Tradition und Glauben

Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (13 von 20). Autoritäten über den häretischen Papst.

In den vorigen Beiträgen haben wir dargelegt, warum die Geistlichen nichts gegen die Häresien von Bergoglio unternehmen. Jetzt kehren wir wieder zu den Aussagen der theologischen Autoritäten zurück, welche über den haereticus papa schreiben. Der nächste Theologe, der sich, nach Suarez, Gedanken über eine Möglichkeit eines häretischen Papstes machte, war der hl. Robert Bellarmin SJ (gest. 1621), der in seiner vielzitierten Aussage folgendes schreibt: „Ein Papst, der ein formeller Häretiker ist, hört per se auf ein Papst und das Haupt der Kirche zu sein, da er sogleich aufhört ein Christ und ein Mitglied der Kirche zu sein. Aus diesem Grund kann er verurteilt und von der Kirche bestraft werden. Das ist vereinbar mit der Lehre aller Väter, welche lehrten, dass formelle Häretiker automatisch jegliche Jurisdiktion verlieren.“ (hl. Robert Bellarmin, De Romano Pontifice II, 30).[1] Auf diese Art und Weise schlägt Bellarmin mehrere Fliegen mit einer Klappe: zwar darf ein Papst als Papst von niemanden gerichtet werden, wenn er aber ein formeller Häretiker wird, hört er sogleich auf Papst zu sein, wie alle formellen Häretiker jegliche Kirchengewalt verlieren, so auch ein häretischer Papst, als Nicht-Papst kann er gerichtet werden, da er sich selbst seines Amtes enthoben hat. Ferner lesen wir bei Bellarmin:    „So wie es erlaubt ist, dem Papst zu widerstehen, der den Leib angreift, so ist es auch erlaubt ihm Widerstand zu leisten, wenn er Seelen angreift oder die bürgerliche Ordnung zerstört, vor allem aber, wenn er versucht, die Kirche zu zerstören. Ich behaupte also, dass es erlaubt ist, ihm [dem Papst] zu widerstehen, indem man seinen Befehlen nicht gehorcht und seinen Willen behindert. Es ist jedoch verboten, ihn zu richten, zu bestrafen oder zu entthronen, da dies die Handlungen sind, die der Obrigkeit zustehen“ (Bellarmin, De Romano Pontifice, II.29). Die Aussage ist wohl klar: weil der Glauben und das Seelenheil das höchste Gut darstellen, so ist es erlaubt einem Papst zu widerstehen, der diese angreift. Die Amtsenthebung wird aber der Obrigkeit überlassen, wobei sich die späteren Autoren darüber Gedanken machten, wer unter dieser „Obrigkeit“ zu verstehen ist. Ähnlich schreibt Suarez über den Widerstand gegen den Papst: „Wenn der Papst etwas gegen die guten Sitten anordnet, so soll man ihm nicht gehorchen. Wenn er etwas gegen offensichtliche Gerechtigkeit und gegen das Gemeinwohl unternimmt, so ist es erlaubt sich ihm zu widersetzen.“ (Suarez, Opera omnia X, Paris 1856 ff., S. 321, Tractatus de fide dogmatica, Disp. 10, Sect. 6, Nr. 16) Wie man sieht, ist Katholizismus die Religion des gesunden Menschenverstandes und nicht des totalitären Kadavergehorsams, welcher das für gut und richtig befindet, was sich der jeweilige Tyrann wünscht. Sollte jemand dagegen einwenden, dass dies zwar angesehene Theologen, aber keine Heiligen schreiben, so zitieren wir in diesem Kontext auch einen Heiligen. Es handelt sich um den Hl. Franz von Sales (gest. 1622), der schreibt: „Wir behaupten nicht, dass der Papst nicht in seinen privaten Ansichten irren kann, wie es Johannes XXII. tat; ebenso wenig [meinen wir], dass er nicht ein völliger Ketzer wie Honorius sein kann. Wenn er ein offensichtlicher Häretiker ist, so verliert er seine päpstliche Würde und hört damit auf ein Mitglied der Kirche zu sein. Andererseits muss die Kirche ihn entweder seines Amtes entheben oder, wie manche sagen, erklären, dass ihm das Petrinische Amt weggenommen worden ist, indem die Kirche das feststellt, was der hl. Petrus sagte: „Und sein Bischofsamt möge ein anderer übernehmen! (et episcopatum eius accipiat alius)“ (Apg 1:20)[2] Der hl. Franz von Sales behauptet somit dasselbe, was Bellarmin und Suarez behaupteten, wobei er noch zwischen (1) der Häresie an sich unterscheidet, welche den Papst zu Häretiker stempelt und außerhalb der Kirche stellt und (2) der Amtsenthebung, welche durchgeführt oder wenigstens erklärt werden muss. Darüber wie nun die Amtsenthebung des Papstes zu erfolgen hat, machten sich spätere Theologen ihre Gedanken. So schreibt Johannes vom hl. Thomas (gest. 1644), einer der größten Thomisten aller Zeiten, folgendes:  „St. Hieronymus, indem er schreibt, dass sich der Ketzer selbst vom Leib Christi trennt, schließt dabei das Urteil der Kirche nicht aus, insbesondere in einer so schwierigen Angelegenheit wie die Amtsenthebung des Papstes. Stattdessen verweist er auf die Art des Verbrechens [der Häresie], bei der es sich um eine selbstständige Abtrennung von der Kirche handelt, welche keine zusätzlichen Zensuren [d.h. externe Strafen der Kirche] erforderlich macht. Dennoch sollte das Begehen dieses Verbrechens [der Häresie] von der Kirche kundgetan werden […]. Solange uns die Kirche dies nicht durch einen Rechtsbeschluss erklärt, dass der Papst zum Abtrünnigen oder Ketzer geworden ist, bleibt er, selbst wenn es sich bei ihm nach jemandes Privaturteil um einen offensichtlicher Häretiker handelt, in Beziehung zu uns (quoad nos) ein Mitglied der Kirche und konsequenterweise das Oberhaupt der Kirche. Das Urteil steht der Kirche zu und nur in diesem Fall hört der Papst auf in Beziehung zu uns (quoad nos) auf Papst zu sein. (Johannes vom Hl. Thomas, De Fide, disp. X, sect. VI, NN. 3-10, S. 316-317).“ Johannes vom hl. Thomas unterscheidet zwischen (1) der Häresie in se,...

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Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (12 von 20). Woher dieser Abfall oder die materielle Sünde.

Der nächste Grund für die jetzige Ungeistlichkeit, Verblendung und Feigheit unserer Hirten ist das Leben in der Sünde, auch in der materiellen Sünde.   Was ist materielle Sünde?   Sie tun etwas, was verboten ist, ohne zu wissen, dass es verboten ist. Eine materielle Sünde ist niemals eine schwere Sünde, weil die willentliche Zustimmung fehlt, aber es ist dennoch eine Sünde und zwar eine lässliche Sünde. Wenn man sich den Zustand unserer lieben Geistlichen bei Lichte ansieht, so sündigen die meisten schwer und zwar formell, wie die DBK durch die Einführung der Kommunion für Ehebrecher und Protestanten. Die meisten Priester sündigen durch ihre heterosexuellen und homosexuellen Konkubinate, durch vorgebrachte Häresien, durch Unglauben und was noch dabei anfällt. Aber sehr viele sündigen durch materielle Häresien aus denen leider die nachkonziliare Theologie besteht. Man lernt im Studium wenn nicht strikte Häresien, dann doch der Häresie nahe Aussagen, man wiederholt diese, weil man glaubt orthodox zu sein und schadet den Seelen, die man zu leiten hat. Es ist, als würden Sie im guten Willen Gift verabreichen. Die Menschen würden krank werden und sterben, Sie wüssten aber nicht warum. Die Geschichte der Medizin ist voll solcher Fälle, wo man Gift – wie Quecksilber bei Syphilis – verabreichte in der Überzeugung zu heilen.  Hatte man die Absicht zu schaden? Nein. Hatte man objektiv geschadet? Ja. Im Gegensatz zur Medizin sind die Nachwirkungen der theologischen Gifte langsamer ersichtlich, weil kaum jemand heutzutage der Meinung ist, dass Meinungen etwas verursachen und wirken und schon gar nicht theologische Ansichten. Dies ist falsch, weil Verfälschung des Glaubens qua Häresie nicht nur zeitliche, sondern auch ewige Folgen hat. Aber kehren wir zu materiellen Sünden zurück. Eine materielle Sünde ist eine leichte Sünde, sollte die Materie auch schwer sein. Welche Wirkungen haben leichte Sünden? Die Moraltheologie lehrt: „Sie disponieren zu schweren Sünden, weil sie: den speziellen Schutz Gottes aufheben, die Liebe zu Gott verringern, welche sich fürchtet Gott zu beleidigen, weil sie die Neigung zu schwereren Überschreitungen mehren, insbesondere dort, wo man schon leicht gesündigt hat.“[1] Zwar lassen sich leichte Sünden nicht aufsummieren, sodass z.B. 100 leichte Sünden eine schwere Sünde ausmachen, aber leichte Sünden verleiten dazu überhaupt eine schwere Sünde zu begehen. Nehmen wir die liturgische Sünde. Nach der Mehrheit der vorkonziliaren Moraltheologien ist eine bewusste Missachtung der Rubriken bei der Sakramentenspendung[2] oder gar eine freiwillige Zerstreuung insbesondere bei der Messe[3]  eine schwere Sünde. Wenn wir als die objektive geistliche Norm den Ritus der Sakramentenspendung nach den vorkonziliaren Normen betrachten, dann stellt der Ritus aller Novus Ordo Sakramente eine materielle Sünde dar. Wenn wir als die objektive geistliche Norm die vorkonziliare Theologie betrachten, dann stellt die gesamte nachkonziliare Theologie eine materielle Sünde dar. Wenn wir als die objektive geistliche Norm die vorkonziliare Verkündigung betrachten, dann stellt die gesamte nachkonziliare Verkündigung eine materielle Sünde dar. Aber neu bedeutet nicht falsch! wird jetzt jemand ausrufen. „Doch“, antworten wir, wenn die richtige Formel z.B. e= mc2 heißt, dann ist eine jede Veränderung, Neuerung oder Abweichung von ihr falsch, denn Wahrheit ist unveränderlich, insbesondere diejenige, die Gott, welcher die Wahrheit selbst ist, verbürgt. Wann fand die größte Aufgabe des Priesteramtes statt? Kurz nach dem Konzil als die Geistlichen, von anderen Gründen abgesehen, das Alte nicht mit dem Neuen vereinbaren konnten, da sie in der zweiwertigen Logik aufwuchsen. Aber auch die nachfolgenden Priestergenerationen, die mehr oder weniger nachkonziliar erzogen wurden, haben, wenn auch im guten Glauben, doch permanent materiell gesündigt. Diese sich häufenden leichten Sünden verblendeten immer mehr, erzeugten einen geistigen Smog und führten früher oder später zu schweren Sünden und zur Amtsaufgabe „wegen Übernahme der Vaterpflichten“ zum Beispiel. Wahrscheinlich meiden unsere lieben Geistlichen die Konfrontation mit dem vorkonziliaren Denken auch deswegen, weil sie Angst haben ihr Leben danach ändern zu müssen. Es ist doch kaum möglich dass, falls man die Zelebration im Alten Ritus entdeckt hat, man noch überhaupt Novus Ordo ohne Gewissensbisse zelebrieren kann, von der anderen Umsetzung der Ideen des Ordinariats, wie Kommunion für Protestanten zum Beispiel, ganz zu schweigen. Aber das Schweigen zum Sakrileg und zur Häresie ist eine weitere Sünde und zwar eine schwere Unterlassungssünde. Es folgt noch mehr Verblendung des Intellekts, welche die Erkenntnis der Wahrheit unmöglich macht und noch mehr Abnahme an Tugend qua Feigheit, welche ein Kämpfen um ein schwer erreichbares Gut (bonum arduum) ebenfalls unmöglich macht.  Und das, liebe Leserinnen und Leser, ist der Grund, warum keiner Franziskus der Häresie anklagt, weil unsere lieben Geistlichen durch den Novus Ordo theoretisch (sie erkennen es nicht) und praktisch (sie tun nichts) zu Apostaten geworden sind. Die Gründe dafür sind vornehmlich geistlich. Zu wenig Gnadenaufnahme durch die fehlenden Sakramentalien, zu viel Gnadenverlust durch materielle und formelle Sünden. [1] Müller, Theologia moralis, Bd. I, 475. [2] Müller, Theologia moralis, Bd. III, 116-117; 140; [3] Müller, Theologia moralis, Bd. III, 42: „Ast praevaluit sententia omnino tenenda, quae docet, Rubricas de agendis intra...

