Tradition und Glauben

Anna Gallicana, Partnersuche (4 von 4)

Die traditionelle Lösung steht ebenfalls in der Bibel. Der Heilige Paulus rät uns, den besten Weg zu wählen und ehelos zu bleiben. Das Zölibat ist nicht nur für Priester, sondern für alle (!) der beste Stand. Danken Sie Gott, wenn er Sie dazu berufen hat – und – eine Berufung ist keine eigene Entscheidung (siehe oben). Ehelos und zölibatär zu leben ist der einfachste Weg in den Himmel. Und nach diesem kurzen Zwischenaufenthalt auf dem Planet Erde geht es schließlich um die Ewigkeit, und die ist wirklich sehr, sehr … lang. Ewig eben. Im goldenen Mittelalter wusste man das noch. Und nein, kleiner Irrtum, ehelos leben bedeutet NICHT einsam zu sein. Obwohl ein wenig Einsamkeit manchmal ganz guttut. Aber das wiederum, ist eine persönliche Entscheidung. Warum wollen denn quasi alle an der Zerstörung der Familie mitwirken? Die natürliche Ordnung ist eine Großfamilie. Dazu gehören Eltern, Kinder, Alte, unverheiratete Tanten und Onkels … und wie wollen Sie mit einer Familie aus völlig Fremden (Ehegatte, Kinder) auskommen, wenn Sie es mit ihrer Ursprungsfamilie nicht aushalten? Das wäre schon mal ein gutes Training für ihre Ehetauglichkeit. Auch andere Verwandte und Freunde können die Einsamkeit ausfüllen. Vielleicht teilen Sie ihre Zeit auch unentgeltlich und gemeinnützig mit anderen, um all das zu verwirklichen, was Eltern nicht tun können. Oder kümmern Sie sich um Kinder anderer. Als Beruf oder in ihrer Freizeit. Was tun Sie denn jetzt? Eine christliche Ehe bedeutet auch Kinder zu haben. Und Kinder sind keine Freizeitbeschäftigung, sondern eine Lebensaufgabe und wie beim Thema Berufung (siehe oben) sind Kinder ein Geschenk Gottes, der uns damit die Verantwortung für deren Seelen überträgt. Dieses Geschenk kann man weder einfordern, noch sich gewaltsam selbst verschaffen, noch es zurückweisen. Habe ich schon die Verantwortung erwähnt? Das bedeutet, wenn’s schiefgeht mit der Kindererziehung, dann bist du schuld und verlierst deinen Anspruch auf den Himmel. Ja, und jetzt runter von der rosa Wolke und mal ganz realistisch nachgedacht. Wollen Sie immer noch einen Partner SUCHEN? Was nun? Nun, die Unzufriedenheit (kennen Sie das Märchen vom Fischer und seiner Frau?) bringt kein Glück. Und der Zufriedene braucht nicht mal ein Hemd. Gott erwartet von uns, dass wir ihm vertrauen, mit seinen Gaben zufrieden sind, dass wir jeden Tag aufs Neue, das Beste aus unseren Talenten machen und dass wir offen sind für IHN. Er wird uns zeigen, wo unsere Talente liegen. Er wird uns rufen, ihm nachzufolgen und uns den Weg zeigen, den er für den besten hält. Der andere Weg, der nicht für uns vorgesehen ist, ist wahrscheinlich der breite, bequeme, lustige Weg, der in die Hölle führt. Ist so ein bisschen Sex und Egoismus das wert? Also was tun? Fröhlich sein, Gutes tun, und die Spatzen pfeifen lassen. Oder in neudeutscher Übersetzung: mit seinem Stand und seiner Stellung zufrieden sein, seine Pflicht erfüllen, seine Fähigkeiten einsetzen, viel beten, Exerzitien besuchen, Wallfahrten … und alles Gott überlassen und nichts erzwingen. Schade, dass mir das niemand rechtzeitig gesagt hat. Doch ich liebe meinen Mann und meine Kinder und hoffe, dass wir alle zusammen in den Himmel kommen....

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Anna Gallicana, Partnersuche (3 von 4)

In egoistischen Gesellschaften leben egoistische Menschen Ich weiß, das hören wir nicht gern und es gehört eine gehörige Portion Ehrlichkeit dazu, es sich selbst einzugestehen. Also mal ganz ehrlich, wenn man sich einen Partner wünscht, ist das zumeist sehr egoistisch. Entweder befindet sich das Objekt der Begierde bereits in Sichtweite und man stellt sich vor wie schön (für mich selbst!) es mit dem anderen wohl wäre, wie sehr meine Freunde mich beneiden oder bewundern würden oder – man erträumt sich einen Partner, mit dem es mir selbst ja ach so viel besser ginge. Ja, es geht hier zunächst um das eigene Gefühl. Es wird auch nicht besser, dieses Wohlbefinden auch dem Partner zu unterstellen, um damit den eigenen Egoismus zu entschuldigen. Das gilt insbesondere in sexueller Hinsicht. So wollen die meisten jungen gläubigen Menschen heiraten, um erlaubten Sex zu haben. Sex gehört zwar IN die Ehe, ist aber NICHT Sinn und Zweck einer Ehe. Man sollte heiraten, um dem anderen in den Himmel zu helfen und Kinder für den Himmel zu erziehen. Punkt. Sex ist dabei Nebensache, sowie Holzhacken für das Kaminfeuer oder Hasenspicken zur Ernährung. Im Gegensatz zu einer weitverbreiteten Meinung (danke Maslow!) ist Sex aber KEIN Grundbedürfnis. Unsere größten Helden (das heißt die Heiligen) lebten fast alle ohne Sex. Punkt. Grundbedürfnisse müssen in jedem Lebensalter erfüllt werden, was bei Sex eindeutig nicht der Fall ist. Kinder und Alte leben sehr glücklich ohne! Und mit etwas gutem Willen auch alle anderen! Frauen unterliegen bei diesem sogenannten Bedürfnis stark den monatlichen hormonellen Schwankungen und haben mit Beginn der Menopause (meist irgendwann ab 40) meist sowieso kein Bedürfnis mehr danach, außer sie tragen sich noch mit einem unerfüllten Kinderwunsch. Bei Männern wird der Wunsch meist durch optische Reize geweckt und ist weniger hormonell oder altersbedingt. Also, es geht auch ohne, außer wenn man das nicht will – und genau das nennt man Egoismus. Wobei der Wunsch nach Sex zur Partnersuche führt, getarnt als die Sache mit der Liebe. Muss ich Ihnen jetzt wirklich erklären, was Liebe ist? Liebe ist, wenn man den Himmel verlässt, unsere menschliche Natur annimmt, mit uns lebt, um uns zu zeigen, wie man leben sollte, für uns stirbt, um uns den Himmel aufzuschließen. Das ist Ihnen zu hoch? Ich soll ein praxisnäheres Beispiel geben? Wenn Sie wollen … Liebe ist, – wenn ich mich um meinen kranken, sogar unheilbar kranken oder behinderten Gatten kümmere. – wenn ich dafür meinen Beruf aufgebe, der mir soziale Anerkennung und Erfüllung gab. – wenn ich meine Heimat verlasse, weil mein Gatte in andere klimatische Verhältnisse gebracht werden muss und ich meine Verwandten und Freunde nicht mehr wiedersehen kann. – wenn ich mich um ihn kümmere, auch wenn alle Bekannten mich für verrückt halten. – wenn ich bei ihm bleibe, obwohl er mir das Leben zur Hölle macht. – wenn ich Tag und Nacht für sein Seelenheil bete. – und obwohl kein Sex mehr möglich ist. Also, wenn Sie einen Partner ’suchen‘, um mit ihm ein solches Leben zu teilen, dann suchen Sie getrost. Ansonsten bedenken Sie mal (Fortsetzung folgt)...

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Anna Gallicana, Partnersuche (2 von 4)

Schauen wir doch einmal in die Bibel und beginnen wir bei Adam und Eva. Ja, schon ganz am Anfang kommt es zur ersten Ehe: Nachdem Gott Adam erschaffen hatte, begann dieser sich in seiner Welt umzusehen. Er benannte Tiere und Pflanzen und lebte in paradiesischen Verhältnissen. Trotzdem war er nicht zufrieden. Er beschwerte sich beim lieben Gott und verlangte einen Partner, der ihm entspräche. Ups, erster Fehler? Na ja, zumindest war das nicht besonderes lobenswert. Wie schon erwähnt, gibt uns Gott immer was wir brauchen und was gut für uns ist. Manchmal gibt er uns zur Strafe oder ‚Belehrung‘ auch das, worum wir so ungeduldig bitten. Und so bekam Adam eine Frau … und das Schicksal nahm seinen Lauf. Dann kam die berühmte Geschichte mit dem Apfel (ja, zu zweit macht man Dummheiten, die man alleine nicht machen würde …) und er verlor seine Heimat und musste fort. Mit den beiden großen Söhnen hatte er auch nicht so viel Glück, nur Streit, Mord und Totschlag – und dann noch ein langes Leben mit viel Mühe und Arbeit und vergeblicher Hoffnung auf eine baldige Erlösung. Es ist müßig zu spekulieren, was sich ohne Adams törichtes Begehren ereignet hätte. Persönlich bin ich davon überzeugt, dass Gott ihm zur rechten Zeit eine Gefährtin zugeführt hätte. Hätte Adam seinen eigenen Willen in allem Gott untergeordnet, hätte Eva dies auch getan, sie hätten sich nicht mit der Schlange eingelassen und wir lebten alle glücklich und zufrieden im Paradies. Ehen werden nämlich im Himmel geschlossen. Dafür brauchen wir auch nicht lange nach einem Beispiel zu suchen, hatte nicht die Jungfrau Maria beabsichtigt, ehelos zu bleiben? Und in Anbetracht des vorgerückten Alters des Heiligen Josef sowie der Legende können wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass dieser ebenfalls nicht zu heiraten gedachte. Aber Gott hatte andere Pläne. Er führte die beiden zusammen und sie führten auch ohne Sex, trotz Armut, Not und Flucht eine glückliche Ehe. Denn wer zur Ehe bestimmt ist, kann seiner Berufung schwerlich entgehen (das gilt übrigens auch für alle anderen Berufungen, siehe Jonas im Bauch des Wals etc.). Und ja, die Ehe ist eine Berufung, eines der Un-Worte, seit dem letzten Konzil. Jetzt glaubt jeder, sich selbst verwirklichen zu können – das ist genau das Gegenteil von Berufung und alles andere als katholisch! (Fortsetzung folgt)...

