Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (22) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (12) Gebet der Einfachheit und Beschauung (viii). Tipps für das Gebet der Einfachheit.

Pater Poulain schreibt zu recht:

„Manchmal weiß der Pönitent nicht zu erklären, worin eigentlich sein inneres Gebet besteht“.

Wir haben es also mit einer recht exotischen Situation zu tun, in welcher folgende Elemente vorkommen:

a. ein Pönitent erzählt über sein inneres Gebet und nicht über seine Sünden,

b. ein Priester hört zu, da er

c. aufgrund seines eigenen Gebetslebens

d. die Gebetsentwicklung des Pönitenten einstufen und leiten kann.

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (21) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (11) Gebet der Einfachheit und Beschauung (vii). Einwände gegen dasselbe.

Wir kommen langsam in spirituelle Höhen, obwohl es sich eigentlich nur um fortgeschrittene Stufen des Gebetslebens handelt, bei denen die Luft buchstäblich dünn wird und die meisten Leser die mühsam eingescannten Buchseiten nicht einmal lesen.

Woher wissen wir das?

Weil die letzte Folge inmitten eines Satzes abbrach, was niemanden zu stören schien. Pater Poulain SJ führt wieder wiederholt und systematisch die Einwände gegen das Gebet der Einfachheit auf. Die Vorwürfe, dass „man nichts tue“ wurden in der letzten Folge entkräftet, jetzt befasst er sich mit dem Einwand, dass man nicht fortschreite. Obwohl das Priester-Bashing, das DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) hier betreibt ihn selbst ermüdet, so muss man leider sagen, dass wohl zu jeder Zeit, insbesondere nach Vat. II die Priester sich nicht besonders freuten, wenn jemand über ein tieferes Gebetsleben verfügte oder sich darum bemühte als sie selbst. In der Heimat von DSDZ spricht man in einer Redewendung vom „Hund des Gärtners“, welcher selbst in den Garten nicht eintreten darf, um Obst oder Gemüse zu fressen, das ihm nicht schmeckt, er lässt aber auch keine anderen herein, damit es denen ja nicht besser gehe als ihm selbst. Christus sagt es anders:

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (20) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (11) Gebet der Einfachheit und Beschauung (vi). Einwände gegen dasselbe.

Pater Poulain SJ befasst sich wieder einmal mit dem Vorwurf, dass man im Gebet der Einfachheit nichts tue, sondern die Zeit vergeude. Dies ist natürlich ein sehr populärer Vorwurf, welche die Ungläubigen und Ketzer aller Art gegen die kontemplativen Stände hegten. Er lautete immer:

Die tun nichts. Wir aber müssen arbeiten!

Dies Führte zu den Klosteraufhebungen während der Reformation, der Französischen Revolution, in der Napoleonischen Zeit, der sog. Säkularisierung. Dieses Ziel hatten alle Revolutionäre, dieses Ziel hat Bergoglio, obwohl er in Vultum Domini und Cor orans ein wenig anders argumentiert. Aber lassen wir an dieser Stelle die Polemik bei Seite und widmen wir uns dem Gebet.

Frage: Wie erkenne ich, dass ich das Gebet der Einfachheit praktizieren kann?

Antwort: Wenn ich ohne größere Zerstreuungen während dieses Gebetes verbleiben kann und wenn der Gedanke an die Rückkehr zur reinen Betrachtung mir mühevoll erscheint.

Frage: Wie merke ich, dass mir dieses Gebet etwas nützt und mich tatsächlich heiligt?

Antwort: Wenn meine Taten davon gewandelt werden.

 

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (19) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (10) Gebet der Einfachheit und Beschauung (v). Einwände gegen dasselbe.

