißungen des Evangeliums sowie die Bedeutung der Schöpfung und Erlösung und sogar die Bedeutung des Erdenlebens, das ja dann jeglicher Hoffnung beraubt wird (vgl. Hebr 11,1). Wie könnte man die Not und Angst übersehen, die heute viele bezüglich dieser Frage (nach dem ewigen Leben) bedrängen? Wer würde nicht beobachten, wie sich hier in den Herzen vieler ein immer tieferer Zweifel breitmacht?...

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (19 von 21)

Am Ende dieser Beitragsreihe werden die wichtigsten Daten des Lebens der hl. Katharina von Genua vorgestellt. Kurz und gut: Fegefeuer zu Lebzeiten, was sich auf die Ewigkeit umgemünzt sehr rechnet. Da wir in einer Zeit des ausufernden Narzissmus leben, ja, auch des diabolischen Narzissmus, so sind wir es gewohnt, dass sich Menschen in den Vordergrund stellen, um etwas, was sie geschaffen haben zu vermarkten. Es ist aber wirklich selten, dass man etwas findet, was dermaßen überdurchschnittlich ist, dass man nach der Vita dieser Person fragt und sich wundert, wie man zu dermaßen tiefgründigen Einsichten gelangen konnte. Hl. Katharina ist es gelungen durch all die Leidenszeit hauptsächlich ihrer Ehe für Gott ganz transparent zu werden, weil sie durch das Leiden dermaßen gereinigt wurde, dass nichts persönliches in ihrer Person übrig geblieben ist. Si wurde zum Sprachrohr Gottes, was ihr Werk deutlich zeigt. Leben ist Leiden und wir kommen nicht umhin auch zu leiden, obwohl wir uns davor scheuen. Hedonismus schützt vor Leiden nicht, siehe Gunther Sachs, weil der ständige Pegel des Angenehmen auch ganz biologisch gesehen nicht haltbar ist. Um etwas als angenehm zu Empfinden oder als eine Lust, philosophisch gesprochen, müssen Sie vorher die Unlust, einen Mangel oder ein Leiden erfahren haben. Wenn Sie eine zu enge Hose tragen, die Sie drückt, dann werden Sie die Wohltat einer neuen, weiteren Hose erst nach den Unannehmlichkeiten der alten zu schätzen wissen. Das führt zur kurzzeitigen Lust auf der Hosen-Ebene, welche auch verstreichen wird, da Sie sich an das Angenehme gewöhnen und dies bald als normal wahrnehmen werden. Daher ist Hedonismus schon im Ansatz zum Scheitern verurteilt, weil er auf die lange Sicht hin nicht praktizierbar ist. Wir leiden alle, aber wie wir mit diesem Leidenskapital umgehen, liegt bei uns. Hl. Katharina hat nicht nur die Bekehrung ihres Ehemannes erlebt, sondern führte...

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (18 von 21)

Schlußüberlegungen zur Fegfeuerlehre der heiligen Catharina Wenn man nach der Lektüre des “Traktats über das Fegfeuer” überlegt, worin das Wesen des Zustandes der Armen Seelen im Fegfeuer in der Sicht der hl. Catharina von Genua besteht, so ist folgendes zu sagen: Die Seele hat das furchtbare Gericht Gottes glücklich hinter sich gebracht; sie konnte, weil im Gnadenstand befunden, vor dem ewigen Richter bestehen. In der ersten Begegnung mit dem göttlichen Richter ist die Seele durch das Licht der ewigen Wahrheit erleuchtet worden. Sie erkennt einerseits die unendliche Güte Gottes, seine strenge Gerechtigkeit, seine wahrhaft göttliche Reinheit und Heiligkeit, anderseits aber auch die Tatsache, daß sie selbst noch nicht würdig ist, vor dem Angesicht ihres Herrn und Geliebten zu erscheinen. Auf seiten Gottes gibt es zwar kein Hindernis für den Eintritt der Seele in die ewige Seligkeit als nur seine unendliche, ganz vollkommene und absolut reine und heilige Wesenheit, die im Kontrast steht zu der noch vorhandenen Unvollkommenheit der Seele, die in ihrer Liebe zu Gott, dem höchsten und liebenswürdigsten Gut, noch gehemmt ist und noch behindert wird in der ersehnten, über alles beglückenden Vereinigung mit Gott. Die im Erdenleben begangenen Sünden sind zwar vergeben, aber sie haben in der Seele Wunden zurückgelassen, “Rostflecken” gleichsam, die noch aus dem Gold der von Gott ganz rein und schön geschaffenen Seele herausgebrannt werden müssen. Eine geheimnisvolle Kraft zieht zwar die im Gnadenstand ins Jenseits hinübergegangene Seele zu Gott hin, gleichzeitig aber wird sie durch eine innere Kraft noch von Gott zurückgehalten. Aus dieser Verzögerung der Vereinigung der Gott liebenden, im Gnadenstand befindlichen Seele mit dem liebenden, aber sie ganz rein und vollkommen erwartenden Gott entsteht in der Seele eine Art Feuer, das zwar dem in der Hölle ähnlich und doch von diesem wieder ganz verschieden ist. Dieses Feuer reinigt und läutert die Seele...

