Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (22) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (12) Gebet der Einfachheit und Beschauung (viii). Tipps für das Gebet der Einfachheit.

Pater Poulain schreibt zu recht:

„Manchmal weiß der Pönitent nicht zu erklären, worin eigentlich sein inneres Gebet besteht“.

Wir haben es also mit einer recht exotischen Situation zu tun, in welcher folgende Elemente vorkommen:

a. ein Pönitent erzählt über sein inneres Gebet und nicht über seine Sünden,

b. ein Priester hört zu, da er

c. aufgrund seines eigenen Gebetslebens

d. die Gebetsentwicklung des Pönitenten einstufen und leiten kann.

Weiterlesen

Werbeanzeigen

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (28). Konkrete Regeln für Seelenführer

Fünftes Kapitel

Das Urteil bei dieser Unterscheidung ist nicht gewiss und untrüglich, wenn keine ausdrückliche Offenbarung hinzukommt. Es wird gar Vieles dazu erfordert, um auf künstliche Weise die verschiedenen Geister richtig zu unterscheiden. Es werden zu diesem Ende einige Regeln vorgeschrieben.

 

An dieser Stelle kommen wir endlich zu den praktischen Ratschlägen für Seelenführer oder für uns selbst, die keine Seelenführer haben. Diese Ratschläge sind jedoch nicht unbedingt weniger theoretisch als der vorhergehende Teil, weil man recht viel Theorie braucht, um die richtige Praxis anzuwenden. Kardinal Bona stellt nochmals fest, dass das äußere Rahmenwerk keine letzte Sicherheit bietet, wenn der Beichtvater die Sünde oder den hl. Geist nicht „riechen“ kann, ein Ausdruck von DSDZ und selbst nicht Vieles geistlich mitgemacht hat, um dieselben Symptome, die er bei sich festgestellt hat, bei anderen festzustellen. Deswegen wurden die Heiligen so starkt geprüft, damit sie geistlich alle Krankheiten durchleiden, um diese bei anderen diagnostizieren zu können. Es ist wirklich sehr schwierig bei sich selbst die Geister zu erkennen, wenn man sozusagen „in Bewegung“ ist, daher braucht man eine Außenansicht von jemand, der kompetent ist. Was ist die erste Norm der Geistesunterscheidung? Die Heilige Schrift – die norma normans (die normierende Norm) und norma non normata (die nicht genormte Norm). Gott lügt nicht und zeigt uns den Weg, wenn man sein Wort Ernst nimmt und keine „Jedoch-aber-Wenn“-Exegese anwendet. Damit ist auch implizit die richtige theologische Ausbildung umfasst, denn die Normen des geistlichen Lebens dürfen niemals der Dogmatik widersprechen. Seit aber durch Vat. II die Dogmatik auseinander gegangen ist und der „Denzinger-Katholizismus“ verpönt wurde, gibt es kein geistliches Leben mehr und fast alle Wege des Katholizimus führen in (a) die östlichen Religionen durch Joga, in (b) die Gnosis und in (c) die Esoterik. Man muss:

Weiterlesen

Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 13. Vor jedweder Handlung

BoschStJeromeInPrayer

Wie wir hier schon mehrmals schrieben, besteht das Leben auch das geistliche Leben aus Kleinigkeiten und Details. Um das Große und Heilige irgendwann einmal zu vollbringen, muss man es durch diese Kleinigkeiten vorbereiten. Bei der Niederschrift dieses Beitrages am 09.07.2018 werden in vielen regionalen, vorkonziliaren Heiligenkalendern die Märtyrer von Gorkum gefeiert.  Diese 19 Priester und Ordensmänner waren 1572 deswegen in der Lage das Märtyrium aus den Händen der Calvinisten zu erleiden, indem sie den Glauben an die eucharistische Realpräsenz und Primat des Papstes nicht aufgaben, weil sie wohl ihr ganzes Leben lang fromm lebten. Dies bedeutet, dass Sie im Jahre 1572, d.h. ganze elf Jahre nach dem Trienter Konzil (1545-63)  in einer zufällig ausgewählten Stadt unter einem zufällig ausgewählten Stadtklerus Märtyrer vorgefunden hätten, denn die 19 von Gorkum waren vorher nichts Besonderes. Dies würde also dem Jahr 1976 nach dem letzten Konzil entsprechen. Wir sparen uns diesmal unseren traditionellen Seitenschlag gegen die heutigen Geistlichen samt DBK und stellen lediglich fest, dass die Trienter Reformen und das Tridentinische Brevier, welches alle Märtyrer von Gorkum wohl gebetet haben, diese Früchte des Blutzeugnisses brachte. Aber solch eine Glanzleistung des Märtyriums, welchem lange und harte Folter seitens der Kalvinisten vorangingen, die gar nicht „im Sinne der Ökumene“ waren, musste mit kleinem, mühevollen Tageswerk im Laufe des ganzen Lebens der Märtyrer von Gorkum vorbereitet werden. Wir können Gott wirklich jedes Detail opfern, einer auch so banaler Alltagstätigkeit, welche Kardinal Bona nicht einmal näher bezeichnet, sondern vom quodlibet opus – „einer jedweder/beliebigen Tätigkeit“ spricht.  Lernen wir das nachfolgende Gebet auswendig, sagen wir es auf, denn es wird uns aktuelle Gnaden bringen, die sich irgendwann einmal zu einer Glanzleistung subsumieren werden. Ein Stabhochspringer vollbringt seinen Sprung auch nur in Sekunden, aber er braucht Jahre, um diese Sekunden richtig auszuführen.

