Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (21) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (11) Gebet der Einfachheit und Beschauung (vii). Einwände gegen dasselbe.

Wir kommen langsam in spirituelle Höhen, obwohl es sich eigentlich nur um fortgeschrittene Stufen des Gebetslebens handelt, bei denen die Luft buchstäblich dünn wird und die meisten Leser die mühsam eingescannten Buchseiten nicht einmal lesen.

Woher wissen wir das?

Weil die letzte Folge inmitten eines Satzes abbrach, was niemanden zu stören schien. Pater Poulain SJ führt wieder wiederholt und systematisch die Einwände gegen das Gebet der Einfachheit auf. Die Vorwürfe, dass „man nichts tue“ wurden in der letzten Folge entkräftet, jetzt befasst er sich mit dem Einwand, dass man nicht fortschreite. Obwohl das Priester-Bashing, das DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) hier betreibt ihn selbst ermüdet, so muss man leider sagen, dass wohl zu jeder Zeit, insbesondere nach Vat. II die Priester sich nicht besonders freuten, wenn jemand über ein tieferes Gebetsleben verfügte oder sich darum bemühte als sie selbst. In der Heimat von DSDZ spricht man in einer Redewendung vom „Hund des Gärtners“, welcher selbst in den Garten nicht eintreten darf, um Obst oder Gemüse zu fressen, das ihm nicht schmeckt, er lässt aber auch keine anderen herein, damit es denen ja nicht besser gehe als ihm selbst. Christus sagt es anders:

Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel (der Tür) zur Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert. (Lk 11, 52)

Die Dynamik ist dieselbe. Wenn also Pater Poulain SJ sich dermaßen intensiv mit den Vorwürfen gegen das Gebet der Einfachheit auseinandersetzt, so spiegelt dies doch sein Leben wieder, sowie das Leben der Jesuiten von damals, welche sich gegen dieses Gebet sträubten. Warum taten sie dies? Wohl aus dreierlei Gründen:

  1. Sie missdeuteten es als den verurteilten Quietismus, welcher in Frankreich sehr breit Fuß fasste.
  2. Sie hatten Angst, dass man jemanden schaden könne, indem man ihm die höheren Gebetsstufen empfiehlt.
  3. Sie führten selbst kein fortgeschrittenes Gebetsleben und fühlten sich nur in diesen Gefilden wohl, welche sie selbst nachvollziehen konnten.

ad 1.

Was ist Quietismus? Ganz einfach und schlagwortartig zusammengefasst, es ist die Auffassung, dass wir nur ruhen müssen (quies – Ruhe) und Gott alles für uns macht. Ausführlich und theologisch korrekt ist es natürlich komplizierter, aber beim Nichtstun im Gebet machte man sich schnell des Quietismus verdächtigt.

ad 2.

Bei diesem Einwand vergisst man schlicht die Allmacht und die Vorsehung Gottes, der die Seele wirklich selbst führt, wenn diese keinen Seelenführer findet, was heutzutage wirklich die Regel ist.

Woran erkennt man, dass man weitergehen kann? Wenn man:

a. eine dauernde Neigung zu dem Gebet der Einfachheit entwickelt,

b. eine dauernde Abneigung gegen die  Betrachtung entwickelt.

All das gilt für Menschen, die sich mindestens 30 Minuten am Tage dem Gebet der Einfachheit widmen, sonst können sie es überhaupt nicht beurteilen. Man darf aber

  1. nicht am bisherigen Gebetsgrad, z.B. der Betrachtung, allzu sehr hängen,
  2. den bisherigen Gebetsgrad zu früh verlassen,
  3. den bisherigen Gebetsgrad zu spät verlassen.

Stellen Sie sich vor Sie sind eine Kuh, wenn Sie in Ihrer Nähe alles abgegrast haben, dann müssen Sie weitergehen. Das Gras kommt nicht zu Ihnen, der Heilige Geist auch nicht, der kommt nur zu den Willigen, denn wir müssen mit der Gnade mitarbeiten. Und mühevoll ist es all zumal. Denn beim Eintritt in den höheren und neuen Gebetsgrad kommt die Trockenheit und die Zerstreuung. Ihre Natur, Ihre Seele muss sich umstellen, der Teufel wird Sie auch hindern und Gott lässt es zu, damit Sie sich der nächsten Stufe würdig erweisen. Von nichts kommt wirklich nichts. Manchmal segelt man mit dem Wind, manchmal muss man hart rudern. Deswegen ist der Quietismus auch eine Häresie, weil er die permanente Passivität und Mühelosigkeit voraussetzt. Diese ist aber nicht möglich,

a. weil es die Erbsünde gibt und alles Gute uns schwer fällt,

b. weil es den Teufel gibt, der uns daran hindert,

c. weil es den freien Willen gibt und die Mitarbeit mit der Gnade, sowie die Verdienstlichkeit der guten Werke zu denen das Gebet gehört.

Deswegen ist jede höhere Stufe mühevoll, im Irdischen wie im Geistlichen.

 

Werbeanzeigen

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (20) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (11) Gebet der Einfachheit und Beschauung (vi). Einwände gegen dasselbe.

Pater Poulain SJ befasst sich wieder einmal mit dem Vorwurf, dass man im Gebet der Einfachheit nichts tue, sondern die Zeit vergeude. Dies ist natürlich ein sehr populärer Vorwurf, welche die Ungläubigen und Ketzer aller Art gegen die kontemplativen Stände hegten. Er lautete immer:

Die tun nichts. Wir aber müssen arbeiten!

Dies Führte zu den Klosteraufhebungen während der Reformation, der Französischen Revolution, in der Napoleonischen Zeit, der sog. Säkularisierung. Dieses Ziel hatten alle Revolutionäre, dieses Ziel hat Bergoglio, obwohl er in Vultum Domini und Cor orans ein wenig anders argumentiert. Aber lassen wir an dieser Stelle die Polemik bei Seite und widmen wir uns dem Gebet.