 

Der heutige Beitrag ist an alle gerichtet, welche die perfektionistische und aktivistische Einstellung haben es:

  • richtig,
  • gründlich,
  • gut

zu machen. Das ist natürlich nicht verkehrt, solange man Gott nicht seine eigene Denkweise aufzwingen möchte. Viele Menschen, die überhaupt zum Gebet der Ruhe kommen werden, werden die Anfechtung haben, dass sie nichts tun, sinnlos ihre Zeit verplempern, nicht „arbeiten“ auch im Geistlichen und keinen Fortschritt erzielen. Dazu ist zu sagen, dass ebenso wenig Sie selbst wahrnehmen, dass Sie körperlich wachsen, sondern aus anhand der heraus gewachsenen Kleider feststellen können, bei Gewichtabnahme und -zunahme ist es genauso, ebenso wie mit Ab- oder Zunahme der Muskelmasse, genauso wenig werden Sie selbst es spüren, dass Sie im Übernatürlichen Fortschritte machen. Das Wachstum selbst spüren Sie nicht, aber Sie merken die Effekte. Wenn Sie sich Gott, wie der Sonne und seiner Pädagogik aussetzen, dann werden nach und nach Sünden und Unvollkommenheiten verschwinden, die Tugenden werden wachsen, sie werden auf einmal zu Dingen fähig, die Sie sich selbst nicht zugetraut haben, Sie werden immer tiefere Einblicke in die geistliche Materie gewinnen. Gott ist unveränderlich und deswegen muss nicht immer im Gebet etwas „passieren“, damit es passiert.  Die Anleitungen wie es geht, finden Sie bei Pater Poulain.

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (18) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (10) Gebet der Einfachheit und Beschauung (iv). Einwände gegen dasselbe.

In diesem Teil setzt sich Pater Poulain SJ mit den Vorwürfen gegen das Gebet der Einfachheit auseinander, welche dem Beter vorwerfen, dass er nichts tue und nicht „arbeite“. Wenn Sie sich in eine Gruppe von Menschen setzten, werden Sie über kurz oder lang, früher oder später von ihnen hören:

  1. wie schwer sie arbeiten,
  2. wie toll sie sind,
  3. was sie alles erreicht haben.

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (17) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (9) Gebet der Einfachheit und Beschauung (iii)

Wir kommen langsam in solche Tiefen des Gebetslebens, von welchen wir leider annehmen müssen, dass kaum einer unserer Leser über dieses verfügt.

Angeberei? Nein, Realismus.

Wir sehen, wie oft die einzelnen Beiträge gelesen werden. Denn die von Pater Poulain SJ sehr präzise dargelegten Inhalte können nur von denen nachvollzogen werden, die es selbst durchmachen. Leider werden die Beiträge dieser Reihe dermaßen selten gelesen, dass sich DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) die Frage stellt, ob er sie noch fortführen sollte. Es ist als würde man Menschen, die nur 10 m tief tauchen können, Taucheruhren, sonstige Ausrüstung und Ratschläge anbieten, die für 80 m geeignet sind. Der Weltrekord  im Tauchen liegt zurzeit bei 334,35 Meter. Aber das geistliche Leben unserer Leser kann ja wachsen und tiefer werden und dann kommt dieses Kapitel wie gerufen. Um aber überhaupt tauchen zu können, brauchen Sie Wasser, viel Wasser und tiefes Wasser. Um tief ins Gebet einzutauchen, brauchen Sie viel Gebetszeit und Gebetsinhalt. Geht denn die Rechnung: „mehr Gebetszeit – besseres Gebet“ überhaupt auf? Natürlich! Mehr ist mehr, sonst hätte doch die Novus Ordo Kirche die vorgeschriebene Gebetszeit für die geistlichen Stände nicht dermaßen gekürzt. Als Priester oder Ordensschwester beten Sie, falls Sie überhaupt die vorgeschriebenen Gebete verrichten – und im Orden können Sie es gar nicht anders -, einfach viel zu wenig, um in eine Tiefe zu kommen. In einer Pfütze brauchen Sie keinen Taucheranzug und kein Atemgerät. Mehr ist mehr und länger ist länger. DSDZ hat früher oft gehört, dass er viel zu wenig übe, was bezüglich seines Hauptinstruments stimmte. Sie können niemals dasselbe Stück genauso gut spielen, wenn Sie es 10 Minuten pro Tag, statt 45 Minuten pro Tag üben. Es geht um unsere Natur, welche in mehrfacher Übung sich der Gnade Gottes unterordnen muss. Da reichen keine 15 Minuten pro Tag, gleich was Ihnen die wie immer fortschrittlichen jesuitischen Exerzitienmeister sagen. Das ist gelogen.

