Geistliches Leben oder die richtigen Prioritäten

bf980b4c-072e-4afa-a9bf-c5ec3dc85400

Bei der Vorstellung unserer alten Texte in den herausgehobenen Inhalten (featured) „Eines tut Not“,  oben auf der Seite, wollen wir zu unserem Kerngeschäft – dem geistlichen Leben – zurückkehren und wieder an Publikumsgeschmack ein wenig vorbei schreiben.

Wie ist denn der Publikumsgeschmack?

Diesen kann man leicht an den Beiträgen in gloria.tv ersehen und er lautet wie folgt:

  1. Neue Skandale im Vatikan samt ihrer hintergründigen Beleuchtung.
  2. Priester-und Bischofsschelte oder „Nieder mit der Kirchensteuer“.
  3. „Der Staat sollte“ … „insbesondere die CDU“ …“aber als Christ“
  4. „Familien sollten mehr unterstützt werden“.
  5. „Hätte man auf die Gottesmutter von XYZ gehört“.
  6. Privatoffenbarung A
  7. Privatoffenbarung B
  8. Privatoffenbarung C
  9. Mögliche neue Privatoffenbarung A‘
  10. Etc.

Wie ist denn der traditionelle oder wenigstens der konservative, deutschsprachige Katholik?

  1. Er ist passiv.
  2. Sieht sich in der Opferrolle.
  3. Erwartet von seinen Priester die Bringschuld.
  4. Weil er die Kirchensteuer zahlt bzw. diese zahlte.
  5. Er hofft, dass alles auf einmal besser wird, ohne dass er selbst dazu etwas tun muss (Triumph des Unbefleckten Herzens?)

Daher haben Beiträge über das eigene Gebetsleben wenig Chancen auf Erfolg, weil jeder gerne mitredet, was er nicht wahrheitsgemäß nicht tun kann, wenn er etwas nicht betreibt, wovon die Rede ist. Redet man vom geistlichen Leben, so lautet die Antwort:

Die  [geistlichen Stände] sollen (a) es machen, (b) es uns vormachen, (c) es für uns machen, denn die bekommen es ja bezahlt und zwar nicht zu knapp. Ich jedoch habe keine Zeit dafür, denn ich (i) gehe arbeiten, (ii) habe Familie, (iii) habe zwar keine Familie, könnte aber welche haben, (iv) arbeite auch nicht oder mich nicht tot, aber das geistliche Leben bekomme ich nicht bezahlt (siehe c)

Die Forderung, dass die geistlichen Stände: Priester, Bischöfe und höher, Ordensschwestern, Ordensbrüder, Nonnen und Einsiedler ein fortgeschrittenes geistliches Leben führen sollten, ist zwar völlig legitim, aber völlig illusorisch. Warum? Weil wir kaum geistliche Stände haben, die dieses Namens würdig sind, was wir aus den fehlenden Reaktionen auf das häretische Bergoglio-Regime entnehmen können. Zahlenmäßig geht es auch nach unten, siehe Rorate Caeli, und das, was da ist, ist dermaßen verweltlicht, dass man das Thema geistliches Leben besser nicht anschneiden sollte. Woher wissen wir das? Aus den veröffentlichten Reaktionen gegen die Bergoglio-Häresien:

Wir haben es also mit einer flächendeckenden Apostasie zu tun. Nein, kein Geistlicher wird Sie über das geistliche Leben belehren, weil sie keins haben. (a) Die Lehre, (b) die Sitten, (c) das spirituelle Leben bilden eine Einheit. Sie können kein spirituelles Leben führen, ein Häretiker sein und ein heiligmäßiges Leben führen. Andere Ausschlussverfahren zwischen (a), (b) und (c) können Sie sich selbst ausrechnen. Daher, weil bei ihnen (a), (b) und (c) nicht unter die logische Kategorie „wahr“ fallen, sind alle, wirklich alle nachkonziliaren Erneuerungsbewegungen gnostisch, viele ihrer Gründer, siehe Karadima, Perverse und keiner der „Konzilsväter“ (Rahner, von Balthasar, Delumeau, Ratzinger) ist im Rufe der Heiligkeit gestorben, wobei Ratzinger noch lebt.

Sie, liebe Leserin und lieber Leser, müssen sich selbst helfen. Keine Hilfe wird Ihnen zuteil. Würde man in der Diözese des Schreibers dieser Zeilen (DSDZ) von heute auf morgen alle Priester, samt den Bischöfen, laizisieren, so würde dies nicht negativ auffallen. Die geistliche Bringschuld findet ja nicht statt. Es ist als würden Sie Aktien besitzen, die 0,00000001% Rendite abwerfen. Würden Sie diese behalten wollen, da Sie die Bankgebühren mehr kosten? Natürlich nicht. Gott denkt doch genauso. Er wird doch nicht mehr Gnaden in diese durchlöcherten Zisternen pumpen.