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Anna Gallicana, Partnersuche (1 von 4)

Nach der anstrengenden intellektuellen Kost zum Thema päpstliche Häresien und Kanonisation erfolgen hier eher lockere Betrachtungen unserer Autorin Anna Gallicana zum Thema „Partnersuche“. Schon das Wort selbst ist neumodisch und nicht traditionell, sowie eine Mogelpackung, denn man sucht im katholischen Verständnis keinen „Partner“, denn es ist kein Geschäft, sondern einen Ehemann oder eine Ehefrau mit verschiedenen Aufgabenbereichen und Pflichten, wobei der Mann das Haupt der Familie bleibt. Es gibt somit keine Gleichheit, sondern einander ergänzende Verschiedenheit. Die Ehe ist aber auch ein Vertrag (contractum), bei dem sich beide Vertragsparteien – und in diesem Sinne sind sie tatsächlich Vertragspartner – gegenseitig verschiedene Rechte und Pflichten zusichern. Will jemand eine sehr gedrängte traditionelle Ehelehre kennenlernen und eine sehr praktische noch dazu, dann möge er sich diese Konferenzen von Father Chad Ripperger anhören. Ebenfalls empfehlenswert sind die Konferenzen über den geistlichen Kampf in der Ehe. Es sind traditionelle Inhalte, die wir hier irgendwann trocken, geordnet und scholastisch darlegen werden. Father Ripperger spricht sehr schnell mit einem texanischen Akzent, sodass man recht gut Englisch können muss, um ihn überhaupt zu verstehen. Er präsentiert eine männlich-theologische Sicht der Dinge, wie DSDZ ja auch, deswegen sind wir Anna Gallicana dankbar, dass sie uns die weibliche Sicht aufzeigt. Will aber jemand fragen: Was sagt eigentlich die katholische, traditionelle Theologie über die „Partnersuche“? Dann antworten wir: Gar nichts! Die Kirche geht davon aus, dass man seinen Verstand hat und nach den guten katholischen Kriterien wählt, die man in sich trägt. Ist man selbst tugendhaft, dann sucht man die Tugend, um eine tugendhafte Familie zu gründen und „Gott die Kinder zuzuführen“, was das Ziel einer jeden Ehe ist. DSDZ hat vor Jahren seine „Partnersuche“ aufgegeben als ihm axiomatisch klar wurde, dass er niemals die Richtige finden wird, weil es sie nicht gibt und es sie deswegen nicht gibt, weil sie unmöglich, d.h. innerlich widersprüchlich, ist. Gibt es dies, dann gibt es das nicht, wenn jenes, dann nicht dieses, manchmal gibt es überhaupt gar nichts! Nach einer Art Hochrechnung wurde ihm klar, dass er besser bleibt, wie er ist, da er mehr verlieren als gewinnen wird. Nein, das ist keine romantische Einstellung, aber eine praktische. Leiden gehört zum Leben und man leidet verheiratet oder unverheiratet. Im letzteren Falle kann man niemanden die Schuld geben. Aber jeder hat seinen eigenen Willen und Verstand und entscheidet natürlich für sich. Bis dass der Tod euch scheidet … Ich habe letzthin die Partnersuche als größten Fehler meines Lebens bezeichnet. Wie versprochen sind hier ein paar persönliche Überlegungen zur Partnersuche. Diese Idee ist meiner Meinung nach eine Folge des Modernismus und gänzlich unkatholisch. Da mir theologisches Fachwissen abgeht, musste ich dies aus praktischer Erfahrung lernen. Glauben Sie an Gott? Und die göttliche Vorsehung, die Ihnen Vater und Mutter gegeben, Sie mit Talenten ausgestattet hat und Ihnen hilft, den für Sie bestimmten Platz im Leben zu finden und auszufüllen? Ich denke, wir können alle hiervon ein Lied singen. Und wenn Sie an Gottes Plan für Ihr Leben glauben, an seine Güte und Fürsorge … wie können Sie dann glauben, dass Gott so gemein sei, den für Sie bestimmten Ehegatten am anderen Ende der Welt zu verstecken, sodass Sie ihn mühsam suchen müssen und vielleicht nie finden können? Dass Sie diesen Gatten erst treffen, wenn die biologische Uhr schon ziemlich laut tickt und die besten Jahre für

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Ann Barnhardt: Wenn Sie „geschieden sind”, ist es aus mit Romanzen

Dieser Text ist sozusagen „aus Versehen“ übersetzt worden, weil Eugenia Roth eigentlich etwas anderes in die Sprache der Dichter und Denker (d. h. Deutsch) übertragen sollte, es aber verwechselte. Nun bei Gott gibt es keine Zufälle, sodass wir diesen Text als Aufhänger unserer Sex-Ehe-Zölibat-Wochenendbeilage verwenden möchten. Worum geht es? Darum, dass es für Katholiken keine wie auch immer geartete „Scheidungen“ gibt. Sind Sie gültig und rechtmäßig verheiratet, verlässt Sie Ihr Mann/Ihre Frau, geht er/sie fremd, nimmt er/sie Ihnen die Kinder und Sie, als Mann müssen lebenslang für sie und ihren neuen „Lebensabschnittsgefährten“ zahlen, der leider nicht arbeiten will, weil er nicht muss, ihre Ex ebenfalls nicht, Sie zahlen ja Unterhalt, dann ist es sehr ungerecht und tragisch, aber es gibt Ihnen nicht das Recht sich „umzusehen“ oder „sich neu zu orientieren“, kurz und gut mit einer anderen Frau/anderen Mann Sex zu haben. Für Frauen gilt dies auch, obwohl sie seltener an ihren Ex und die neue „Lebensabschnittsgefährtin“ den Unterhalt zahlen. Ehe währt bis zum Tode eines der Eheleute, gleich wie oft sie danach „verheiratet“ waren. Es gibt keine „Scheidung“ in der Kirche und folglich keine „Wiederverheiratung“. Es ist Ehebruch. Punkt. Dass Sie eine neue, moderne, hippe, bergoglianische Eheungültigkeitserklärung erhalten, ändert auch nichts daran, dass Sie weiterhin verheiratet sind. Das bergoglianische Dokument Mitis iudex erteilt Eheungültigkeitserklärung sozusagen „auf Verlangen“, ja die Analogie mit Abtreibung ist hier gewollt, sodass Ehen für ungültig erklärt werden, die weiterhin gültig sind....

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Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht? (7 von 7) Damit sie nicht in der Hölle landen.

Was ist die Konsequenz der Umsetzung der jetzigen Sexualiethik wie sie seit Amoris Laetitia angeblich gilt? Die Hölle und die ewigen Höllenquallen. Warum? Weil Theologie die Mathematik des Übernatürlichen ist. Wenn es Gott gibt, dann ist er vollkommen, sonst wäre er nicht Gott. Wenn es Gott gibt, dann hat er sich geoffenbart, damit wir wissen, dass es Ihn gibt, wie Er ist und was er von uns fordert. Wenn er Gott ist, dann ist er unveränderlich und seine Offenbarung, welche einen Teil seiner Selbst und seiner ewigen Ordnung darstellt, ist es auch. Wenn es die Offenbarung gibt, deren Höhepunkt in Jesus Christus stattfand und mit dem Tod des letzten Apostels niedergeschrieben wurde, dann ist sie ebenfalls unveränderlich. Wenn es die Offenbarung gibt und eine von Christus gestiftete Kirche, welche diese Offenbarung interpretiert, dann ist die Lehre der Kirche, was die Offenbarung an sich betrifft, ebenfalls unveränderlich. Es ist doch unmöglich, dass etwas bis zum Jahr 2016 falsch war und ab dem Jahr 2016 richtig wird. Es ist unmöglich, dass der unveränderliche und unveränderbare Gott, und seine Offenbarung gleich mit, sich auf einmal ändern, damit wir es bequem haben....

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Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht? (6 von 7) Der Untergang oder Amoris Laetitia als Ziel.