Wer führt denn heutzutage noch ein Gebetsleben?

Zölibatär lebende Weltleute, vielleicht manche kontemplativen Ordensleute.

Meint DSDZ damit sich selbst?

Ja, auch, aber nicht ausschließlich. In seiner Jugend kannte er einige junge Menschen unter 30, die zölibatär lebten, wohl eine Ordensberufung hatten, wirklich viel beteten und ein sehr asketisches Leben führten. Solche Menschen gibt es, wir haben auch solche Leser, die älter als 30 sind. Wie es in den kontemplativen Klöstern aussieht, entzieht sich unserer Kenntnis, da sie aber oft von Exerzitienmeistern von außen frequentiert werden und auch irgendwie „modern“ sein wollen, so kann es gar nicht gut aussehen, siehe die Erlebnisse von Hilary White, wenn gar Äbtissinnen hinschmeißen und zurück ins weltliche Leben zurückkehren. Es stimmt nicht, dass heutzutage Menschen keine Ordensberufung oder eine kontemplative Berufung haben. Es gibt einfach kaum Klöster, wo sie diese verwirklichen könnten.

  • Unsere Bischöfe, falls sie überhaupt gläubig sind, beten nicht, weil sie Besseres zu tun haben,
  • unsere Priester beten nicht, weil sie viel zu beschäftigt sind und
  • unsere Ordenleute beten auch nicht, weil sie ebenfalls viel zu viel zu tun haben.

Sie haben sich alle nach Vat. II dermaßen dem „Dialog mit der Welt“ hingegeben, dass sie gar nicht zum beten kommen, vom vorgeschriebenen Mindestmaß abgesehen. Aber das Novus Ordo Mindestmaß ist viel zu wenig, um eine geistliche Initialzündung zu ermöglichen. Deswegen gibt es auch kaum Menschen, die Sie bei Ihren Gebetsschwierigkeiten beraten könnten. Absolutes Flachland, wo man nur hinschaut. Aber gehen wir zum Eigentlichen über.

Das ist das Gebet der Einfachheit? Die Konzentration auf einen Aspekt, ein Gefühl, eine Eingebung. Es ist kein Hin-und-Her-Springen es ist ein „Losschälen“, wie richtigerwiese Pater Poulain SJ sagt. Je mehr Sie sich in Ihrem übrigen Leben losschälen können und einfacher werden, desto besser kommen Sie in das Gebet der Einfachheit, weil Sie einfach einfacher werden und zwar in jedem Bereich. Wenn Sie mit dieser Ebene noch nichts anfangen können, dann bleiben Sie einfach bei der Betrachtung, die Einfachheit wird irgendwann, so Gott will, noch kommen.

 

 

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (16) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (8) Affektives Gebet und Betrachtung (ii)

 

Für wen ist das Gebet der Einfachheit? Für denjenigen, der schon so viel intellektuelles oder betrachtendes Wissen angesammelt hat, dass er das alles vereinfachen kann. Erinnern Sie sich doch an Ihren Matheunterricht. Vereinfachen konnte man längere Gleichungen, bei 2 + 2 = 4 war nichts zu vereinfachen. DSDZ war im Physikleistungskurs und er erinnert sich an wirklich seitenlange Berechnungen und Formeln, die es zu kürzen und zu vereinfachen galt. Genauso ergeht es uns in der wissenschaftlichen Arbeit, falls wir dieser frönen. Man muss sehr viel gelesen haben und verarbeiten können, um es einfach machen zu können und dies kann man, wenn man es wirklich verstanden hat. Noch ein Bild: man macht keinen Wein aus zwei Trauben. Man brauchte Tausende, die verlesen und dann ausgepresst werden.