Frage: Wie erkenne ich, dass ich das Gebet der Einfachheit praktizieren kann?

Antwort: Wenn ich ohne größere Zerstreuungen während dieses Gebetes verbleiben kann und wenn der Gedanke an die Rückkehr zur reinen Betrachtung mir mühevoll erscheint.

Frage: Wie merke ich, dass mir dieses Gebet etwas nützt und mich tatsächlich heiligt?

Antwort: Wenn meine Taten davon gewandelt werden.

Dieser letztere Aspekt ist nicht zu unterschätzen. Richtiges Gebet ist tugendreich und wandelt uns, falsches Gebet wandelt uns zum Schlechten, verweltlicht uns und deswegen gab es im XX Jhdt. so viele nachteilige Brevierreformen, vom Nachkonzilisbrevier ganz zu schweigen. Es ist wirklich so, als würden Sie Ihr Auto mit Antriebsstoff antreiben, der zu 10% aus Benzin und zu 90% aus Wasser besteht. Kein Motor hält es lange aus, denn diese sind auf richtige Treibstoffe ausgelegt. In der Heimat von DSDZ (des Schreibers dieser Zeilen) gab es eine Untersuchung, bei der festgestellt wurde, dass 90% aller Tankstellen das Benzin verwässern und an manchen Orten die Autos buchstäblich mit Wasser fahren. Zwar nicht lange, aber sie tun es. Dies erklärt den Zustand unserer Geistlichen und unserer Orden. Wasser ist Wasser. Es ist kein Diesel und kein Benzin. Die höheren Gebetsstufen wie:

  • das Gebet der Einfachheit
  • das Gebet der Beschauung
  • das Gebet der Vereinigung

kommen zwar seltener vor, dauern kürzer, sind aber gnadenreicher, falls Sie überhaupt dorthin kommen, weil Gott es will, dass Sie dorthin kommen. Sie sind ein besserer und weniger „wässriger“ Treibstoff und deswegen hat das letzte Konzil das Gebetspensum der mündlichen Gebets dermaßen gekürzt, damit man auf die höheren Gebetsstufen gar nicht gelangen kann. Denn die Grundlage ist das laute, lange, mündliche Gebet, bei dem man die Texte betrachtet. Sie müssen ja auch so und so oft ins Fitness-Studie gehen und die Stange mit den Gewichten stemmen, damit Sie einen Muskelzuwachs verspüren. Vo Stange anfassen, bekommt man keine Muskeln. Weil es aber in unserer nachkonziliaren Kirche noch ein paar Klausurnonnen gibt, so werden Sie jetzt in nachkonziliare „Umerziehungslager“ geschickt, damit sie weniger beten und Gott keine wohlgefälliges Opfer darbringen. Für Gott und den Teufel zählt niemals Quantität, sondern immer die Qualität. In Belgien und in Luxemburg gibt es 122 Klausurnonnen, davon 5 im Noviziat, Durchschnittsalter 75, in Deutschland hingegen 178, 8 im Noviziat, Durchschnittsalter 66 Jahre.

Warum lässt man sie nicht aussterben?

Weil Sie immer noch Berufungen haben.

Und eine Klausurnonne ist wirklich eine Nuklearladung gegen die Mächte der Finsternis. Bergoglio weiß das natürlich und deswegen will er sie zerstören. Wenn die Nonnen aber zu beten aufhören, dann gehen wir wirklich alle vor die Hunde. Buchstäblich. Sonst betet ja niemand oder niemand richtig. Priester nicht, tätige Orden nicht („Arbeit, keine Zeit“) und von den Laien ganz zu schweigen. Wenn kontemplative Frauenorden zu beten aufhören, so ist es so als würde der Antarktische Zirkumpolarstrom  zu fließen aufhören. Zum Ersteren wird es leider kommen, weil die armen Schwestern einer „permanenten Schulung“ unterworfen werden, welche ein kontemplatives Leben unmöglich macht. Deswegen lernen Sie, liebe Leserin und Leser, das betrachtende Gebet, denn jemand muss diesen Mangel ausgleichen.

 

 

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (19) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (10) Gebet der Einfachheit und Beschauung (v). Einwände gegen dasselbe.

 

Der heutige Beitrag ist an alle gerichtet, welche die perfektionistische und aktivistische Einstellung haben es:

  • richtig,
  • gründlich,
  • gut

zu machen. Das ist natürlich nicht verkehrt, solange man Gott nicht seine eigene Denkweise aufzwingen möchte. Viele Menschen, die überhaupt zum Gebet der Ruhe kommen werden, werden die Anfechtung haben, dass sie nichts tun, sinnlos ihre Zeit verplempern, nicht „arbeiten“ auch im Geistlichen und keinen Fortschritt erzielen. Dazu ist zu sagen, dass ebenso wenig Sie selbst wahrnehmen, dass Sie körperlich wachsen, sondern aus anhand der heraus gewachsenen Kleider feststellen können, bei Gewichtabnahme und -zunahme ist es genauso, ebenso wie mit Ab- oder Zunahme der Muskelmasse, genauso wenig werden Sie selbst es spüren, dass Sie im Übernatürlichen Fortschritte machen. Das Wachstum selbst spüren Sie nicht, aber Sie merken die Effekte. Wenn Sie sich Gott, wie der Sonne und seiner Pädagogik aussetzen, dann werden nach und nach Sünden und Unvollkommenheiten verschwinden, die Tugenden werden wachsen, sie werden auf einmal zu Dingen fähig, die Sie sich selbst nicht zugetraut haben, Sie werden immer tiefere Einblicke in die geistliche Materie gewinnen. Gott ist unveränderlich und deswegen muss nicht immer im Gebet etwas „passieren“, damit es passiert.  Die Anleitungen wie es geht, finden Sie bei Pater Poulain.