Wenn man sich die nachkonziliare Ehe- und Sexuallehre näher anschaut, wird einem im Nachhinein deutlich, dass seit mindestens 50 Jahren auf Amoris Laetitia hingearbeitet wurde. Wer konkret hat darauf hingearbeitet? Vat. II mit Gaudium et Spes 48 und 49: Gleichstellung des ersten (Kinder) und zweiten (gegenseitige Hilfe) Ehezweckes Paul VI. Humanae vitae: Anerkennung und Zulassung der natürlichen Verhütung, deren Anwendung so ausgeweitet wurde, dass sie zu einer legitimen Verhütung avansierte. Johannes Paul II. Theologie des Leibes: Ehelicher Sex als Selbstzweck und als Weg zu Gott Johannes Paul II. Familiaris consortio (1981): Zusammenleben von Ehebrechern wird zwecks Erziehung der Kinder geduldet, wenn sie keusch leben. (84) Johannes Paul II. Codex iuris canonici (1983): Umkehrung des ersten und zweiten Ehezweckes im Canon 1055 § 1:...

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Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht? (5 von 7) Warum Sex schlecht für die Seele ist.

Menschen, die aus der Welt kommen, aber auch die Mehrheit der Katholiken, Geistliche leider eingeschlossen, verstehen die traditionelle Einstellung zum Sex nicht, welche da lautet: So wenig wie möglich, am Besten gar nicht. Diese Einstellung ist dermaßen unweltlich und kontraintuitiv, da sexuelle Handlungen besonders bei ihrem Höhepunkgt mit einer großen Lust verbunden sind, welche nach neuesten Untersuchungen, nur noch vom Kokain-Kick im Gehirn übertroffen werden. Warum also auf etwas verzichten, was so lustvoll ist? Weil es vergänglich ist....

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Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht? (3 von 7) Von Unkeuschheit zum Sakrileg.

Sehr richtig schlägt Don Pietro den Bogen von der Unkeuschheit, also der Sünde gegen das Sechse Gebot, zum Sakrileg. Wenn Sie in einer Kirche im deutschsprachigen Raum sind, können Sie davon getrost ausgehen, dass 90% der Menschen nicht im Gnadenstand ist und das 99% diesen Zustand den sexuellen Sünden verdanken. Sie gehen fast alle zur Kommunion und begehen eine weitere Todsünde, des Sakrilegs wie auch derjenige Priester, der ihnen diese Kommunion wissend spendet. Wozu finden also die Novus Ordo Messen statt? Damit mehr Todsünden begannen werden. Deswegen kämpft das Novus Ordo Establishment um sie, und Franziskus wird vielleicht die Alte Messe in die Piusbruderschaft  auslagern und woanders  verbieten. Welche Sünden sind es denn?...

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Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht? (2 von 7) Potestas diaboli in lumbis est.

Im nächsten Abschnitt zeigt Don Leone, wie in der nachkonziliaren Theologie nach und nach jeder Begriff der caritas, also der Gottes- und Nächstenliebe durch amor, sprich Sex ausgehöhlt und ersetzt wurde. Denn der eigentliche Zweck der Ehe die Kinder, wurde mit dem zweiten Zweck der Ehe – gegenseitige Hilfe- (mutuum adiutorium) gleichgesetzt und während die vorkonziliare Theologie mit der gegenseitigen Hilfe die Hilfe beim Erreichen des Heils durch den Ehestand verstand, versteht die nachkonziliare Kirche dadurch Sex. Ja, die Eheleute helfen einander, indem sie Sex miteinander haben. Ist das denn keine Hilfe? Schon, aber eine kurzfristige und kaum auf das geistliche Ziel gerichtet, denn Sex bindet sehr und macht süchtig. Wie sehr richtig Ann Barnhardt darlegt: je mehr jemand auf der Skala des diabolischen Narzissmus forgeschritten ist, desto perverser ist sein Sex....

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Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht. (1 von 7) Es gibt keine „Sexualität“!

Die Reihe von Don Pietro Leone, welche wir mit Erlaubnis, Zustimmung und Segen des Autors als einzige auf Deutsch in der, wie immer vorzüglichen Übersetzung von davillatollkuehn, veröffentlichen, heißt Die Kirche und Asmodeus und nicht Die Kirche des Asmodeus, dessen sind wir uns bewußt. Dennoch ist Sex, Sexualität, das Geschlechtliche, der Geschlechtsakt dermaßen in der nachkonziliaren Kirche auf allen Ebenen der Lehre, insbesondere bei Amoris Laetitia, zu Deutsch „Die Freude am Sex“ gegenwärtig, dass man getrost sagen kann, dass die Kirche zu einer Kirche des Asmodeus also des Dämons der Unzucht, geworden ist. Denn bei Dämonen gibt es Bereiche der Spezialisierung, wie wir noch darlegen werden.  Die Muttergottes sagt ja selbst in La Salette: Zittert, Erde und ihr, die ihr Gelübde zum Dienste Jesu Christi abgelegt habt und die ihr innerlich euch selbst anbetet, zittert! Denn Gott geht daran, euch seinen Feinden zu überliefern, da die heiligen Orte in Verderbnis sind....

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Don Pietro Leone, Angriff auf die Ehe – Aufsatz (3 von 3)

    KRITIK DER NEULEHRE  Im folgenden Abschnitt werden wir 6 Hauptaussagen Linie für Linie vergleichen, zunächst die traditionelle Lehre, und danach die neue.         1. a) Der Hauptzweck der Ehe ist die Fortpflanzung; b) Der Hauptzweck der Ehe ist die Liebe;         2. a) Die eheliche Liebe wird als gegenseitige Hilfe und Unterstützung verstanden; b) Die eheliche Ehe wird als „ganzheitliche Selbsthingabe“ verstanden;          3.a) Großfamilien werden empfohlen; b) Kleinfamilien werden empfohlen;           4.a) Die natürliche Geburtenkontrolle wird mißbilligt; b) Die natürliche Geburtenkontrolle wird gebilligt;          5.a) Die Ehe wird dem geweihten Lebensstand unterordnet; b) Die Ehe wird dem geweihten Lebensstand gleichgestellt.         6.a) Der Ehemann wird als Familienoberhaupt betrachtet; b) Der Ehemann und die Ehefrau werden völlig gleichgestellt;        In bezug auf diesen Vergleich stellen wir die folgenden Fragen und geben die entsprechenden Antworten: i) Ist die Lehre in beiden Fällen die gleiche? Nein. ii) Hat die neue Lehre im Vergleich zur traditionellen eine größere Klarheit oder Tiefe des Ausdrucks? Nein.        iii) Ist es eine unterschiedliche Lehre? Ja. iv) Ist die traditionelle Lehre katholisch? Ja. v) Ist eine Lehre, die einer katholischen Lehre entgegensteht unkatholisch? Ja. vi) Ist eine katholische Lehre wahr? Ja.        vii) Ist eine unkatholische Lehre falsch? Ja.         Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die neue Lehre in ihrem prima facie Sinn in allen aufgezählten Fällen falsch ist....

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Don Pietro Leone, Angriff auf die Ehe – Aufsatz (2 von 3)

VERSCHIEBUNG IM BEGRIFF DER EHELICHEN LIEBE  Wir betrachten hier ausführlicher die These, der Akt der ehelichen Liebe bestehe darin, daß ‘sich Mann und Frau einander vorbehaltlos gegenseitig schenken’ (Familiaris Consortio 32, zitiert im Neuen Katechismus 2370). Wenn diese These falsch ist, dann ist auch das ganze Gebäude der Theologie des Leibes hinfällig. Wir müssen nun bekennen, daß  diese These unhaltbar ist: Zuerst metaphysisch, weil die menschliche Person  unmittelbar ist; zweitens physisch, weil der Akt der ehelichen Liebe wesentlich das Suchen und den Genuß von Vergnügen mit sich bringt, ohne das er in der Tat unmöglich wäre; drittens moralisch, weil die Kirche lehrt erstens, daß der Ehemann Macht über den Leib der Frau, und die Frau Macht über den Leib des Mannes hat’ (I. Kor. 7.4), was bedeutet, daß jeder Partner nicht nur geben sondern auch nehmen soll; und zweitens (und allgemeiner), daß die Liebe des vorbehaltlosen Sich-Schenkens allein Gott gebührt und auch nur gegenüber Ihm möglich ist (Lk. 10.27), während die Nächstenliebe dem Menschen auf einer niedrigeren Stufe und in den ehelichen Beziehungen mit Zurückhaltung und Mäßigung geboten ist[1]. Tatsächlich bedeutet eine ganzheitliche Nächstenliebe Götzendienst....