Denn mein Volk hat doppeltes Unrecht verübt: Mich hat es verlassen, den Quell des lebendigen Wassers, um sich Zisternen zu graben, Zisternen mit Rissen, die das Wasser nicht halten. (Jer 2,13)

Gott denkt sehr ökonomisch, was die hl. Katharina von Genua auch bestätigt. Wirft jemand Rendite – Heiligkeit ab, so bekommt er mehr Geld – Gnade, Leiden und Aufgaben, damit er noch mehr abwirft.

Und woran können wir jetzt erkennen, wer „Rendite“ abwirft?

Daran, dass Bergoglio sie verfolgt. Franziskaner der Immakulata, ein paar Bischöfe, Klausurnonnen.

Es besteht noch wirklich eine Restheiligkeit in der nachkonziliaren Kirche, welche nun ausgemerzt werden soll. Daher müssen Sie sich selbst heiligen, denn Sie werden einzeln gerichtet werden und können sich hinter niemanden verstecken. Man wird beim persönlichen und Jüngsten Gericht „nackt“ sein, weil wirklich alles offenbar werden wird. Alles für alle, unter jeglichem Aspekt. Die Ausrede:

Ich habe die Hausaufgaben gemacht, aber mein Heft vergessen.

wird nicht gelten, ebenso wenig wie

Ich hatte es schwer, habe dennoch meine Kirchensteuer bezahlt.

Gott ist keine Steuerbehörde. Beim persönlichen Gericht wird nämlich herauskommen, dass Sie eine völlig verkehrte Wertehierarchie hatten. Sie dachten ans Irdische, statt ans Geistliche, welches ewig währt. Sie haben nicht vorgesorgt, sie haben sich nicht die richtigen Informationen besorgt, nicht in das Richtige investiert.

Warum sind reiche Menschen reich?

Weil sie wirklich ständig ans Geld denken, wie sie mehr bekommen, was sie einsparen können, was ihnen Geld bringt und was nicht. Und genauso sollten wir an die Heiligkeit denken, denn das ist unser Kapital, wenn wir nackt vor Gott stehen werden. Das Geld währt nicht ewig, Sie können es höchstens vererben und einen Erbschaftsstreit provozieren, der natürlich umso länger dauert, je mehr Geld sie haben, siehe Thyssen-Krupp. Lesen Sie also unsere geistlichen Beiträge und unterstützen Sie uns finanziell, falls Sie können, damit Sie Ihr Geld, als Almosen, auch in die Ewigkeit richtig investieren. Amen.

Werbeanzeigen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (21) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (11) Gebet der Einfachheit und Beschauung (vii). Einwände gegen dasselbe.

Wir kommen langsam in spirituelle Höhen, obwohl es sich eigentlich nur um fortgeschrittene Stufen des Gebetslebens handelt, bei denen die Luft buchstäblich dünn wird und die meisten Leser die mühsam eingescannten Buchseiten nicht einmal lesen.

Woher wissen wir das?

Weil die letzte Folge inmitten eines Satzes abbrach, was niemanden zu stören schien. Pater Poulain SJ führt wieder wiederholt und systematisch die Einwände gegen das Gebet der Einfachheit auf. Die Vorwürfe, dass „man nichts tue“ wurden in der letzten Folge entkräftet, jetzt befasst er sich mit dem Einwand, dass man nicht fortschreite. Obwohl das Priester-Bashing, das DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) hier betreibt ihn selbst ermüdet, so muss man leider sagen, dass wohl zu jeder Zeit, insbesondere nach Vat. II die Priester sich nicht besonders freuten, wenn jemand über ein tieferes Gebetsleben verfügte oder sich darum bemühte als sie selbst. In der Heimat von DSDZ spricht man in einer Redewendung vom „Hund des Gärtners“, welcher selbst in den Garten nicht eintreten darf, um Obst oder Gemüse zu fressen, das ihm nicht schmeckt, er lässt aber auch keine anderen herein, damit es denen ja nicht besser gehe als ihm selbst. Christus sagt es anders:

Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel (der Tür) zur Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert. (Lk 11, 52)

Die Dynamik ist dieselbe. Wenn also Pater Poulain SJ sich dermaßen intensiv mit den Vorwürfen gegen das Gebet der Einfachheit auseinandersetzt, so spiegelt dies doch sein Leben wieder, sowie das Leben der Jesuiten von damals, welche sich gegen dieses Gebet sträubten. Warum taten sie dies? Wohl aus dreierlei Gründen:

  1. Sie missdeuteten es als den verurteilten Quietismus, welcher in Frankreich sehr breit Fuß fasste.
  2. Sie hatten Angst, dass man jemanden schaden könne, indem man ihm die höheren Gebetsstufen empfiehlt.
  3. Sie führten selbst kein fortgeschrittenes Gebetsleben und fühlten sich nur in diesen Gefilden wohl, welche sie selbst nachvollziehen konnten.

ad 1.