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (15) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (7) Affektives Gebet und Betrachtung (i)

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In diesem Teil seines Werkes Pater Poulain SJ bespricht er die Unterschiede zwischen dem affektiven Gebet oder dem Gebet der Affekte und der Betrachtung, wobei er die Überlegenheit der letzteren herausstellt. Es ist ein Gebet, bei welchem unsere Gefühle oder Affekte erweckt werden, damit diese unseren Willen beeinflussen. Um welche Affekte handelt es sich? Um die guten Affekte oder diejenigen die zum Guten führen:

  • Dankbarkeit
  • Freude
  • Lob
  • Trauer
  • andere

Das affektive Gebet erwächst aus der Betrachtung. So stellen Sie sich vor, dass Sie die Krippe Christi betrachten. Sie stellen sich den Stall von Betlehem vor, Maria, Joseph, die Tiere, ihre Krippe sieht so uns so aus, das Jesuskind so und so. Nachdem Sie diese Szene, wie in einem Film, sich vorgestellt haben, überlegen Sie sich, was es bedeutet, dass Gott Mensch geworden ist und erwecken Sie das Gefühl der Dankbarkeit. Der große Gott, der Schöpfer des ganzen Alls liegt als Mensch in einer Krippe in Palästina. Welche ein großes Hinabsteigen, aus der Höhe der göttlichen Transzendenz in die Tiefe der Körperlichkeit. Während Sie also diese Glaubensgeheimnisse betrachten, halten Sie sich an Dankbarkeit zu empfinden, aber so, dass ihre Gefühlswelt wirklich in Mitleidenschaft gezogen wird. Denn ohne ein affektives Gebet bleiben die Glaubensinhalte nur ein trockenes, beschriebenes Blatt Papier. Sie kennen diesen Typ des trockenen, dogmatischen Priesters, den es eher vor dem Konzil mehr gab, der aber jetzt ausstirbt, der alles glaubt, alles weiß, aber wenig liebt. Glaubenswahrheiten sind natürlich intellektuelle Wahrheiten, das Fachwort lautet „Propositionen“, aber das Intellektuelle muss in das Herz hinabsteigen, um den Willen zu beeinflussen, um in die Seele aufsteigen, damit wir wirklich gottförmig werden. Das Intellektuelle ist der Ausgangspunkt, denn es ist ein „Was“, man kann ja nicht glauben, ohne zu wissen woran und warum, aber das Ziel ist das Spirituelle, welches durch das Volitive (den Willen) zu erreichen ist. Sie können keine „persönliche Beziehung mit Jesus“ aufbauen, wie es die Protestanten nennen oder eine Liebe zum Heiland entwickeln, wie es katholisch heißt, wenn Sie die Glaubensgeheimnisse nicht mitempfinden. Ist dies denn möglich? Natürlich ist es möglich, man kann es einüben und dem dient eben das affektive Gebet. Aber dieses geht von der Betrachtung aus, denn sie müssen ja zuerst betrachten, sprich sich die Szene ausmalen, damit Sie Gefühle erwecken können.

 

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (14) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (6) Gebet der Einfachheit und die Eignung dazu

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Der heutige Eintrag soll im Zusammenhang mit dem vorigen gelesen werden, da er vom Gebet der Einfachheit handelt. Ja, den letzten Poulain-Eintrag gab es in Februar 2016, was uns tiefst beschämt, aber mit der Verpflichtung zum spirituellen Mittwoch wird auch Pater Poulain SJ öfters erscheinen.

Warum kommt er denn nicht öfter?

Weil er dermaßen viel Kommentar abverlangt, wozu der Schreiber dieser Zeilen nicht immer in der Lage ist. So kämpft er zum Beispiel bei der Niederschrift dieser Worte mit einer anfänglichen Infektion, er fühlt sich abgeschlagen und kann sich schlecht konzentrieren. Außerdem glauben wir, dass leider sehr wenige unserer Leser über ein derartig fortgeschrittenes Gebetsleben verfügen, dass Sie von Pater Poulain SJ profitieren könnten. So sind diese Beiträge recht arbeitsaufwendig und werden leider wenig gelesen. Aber wenn man die fortgeschrittenen Stadien des Gebetslebens überhaupt nicht darstellt, denn wo sollen Sie es sonst hören, dann wird sich niemand weiterentwickeln, weil er keine Anleitung dazu findet. Mit Gebet ist es wie mit Singen oder mit Sprechen. Wir tun schon vieles automatisch, können es nur nicht benennen oder es fehlt uns die richtige Technik es richtig zu machen. Weiterlesen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (13) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (5) Tugend, Phantasie, Trockenheit

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Gebetsleben als Eigensicherung

Bei all dem traurigen und eigentlich desolaten Zustand der Kirche in den deutschsprachigen Ländern ist es wichtig sich um sein eigenes, geistliches Immunsystem zu sorgen und Eigensicherung zu betreiben.