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (17 von 21)

Das, was hl. Katharina von Genua hier beschreibt, ist die passive Reinigung der Seele durch Gott auch „Nacht des Geistes“ genannt. Um das Fegefeuer zu sehen, muss man es erlebt haben. Um zu Gott zu kommen, muss man alles Irdische hinter sich lassen, wie Gewichte beim Auftauchen. Hl. Katharina beschreibt einen Zustand, wo man am Irdischen schon längst keine Freude hat, des Göttliche immer noch fern ist, weil es unserer Natur fremd ist. Man muss nicht nur das Äußere lassen, auch das Innere „die guten Gefühle“, die Zufriedenheit, die Freude an Gott. Nein, Heiligen ging es nicht immer psychisch gut. Manchmal zusehends schlecht. Es ist gut Gott um diejenige Reinigung zu beten, die Er möchte: Herr, lass mich meine Fehler erkennen, reinige mich und mach, dass ich Dir noch besser dienen kann! Manchmal sehen wir unsere Fehler nicht dort, wo sie tatsächlich aus der Sicht Gottes sind. Die Welt, das Fleisch und der Teufel verformen uns.  So sagen sich jetzt viele Geistlichen: Ich lasse mich von Klugheit leiten, bin gehorsam und demütig. Dabei sind sie nur feige und kleinmütig. Aber äußerlich sieht es ähnlich aus. Deswegen legt Gott die Hand selbst an uns an und reinigt uns selbst, um diejenigen Eigenschaften an uns herauszuarbeiten, die uns tatsächlich fehlen. XVII. Kapitel Die Art der Läuterung, die ich bei den Seelen im Fegfeuer sehe, fühle ich auch in meiner Seele, ganz besonders in den letzten zwei Jahren. Jeden Tag sehe und fühle ich das noch klarer; denn ich sehe meine Seele in diesem Leib wie in einem Fegfeuer wohnen, das jenem Fegfeuer gleichförmig ist. Es geschieht das zwar nur in dem Ausmaß, wie es der Leib ertragen kann, ohne zu sterben, doch ständig wachsend und wachsend, bis es so weit ist, daß er dennoch stirbt. Ich sehe meinen Geist all jenen geistigen...

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Die Fegefeuer-Wochendbeilage

Wir stellen oft fest, dass unser Geschmack und die Gewichtung der Beiträge mit dem Geschmack der meisten Leser nicht übereinstimmen. Wir halten die Reihe über das Fegefeuer für die wertvollste, weil es den Lesern, die ins Fegefeuer kommen sollten klar macht, was sie dort erwartet. Die zweite Reihe, die wir für wertvoll halten, ist die Reihe über die Prädestination/Reprobation, welche zeigt, warum manche Menschen niemals ins Fegefeuer kommen werden, die dritte wertvolle Reihe ist diejenige über das Gebet nach Pater Poulain SJ in Abwechslung mit der Reihe über die Geistesunterscheidung nach Kardinal Bona. Hier nochmals zusammengefasst: Fegefeuer als Ziel Prädestination/Reprobation als Ausschlussverfahren Gebet und Geistesunterscheidung als Mittel Leider werden diese Reihen kaum gelesen, kaum kommentiert oder als eine „katholische Folklore“ abgetan. Dazu ein Kommentar aus gloria.tv, welches uns als Marketing-Tool sui generis dient. Eine Dame Immaculata90 schreibt: Interessant ist es schon, die verschiedenen „Fegfeuervisionen“ der verschiedenen Jahrhunderte miteinander zu vergleichen. Manchmal hat man dabei den Eindruck, daß dabei das Eltern- und Erziehungsbild der jeweiligen Zeit Pate gestanden hat. Je älter die „Visionen“, desto drakonischer und teilweise irrsinniger die dort angeblich gesehenen Strafen, die weniger an einen barmherzigen und liebenden Gott, sondern an einen sadistischen Schinder erinnern, der jeden KZ-Betreiber geradezu neben sich erblassen läßt. Zeitgenössische „Seher“ sprechen wiederum von beglückenden Nahtoderlebnissen bei Menschen, die nach der älteren Lesart längst in die allertiefste Hölle verbannt sein müßten. Ich glaube an die Lehre der heiligen Kirche über das Fegfeuer vollinhaltlich, aber ich bin mehr als skeptisch bei all diesen angeblichen Visionen, weil sie derart widersprüchlich zeitbedingte Vorstellungen widerspiegeln. Beten und opfern wir lieber viel für die Armen Seelen und lassen wir für sie wahre hl. Messen lesen, als uns in diesen nervenkitzelnden Spekulationen zu verlieren! Was bei all diesen Kommentaren auffällt, ist die Tatsache, dass die gloria.tv-Leser „kommentieren“, ohne überhaupt den betreffenden...