 

 

 

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (18) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (10) Gebet der Einfachheit und Beschauung (iv). Einwände gegen dasselbe.

In diesem Teil setzt sich Pater Poulain SJ mit den Vorwürfen gegen das Gebet der Einfachheit auseinander, welche dem Beter vorwerfen, dass er nichts tue und nicht „arbeite“. Wenn Sie sich in eine Gruppe von Menschen setzten, werden Sie über kurz oder lang, früher oder später von ihnen hören:

  1. wie schwer sie arbeiten,
  2. wie toll sie sind,
  3. was sie alles erreicht haben.

Der Punkt 1., dass sie arbeiten und andere es nicht tun, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Ja, ja, wir alle wollen unsere Anerkennung und wir alle wollen ein wenig besser als unsere Mitmenschen sein. Da wir alle ein wenig vom Sozialismus gezeichnet sind, in Westdeutschland durch die Frankfurter Schule, durch die „soziale Marktwirtschaft“ etc., so denken wir fast alle, wenn wir von der Arbeit reden an den Bau oder das Bergwerk. Ja, dort arbeitet man richtig, alle anderen führen nur Scheinarbeiten durch. DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) ist in der glücklichen Lage wirklich in vielen Bereichen gearbeitet zu haben, auch auf dem Bau, auch in der Fabrik und er kann feststellen, dass körperliches Arbeiten zwar am Anfang bis der Körper sich umstellt anstrengend ist, aber unter dem Strich doch sehr erholsam. Das Schwierigste und Anstrengendste ist die intellektuelle Arbeit, in der man kreativ Neues schafft, wie es in der stricte wissenschaftlichen Arbeit der Fall ist. Das ist dermaßen anstrengend, dass Sie in diesen Höhen maximal drei Stunden pro Tag weilen können. Viele Schriftsteller meinen, dass man nur drei wirklich kreative Stunden am Tage habe. Dies trifft wirklich zu und es ist so anstrengend, als würden Sie mit kurzen Verschnaufpausen immer 400 m laufen.

Was hat das aber mit dem Gebet der Einfachheit zu tun?

Alles. Das Gebet der Einfachheit, in welcher man z. B. 15 Minuten lang seine geistlichen Eindrücke oder sein religiöses Wissen vereinfacht, indem man von der Betrachtung der z. B. Auferstehung Christi nur einen Aspekt zu sich kommen lässt und diesen liebend betrachtet, all das ist Schwerstarbeit. Es wird längere Zeit dauern bis Sie alle Ablenkungen ausschalten und sich wirklich auf das Eine konzentrieren können. Aber wie gesagt, das Gebet der Einfachheit setzt meistens jahrelanges, vorheriges Betrachten voraus, damit es etwas zu Vereinfachen gibt. Da wirklich die wenigsten Menschen kreativ arbeiten, sodass sie überhaupt dazu kommen Vergleichsmöglichkeiten zwischen dem kreativen „Hochleistungssport“ und z.B. einem gemäßigten Büroalltag zu haben, so glauben die Meisten nicht, dass es etwas geben kann, was anstrengender sein kann als das, was sie tun. Ebenso ist es mit dem Gebetsleben. Im Novus Ordo Land sieht es wie folgt aus:

  1. Zu wenig vorgeschriebene Gebete – zu wenig Stoff.
  2. Zu wenig betrachtendes Gebet, das dieses auf 1. fußt.
  3. Kein Gebet der Einfachheit, von den nachfolgenden Schritten ganz zu schweigen.

Menschen, die in ihrem Gebetsleben nicht vorankommen, wenden sich an irgendwelche dubiosen New Age Meditationspraktiken à la Pater Grün oder fortschrittliche Jesuiten, was in Apostasie, Atheismus, Depressionen und/oder Besessenheit endet.

Was raten wir?

  1. Kaufen Sie sich ein Diurnale und beten Sie wenigstens die Laudes und die Vesper auf Lateinisch laut.
  2. Lesen Sie sich täglich das Tagesevangelium durch.
  3. Betrachten Sie es 15 Minuten lang, falls Sie das mehrere Jahre oder Monate getan haben.
  4. Ersetzen Sie die Betrachtung durch das Gebet der Einfachheit.

Ja, so einfach ist das und Sie werden merken, dass die Anstrengung von 1. zu 4. verläuft. Das mündliche Beten ist schon anstrengend, aber das Betrachten ist es viel mehr, ebenso wie das Gebet der Einfachheit. So arbeitet unser Gehirn: je abstrakter umso anstrengender, je geistlicher umso anstrengender. All diesen Ausführungen von Pater Poulain SJ ist zu entnehmen, dass sich seine Mitbrüder gegen das Gebet der Einfachheit wehrten und Gegenargumente brachten, hauptsächlich deswegen, weil sie es nicht einübten. Man will ja als Mann und Jesuit tätig sein und nicht „nur so Herumsitzen“. Wohin uns alle der Aktivismus gebracht hat, sehen wir an „Papst“ Franziskus dem Jesuiten, leider Gottes. Kein Glaube, kein geistliches Leben, Chaos im Kopf und eine wilde Zerstörungswut allem Heiligen gegenüber. Hätten die Jesuiten in den Zeiten Poulains, also um das Jahr 1900, sich mehr dem Gebet der Einfachheit als dem Aktivismus hingegeben, so wäre uns Vieles erspart geblieben.

Sie meinen das ist ein übertriebenes Moralisieren?

