Priesterhilfe aber wie? (4) Der Ausweg: Die Abtötung.

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Die jetzige Priestergeneration – ein aussichtsloser Fall.

Bevor wir uns hier der vierten und letzten Säule des geistlichen Lebens, sprich der Abtötung, widmen werden, so sei an dieser Stelle gesagt, dass wir vorerst die Rubrik „Priesterhilfe“ nicht länger fortführen werden, weil wir glauben, dass wir unsere begrenzten Kräfte dort einsetzen sollen, wo es noch etwas hilft und zwar: bei den Nicht-Priestern und bei den Noch-Nicht-Priestern. Die Schon-Priester sollen sich selbst helfen, da sie wirklich, wie wir alle auch, über ausreichend Standesgnade verfügen, sowie über eine Ausbildung, die sie wohl oder übel erhalten haben. In einem Kriegslazarett, mit dem Papst Franziskus gerne die Kirche vergleicht und womit er wohl sich selbst und den Jesuitenorden meint, werden auch, aufgrund der begrenzten Mittel und der übermüdeten und übernächtigten Ärzte und vor allem Chirurgen auch zuerst diejenigen Patienten verarztet, bei denen noch Hoffnung auf Genesung besteht und nicht diejenigen, die ohnehin sterben werden. So hart es auch klingt, aber die jetzige, nachkonziliare im Sinne von der Konzilstheologie geleitete, Priestergeneration muss aussterben, bevor sich innerkirchlich etwas zum Guten wendet. So ist es auch immer in der Kirchengeschichte gewesen, dass einfach eine „biologisch Lösung“

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Priesterhilfe aber wie? (3) Der Ausweg: das Alte Brevier.

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Altes Brevier als geistlicher Aufbau

Die nächste Säule Ihrer priesterlichen Identität besteht aus dem Breviergebet. Nein, nicht aus dem Gebet überhaupt, sondern aus dem Breviergebet. Wir haben hier zum Breviergebet mehr als einen Beitrag verfasst, denn Sie sich durchlesen können. Das eigentliche Ziel des Breviergebetes besteht darin ständig zu beten. Denn nach dem Breviergebet ist vor dem Breviergebet. Diese Grundregel und Erfahrung gilt aber nur für das Alte Brevier, also wenigstens das aus dem Jahre 1962, welches Sie aufgrund von Summorum Pontificum kirchenrechtlich legal beten dürfen. Aber bitte alles, dies bedeutet nicht sich die Horen aussuchen, wie beim Neuen Brevier, sondern:

  • Matutin
  • Laudes
  • Prim
  • Terz
  • Sext
  • Non
  • Vesper
  • Komplet

Es wird alles in allem 1,5 Stunden dauern, wobei die Matutin zusammen mit der Laudes, als das längste Nach/Tagesgebet gebetet werden.  Wir schlagen vor, dass Sie zuerst mit dem Brevier von 1962 anfangen und es wenigstens zwei Jahre lang täglich beten und wenn Sie kaum Latein können noch länger. Wir halten zwar das Tridentinische Brevier für das Beste, aber Sie als Priester müssen die kirchliche Gesetzgesetzgebung beachten, wonach das Beten dieses Breviers seit 1911 nicht mehr gestattet ist. Sie werden schon aber durch das Brevier von 1962 einen anderen Rhythmus entdecken und natürlich eine andere Sprache. Sie werden feststellen, dass die Psalmentexte der Vulgata sich wesentlich von den Texten Ihres deutschen Breviers unterscheiden, welche aus der Neo-Vulgata übersetzt wurden. Natürlich zum Nachteil und wieder verwässert und entsakralisiert. Sie werden auch erfahren, dass Sie zuerst recht nervös an die nächste Hore denken werden, um sie nicht zu verpassen, mit der Zeit aber gelangen Sie in einen Gebetsrhythmus, indem man die Gebetszeiten wie kleine Inseln bei dem fließenden Tagesablauf erlebt. Keine Zeit zu haben, ist natürlich immer eine Ausrede, die man dann einsetzt, wenn man keine Prioritäten setzen will. Sie als Priester sind zum täglichen Gebet sub grave, also unter schwerer Sünde verpflichtet, obwohl, wenn man es wirklich nicht kann, weil man beispielsweise 10 Stunden am Tag die Beichte hört oder wallfahrtet, es durch andere Tätigkeiten ersetzt werden kann. Aber welcher Priester in den deutschsprachigen Landen hört schon 10 Stunden am Tag die Beichte? Die meisten beten ja überhaupt nicht, weil sie keine Lust haben. Was aber wirklich interessant ist, ist die Tatsache, dass die vorkonziliaren Breviere wirklich viel weniger langweilig sind als das nachkonziliare aus dem Jahre 1970, sodass das Gebet wirklich viel weniger Überwindung kostet, wenn man natürlich ausreichend Latein kann, um die Inhalte zu verstehen.