Was ist Quietismus? Ganz einfach und schlagwortartig zusammengefasst, es ist die Auffassung, dass wir nur ruhen müssen (quies – Ruhe) und Gott alles für uns macht. Ausführlich und theologisch korrekt ist es natürlich komplizierter, aber beim Nichtstun im Gebet machte man sich schnell des Quietismus verdächtigt.

ad 2.

Bei diesem Einwand vergisst man schlicht die Allmacht und die Vorsehung Gottes, der die Seele wirklich selbst führt, wenn diese keinen Seelenführer findet, was heutzutage wirklich die Regel ist.

Woran erkennt man, dass man weitergehen kann? Wenn man:

a. eine dauernde Neigung zu dem Gebet der Einfachheit entwickelt,

b. eine dauernde Abneigung gegen die  Betrachtung entwickelt.

All das gilt für Menschen, die sich mindestens 30 Minuten am Tage dem Gebet der Einfachheit widmen, sonst können sie es überhaupt nicht beurteilen. Man darf aber

  1. nicht am bisherigen Gebetsgrad, z.B. der Betrachtung, allzu sehr hängen,
  2. den bisherigen Gebetsgrad zu früh verlassen,
  3. den bisherigen Gebetsgrad zu spät verlassen.

Stellen Sie sich vor Sie sind eine Kuh, wenn Sie in Ihrer Nähe alles abgegrast haben, dann müssen Sie weitergehen. Das Gras kommt nicht zu Ihnen, der Heilige Geist auch nicht, der kommt nur zu den Willigen, denn wir müssen mit der Gnade mitarbeiten. Und mühevoll ist es all zumal. Denn beim Eintritt in den höheren und neuen Gebetsgrad kommt die Trockenheit und die Zerstreuung. Ihre Natur, Ihre Seele muss sich umstellen, der Teufel wird Sie auch hindern und Gott lässt es zu, damit Sie sich der nächsten Stufe würdig erweisen. Von nichts kommt wirklich nichts. Manchmal segelt man mit dem Wind, manchmal muss man hart rudern. Deswegen ist der Quietismus auch eine Häresie, weil er die permanente Passivität und Mühelosigkeit voraussetzt. Diese ist aber nicht möglich,

a. weil es die Erbsünde gibt und alles Gute uns schwer fällt,

b. weil es den Teufel gibt, der uns daran hindert,

c. weil es den freien Willen gibt und die Mitarbeit mit der Gnade, sowie die Verdienstlichkeit der guten Werke zu denen das Gebet gehört.

Deswegen ist jede höhere Stufe mühevoll, im Irdischen wie im Geistlichen.

 

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (27). Wahre göttliche Offenbarung untrüglich feststellbar.

Fünftes Kapitel

Das Urteil bei dieser Unterscheidung ist nicht gewiss und untrüglich, wenn keine ausdrückliche Offenbarung hinzukommt. Es wird gar Vieles dazu erfordert, um auf künstliche Weise die verschiedenen Geister richtig zu unterscheiden. Es werden zu diesem Ende einige Regeln vorgeschrieben.

Wenn Gott sich jemandem offenbart, dann gibt er ihm die untrügliche Gewissheit, dass Er es ist. Kardinal Bona stellt in den unten angeführten Texten eine Reihe von Heiligen, die ein untrügliche Gabe der Herzensschau hatten und denen man nichts vormachen konnte. Warum ist es theoretisch möglich, dass man eine solche Gewissheit erlangt? Weil:

  1. Gott die Wahrheit (veritas) und wahrhaftig (verax) ist.
  2. Seine Offenbarung wahr ist.
  3. Die menschliche Seele auf Wahrheit ausgerichtet ist.
  4. Gott sich Menschen offenbart, die Seiner Offenbarung würdig sind.
  5. So trifft die Wahrheit Gottes auf einen wahrheitsfähigen Grund.
  6. Und die Gewissheit entsteht.

Deswegen unternahmen die Patriarchen und Propheten des Alten Bundes wundersame Sachen, deswegen besaßen manchem Heilige untrügliche Herzensschau und wussten einfach, dass Gott es ist, der zu ihnen spricht. Also, liebe Leserinnen und Leser, wenn Gott Sie dazu auserwählt seiner Offenbarungen teilhaftig zu werden, dann werden Sie es WISSEN. Aber es ist kein deduktives Wissen, wie bei einem mathematischen Beweis, es ist diesmal keine intellektuelle Angelegenheit – die Geistesunterscheidung. Es ist als würden Sie einen Röntgenblick erhalten und einfach sehen, was in einem steckt, als würden sie sofort nach Paris versetzt werden, um zu sehen wie tatsächlich die erste Plattform des Eiffelturms aussieht. Es ist etwas Übernatürliches und Geistiges, wenn Sie es erfahren, dann werden Sie schon sehen wie es ist. Es ist so als würden sie bei einer Weinprobe bei der Blindverkostung, wo man Wein verkostet, ohne zu wissen, was für einer es ist, einen 200 € Wein mit 100 Parker-Punkten neben einem 1,99 € Discounter-Wein trinken. Sie werden wirklich wissen, welcher der teurere Wein ist. Irrtum ausgeschlossen. Denn Menschen mit unterentwickelten Geschmacksnerven schmecken keine Unterschiede und machen keine Weinverkostungen. Wenn man bei einer Weinprobe landet, wo es Weine ab 80 Parker-Punkten gibt, dann hat man sich schon durchgekostet. Gott ist aber allwissend und er gibt keine Offenbarungen an Menschen, die diese nicht erkennen können.