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Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (11 von 20). Woher dieser Abfall oder das abnehmende Brevier.

Sicherlich wird fast allen unseren Lesern die im letzten Beitrag vorgestellte Lehre von den Wirkungen der Sakramentalien neu sein. DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) wusste es auch nicht, denn niemand hat es ihm gesagt, obwohl er Theologie studierte. Er konnte also aufgrund seines Nichtwissens gezielt keine aktuellen Gnaden erbeten. Dennoch stellte er fest, dass er durch das Beten des Alten Breviers spirituell sehr schnell fortgeschritten ist. Dazu aber später. In dieser Lage, wie es DSDZ war, sind wohl 99% aller Priester und Ordensleute. Sie wissen nicht, wie man mehr aktuelle Gnaden erhält, die meisten wissen nicht mal, dass es aktuelle Gnade gibt. Es gibt aber durchaus Personen des geistlichen Standes, die um ihre eigene Heiligung bemüht sind, dennoch irgendwie nicht weiterkommen. Warum? Weil die nachkonziliaren Sakramentalien dermaßen geändert worden sind, dass sie entweder gar keine oder kaum aktuelle Gnade vermitteln. Wie will man das beweisen? Novus Ordo Sakramente ungültig? Durch die Auswirkungen der Konzilsreformen und den jetzigen Zustand unserer Geistlichkeit. Unter vielen traditionellen Katholiken, Anhängern der FSSPX und hauptsächlich unter den Sedisvakantisten herrscht die Meinung, dass die Novus Ordo Sakramente ungültig seien. Dies ist aber falsch und das aus zweifachen Grund. Es ist wirklich nicht mit den Dogmen von der göttlichen Vorsehung und von der Allgemeinheit des göttlichen Heilswillens vereinbar, dass Gott es zulassen würde, dass ab ca. 1970 alle Sakramente ungültig werden würden. Weil viele Sakramente absolut heilsnotwendig sind, so würde ihre Ungültigkeit das Heil für allermeisten Menschen ausschließen. Sedis und Anhänger der FSSPX reden sich so raus, dass die Sakramente in ihren Kapellen natürlich gültig seien. Dies stimmt zwar, sie sind gültig (valide), aber unerlaubt (illicite) und daher dürfen sie nicht ohne Not, d.h. nur dann wenn kein regulärer Priester erreichbar sind, dort empfangen werden. Aber angenommen Sedisvakantisten haben Recht und Sakramente sind ausschließlich bei ihnen gültig, dies würde praktisch fast alle Katholiken ausschließen, die zu keiner Sedi-Kapelle Zugang haben oder wissen Sie, wo die nächste Sedi-Kapelle ist? Eine falsche Prämisse führt immer zu absurden Lösungen. Aber die Annahme von der Ungültigkeit der Novus Ordo Sakramente ist auch aus rein theologischen Gründen falsch. Denn sie unterscheidet nicht streng genug zwischen dem eigentlichen Sakrament (sacramentum tantum) und den beigefügten Zeremonien (caeremoniae adnexae). Die letzteren sind Sakramentalien,[1] sodass man sagen kann, dass der Ritus der Sakramentenspendung zu 98% oder 99% aus Sakramentalien besteht. Wie wir hier schon öfters schrieben: die Anforderung an die Gültigkeit (validitas) eines Sakraments sind wirklich minimal.[2] Im Falle der Taufe genügt es, wenn ein Laie und sogar ein Ungetaufter Wasser nimmt,[3] jemanden besprengt und sagt, auch in der Landessprache, Ich taufe Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Diese Art der Taufe, auch Laientaufe genannt, wurde schon immer von der Kirche anerkannt.[4] Die Taufe ist gültig, weil ihr aber alle die Sakramentalien fehlen welche einer vorkonziliaren Taufe beigefügt sind, ist sie natürlich weniger heiligend und wirkungsvoll als eine Taufe, die sozusagen „die ganze Packung“ der Heiligung beinhaltet. Ebenso verhält es sich mit anderen Sakramenten. Bei allen Novus Ordo Sakramenten ist die Form und Materie unverändert geblieben, gleich was Father Cekada über die Priesterweihe oder sonst noch schreibt. Die Novus Ordo Sakramente heiligen dennoch weniger, weil sie fast aller Sakramentalien entledigt worden sind. Ebenso ist die Novus Ordo Messe gültig, in diesem Sinne, dass darin ein Sakrament verwirklicht wird (sacramentum confecit), wenn die Wandlung stattfindet, was sie ja meistens tut. Da aber eine Novus Ordo Messe, sollte sie auch tatsächlich nach den Rubriken zelebriert werden, was in D, A und CH kaum stattfindet, fast keine Sakramentalien der Tridentinischen Messe enthält, so heiligt die Novus Ordo Messe als Messe viel weniger, weil das eucharistische Sakrament von der Messe selbst kaum abzusondern ist. Da uns die Sakramentalien dazu disponieren, wie es Bischof Müller darlegt, „damit mit reichlicher Frucht die Sakramente empfangen werden können und dem Messopfer beigewohnt wird,“[5] so sind wir durch die Novus Ordo Messe schlechter zum Kommunionempfang disponiert und wir erleben die Messe als Messe ebenso weniger heiligend. Die Thematik der Novus Ordo Sakramente werden wir sicherlich noch in anderen Beiträgen vertiefen. Hier beantworten wir die Frage, warum die nachkonziliaren Geistlichen dermaßen ungläubig geworden sind, dass sie nicht einmal die bergoglianischen Häresien sehen geschweige denn ermahnen. Die Antwort darauf lautet: weil die Sakramente, die sie spenden und empfangen, aufgrund der fehlenden Sakramentalien, ihnen, wie uns ja auch, kaum aktuelle Gnaden vermitteln. Denn der tägliche Strom der aktuellen Gnaden fließt uns durch Sakramentalien – nicht durch Sakramente – zu, da wir die letzteren viel seltener empfangen. Das nahrhafte Brevier oder die Brevierreform Damit die geistlichen Stände der Kirche (Ordensleute, Priester) auch geistlich bleiben, so schreibt ihnen die Kirche ein Mindestmaß an täglichen Praktiken vor. Unterschreitet man diese ohne Not (z.B. Krankheit), so begeht man eine Todsünde. Zu welchen Praktiken sind die geistlichen Stände täglich verpflichtet? Zum Stundengebet Zur hl. Messe (bei den meisten Orden)...

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Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (10 von 20). Woher dieser Abfall oder fehlende Sakramentalien.

Was sind Sakramentalien?   Nach Bischof Ernest Müller, der sich diesem Thema mit aller Ausführlichkeit widmet, lässt sich zu Sakramentalien folgendes sagen: Sensu latiori intellecta Sacramentalia sunt actiones vel res ad cultum divinum ordinatae, quae hominum sanctificationi inserviunt. Im breiteren Sinne sind Sakramentalien Handlungen oder Dinge, die zum Gotteskult hingerichtet sind, welche der Heiligung der Menschen dienen. Sunt quadruplicis classis: Es gibt vier Klassen der Sakramentalien: Alia hominem sanctificandum vel res ad hominis sanctificationem et salutem destinatas potestati daemonum eripiunt, nempe exorcismi; Einige, welche zur Heiligung des Menschen dienen oder Dinge, die zur Heiligung und Rettung bestimmt den Menschen aus der Macht der Dämonen befreien – dies sind die Exorzismen, 2. Alia ad sanctificationem disponunt, in homine fidem, reverentiam, devotionem erga Deum ac res divinas excitando, nempe caeremoniae Sacramentis et Missae sacrificio adnexae; Andere, welche zur Heiligung disponieren, damit im Menschen Glaube, Ehrfurcht, Ergebenheit Gott gegenüber und den göttlichen Dingen erweckt werde, dies sind nämlich die Zeremonien, welche den Sakramenten und dem Messopfer beigefügt sind; 3. Alia sanctificationem promovent et augent, videlicet pia quaedam exercitia, qualia sunt oratio Dominica, preces ab Ecclesia statutae (e.g. horae canonicae), orationes in loco sacro recitatae, generalis confessio in Missa et Offcio divino dici solita, humilis et supplex tunsio pectoris, eleemosyna; per quae gratiae actuales obtineri, peccata venialia expiari, poenae temporales redimi possunt; Andere, welche die Heiligung fördern und vermehren und zwar fromme Übungen, welche das sind das Herrengebet [Vater unser], Gebete von der Kirche vorgeschrieben (z.B. Stundengebet), Gebete, die am heiligen Ort rezitiert werden, allgemeines Schuldbekenntnis, das in der Messe und im Offizium gebetet wird, demütiges und untergebenes Brustschlagen, Almosen; durch welche aktuelle Gnaden erhalten, lässliche Sünden gesühnt, zeitliche Sündenstrafen abgetragen werden können.“[1]   Bevor wir hier Bischof Müller weiter zitieren, fassen wir zusammen, was die Sakramentalien unter anderen bewirken: Sie verleihen aktuelle Gnaden, so Gott will, aber Er will schon. Wodurch kann man also konkret aktuelle Gnaden erhalten? Durch: Verrichtung von exorzismierenden Gebeten (St. Michael Erzengel Gebet), Verwendung von exorzismierenden Gegenständen (St. Benedikt Medaillie) Beiwohnung bei Zelebration der Sakramente, Beiwohnung bei der hl. Messe, Vater Unser, Gebete der Kirche – Brevier, Stundengebet, Rezitieren der Gebete am heiligen Ort (Kapelle, Kirche), Allgemeines Schuldbekenntnis in der Messe, im Offizium, Brutschlagen im Sinne von mea culpa, aber demütig, Almosen geben. Wenn Sie also 1) bis 10) verrichten, erhalten sie aktuelle Gnaden, d.h. gewissermaßen zusätzliche Batterieladungen für Ihr Handy. Dies positiv gewendet, negativ gewendet, können Sie dadurch die lässlichen Sünden sühnen und zeitliche Sündenstrafen, jetzt schon und nicht erst im Fegefeuer, abtragen. Ist das nicht schön? Aber lesen wir weiter: 4. Sanctificationem juvant benedictiones personarum et rerum, quibus quaedam vis salutifera adnexa est vel ex intrinseca sanctitate, prout ss. Nominibus Jesu et Mariae, signo s. Crucis, vel es benedictio Ecclesiae, sicuti aquae lustrali, candelis, palmis, cineribus, exulentis etc. Ecclesiae more benedictis; per quas impetrari possunt gratiae acutales, deleri leviora peccata, infestations demonis repelli, obtineri etiam beneficia temporalia e.g. sanitatis, si expediant saluti animae. Ubi notandum, quod Sacramentalia non immediate tollunt peccata venialia, sed quatenus per illa impetratur gratia ad eliciendos actus doloris vel charitatis, quorum vi peccata veniali delentur. Hinc omnibus fidelibus consulendum, ut post sumptionem aquae benedictae etc. eliciant actum doloris vel amoris. [2]   Der Heiligung helfen die Segnungen von Personen und Dingen, welchen eine gewisse heilbringende Kraft hinzugefügt ist. [Sie rührt] entweder aus der inneren Heiligkeit [her], wie im Falle der heiligen Namen Jesu und Mariä oder beim Kreuzzeichen, oder [die heilbringende Kraft] stammt aus den Segnungen der Kirche, wie beim Weihwasser [zur Reinigung der Sünden], bei Kerzen, Palmzweigen, Asche, Lebensmitteln etc.; per welche aktuelle Gnaden erbeten, leichte Sünden getilgt, Infestationen der Dämonen vertrieben, auch zeitliche Wohltaten, wie Gesundheit, erlangt werden können, wenn sie der Rettung der Seele dienen. Ferner sei anzumerken, dass Sakramentalien nicht unmittelbar die lässlichen Sünden tilgen, sondern dann, wenn durch sie Gnade durch die Erweckung der Akte der Reue und der Liebe erbeten wird, durch deren Kraft die lässlichen Sünden getilgt werden. Daher empfiehlt es sich allen Gläubigen, dass sie nach dem Gebrauch des Weihwassers Akte der Reue oder der Liebe erwecken.                 Was bedeutet das? Dass in den gesegneten Gegenständen eine heilbringende Kraft (vi salutifera) wohnt. Diese strahlen von sich aus Heiligkeit und Heiligung aus, weil sie aufgrund der konstituierenden Segnung (consecrationes et benedictiones constitutivae) wie Sakramente ex opere operato wirken.[3] Diese Lehre ist auch nicht allen bekannt. Nicht nur Sakramente wirken an sich ex opere operato, konstituierende Segnungen, diejenigen also, welche ein für allemal eine Sache (Kreuz, Kirche) oder eine Person (z. B. Abtweihe) dem weltlichen Gebrauch entziehen, wirken ebenfalls auf diese Art und Weise. Dies bedeutet konkret, dass eine gesegnete Marienstatue, wie ein Sakrament, an sich wirkt. Sie heiligt objektiv, natürlich die recht disponierten und nicht nur diejenigen „die halt so daran glauben“, indem sie sich etwas einbilden. Wenn Sie im Gnadenstand sind, werden Sie sich in gesegneten Räumen...