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (16 von 21)

Wie oft hören Sie schon jemanden in diesem Leben sagen: „Das geschieht mir recht. Ich habe es verdient“. Da aber „das Auge der Seele“, um es mit Plato zu sagen, von der Eigenliebe verblendet ist, ist man auch nicht in der Lage die objektive Wirklichkeit zu erkennen: „Das ist der gerade Winkel und die Wand, die ich gebaut habe, ist schief“. Weil einen die Sünde, ja auch die lässliche Sünde, einen dermaßen nach unten zieht und verblendet, wovon kürzlich die Rede war, deswegen halten so viele Menschen für keine Sünde etwas, was eine Sünde ist. Erst beim Tod, beim persönlichen Gericht erfährt man die ganze objektive Wirklichkeit und weiß, wie man daneben gelegen hat. Weil wir aber verpflichtet sind uns moralisch, geistig und intellektuell zu entwickeln, so werden wir auch danach gerichtet, was wir nicht erkannt haben. Im Augenblick des persönlichen Gerichts sieht man wirklich alles, was alle Nahtoderfahrungen bestätigen, welche die Menschen sehr grundlegend wandeln. Und deswegen ist dieses nachkonziliare Gerede so verhängnisvoll, die uns unsere „armen, guten Priester, die es so schwer haben“ vorsetzen. Es lautet in etwa wie folgt:...

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (15 von 21)

DSDZ [der Schreiber dieser Zeilen] war heute beim Workshop eines Versicherungsmaklers mit 20 Jahren Berufserfahrung, der überzeugt darlegte, dass 90% aller Versicherungen unsinnig seien, gezielt zum Schaden des Versicherungsnehmers mit arglistiger Täuschung abgeschlossen werden, weil man darauf spekuliert, dass der Versicherungsfall nicht eintreten wird und falls doch die Versicherung dann nicht zu zahlen braucht, da er Vertrag entsprechend aufgesetzt wurde und der Kunde ihn meist ungelesen unterschrieben hat. DSDZ fühlte sich nach diesen Ausführungen in seiner Überzeugung bestätigt, dass die allgemeine und spezielle Vorsehung sich um uns kümmert, wenn wir uns um die Angelegenheiten Gottes kümmern und diese ganze deutsche „Versicherungerei“ Unsinn sei. Es tut gut seine theologischen Überzeugungen vom Fachmann bestätigt zu sehen. Manche Versicherungen sind leider notwendig, dann muss man sich die Verträge ganz genau lesen und zwar unter der Prämisse: Omnis homo mendax (Ps 115) – „Jeder Mensch ist ein Lügner“, wobei der Psalmist sicherlich die Versicherungsvertreter im Auge hatte, da nur 20% aller Versicherungsverträge wirklich ordnungsgemäß abgeschlossen wird, so der heutige Fachreferent. Was hat das mit dem Fegefeuer zu tun?...

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (14 von 21)

Völlig übereinstimmend mit Gottes Urteil zu sein – tja, das erlebt man erst im Fegefeuer. Will wollen ja „unser Ding“ durchziehen und Gott soll sich da angleichen und es uns möglich machen. Aber das geistliche Leben ist gerade der Gegenteil davon: wir sollen einmütig mit Gottes Willen werden, indem wir ihn erkennen. Die Wirklichkeit des Fegefeuers wird auf einer gewissen Ebene – der Passivität- im kanadischen Film The Cube dargestellt [Achtung: Spoileralarm]. Verschiedene Menschen befinden sich im Innenraum eines beweglichen Würfels und sie wären alle raus gekommen, wenn sie bloß an der Ausgangsstelle gewartet hätten. Und so ist es auch bei Gott, sowohl im Fegefeuer als auch auf Erden, wenn er bestimmte seine Handlungen, unter unserer Mitwirkung natürlich, an uns vollbracht hat, dann lässt er uns weiter. Wir aber müssen geduldig sein, da wir ohnehin nichts beschleunigen können. XIV. Kapitel So stehen die genannten Seelen in der Läuterung des Fegfeuers unbewegt all dem gegenüber, was Gott ihnen gibt an freudiger Zufriedenheit oder an schmerzlicher Pein. Sie können sich nie mehr auf sich selber zurückwenden, so sehr ist in ihnen ihr Wille zu innerst umgeformt in den Willen Gottes; seine Anordnung befriedigt sie. Und würde eine solche Seele, die noch eine Stunde der Läuterung vor sich hätte, bereits in die Anschauung Gottes versetzt, so würde ihr damit eine größere Pein als die von zehn Fegfeuern zugefügt. Denn sie könnte jene höchste Gerechtigkeit und reinste Güte, die Gott ist, noch nicht ertragen; es wäre auch auf seiten Gottes unpassend. Für jene Seele aber wäre es ganz unerträglich, wenn sie sehen müßte, daß Gott noch nicht voll Genugtuung geleistet wäre, auch wenn nur so viel wie das geringste Zucken mit der Augenwimper zur genugtuenden Läuterung fehlen würde. Um diesen letzten Rostfleck loszuwerden, ginge die Seele lieber noch in tausend Höllen, wenn sie die...