Etwas anderes ist hier noch erwähnenswert und zwar das Zitat des hl. Bernhard von Clairvaux:

„Die Unwissenheit, diese arge Mutter, hat zwei nicht weniger schlimme Töchter, die Falschheit und die Zweifelhaftigkeit […]“.

Und woran denken wir hier? Jawohl an all die modernen, modernistischen Novus-Ordo-Theologen, womit wir Theologen, Priester, Bischöfe und Kardinäle meinen. Nehmen wir Deutschland. Ein deutscher Bischof, sollte er gläubig sein, befindet sich doch permanent in Falschheit und Verstellung zwischen:

a. katholischen Lehre, sollte ihm diese noch bekannt  sein („Du sollst nicht ehebrechen“, „Du sollst keine homosexuelle Unzucht treiben“, „Du sollst nicht unwürdig kommunizieren“);

b. den Beschlüssen seiner eigenen Bischofskonferenz, die er wohl unterschrieben hat,

c. den widersprüchlichen Signalen aus Rom – Amoris Laetitia versus Glaubenspräfekt Ladaria SJ,

d. den Forderungen der Hochschultheologen,

e. den Forderungen der katholischen Räterepublik,

f. seinem eigenen Gewissen, falls er noch welches hat.

Glaubt er nichts und ist er ein diabolischer Narzisst, so fallen die Widersprüche a. bis f. weg und er lügt dauernd. Aber der Widerspruch liegt dennoch ständig vor, denn, so fragt ein weltlicher Journalist:

Die Homosexualität ist etwas Gutes, warum verurteilt die Kirche diese?

So lauten die möglichen Antworten:

a. Homosexualität ist nichts Gutes, darum verurteilt die Kirche diese.

b. Homosexualität ist etwas Gutes, die Kirche sollte ihre Meinung ändern.

c. Homosexualität ist etwas Gutes und es scheint nur so, dass die Kirche diese verurteilt, aber nur jenen, welche kein dialektisch geschulten Verstand haben, denn jedoch-aber-wenn-die-pastoralen-Gründe-dafür-sprechen ….[es folgt ein 20 Minütiger verklausulierter Vortrag, am dessen Ende man vergessen hat, was man überhaupt gefragt hat].

Aber in der Falschheit befinden sich auch alle akademischen Theologen, denn

a. lehrt man katholisch, so befindet man sich im Konflikt mit allen Kollegen und Bischöfen und wird letztendlich entlassen,

b. lehrt man modernistisch-deutsch („jedoch-aber-wenn“), dann befindet man sich im Konflikt mit Rom

c. lehrt man ein wenig rechtgläubig, nach außen hin aber modern[istisch], so befindet man sich im Konflikt mit sich selbst.

„Konflikt“ ist hier als Falschheit zu lesen, denn man lügt ständig. Die andere Tochter der Unwissenheit ist die „Zweifelhaftigkeit“, welche mit „Bedenklichkeit, Verdächtigkeit, Fragwürdigkeit, dem Bedenklichsein“ gleichbedeutend ist. Was lernen wir als erstes im Theologiestudium? Dass man zweifeln darf, soll, muss. Dass man alles hinterfragen soll, um als modern zu gelten und eventuell eine Stelle zu ergattern. Warum aber diese Falschheit und Zweifelhaftigkeit oder Zweifelssucht unter unseren Theologen? Aus Unwissenheit, weil sie es intellektuell nicht WISSEN wie es geht und keine übernatürliche Glaubensgewissheit im oben angeführten Sinne haben, weil sie nicht GLAUBEN, d.h. katholische Glaubenswahrheiten mit dem Verstand aufnehmen aufgrund der Autorität des sich offenbarenden Gottes, der weder irren noch andere in Irrtum führen kann. Wie Kardinal Bona schreibt, haben sich Heilige den Häretikern oder Sündern, Betrügern nicht einmal genähert geschweige denn mit ihnen „einen Dialog“ geführt. Lernen wir daraus.

 

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (20) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (11) Gebet der Einfachheit und Beschauung (vi). Einwände gegen dasselbe.

Pater Poulain SJ befasst sich wieder einmal mit dem Vorwurf, dass man im Gebet der Einfachheit nichts tue, sondern die Zeit vergeude. Dies ist natürlich ein sehr populärer Vorwurf, welche die Ungläubigen und Ketzer aller Art gegen die kontemplativen Stände hegten. Er lautete immer:

Die tun nichts. Wir aber müssen arbeiten!