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Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (9 von 20). Woher dieser Abfall oder eine kleine Gnadenlehre.

Der menschliche Zustand der Kirche (Bergoglio – Häretiker Kardinäle – Feiglinge) ist uns allen bekannt. Uns interessiert  aber die Frage:  Wie ist dieser Glaubensabfall der Geistlichkeit theologisch möglich? Dieser Abfall findet auf drei Ebenen statt: Glaubensabfall an sich – Verbreitung und Begünstigung der Häresien Moralischer Abfall – Kindesmissbrauch, Homosexualität und Konkubinat Fehlende Charakterstärke um gegen 1. und 2. vorzugehen In der Kirchengeschichte waren die Punkte 1. und 2. immer miteinander verbunden, aber immer wieder gab es eine Gruppe unbescholtener Reformer, welche das Übel sahen und dagegen dezidiert vorgingen. Dieses fehlt jetzt. Man muss auch sagen, dass es dieses Ausmaß an moralischen Sumpf, insbesondere, was den Kindesmissbrauch anbelangt oder sexuellen Missbrauch von Seminaristen durch Priester und Bischöfe, noch niemals gegeben hat.  Woher wissen wir das? Aus den historischen Quellen. Es wurde immer wieder Priesterkonkubinat beklagt, in den Zeiten der frühen gregorianischen Reform benutzte man dafür den Begriff „Nikolaiten“, ab und zu wurde auch Homosexualität/Sodomie unter Geistlichen beklagt, aber keine noch so antikatholischen Schriften sprechen vom systematischen und organisierten Kindesmissbrauch, wie er von ganzen Orden nach dem Konzil gepflegt wurde. Wenn sich einige auf das Werk von hl. Petrus Damiani Liber Gomorrhianus aus dem Jahre 1049 verweisen, um zu zeigen, dass es im Mittelalter auch nicht besser gewesen ist, dann haben sie wahrscheinlich dieses Buch nicht gelesen. Denn der hl. Petrus Damiani beschreibt, manchmal sehr naturalistisch, einvernehmliche, sexuelle Praktiken der Mönche miteinander und keine sexuellen Übergriffe Erwachsener gegen Kinder oder Erwachsener gegen Erwachsene. Wenn jemand darauf erwidert, dass es das immer gegeben hat, nur dass es besser versteckt und vertuscht wurde, so antworten wir darauf, dass ab einer bestimmten Größenordnung an nichts mehr versteckt oder vertuscht werden kann. Wie die ZDF-Doku zeigt, ist das Ausmaß enorm und der Vatikan weiß über alles seit Jahren Bescheid.  Aber wie konnte es dazu kommen? Wir wollen hier nicht psychologisch oder soziologisch antworten, sondern theologisch. Daher erfolgt hier eine längere Ausführung zu Gnadenlehre und Sakramentalien, welche zwar ein Nebengleis unserer Darstellung zum bergoglianischen Antipapsttum darstellt, Sie aber, werter Leserin, werte Leserin vielleicht retten kann. Denn die Tatsache, dass Bergoglio ein Antipapst ist, was viele bestreiten, macht Ihren persönlichen Kohl auch nicht fett, wenn dieser kulinarische Vergleich gestattet sein möge. Die Information aber, wie man an mehr Gnade kommt, schon. Wir starten aber von der Frage aus, was aus unseren lieben Geistlichen geworden ist, dass nicht einmal Bischöfe und Kardinäle den vermeintlich amtierenden Papst oder einen der Päpste wegen Häresie ermahnen. Ist Bergoglio Papst, gehört er ermahnt und als Häretiker abgesetzt, ist er Antipapst, braucht man auf ihn nicht hören und er gehört ebenfalls abgesetzt, weil die Kirche von einem Papst und keinem Antipapst regiert werden soll. Alle Verantwortlichen schweigen aber und der Widerstand, wenn er kommt, kommt von den Bloggern, welche, da keine Bischöfe und keine Kardinäle, einem Volkssturm ähneln. Es ist nicht von ungefähr, dass wir immer wieder auf die Geistlichen eindreschen. Sie haben, nach der katholischen Lehre mehr Gnade als die Laien und deswegen sind sie ontisch befähigt das Geistliche wahrzunehmen, es dem Volk zu kommunizieren und dieses durch die Sakramente zu heiligen. Ein katholischer Priester hat ein zusätzliches Sakrament mehr und ist kein protestantischer Prediger oder Religionsdiener, der ein Laie ist. Weil ein Geistlicher mehr Gnade hat, so kann er diese vermitteln. So viel zur Theorie.  Aber wie konnte es mit unseren Geistlichen geistlich so weit kommen?   Dazu gibt es eine zweigeteilte Antwort: a. Fehlende „Ernährung“ durch fehlende Gnade. b. Verstockung durch permanente Sünde.   Ad a. Nach der katholischen Glaubenslehre braucht der Mensch Gnade, um ein übernatürliches Gut zu erreichen. Dogmatisch formuliert, heißt es wie folgt:  Zu jedem Heilsakt ist die innere übernatürliche Gnade Gottes (gratia elevans) absolut notwendig. (De fide).[1] Katholizismus ist keine Selbsterlösungsreligion wie Buddhismus. Gott gibt jedem Menschen, auch Ungläubigen und Sündern, wenigstens so viel Gnade, dass sich diese, wenn sie es wollen, sich bekehren können. Die Dogmatik fasst es wie folgt auf:  Gott gibt allen Gerechten hinreichende Gnade (gratia proxime vel remote sufficiens) zur Beobachtung der göttlichen Gebote. (De fide)[2] Gott gibt allen gläubigen Sündern hinreichende Gnade (gratia saltem remote sufficiens) zur Bekehrung. (Sententia communis)[3] Gott gibt allen schuldlos Ungläubigen (infideles negativi) hinreichende Gnade zur Erlangung des ewigen Heiles. (Sententia certa)[4]   Was ist die hinreichende Gnade (gratia sufficiens)? Laut Premm ist die  „hinreichende Gnade (gr. sufficiens) jene, die zwar, soweit es auf sie ankommt, hinreicht, um den freien Willensakt setzen zu können; tatsächlich aber bleibt sie ohne Effekt, weil der Wille dieser Gnade nicht zustimmt, sie nicht benützt. […] An sich ist sie eine wahrhaft vollauf hinreichende Gnade, durch die verweigerte Zustimmung des menschlichen Willens wird sie zur bloß hinreichenden (gr. vere sed mere [pure] sufficiens). Von dieser Gnade gilt: „Ich habe gerufen, ihr aber habt nicht gewollt“ (Spr 1, 24).[5] Was bedeutet das? Stellen Sie sich vor Sie haben ein Handy. Seine Batterie muss über...

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Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (8 von 20). Grenzen der Unfehlbarkeit. Suarez.

  Wie im vorigen Beitrag erwähnt, war die Kirche spätestens seit Si Papa (ca. 1140) der Meinung, dass ein Papst, obwohl er keiner höheren Autorität unterliegt, weil er die höchste Autorität ist, er dennoch wegen Häresie gerichtet werden kann. Dies geht auch, wie Robert J. Siscoe zeigt, aus der Weihepredigt des Innozenz III. (gest. 1216) hervor, welcher sagte:   „Denn der Glaube ist für mich so notwendig [im Sinne von grundsätzlich unerlässlich Red.], dass während ich für andere Sünden nur Gott zum Richter habe, ich allein für die Sünde, die gegen den Glauben gerichtet ist, von der Kirche gerichtet werden könnte.“[1] Wir sehen, dass dieser große und einflussreiche Papst des Mittelalters sich durchaus seiner amtlichen und persönlichen Beschränkungen bewusst war und sich selbst nicht für den losgelösten und absoluten „Macher“ des Glaubens hielt, was mutatis mutandis auch auf Paul VI. und Johannes Paul II. anzuwenden ist, liebe Ultramontanisten und Papolatristen! Obwohl die Papstgeschichte nach Innozenz III. sich sehr wechselvoll gestaltete, so wurde die Frage nach einem häretischen Papst erst in der Reformationszeit wirklich prekär, weil in vielen Ländern, wie zum Beispiel im Römischen Reich der deutschen Nation, viele ehemalige katholische Bischöfe sich „reformierten“, was gleichbedeutend damit war, dass sie samt Konkubine (damals noch weiblich) und Kirchenschatz zum Luthertum übertraten. Die katholischen Theologen nahmen demzufolge an, dass das, was also für einen Bischof galt, auch theoretisch für einen Papst gelten konnte. Daher fingen einige Theologen an sich in der Nachreformationszeit die Frage zu stellen was nun passieren würde, wenn ein Papst tatsächlich in Häresie fallen sollte. Sie hielten dennoch dieses Szenario für unwahrscheinlich und die eigenen Erwägungen für sehr theoretisch.[2] So schreibt Franziskus Suarez SJ (gest. 1617), der Gigant der Barockscholastik, Folgendes:   Mihi magis pium et probabilius videtur, posse quidem Papam ut privatam personam errare ex ignorantia, non tamen ex contumacia. Quamvis enim efficere Deus possit, ut haereticus Papa non noceat Ecclesiae, suavior tamen modus providentiae est, ut, quia Deus promisit Papam definientem numquam erraturum, consequenter provideat, ne umquam ille haereticus sit.[3]     „Mir erscheint es frommer und wahrscheinlicher, dass ein Papst als eine Privatperson aus Unwissenheit (ex ignorantia) irren kann, nicht aber aus Widerspenstigkeit (ex contumacia). Obgleich kann Gott bewirken, dass ein häretischer Papst der Kirche nicht schadet, lieblicher ist es aber und mehr nach der Art der Vorsehung, dass, weil Gott versprochen hat, dass ein definierender Papst niemals irren wird, so wird Gott auch vorhersehen, dass jener [der Papst] niemals ein Häretiker sein wird.“ Nun ja, diese Aussage ist eine wichtige Theologenmeinung, denn Suarez ist schon eine Autorität und auch ein frommer Wunsch, der sich nach der höheren theologischen Wahrheit vom Walten der göttlichen Vorsehung (providentia) richtet. Wenn man von diesem Axiom ausgeht, so kann man folgerichtig fragen:   Wenn Gott seinen Beistand der Kirche im Papst als der höchsten nicht irrenden Autorität versprochen hat, warum sollte sich Gott da widersprechen? Bedenken wir jedoch, dass Suarez den Ausdruck papa definiens – „ein definierender Papst“ verwendet, womit wohl ein Papst gemeint ist, der willentlich und wissentlich eine Glaubenswahrheit definiert. Was viele Gläubige nicht wissen oder nicht wahrhaben wollen, sodass manche im Sedisvakantismus enden, ist die Tatsache, dass der Rahmen der päpstlichen Unfehlbarkeit nach Vaticanum I. wirklich sehr eng umrissen ist. Gründlich und kompetent stellt dieses Thema wieder einmal Robert J. Siscoe dar, dessen Aufsatz über die Päpstliche Unfehlbarkeit wir hier übersetzt veröffentlichen werden und daher diesbezüglich nicht vorgreifen wollen. Ganz kurz wollen wird dazu das Erste Vatikanische Konzil zitieren, welches beschließt:   Wenn der Römische Bischof »ex cathedra« spricht, das heißt, wenn er in Ausübung seines Amtes als Hirte und Lehrer aller Christen kraft seiner höchsten Apostolischen Autorität entscheidet, daß eine Glaubens- oder Sittenlehre von der gesamten Kirche festzuhalten ist, dann besitzt er mittels des ihm im seligen Petrus verheißenen göttlichen Beistands jene Unfehlbarkeit, mit der der göttliche Erlöser seine Kirche bei der Definition der Glaubens- oder Sittenlehre ausgestattet sehen wollte; und daher sind solche Definitionen des Römischen Bischofs aus sich, nicht aber aufgrund der Zustimmung der Kirche, unabänderlich. (DH 3074) Dies bedeutet, dass ein Papst: als Papst, der höchste Hirte der Kirche, der in einer verbindlichen und definierenden Art und Weise spricht, über etwas, was die Glaubens- oder Sittenlehre betrifft. in diesem eng umrissenen Rahmen nicht irren kann, weil da das Charisma der Unfehlbarkeit greift. Das ordentliche Lehramt ist nur dann unfehlbar, wenn es das Bisherige wiedergibt, wohingegen ein Kathedralurteil etwas öffentlich macht, was implicite immer schon in der Lehre und Tradition der Kirche vorhanden gewesen ist, siehe das ex cathedra Urteil von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel, das sich in der Dogmatischen Konstitution Munificentissimus Deus (1950) einfindet:   Nachdem Wir nun lange und inständig zu Gott gefleht und den Geist der Wahrheit angerufen haben, verkündigen, erklären und definieren Wir zur Verherrlichung des Allmächtigen Gottes, dessen ganz besonderes Wohlwollen über der Jungfrau Maria gewaltet hat, zur...