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (13 von 21)

Die Reue läutert, die Sühne auch. Zu der letzteren ist man im Fegefeuer nicht mehr fähig, weil man dort völlig passiv ist. Nützen wir jede Gelegenheit Sühne zu tun, auch im Alltag, bei all dem was das Leben bringt. Vor etwas Unangenehmen erwecken wir die Intention: „Als Sühne für meines Sünden …“ und es wirkt, Sie werden geläutert und erlangen ein immer tiefer gehendes Wissen über Ihre eigentlichen Sünden. Durch eine kluge Investition in Sühne spart man sich viel Fegefeuer. Es ist möglich, dass wenn wir ins Fegefeuer kommen, so Gott es will, es keine Katholiken mehr geben wird, weil sie sich alle in die Einheitsreligion, ohne Fegefeuer, aufgelöst haben werden. Was Sie also selbst für Ihr Heil auf Erden tun, dass ist Ihnen sicher. XIII. Kapitel Wenn die Seelen mittels der Reue sich läutern und reinigen könnten, so würden sie in einem einzigen Augenblick von all ihrer Sündenschuld gereinigt; solche Glut der Reue entstünde in ihnen durch jene Erkenntnis, die sie von der Bedeutung jenes Widerstandes haben, der sie noch nicht mit ihrem letzten Ziel, mit Gott, der die Liebe ist, eins werden läßt. Und das sollst du als gewiß annehmen: Von der Abzahlung der Schuld wird jenen Seelen auch nicht die kleinste Kleinigkeit erlassen, da es so von der göttlichen Gerechtigkeit verfügt worden ist. So sieht dies von seiten Gottes her aus. Von seiten der Seele aber ist es so, daß sie keine freie Willensentscheidung mehr treffen kann und daß sie nichts anderes mehr sehen kann als nur das, was Gott will; sie möchte auch gar nichts anderes mehr sehen, denn sie ist so festgelegt. Und wenn den Seelen von jenen Menschen, die noch in der Welt sind, ein Almosen gemacht würde, um ihre Zeit (der Läuterung) abzukürzen, so können sie sich nicht mehr mit Affekt umwenden, um...

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (12 von 21)

Worum geht es hier? Dass man selbst von sich selbst freiwerden muss.  „[…] wenn eine Tätigkeit vollkommen sein soll, muß sie gewirkt werden in uns ohne uns,“ Und wann gelingt es? Durch die Reinigung Gottes, spätestens im Fegefeuer. Und daher ist die sog. „subjekttheoretische Wende“ in der Theologie, die wir dem deutschen Idealismus und Rahner verdanken solch ein Unsinn. Weil der Mensch permanent um sich selbst kreist (Wie geht es mir denn heute?) und so niemals von sich selbst frei werden kann. Er denkt noch dies sei religiös und Gott gewollt. Nochmals zum Mitschreiben: in der Religion geht es um Gott, im Novus Ordo geht es um den Menschen. Der Teufel ist ein guter Verführer. Er schmeichelt zuerst dem Menschen sehr, um ihn dann später zu verderben. Seien wir klüger, werden wir frei von uns selbst. XII. Kapitel Wisse, daß das, was der Mensch in sich für Vollkommenheit hält, vor Gott ein Mangel (Defekt) ist. Mit all dem, was der Mensch unter dem Schein der Vollkommenheit tut, wie immer er es sieht, hört, versteht, will oder im Gedächtnis hat, in all dem befleckt er sich. Denn wenn eine Tätigkeit vollkommen sein soll, muß sie gewirkt werden in uns ohne uns, was den innersten Beweggrund betrifft; und die Tätigkeit Gottes muß in Gott ohne den Menschen sein. Das ist jene Tätigkeit, die Gott in jenem letzten Stadium der Einwirkung auf die Seele durch die reine, lautere Liebe aus sich allein wirkt. Diese Einwirkung Gottes auf die Seele ist so durchdringend und glühend, daß der Leib, der die Seele umschließt, zu vergehen scheint; es ist, wie wenn die Seele in einem gewaltigen Feuer stünde und bis zum Tod nie mehr Ruhe bekäme. Die Liebe Gottes, die in die Seele über-strömt, gibt ihr aber (nach dem, wie ich es sehe) eine solche Zufriedenheit...

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (11 von 21)