Nein, denn kommen Sie in eine Stellung, wo Sie Einfluss auf andere ausüben, so müssen Sie instinktmäßig handeln und Sie sind all das, was Sie in den vorigen Jahren und Jahrzehnten zusammengetragen haben. So schreibt DSDZ diesen Beitrag wieder einmal schnell, bevor er zu seinem Brotberuf fährt und muss so alles möglichst einfach zusammenfassen, was er zum Thema geistliches Leben weiß.  Er muss also nicht nur sein Wissen abrufen, sondern auch das geistlich weitergeben, was er hat und was in einigen Jahren zusammengetragen wurde. Deswegen ist das geistliche Leben immer ein Stückwerk, dass uns in die Ewigkeit führt.

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (17) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (9) Gebet der Einfachheit und Beschauung (iii)

Wir kommen langsam in solche Tiefen des Gebetslebens, von welchen wir leider annehmen müssen, dass kaum einer unserer Leser über dieses verfügt.

Angeberei? Nein, Realismus.

Wir sehen, wie oft die einzelnen Beiträge gelesen werden. Denn die von Pater Poulain SJ sehr präzise dargelegten Inhalte können nur von denen nachvollzogen werden, die es selbst durchmachen. Leider werden die Beiträge dieser Reihe dermaßen selten gelesen, dass sich DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) die Frage stellt, ob er sie noch fortführen sollte. Es ist als würde man Menschen, die nur 10 m tief tauchen können, Taucheruhren, sonstige Ausrüstung und Ratschläge anbieten, die für 80 m geeignet sind. Der Weltrekord  im Tauchen liegt zurzeit bei 334,35 Meter. Aber das geistliche Leben unserer Leser kann ja wachsen und tiefer werden und dann kommt dieses Kapitel wie gerufen. Um aber überhaupt tauchen zu können, brauchen Sie Wasser, viel Wasser und tiefes Wasser. Um tief ins Gebet einzutauchen, brauchen Sie viel Gebetszeit und Gebetsinhalt. Geht denn die Rechnung: „mehr Gebetszeit – besseres Gebet“ überhaupt auf? Natürlich! Mehr ist mehr, sonst hätte doch die Novus Ordo Kirche die vorgeschriebene Gebetszeit für die geistlichen Stände nicht dermaßen gekürzt. Als Priester oder Ordensschwester beten Sie, falls Sie überhaupt die vorgeschriebenen Gebete verrichten – und im Orden können Sie es gar nicht anders -, einfach viel zu wenig, um in eine Tiefe zu kommen. In einer Pfütze brauchen Sie keinen Taucheranzug und kein Atemgerät. Mehr ist mehr und länger ist länger. DSDZ hat früher oft gehört, dass er viel zu wenig übe, was bezüglich seines Hauptinstruments stimmte. Sie können niemals dasselbe Stück genauso gut spielen, wenn Sie es 10 Minuten pro Tag, statt 45 Minuten pro Tag üben. Es geht um unsere Natur, welche in mehrfacher Übung sich der Gnade Gottes unterordnen muss. Da reichen keine 15 Minuten pro Tag, gleich was Ihnen die wie immer fortschrittlichen jesuitischen Exerzitienmeister sagen. Das ist gelogen.

Wer führt denn heutzutage noch ein Gebetsleben?

Zölibatär lebende Weltleute, vielleicht manche kontemplativen Ordensleute.

Meint DSDZ damit sich selbst?

Ja, auch, aber nicht ausschließlich. In seiner Jugend kannte er einige junge Menschen unter 30, die zölibatär lebten, wohl eine Ordensberufung hatten, wirklich viel beteten und ein sehr asketisches Leben führten. Solche Menschen gibt es, wir haben auch solche Leser, die älter als 30 sind. Wie es in den kontemplativen Klöstern aussieht, entzieht sich unserer Kenntnis, da sie aber oft von Exerzitienmeistern von außen frequentiert werden und auch irgendwie „modern“ sein wollen, so kann es gar nicht gut aussehen, siehe die Erlebnisse von Hilary White, wenn gar Äbtissinnen hinschmeißen und zurück ins weltliche Leben zurückkehren. Es stimmt nicht, dass heutzutage Menschen keine Ordensberufung oder eine kontemplative Berufung haben. Es gibt einfach kaum Klöster, wo sie diese verwirklichen könnten.

  • Unsere Bischöfe, falls sie überhaupt gläubig sind, beten nicht, weil sie Besseres zu tun haben,
  • unsere Priester beten nicht, weil sie viel zu beschäftigt sind und
  • unsere Ordenleute beten auch nicht, weil sie ebenfalls viel zu viel zu tun haben.

Sie haben sich alle nach Vat. II dermaßen dem „Dialog mit der Welt“ hingegeben, dass sie gar nicht zum beten kommen, vom vorgeschriebenen Mindestmaß abgesehen. Aber das Novus Ordo Mindestmaß ist viel zu wenig, um eine geistliche Initialzündung zu ermöglichen. Deswegen gibt es auch kaum Menschen, die Sie bei Ihren Gebetsschwierigkeiten beraten könnten. Absolutes Flachland, wo man nur hinschaut. Aber gehen wir zum Eigentlichen über.

Das ist das Gebet der Einfachheit? Die Konzentration auf einen Aspekt, ein Gefühl, eine Eingebung. Es ist kein Hin-und-Her-Springen es ist ein „Losschälen“, wie richtigerwiese Pater Poulain SJ sagt. Je mehr Sie sich in Ihrem übrigen Leben losschälen können und einfacher werden, desto besser kommen Sie in das Gebet der Einfachheit, weil Sie einfach einfacher werden und zwar in jedem Bereich. Wenn Sie mit dieser Ebene noch nichts anfangen können, dann bleiben Sie einfach bei der Betrachtung, die Einfachheit wird irgendwann, so Gott will, noch kommen.