Dies Führte zu den Klosteraufhebungen während der Reformation, der Französischen Revolution, in der Napoleonischen Zeit, der sog. Säkularisierung. Dieses Ziel hatten alle Revolutionäre, dieses Ziel hat Bergoglio, obwohl er in Vultum Domini und Cor orans ein wenig anders argumentiert. Aber lassen wir an dieser Stelle die Polemik bei Seite und widmen wir uns dem Gebet.

Frage: Wie erkenne ich, dass ich das Gebet der Einfachheit praktizieren kann?

Antwort: Wenn ich ohne größere Zerstreuungen während dieses Gebetes verbleiben kann und wenn der Gedanke an die Rückkehr zur reinen Betrachtung mir mühevoll erscheint.

Frage: Wie merke ich, dass mir dieses Gebet etwas nützt und mich tatsächlich heiligt?

Antwort: Wenn meine Taten davon gewandelt werden.

Dieser letztere Aspekt ist nicht zu unterschätzen. Richtiges Gebet ist tugendreich und wandelt uns, falsches Gebet wandelt uns zum Schlechten, verweltlicht uns und deswegen gab es im XX Jhdt. so viele nachteilige Brevierreformen, vom Nachkonzilisbrevier ganz zu schweigen. Es ist wirklich so, als würden Sie Ihr Auto mit Antriebsstoff antreiben, der zu 10% aus Benzin und zu 90% aus Wasser besteht. Kein Motor hält es lange aus, denn diese sind auf richtige Treibstoffe ausgelegt. In der Heimat von DSDZ (des Schreibers dieser Zeilen) gab es eine Untersuchung, bei der festgestellt wurde, dass 90% aller Tankstellen das Benzin verwässern und an manchen Orten die Autos buchstäblich mit Wasser fahren. Zwar nicht lange, aber sie tun es. Dies erklärt den Zustand unserer Geistlichen und unserer Orden. Wasser ist Wasser. Es ist kein Diesel und kein Benzin. Die höheren Gebetsstufen wie:

  • das Gebet der Einfachheit
  • das Gebet der Beschauung
  • das Gebet der Vereinigung

kommen zwar seltener vor, dauern kürzer, sind aber gnadenreicher, falls Sie überhaupt dorthin kommen, weil Gott es will, dass Sie dorthin kommen. Sie sind ein besserer und weniger „wässriger“ Treibstoff und deswegen hat das letzte Konzil das Gebetspensum der mündlichen Gebets dermaßen gekürzt, damit man auf die höheren Gebetsstufen gar nicht gelangen kann. Denn die Grundlage ist das laute, lange, mündliche Gebet, bei dem man die Texte betrachtet. Sie müssen ja auch so und so oft ins Fitness-Studie gehen und die Stange mit den Gewichten stemmen, damit Sie einen Muskelzuwachs verspüren. Vo Stange anfassen, bekommt man keine Muskeln. Weil es aber in unserer nachkonziliaren Kirche noch ein paar Klausurnonnen gibt, so werden Sie jetzt in nachkonziliare „Umerziehungslager“ geschickt, damit sie weniger beten und Gott keine wohlgefälliges Opfer darbringen. Für Gott und den Teufel zählt niemals Quantität, sondern immer die Qualität. In Belgien und in Luxemburg gibt es 122 Klausurnonnen, davon 5 im Noviziat, Durchschnittsalter 75, in Deutschland hingegen 178, 8 im Noviziat, Durchschnittsalter 66 Jahre.

Warum lässt man sie nicht aussterben?

Weil Sie immer noch Berufungen haben.

Und eine Klausurnonne ist wirklich eine Nuklearladung gegen die Mächte der Finsternis. Bergoglio weiß das natürlich und deswegen will er sie zerstören. Wenn die Nonnen aber zu beten aufhören, dann gehen wir wirklich alle vor die Hunde. Buchstäblich. Sonst betet ja niemand oder niemand richtig. Priester nicht, tätige Orden nicht („Arbeit, keine Zeit“) und von den Laien ganz zu schweigen. Wenn kontemplative Frauenorden zu beten aufhören, so ist es so als würde der Antarktische Zirkumpolarstrom  zu fließen aufhören. Zum Ersteren wird es leider kommen, weil die armen Schwestern einer „permanenten Schulung“ unterworfen werden, welche ein kontemplatives Leben unmöglich macht. Deswegen lernen Sie, liebe Leserin und Leser, das betrachtende Gebet, denn jemand muss diesen Mangel ausgleichen.