Ante quolibet opus
Domine Jesu, da ut peragam opus istud ad gloriam tuam et salutem meam, sicut tibi placitum est.
Vor jedweder Handlung
Herr Jesus, gib, dass ich diese Tat vollbringe zu Deiner Ehre und zu meinem Heil, wie es Dir gefällt.

 

Geistliches Leben oder die richtigen Prioritäten

bf980b4c-072e-4afa-a9bf-c5ec3dc85400

Bei der Vorstellung unserer alten Texte in den herausgehobenen Inhalten (featured) „Eines tut Not“,  oben auf der Seite, wollen wir zu unserem Kerngeschäft – dem geistlichen Leben – zurückkehren und wieder an Publikumsgeschmack ein wenig vorbei schreiben.

Wie ist denn der Publikumsgeschmack?

Diesen kann man leicht an den Beiträgen in gloria.tv ersehen und er lautet wie folgt:

  1. Neue Skandale im Vatikan samt ihrer hintergründigen Beleuchtung.
  2. Priester-und Bischofsschelte oder „Nieder mit der Kirchensteuer“.
  3. „Der Staat sollte“ … „insbesondere die CDU“ …“aber als Christ“
  4. „Familien sollten mehr unterstützt werden“.
  5. „Hätte man auf die Gottesmutter von XYZ gehört“.
  6. Privatoffenbarung A
  7. Privatoffenbarung B
  8. Privatoffenbarung C
  9. Mögliche neue Privatoffenbarung A‘
  10. Etc.

Weiterlesen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (21) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (11) Gebet der Einfachheit und Beschauung (vii). Einwände gegen dasselbe.

Wir kommen langsam in spirituelle Höhen, obwohl es sich eigentlich nur um fortgeschrittene Stufen des Gebetslebens handelt, bei denen die Luft buchstäblich dünn wird und die meisten Leser die mühsam eingescannten Buchseiten nicht einmal lesen.

Woher wissen wir das?

Weil die letzte Folge inmitten eines Satzes abbrach, was niemanden zu stören schien. Pater Poulain SJ führt wieder wiederholt und systematisch die Einwände gegen das Gebet der Einfachheit auf. Die Vorwürfe, dass „man nichts tue“ wurden in der letzten Folge entkräftet, jetzt befasst er sich mit dem Einwand, dass man nicht fortschreite. Obwohl das Priester-Bashing, das DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) hier betreibt ihn selbst ermüdet, so muss man leider sagen, dass wohl zu jeder Zeit, insbesondere nach Vat. II die Priester sich nicht besonders freuten, wenn jemand über ein tieferes Gebetsleben verfügte oder sich darum bemühte als sie selbst. In der Heimat von DSDZ spricht man in einer Redewendung vom „Hund des Gärtners“, welcher selbst in den Garten nicht eintreten darf, um Obst oder Gemüse zu fressen, das ihm nicht schmeckt, er lässt aber auch keine anderen herein, damit es denen ja nicht besser gehe als ihm selbst. Christus sagt es anders:

Weiterlesen

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (27). Wahre göttliche Offenbarung untrüglich feststellbar.

Fünftes Kapitel

Das Urteil bei dieser Unterscheidung ist nicht gewiss und untrüglich, wenn keine ausdrückliche Offenbarung hinzukommt. Es wird gar Vieles dazu erfordert, um auf künstliche Weise die verschiedenen Geister richtig zu unterscheiden. Es werden zu diesem Ende einige Regeln vorgeschrieben.

Wenn Gott sich jemandem offenbart, dann gibt er ihm die untrügliche Gewissheit, dass Er es ist. Kardinal Bona stellt in den unten angeführten Texten eine Reihe von Heiligen, die ein untrügliche Gabe der Herzensschau hatten und denen man nichts vormachen konnte. Warum ist es theoretisch möglich, dass man eine solche Gewissheit erlangt? Weil:

  1. Gott die Wahrheit (veritas) und wahrhaftig (verax) ist.
  2. Seine Offenbarung wahr ist.
  3. Die menschliche Seele auf Wahrheit ausgerichtet ist.
  4. Gott sich Menschen offenbart, die Seiner Offenbarung würdig sind.
  5. So trifft die Wahrheit Gottes auf einen wahrheitsfähigen Grund.
  6. Und die Gewissheit entsteht.