 

 

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (16) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (8) Affektives Gebet und Betrachtung (ii)

 

Für wen ist das Gebet der Einfachheit? Für denjenigen, der schon so viel intellektuelles oder betrachtendes Wissen angesammelt hat, dass er das alles vereinfachen kann. Erinnern Sie sich doch an Ihren Matheunterricht. Vereinfachen konnte man längere Gleichungen, bei 2 + 2 = 4 war nichts zu vereinfachen. DSDZ war im Physikleistungskurs und er erinnert sich an wirklich seitenlange Berechnungen und Formeln, die es zu kürzen und zu vereinfachen galt. Genauso ergeht es uns in der wissenschaftlichen Arbeit, falls wir dieser frönen. Man muss sehr viel gelesen haben und verarbeiten können, um es einfach machen zu können und dies kann man, wenn man es wirklich verstanden hat. Noch ein Bild: man macht keinen Wein aus zwei Trauben. Man brauchte Tausende, die verlesen und dann ausgepresst werden. Wenn Sie meinen sich in Ihrer Gebetszeit mit etwas beschäftigen zu müssen, weil Sie sich sonst langweilen oder Ihren Wissensdurst stillen müssen, dann haben Sie die Stufe des Gebetes der Einfachheit noch nicht erreicht. Dann müssen Sie noch Trauben sammeln, die irgendwann mal einen Wein ergeben werden. Das ist etwas Normales und nichts Schlimmes. Das Gebet der Einfachheit lässt sich auch nicht erzwingen. Irgendwann einmal ist es so weit. Sie brauchen keine Bilder, keine geistliche Anstrengung sich z.B. das Gebet im Ölgarten oder das Attribut der Einfachheit Gottes vorzustellen, sondern Sie können gleichsam mit einem Wort oder Bild gleich in die Tiefe eintauchen. DSDZ betete heute das Offizium von den Jungfrauen und dachte, dass eine Jungfrau zu sein, etwas Schönes ist. Dass Christus schöne, geistlich-junge, jungfräuliche Seelen sucht, was auch Männer betreffen kann und betrachtete diesen einen Gedanken, während er mündlich betete. War dies das Gebet der Einfachheit? Er denkt schon. Es war kein aktives Nachsinnen über die Bedeutung von „Jungfräulichkeit“, sondern dieser Begriff stand gleichsam in alle seiner Dreidimensionalität da.

 

 

 

 

 

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (15) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (7) Affektives Gebet und Betrachtung (i)

the-annunciation-1680

In diesem Teil seines Werkes Pater Poulain SJ bespricht er die Unterschiede zwischen dem affektiven Gebet oder dem Gebet der Affekte und der Betrachtung, wobei er die Überlegenheit der letzteren herausstellt. Es ist ein Gebet, bei welchem unsere Gefühle oder Affekte erweckt werden, damit diese unseren Willen beeinflussen. Um welche Affekte handelt es sich? Um die guten Affekte oder diejenigen die zum Guten führen:

  • Dankbarkeit
  • Freude
  • Lob
  • Trauer
  • andere

Das affektive Gebet erwächst aus der Betrachtung. So stellen Sie sich vor, dass Sie die Krippe Christi betrachten. Sie stellen sich den Stall von Betlehem vor, Maria, Joseph, die Tiere, ihre Krippe sieht so uns so aus, das Jesuskind so und so. Nachdem Sie diese Szene, wie in einem Film, sich vorgestellt haben, überlegen Sie sich, was es bedeutet, dass Gott Mensch geworden ist und erwecken Sie das Gefühl der Dankbarkeit. Der große Gott, der Schöpfer des ganzen Alls liegt als Mensch in einer Krippe in Palästina. Welche ein großes Hinabsteigen, aus der Höhe der göttlichen Transzendenz in die Tiefe der Körperlichkeit. Während Sie also diese Glaubensgeheimnisse betrachten, halten Sie sich an Dankbarkeit zu empfinden, aber so, dass ihre Gefühlswelt wirklich in Mitleidenschaft gezogen wird. Denn ohne ein affektives Gebet bleiben die Glaubensinhalte nur ein trockenes, beschriebenes Blatt Papier. Sie kennen diesen Typ des trockenen, dogmatischen Priesters, den es eher vor dem Konzil mehr gab, der aber jetzt ausstirbt, der alles glaubt, alles weiß, aber wenig liebt. Glaubenswahrheiten sind natürlich intellektuelle Wahrheiten, das Fachwort lautet „Propositionen“, aber das Intellektuelle muss in das Herz hinabsteigen, um den Willen zu beeinflussen, um in die Seele aufsteigen, damit wir wirklich gottförmig werden. Das Intellektuelle ist der Ausgangspunkt, denn es ist ein „Was“, man kann ja nicht glauben, ohne zu wissen woran und warum, aber das Ziel ist das Spirituelle, welches durch das Volitive (den Willen) zu erreichen ist. Sie können keine „persönliche Beziehung mit Jesus“ aufbauen, wie es die Protestanten nennen oder eine Liebe zum Heiland entwickeln, wie es katholisch heißt, wenn Sie die Glaubensgeheimnisse nicht mitempfinden. Ist dies denn möglich? Natürlich ist es möglich, man kann es einüben und dem dient eben das affektive Gebet. Aber dieses geht von der Betrachtung aus, denn sie müssen ja zuerst betrachten, sprich sich die Szene ausmalen, damit Sie Gefühle erwecken können.

 

dokument21.jpg

dokument31.jpg

dokument41.jpg

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (14) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (6) Gebet der Einfachheit und die Eignung dazu

Peter_Paul_Rubens_-_Annunciation_-_Advent 3

 

Der heutige Eintrag soll im Zusammenhang mit dem vorigen gelesen werden, da er vom Gebet der Einfachheit handelt. Ja, den letzten Poulain-Eintrag gab es in Februar 2016, was uns tiefst beschämt, aber mit der Verpflichtung zum spirituellen Mittwoch wird auch Pater Poulain SJ öfters erscheinen.

Warum kommt er denn nicht öfter?