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Don Pietro Leone, Angriff auf die Ehe – Aufsatz (1 von 3)

 ANGRIFF AUF DIE EHE Die Krise in der Familie und in der Ehe, die sich in der Schwangerschaftsverhütung, Scheidung, Abtreibung, Unzucht, und Homosexualität unaufhörlich ausbreitet, stammt offensichtlich vom Geist der Welt her und letztendlich von der gefallenen Natur. Der selbe Geist ist aber jetzt ins kirchliche Lehramt selbst hineingeschlichen, das somit eine mitwirkende Rolle in der Krise spielt. Die folgenden Auszüge von ‚Angriff auf die Ehe’ (Patrimonium Verlag 2016) bezeugen diese Tatsache und versuchen, sie nach den traditionellen theologischen Prinzipien der kirchlichen Lehre zu analysieren.   VERSCHIEBUNG IM LIEBESBEGRIFF Die Kirchentradition unterscheidet zwischen drei grundlegenden Liebesarten. Erstens gibt es die sinnliche Liebe (oder die Leidenschaft der Liebe), für welche die geschlechtliche Liebe ein Beispiel ist; zweitens gibt es die vernünftige Liebe (oder die Tugend der Liebe); drittens gibt es die Liebe der Caritas, also jene Art der vernünftigen Liebe, die durch die übernatürliche Gnade erhöht ist, um Gott in Sich Selbst zu lieben und den Nächsten in und wegen Gott.      Die Änderung der Lehre Kirchenmänner ab dem Zweiten Vatikanischen Konzil bis zum heutigen Tage mit ihrer Öffnung gegenüber der Welt in all ihren Erscheinungen und besonders in ihrer Lehre über die Ehe besteht wesentlich in der Verschiebung von der Liebe der Caritas zur sinnlichen Liebe hin....

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Worum geht es bei der „Theologie des Leibes“ wirklich? (4) Was ist Phänomenologie?

Nachdem wir Personalismus als Unsinn abgestempelt haben oder akademisch ausgedrückt als eine Philosophie, welche der Wiedergabe der katholischen Lehre wenig zuträglich ist, so wenden wir uns nun  der Phänomenologie zu, welche – ja, wir ahnen es – ebenfalls Unsinn ist. Auf den eventuellen Einwand antwortend, dass wir allzu inflationär mit der Bezeichnung „Unsinn“ umgehen und ihn auf alles anwenden, was nicht thomistisch ist oder was wir selbst nicht verstehen, stellen wir fest, dass wir doch annehmen den phänomenologischen Ansatz verstehen zu können und uns hier nicht mit Sinn oder Unsinn (Was ist das?) verschiedener philosophischen Schulen befassen, sondern ihrer Brauchbarkeit für die katholische Theologie.  Und Phänomenologie, auch auf die Gefahr hin, dass sich jetzt Johannes Paul II im Grabe umdreht, ist unbrauchbar! Was ist aber, einfach formuliert, diese ganze Phänomenologie? Es ist Personalismus erkenntnistheoretisch gewendet. Und das bedeutet? Man hat nur den Zugang zu den Phänomenen seines eigenen Bewusstseins und von dort konstruiert man das übrige, z. B. Gott, die Welt, die anderen Menschen, von dem man nicht weiß, dass es existiert. Die gute Stanford Encyclopedia of Philosophy beschreibt die Grundannahme der Phänomenologie wie folgt: Phenomenology is the study of structures of consciousness as experienced from the first-person point of view. The central structure of an experience is its intentionality, its being directed toward something, as it is an experience of or about some object. An experience is directed toward an object by virtue of its content or meaning (which represents the object) together with appropriate enabling conditions. Phänomenologie ist das Studium der Strukturen des Bewusstseins wie es in der Ersten-Person-Perspektive erfahren wird. Die zentrale Struktur der Erfahrung ist seine Intentionalität als auf etwas [anderes] gerichtet und als solche [stellt sie die] Erfahrung eines Objekts dar. Eine Erfahrung ist auf ein Objekt mittels der Kraft seines Inhalts oder Bedeutung (welche dieses Objekt repräsentiert) gerichtet zusammen mit den entsprechenden Bedingungen, die solche eine Erfahrung möglich machen.[1] Und was bedeutet das im Klartext? Man suhlt sich permanent in eigenen Bewusstseinsinhalten: „mir ist kalt“, „ich habe die Gottesidee in mir“, „ich habe eine Gebetserfahrung“ und weil man nicht nur sich selbst, sondern auch etwas in sich selbst erfährt, so versucht man in der phänomenologischen Methode auseinanderzuklamüsern, wo das eigene Ich endet und die äußere Erfahrung anfängt. Ja, ja, wir wissen alle worum es geht. Frauen über 40, sitzen in Lila-Latzhosen im Kreis, trinken Tee aus biologischem Anbau und erzählen über ihre Suche nach dem Ich in der Phase der Selbstfindung, welche eigentlich schon stattfindet, aber irgendwie immer noch nicht ganz vorhanden ist. Männer tun es leider Gottes auch schon und war man vor diesem permanenten Kreisen um sich selbst nicht schon depressiv, dann wird man es dadurch erst recht. Machen wir uns hier über Phänomenologie lustig? Jawohl, das tun wir. Aber wir können die phänomenologischen Hauptinhalte in der deutschen Wissenschaftssprache ihrer Hauptvertreter wiedergeben. Wikipedia, die auch gute Artikel vorweisen kann, schreibt wie folgt: Husserl [einer der Hauptvertreter und Begründer dieser Richtung Red.] stellt diesen Zusammenhang in einem Artikel in der Encyclopædia Britannica 1927 folgendermaßen dar: „Phänomenologie bezeichnet eine an der Jahrhundertwende in der Philosophie zum Durchbruch gekommene neuartige deskriptive Methode und eine aus ihr hervorgegangene apriorische Wissenschaft, welche dazu bestimmt ist, das prinzipielle Organon für eine streng wissenschaftliche Philosophie zu liefern und in konsequenter Auswirkung eine methodische Reform aller Wissenschaften zu ermöglichen.“ –...

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Worum geht es bei der „Theologie des Leibes“ wirklich? (3) Was ist Personalismus?

Was ist Personalismus? Nach der längeren Einführung zum katholischen Verständnis der Philosophie und zum Vorteil des Thomismus und der scholastischen Methode kann man sich wohl an dieser Stelle denken, dass die Wahl der Personalismus und Phänomenologie seitens Karol Wojtylas und des späteren Johannes Paul II keine gute Wahl war, welche die exakte Wiedergabe der traditionellen Inhalte der katholischen Lehre garantieren konnte. Dies ist tatsächlich auch der Fall. Was ist aber, in einfachen Worten ausgedrückt, eigentlich Personalismus und Phänomenologie? Um es ganz einfach auszudrücken: Es ist ein ständiges Kreisen um sich selbst und um die eigenen Bewusstseinsinhalte.   Die mehr philosophische Definition des Personalismus geben wir hier nach Stanford Encyclopedia of Philosophy an, da es die Amerikaner, im Gegensatz zu anderen Völkern, tatsächlich fertigbringen sowohl gelehrt als auch verständlich zu schreiben.[1] Personalismus von Lateinisch persona – die Person, ist eine philosophische Richtung des frühen XX Jahrhunderts, welche von Frankreich ausging und sich in Europa und den USA ausbreitete.[2] In Deutschland war der Personalismus aufgrund des unseligen kantischen und idealistischen Erbes Personalismus nicht so populär wie beispielsweise er in Polen war, wohin er über französische Vermittlung kam.  Personalismus sieht sein Hauptanliegen darin den Wert der menschlichen Person zu betonen, hochzuhalten und die menschliche Person als den Anfang aller philosophischen Untersuchungen anzusehen. Lesen wir die Kerndefinition des Personalismus nach der Stanford Encyklopedia of Philosophy: Personalists regard personhood (or “personality”) as the fundamental notion, as that which gives meaning to all of reality and constitutes its supreme value. Personhood carries with it an inviolable dignity that merits unconditional respect. Die Personalisten betrachten das Personen-Sein (oder die “Persönlichkeit”) als eine fundamentale Idee, welche als solche aller Wirklichkeit ihre Bedeutung gibt und welche ihren obersten Wert konstituiert. Das Personen-Sein beinhaltet eine unverletzliche Würde, welchem ein bedingungsloser Respekt gebührt.[3] Da wir hier an keine Fachphilosophen schreiben und unsere Leser nicht überfordern wollen, so halten wir hier inne, da eigentlich schon hier alles gesagt wurde. „Was ist denn so falsch daran?“ – könnte doch jemand fragen. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, sagt doch das Deutsche Grundgesetz und eigentlich alle Konstitutionen, welche auf der Französischen Revolution fußen. Personalismus begeht aber den Fehler, dass er gleich beim Menschen anfängt und alles andere zuerst ausklammert oder verwirft oder es nur insoweit zum Menschen, also der Person, in Beziehung setzt, inwieweit es der Person nützt.  „Was gibt es denn noch außerhalb des Menschen?“, kann man fragen.  „Allerhand“,antworten wir. Es gibt das Sein (esse). Was ist denn das Sein? Alles was existiert und den Menschen schafft und prägt. Aus der christlichen Sicht haben wir die folgende Reihenfolge des Seins: Gott Engel Schöpfung Menschen Die Menschen, wohlgemerkt und nicht der einzelne Mensch, kommen erst an vierter Stelle, da nach dem Schöpfungsbericht und der Evolutionslehre ja auch, lange, lange, lange vor dem Menschen die ganze Natur existierte, bevor der erste Mensch aufkam. Heutzutage, viele Jahre nach der Schöpfung, treffen die Menschen in Massen auf, es gibt die menschliche Gesellschaft mit ihrer Kultur, sodass das Individuum recht viel Zeit braucht, um sich, falls es will, aus der Menge zu emanzipieren und sein eigenes  Ich zu entdecken, welches natürlich auch nicht so individuell ist. Niemand beginnt als ein selbstständiges Individuum zu existieren, da er als Säugling im höchsten Maße hilfsbedürftig ist und durch die ganze Erziehung und Sozialisation viele, viele Werte in sich aufnehmen muss, welche...