Der Schreiber dieser Zeile hat seine Freude am Alten Brevier entdeckt, die ihm seit 2012 nicht vergangen ist, das Neue Brevier hat er seit 1989 bis 2011 gebetet, was leider recht öde war. Wahrscheinlich wurde es so konzipiert, dass es einen anödet. Die Dämonen wissen halt Bescheid und die Menschen, die von ihnen inspiriert werden auch, denn wie anders ist es zu erklären? Der Schreiber dieser Zeilen freut sich immer auf seine Matutin-Lesungen, die bei den Heiligenfesten im Tridentinischen Brevier, wenigstens bei der zweiten Nokturn immer anders sind. So lernt man die Heiligenlebensläufe kennen, die man nachahmen kann. Es ist wirklich eine andere spirituelle Welt, die sich das einem vorwiegend geistlich und nicht nur intellektuell anrührt. Wenn man an irgendeinem Tag nicht in der Lage ist alle Horen zu beten, so fühlt man am nächsten Tag als wäre man dehydriert und sozusagen geistlich ausgetrocknet. Interessanterweise hat man nach dem Brevierbeten nicht genug, sondern man verbleibt sozusagen im Gebetsmodus und kommt leicht in die Betrachtung, wahrscheinlich deswegen, weil man sich warmgebetet hatte. Man braucht sich weniger zu sammeln, weil man gesammelt bleibt. Obwohl der Schreiber dieser Zeilen wenigstens seit seinem 15 Lebensjahr regelmäßig, d.h. mindestens 20 Minuten am Tag betet, ein Pensum, welches vor dem Brevierwechsel im Jahre 2012 tatsächlich bis auf 3 Stunden täglich angewachsen ist, so hatte er diese Erfahrungen vor dem Alten Brevier nicht. Es liegt, so glaubt er, tatsächlich an dem Brevier und nicht an ihm. Wir laden deswegen andere dazu ein das Experiment Altes Brevier zu starten, um die Erfahrungen irgendwie statistisch auszuwerten. Sie müssen sich als ein nachkonziliarer Priester im Klaren darüber sein, dass Sie weder in Ihrer Seminarzeit die richtige geistliche Ausbildung, die intellektuelle natürlich auch nicht, erhalten haben, um Ihre priesterliche Identität zu wahren und zu entwickeln, noch die richtigen Gnadengaben der richtigen Messe und des richtigen Breviers zur Verfügung haben. Non progredi est regredi – kein Fortschritt ist Rückschritt.

Der Schreiber dieser Zeilen hat sich wirklich lange gefragt, warum die nachkonziliare theologische Literatur dermaßen flach, infantil und verweltlich ist, obwohl manche der Autoren es wirklich gut meinen. Warum erreicht sie nicht die Qualität der früheren Werke? Die Antwort ist recht einfach, weil man durch die Neue Messe und das Neue Brevier nicht ausreichend Gnadengaben erhält, um auf eine Stufe des Übernatürlichen zu gelangen, auf der man die Glaubenswahrheiten, platonisch ausgedrückt, schaut. Wenn man aber sieht, wie die Maschine als solche konstruiert ist, dann kann man ihre Einzelteile gekonnt zusammensetzen. Kann man denn diesen Mangel nicht anders kompensieren, z. B. mit Rosenkranz oder eucharistischer Anbetung? Scheinbar nicht, denn der Schreiber dieser Zeilen hat es irgendwie intuitiv mehrere jahrzehntelang versucht. Neulich hatte er eine kleine Auseinandersetzung mit einem Priester auf einem katholischen Portal, der erstens überhaupt keine Ahnung über die angefragte Materie hatte, Handbuchwissen wiedergab und den Schreiber dieser Zeilen recht demütigend von oben herab behandelte. Auch wenn die Demütigung gut ist, so ist die priesterliche Inkompetenz es nicht. Der Schreiber dieser Zeilen fragt sich immer noch recht naiv, wie man 70, 80 oder älter sein und z.B. über 50 Jahre geweiht sein kann und dermaßen keinen spirituellen Tiefgang aufweisen kann. Wie kann man dermaßen narzisstisch von sich eingenommen sein, dermaßen mit sich selbst nachsichtig sein, inkompetent und überheblich? Man ist doch für all die anvertrauten Seelen, also für alle Menschen, die sich an einen richten vor Gott verantwortlich, da man, im Gegensatz zu einem Laientheologen, in persona Christi handelt? Wissen die den nicht, dass Sie für all diese Unterlassungsünden in der Hölle schmorren werden oder, wenn Gott ihnen gnädig sein wird, in ein langes und schweres Fegefeuer kommen werden? Das ist doch nicht egal! Schon allein aus Gründen des Selbstschutzes nicht! Sicherlich ist der Angriff und die Überheblichkeit eine Abwehrreaktion, um seine Blösse zu bedecken. Aber warum hat man sie? Wenn man bedenkt, dass der Hl. Thomas von Aquin nur 49 Jahre alt wurde und viele geistlichen Schrifsteller im mittleren Alter oder reifen Alter eine sehr große geistliche Reife auswiesen, dann ist diese möglich. Womit? Mit der rechten geistlichen Speise, die einen ja auch relativiert. Man wird durch das Alte Brevier, welches dermaßen hohe Ansprüche an den Beter stellt und dermaßen heroische Beispiele anführt einfach weniger narzisstisch, wass jedem von uns gut tut. Also, lieber Herr Pfarrer, nicht so faul, das Alte Brevier kaufen, lernen und beten, damit Sie nicht, wie viele Ihrer Mitbrüder, untergehen.

