Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (24) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (14) Gebet der Einfachheit und Beschauung (i). Quellen zum Gebet der Einfachheit

Eines der großen Vorzüge des Buches von Pater Poulain SJ ist das Quellenstudium, welches er zur Mystik getätigt hat und welches am Ende eines jeden Kapitels als eine Zitatensammlung zu den einzelnen Stufen des Gebets erscheint. Anbei sehen wir die Belege aus der Korrespondenz der Heiligen über das Gebet der Einfachheit, an denen wir erkennen können, wie Menschen das praktisch erlebt haben, was Pater Poulain SJ theoretisch beschreibt. Beim Ausdruck „Texte der Heiligen“, wie z.B, von hl. Johanna de Chantal ist Vorsicht geboten, weil viele Menschen, wenn sie solch eine Überschrift sehen gleich denken:

„Das ist für Heilige, das ist nichts für mich“.

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Pater Poulain SJ – Wochenendbeilage

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Bei all dem Dreck, der jetzt überall in der Kirche sichtbar wird, bei all dem Sumpf der uns hineinziehen will, ist es wichtig immer daran zu denken, dass man selbst nicht verloren geht. Im Flugzeug müssen Sie zuerst sich selbst die Sauerstoffmaske aufsetzen, beim Klettern müssen Sie zuerst sich selbst absichern. Jawohl, es ist der Heilsegoismus, denn in der Hölle werden Sie auch selbst brennen und kein Kollektivismus des Miteinander wird Ihnen dort helfen, im Fegefeuer werden Sie auch einzeln gereinigt werden. Das also, was Sie jetzt zu Lebzeiten erreichen ist Ihnen sicher. Die Rente ist es nicht. Deswegen soll man das eigene geistliche Leben entwickeln, weil es niemand für Sie tun wird. Es ist wirklich wie mit der Muskelmasse und Krafttraining: niemand wird für Sie trainieren. Mag das Fitnessstudio auch so luxuriös und der Trainer kompetent sein, schwitzen müssen Sie schon selbst. Die Kommentare zu Pater Poulain SJ werden wenig gelesen, weil wohl 90% unserer Leser dazu kommen müsste sich wirklich feste Gebetszeiten zu setzen. Es ist wieder einmal wie beim Joggen: morgens zu müde, abends zu kaputt. Aber beten muss man schon und zwar mindestens am Morgen und am Abend. Sie erreichen viel mehr Zeit morgens, indem Sie zeitiger ins Bett gehen und nicht im Netz surfen oder Fernsehen, denn dort finden Sie kaum etwas, was Sie auferbaut. Gehen Sie früher ins Bett, dann stehen Sie auch früher auf. So einfach ist es. Weiterlesen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (23) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (13) Gebet der Einfachheit und Beschauung (ix). Betrachtung vorbereiten

Pater Poulain SJ untersucht die Frage, ob man den „Stoff“ sprich die Inhalte des betrachtenden oder des affektiven Gebets vorbereiten sollte, wie z.B. über das göttliche Attribut der Vorsehung nachzudenken oder die Heilung des Aussätzigen durch Jesus zu betrachten. Die Antwort lautet: Natürlich ja! Warum? Weil alles Übung braucht. Wenn Sie ein Instrument spielen, singen oder eine Sportart betreiben, müssen Sie sich zuerst auch aufwärmen, einsingen etc. und wissen, was Sie eigentlich vorhaben. Man singt oder spielt nicht drauf los. Auch Menschen, die sehr gut improvisieren können, sind zu dieser Eigenschaft durch jahrelanges Üben gekommen. Warum sollte es beim Gebet, welches genauso eine Fertigkeit, vom Menschen aus ausgesehen ist, wie alles andere auch anders sein? Es ist zuerst Handwerk, dann ist es Kunst. Es stimmt zwar, dass man manchmal betrachtende Gedanken oder manchmal ein affektives Gebet auch bei alltäglichen Tätigkeiten verrichten kann, aber doch nur nach langjähriger Einübung der Betrachtung oder des affektiven Gebets.  DSDZ erlebt oft, dass er theologische Traktate liest und sich dann hinknien muss, um betrachtend diese Inhalte gleichsam zu „verdauen“. Diese Inhalte kommen ihm auch oft in ganz alltäglichen Situationen in den Sinn, weil sie aber vorher gelesen wurden. Somit wird das betrachtende Gebet durch die gelesenen Inhalte vorbereitet, denn die Reihenfolge des Gebets lautet: Weiterlesen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (22) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (12) Gebet der Einfachheit und Beschauung (viii). Tipps für das Gebet der Einfachheit.