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Worum geht es bei der „Theologie des Leibes“ wirklich? (2) Die Wahl der richtigen Philosophie.

Die wahre und richtige Philosophie als das theologische Gefährt Warum ist aber die Theologie des Leibes so schlecht? Erstens darum, weil sie ihr philosophisches Fundament Personalismus und Phänomenologie bilden. Die richtige oder falsche Philosophie macht eben was aus. Obwohl die von Gott geoffenbarten Inhalte des Glaubens übernatürlich sind und daher geoffenbart werden, d.h. sie befinden sich in der Heiligen Schrift, so bedient sich der Mensch, um die Glaubenswahrheiten darzulegen einer menschlichen Sprache, welche als Sprache der Philosophie die letzten Gründe der Welt und seiner Existenz im Lichte des Verstandes darlegt. Diejenigen von uns, die keine Philosophie studiert haben oder Fachphilosophen sind (denn es gibt auch diese) sind sich wahrscheinlich nicht darüber im Klaren, wie sehr Philosophie unser Lebensbild prägt, denn solche Begriffe wie Materie, Ursprung, Natur, Seele, Zweck etc. sind philosophische Begriffe, welche verschieden in verschiedenen philosophischen Systemen definiert werden. So bedeutet „Materie“ im Neuplatonismus ein beinahe Nichts, beim Aristoteles den ungeordneten Stoff (hyle), der auf die ihn prägende Form wartet, im Positivismus oder Materialismus bedeutet sie ein dreidimensionales, messbares Etwas.  So wie man nach der Uhrzeit gefragt: „Wie viel Uhr ist es?“  mit der Frage: „Wo denn?“ antworten sollte, so kann man ebenso die Sinnfrage mit dem Gegenfrage nach dem jeweiligen philosophischen System beantworten. Welche Philosophie ist denn die beste? Diejenige, die am besten und mit den wenigsten Widersprüchen die Wirklichkeit abbildet. Was ist die Wirklichkeit? Das, was die jeweilige Philosophie dafür hält. Ist das nicht ein Teufelskreis? Ja und daher braucht man die Offenbarung und nicht jede Philosophie ist mit der göttlichen Offenbarung und dem katholischen Glauben kompatibel, was schon der erste christliche Philosoph, Justin der Märtyrer herausstellte.[1] Philosophie war schon immer pluralistisch, ist es immer noch und wird es immer sein. Dies war schon Platon klar, welcher sich in der Zeit der widersprüchlichen, philosophischen Meinungen nach einem sichereren Gefährt sehnte. Und so lesen wir im Platons Dialog Phaidon, wo es um die grundsätzlichen und letzten Dinge geht die folgende Aussage: „Denn Eines muss man doch in diesen Dingen [des philosophischen Konsens Red.] erreichen, entweder wie es damit steht lernen oder erfinden, oder wenn dies unmöglich ist, die beste und unwiederleglichste der menschlichen Meinungen darüber nehmen, und daraus wie auf einem Brette versuchen durch das Leben zu schwimmen, wenn einer nicht sicherer und gefahrloser kann auf einem festeren Fahrzeuge oder einer göttlichen Rede reisen.“ (Phaidon 85 C-D).[2] Was bleibt uns also übrig? Etwas selbst zu erfinden, Die besten, denn die unwidersprüchlichste der bisherigen Meinungen annehmen oder Auf die göttliche Rede, sprich auf die Offenbarung warten. Sehr richtig vergleicht Plato den nur-philosophischen Weg mit einem Brett, an welches sich der Schiffsbrüchige klammert und auf diese Weise hofft durch das Meer zu schwimmen und ans Land gespült zu werden. Es ist sehr unbequem und gefährlich, was der Schreiber dieser Zeilen bezeugen kann, da er mehr als einmal an ein Surfbrett oder Windsurfing-Brett geklammert an den Strand angespült wurde. Was ist also die göttliche Offenbarung? Ein Motorboot oder ein Schiff, welches uns bequem an das andere Ufer der Ewigkeit bringt. Deswegen hat sich die ganze Philosophie des Altertums  nach der göttlichen Offenbarung gesehnt, was sehr schön Philo von Alexandrien darlegt und begründet. Was vielleicht nicht allen bekannt ist, so bestand der philosophische Kampf der ersten nachchristlichen Jahrhunderte nicht, wie die nachaufklärerische Philosophiegeschichte uns klarzumachen versucht, im Kampf des Rationalismus mit dem...

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Worum geht es bei der „Theologie des Leibes“ wirklich? (1) Nebulöse Sprache ist nicht katholisch.

Nebulöse Sprache ist nicht katholisch. Da während und nach der Veröffentlichung der Aufsatzreihe von Don Pietro Leone über die Theologie des Leibes  von Karol Wojtyla/Johannes Paul II die Entrüstung ausgeblieben ist, so ist anzunehmen, dass  die eigentlichen und wirklichen Inhalte dieser Theologie unverstanden geblieben sind. Weil die Leser so unverständig sind? Nein, weil die Sprache dermaßen nebulös und verklausuliert ist. Wir müssen einfach wissen, dass erstens ein Geistlicher, ein Bischof, ein Kardinal und ein Papst und zwar Johannes Paul II über ehelichen Sex schreibt und zweitens – Don Pietro Leone – ein ebenfalls Geistlicher, der unter eigenem Namen veröffentlicht, weiterhin sein Priesteramt ausübt und irgendwo Theologie unterrichtet den heiliggesprochenen Papst – Johannes Paul II – kritisiert.  Bei so viel „Geistlichkeit“ und Diplomentensprache wird natürlich nicht Tacheles geredet, sodass kaum ein Leser versteht, worum es sich tatsächlich handelt, hauptsächlich deswegen, weil sich der Autor der Theologie des Leibes Johannes Paul II einer Sprache bedient, die zwar X auszusagen scheint, aber leider Y meint. Der Schreiber dieser Zeilen hat die Inhalte der Theologie des Leibes von Karol Wojtyla während seines Theologiestudiums durchgenommen und kann aus der jetzigen Perspektive sagen, dass er sie nicht verstanden hatte oder er hat sie anders verstanden als sie eigentlich gemeint war. Er ist sich auch sicher, dass keiner seiner Dozenten oder Professoren sie verstanden hatte oder sie wussten diesen Umstand gut zu verbergen, was er allerdings bezweifelt. Die Theologie des Leibes galt allen als schwierig, hochgeistlich, irgendwie romantisch verklärt, dem Schreiber dieser Zeilen und einigen anderen auch als äußerst nebulös, ungenau, irgendwie schwülstig und wenig konkret. Er erinnert sich noch an das Seminar, bei welchem diese Texte gelesen wurden, an die lähmende Langeweile und eine Atmosphäre irgendeiner Sinnlichkeit als  würde man in einem aufgeheiztem Raum ein süßliches, schlechtes Parfüm riechen, von dem es einem schlecht wird. Um an dieser Stelle mit dem harten Fazit zu beginnen, so ist die Theologie des Leibes zwar nicht häretisch im Sinne einer sententia haeretica ist, da sie sich nicht „direkt (directe) und unmittelbar (immediate) der geoffenbarten katholischen Glaubenswahrheit widersetzt“[1], dennoch erfüllt sie, unserer Meinung nach, den Tatbestand aller übrigen Zensuren als: Der Häresie nahe Meinung (sententia haeresi proxima) Nach Häresie schmeckende Meinung (sententia haeresim sapiens) Die Häresie begünstigende Meinung (sententia haeresi favens) Irrige Meinung (sententia erronea) Leichtfertige Meinung (sententia temeraria).[2] Wird für eine formale Häresie gefordert, dass eine sententia haeretica  ausgesprochen wird, dann enthält die Theologie des Leibes keine Häresien sensu stricto. Wird aber für eine lehramtliche Aussage – und Papst Johannes Paul II hatte ja seine Theologie des Leibes als Papst und nicht als eine Privatperson – verkündet, dann erfüllt diese Theologie leider nicht die Anforderung der Irrtumslosigkeit  des ordentlichen Lehramtes, sie befindet sich eindeutig nicht innerhalb der Tradition und deswegen braucht sie von den Gläubigen nicht im Glaubensgehorsam angenommen zu werden. Denn katholisch ist nicht das, was oder weil der Papst es sagt, sondern ein Papst hat Katholisches zu sagen und zu vertreten als der höchste Repräsentant der Tradition der Kirche.  Dies ist auch das katholische Verständnis vom Primat des Petrus, wie ihn die dogmatische Konstitution Pastor Aeternus des Ersten Vatikanischen Konzils (1870) darlegt:  „Den Nachfolgern des Petrus wurde der Heilige Geist nämlich nicht verheißen, damit sie durch seine Offenbarung eine neue Lehre ans Licht brächten, sondern damit sie mit seinem Beistand die durch die Apostel überlieferte (traditam) Offenbarung...

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Fr. Pietro Leone: “Die Theologie des Leibes”. (7) Eros oder Agape? Eros.