Xl. Kapitel Die Seele ist mit der Bestimmung zu all jener Vollkommenheit erschaffen worden, deren sie fähig war. Sie hätte dahin kommen müssen durch eine Lebensführung, wie sie ihr aufgetragen war, ohne sich mit Sünde zu beflecken. Aber als sie sich dann mit der Erbsünde befleckt hatte und auch noch durch persönliche Tatsünden, da verlor die Seele ihre (außernatürlichen und übernatürlichen) Gnadengaben und war nun tot und konnte jetzt nur noch durch Gott wieder zum Leben erweckt werden. Als die Seele dann mittels der Taufe wieder zum Leben erweckt worden war, blieb in ihr die Neigung zum Bösen zurück, die zur persönlichen Tatsünde geneigt macht und zu ihr hinführt, wenn nicht Widerstand geleistet wird. Durch die persönliche Tatsünde aber verfällt die Seele auf’s neue dem Tod. Dann aber erweckt Gott sie noch einmal zum Leben durch eine ganz besondere weitere Gnade. Die Seele bliebe nämlich jetzt so besudelt und in sich gekehrt, daß nun, um sie zu ihrem ersten Zustand zu-rückzubringen, all jene göttlichen Tätigkeiten notwendig sind, ohne die die Seele nie mehr zu jenem ersten Zustand zurückkehren könnte, in welchem Gott sie geschaffen hat. Wenn sich nun die Seele auf dem Weg befindet, zu jenem ersten Zustand zurückzukehren, so ist der glühende Drang, sich in Gott zu verwandeln, in ihr so groß, daß das ihre Läuterung bewirkt. Nicht als ob die Seele die Läuterung als Läuterung ins Auge fassen könnte, aber jener Drang in ihr, der ungemein glühend und doch zugleich behindert ist, bildet eben ihre Läuterung. Dieser letzte Akt der Liebe ist es, der dieses Werk ohne die Mitwirkung des Menschen vollbringt. Denn der Mensch fände in der Seele so viele verborgene Unvollkommenheiten vor, daß er, wenn er sie se-hen könnte, in Verzweiflung geriete. Dieser letzte Akt der Liebe aber verzehrt alle Unvollkommenheiten. Und erst dann, wenn sie...

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (10 von 21)

X. Kapitel Ich sehe auch, daß von jener göttlichen Liebe zur Seele hin gewisse Strahlen und Blitze ausgehen, die so feurig und durchdringend sind, daß es scheint, sie müßten nicht nur den Leib, sondern auch die Seele, wenn das möglich wäre, vernichten. Diese Strahlen bringen zwei Wirkungen in der Seele hervor: Die eine besteht darin, daß sie reinigt, die andere, das sie vernichtet. Das Gold wird, je mehr man es einschmilzt, umso edler; du könntest es so lange schmelzen, bis in ihm gar jede Unvollkommenheit vernichtet wäre. Das Feuer ist jene Kraft, die in den materiellen Dingen diese Wirkung hervorbringt. Aber die Seele kann man nicht in Gold vernichten, sondern nur in sich selbst; und je mehr du sie reinigst, desto mehr wird sie in sich selbst vernichtet; und in Gott bleibt die Seele gereinigt. Wenn das Gold bis zu 24 Karat gereinigt ist, wird es durch das Feuer nicht mehr weiter verzehrt, so sehr du es auch steigern magst, denn das Feuer kann das Gold nicht mehr verzehren, nur die Unvollkommenheit des Goldes verzehrt es. So macht es auch das göttliche Feuer in der Seele. Gott hält sie so lange in das läuternde Feuer, bis dieses jede Unvollkommenheit in ihr aufgezehrt und sie zur Vollkommenheit geführt hat, jede Seele nach ihrer Weise. Und wenn die Seele so geläutert ist, bleibt sie ganz in Gott, ohne irgendetwas noch weiter für sich selbst zu sein, denn die Läuterung der Seele besteht in der Entäußerung von uns in uns; unser wahres Sein ist ja Gott, der die Seele zur Läuterung von 24 Karat führt. Von da an ist die Seele dann leidensunfähig, weil es in ihr nichts mehr gibt, das aufgezehrt werden könnte. Selbst wenn die geläuterte Seele weiter in das Feuer hineingehalten würde, so wäre das für sie nicht mehr schmerzlich,...

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (9 von 21)

Was ist das Ziel des geistlichen Lebens? Gleichförmig mit Gott zu werden auch gleichförmig, was den Verstand anbelangt. Die griechischen Kirchenväter nannten es homónoia katà ton nóon. Und wo erfährt man es? Im Fegefeuer spätestens, falls man es dorthin schafft. Da ist man gar nicht in der Lage anders zu denken, als Gott denkt und anders zu urteilen als Gott urteilt. Da fällt endlich der Schleier von unserer Seele, womit wir uns ein X für ein U vormachen. Nein, nicht nur uns gegenüber, um sich zu entschuldigen, sondern um auch andere zu entschuldigen, damit das Leben überhaupt erträglich ist. Unsere guten Priester, die sooo fromm sind und es sooo schwer haben .. Die guten konservativen Päpste Johannes XIII., Paul VI, Johannes Paul II, Benedikt XVI, sie sooo viel  Gutes für die Kirche taten …. Der gute, arme Benedikt….der will gaaanz anders, aber die lassen ihn nicht …. Erkennen Sie diese Argumentation? So argumentieren die Frommen. Sie biegen sich die Wirklichkeit zurecht, z.B. Bergoglio ist ein guter Papst, welche dadurch absolut unverständlich wird, weil sie von der falschen Prämisse ausgehen. Ist es Lüge? Nicht unbedingt. Es ist mehr Selbstschutz. Aber spätestens im Fegefeuer werden die Schuppen vor Augen fallen und wird werden für alle Notlügen zur Rechenschaft gezogen. Ja, es ist schwierig wirklich in der Wirklichkeit zu leben. IX. Kapitel Alle diese Dinge, von denen bisher die Rede war, sind so, wie ich ihrer in meinem Geiste versichert worden bin, soweit ich es in diesem Leben verstehen kann, so überwältigend, daß jede Sicht dieses Lebens, jedes Wort, jedes Gefühl, jede Vorstellung, jede Gerechtigkeit, jede Wahrheit mir mehr Lüge als Wahrheit zu sein scheint. Ich bin von den Worten darüber, an deren Stelle ich keine kräftigeren finde, eher verwirrt als befriedigt und sage darum lieber nichts weiter mehr. Alle diese Dinge, von denen...