Weil er dermaßen viel Kommentar abverlangt, wozu der Schreiber dieser Zeilen nicht immer in der Lage ist. So kämpft er zum Beispiel bei der Niederschrift dieser Worte mit einer anfänglichen Infektion, er fühlt sich abgeschlagen und kann sich schlecht konzentrieren. Außerdem glauben wir, dass leider sehr wenige unserer Leser über ein derartig fortgeschrittenes Gebetsleben verfügen, dass Sie von Pater Poulain SJ profitieren könnten. So sind diese Beiträge recht arbeitsaufwendig und werden leider wenig gelesen. Aber wenn man die fortgeschrittenen Stadien des Gebetslebens überhaupt nicht darstellt, denn wo sollen Sie es sonst hören, dann wird sich niemand weiterentwickeln, weil er keine Anleitung dazu findet. Mit Gebet ist es wie mit Singen oder mit Sprechen. Wir tun schon vieles automatisch, können es nur nicht benennen oder es fehlt uns die richtige Technik es richtig zu machen.

Pater Poulain SJ bespricht die Eignung zum Gebet der Einfachheit.

Was ist denn das Gebet der Einfachheit?

Davon war schon hier die Rede (S. 12 -13). Es ist ein mit wenigen Worten oder Affekten behaftetes Erfassen einer Glaubenswahrheit, dem ein längerer Prozess des Betrachtens und des Erwägens vorausgeht. Ein Beispiel? Nehmen wir das Gebet:

Deus in adiutorium meum intende.

Gott, komm‘ mir zu Hilfe.

 

Wenn der Schreiber dieser Zeilen in diesem Moment diesen Vers rezitiert, kommt ihm das Bild eines Adlers, der auf den Windwogen fliegend seinem auch fliegenden Jungadler zu Hilfe kommt, indem er ihm buchstäblich unter die Flügel greift als  er unter ihn fliegt und auf diese Art und Weise den Jungadler auf seinen eigenen, väterlichen Flügeln trägt. Diese Idee ist biblisch und stammt aus Deut 32,11 aus dem Canticum des Moses.

Wie kommt man aber dazu diese Bilder  bei einem solch einfachen Vers zu sehen?

Indem man früher viel Betrachtung geübt hat, also willentlich und seiner Vorstellungskraft die Glaubensbeheimnisse wie: die göttlichen Vorsehung, die göttliche Hilfe, das Verhältnis zwischen Mensch und Gott, Gnade (ihr theologischer Eigenname lautet adiutorium – „Hilfe“) und den Sinnbild des Adlers erwägt hat. Denn das Gebet der Einfachheit setzt meistens ein längeres, betrachtendes Gebet voraus, in welchem wir jeden Vers erwägen, ihn uns vorzustellen versuchen ihn schlichtweg betrachten.  Hat man das getan, so trägt man mit der Zeit die Früchte in der Form des Gebets der Einfachheit.

Aber Pater Poulain SJ sagt richtigerweise, dass es Menschen gibt, die gleich in das Gebet der Einfachheit kommen, weil sie so einfach sind, dass sie wenig zu vereinfachen haben. Sie wissen selbst, dass sie sehr einfach über etwas sprechen können, wovon sie kaum etwas wissen. Es fällt ihnen aber schwer etwas darzustellen, wovon Sie sehr viel Ahnung haben. Genauso ist es beim Gebet. Menschen, die den Fehler machen, wie der Schreiber dieser Zeilen in seiner Studienzeit, die Betrachtung mit einem Bibel- oder Theologiestudium zu verwechseln, weil man ja wissen wollte, wie z.B. die Kirchenväter den Adler deuteten, diese Menschen kommen sehr langsam zum Gebet der Einfachheit, weil sie zu lange und zu intellektuell betrachten. Und deswegen schreibt die benedikitinischen Regel, die beste von allen, wie wir meinen: sowohl oratio – das Gebet – als auch lectio – also die geistliche Lesung oder das Studium vor. Denn Wissensaneignung, was auch sein muss, ist etwas anderes als das betrachtende Gebet oder überhaupt ein Gebet. Beim Gebet treffen wir uns mit Gott und bitten ihn, z.B. beim betrachtenden Gebet, uns seine Geheimnisse, die in dieser Stelle verborgen sind, zu offenbaren. Nehmen wir doch den ersten Vers des Evangeliums vom ersten Adventsonntag im Alten Ritus (Lk 21, 25):

Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres.

Versuchen Sie sich die Sonne, den Mond und die Sterne vorzustellen und welche Zeichen damit gemeint sein können. Denken Sie an all die Unheilsprophezeiungen: La Salette, Fatima und Akita. Denken Sie darüber, was die Medien berichten. Diese Übung sollte mindestens 15 Minuten dauern, wenn man sie richtig ausübt. Das ist Betrachtung, welche die Grundlage unter das nachfolgende Gebet der Einfachheit legt. Denn später werden Sie an dieser Stelle vielleicht nur an Christus den Pantokrator, den Weltherrscher, denken, der kommen wird diese Erde zu richten.

Pater Poulain SJ ist recht zuversichtlich, indem er sehr viele Gruppen angibt, die schnell an das Gebet der Einfachheit kommen, wie z.B.

„Ordensleute, die ihr Offzium auf Lateinisch beten ohne es zu verstehen“ (S. 31)

welche den Vorteil haben, dass sie sich in keine Analysen verzetteln können, weil sie die Texte nicht verstehen oder nur ein paar Worte davon. Ja, das Alte Brevier macht es einfach.

 

 

 

 

 

 

Pater Poulain Poulain PDF, I Kap. I.2.2, 21-32

 

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (13) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (5) Tugend, Phantasie, Trockenheit

Paolo_de_Matteis_-_The_Annunciation

Gebetsleben als Eigensicherung

Bei all dem traurigen und eigentlich desolaten Zustand der Kirche in den deutschsprachigen Ländern ist es wichtig sich um sein eigenes, geistliches Immunsystem zu sorgen und Eigensicherung zu betreiben.