3.   Die Sprache der Agape Der Papst fährt fort, die sexuelle oder “fleischliche Liebe” zu supernaturalisieren und nennt sie: “die Sprache der Agape”, und behauptet, dass sie die Liebe Christi und der Kirche verkündet “mittels Gesten und Reaktionen, mittels der ganzen Dynamik … von Spannung und Vergnügen.” (22. Aug. 1984, West S.91). Er zählt vier Vergleichspunkte auf zwischen den zwei Formen der Liebe: beide sind frei, gänzlich, treu und fruchtbar. Hierauf ist zu antworten, dass alle Formen der Liebe von Natur aus frei sind; jede Liebe, die den Menschen zum Ziel hat, ist fruchtbar (wie wir in Kapitel 2 erörtert haben im Teil über die Natur der Liebe); es ist wahr, dass beide Formen der Liebe treu sind; Christi Liebe für Seine Kirche ist gänzlich, wohingegen wir erwiesen haben, dass eheliche Liebe es nicht ist. Der Römische Katechismus vergleicht Christi Liebe zu seiner Kirche nicht so sehr mit dem Akt der ehelichen Liebe im Allgemeinen: Er vergleicht Christi intimste Vereinigung mit der Kirche, Seine immense Güte zu uns, und die Göttlichkeit des Geheimnisses mit der Tatsache, dass das eheliche Band das intimste Band ist, das zwischen Menschen besteht, dass keine Liebe starker als diese ist, und dass diese Vereinigung heilig ist. Bezüglich des Aktes der ehelichen Vereinigung im Besonderen spricht der Katechismus in seiner Erörterung des zweiten Segens der Ehe, welche die Treue ist, von einer “besonderen, heiligen, reinen Liebe” … einer Liebe, die “immens” ist. Am Ende des Abschnitts über den Ehestand führt er aus, dass diese [eheliche] Liebe sowohl maßvoll als auch sittsam sein sollte. 4.   Das tiefgreifendste Zeichen der Agape „Nirgends tun Eheleute Gottes Liebe tiefergreifender kund als wenn sie ‚ein Fleisch‘ werden“, erklärt Mr. West (S.104), und fügt später hinzu: “Johannes Paul sagt, dass das wesentliche Element der Ehe als eines Sakraments die Sprache des Leibes ist, welches in Wahrheit ausgesprochen wird. Auf diese Weise ‘konstituieren‘ die Eheleute das sakramentalen Zeichen der Ehe.” (12. Jan. 1983). Wenn man die linguistische Metapher beiseitelässt, könnte man antworten, dass wenn Gottes Liebe die Liebe der Caritas ist, so kommen die Eheleute dieser Caritas-Liebe in ihrer Liebe durch die Nächstenliebe (Caritas) am nächsten. Der Akt der ehelichen Liebe kann ein Akt der Caritas-Nächstenliebe sein (wie oben ausgeführt), aber, wenn dem so ist, so zeichnet sich dennoch der eheliche Akt, der weniger durch seine Caritas-Nächstenliebe als durch seine Sinnlichkeit aus: der eheliche Akt, ist weniger durch die Caritas-Nächstenliebe als durch die sinnliche Liebe gekennzeichnet. Zweifellos: je größer die Caritas-Liebe eines Ehegatten zum andern ist, desto mehr nähert er sich der Caritas Gottes. Daraus folgt, ironischer weise, dass wenn ein Ehepartner aus einem bestimmten Grund aus der Caritas-Liebe zum Andern auf seine ehelichen Rechte verzichtet, er näher zu an die Caritas-Liebe Gottes kommt als wenn er von seinen Rechten Gebrauch gemacht hätte. Allgemein gesprochen, je größer die Leiden, die eine Person für eine andere auf sich nimmt, desto größer ist die Caritas-Nächstenliebe. Dies stimmt im höchsten Maße was die Liebe Christi zu seiner Kirche angelangt, somit stimmt es ebenso für die eheliche Liebe. In diesem Kontext spricht Jolivet (wie oben in Kapitel 4 zitiert) von “den härtesten Opfern, welche die Treue zur Pflicht auferlegt”. Was den Akt der ehelichen Vereinigung betrifft, wird dieser in der Tradition weniger als das Paradigma der Liebe als vielmehr ein Ersatz (compensation) für Liebe betrachtet. Der Katechismus...

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Fr. Pietro Leone: “Die Theologie des Leibes”. (6) Ehelicher Akt als Abbild der Beziehung zwischen Kirche und Christus?

B. Eheliche Liebe im Verhältnis zu Christus und Seiner Kirche Der Papst vergleicht die Einheit zwischen Christus und Seiner Kirche einerseits und der ehelichen Liebe andererseits in mehreren, unterschiedlichen Darstellungen.  1.  Die gegenseitige Unterordnung der Eheleute In seinem Kommentar zu Eph 5. 21-2, dass Ehemänner und Ehefrauen “einander untertänig in der Furcht Christi” (V. 21) sein sollen und “die Frauen [seien] ihren Männern untergeben wie dem Herrn”, behauptet der Papst, dass gegenseitige Unterordnung eine “gegenseitige Schenkung des Selbst” bedeute, dass der Ehemann “gleichzeitig der Frau untergeben” sei (11. Aug. 1982), und dass diese Ehrerbietung “keine andere ist als eine geistlich gereifte Form” der gegenseitigen Anziehung der Geschlechter (4. Juli 1984, West S.81). Als Antwort hierauf ist zu sagen, dass es in diesen beiden Versen nichts gibt, das auf einen Akt der ehelichen Vereinigung hinweist. Sie mögen ohne Weiteres im Bezug auf die eheliche Liebe im Allgemeinen interpretiert werden, d. h. die gegenseitige Hilfe der Eheleute (als zweites Ziel der Ehe). Diese Interpretation wird bestätigt durch die gleiche Geisteshaltung, ausgedrückt in Röm 12. 10: honore invicem servientes: kommet einander in Ehrerbietung zuvor. (Allioili).  Bezüglich der Unterordnung der Frau unter ihren Mann erinnert St. Thomas (in Summa I q. 96 a.4) daran, dass jede Gesellschaft eine Form der Autorität braucht, um die Aktivitäten dieser Gesellschaft zum Gemeinwohl hin zu leiten. In der Tat ist christliche Autorität nicht gebieterisch oder egoistisch, sondern beinhaltet Dienst und Hingabe nach dem Beispiel des Menschensohnes, der nicht kam um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen (Mt 20, 25-8). Was die Ehrerbietung Christus gegenüber betrifft, so drückt diese den Geist aus, der die Eheleute bewegen sollte, sich einander unterzuordnen, einen Geist, der weit entfernt von Servilität ist. 2.   Die Einheit des einen Fleisches Wir wenden uns nun der Interpretation des Papstes der Einheit “des einen Fleisch” [d.h. „sie werden ein Fleisch“] (Eph.5.31, cf. Gen. 2.24, Mt.19.5). Er versteht diesen Satz Als einen Akt der geschlechtlichen Vereinigung als ein Zeichen der Einheit Christi mit Seiner Kirche. In seiner Auslegung schreibt Mr. West: “Reine Männer und Frauen …  erkennen, dass der Ruf zur Vereinigung, eingeschrieben in ihre Sexualität, ein ‘großes Geheimnis’ ist, das die Einheit Christi mit Seiner Kirche verkündet”. Diese Aussage kommentierend, erstens stellen wir fest, dass dies ein weiteres Beispiel der Vermengung zwischen der natürlichen und der übernatürlichen Ordnung darstellt: ein rein natürliches Phänomen [sexueller Akt] wird als ein Zeichen für etwas rein Übernatürliches gehalten; zweitens interpretiert das Konzil von Trient die Vereinigung zu einem Fleisch nicht als einen Akt der sexuellen Liebe, sondern als die Einheit, welche die erste Eigenschaft der Ehe darstellt, so wie es die Worte des Heilands interpretiert (im nachfolgenden Vers in Mt 19,6) ‚was Gott vereint hat, darf der Mensch nicht trennen‘ als die Unauflöslichkeit, welche die zweite Eigenschaft der Ehe darstellt (Trient S. 24)...

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Fr. Pietro Leone: “Die Theologie des Leibes”. (5) Ehelicher Akt als Abbild der Trinität?