Gibt es „Heilsegoismus“? Nein!

Bevor wir diese beiden Termini weiter ausführen, wollen wir die vielleicht aufkommende Frage beantworten:

„Ja, ist es denn nicht Heilsegoismus?“

Jawohl, es ist Heilsegoismus und es ist gut so. Das nachkonziliare, lügnerische Modewort „Heilsegoismus“ kann wirklich nur dämonischen Ursprungs sein, denn unter der vorgeblichen altruistischen Güte birgt es absolut zerstörerische Potentiale in sich. Wie viele Priester landeten als Väter ihrer eigenen Konkubinenkinder, wie viele Ordensschwestern haben ihre Berufung verlassen, wie viele Mönchen „gingen hinaus, um in der Welt zu wirken“ und all das, um nicht heilsegoistisch zu sein. Natürlich muss man sich um sein eigenes Heil egoistisch bemühen, weil man nur auf sich selbst wirklich Einfluss hat. Wenn ich auf dieser Welt im Gnadenstand lebe, so leuchte ich, natürlich metaphorisch ausgedrückt, durch den Abglanz Gottes in die Welt hinein, ich bete für die Welt und heilige sie. Auch wenn ich tief im Wald vergraben bin. Komme ich ins Fegefeuer, so kann ich für die Menschen auf der Erde beten, komme ich gar in den Himmel, dann noch viel mehr. Dies ist die katholische Lehre von der communio sanctorum – der Gemeinschaft der Heiligen. Jeder Gnaden- und Heiligkeitszuwachs kommt dem ganzen mystischen Leib Christi – der Kirche –zugute. Und daher kann es gar keinen Heilsegoismus geben. Dies ist die wahre katholische Sicht, welche natürlich die vertikale Richtung also von Gott nach unten her berücksichtigt.

Berücksichtigt man nur das Horizontale, wie seit dem Konzil üblich, was zu einem praktischen Atheismus führt (siehe die letzte Predigt Ihres Herrn Pfarrer), so muss man permanent für andere tätig sein und zwar auf die Art und Weise, wie sie es bestimmen, was zu den absurden Lösungen führt Kirchen zu entweihen, um für muslimische illegale Einwanderer – die „Flüchtlinge“ – Platz zu machen, welche sich durch sexuelle Übergriffe und vieles mehr, denn die Presse beginnt langsam zu schreiben, revanchieren. Dies ist natürlich absurd und hat mit keiner Religion irgendetwas zu tun, am wenigsten mit der katholischen. Da leider die Mehrheit der deutschsprachigen Bischöfe, geht man von ihren Taten und Worten aus (siehe unsere „Bischofsperlen“), Atheisten sind, so brauchen sie natürlich weitere horizontale Ersatzziele, um die Kirchensteuer weiterhin zu verwenden und als eine staatliche Organisation zu fungieren. Man lese das letzte Pressegespräch der DBK.[1] Da alles, was man geistlich tut seinen Niederschlag im Gnadenleben der Kirche findet, so gibt es keinen „Heilsegoismus“ im Gegensatz zum klerikalen Atheismus, den es tatsächlich gibt. Aber wir sollten uns nicht darum kümmern, da wir, auch durch die Drosselung der Kirchensteuer, auf das Gnadenleben unserer Bischöfe keinen Einfluss haben. Wir haben ausschließlich Einfluss auf unser eigenes Gnadenleben.