Gibt es „Heilsegoismus“? Nein!

Bevor wir diese beiden Termini weiter ausführen, wollen wir die vielleicht aufkommende Frage beantworten:

„Ja, ist es denn nicht Heilsegoismus?“

Jawohl, es ist Heilsegoismus und es ist gut so. Das nachkonziliare, lügnerische Modewort „Heilsegoismus“ kann wirklich nur dämonischen Ursprungs sein, denn unter der vorgeblichen altruistischen Güte birgt es absolut zerstörerische Potentiale in sich. Wie viele Priester landeten als Väter ihrer eigenen Konkubinenkinder, wie viele Ordensschwestern haben ihre Berufung verlassen, wie viele Mönchen „gingen hinaus, um in der Welt zu wirken“ und all das, um nicht heilsegoistisch zu sein. Natürlich muss man sich um sein eigenes Heil egoistisch bemühen, weil man nur auf sich selbst wirklich Einfluss hat. Wenn ich auf dieser Welt im Gnadenstand lebe, so leuchte ich, natürlich metaphorisch ausgedrückt, durch den Abglanz Gottes in die Welt hinein, ich bete für die Welt und heilige sie. Auch wenn ich tief im Wald vergraben bin. Komme ich ins Fegefeuer, so kann ich für die Menschen auf der Erde beten, komme ich gar in den Himmel, dann noch viel mehr. Dies ist die katholische Lehre von der communio sanctorum – der Gemeinschaft der Heiligen. Jeder Gnaden- und Heiligkeitszuwachs kommt dem ganzen mystischen Leib Christi – der Kirche –zugute. Und daher kann es gar keinen Heilsegoismus geben. Dies ist die wahre katholische Sicht, welche natürlich die vertikale Richtung also von Gott nach unten her berücksichtigt.

Berücksichtigt man nur das Horizontale, wie seit dem Konzil üblich, was zu einem praktischen Atheismus führt (siehe die letzte Predigt Ihres Herrn Pfarrer), so muss man permanent für andere tätig sein und zwar auf die Art und Weise, wie sie es bestimmen, was zu den absurden Lösungen führt Kirchen zu entweihen, um für muslimische illegale Einwanderer – die „Flüchtlinge“ – Platz zu machen, welche sich durch sexuelle Übergriffe und vieles mehr, denn die Presse beginnt langsam zu schreiben, revanchieren. Dies ist natürlich absurd und hat mit keiner Religion irgendetwas zu tun, am wenigsten mit der katholischen. Da leider die Mehrheit der deutschsprachigen Bischöfe, geht man von ihren Taten und Worten aus (siehe unsere „Bischofsperlen“), Atheisten sind, so brauchen sie natürlich weitere horizontale Ersatzziele, um die Kirchensteuer weiterhin zu verwenden und als eine staatliche Organisation zu fungieren. Man lese das letzte Pressegespräch der DBK.[1] Da alles, was man geistlich tut seinen Niederschlag im Gnadenleben der Kirche findet, so gibt es keinen „Heilsegoismus“ im Gegensatz zum klerikalen Atheismus, den es tatsächlich gibt. Aber wir sollten uns nicht darum kümmern, da wir, auch durch die Drosselung der Kirchensteuer, auf das Gnadenleben unserer Bischöfe keinen Einfluss haben. Wir haben ausschließlich Einfluss auf unser eigenes Gnadenleben.

Gebet als Aufladen des Immunsystems

Die beste und schnellste Möglichkeit sich geistlich zu „laden“ ist das Gebet, weil man es die Stoßgebete, die Widmung des Tageswerkes oder die Intention eingeschlossen, fast ununterbrochen tun kann. Beten ist nicht nur das kniende, mündliche Gebet. Es ist auch das liebevolle Gedenken Gottes, zu welchem man durch das mündliche Gebet nach und nach kommt und was Pater Poulain SJ eingehend beschreibt. Zur Messe, falls sie stattfindet, müssen wir gehen oder fahren. Wir müssen hoffen, dass der zelebrierende Priester wenigstens die Intention hat das zu tun, was die Kirche tut, auch wenn er im Konkubinat lebt und völlig ungläubig ist. Leider sind in der Heimatstadt des Schreibers dieser Zeilen Priester mit der rechten Intention und Nichtkonkubinarier selten, sodass manchmal gerechtfertigte Zweifel am Vollzug des Sakraments stattfinden können und zwar nicht aufgrund des Novus Ordo, sondern aufgrund der fehlenden Intention. Der Schreiber dieser Zeilen geht trotzdem hin und tötet sich ab. Aber leider ist es in den deutschsprachigen Ländern tatsächlich schwierig ein sakramentales Leben zu führen und es erfordert wirklich recht viel Anstrengung. Beten kann man aber immer und wir versuchen auf unserem Blog zu zeigen, wie es geht.

So wie es immer Krankheiten oder Epidemien geben wird, aber die Menschen mit dem besten Immunsystem überleben werden, so wird es in der Kirche immer Sünde oder Ärgernis geben, aber diejenigen mit dem besten geistlichen Immunsystem werden es überleben. Je mehr man die kirchlichen Interna kennenlernt, desto mehr braucht man Kraftquellen, um sich zu regenerieren und nach dem Gehörten oder Gesehenen zu gesunden. Denn sonst kann die frühere Frömmigkeit schnell in Zynismus umschlagen. So wie in den Flugzeugen gesagt wird, dass man zuerst sich selbst die Sauerstoffmaske aufsetzen sollte, so sollten wir zuerst sich um unser Gebetsleben sorgen und es nicht schleifen lassen. Manchmal müssen wir jemanden beraten, werden mit seiner ganzen sündigen Dunkelheit konfrontiert und brauchen ebenfalls die läuternden Wasser des Gebets, damit durch diese Begegnungen unser eigenes Gnadenleben nicht leidet. Ja, es stimmt, man gibt sein eigenes Licht weg und braucht mehr von oben. Aber Gott weiß das und gibt uns reichlich, falls er annimmt, dass wir soweit sind sich anderen mitzuteilen. Wie viele Heilige haben zuerst als Einsiedler gelebt, bevor sie mit ihrem Werk anfingen? Fast alle. Christus ging ja auch nach der Taufe in die Wüster. Also die Vorgehensweise ist vorgegeben.