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (8 von 21)

Was ist die wahre Barmherzigkeit? Die Qual des Fegefeuers. Stellen Sie sich vor: Es gäbe nur den Himmel mit seinen objektiven Anforderungen und darunter die Hölle. Die meisten von uns würden wohl in der Hölle landen. Wo erlebt man die reine Objektivität? Ebenfalls im Fegefeuer, denn die Seele sieht selbst: „Ich bin noch nicht rein, ich bin noch nicht würdig, ich gehe nicht rein“. Ist das nicht schön? Weil wir die objektive Wahrheit spätestens in unserer Todesstunde erleben werden, daher sollen wir uns darauf vorbereiten und das hilft kein Franziskus und keine Amoris Laetitia. Objektiv ist objektiv, Sünde ist Sünde und die Hölle ist sehr heiß. VIII. Kapitel Ich behaupte auch noch dies: Ich sehe, wie vonseiten Gottes das Paradies kein verschlossenes Tor mehr hat, denn wer eintreten will, der tritt auch wirklich ein, Gott ist ja lauter Barmherzigkeit und steht mit seinen uns entgegengestreckten Armen da, um uns in seine Herrlichkeit aufzunehmen. Aber ich sehe auch, daß die göttliche Wesenheit von solcher Reinheit und Lauterkeit ist, und zwar weit mehr, als sich der Mensch überhaupt vorstellen kann, so daß die Seele, die eine so minimale Unvollkommenheit an sich hätte, als der kleinwinzigste Splitter groß ist, sich so schnell als möglich in tausend Höllen stürzen würde, um ja nicht mit diesem ganz minimalen Makel in seiner Gegenwart zu erscheinen. Da sie aber sieht, daß das Fegfeuer dazu bestimmt ist, diese Makel zu beheben, so stürzt sie sich da hinein und es scheint ihr, große Barmherzigkeit darin anzutreffen, sich von dem in ihr vorhandenen Hindernis auf diese Weise befreien zu können. Von welcher Bedeutung die Läuterung im Fegfeuer ist, kann eigentlich keine Zunge schildern und kein Herz erfassen außer der Tatsache, daß das Fegfeuer eine ähnlich schmerzliche Strafe ist wie die Hölle; und doch sehe ich zugleich, das die Seele, die...

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (7 von 21)

VII. Kapitel Außerdem sehe ich auch dies noch ganz klar: wie die reine Geistseele keinen anderen Ort für Ruhe findet als nur in Gott, das sie ja dafür geschaffen worden ist, so gibt es für jene Seele, die im Zustand der Sünde ist, keinen anderen Ort als nur die Hölle, weil Gott diesen Ort für sie bestimmt hat. Darum geht die Seele in jenem Augenblick, da sie vom Leib getretrennt worden ist, an den für sie bestimmten Ort, und zwar ohne einen anderen Führer zu haben als nur die Natur der Sünde; das ergibt sich für die Seele, die sich für die Seele, die sich im Augenblick ihrer Trennung vom Leib im Zustand der Todsünde befindet. Und ich sage so: Wenn eine solche Seele bei jenem Schritt (aus dem Diesseits ins Jenseits) nicht von dieser göttlichen Anordnung getroffen würde, die aus Gottes Gerechtigkeit kommt, so würde sie in eine noch viel schmerzlichere Hölle geraten, denn sie würde sich dann außerhalb jener Anordnung befinden, die an der Barmherzigkeit Gottes Anteil hat, durch die verfügt wird, daß die Seele keine so schmerzliche Strafe erleidet, als sie tatsächlich verdienen würde. Da diese Seelen demnach keinen passenderen und keinen für sie weniger schmerzlichen Ort finden, stürzen sie sich gemäß der Anordnung Gottes, wie schon gesagt worden ist, dort hinab als an den für sie verfügten Ort. So ist es nun auch bezüglich des Fegfeuers: Die vom Leib getrennte Seele, die sich noch nicht in jener Reinheit befindet, in der sie erschaffen worden war, stürzt sich, da sie das Hindernis, das sie in sich hat, erkennt und darum weiß, daß dieses Hindernis nur mittels des Fegfeuers behoben werden kann, so-gleich freiwillig dort hinein. Und wenn sie diese göttliche Anordnung nicht vorfände, die bewirkt, jenes Hindernis in ihr zu besei-tigen, so würde für diese Seele in...