Pater Poulain schreibt zu recht:

„Manchmal weiß der Pönitent nicht zu erklären, worin eigentlich sein inneres Gebet besteht“.

Wir haben es also mit einer recht exotischen Situation zu tun, in welcher folgende Elemente vorkommen:

a. ein Pönitent erzählt über sein inneres Gebet und nicht über seine Sünden,

b. ein Priester hört zu, da er

c. aufgrund seines eigenen Gebetslebens

d. die Gebetsentwicklung des Pönitenten einstufen und leiten kann.

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (21) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (11) Gebet der Einfachheit und Beschauung (vii). Einwände gegen dasselbe.

Wir kommen langsam in spirituelle Höhen, obwohl es sich eigentlich nur um fortgeschrittene Stufen des Gebetslebens handelt, bei denen die Luft buchstäblich dünn wird und die meisten Leser die mühsam eingescannten Buchseiten nicht einmal lesen.

Woher wissen wir das?

Weil die letzte Folge inmitten eines Satzes abbrach, was niemanden zu stören schien. Pater Poulain SJ führt wieder wiederholt und systematisch die Einwände gegen das Gebet der Einfachheit auf. Die Vorwürfe, dass „man nichts tue“ wurden in der letzten Folge entkräftet, jetzt befasst er sich mit dem Einwand, dass man nicht fortschreite. Obwohl das Priester-Bashing, das DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) hier betreibt ihn selbst ermüdet, so muss man leider sagen, dass wohl zu jeder Zeit, insbesondere nach Vat. II die Priester sich nicht besonders freuten, wenn jemand über ein tieferes Gebetsleben verfügte oder sich darum bemühte als sie selbst. In der Heimat von DSDZ spricht man in einer Redewendung vom „Hund des Gärtners“, welcher selbst in den Garten nicht eintreten darf, um Obst oder Gemüse zu fressen, das ihm nicht schmeckt, er lässt aber auch keine anderen herein, damit es denen ja nicht besser gehe als ihm selbst. Christus sagt es anders:

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (20) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (11) Gebet der Einfachheit und Beschauung (vi). Einwände gegen dasselbe.

Pater Poulain SJ befasst sich wieder einmal mit dem Vorwurf, dass man im Gebet der Einfachheit nichts tue, sondern die Zeit vergeude. Dies ist natürlich ein sehr populärer Vorwurf, welche die Ungläubigen und Ketzer aller Art gegen die kontemplativen Stände hegten. Er lautete immer:

Die tun nichts. Wir aber müssen arbeiten!

Dies Führte zu den Klosteraufhebungen während der Reformation, der Französischen Revolution, in der Napoleonischen Zeit, der sog. Säkularisierung. Dieses Ziel hatten alle Revolutionäre, dieses Ziel hat Bergoglio, obwohl er in Vultum Domini und Cor orans ein wenig anders argumentiert. Aber lassen wir an dieser Stelle die Polemik bei Seite und widmen wir uns dem Gebet.

Frage: Wie erkenne ich, dass ich das Gebet der Einfachheit praktizieren kann?

Antwort: Wenn ich ohne größere Zerstreuungen während dieses Gebetes verbleiben kann und wenn der Gedanke an die Rückkehr zur reinen Betrachtung mir mühevoll erscheint.

Frage: Wie merke ich, dass mir dieses Gebet etwas nützt und mich tatsächlich heiligt?

Antwort: Wenn meine Taten davon gewandelt werden.

 

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (19) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (10) Gebet der Einfachheit und Beschauung (v). Einwände gegen dasselbe.

 

Der heutige Beitrag ist an alle gerichtet, welche die perfektionistische und aktivistische Einstellung haben es:

  • richtig,
  • gründlich,
  • gut

zu machen. Das ist natürlich nicht verkehrt, solange man Gott nicht seine eigene Denkweise aufzwingen möchte. Viele Menschen, die überhaupt zum Gebet der Ruhe kommen werden, werden die Anfechtung haben, dass sie nichts tun, sinnlos ihre Zeit verplempern, nicht „arbeiten“ auch im Geistlichen und keinen Fortschritt erzielen. Dazu ist zu sagen, dass ebenso wenig Sie selbst wahrnehmen, dass Sie körperlich wachsen, sondern aus anhand der heraus gewachsenen Kleider feststellen können, bei Gewichtabnahme und -zunahme ist es genauso, ebenso wie mit Ab- oder Zunahme der Muskelmasse, genauso wenig werden Sie selbst es spüren, dass Sie im Übernatürlichen Fortschritte machen. Das Wachstum selbst spüren Sie nicht, aber Sie merken die Effekte. Wenn Sie sich Gott, wie der Sonne und seiner Pädagogik aussetzen, dann werden nach und nach Sünden und Unvollkommenheiten verschwinden, die Tugenden werden wachsen, sie werden auf einmal zu Dingen fähig, die Sie sich selbst nicht zugetraut haben, Sie werden immer tiefere Einblicke in die geistliche Materie gewinnen. Gott ist unveränderlich und deswegen muss nicht immer im Gebet etwas „passieren“, damit es passiert.  Die Anleitungen wie es geht, finden Sie bei Pater Poulain.

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Pater Poulain SJ über Privatoffenbarungen, wahre und falsche Visionen als pdf

Als Ergänzung zum Podcast 10 stellen wir hier die deutsche Fassung des Buches von Pater Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. Ein Handbuch der Mystik, aus dem Jahre 1909. Wir tun es für alle, die kein Englisch können oder sich das Buch auf Englisch  nicht zulegen wollen oder können.  Da wir davon ausgehen, dass nach dem Podcast über Faustina und ihre Falschoffenbarungen für viele, insbesondere Damen, ihr Weltbild zusammen fällt, so wollen wir den werten LeserInnen etwas an die Hand geben, damit sie aus der nachfaustinischen Trümmerlandschaft hinaus finden. Hier ein paar mögliche Fragen und Antworten:

Frage: Wer ist überhaupt dieser Pater Poulain, dass er sich eine Meinung über unsere Faustina bilden kann?

Antwort: Pater Poulain SJ war ein französischer Jesuit, welcher um das Jahr 1901 ein überragendes Buch über die Mystik verfasst hat, für welches er das Wissen der früheren Autoren zusammengetragen, durchleuchtet und sehr systematisch und logisch zusammengetragen hatte. Es ist also ein Handbuch, ein Lehrbuch, ein Nachschlagewerk.

Frage: Ist dies Pater Poulain überhaupt katholisch?

Antwort: Ja, dieses Buch wurde im Namen von hl. Pius X von seinen zwei hochstehenden Kardinälen gut geheißen und den Gläubigen zur Lektüre empfohlen.

Frage: Sind seine Ansichten nicht veraltet?

Antwort: Nein, denn die Gesetzmäßigkeiten des mystischen Weges, der Handlungen Gottes und des Teufels sind dieselben.

Frage: Gibt es Alternativen zum Werk von Pater Poulain?

Antwort: Ja, aber diese wurden noch früher und auf Lateinisch verfasst. Es sind Quellen die er verwendet und Sie müssen in der Lage sein, Altdrucke auf Lateinisch lesen zu können.

Frage: Warum ist Pater Poulain Faustina übergeordnet?

Antwort: Weil Pater Poulain theologische Kriterien bietet, nach denen alle Privatoffenbarungen beurteilt werden können. Es ist ein Handbuch und nicht seine Privatmeinung.

Frage: Gibt es Unterschiede zwischen der englischen und der deutschen Ausgabe?

Antwort: Durchaus. Die englische Ausgabe von 1949 fußt auf einer späteren Ausgabe von Pater Poulain SJ selbst und ist ein wenig umfangreicher als deutsche aus dem Jahre 1901. Das Englische lässt sich auf viel besser, denn einfacher, als das Deutsche aus dem Jahre 1901 lesen.

Und hier die beiden Kapitel als pdf-Dateien.

Kap. 21 Gefahren der Täuschung

Poulain, Kap. 21

Kap. 22 Wie unterscheidet man echte Offenbarungen und Visionen von falschen?

Poulain, Kap. 22

Und daher liebe LeserInnen:

  1. Downloaden
  2. Ausdrucken
  3. Lesen
  4. Anwenden

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (18) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (10) Gebet der Einfachheit und Beschauung (iv). Einwände gegen dasselbe.

In diesem Teil setzt sich Pater Poulain SJ mit den Vorwürfen gegen das Gebet der Einfachheit auseinander, welche dem Beter vorwerfen, dass er nichts tue und nicht „arbeite“. Wenn Sie sich in eine Gruppe von Menschen setzten, werden Sie über kurz oder lang, früher oder später von ihnen hören:

  1. wie schwer sie arbeiten,
  2. wie toll sie sind,
  3. was sie alles erreicht haben.

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