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Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (7 von 20). Vorgehen beim häretischen Papst. Si Papa.

Der Kanon – Si Papa Obwohl die Frage nach der Möglichkeit der Absetzung eines häretischen Papstes schon im Decretum Gratiani (um 1140) im Kanon Si Papa positiv geklärt wurde, so begann man ernsthaft erst in der Nachreformationszeit die Frage zu stellen, wie denn zu verfahren sei, wenn ein Papst in Häresie fallen sollte. Wir verweisen an dieser Stelle auf den ausgezeichneten Aufsatz von Robert. J. Siscoe „Kann die Kirche einen häretischen Papst verurteilen“, wo er alle wichtigen Quellen und Argumente zusammenträgt. Da wir auch für theologisch und juristisch nicht vorgebildete Leser schreiben, so wollen wir einige hier verwendete Begriffe entschlüsseln. Was ist das Decretum Gratiani? Es ist eine Quellensammlung des römischen Rechts, der Papstbriefe (Dekretalen), der Konzils-und Synodalakten und älterer Rechtssammlungen, welche ein Mönch Namens Gratian um das Jahr 1140 zusammengetragen hatte. Decretum Gratiani ist die Hauptquelle des römischen Rechts, mit welchem jeder Jurastudent im ersten Semester in Berührung kommt. Wenn man berücksichtigt, dass das römische Recht, hauptsächlich durch das Decretum Gratiani uns überliefert, mit dem Zwölftafelgesetz (ca. 450 v. Chr.) anfängt, so umfasst die Quellensammlung des Gratians, welche Gesetzestexte von 450 v. Chr. bis 1140 n. Chr. enthält, 1590 Jahre Rechtsgeschichte. Und was bedeutet das? Dass das Decretum Gratiani viel ältere Rechtsquellen anführt als die, deren Gratian ein Zeitgenosse war. Dieser Grundsatz ist auch auf Si Papa (Decretum Gratiani, distinctio 40, cap. 6) anzuwenden. Si Papa war spätestens bei der Niederschrift um das Jahr 1140 bekannt, aber wir wissen nicht, aus welcher Zeit dieser Kanon stammt. DSDZ weiß in diesem Moment nicht, ob die einzelnen Teile des Decretum Gratiani zeitlich einzuordnen sind, was man wohl anhand von Parallelquellen machen müsste. Vielleicht lesen uns irgendwelche Kanonisten, Mediävisten oder Rechtshistoriker, die diese Frage kompetent beantworten können. Es ist also durchaus möglich, dass der Kerntext von Si Papa bspw. aus dem VI. Jhdt. stammt, aber erst im XII. Jhdt. verschriftlicht wurde. Aber zitieren wir endlich den besagten Kanon Si Papa, den wir in eigener Übersetzung wiedergeben: Si papa suae et fraternae salutis negligens reprehenditur inutilis et remissus in operibus suis, et insupera bono taciturnus, quod magis officit sibi et omnibus, nichilominus innumerabiles populos catervatim secum ducit, primo mancipio gehennae cum ipso plagis multis in eternum vapulaturus. Huius culpas istic redarguere presumit mortalium nullus, quia cunctos ipse iudicaturus a nemine est iudicandus, nisi deprehendatur a fide devius; pro cuius perpetuo statu universitas fidelium tanto instantius orat, quanto suam salutem post Deum ex illius incolumitate animadvertunt propensius pendere. Wenn der Papst getadelt wird, dass er sein eigenes Heil und das seiner Brüder vernachlässigend nutzlos und nachlässig in seinen Werken ist und darüber hinaus schweigt, was das Gute anbelangt, was ihm selbst sehr und den anderen schadet, da nichts [anderes] unzählige Menschenscharen [in die Hölle] mit sich führt, wo er als erster im Rechtsbereich der Gehenna mit unzähligen Plagen in alle Ewigkeit gemartert wird. Kein Sterblicher maßt sich an, ihn seiner Verfehlungen zu überführen, da er, der selbst alle richten wird, von niemanden gerichtet wird, wenn er nicht dabei ertappt wird, dass er vom Glauben abweicht. Für seinen beständigen Stand betet die Allgemeinheit der Gläubigen umso dringlicher, als ihr Heil gleich nach Gott von seiner [des Papstes] Unbescholtenheit abhängt, sodass sie [die Gläubigen] sich deren Erhaltung intensiv widmen [sollten]. (Decretum Gratiani, distinctio 40, cap. 6) Der lateinische Text ist sehr dicht und inhaltsreich, sodass manches auf Deutsch mehrfach wiedergegeben werden muss. Obwohl bislang bei Si Papa das Augenmerk hauptsächlich auf die Formulierung nisi deprehendatur a fide devius – „wenn er nicht dabei ertappt wird, dass er vom Glauben abweicht“ gerichtet wurde, so ist dieser Kanon theologisch viel tiefgründiger. Es geht in ihm zuerst um das Heil des Papstes und danach um das Heil all derer, die er eventuell in die Irre leitet. Worin bestehen die Verfehlungen des Papstes, wenn er vom Glauben abweicht? Darin, dass er: sein eigenes Heil vernachlässigt, das Heil seiner Brüder, scil. der Gläubigen, vernachlässigt, nutzlos und nachlässig in seinen Werken ist, nichts Gutes sagt oder „zum Guten schweigt“. Damit schadet er sich selbst und anderen. Er führt ganze Menschenscharen in die Hölle, auf Lateinisch lässt sich mancipium gehennae mit „Rechtsbereich der Gehenna“ übersetzen, da mancipium das „förmliche Eigentumsrecht an dem ergriffenen Gegenstand“[1] bedeutet. Wo er jedoch als erster ewig bestraft wird. Einen Papst zu ermahnen, ist also ein Werk der Nächstenliebe, damit er nicht in die Hölle kommt und andere dorthin führt. Für den Papst zu beten ist aber auch eine Form des Selbstschutzes des Gläubigen, da unser aller Heil, gleich nach Gott, von der incolumitas – „Erhaltung, Unverletztheit“ des Papstes abhängt, da er aufgrund seiner hierarchischen Spitzenstellung die ganze Kirche verderben kann (siehe Paul VI. und Novus Ordo). Der Ausdruck perpetuus status – „ständige, beständige Stand“ bezieht sich wohl auf den ständigen Gnadenstand des Papstes. Auf seine Standesgnade hier auf Erden, aber auch auf seinen ewigen Stand nach dem Tod, der...

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Die letzte vorweihnachtliche doppelte Papstsichtung

DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) ist gestern mit dem 12 Teil seiner Antipapst-Reihe fertig geworden, welche viele Übersetzungen von Autoritäten-Aussagen mit sich führte, sodass er recht erschöpft ist. Sie werden es Ende Januar selbst nachlesen und beurteilen können. Was dabei auffällt, ist der Umstand, dass echte und gestandene Theologen wie Bellarmin, Suarez, Johannes vom hl. Thomas, Laymann etc. diese seltene Thematik nicht nur nicht scheuen, sondern sie wirklich sehr nüchtern behandeln. Sie scheinen auch ihre Opponenten nicht zu beleidigen oder zu verteufeln. Es werden Argumente gegeneinander gestellt und abgewogen. Das Thema eines häretischen Papstes und des Vorgehens in dieser Angelegenheit war zwar im XVI und XVII Jhdt. sehr theoretisch, jetzt ist es praktisch und daher liegen bei manchen die Nerven blank. Es herrscht ein Schlagabtausch zwischen Steven Skojec und Ann Barnhardt und Steven verliert sichtlich die Nerven. Was aber wirklich interessant ist, sind die Leserkommentare dazu. Manche Menschen verwickeln sich wirklich in die absurdesten Theorien nur um den Status quo zu rechtfertigen. So schreibt ein Leser von onepeterfive (Deacon Augustine), dass Bergoglio als schwerer Soziopath zu keiner formellen Häresie fähig ist. Dies ist rechtlich falsch, weil Soziopathie, sollte sie auch vorliegen, keine so schwere geistige Unzurechnungsfähigkeit darstellt, dass Bergoglio kein capax mentis wäre. Aber vielleicht ist der Leser tatsächlich ein Diakon, er denkt an seine kirchliche Karriere und spinnt sich solche Argumente zurecht. Denn wäre Bergoglio nicht zurechnungsfähig, so bräuchte man ihn nicht als Häretiker zu ermahnen. Aber man müsste ihn in diesem Falle dennoch absetzen. Wir sind wirklich wie in einem Brettspiel: alle Wege führen zu der Notwendigkeit der Absetzung, welche unsere lieben Geistlichen, vor allem die lieben Kardinäle, umgehen wollen. Denn: a. Benedikt ist Papst – man muss Bergoglio absetzen, b. Bergoglio ist Häretiker Papst – man muss ihn absetzen c. Bergoglio ist wahnsinnig – man muss ihn absetzen Stört es Ihren Lebensalltag wirklich, dass Bergoglio Papst ist? würde uns wohl ein uns wohl gesonnener Psychiater fragen. Eigentlich nicht, muss man ernsthaft antworten, es sei denn Sie schreiben Artikel darüber, dann hätten Sie diese Zeit auch anders verwenden können. Bei all dieser theologischen Thematik kommt DSDZ immer wieder ein Zitat aus einem seiner Lieblingsbücher in den Sinn, welches da lautet: „Ich muss gestehen, dass ich ihm nicht ganz folgen konnte. Er scheint sich sehr für kirchliche Angelegenheiten zu interessieren. Sind Sie auch sicher, dass sein Kopf in Ordnung ist? Meiner Erfahrung nach ist Interesse von Laien an Kirchendingen sehr oft ein erstes Anzeichen nahender Geisteskrankheit“. (Evelyn Waugh, Auf der schiefen Ebene, Zürich 1984, 83) Die von Waugh beschriebene Geschichte spielt aber in den 1920-gern in England als es noch Geistliche gab, welche sich für geistliche und kirchliche Angelegenheiten interessierten. Unter Katholiken auch. Heute, beinahe 100 Jahre später, sind es nur Laien, obwohl manchmal auch Theologen, die sich für kirchliche Angelegenheiten interessieren, weil es unsere kirchlichen Hirten nicht tun. Ihre Interessen, die man früher als Unterrockgeschichten bezeichnete, wie die des neuen Substituts im Staatssekretariats des Vatikans (ja, es heißt immer noch „Substitut“ und nicht „Prostitut“) kann man hier  und hier nachlesen. Muss man denn darüber schreiben? – fragt uns eine fromme Seele. Muss man denn solche Leute befördern? – fragen wir zurück. Aber vielleicht dienen diese unentwegten Skandale dazu uns, die Restgläubigen, dermaßen zu zermürben, dass wir hinschmeißen und aufgeben, sowohl darüber zu schreiben als auch uns darüber aufzuregen? Ist aber Bergoglio kein Papst oder hat er sich selbst durch seine Häresien des Amtes enthoben, dann sind doch all seine Dokumente und Nominierungen seit der formellen Häresie null und nichtig, sodass wir uns nicht aufzuregen brauchen. Und wer sollte die formelle Häresie ausrufen? – Die Kardinäle. Und warum tun sie es nicht? – Darum. Denen die immer noch Zweifel haben, wie viele Päpste es im Vatikan gibt, zeigen wir die neuesten Bilder von einem Weihnachtstreffen. Entscheiden Sie selbst! Da offensichtlich sich weder Bergoglio noch Benedikt um das Papsttum kümmern, so bleibt es uns Laien überlassen, ohne dass wir in eine Geisteskrankheit fallen. Bald ist Weihnachten, essen Sie was Gutes, erholen Sie sich. Der Kampf geht weiter!...