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (6 von 21)

Was beschreibt die hl. Katharina hier? Die Sehnsucht, die absolute, alles verzehrende Sehnsucht, welche das Absolute und Unverfügbare sieht und es nicht habe kann. Wir alle waren doch schon in dieser Situation, dass wir uns nach etwas oder nach jemand verzehrt haben. Alles hing davon ab und es war unverfügbar. Sie standen mehrere Stunden in einer Schlage an und man hat ihnen die Tür vor der Nase zugeschlagen. Sie kommen nicht rein. Und dort drin findet es statt, alle sind da, die Anderen haben es, Sie jedoch nicht. Dieser Erlebnisse extrapoliert und zu n-ten Potenz gesteigert, geben die Sehnsucht im Fegefeuer wieder, welcher so starkt ist, dass sie weh tut.  Die Seelen wissen um den anwesenden, aber in der beseeligenden Anschauung unverfügbaren Gott, sie wissen um ihre Unwürdigkeit und sie verzehren sich nach Ihm. Aber Sie haben jetzt Einfluß auf Ihr Fegefeuer. Jetzt hindert Sie nichts Gott mehr Zeit und Aufmerksamkeit zu opfern, denn nach dem Tod gibt es nur Gott und zwar für die Ewigkeit und dann werden Sie sehen, wie unsinnig Sie ihr Leben verbracht haben, indem Sie sich um unnütze Dinge kümmerten, welche Sie nur verunreinigt haben....

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (5 von 21)

Was ist das Ziel des geistlichen Leben, was den Willen anbelangt? Eine Gleichförmigkeit des eigenen Willen mit dem Willen Gottes zu erreichen. Denn falls Sie es nicht zu Lebzeiten schaffen, haben Sie dafür das Fegefeuer, wo es um Wesentliches schmerzhafter sein wird. Sie sitzen dann in einem Feuerofen, bildlich gesprochen, und ihr „Rost“ wird gereinigt, ohne eine Möglicheit der Ablenkung, wie in diesem Leben. Gott bringt dort die Seelen auf seine „Betriebstemperatur“ oder genauer gesprochen, auf die Betreibstemperatur, die Gott für eine jede Seele vorausgesehen  und vorausbestimmt hat. Es ist diese Gleichförmigkeit, welche die Seele, wie einen Taucher, nach oben zieht. In diesem Leben auch und so kann man sich ein hartes Fegefeuer ersparen....

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Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (4 von 21)

„Wie das Leben, so auch der Tod, wie der Tod, so auch die Ewigkeit“, sagt man. Warum? Weil der freie Wille im Moment des Todes „eingefroren“ wird und man ihn nicht mehr ändern kann. Man nimmt das mit, wie man zu Erdenzeiten gelebt hat. Deswegen ist die Möglicheit der Bekehrung auf dem Todesbett so trügerisch und unrealistisch. Mit jeder Entscheidung Ihres Lebens, mit jeder Sekunde kommen Sie entweder der ewigen Verdammnis oder dem Himmel, über das Fegefeuer, näher. Und in der Ewigkeit tragen Sie die ewigen Konsequenzen des Zeitlichen und werden denken, wie dumm Sie doch gewesen sind, sich um diesen Tand so zu kümmern. Und deswegen landen so viele Seelen durch dieses nachkonziliare Gerede in der Hölle, welches da lautet: Schwamm drüber! Gott wird doch nicht so sein! Unbesiegbare Ignoranz! Barmherzigkeit! Die Hölle ist leer! Wir werden schon alle, alle in den Himmel kommen!...

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Hl. Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (3 von 21)

Was herrscht im Übernatürlichen? Das Sparsamkeitsprinzip, wie hl. Katharina von Genua darlegt, wobei die größte Effizienz mit den kleinstmöglichen Mitteln erreicht wird. Und was bedeutet das? „Wer hat, dem wird gegeben, wer nicht hat, dem wird genommen“ (Mt 13, 12) Die bedeutet, dass Gott denen, die sich mühen zu Ihm zu kommen maximal entgegenkommt, denen aber, die sich von ihm wegbegeben minimal entgegenkommt. Dies erlebt der Schreiber dieser Zeilen an sich selbst, wie viele Gnadenhilfen, ja, auch Leiden, er in den letzten Jahren bekommt und das beobachtet er auch an deren frommen Seelen, wie sehr sich doch Gott um diese kümmert, womit natürlich ihr Seelenheit gemeint ist. Hl. Katharina von Genua sagt ja selbst: Je mehr aber in der Seele dieser Drang abnimmt, desto schlechter wird die Seele, weil Gott sich ihr entsprechend weniger mitteilen kann....