 

 

Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 12. Nach der Mahlzeit

BoschStJeromeInPrayer

Bei den Stoßgebeten von Kardinal Bona geht es darum jede, auch so banale Alltagstätigkeit mit der übernatürlichen Dimension zu verbinden und Gott um seine aktuelle Gnade dafür zu bitten. DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) verrichtet zurzeit in seinem Brotberuf dermaßen banale Tätigkeiten, dass es banaler nicht mehr geht. Ja, ein einigermaßen trainierter Gorilla mit Fremdsprachenkenntnissen könnte es auch. Leider ist es keine rein körperliche Tätigkeit, bei der man meditieren könnte, sondern man muss schon daran denken, was man gerade tut. Aber das Leben unser aller besteht aus Banalitäten. Man kann nicht 24 Stunden pro Tag geistliche oder intellektuelle Höchstleistungen abliefern, was schon die Wüstenväter wussten. Man braucht mechanische, banale Tätigkeiten, um sich zu regenerieren, aber banal bedeutet nicht gottlos. Man kann alles in Opfer und Gebet ummünzten und vielleicht sollten wir alle, nach dem Vorbild von Kardinal Bona, Stoßgebete vor unseren banalen Alltagstätigkeiten entwickeln.

Das heutige Gebet spielt auf zweierlei an. Erstens, dass Gott uns necessaria – also die wirklich notwendigen Dinge – sichert, wenn wir im Gnadenstand sind und seinen Willen tun.  „Notwendig“ bedeutet Brot und Wasser, ab und zu Wurzeln, wenig, karg, aber dennoch vorhanden. Der Teufel malt uns immer Schreckensszenarien, dass wir verhungern werden, falls wir Gott folgen. Dies ist aber falsch. In Deutschland gibt es Hartz-IV, verhungern muss niemand und die langjährigen Hartz-IV-Empfänger sind alles andere als ausgehungert. Es ist festzuhalten, wen Gott zu etwas beruft, dem wird er das Notwendige dazu geben, wobei zu berücksichtigen ist, dass die göttliche Vorsehung sich nicht um das kümmert, was im Rahmen der natürlichen Tätigkeit eines jeden seine Aufgabe bleibt. Beispiel: „Ich will Brötchen – Ich muss mir welche kaufen oder schenken lassen“. Von alleine kommen die nicht. Bin ich aber in einer Höhle eingeschlossen, weil Gott es so wollte und Gott will, dass ich dort überlebe, wie hl. Paulus der Einsiedler, dann kann ich mit einem Wunder rechnen, weil das Brötchen-Holen wirklich in dieser Situation nicht im meiner Macht liegt.  Man kann sich wirklich keine Wunder „organisieren“, weil man zu faul zum Arbeiten ist. Es gibt keine Wunder auf Verlangen. Aber alles Speis und Trank, alles leibliche oder finanzielle Wohlergehen in diesem Leben dient nur dazu, dass wir besser werden, dass wir „an guten Werken Überfluss haben“ oder anderes übersetzt, dass wir „mit guten Werken überfließen“, denn der Körper ist bloß ein „fahrbarer Untersatz“ für die Seele.

Post mensam
Gloria tibi Domine, qui me cibo ac potu necessario refecisti: fac me semper abundare in omni opere bono.
Nach der Mahlzeit 
Ehre sei Dir Herr, der Du mich mit dem notwendigen Speise und Trank gekräftigt hast: Gib mir Herr, dass ich immer an jeder guten Tat Überfluss habe.

 

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (26). Man selbst ist immer unsicher.

Fünftes Kapitel

Das Urteil bei dieser Unterscheidung ist nicht gewiss und untrüglich, wenn keine ausdrückliche Offenbarung hinzukommt. Es wird gar Vieles dazu erfordert, um auf künstliche Weise die verschiedenen Geister richtig zu unterscheiden. Es werden zu diesem Ende einige Regeln vorgeschrieben.

In dieser längeren Vorrede stellt Kardinal Bona fest, dass man leider bei der eigenen Geistesunterscheidung immer unsicher ist, welcher Geist uns antreibt und die Antriebe zweifelhaft sind. Deswegen müssen wir unsere eigenen Antriebe objektivieren und wir erkennen den Antrieb an seinen Konsequenzen. Man kann es in der Makro-Skala gut erkennen:

Was hat das Vatikanum II gebracht? – Verwüstung.

War es vom Heiligen Geist? – Nein.

Denn der gute Geist führt zum Guten, der böse zum Bösen, wir Menschen jedoch erkennen ex effectibus – aus den Wirkungen, im Großen wie im Kleinen. Denn der böse Geist kann sich auf die Dauer nicht verstecken noch verstellen. Die Dämonen handeln zwanghaft, sagt der Exorzist Father Ripperger, was möglich ist, denn ihr Wille wurde gleichsam beim Engelssturz eingefroren. Im Film Falsches Spiel mit Roger Rabbit (Who framed Roger Rabbitgibt es eine Stelle, wo der Toons-Jäger durch eine klopfende Sequenz (Shaving and hair cut): tam-taratam-tam-tam (40:47-41:30) – immer die Zeichentrickfiguren anlocken kann. Warum? Weil sie durch ihren Stolz geleitet auf die Bühne kommen und sich präsentieren müssen. Ja, es ist zwanghaft. Der Dämon muss sich auch zu erkennen geben, dass er es war. Schauen wir uns doch die Entwicklung der charismatischen Bewegung an:

  1. „Heiliger Geist“
  2. Zungengebet
  3. Neues Pfinsten
  4. Ruhen im Geist
  5. Toronto Blessing
  6. Bellen im Geist
  7. Besessenheit

Und Bergoglio?