III Eheliche Liebe im Verhältnis zu Gott betrachtet Die eheliche Liebe und Gott Papst Johannes Paul II bringt den Akt der ehelichen Liebe auf zweierlei Weisen in Verbindung mit Gott: erstens mit der Liebe Gottes zu sich selbst in der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, zweitens in der Liebe Christi zu der Kirche. A. Eheliche Liebe im Verhältnis zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit Der Papst stellt fest, dass Gottes Geheimnis der Liebe “zur sichtbaren Realität durch die Vereinigung des ersten Mannes und der ersten Frau wird” (Rede vom 13. Okt. 1982, West S. 89). In seiner Darstellung der Theorie des   Papstes behauptet West, dass “eheliche Vereinigung gewissermaßen als  Ikone Bild des innerentrinitatischen Lebens gedacht ist” (West S. 25), und erklärt, dass “ein Fleisch werden” sich daher nicht nur auf die Vereinigung zweier Leiber beziehe (wie unter den Tieren), sondern “ein ‘sakramentaler’ Ausdruck sei, welcher der Kommunion (communion) von Personen entspreche” (Rede vom 25. Juni 1980, West S.25); Der Mensch bilde Gott “nicht nur durch seine/ Menschheit sondern auch durch die Gemeinschaft (communion) von Personen, welche Mann und Frau ja von Anfang an bilden” (14. Nov. 1979, West S.25). Hier haben wir folglich die Theorie, dass der Akt der ehelichen Liebe der Ausdruck bzw. das sakramentale Zeichen der innertrinitarischen göttlichen Liebe sei. Zu sagen, das eine Sache der Ausdruck oder das sakramentale Zeichen einer anderen sei, setzt zumindest voraus, dass: 1) eines mit dem anderen in einem direkten kausalen Zusammenhang verbunden ist, 2) eine die andere Sache darstellen muss. Dies ist jedoch für den Akt der ehelichen Liebe nicht der Fall, da 1) er nicht direkt von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit verursacht wird, sondern vielmehr von dem Ehepaar, die in Freiheit handeln; und 2) offenbart dieser Akt nicht die die innertrinitarische Liebe, da (wie wir weiter ausführen werden) er dazu zu unähnlich ist. Der Akt der ehelichen Liebe ist der innertrinitarischen göttlichen Liebe zu unähnlich, um ein Ausdruck derselben zu sein, da, nicht wie die göttliche Liebe, a) die erstere ist Liebe zwischen zwei menschlichen Personen (statt Liebe zwischen zwei göttlichen Personen zu sein); b) der Akt hat nicht notwendigerweise an der Liebe Gottes für sich selbst Anteil, denn es könnte sein, dass ein oder beide Eheleute nicht im Stand der Gnade sind;[1] c) der Akt der ehelichen Liebe ist kein Akt der vollkommenen Selbsthingabe; d) der Akt wird durch Konkupiszenz verdorben; e) der Akt ist Mittel zu einem Zweck, namentlich der zur Zeugung der Nachkommenschaft in dieser Welt. Weit davon entfernt, die Liebe zwischen Menschen als einen Ausdruck der innertrinitarischen Liebe zu sehen, weist die Kirche hierfür auf das Wort Gottes – Christus, Der der Ausdruck des Vaters ist: “…, welcher das Ebenbild Gottes ist, des Unsichtbaren” (Gottes) (Kol.1.15), den wie der Heilige Johannes sagt (1.18): “Gott hat niemand je gesehen; der eingeborne Sohn, der im Schoße des Vaters ist, er hat es uns kund getan.” Kurz gesagt, alles, was wir über die  innertrinitarische Liebe wissen können, die Liebe zwischen Vater und Sohn, ist das, was wir von der Lehre und von den Werken unseres Herrn Jesus Christus lernen können. Nach der Tradition der Kirche ist stellt die Liebe des Menschen im Gnadenstand zu Gott diejenige Form der menschlichen Liebe, welche am ehesten an die innertrinitarische Liebe heranreicht:  dies ist caritas – die christliche Liebe, deren vollkommene Form die Heiligkeit ist. Denn durch eben diese Caritas-Liebe...

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Fr. Pietro Leone: “Die Theologie des Leibes”. (4) „Eheliche Bedeutung des Leibes“ und Jungfräulichkeit.

3. Die eheliche Bedeutung des Leibes Nach der Theologie des Leibes ist die eheliche Bedeutung des Leibes die “Fähigkeit des Leibes, Liebe auszudrücken: genau diese Liebe, in der die Person zum Geschenk wird …” (Päpstliche Ansprache vom 16 Januar 1980, West S.29). In anderen Worten: die eheliche Bedeutung des Leibes ist eine Tatsache, dass er die sich völlig selbst hingebende Liebe ausdrückt. Der Papst fährt fort: “… und – durch diese Gabe – erfüllt [der Leib] genau die Bedeutung seines Seins und seiner Existenz.” An anderer Stelle im selben Diskurs beschreibt er die eheliche Bedeutung des Leibes als “das grundlegende Element menschlicher Existenz in der Welt.”[1] In einer späteren Ansprache (28. April 1982, West S.74) fügt er hinzu: “Auf der Grundlage derselben ehelichen Bedeutung des Leibes … kann diejenige Liebe gestaltet werden, die den Menschen der Ehe für die Dauer seines gesamten Lebens überantwortet, aber es kann auch diejenige Liebe gestaltet werden, welche zu einem Leben der Enthaltsamkeit »um des Himmelsreiches willen« beiträgt.” Überdies werden jene, die zum ewigen Leben auferstehen, “die absolute und ewige Bedeutung des verherrlichten Leibes in Vereinigung mit Gott selbst” erfahren. (24. März 1982, West S. 61.) Vom Naturrecht darauf antwortend, lässt sich dazu sagen, dass sich die Bedeutung des Leibes für die Sexualität von dem, was der Papst vorschlägt, unterscheidet, denn dem Naturrecht nachz (siehe Anfang des Kapitels 4) ist alles, was man über den menschlichen Leib diesbezüglich sagen kann, dass 1) die sexuelle Verschiedenheit von Mann und Frau auf die sexuelle Vereinigung hin geordnet ist; und 2) die natürliche Folge dieser sexuellen Vereinigung die Zeugung von Kindern ist.  Bezüglich der ersten Tatsache haben wir keinen Beweis auf der körperlichen Ebene, d.h. auf der rein natürlichen Ebene, dass dieser Akt der Vereinigung durch Geben, Nehmen oder beides charakterisiert wird. Bezüglich der zweiten Tatsache lässt sich feststellen, dass die Theologie des Leibes, wie auch der Personalismus, dessen Teils sie ist, in seiner Betonung des Subjektiven, d.h. des zweiten und mittelbaren Zweckes der Sexualität und Ehe, welcher die Liebe ist, dass [die subjektiv-personalistische Einstellung Red.] das Objektive vernachlässigt, und zwar den vorrangigen und endgültigen Zweck der Sexualität und Ehe, welchen die Fortpflanzung darstellt. Was die Behauptung des Papstes betrifft, dass die eheliche Bedeutung Leibes die Grundlage sowohl für die Ehe als auch für ein Leben der vollkommenen Keuschheit bildet, so muss gesagt werden, dass falls – was wir verneint haben – der Leib auf die sich selbst schenkende Liebe hin geordnet ist, so wäre dies beim Leib von jemand, der sich für ein Leben in der vollkommenen Keuschheit entschieden hat eben nicht der Fall. In diesem Falle wäre die sich selbst hingebende Liebe die Grundlage. Und deswegen umfasst das Leben in der vollkommenen Keuschheit nicht die Liebe, die durch den Leib ausgedrückt, sondern vielmehr den Verzicht auf ebensolche Liebe. Was die Behauptung des Papstes anbelangt, dass die eheliche Bedeutung des Leibes im Himmel erfahren werden wird, erinnern wir, dass die eheliche Vereinigung ein Zeichen der Einheit Christi mit der Kirche ist, hinsichtlich der Innigkeit, des Wohlwollens und der Heiligkeit der ehelichen Liebe, und nicht hinsichtlich der körperlichen Vereinigung; tatsächlich, da der Akt der körperlichen Vereinigung der Zeugung zugeordnet ist, existiert er nur für diese Welt und nicht für die andere, weshalb “bei der Auferstehung [werden] sie nicht heiraten, noch verheiratet werden; sondern sein, wie die Engel Gottes...

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Fr. Pietro Leone: “Die Theologie des Leibes”. (2) Personalismus und die Zwecke der Ehe.

I Die Theologie des Leibes als eine Lehre des Personalismus   Die Kirche lehrt drei Zwecke der Ehe: 1)     die Zeugung und Erziehung von Kindern; 2)     die gegenseitige Hilfe der Eheleute; 3)     als Gegenmittel gegen die Konkupiszenz (siehe den Römischen Katechismus, dargelegt oben in Kapitel 10). Die Kirche lehrt weiterhin, dass das erste Ziel auch das vorrangige Ziel ist (vgl. Kapitel 5 für die maßgeblichen Erklärungen des Lehramtes und die Beweise aus der Schrift, Patristik und spekulativen Theologie). Im Gegensatz zu dieser Lehre vertreten bestimmte moderne Autoren die Meinung, dass das Gut der Eheleute (vgl. zweiter Zweck der Ehe) von gleicher oder höherer Wichtigkeit ist als das Gut der Kinder (vgl. erster Zweck der Ehe) ist. Wir verweisen den Leser hierzu auf Kapitel 5 des vorliegenden Buches. Diese moderne Sichtweise wurde vom Magisterium verurteilt. Eine Erklärung des Heiligen Stuhls vom März 1944 (AAS XXVI p.103) stellt die Frage: „Kann man die Doktrin bestimmter moderner Schriftsteller zulassen, die verneinen, dass die Zeugung und Erziehung des Kindes der  oberste Zweck der Ehe ist, oder lehren, dass der Zweck dem ersten nicht wesentlich untergeordnet ist, sondern vielmehr von gleichem Wert ist und unabhängig vom ersten? Sie antworteten: Nein, dieser Lehre kann  nicht zugestimmt werden.“ In seiner Ansprache an die Hebammen (1951) bezeichnet Papst Pius XII eine solche Lehre als eine „ernsthafte Umkehrung der Ordnung der Werte und der Ziele, welche der Schöpfer selbst festgesetzt hat.“ Trotz dieser lehramtlichen Klärungen haben wir (in demselben Kapitel 5) gesehen, wie diese moderne Ansicht auf der Grundlage des Zweiten Vatikanischen Konzils wieder hervorgebracht wurde, wie sie, obgleich in versteckter Form ihren Weg in die Texte von Humanae Vitae gefunden hat und daraus in den neuen Kodex des Kirchenrecht, in den neuen Katechismus und ins Familiaris Consortio unter anderem.  Die Theologie des Leibes muss von diesem Hintergrund heraus betrachtet werden. Auch wenn sie nicht explizit verneint, dass die Zeugung und Erziehung der Kinder der primäre Zweck der Ehe ist, so ist sie fast ausschließlich mit der ehelichen Liebe beschäftigt und erwähnt höchstens die Fortpflanzung als einen Zusatz, wenn der Papst, bezugnehmend zu der „Verbindung von Personen, welche der Mann und die Frau bilden ..“ hinzufügt: „auf all dem, von Anfang an, ruhte der Segen der Fruchtbarkeit“ (14 November 1979, West S. 25)...