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Hl. Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (2 von 21)

Womit soll man das Fegefeuer vergleichen? Mit einem Eintauchen in ein Säuerebad, mit einem Schmorren auf der Pfanne, mit dem Sich-Aussetzen einer starken Bestrahlung. Es reinigt, ist schmerzhaft, doch wie hl. Katharina von Genua schreibt, es birgt auch eine große Zufriedenheit den Willen Gottes auf diese Art und Weise zu erfüllen. II. Kapitel Ich glaube nicht, daß es eine Zufriedenheit gibt, die mit jener einer Seele im Fegfeuer verglichen werden kann, außer jener Zufriedenheit, die die Heiligen im Paradies haben. Und jeden Tag wächst diese Zufriedenheit in diesen Seelen durch Gottes entsprechende Einwirkung; diese Zufriedenheit wächst, weil jeden Tag das Hindernis für die entsprechende göttliche Einwirkung abnimmt. Der Rost der Sünde ist dieses Hindernis; das Feuer verzehrt den Rost; so tut sich die Seele immer mehr für die entsprechende Einwirkung Gottes auf. Und wie ein zugedeckter Gegenstand, der in der Sonne liegt, nicht der Bestrahlung durch die Sonne ausgesetzt ist, was nicht Schuld der Sonne ist, die ja immerfort strahlt, sondern Schuld der Decke, mit der jener Gegenstand zugedeckt ist; je weniger jene Sache mit der Decke bedeckt ist, desto mehr ist sie der Sonne ausgesetzt, desto stärker wird die Bestrahlung; so ähnlich ist es mit dem Rost der Sünde. Er ist gleichsam die Decke, mit der die Seelen im Fegfeuer zugedeckt sind. Er wird durch das Feuer verzehrt. Und je mehr er verzehrt wird, desto mehr kann die Seele der Bestrahlung durch die wahre Sonne, die Gott ist, entsprechen. Umso mehr wächst aber auch die Zufriedenheit (in der Seele im Fegfeuer), je mehr der Rost (der Sünde) abnimmt und sie aufgedeckt wird für die entsprechende Einwirkung (Gottes); das eine also wächst, das andere nimmt ab, bis es beendet ist. Es fehlt jedoch nicht der Schmerz, es fehlt die Zeit für das Verbleiben in diesem Schmerz. Was den Willen betrifft,...

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Hl. Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (1 von 21)

Ja, meine Damen und Herren, was ist das Fegefeuer? Die reine Objektivität. Sie sehen die objektive Wahrheit und es gelten keine Entschuldigungen der Art: Ich habe meine Hausaufgaben gemacht, aber mein Heft vergessen! Und deswegen ist diese ganze vom deutschen Idealismus und Subjektivismus inspirierte Theologie sie diabolisch, welche uns sagt: Dein Bewußtsein zählt, nicht die Objektivität, die es nicht gibt! Es ist genau umgekehrt. In der Todesstunde werden wir mit der Objektivität Gottes konfrontiert werden und im Fegefeuer können wir nur auf Ihn schauen, nicht einmal auf uns selbst. Diese Anschauung, wie die Visionen der hl. Katharina von Genua zeigen, ist demnach im Fegefeuer eine leidende, nicht beseligende, weil die Seele noch nicht rein ist. Deswegen ist es so verhängnisvoll auf die unbesiegbare Ignoranz zu spekulieren, indem man sich sagt: Wenn ich unwissend über dies und das bleibe, dann kann mich Gott nicht richten, denn ich habe es nicht besser gewußt!...

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Heilige Katharina von Genua (1447-1510) – die nüchterne Mystikerin des Fegefeuers

Da der Teufel der Geist der Unordnung ist, so stört er auch die Chronologie, indem er uns an die weltlichen Sorgen binden möchte. Da der Schreiber dieser Zeilen nachweislich sehr große weltliche Nöte hatte und immer noch hat, welche dank der Spenden der Leser ein wenig abgemildert werden, so ist er wirklich nicht dazu gekommen eine Einführung zum Traktat über das Fegefeuer von hl. Katharina von Genua zu schreiben. Wir holen dies hiermit nach, da innerhalb der nächsten spirituellen Mittwoche, im November ausschließlich, in den folgenden Monaten abwechselnd, der Traktat über das Fegefeuer veröffentlicht wird. Warum ist das Fegefeuer wichtig? Weil wir fast alle, die wir im Gnadenstand sterben, dort landen werden, um vor der visio beatifica gereinigt zu werden. Machen Sie sich nichts vor: niemand der unrein ist, von den Sündenkonsequenzen verunstaltet oder mit irgendeiner Anhänglichkeit auch an die lässliche Sünde kann den über alles heiligen Gott schauen. Sie würden es nicht ertragen. Es ist so als würden Sie sich dem Sonnenkern mit einer Temperatur 15 Millionen Grad Celsius nähern. Sie würden es natürlich nicht überleben und deswegen wird Sie das Fegefeuer, sozusagen auf die „Betriebstemperatur Gottes“ bringen. Sicherlich gibt es im Himmel auch Hierarchien und Ränge und nicht jeder braucht gleich 15 Millionen Grad zu ertragen, aber die „Betriebstemperatur“ hängt davon ab, welchen Rang Ihnen Gott von der Ewigkeit an zugedacht hat und wie viel Sie dafür während Ihrer Erdenzeit getan haben. Da wir fast alle viel zu wenig für unsere ewige Glückseligkeit tun, da wir immer Besseres zu tun haben (Prozesse, Anwaltskosten, Arbeitssuche, dies und das), so werden wir fast alle das Fegefeuer brauchen. Deswegen ist es gut sich vorher damit bekannt zu machen, damit man sein Erdenleben noch entsprechend ändern und ausrichten kann. Gibt es denn Menschen, die direkt in den Himmel kommen?...

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