  1. Schwarze Schuhe
  2. Demut, Busfahren, St. Martha
  3. „Wer bin ich, um zu urteilen?“
  4. Amoris Laetitia
  5. Vultum Domini – praktische Auflösung der kontemplativen Orden
  6. Mitis iudex – Ungültigkeitserklärung auf Verlangen
  7. Kommunion an Protestanten – DBK soll es selbst richten
  8. „Es gibt keine Hölle“
  9. „Es gibt keine Unsterblichkeit der Seele“
  10. ???

Man kann also ex effectibus urteilen, in unserem Falle auch.

 

 

 

 

 

 

 

Kardinal Bona „Unterscheidung der Geister“ als pdf-Datei

250px-Cardinal_Giovanni_Bona

Da wir jetzt über viel Speicherplatz und eine schnelle Internetverbindung verfügen, so wollen wir das Gesamtwerk von Kardinal Bona, über welches wir schon geschrieben haben, als pdf-Datei umsonst zum Download bereitstellen. Spenden sind herzlich willkommen, aber unser geistliches Eigentum ist die Bona-Reihe, die als Kommentar selbstverständlich fortgeführt wird. Für all jene aber, die es eilig haben, gibt es hier das Gesamtpaket. Die „Unterscheidung der Geister“ ist sicherlich kein Werk, dass man in einem Zug lesen kann, man muss es anwenden, wie die „Nachfolge Christi“, aber zuerst muss man es besitzen. Laden Sie es runter, denn Ihr Beichtvater, falls Sie einen haben, wird es sicherlich nicht besser wissen.

Bona, Die Unterscheidung der Geister

 

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (19) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (10) Gebet der Einfachheit und Beschauung (v). Einwände gegen dasselbe.

 

Der heutige Beitrag ist an alle gerichtet, welche die perfektionistische und aktivistische Einstellung haben es:

  • richtig,
  • gründlich,
  • gut

zu machen. Das ist natürlich nicht verkehrt, solange man Gott nicht seine eigene Denkweise aufzwingen möchte. Viele Menschen, die überhaupt zum Gebet der Ruhe kommen werden, werden die Anfechtung haben, dass sie nichts tun, sinnlos ihre Zeit verplempern, nicht „arbeiten“ auch im Geistlichen und keinen Fortschritt erzielen. Dazu ist zu sagen, dass ebenso wenig Sie selbst wahrnehmen, dass Sie körperlich wachsen, sondern aus anhand der heraus gewachsenen Kleider feststellen können, bei Gewichtabnahme und -zunahme ist es genauso, ebenso wie mit Ab- oder Zunahme der Muskelmasse, genauso wenig werden Sie selbst es spüren, dass Sie im Übernatürlichen Fortschritte machen. Das Wachstum selbst spüren Sie nicht, aber Sie merken die Effekte. Wenn Sie sich Gott, wie der Sonne und seiner Pädagogik aussetzen, dann werden nach und nach Sünden und Unvollkommenheiten verschwinden, die Tugenden werden wachsen, sie werden auf einmal zu Dingen fähig, die Sie sich selbst nicht zugetraut haben, Sie werden immer tiefere Einblicke in die geistliche Materie gewinnen. Gott ist unveränderlich und deswegen muss nicht immer im Gebet etwas „passieren“, damit es passiert.  Die Anleitungen wie es geht, finden Sie bei Pater Poulain.

 

 

 

Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 11. Vor der Mahlzeit

BoschStJeromeInPrayer

Das heutige Stoßgebet, das zu Tisch gebetet wird, macht uns wieder einmal klar, dass unsere Prioritäten falsch liegen. Wir kümmern uns stets um das aktuelle Tagesgeschehen und nicht um die Ewigkeit. Wenn wir abends unsere Gewissenserforschung unter dem Gesichtspunkt machen würden,

Was hat mir heute für die Ewigkeit genützt?

dann würde wirklich wenig übrig bleiben. Natürlich besteht jeder Weg aus kleinen Schritten und die Zukunft wird im Jetzt gemacht, denn die Ewigkeit wird sich nicht um sich selbst kümmern, sondern Sie bauen jetzt für Ihre Ewigkeit vor und zwar, wo Sie diese verbringen werden. Für alle von uns, die sehr effizient ihre Zeit einplanen müssen, sollte sich nicht die Frage stellen:

Wie effizient war ich heute und was haben ich erledigt?

sondern

Wie habe ich heute für meine Ewigkeit vorgesorgt?