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Fr. Pietro Leone: “Die Theologie des Leibes” – eine Darstellung aus der Sicht des traditionellen Katholizismus. (1) Einleitung.

Anbei beginnen wir die Veröffentlichung von eigens aus dem Englischen übersetzten, wertvollen Texten, um ihre Lektüre auch denjenigen Lesern möglich zu machen, welche kein Englisch können oder es nicht ausreichend tun. Ja es ist mühevoll, aber Eugenie Roth macht es möglich. Obwohl wir Leser mit verschiedener theologischen Vorbildung haben, so werden wir den Text zuerst veröffentlichen und ihn anschließen kommentieren, da er, unserer Meinung nach, wirklich für sich selbst spricht. Er zeigt uns die traurige Wahrheit, wie das ordentlichen Lehramt schon unter Johannes Paul II von der katholischen Lehre abzuweichen begann. Traurig, traurig. Einleitung   Der folgende Aufsatz ist ein Teil des Buches von Don Pietro Leones über Ehe und Familie, The Family Under Attack (Die Familie unter Beschuss), bei Amazon erhältlich. Er wird ausschließlich von Rorate Caeli veröffentlicht, mit freundlicher Genehmigung des Autors. Fr. Pietro Leone sendet uns die folgende Nachricht: „Ich möchte dem Herausgeber von Rorate Caeli am Beginn seines zehnten Jahres für all seine wertvolle Arbeit gratulieren, die er für diese höchst zuverlässige und wirklich katholische Site aufwendet. Ich möchte ihm auch danken, daß er meine Schriften in den letzten Jahren veröffentlicht hat, beginnend mit meiner Analyse des Neuen Ritus‘ der Heiligen Messe, welches heute erschient, bis zu den Auszügen aus meinem jüngsten Buch ‚The Family under Attack‘. „Ich erachte es für die Katholiken von heute für wichtig, die “Theologie des Leibes” zu verstehen, was sie wirklich ist: eine Hilfe, den Glauben besser zu verstehen, ihn voller zu praktizieren, und so mit Hilfe der Göttlichen Gnade das Gelobte Land des Himmels zu erreichen, wo wir eines Tages gemeinsam von den Ewigen Gnaden Gottes singen mögen. „Ich sende allen Lesern meinen priesterlichen Segen und verspreche, für sie zu beten und Fürsprache zu halten vor dem Thron des Höchsten und dem der Heiligsten Mutter Gottes. „Ich bitte sie auch demütig, für mich zu beten.“ ‘Theologie des Leibes’ ist der Titel, den Papst Johannes Paul II einer Reihe von Reden gab, welche zwischen September 1979 und November 1984 gehalten wurden. Wenn wir diese Lehre im Licht der Tradition bewerten, so sehen wir, dass sie in ihren grundsätzlichen Annahmen keine Entwicklung der katholischen Lehre (im Sinne einer Klärung oder Vertiefung dieser Lehre), darstellen. Sie stellen  vielmehr einen Bruch mit ihr dar, also eine Neuerung. Daher kann diese Darstellung als katholische Lehre bezeichnet werden, sondern vielmehr als eine Reihe von persönlichen Meditationen des damaligen Papstes. Als Quelle für dieses Kapitel soll uns das Buch “Theology of the Body for Beginners“ (Theologie des Leibes für Anfänger) von Christopher West (Ascension Press, 2004), das eine nützliche Zusammenfassung dieser Theorie bietet. Dieser Dozent und Schriftsteller hat viel getan, die oben genannte Theorie internationaler bekannt zu machen. Die folgende Kritik, die ich so kurz wie möglich halten werde, wird hauptsächlich in der Anwendung der philosophischen und theologischen Prinzipien dieser Theorie bestehen, die in dem vorliegenden Buch aufgestellt werden. Dies wird eine gewisse Wiederholung mancher bereits diskutierten Themen nach sich ziehen, was in der Absicht erfolgt, eine kurze Synthese und Analyse sowohl im Detail als auch insgesamt der Theologie des Leibes zu bieten. Wir gehen folgendermaßen vor: zunächst werden wir diese Theorie als eine Lehre des Personalismus bewerten, dann ihr Verständnis der ehelichen Liebe selbst und schließlich ihr Verständnis ehelicher Liebe im Verhältnis zu Gott.  ...

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Don Pietro Leone: Johannes Paul II, „Theologie des Leibes“ – eine Kritik. Einführung.

Einführung Amoris Laetitia fiel nicht vom Himmel. Diese Adhortation stellt leider den bisherigen Höhepunkt, im Sinne des objektiven Tiefpunkts, der nachkonziliaren Entwicklung dar, welche die Person von Papst Franziskus am deutlichsten darstellt. Es begann mit schwarzen Schuhen, „Nehmen Sie das Zeug weg, Karneval ist vorbei“, sagte er zu den Pontifikalgewändern,[1] „Wer bin ich, um zu urteilen?“, meinte er zur Homosexualität[2] und dann folgte vieles, vieles mehr. Mit dem Pontifikat des Papstes befassen sich mehr oder weniger hasserfühlt verschiedene Blogger,[3] so wollen wir diese Thematik anderen überlassen. Aber die Ideen, welche Amoris laetitia vorbringt, waren in der nachkonziliaren Lehre, auch des ordentlichen Lehramtes, d.h. in den offiziellen Aussagen der Päpste, in nuce schon vorhanden. War es schon damals Häresie? Nein, denn nicht jeder Unsinn ist gleich eine Häresie, sondern nur das, was der dogmatischen Aussage direkt widerspricht. Aber auch bei Johannes Paul II finden sich Aussagen, welche mit der kirchlichen Tradition nicht übereinstimmen und zumindest verwirrend sind. Wir stellen dazu eine eigene Übersetzung, welche von der Bloggerin Eugenie Roth angefertigt wurde, des Aufsatzes, welcher von Don Pietro Leones, einem traditionalistischen Priester, auf Rorate Caeli verfasst wurde. Um diesen wirklich ausgezeichneten Aufsatz verstehen und würdigen zu können, muss man aber vorher entweder mit der Theologie des Leibes von Johannes Paul II / Karol Wojtyla auf dem Laufenden sein oder die Darstellung dieser Theologie auf Englisch Theology of the Body for Beginners von Christopher West (Ascension Press, 2004), auf welche sich Leone bezieht, durchlesen.[4] Wahrscheinlich gibt es auch solche Darstellungen dieser Lehre von Johannes Paul II auch auf Deutsch, da wir aber von dieser Theologie des polnischen Papstes wenig halten, werden wir hierzu nichts empfehlen. Da Buch von Don Pietro Leone The Family Under Attack scheint hingegen wirklich ausgezeichnet zu sein, was man der dargestellten Zusammenfassung entnehmen kann und diese wollen wir wärmstens empfehlen. Es ist in den USA bei Amazon.com erhältlich und bei dem jetzigen Wechselkurs geradezu günstig.[5] Warum empfehlen wir hier fast ausschließlich englische Bücher? Weil sie gut und katholisch sind. Man muss auch wirklich neidlos anerkennen, dass Amerikaner einfach gut und kommunikativ schreiben und zwar in allen Disziplinen und nicht wie die deutschsprachigen Humanwissenschaftler und Theologen in der heideggerischen Rahnerisierung verhaftet bleiben. (Und was ist das, bitte? Heiße Luft, nichts mehr.) Wenn man etwas weiß, dann kann man es auch einfach machen und wenn man es nicht weiß, dann eben nicht. Der Schreiber dieser Zeilen hat auch einiges auf Deutsch und Englisch geschrieben und wartet aber bis sich ein seriöser Verlag mit guten Vertriebswegen an ihn richtet und der Wink mit dem Zaunpfahl ist hiermit getan. Er wurde auch während seines ganzen Studiums mit Johannes Paul samt seiner Theologie des Leibes geradezu gemartert, hielt sie irgendwie für schwülstig und zu blumig, hat sich kaum etwas davon gemerkt, weil es für ihn keinen Sinn machte, im Gegensatz zum Thomismus. Aber erst der Aufsatz von Don Leone machte ihm erst jetzt klar wie heterodox doch diese Ansichten von Johannes Paul II/Wojtyla sind. Sie sind gnostisch, pelagianisch und stellen leider eine ungesunde Wende in der Theologie dar und zwar der lehramtlichen, auf welcher Amoris Laetitia jetzt baut. Es stellt sich wirklich die Frage, ob diese Wende von niemanden in den Jahren 1979 bis 1984 bemerkt worden ist, von den ewig gramen Sedisvakantisten abgesehen. Wir wollen hier nicht sagen, dass Sedisvakantisten per se Aussätzige sind...

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