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Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (6 von 20). Vorgehen beim häretischen Papst. Honorius

Der einzige Papst, dessen eine Häresie nachträglich von der Kirche verurteilt wurde, war Papst Honorius (625-638). Inwieweit Honorius wirklich wußte, was er tat, ist selbst unter Fachleuten umstritten. Was aber wichtiger ist: obwohl Honorius verurteilt wurde, wurde sein Pontifikat nicht nachträglich für nichtig erklärt, wie unsere Sedis es gerne hätten, denn Häresie bedeutet noch nicht automatisch Sedisvakanz. Man muss noch absetzen. Der Fall Honorius Zum einen lässt sich sagen, dass sich im Kirchenrecht oder in der Tradition der Kirche keine Vorschrift findet, wie man nun konkret einen häretischen Papst abzusetzen hat. Denn kein Papst ist während seiner Amtszeit wegen einer Häresie abgesetzt worden. Honorius wurde nach seinem Tod als Häretiker verurteilt, Johannes XXII. hat auf seinem Todesbett widerrufen. Was aber unseren Sedisvakantisten-Freunden beim Fall Honorius entgeht ist die Tatsache, dass dieser Papst zwar als Häretiker verurteilt wurde, aber sein Pontifikat nicht für null und nichtig erklärt wurde. So lautet die Verurteilung des Honorius, welche der Papst Leo II. (682-683) im Schreiben Regi regum (682) als Bestätigung der Entscheidung des 3. Konzils von Konstantinopel gegen die Monotheleten und Papst Honorius I. vornahm wie folgt: Wir haben nämlich erfahren, daß das heilige, allgemeine und große sechste Konzil [das 3. von Konstantinopel] ebenso wie die gesamte um diesen Heiligen Apostolischen Stuhl versammelte Synode [von Rom, anno 680] … gedacht … und in Übereinstimmung mit uns bekannt hat: Daß unser Herr Jesus Christus Einer von der heiligen und untrennbaren Dreifaltigkeit ist, der aus zwei und in zwei Naturen unvermischt, untrennbar und ungeteilt besteht; daß er als ein und derselbe wahrhaftig vollkommener Gott und ebenso vollkommener Mensch ist unter Wahrung der Eigentümlichkeit jeder der beiden in ihm zusammen kommenden Naturen; daß ein und derselbe das Göttliche wirkte als Gott und das Menschliche untrennbar wirkte als Mensch, außer allein der Sünde; das Konzil verkündete wahrhaftig, daß er deshalb auch zwei natürliche Willen und zwei natürliche Tätigkeiten habe, durch die hauptsächlich auch die Wahrheit seiner Naturen erwiesen wird, damit man nämlich klar den Unterschied erkenne, zu welchen Naturen sie gehören, aus denen und in denen ein und derselbe, unser Herr Jesus Christus, besteht; aufgrund dessen haben wir in der Tat anerkannt, daß dieses heilige…sechste Konzil…der apostolischen Verkündigung, ohne zu straucheln, gefolgt ist, in allen Punkten mit den Festlegungen der fünf heiligen und allgemeinen Konzilien übereinstimmt und nirgends über die Bestimmungen des rechten Glaubens hinaus etwas hinzufügte oder wegnahm, sondern geradewegs den königlichen und evangelischen Pfad beschritten hat; in ihnen und durch sie wurde die Ausarbeitung der heiligen Lehrsätze und die Lehre der anerkannten Väter der katholischen Kirche bewahrt… (DH 561) Und weil [das Konzil von Konstantinopel] die Bestimmung des rechten Glaubens…in reichster Fülle verkündet hat, die auch der Apostolische Stuhl des seligen Apostels Petrus … in Ehrfurcht angenommen hat, deshalb stimmen sowohl Wir als auch durch Unser Amt dieser ehrwürdige Apostolische Stuhl einträchtig und einmütig dem, was von ihm festgelegt wurde, zu und bekräftigen es durch die Autorität des seligen Petrus … (DH 562) Und in gleicher Weise belegen wir die Erfinder der neuen Irrlehre mit dem Anathema, nämlich Theodor, den Bischof von Pharan, Cyrus von Alexandrien, Sergius, Pyrrhus … und ebenso auch H o n o r i u s , der diese apostolische Kirche nicht durch die Lehre der apostolischen Überlieferung reinigte, sondern versuchte, in unheiligem Verrat den unbefleckten Glauben umzustürzen [griechische Fassung: zuließ, daß die unbefleckte Kirche durch unheiligen Verrat befleckt wurde]. (DH 563) Weil also Papst Honorius I. irrig nur den einen Willen in Christus behauptete, statt, wie es richtig ist, zwei Willen: den göttlichen und den menschlichen, wurde er mit dem Anathema belegt, wie man es bei Häretikern tut. Aber er wurde zu keinem Antipapst deklariert, noch wurde für die Zeit seines Pontifikats nachträglich eine Sedisvakanz ausgerufen. Was noch interessanter ist: die orthodoxen Entscheidungen von Honorius finden sich bis heute im Denzinger (DH 485-493) und werden abgesehen von Scripta fraternitatis (DH 487) und Scripta dilectissimi filii (DH 488) aus dem Jahre 638 von niemanden beanstandet. Dies bedeutet, dass obgleich ein Papst eine Häresie verbreitet, sein Pontifikat dennoch gültig bleibt. Die Kirche brauchte 50 Jahre, um in dem ganzen Gewirr des Monotheletismus (ein Willen in Christus – häretisch) und Monoenergetismus (eine Energie in Christus-häretisch) wirklich durchzusehen, zumal auch die griechische Terminologie sich schlecht ins Lateinische übertragen ließ. Manche, wie Huber Jedin, meinen einfach, dass Honorius keinen richtigen Durchblick hatte und nicht wusste, was er da eigentlich bewilligte beziehungsweise die Konsequenzen dieser Entscheidung nicht abwägen konnte. So schreibt der Kirchenhistoriker: Unheilvoll wirkte sich jedoch seine Stellungnahme im Monotheletenstreit aus, mit der er die Voraussetzungen für das Entstehen der auf dem I. Vaticanum so viel diskutierten »Honoriusfrage« schuf[1]. Als Patriarch Sergios I. von Konstantinopel dem Papst über die Spaltungen in dieser Frage innerhalb der Ostkirche berichtete (634) und ihm im Interesse einer Beilegung des Streites den Vorschlag machte, weiterhin nicht mehr von einer oder zwei Energien, sondern nur von einem...

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Der deutsche „Benevakantismus“ oder wieviele Päpste sehen Sie?

DSDZ (Der Schreiber dieser Zeilen) schreibt an seiner eigenen Reihe „Warum Bergoglio ein Antipapst ist“, welche viele theologische Unterthemen und Gesichtspunkte abdecken wird (z. B. Gültigkeit der Novus Ordo Sakramente, Sakramentalien, Aussagen von Autoritäten zu einem Häretiker-Papst etc.). Die Reihe zählt jetzt schon 66 Seiten, 11 Beiträge von 20 geplanten sind fertig und wir werden sie hier als kleine, fassbare Häppchen präsentieren. DSDZ ist durchaus in der Lage kurz, wissenschaftlich, fachgerecht und präzise zu schreiben oder gar seine Argumente logisch zu formalisieren, was jedoch den Nachteil hat, dass es kaum jemand versteht. So schreibt man in wissenschaftlichen Aufsätzen für Kollegen und auf keinen populären Blog für sog. normale Menschen. DSDZ ist sich auch im Klaren darüber, dass manche Leser seine lange Reihe nicht zu Ende lesen oder verstehen werden, weil sie ganz dringend den Hasen spicken müssen. Denen, welche die ganze Reihe nicht abwarten können, präsentieren wir jetzt schon hier ihre Zusammenfassung: I. Der häretische Papst Sollte Bergoglio allem Anschein zum Trotz der rechtmäßige Papst sein, so hat er seit den formellen Häresien in Amoris Laetitia das Amt verloren, weil kein formeller Häretiker ein Kirchenamt bekleiden kann. II.  Benedikt ist nicht zurückgetreten Benedikt ist aufgrund seines substantiellen Fehlers (ausgebautes oder doppeltes Papsttum) nicht wirklich zurückgetreten, ob es ihm gefällt oder nicht. Daher war die Wahl von Bergoglio von vornherein ungültig und seine Häresien spielen für die Ungültigkeit seines Papsttums keine weitere Rolle. Warum sagt es denn keine kirchliche Autorität? Weil sie zu feige sind. So einfach ist das. Unter unseren „amerikanischen Verbündeten“, da wir ihre Aufsätze übersetzen (Ann Barnhardt, The Remnant, onepeterfive, Hilary White), ist in der letzten Zeit ein bitterer Streit entbrannt. Dies tut uns leid, es ändert aber sachlich nichts. Wir halten uns da nicht raus. Denn entweder: (1) a. ist Bergoglio Papst, b. er ist aber ein Häretiker c. und er gehört abgesetzt oder (2) a. Benedikt ist Papst, er möchte aber nicht regieren. b. Bergoglio ist deswegen kein Papst und hat demzufolge keine Amtsgewalt. Das Problem liegt aber nicht in der Theorie, sondern in der Praxis. Denn in jedem Falle müssten die Kardinäle Bergoglio absetzen, was sie nicht tun. Und nein, sie haben keine Angst vor dem Schisma. Sie haben Angst vor der eigenen Frührente, denn so schlimm kann es für sie kommen. Ein Albtraum! Steve Skojec verwendet den Begriff des „Benevakantismus„, der witzig und gut gewählt ist und der Chef von onepeterfive rechtfertigt seine Ansichten in einem Podcast. DSDZ hat sich diesen angehört und glaubt nach wie vor, dass mehr Argumente für die Barnhardt-These, den Benevakantismus, sprechen als dagegen. Was wirklich sonderbar ist, ist die Unterscheidung, welche Skojec angibt zwischen (a) einer formellen Häresie und (b) einem formellen Häretiker. Nach dem Theologen, den Skojec zitiert, kann man zwar formelle Häresien verkündigen, aber man ist noch lange kein formeller Häretiker. Das ist Unsinn! Natürlich ist man ein formeller Häretiker, wenn man formelle Häresien von sich gibt. Skojec stellt auch die Tatsache in Frage, dass Bergoglio ein formeller Häretiker ist,   „da wir nicht wissen, wie es um sein theologisches Studium bestellt ist“. Das wissen wir zwar nicht, was die Privatperson Bergoglio anbelangt. Aber doch nicht Bergoglio als Papst! Er gibt ja als Papst und nicht als Privatperson Häresien von sich und dadurch allein sind sie formell, weil er als Papst den ganzen kurialen Apparat samt Glaubenskongregation zur Verfügung hat, den er verwenden kann, um sich beraten zu lassen. Man kann ihm also als Papst wirklich keine unüberwindbare Ignoranz zugute halten. Steven Skojec, welchen DSDZ schätzt und mag, flüchtet sich außerdem in eine Art Fideismus, indem er uns mit Kindern vergleicht, die ihrem Vater zu vertrauen haben, wie wir der Kirche. Aber diese Einstellung setzt ein Aussetzen von Logik und gesundem Menschenverstand voraus, wie auch des katholischen Glaubens überhaupt. Wir glauben daran, was die Kirche von Anfang an uns lehrt und nicht was der jeweilige Papst oder Antipapst erfindet, wie die absolute Unzulässigkeit der Todesstrafe zum Beispiel. Natürlich darf und muss ein Papst oder Antipapst korrigiert werden und wenn er nicht hört, gehört er abgesetzt. Steven Skojec meint auch, dass ohne eine ordnungsgemäße (duly) formelle Korrektur, kein formelle Häresie festzustellen ist. Dies ist falsch, denn hier wird nicht zwischen Feststellung der Häresie und Absetzung des Häretikers unterschieden. Zwar wurde bisher kein Papst zu seinen Lebzeiten als Häretiker abgesetzt und deswegen gibt es keinen vorformulierten Amtsweg, aber im Falle der Häresie von Johannes XXII. wurde dieser Papst nicht ausschließlich von Kardinälen ermahnt, sondern auch von anderen Gläubigen. Seine Häresie war allerseits feststellbar, wie die bergoglianische auch.  Warum erfolgt keine formelle Korrektur? Wir sagen es immer wieder. Weil es unter den Kardinälen keine Mehrheit oder nicht einmal eine Minderheit dafür gibt. Weil niemand aus der Reihe tanzen und sich in die Brennnesseln setzen will. Sie wissen schon, die haben Risiken zu tragen: die Rente und das zweite Stück Kuchen im...

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Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (5 von 20). Ist Bergoglio ein Häretiker?