Natürlich muss man auch sehr banale Dinge tun, aber die helfen uns auch, wenn wir davor die sog. „gute Meinung“ erwecken, d.h. wenn wir Gott um seine Hilfe bitten und diese Tätigkeiten aufopfern. Dann geht unser Tagewerk für die Ewigkeit nicht verloren, sonst heißt es zuerst:

Schaffe, schaffe, Häusle baue!

und danach

Hinfort in das ewige Höllenfeuer!

Ja, jeder sollte wirklich stets mit der Möglichkeit der eigenen Verdammnis durch schlechte Prioritäten und Unterlassungssünden rechnen. Noch haben Sie Zeit.  Wenn Sie wüssten, wer alles in der Hölle landet, der in Augen der Welt als „gut, fromm und konservativ“ angesehen ist? Wenn Sie nur wüssten ….

 

Ante mensam
Da, mihi, Domine, operari non cibum qui perit, sed qui permanet in vitam aeternam.
Zum Tischgebet
Gib mir Herr, nicht für diejenige Speise zu arbeiten, die verloren geht, sondern um diejenige, die für das ewige Leben währen wird.

 

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (26). Bei der Geistesunterscheidung kann man subjektiv immer irren.

 

 

Fünftes Kapitel.

Das Urteil bei dieser Unterscheidung ist nicht gewiss und betrüglich [trügerisch], wenn keine ausdrückliche Offenbarung hinzukommt. Es wird gar Vieles dazu erfordert, um auf künstliche [kunstfertige] Weise die verschiedenen Geister richtig zu unterscheiden. Es werden zu diesem Ende [Zweck] einige Regeln vorgeschrieben.

Obwohl die vorgelegte deutsche Übersetzung aus der Mitte des 19 Jhdts. stammt, so haben einige Worte ihre Bedeutung dermaßen verändert, dass uns eine Übertragung einiger Termini des Titels angebracht schien. Worum geht es in diesem Kapitel? Darum, dass niemand bei sich selbst, d.h. subjektiv, und das ist eine wichtige Einschränkung immer die Geister richtig unterscheiden kann.

Warum?

Weil der Teufel wirklich real sind und er wird, unter Zulassung Gottes, dafür sorgen, dass Sie oft nicht wissen werden, wo oben und wo unten ist. Es gibt auf dem offenen Meer Windstärken, wo der Himmel verschwindet samt der Horizontlinie und wirklich alles zu wüsten Wassermassen wird. Wikipedia beschreibt diese Orkanstärke wie folgt:

See vollkommen weiß, Luft mit Schaum und Gischt gefüllt, keine Sicht mehr.

Kennt man die Beaufort-Skala? Ja.

Kann man navigieren? – Ja.

Weiß man, dass es vorübergehen wird?  -Ja.

Es hilft Ihnen aber alles nichts, weil Sie in solchen Situationen machtlos sind. Man ist auch bei der Geistesunterscheidung manchmal nicht sein eigener Richter, weil man die Situation falsch beurteilt. Der Feind weiß sich zu verstellen und man ist schwach. Interessanterweise werden Sie viel eher bestimmte Symptome, mit Gottes Gnade natürlich, bei anderen als bei sich selbst erkennen. Doppelmoral? Nein, Sie sind einfach die Klangquelle. Jeder der singt, weiß, dass ein Sänger manche Töne, die er singt nicht objektiv richtig hören kann und deswegen braucht er jemanden, der ihn abhört. Man produziert zwar die Schallwellen, aber sie sind vor einem. Es ist Physik. Weil die Geister der Geist Gottes und der böse Geist – Geister und sehr subtil sind, so muss man in einer sehr ausgeglichenen Lage sein, um diese voneinander zu unterscheiden. Manchmal ist man es nicht und Gott lässt es zu, damit man etwas lernt, demütig wird und anderen in ähnlichen Situationen helfen kann. Denn man kann nur dann Empathie entwickeln, wenn man es selbst erlebt hat. Der hl. Johannes vom Kreuz zählt in Unterpunkten sehr analytisch genau alle Arten von teuflischen Visionen und Eingebungen auf. Und woher weiß er das? Weil er es selbst erlebte, sonst weiß man es nicht. War es angenehm? Sicherlich nicht, aber von nichts kommt nichts. Deswegen sollte man jemanden, einen Beichtvater, haben, der unsere Eindrücke objektivieren kann, denn auch ein sehr schlechter Sänger oder jemand, der nicht singt, wenn nicht gerade taub, kann diese Wellenfrequenzen objektiv hören, welche Sie nicht hören können. Und ein blindes Huhn findet auch ein Korn. Auch wenn er zu nichts zu gebrauchen ist, so sollten Sie dennoch Ihre Situation bei absoluter Verwirrung offen legen, denn diese Verdemütigung ist Gott genehm und „verbrennt“ gleichsam den Stolz des Teufels. Auf einmal fällt der Druck oder die Dunkelheit auf einmal von Ihnen weg, der Sturm legt sich, weil sich Gott Ihrer erbarmt hat. Man sollte sich deswegen immer misstrauen und immer den eigenen Weg, soweit es geht, objektivieren.