Priesterhilfe aber wie? (2) Der Ausweg: die Tridentinische Messe.

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Für den recht unwahrscheinlichen Fall, dass uns jetzt ein Priester liest, der seine priesterliche Existenz:

  1. entdecken,
  2. bereichern
  3. wiederentdecken

möchte, schreiben wir hier ein paar praktische Anweisungen, welche natürlich auch von Nicht-Priestern gelesen werden dürfen. Wir fangen hier gleich mit Punkt a. an und lassen alle anderen außen vor. Die allermeisten Priester haben keine priesterliche Identität. Und wir meinen hier die richtige priesterlicher Identität und nicht das Wischi-Waschi-Zeug. Wodurch unterscheidet sich ein Priester, natürlich ein römisch-katholischer, denn von anderen schreiben wir hier nicht, von allen anderen Menschen? Dadurch, dass er mit Christus ontisch also wesenhaft durch die Priesterweihe verbunden ist und sich Christus seines Leibes hauptsächlich bei der Sakramentenspendung bedient. Während jeder Getaufte in Christus eingepflanzt wurde, kann er dennoch nicht buchstäblich von sich sagen, dass Christus durch ihn handelt, sondern höchsten metaphorisch. Der Priester kann es durchaus von sich sagen, denn er ist mit Christus durch das zusätzliche Weihesakrament, welches zu den sog. sozialen Sakramenten gehört, wesenhaft verbunden.

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Er verkörpert Christus also buchstäblich auf all seinen Wegen, in all seinem tun. Da diese Aufgabe sehr verpflichtet, lernt ein Priesteramtsanwärter sechs Jahre lang, möglichst von der Welt abgeschlossen, Theorie und Praxis, um sich auf seine Aufgabe vorzubereiten. Seit dem Diakonat, im Alten Ritus ab dem Subdiakonat, ist der zur vollkommenen Keuschheit (perfecta castitas), also zum vollkommenen im  Sinne von völligen Verzicht auf alle sexuelle Handlungen, um des Himmelsreichs willen verpflichtet. Warum? Damit der jungfräuliche Christus, der Sohn der Jungfrau Maria, durch ihn, den keuschen, wenn nicht gar den jungfräulichen, handeln kann. Es geht also um die Sicherung der besten Gnadenvermittlung. Welches Sakrament zeigt diese Christus-Verbindung am deutlichsten? Das Sakrament der Eucharistie und die Heilige Messe.  Wir wollen an dieser Stelle einen Abschnitt aus der Erklärung des heiligen Meßopfers von P. Martin von Cochem zitieren,[1] eines Werkes, welches wir allen sehr ans Herz legen:

Dass Christus wirklich selbst der eigentliche Priester bei der hl. Messe ist, beweise ich aus dem hl. Chrysostomus: „Was da vorgesetzt wird, sind nicht die Werke menschlicher Kraft: der damals bei jenem Male wirksam war, der wirkt das auch jetzt. Wir haben nur den Platz der Diener inne, der aber die Gaben heiligt und verwandelt, ist Christus selbst. Du nun, o Laie: wenn du den Priester opfern siehst, dann glaube nicht, dass er als Priester dies tue, sondern die unsichtbar ausgestreckte Hand Christi“.[2]

Wenn Sie sich diese Würde klarmachen, dass es Christus selbst ist, der durch Sie spricht, durch Sie segnet, durch Sie wandelt, dann wird sich Ihr Leben auch außerhalb der liturgischen Dienste oder der liturgischen „Dienstleistungen“, wie die Sakramentenspendung, schlagartig ändern. Wo eine hohe Würde vorliegt, da ist ein hoher Anspruch, hohe Verantwortung und hohe Strafe.