Da wird uns in den nachfolgenden Beiträgen mit der Thematik eines häretischen Papstes befassen werden, so müssen wir die Frage stellen, ob Bergoglio ein Häretiker – und zwar ein formeller – in forum externum ist. Die Antwort lautet: „Ja, aber niemand setzt ihn ab“. Obwohl sich die oben gestellt Frage zu diesem Zeitpunkt des Pontifikats eigentlich erübrigt, so wollen wir diese sowohl stellen als auch beantworten. Ist er ein Häretiker? Ja, er ist ein Häretiker. Schon vom Anfang des unseligen Pontifikats an hat eine Gruppe von Theologen auf der spanischen und englischen Website Denzinger Bergoglio alle Irrtümer von Bergoglio zusammengestellt. Das so zusammengestellte Buch The Denzinger – Bergoglio umfasst sage und schreibe 1095 Seiten, was wohl damit zusammenhängt, dass die Aussagen des Antipapstes sehr breit zitiert und kommentiert werden. Eine kürzere Zusammenstellung der Häresien stellt der Brief der 45 dar, der namentlich unterschrieben wurde und aus welchem klar hervorgeht,[1] dass Amoris Laetitia elf häretische Sätze im Sinne einer sententia haeretica[2] enthält. Da die Anzahl der Häresien eine Mehrheitsentscheidung von 45 Theologen gewesen ist, so ist es durchaus möglich, dass jemand mehr als 11 Häresien in diesem unsäglichen Dokument – Amoris Laetitia – finden wird. Wenn ein Papst 11 Häresien in einem amtlichen Dokument schriftlich verkündet, dann ist ein formeller Häretiker, weil der Tatbestand der Häresie erfüllt wird. Denn: Als Papst kennt er die Lehre der Kirche gegen die er verstößt Er publiziert die Häresien in einem amtlichen Dokument Er wurde zumindest durch die Dubia, Brief der 45, Correctio filialis oder andere Aktionen darauf hingewiesen, dass er gegen die katholische Lehre verstoßen hat, Sodass eine Hartnäckigkeit (pertinacia) ersichtlich ist. Man muss aber an dieser Stelle (a) die Feststellung der Häresie von der (b) Disziplinierung der Häresie unterscheiden. Am Anfang dieses unsäglichen Pontifikats hat man sich im konservativen Spektrum gegenseitig folgendermaßen beruhigt: Stufe 1: „Nein, das ist keine Häresie. Er ist falsch zitiert worden“. Stufe 2: „Nein, das ist keine Häresie. Die Presse hat etwas aufgebauscht“. Stufe 3: „Nein, das ist keine formelle Häresie, nur eine materielle. Bloß keine voreiligen Schlüsse“. Stufe 4: „Es sieht zwar wie eine formelle Häresie aus, aber es ist keine bevor die Kardinäle es uns nicht sagen“. Stufe 5: „Es ist eine formelle Häresie und eine brüderliche Ermahnung sollte folgen“. Stufe 6: „Es ist eine formelle Häresie und eine brüderliche Ermahnung sollte jetzt wirklich folgen“. Stufe 7: „ Hallo … ist da jemand… die brüderlicher Ermahnung….hallo…“ Die englischsprachige Seite canon212.com zählt die Tage seit dem Erhalt der Dubia. Bei der Niederschrift dieses Beitrags waren es 808 Tage, die mit dem Warten auf die formelle Korrektur gleichbedeutend sind. Ernähren Sie sich gut, liebe Leserinnen und Leser und treiben Sie Sport, denn Sie müssen lange leben, um es zu erleben oder zu überleben. Aber die 808 Tage stehen nicht nur dafür, dass Franziskus nicht antwortet, sondern auch für die Feigheit der Kardinäle. Es ist so als würden Männer in Frauenbegleitung vorgeben, dass die jungen Männer „mit Migrationshintergrund“ gar nicht ihre Runde umzingelt haben und ihre Frauen begrapschen, bloß um nicht intervenieren zu müssen oder sich gar in eine Prügelei zu verwickeln. So würde die eigene Feigheit als Missverständnis oder Witz maskiert werden. Aber unsere Kardinäle sind nicht nur feige. Sie haben einfach keinen übernatürlichen Glauben, der sie zur Empörung befähigen würde. Lesen wir doch, wie es in der guten alten Zeit, so um das Jahr 1331 war, als der Papst Johannes XXII. (1316-1334) die Lehre verneinte, dass die Seelen der Gerechten in die beseligende Anschauung [Gottes] aufgenommen werden. Wie Peter Kwasniewski schreibt: [diese Ansicht] brachte die leidenschaftliche Opposition einer Vielzahl von Bischöfen und Theologen hervor, unter ihnen Guillaume Durand de Saint Pourçain, Bischof von Meaux; der Englische Dominikaner Thomas Waleys, der als Ergebnis seines öffentlichen Widerstandes Gerichtsverhandlung und Gefängnis durchmachte; der Franziskaner Nicholas von Lyra; und Kardinal Jacques Fournier. Als der Papst versuchte, diese Irrlehre der Theologischen Fakultät in Paris aufzuzwingen, verbot der König Frankreichs, Philip VI. von Valois, diese Lehre und, den Angaben des Kanzlers der Sorbonne zufolge stand Jean Gerson sogar kurz davor, Johannes XXII. damit zu drohen ihn auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen, für den Fall, dass er diesen Irrtum nicht widerrief. Fassen wir zusammen: ein Dominikaner ging wegen des Widerstandes gegen diese Häresie in den Knast der König von Frankreich stellte sich in den Schutz einer orthodoxen Fakultät der Kanzler der Sorbonne drohte dem Papst, ihn als Häretiker zu verbrennen Ja, soviel zum Thema „Papstkult im Mittelalter“. Die Theologen damals waren keine vom Novus Ordo verweichlichten Tussis und keine sodomitischen Diven der Gay Profession. Es waren Männer, und zwar Männer des Glaubens. Ein Papst konnte der Kirche seine irrige Privatlehre nicht aufzwingen, weil sich die Kirche durch ihre Geistlichen wehrte. Und was ist jetzt? Eine Häresie kann jeder feststellen, der Theologie studiert hat und einen Denzinger zuhause stehen hat. Es ist recht einfach, wie beim Feststellen eines...

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Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (4 von 20). Bestandteile einer formellen Häresie

Anbei der lang erhoffte nächste Teil unserer Reihe Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? Denjenigen, welche auf die Argumente für das Gegenpapsttum warten, welche grosso modo, dem Vortrag von Ann Barnhardt zu entnehmen sind, sei an dieser Stelle gesagt, dass diese kommen werden. Wir wollen auch eine Eigenleistung abliefern, indem wir zeigen, dass  a. einen richtigen Papst b. die Assistentia Negativa schützt, c. sodass vor Bergoglio kein nachkonziliarer Papst  d. einer formellen Häresie, unserer Meinung nach, schuldig geworden ist. Die Assistentia Negativa hat allerdings nicht mehrere Päpste davon geschützt, Irrtümer und Häresien zu verbreiten, wie treffend Peter Kwasniewski darlegt. Aber bisher hat kein Papst gefehlt, wenn er ex cathedra sprach, denn nicht jede päpstliche Lehrmeinung ist ein ex cathedra Urteil. Dies bedeutet die richtigen Päpste schützt die Assistentia Negativa schon. Aber die Menge macht es und man kann sich wirklich die Frage stellen, was mit der Assistentia Negativa bei Bergoglio los ist, dass sie bei ihm überhaupt nicht greift. Weil er kein Papst ist. Obwohl die ganze Thematik der formellen Häresie eigentlich nichts mit dem Thema zu tun hat, ob Bergoglio ein Antipapst ist (Hat Benedikt nicht richtig abgedankt, dann ist Bergoglio der Antipapst!), so wollen wir dennoch an dieser Stelle die Lehre über die formelle Häresie darlegen, weil besonders in traditionellen Kreisen das Wort „Häretiker“ sehr inflationär verwendet wird. Will man sagen, dass Bergoglio ein formeller Häretiker ist, dann muss man zuerst wissen, was es mit der formellen Häresie auf sich hat. Bestandteile einer formellen Häresie Unter einer Häresie versteht das heutige Kirchenrecht (CIC 1983, Kan. 751) Folgendes: Häresie nennt man die nach Empfang der Taufe erfolgte beharrliche Leugnung einer kraft göttlichen und katholischen Glaubens zu glaubenden Wahrheit oder einen beharrlichen Zweifel an einer solchen Glaubenswahrheit; Apostasie nennt man die Ablehnung des christlichen Glaubens im ganzen; Schisma nennt man die Verweigerung der Unterordnung unter den Papst oder der Gemeinschaft mit den diesem untergebenen Gliedern der Kirche. Dicitur haeresis, pertinax, post receptum baptismum, alicuius veritatis fide divina et catholica credendae denegatio, aut de eadem pertinax dubitatio; apostasia, fidei christianae ex toto repudiatio; schisma, subiectionis Summo Pontifici aut communionis cum Ecclesiae membris eidem subditis detrectatio. Dies bedeutet, dass der Gegenstand einer Häresie oder das, was diese leugnet eine Glaubenswahrheit der Kategorie fides divina et catholica ist, was wir in unserer Reihe Notae theologicae oder die dogmatische Gewissheit dargelegt haben. Anders formuliert: nicht jeder Unsinn, ist gleich Häresie. Um eine formelle Häresie zu begehen muss man: Ausreichend kompetent in Theologie sein, um zu wissen, wogegen man verstößt Es formell also ausdrücklich mündlich oder schriftlich tun Trotz Ermahnung darin verhaftet bleiben. Moraltheologische Sicht Aber leihen wir die Stimme den Fachleuten. Häresie ist aus der Sicht des Kirchenrechts ein Verbrechen, aus der Sicht der Moraltheologie darüber hinaus noch eine persönliche Sünde. Bischof Ernst Müller, der Verfasser einer ausgezeichneten vorkonziliaren Moraltheologie, fasst es wie folgt auf: Häresie ist ein hartnäckiger Irrtum des Verstandes gegen den Glauben in demjenigen, der den Glauben empfangen hat, d.h. im Getauften. Haeresis est error intellectus pertinax contra fidem in eo, qui fidem suscepit, seu in baptizato. Dazu also, dass eine Häresie, und zwar eine formelle, im Christen auftritt, ist folgendes notwendig. Unde ad haeresim, eamque formalem, in Christiano requiritur Seitens des Verstandes ein Irrtum gegen den Glauben, das ist gegen die Glaubenslehre, welche die katholischen Dogmen betrifft, Ex parte intellectus error contra fidem, id est contra doctrinam, quae pertinent ad dogmata catholica; Seitens des Willens die Hartnäckigkeit, welche darin besteht, dass jemand sein Urteil nicht der Kirche unterwerfen will; Ex parte voluntatis pertinacia, in eo consistens, quod quis non vult judicium suum submittere Ecclesiae; Wenn der Irrtum des Verstandes ohne die besagte Hartnäckigkeit des Willens stattfindet, dann wird die Häresie eine materielle Häresie genannt. Quodsi error intellectus contra fidem absque dicta voluntatis pertinacia habeatur: tunc haeresis vocatur materialis.[1] Da wir sowohl für den Akademiker als auch für das Hasen spickende Mütterchen schreiben, eventuell für eine Hasen spickende Akademikerinnen, die leider selten vorkommen, so stellen wir einfach die Frage: Was bedeutet das? Nehmen wir die Aussagen von Bischof Müller auseinander, so bedeutet die Definition der Häresie als Irrtum des Verstandes (error intellectus), dass es eine objektive Glaubenswahrheit gibt, eine metaphysische Wirklichkeit also, gegen die man verstoßen kann, indem man irrt. Ich irre, wenn ich sage, dass draußen die Sonne scheint, wenn es regnet. Ich irre auch, wenn ich meine 2 + 2 = 5, wenn es 2 + 2 = 4 ist. In der Theologie herrscht die Adäquationstheorie der Wahrheit, auch Korrespondenztheorie genannt, wonach ein Urteil, ein Aussagesatz, dann wahr ist, wenn er mit der äußeren Wirklichkeit übereinstimmt. Meine persönliche Befindlichkeit oder Willen spielen da keine Rolle. Bin ich blind und sage: „Die Sonne scheint“, wenn es regnet, dann ist der Satz falsch und ich befinde mich objektiv im Irrtum (error). Denn entscheidend ist die äußere Wirklichkeit, welche, mit den richtigen Mitteln, also...