Weiterlesen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (20) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (11) Gebet der Einfachheit und Beschauung (vi). Einwände gegen dasselbe.

Pater Poulain SJ befasst sich wieder einmal mit dem Vorwurf, dass man im Gebet der Einfachheit nichts tue, sondern die Zeit vergeude. Dies ist natürlich ein sehr populärer Vorwurf, welche die Ungläubigen und Ketzer aller Art gegen die kontemplativen Stände hegten. Er lautete immer:

Die tun nichts. Wir aber müssen arbeiten!

Dies Führte zu den Klosteraufhebungen während der Reformation, der Französischen Revolution, in der Napoleonischen Zeit, der sog. Säkularisierung. Dieses Ziel hatten alle Revolutionäre, dieses Ziel hat Bergoglio, obwohl er in Vultum Domini und Cor orans ein wenig anders argumentiert. Aber lassen wir an dieser Stelle die Polemik bei Seite und widmen wir uns dem Gebet.

Frage: Wie erkenne ich, dass ich das Gebet der Einfachheit praktizieren kann?

Antwort: Wenn ich ohne größere Zerstreuungen während dieses Gebetes verbleiben kann und wenn der Gedanke an die Rückkehr zur reinen Betrachtung mir mühevoll erscheint.

Frage: Wie merke ich, dass mir dieses Gebet etwas nützt und mich tatsächlich heiligt?

Antwort: Wenn meine Taten davon gewandelt werden.

 

Weiterlesen

Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 12. Nach der Mahlzeit

BoschStJeromeInPrayer

Bei den Stoßgebeten von Kardinal Bona geht es darum jede, auch so banale Alltagstätigkeit mit der übernatürlichen Dimension zu verbinden und Gott um seine aktuelle Gnade dafür zu bitten. DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) verrichtet zurzeit in seinem Brotberuf dermaßen banale Tätigkeiten, dass es banaler nicht mehr geht. Ja, ein einigermaßen trainierter Gorilla mit Fremdsprachenkenntnissen könnte es auch. Leider ist es keine rein körperliche Tätigkeit, bei der man meditieren könnte, sondern man muss schon daran denken, was man gerade tut. Aber das Leben unser aller besteht aus Banalitäten. Man kann nicht 24 Stunden pro Tag geistliche oder intellektuelle Höchstleistungen abliefern, was schon die Wüstenväter wussten. Man braucht mechanische, banale Tätigkeiten, um sich zu regenerieren, aber banal bedeutet nicht gottlos. Man kann alles in Opfer und Gebet ummünzten und vielleicht sollten wir alle, nach dem Vorbild von Kardinal Bona, Stoßgebete vor unseren banalen Alltagstätigkeiten entwickeln.

Weiterlesen

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (26). Man selbst ist immer unsicher.

Fünftes Kapitel

Das Urteil bei dieser Unterscheidung ist nicht gewiss und untrüglich, wenn keine ausdrückliche Offenbarung hinzukommt. Es wird gar Vieles dazu erfordert, um auf künstliche Weise die verschiedenen Geister richtig zu unterscheiden. Es werden zu diesem Ende einige Regeln vorgeschrieben.

In dieser längeren Vorrede stellt Kardinal Bona fest, dass man leider bei der eigenen Geistesunterscheidung immer unsicher ist, welcher Geist uns antreibt und die Antriebe zweifelhaft sind. Deswegen müssen wir unsere eigenen Antriebe objektivieren und wir erkennen den Antrieb an seinen Konsequenzen. Man kann es in der Makro-Skala gut erkennen:

Was hat das Vatikanum II gebracht? – Verwüstung.

War es vom Heiligen Geist? – Nein.

 

Weiterlesen

Kardinal Bona „Unterscheidung der Geister“ als pdf-Datei

250px-Cardinal_Giovanni_Bona

Da wir jetzt über viel Speicherplatz und eine schnelle Internetverbindung verfügen, so wollen wir das Gesamtwerk von Kardinal Bona, über welches wir schon geschrieben haben, als pdf-Datei umsonst zum Download bereitstellen. Spenden sind herzlich willkommen, aber unser geistliches Eigentum ist die Bona-Reihe, die als Kommentar selbstverständlich fortgeführt wird. Für all jene aber, die es eilig haben, gibt es hier das Gesamtpaket. Die „Unterscheidung der Geister“ ist sicherlich kein Werk, dass man in einem Zug lesen kann, man muss es anwenden, wie die „Nachfolge Christi“, aber zuerst muss man es besitzen. Laden Sie es runter, denn Ihr Beichtvater, falls Sie einen haben, wird es sicherlich nicht besser wissen.

Bona, Die Unterscheidung der Geister