Pater Poulain SJ schreibt sehr richtig, dass das Gebet der Einfachheit sich in allen anderen geistlichen Übungen, also im ganzen Leben, niederschlägt. Man wird geduldiger, freundlicher, ausdauernder etc. etc. Wie die Stoiker richtigerweise sagten:

„Alle Tugenden hängen zusammen, denn es ist die eine einzige Tugend. Hat man eine, so hat man alle. Hat man eine nicht, so hat man keine.“

Und dies ist richtig. Deswegen verödet zuerst das Gebetsleben, danach das moralische Leben und schließlich das intellektuelle Leben, siehe die letzte Verlautbarung der deutschen Theologen, die sich wirklich luziferisch zu eigenem „Lehramt“ erheben.[2] Ja, ja, zuerst ein Leerkörper, dann ein Leeramt! Und deswegen soll man bei den geistlichen Wüste, der sog. Trockenheit dabei bleiben. Denn Acedia, wie bereits dargestellt, ist eine schwere Sünde. Wir alle haben die Pflicht zu beten, die Geistlichen haben bestimmte Gebete zu verrichten und diese freiwillig und willentlich zu unterlassen ist eine schwere Sünde, wie Ehebruch oder Konkubinat. Und vom unterlassenen Gebet ist der Weg zur Konkubine nicht weit, manchmal gar zu einer verheirateten. Alles hängt also zusammen und die Einzelheiten der Darstellung des geistlichen Weges des Gebets der Einfachheit überlassen wird im nächsten Abschnitt unseres Buches Pater Poulain SJ.

[1] http://www.dbk.de/nc/presse/details/?presseid=3052

[2] http://www.das-konzil-eröffnen.de/schlusserklaerung

Beim Anklicken wird das Bild vergrößert.

Dokument1Dokument2

Dokument3Dokument4(1)

Dokument6

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (12) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (4) Einstellen des Nachdenkens

1annunc1

Der höchste Akt, zu dem der Mensch fähig ist, hier auf Erde, wie dort im Himmel, ist kein Akt des Nachdenkens, im Sinne eines diskursiven, d.h. eines schlussfolgernden Denkens: „wenn A, dann B, wenn B, dann C etc“. Der höchste Akt, obgleich ein intellektueller, ist der Akt der Anschauung (contemplatio, theoria). Man sieht, man weiß und man braucht keine Erklärungen mehr. „Er sah und glaubte“ (J 20,8), schreibt der Heilige Johannes über sich selbst beim Aufenthalt am Grab des Auferstandenen.

Beim Gebet der Einfachheit, welches vom Gebet der Betrachtung führt, geht es darum weniger nachzudenken oder überhaupt mit dem Denken aufzuhören, um der Beschauung Raum zu geben. Aus der praktischen Sicht ist an die Worte Pater Poulains SJ zu denken, dass:

            „methodische Vorschriften keine unübersteigbare Kerkermauern sind“,

sowie daran, dass:

            „die Natur keine Sprünge macht“.

Dies bedeutet, dass man aufhören sollte sich die Frage zu stellen: „Ist es noch Betrachtung oder ist es schon das Gebet der Einfachheit?“ Da es auch Übergangs- und Mischzustände gibt, welche viele Jahre dauern können. Der Jesuit gibt viele treffende Beispiele, dass auch im natürlichen Leben, also dem nicht von der Gnade geleiteten, es Zustände gibt, welche an die Stufe des Gebetes der Einfachheit erinnern: Das liebevolle, stille Betrachten ohne jede Worte und Gedanken. Es fällt uns einfacher das Nachdenken einzustellen und in das beschaulichen Gebet, von welchem das Gebet der Einfachheit die erste Stufe bildet, wenn wir einfach intellektuell sehr müde sind. Wenn man ohnehin permanent sich dem diskursiven Denken hingibt, so ist es selbstverständlich, dass man es im Gebet nicht mehr tut, weil man einfach „ausgepowert“, wie die Jugend sagt, ist. So legen sich die Leistungssportler auch auf die Couch und tun nichts, ähnlich wie Komponisten und Dirigenten die Stille suchen. Deswegen wurde in allen guten Ordensregeln, besonders in der benediktinischen die Lectio von der Oratio getrennt, also das Nachlesen und diskursive Nachdenken über die Schriften wurde vom Gebet als solchem, mit dem mündlichen anfangend und in der Kontemplation endend, so Gott will, geschieden. Das Nichtstun, im Sinne eines liebenden Harrens vor Gott ist nicht zu unterschätzen, da wir gerade dann Gott die Möglichkeit geben zu uns zu sprechen, denn meistens reden wir und wollen ständig etwas. Daher ist es durchaus möglich, dass der Hl. Thomas von Aquin die Lösungen seiner Probleme im Gebet fand, wie er selbst sagte, und er tat es wohl im Gebet der Einfachheit oder noch höher, denn nachdenken konnte er beim Schreiben ja genug. Der schönste Akt der Anschauung ist die Elevation bei einer stillen, tridentinischen Messe: man schaut und glaubt. Der fleischgewordene Gott spricht durch das Bild und so kann man viel schneller von Anschauung zu Anschauung gelangen.

Beim Anklicken wird das Bild vergrößert

Dokument4(2)Dokument5

Dokument6Dokument2(2)