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Ann Barnhardt: Das bergoglianische Antipapsttum

All denen, die Englisch können, empfehlen wir den Vortrag von Ann Barnhardt, wo sie ihre Argumente, die wir mehrmals vorgestellt haben, zusammenfasst. Die Darstellung ist sehr überzeugend und Frage der Validität der Rücktritts von Benedikt oder der Wahl vor Bergoglio wird mittlerweile auch im Mainstream aufgegriffen. Ann Barnhardt aber war die erste und ihre gebührt der Dank. Eigentlich ist es sehr einfach, wenn man gesunden Menschenverstand einsetzt. Kein Rücktritt, keine Wahl notwendig, kein neuer Papst gewählt. Sie hat auch recht, wenn sie sagt: Es spielt keine Rolle, was Benedikt denkt. Er ist weiterhin Papst, weil man das Papstamt in kein Papstkollegium umwandeln kann! Anders und auf gut Deutsch formuliert: Benedikt/Ratzinger ist von dem ganzen deutschen Idealismus so wirr im Kopf, dass er denkt, dass das Bewußtsein die Wirklichkeit schafft. Aber die Wirklichkeit bleibt, was sie ist. Daher der „wesentliche Irrtum“ nach Kanon 188. Benedikt irrt so wesentlich, dass sein Rücktritt ungültig ist, denn er will etwas – doppeltes Papstamt, papa emeritus – was sachlich nicht möglich ist. Und hier kommen wir zu einer kleinen Lücke in Anns Beweiskette. Unserer Meinung nach zeigt sie nicht klar genug, inwieweit eine Beziehung zwischen Kirchenrecht, Theologie, Wirklichkeit und übernatürlicher Wirklichkeit besteht. In Deutschland, wie überall, herrscht ein radikaler Rechtspositivismus, der ganz grob wie folgt umrissen werden kann: Recht ist, was im Kodex steht. Daran muss man sich halten. Wenn es geändert wird, dann ist es halt anders. Dann hält man sich an das andere, was oft im Gegensatz zum Früheren steht. Es ist halt so. Wir haben Strafrecht, Arbeitsrecht, Seerecht, Verkehrsrecht und wie auch immer. Diese Gesetze können von heute auf morgen geändert werden. Sie spiegeln in gewissem Maße die Wirklichkeit wider, oder sie schaffen sie vielmehr. (Wird die zulässige Geschwindigkeit innerhalb der Ortschaften auf 80 km/h erhoben, dann fahren alle 80 km/h oder schneller.) Daher ist es zulässig anzunehmen, dass das, was im Gesetzbuch steht etwas anderes ist als das, was die Wirklichkeit abbildet. Im Kirchenrecht ist es anders, weil das Kirchenrecht: Teile enthält, die göttlichen Rechts sind und daher unwandelbar Teile enthält, die natürlichen Rechts sind und daher unwandelbar Teile enthält, die menschlichen Rechts sind und daher wandelbar ad 1. Mit diesen Teilen befasst sich die Theologie und die Tradition der Kirche. So ist die hierarchische Struktur der Kirche mit einem (sic!) Papst als Spitze göttlichen Rechts. Das Papstamt kann in nichts anderes verwandelt werden. Tut man es dennoch, dann gibt es keine Standesgnade für dieses Etwas und es finden keine übernatürlichen Konsequenzen statt. ad 2. Mit diesen Teilen befasst sich Theologie gleichermaßen wie Philosophie. Es ist ein Teil des gesunden Menschenverstandes. So beruht die Definition der Ehe als der Verbindung zwischen Mann und Frau sowie das Verbot der Geschwisterehe auf dem Naturrecht, dem Recht also, welches in unsere Natur eingepflanzt wurde. ad 3. Dieser Teil ist wandelbar, orientierte sich aber bis zum Kirchenrecht von 1983 an der bisherigen Praxis und Tradition der Kirche. So zum Beispiel die Notwendigkeit eines Seminars für Priesterausbildung oder der vorgeschriebenen Jahre der Formation vor den ewigen Gelübden. Im Falle von Kanon 188 haben wir es mit dem Bereich 2. und 3. zu tun. Es entspricht jeglichem Recht und dem gesunden Menschenverstand, dass jemand der wesentlich irrt, beispielsweise die Zwillingsschwester seiner eigentlichen Angebeteten heiratet, etwas tut, was er eigentlich nicht tun will. Er irrt auch wesentlich, wenn er seinen weißen Pudel kirchlich heiraten möchte. „Ehe für alle“ hin oder her! Ebenso ist eine Tat rechtlich ungültig, wenn sie unter Zwang oder aus schwerer Furcht geschieht, weil man nicht freiwillig handelt und nicht das tut, was man eigentlich möchte. Irrt jemand wesentlich so stark, dass er gleichzeitig kirchlich: seine Verlobte deren Zwillingsschwester seinen Schulfreund dessen weißen Pudel heiraten möchte, so kommt diese Ehe auch nicht zustande, auch wenn er den Priester mit vorgehaltenem Maschinengewehr dazu zwingt, weil er etwas erzwingen möchte, was nicht möglich ist, weil solch eine Ehe nicht existiert. Die bedeutet keine „Ehe“ dieser vier Personen und eines Hundes findet objektiv vor Gott statt. Im Kirchenrecht schafft man keine eigene Wirklichkeit, sondern verbindet das, was in der metaphysischen Realität Gottes als solches existiert. Wenn sich also das Irdische qua Kirchenrecht mit dem Übernatürlichen verbindet, so findet etwas Übernatürliches, wie z.B. ein Sakrament oder eine Standesgnade statt. Gott will, dass wir Ihn innerhalb der von Ihm vorgeschriebenen Ordnung anbeten und darin leben. Ändert man diese Ordnung, so dass es Unordnung wird, dann zieht diese Änderung keine übernatürlichen Konsequenzen nach sich. Im Falle Benedikts kann ein Papst nicht gleichzeitig abdanken und es dennoch offensichtlich nicht tun (weiße Soutane, Papa Emeritus, Eure Heiligkeit, Fischerring, Aufenthalt im Vatikan) oder/und ein „erweitertes Papstamt“ (thesis Gänsweiniana) erfinden, dass es nicht gibt. Christus hat das Petrusamt selbst errichtet und zwar des einen, regierenden Papstes. Punkt. Kein doppeltes Papsttum, kein Papstkollegium. Vor Gott dankte Benedikt nicht ab und real auch nicht, daher, bekam Bergoglio...

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Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (3 von 20). Häresien bei JP2?

Häresien in den Lehren von Johannes Paul II? Der Satz, dass Christen und Muslime an denselben Gott glauben, hatte aber doch tatsächlich Johannes Paul II, im Stadion Mohammed V. von Casablanca (Marokko) vor 80.000 islamischen Jugendlichen am 19. August 1985 gesagt: Wir haben als Christen und Muslime viele Dinge gemeinsam, als Gläubige und als Menschen. […] Wir glauben an denselben Gott, an den einzigen Gott, an den lebendigen Gott, an den Gott, der die Welten schafft und Seine Geschöpfe zu ihrer Vollendung führt. […] Es ist also Gott, auf Den sich mein Denken bezieht und zu Dem sich mein Herz erhebt: von Gott selbst möchte ich vor allem zu euch sprechen; von Ihm, weil Er es ist, an Den wir glauben, ihr Muslime und wir Katholiken, und ich möchte zu euch auch über menschliche Werte sprechen, die ihr Fundament in Gott haben, die Werte, welche die Entfaltung unserer Personen betreffen, aber auch die unserer Familien und unserer Gesellschaften wie auch die der Internationalen Gemeinschaft. […] So komme ich zu euch heute auch als Glaubender. Ich möchte hier ganz einfach ein Zeugnis davon geben von dem, was ich glaube, von dem, was ich für das Wohl meiner Menschenbrüder wünsche, von dem, was ich aus Erfahrung für alle als nützlich ansehe.“ Der Papst sagt also, dass wir Christen und Muslime „an denselben Gott glauben“. Dies ist sachlich falsch, denn Christen glauben an die Trinität und Muslime nicht. Außer der Dreifaltigkeit, so lehrt die Kirche, gibt es keine göttliche Natur (DH 188, 851). Aber es ist dennoch keine Häresie (sententia haeretica), weil die Kirche nirgend definiert hat:...

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Correctio filialis, der Volkssturm und die falsche Prämisse

Correctio filialis – Wortbedeutung Gestern am 24. Oktober, dem Fest Beatæ Mariæ Virginis de Mercede (Bild oben), der Heiligen Jungfrau Maria von der Barmherzigkeit und einen Tag nach der interessanten, marianischen Sternkonstellation, die nur alle 7000 Jahre vorkommt, veröffentlichten 62 katholische Akademiker und Geistliche eine öffentliche Zurechtweisung des „Papstes“ Franziskus, welche sie die Correctio filialis zu Deutsch die „kindliche“ Ermahnung des Papstes nennen. Das Adjektiv filialis kommt von filius – „Sohn“ oder filia – „Tochter“ und bezeichnet adjektivisch etwas, was vom Sohn oder von der Tochter herkommt. Die bekannte Stelle in der das Adjektiv filialis vorkommt, ist die Gegenüberstellung der „sklavischen oder knechtischen Furcht“ (timor servilis), die der Sünder seiner Sünden wegen Gott gegenüber hegt und der „kindlichen Furcht“ (timor filialis), welche der Gerechte hegt, der sich fürchtet den geliebten Vater zu beleidigen und seinen Ansprüchen nicht gerecht zu werden (Summ. Theol. 2.2. q. 19, a.11).  Der Begriff der Correctio filialis scheint ein theologisches Novum zu sein, da die bisherige Theologie lediglich die Correctio fraterna – die „brüderlicher Ermahnung“ kennt. Während die brüderliche Ermahnung unter Gleichrangigen stattfindet und zwar unter Gleichrangigen im Bischofs- oder Priesteramt, so findet die Correctio filialis von unten nach oben statt, was die Autoren der Kindlichen Ermahnung selbst zugeben....

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Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (2 von 20). Häresien bei Vat. II?

Was ist Häresie? Eine Häresie im eigentlichen Sinne ist in der Theologie sehr eng umrissen. Wir haben dazu bereits folgendes geschrieben. Ad 1. Häretische Meinung (sententia haeretica) oder Häresie Dies ist die schwerstwiegende Zensur. Eine häretische Meinung (sententia haeretica) ist diejenige Meinung, welche sich direkt (directe) und unmittelbar (immediate) der geoffenbarten katholischen Glaubenswahrheit widersetzt und zwar (i.) als ihr entgegengesetzt (contrarie) oder (ii.) ihr widersprechend (contradictorie). Im Falle, dass die Glaubenswahrheit lautet:             „alle Menschen werden auferstehen“ lautet (i.) die entgegengesetzte Meinung (propositio contraria):             „kein Mensch wird auferstehen“ die (ii.) widersprechende Meinung (propositio contradictoria) hingegen lautet:             „ein bestimmter Mensch wird nicht auferstehen“....

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Bergoglio zerstört die Kirche und keiner tut was. Eine vorläufige Bestandsaufnahme.

 Der Stand der Dinge Wie heute gloria.tv in Berufung auf anonimi della croce informierte, wird es keine öffentliche Ermahnung des Papstes geben, weil sich keine ausreichende Mehrheit der unterstützenden Kardinäle gefunden hat. Im Klartext bedeutet das, dass sich niemand traut öffentlich oder auch nicht gegen Bergoglio vorzugehen. Da der Blog anonimi della croce von römischen Priestern mit Insider-Informationen geleitet wird, so ist davon auszugehen, dass es sich um Kurienmitarbeiter handelt oder um jemanden, der Kontakte zu ihnen hat. Laut anonimi hat vor drei Wochen ein Treffen in Rom stattgefunden, währenddessen die Dubia-Kardinäle sich ihre Machtlosigkeit eingestehen mussten. Diese Entwicklung ist mehr als wahrscheinlich, da die angedrohte formelle Korrektur des Papstes wegen der Häresien von Amoris Laetitia, von der Kardinal Burke noch Mitte Dezember 2016 sprach auf sich warten lässt. Burke ist auf den Guam-Gulag verbannt worden und als Patron des Malteserordens praktisch entmachtet, der Orden und ein souveräner Staat gleich mit. Der Bergoglio Antipapst macht weiter, denn in der nächsten Zeit, so wird berichtet, kommt: Eine neue „Einheitsmesse“ mit den Protestanten,[1] Die Aufhebung des Zölibats, Interkommunion mit den Protestanten, Das dritte Vatikanische Konzil....

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Steven Skojec, Falls Franziskus ein Gegenpapst ist, so können wir es noch nicht wissen

 Anbei stellen wir einen Aufsatz von STEVE SKOJEC, den er am 21. Juni 2016 auf 1P5 BLOG als seine Antwort auf Ann Barnhardts Vocem alienorum veröffentlicht hat. Der Schreiber dieser Zeilen stimmt mit ihm nicht überein und glaubt, dass Steve Skojec sich weigert das I-Tüpfelchen zu stellen und sich seine Leser, Spenden und Einnahmen nicht vergraulen möchte. Dies alles ist verständlich, aber kein Sachargument. Sein Argument, dass wir alle auf eine öffentliches Dokument der Kirche warten müssen, welches uns die jetzige Situation mit Gewissheit erklärt, erinnert den Schreiber dieser Zeile an eine Komödie aus der Zeit des ausgehenden Sozialismus, wo zwei Parteimitglieder, obwohl draussen ein Schneesturm tobt, darauf warten, dass in der Tagessschau oder anderem offiziellen Nachrichtenprogramm der Partei gesagt wird, dass es wirklich schneit, denn wenn die Nachrichten sagten, dass es nicht schneit, dann schneit es nicht (wobei hier die hegelianische Dialektik einzusetzen wäre). Als in diesem Film endlich „im Fernsehen“ gesagt wurde, dass es schneit, so konnten diese beiden Parteigänger endlich und mit Erleichterung ihren Sinnen trauen: „Ja, es schneit tatsächlich“. Das kirchlichen Urteil, auf das Steven Skojec wartet, kann vielleicht in 200 Jahren erfolgen und wir müssen bis dahin wenigstens für uns selbst diese Dinge ordnen. Wer soll den jetzt in Rom katholisch korrekte Erklärungen abgeben, nach dem theologischen Tschernobyl von Amoris Laetitia? Come on, Steve, please! Wir werden dennoch bald eine eigene Kritik und Ergänzung zu Ann Barnhardt vorstellen, welche unserer Meinung nach nur eine Spitze des Eisbergs sieht, wir glauben eine zweite  Spitze zu sehen, denn der Eisberg ist groß. Es ist aber sehr trostreich und beruhigend, dass es auf der Welt noch Katholiken gibt, die sich noch wirklich um ihre Kirche sorgen und wir beschließen nicht wieder einmal zu erwähnen, wer es nicht tut....