Gebet als Aufladen des Immunsystems

Die beste und schnellste Möglichkeit sich geistlich zu „laden“ ist das Gebet, weil man es die Stoßgebete, die Widmung des Tageswerkes oder die Intention eingeschlossen, fast ununterbrochen tun kann. Beten ist nicht nur das kniende, mündliche Gebet. Es ist auch das liebevolle Gedenken Gottes, zu welchem man durch das mündliche Gebet nach und nach kommt und was Pater Poulain SJ eingehend beschreibt. Zur Messe, falls sie stattfindet, müssen wir gehen oder fahren. Wir müssen hoffen, dass der zelebrierende Priester wenigstens die Intention hat das zu tun, was die Kirche tut, auch wenn er im Konkubinat lebt und völlig ungläubig ist. Leider sind in der Heimatstadt des Schreibers dieser Zeilen Priester mit der rechten Intention und Nichtkonkubinarier selten, sodass manchmal gerechtfertigte Zweifel am Vollzug des Sakraments stattfinden können und zwar nicht aufgrund des Novus Ordo, sondern aufgrund der fehlenden Intention. Der Schreiber dieser Zeilen geht trotzdem hin und tötet sich ab. Aber leider ist es in den deutschsprachigen Ländern tatsächlich schwierig ein sakramentales Leben zu führen und es erfordert wirklich recht viel Anstrengung. Beten kann man aber immer und wir versuchen auf unserem Blog zu zeigen, wie es geht.

So wie es immer Krankheiten oder Epidemien geben wird, aber die Menschen mit dem besten Immunsystem überleben werden, so wird es in der Kirche immer Sünde oder Ärgernis geben, aber diejenigen mit dem besten geistlichen Immunsystem werden es überleben. Je mehr man die kirchlichen Interna kennenlernt, desto mehr braucht man Kraftquellen, um sich zu regenerieren und nach dem Gehörten oder Gesehenen zu gesunden. Denn sonst kann die frühere Frömmigkeit schnell in Zynismus umschlagen. So wie in den Flugzeugen gesagt wird, dass man zuerst sich selbst die Sauerstoffmaske aufsetzen sollte, so sollten wir zuerst sich um unser Gebetsleben sorgen und es nicht schleifen lassen. Manchmal müssen wir jemanden beraten, werden mit seiner ganzen sündigen Dunkelheit konfrontiert und brauchen ebenfalls die läuternden Wasser des Gebets, damit durch diese Begegnungen unser eigenes Gnadenleben nicht leidet. Ja, es stimmt, man gibt sein eigenes Licht weg und braucht mehr von oben. Aber Gott weiß das und gibt uns reichlich, falls er annimmt, dass wir soweit sind sich anderen mitzuteilen. Wie viele Heilige haben zuerst als Einsiedler gelebt, bevor sie mit ihrem Werk anfingen? Fast alle. Christus ging ja auch nach der Taufe in die Wüster. Also die Vorgehensweise ist vorgegeben.

Pater Poulain SJ schreibt sehr richtig, dass das Gebet der Einfachheit sich in allen anderen geistlichen Übungen, also im ganzen Leben, niederschlägt. Man wird geduldiger, freundlicher, ausdauernder etc. etc. Wie die Stoiker richtigerweise sagten:

„Alle Tugenden hängen zusammen, denn es ist die eine einzige Tugend. Hat man eine, so hat man alle. Hat man eine nicht, so hat man keine.“

Und dies ist richtig. Deswegen verödet zuerst das Gebetsleben, danach das moralische Leben und schließlich das intellektuelle Leben, siehe die letzte Verlautbarung der deutschen Theologen, die sich wirklich luziferisch zu eigenem „Lehramt“ erheben.[2] Ja, ja, zuerst ein Leerkörper, dann ein Leeramt! Und deswegen soll man bei den geistlichen Wüste, der sog. Trockenheit dabei bleiben. Denn Acedia, wie bereits dargestellt, ist eine schwere Sünde. Wir alle haben die Pflicht zu beten, die Geistlichen haben bestimmte Gebete zu verrichten und diese freiwillig und willentlich zu unterlassen ist eine schwere Sünde, wie Ehebruch oder Konkubinat. Und vom unterlassenen Gebet ist der Weg zur Konkubine nicht weit, manchmal gar zu einer verheirateten. Alles hängt also zusammen und die Einzelheiten der Darstellung des geistlichen Weges des Gebets der Einfachheit überlassen wird im nächsten Abschnitt unseres Buches Pater Poulain SJ.

[1] http://www.dbk.de/nc/presse/details/?presseid=3052

[2] http://www.das-konzil-eröffnen.de/schlusserklaerung

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