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Ann Barnhardt: Vocem Alienorum: (5 von 5) Die Stimme des Gegenpapstes Franziskus Bergoglio ist „die Stimme der Fremden“.

Hier kommen wir zum fulminanten Finale von Vocem Alienorum, welches musikalisch sich am ehesten mit einem Finale aus Beethovens Symphonien vergleichen läßt. Welcher Mut, welche Klarheit, welches Wissen, welche Intelligenz! Eine richtige Frau und dazu noch so intelligent! Keine Quotenfrau, also, die durchgepusht wird. Es gibt sie also wirklich: die hochintelligenten Frauen! (Leider immer woanders als der Schreiber dieser Zeilen weilt, aber sei’s drumm.) Gott sei Dank dafür! Sie entkräftet wirklich fast alle möglichen Gegenargumente, welche zeigen, wie ernst sie es mit ihrem Glauben meint, welche Zweifel und Skurpeln sie selbst bekämpfen mußte und dieses so schreiben zu können, wie integer sie ist und wie vorrausschauend und realistisch sie ihre eigenen Situation beurteilt. Bravo! Schicken Sie doch der Frau ein wenig Geld. Der Schreiber dieser Zeilen hat es getan, wurde in der Tridentinischen Messe bedacht und hat es gespürt. It works for you too! Was dies in der Praxis bedeutet Zuerst und vor allem: Messen, in denen von dem zelebrierenden Priester im Kanon ein Gegenpapst kommemoriert wird, sind GÜLTIGE MESSEN. Die Eucharistie findet statt, das Heilige Opfer wird dargebracht.    Weiter wurde mir ganz entschieden versichert, dass ich, wenn ich die Heilige Kommunion in einer Messe empfange, von der ich weiß, dass Bergoglio in ihr als Papst kommemoriert wurde, dies für mich KEIN Akt der Hypokrisie ist. Ich weiß, dass die Messe gültig ist. Ich weiß, dass die Eucharistie stattgefunden hat. Ich weiß, dass unser Herr begierig danach ist, im Allerheiligsten Sakrament des Altars zu mir zu kommen und ich zu Ihm, vorausgesetzt, ich bin im Stand der Gnade....

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Ann Barnhardt: Vocem Alienorum: (4 von 5) Die Stimme des Gegenpapstes Franziskus Bergoglio ist „die Stimme der Fremden“.

Der nächste Teil des Aufsatzes von Ann Barnhardt besticht wieder durch stringente Argumente und Rationalität. Nein, sie ist keine heimgesuchte Privatoffenbarungen-Gläubige, liebe Frau Küble, falls Sie uns jetzt lesen. Vor langer Zeit als der Schreiber dieser Zeilen leider sündiger als jetzt lebte, wenig geistiges Leben pflegte und natürlich sehr nachkonziliar, modern, dialogbereit und weltoffen war (in Deutschland wäre er immer noch ein Neokonservativer gewesen), als ihn also mehr oder weniger der Stallgeruch der Verdorbenheit auszeichnete, durch den er auch durch sein Theologiestudium, zuerst intellektuell, gekommen ist, denn so wollte man die Menschen erziehen, in dieser weit entfernten Zeit also, da genoß er wirklich das uneingeschränkte Vertrauen vieler auch hochgestellten Kleriker, welche in seiner Gegenwart oder auch mit ihm über die sog. „Frömmler“, „Katholen“, „Rosenzkranz betende Mütterchen im Kopftuch“ und andere Erscheinungen dieser Art (Traditionalisten gab es damals in seiner Umgebung nicht) sprachen. Sie haben wirklich keine Ahnung, liebe Leserinnen und Leser, es sei den Sie sind selbst ein Geistlicher, wie sehr uns diese Leute verachten, verabscheuen und hassen. Wie despektierlich diese Priester, aber auch manche theologisch „gebildeten“ Laien, über diese rechtschaffenen Gläubigen sprachen, „denen man jeden Sch… andrehen kann, die tatsächlich alles glauben, wenn man sie richtig zu nehmen weiß“....

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Ann Barnhardt: Vocem Alienorum: (3 von 5) Die Stimme des Gegenpapstes Franziskus Bergoglio ist „die Stimme der Fremden“.

Im weiteren Verlauf ihres Aufsatzes „zieht Ann Barnhardt vom Leder“ in einer Klarheit und Prägnanz, welche bei kaum einem Autor, von einem deutschsprachigen ganz zu schweigen, vorhanden ist. Hat Sie denn Recht? Natürlich ja. Die Litanei der Häresien lässt sich natürlich fast beliebig fortsetzen und Amoris Laetitia ist eine wahre Fundgrube. Ziemt es sich von einem katholischen Papst zu sprechen? Von einem katholischen nicht, von Jorge Bergoglio schon, der wahrscheinlich innerhalb des doch recht kurzen Pontifikats für die Zerstörung des Amtes mehr getan hat als alle Renaissance-Päpste zusammengenommen (Machtstreben, Frauengeschichten, Nepotismus). Was man auch alles Alexander VI. und Konsorten vorwerfen kann, so strebten sie doch nicht zu einer Vernichtung der institutionellen Kirche, in deren Herzen sie sich wie eine Made im Speck eingenistet hatten.  Denn ganz weltlich gesehen: keine Religion – keine Einkünfte für die Geistlichen, da man damals noch die deutsch-österreichische Kirchensteuerregelung kannte (sprich „Keine Religion, aber sehr große Einkünfte für die ungläubigen Geistlichen“). Aber Papst Franziskus hat es wirklich auf unwiederbringliche Zerstörung der Kirche, wie durch die Blume Kardinal Maradiaga sagte, abgesehen. Niemand stellt sich ihm entgegen, weil: die Prälaten seine Sicht der Dinge teilen, die Prälaten ungläubig sind und ihre Ruhe haben wollen, die Prälaten an ihre eigene Karriere, komme, was wolle, denken, die Prälaten zu feige sind, die Prälaten es „aussitzen“ wollen, was eine angeblich aktive Form der Faulheit ist....

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Ann Barnhardt: Vocem Alienorum: (2 von 5) Die Stimme des Gegenpapstes Franziskus Bergoglio ist „die Stimme der Fremden“.

Wir publizieren den zweiten Teil des Aufsatzes von Ann Barnhardt, wobei wir, wie wir hoffen, die amerikanische Brillianz mit der deutschen Gründlichkeit vermengen. Da die Autorin recht viel Bildung und Wissen überhaupt vorraussetzt, über welches sicherlich nicht alle unsere Leser verfügen, so kommentieren wir dies und das in den diesmal recht ausführlichen Fußnoten. Dieser Text wird sicherlich alle Benedikt-Fans betrüben, aber Wahrheit zählt mehr. Es ist natürlich sehr gut eine Gallionsfigur des wahren Glaubens zu haben, der man auch emotional anhängt. Für die Polen war es Johannes Paul II., für die Deutschen und die deutschsprachigen Länder wohl Benedikt XVI. Vorausgesetzt natürlich, dass diese Figuren das halten, was sie halten sollten und der Verpflichtung des Amtes gerecht werden. Wir haben leider diesbezüglich große Zweifel, denn durch JP2 wurde der Ballon des Nachkonziliarismus aufgeblasen, der unter Franziskus jetzt platzte und Benedikt hat leider erst Bergoglio möglich gemacht. Wir werden dazu sicherlich noch mehr als einmal Stellung nehmen, aber zuerst zu den Auführungen von Miss Barnhardt, die unerschrocken von der Quereinsteiger-Perspektive Offensichtliches sieht. Ihre Argumente sind nicht so leicht von der Hand zu weisen, obwohl wir eher glauben, dass Benedikt doch unter Zwang aufgrund einer „widerrechtlich eingeflößter Furcht“ (Kan. 188), also aufgrund „eingeflößter schwerer Furcht“ (vgl. Kan 1103) zurückgetreten ist. Wir werden diese These natürlich darlegen und wie wir glauben mehr Argumente dafür als dagegen vorlegen werden, also bleiben Sie uns treu und spenden Sie etwas, wenn Sie mögen, damit wir uns ungestörter dieser Aufgabe widmen können. Der „Rücktritt“ von Papst Benedikt XVI Ratzinger   Am 11. Februar ARSH 2013 [Anno Reparatae Salutis Humanae– im Jahr des wiederhergestellten Heils der Menschen][1], gab Papst Benedikt XVI bekannt, dass er vom Papstamt mit Wirkung vom 28. Februar ARSH 2013 um 20 Uhr Römischer Zeit zurücktreten werde. Nach diesem „Amtsverzicht“ trug Ratzinger weiterhin die päpstliche weiße Soutane, sich selbst immer noch als „Papst Emeritus Benedikt XVI“ bezeichnend und lebte weiterhin im Vatikan. Am 20. Mai ARSH 2016, hielt des Papstes Benedikts des XVI, also Ratzingers, persönlicher Sekretär und Vertrauter, Erzbischof Georg Gänswein, eine Rede an der Gregorianischen Universität in Rom, in welcher er detailliert Papst Benedikt XVI Ratzingers Ansicht zu  seinem Status als Papst hielt. Gänswein legte offen dar, dass Papst Benedikt XVI Ratzinger sich immer noch als Teilhaber am Petrusamt sieht, welches er durch seinen „Amtsverzicht“ durch seine „kontemplative Rolle erweitert“ sieht, während die Rolle seines Nachfolger „aktiv“ sei. Weiterhin legte er dar, dass Papst Benedikt XVI Ratzinger glaubt, dass sein Amtsverzicht „ganz anders“ sei als der von Papst Coelestin V, und dass es speziell dieser Grund ist, warum Papst Benedikt XVI NICHT zu seinem Taufnahmen zurückgekehrt sei und weiterhin die päpstliche weiße Soutane trage, während er in den Mauern des Vaticans lebt....

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Ann Barnhardt: Vocem Alienorum: (1 von 5) Die Stimme des Gegenpapstes Franziskus Bergoglio ist „die Stimme der Fremden“.

  Wir möchten hier einen Text von Ann Barnhardt in der Übersetzung von Eugenia Roth in Teilen publizieren, welcher in der englischsprachigen Welt viel von sich reden macht. Er ist wirklich gehaltvoll. Obwohl er recht apokalyptisch anfängt, endet er recht rational quod erit demonstrandum, natürlich. Obwohl viele Menschen die Authenzität der Prophetie von Hl. Franziskus bezweifeln oder sie in den Kontext der innerfranziskanischen Kämpfe zwischen der sog. Observanzbewegung und den anderen Franziskanern stellen, sowie auf das XIV Jahrhundert beziehen,[1] so gibt es noch außerhalb dieser Prophetie oder angeblichen Prophetie noch andere Weissagungen, welche Ann Barnhardt ebenfalls anführt. Die kritische Masse der Prophetien ist en bloc also vorhanden. Die Apostasie an der Spitze der Kirche, der wir jetzt zweifelsohne Zeugen sind, wurde schon vom hl. Paulus (2 Tes 2,3) vorhergesagt. Wir glauben allerdings nicht, dass Bergoglio der Antichrist ist, denn dazu ist er zu wenig intelligent, um es nicht stärker auszudrücken, wir glauben auch nicht, dass er der falsche Prophet ist, denn die Gläubigen verführt er nicht, denn diejenigen Gläubigen, die noch einen Rest eines sensus fidei haben und leider unter den Geistlichen selten vorkommen, sind gegen ihn immun und haben ihn recht schnell erkannt. Wir glauben aber, dass er der momentane Zerstörer der Kirche ist, der eine lange vorher ausgearbeitete, progressiv-liberal-antichristliche Agenda verwirklicht. Er ist aber nur der Front Man dieser Zerstörungsbewegung und kein guter auch noch dazu. Was Besseres ist ja in der Sünde leider nicht zu bekommen....

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