Wodurch wird aber die priesterliche Identität am meisten bestärkt? Durch die Zelebration der Heiligen Messe im Tridentinischen Ritus. Wir schreiben hier bewusst nicht „durch eine Feier des Gottesdienstes“, denn dies ist die wenig präzise und wenig katholische Nachkonzilssprache, bei der die Laien zum „Mitfeier“ eingeladen werden als ob sich um ein Grillfest handeln würde. Es ist auch selten von der Hl. Messe oder dem hl. Altarsopfer die Rede, sondern nur vom „Gottesdienst“ wohl um den Unterschied zum Protestantismus völlig aufzuheben. Während aber die Novus Ordo Messe viel von einem protestantischen und am ehesten, dank der „ökumenischen Liturgieberater“ vom presbyterianischen „Gottesdienst“ hat, ist die Tridentinische Messe die katholische Messe schlechthin. Sie als Priester wurden geweiht, um diese Messe als die Vergegenwärtigung des Kreuzopfers Christi Gott stellvertretend für die Kirche, die Welt und sich selbst in persona Christi darzubringen.

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Dazu ist ein Priester da, um die Heilige Messe zu zelebrieren. Zum Thema Alte Messe empfehlen wir Ihnen die folgende Lektüre:

  1. Fiedrowicz, Michael, Die überlieferte Messe. Eine theoretisch, theologisch-liturgische Einführung.
  2. Martin von Cochem, Erklärung des Heiligen Meßopfers.  Eine spirituell-fromme Einführung.

Wenn Sie die o.g. Werke durchgelesen und durchlebt haben, wird nichts so wie zuvor sein. Sie werden sich die Frage stellen, wie man all das verändern und abschaffen konnte und Sie werden mit viel Schmerz anfangen aus dem Kaninchenloch oder aus der Matrix der nachkonziliaren Kirche herauszugehen. Aber nur durch diese schmerzliche Erfahrung, denn Heiligung ist leider immer mit Schmerz verbunden, werden Sie Ihre priesterliche Identität überhaupt erlangen oder wiedergewinnen. Wenn Sie erstmal realisiert haben, dass Ihre vorrangige Aufgabe darin besteht Gott ein Opfer, hauptsächlich das eucharistische Opfer, aber auch das Opfer des Breviergebets, der Sühne, Buße und des ganzen übrigen Lebens darzubringen, dann werden Sie den Leistungsdruck los irgendetwas darzustellen, etwas zu machen oder vorwärtskommen zu müssen. Sie werden in keinen pastoralen Aktivismus verfallen und auch in keine Acedia. Sie werden bei den vielen Gremiensitzungen, bei denen von der Pastoralreferentin der Blumenschmuck und die Ballons für den Kindergottesdienst besprochen werden, selbst viel gelassener werden, indem Sie diese Erlebnisse der Abtötung vorher Gott aufopfern. Es reicht völlig, dass Sie aufstehen, die Heilige Messe lesen, das Brevier beten und all Ihre anderen Tätigkeiten als einen Gottesdienst im Sinne eines Dienstes, den man Gott darbringt, betrachten. Ja, genau, wie die Mönche! Auf diese Art und Weise werden Sie geistlich fruchtbar werden. Während jeder Christ alles übrige, außer der Zelebration der Messe vollbringen kann, können nur Sie die Heilige Messe lesen. Und deswegen müssen Sie, falls Sie es nicht können, die Tridentinische Messe lernen. Wie macht man das?

  1. Kaufen Sie sich DVD’s[3] oder schauen Sie sich die Alte Messe auf youtube[4] an.
  2. Nehmen Sie an einem Workshop zur Zelebration der Alten Messe bei der Petrusbruderschaft[5] oder, falls Sie keine Scheu haben, bei der Piusbruderschaft teil.

Der Schreiber dieser Zeilen ist zwar kein Priester, aber der Aussagen derjenigen nach, welche in beiden Riten zelebrieren, ist die Alte Messe viel schwieriger zu erlernen, da man augenscheinlich an so viele Details denken muss, die alle ihre sakrale und heiligende Bedeutung haben. Es auch leider so, dass Sie entweder durch die Alte Messe auf eine geistliche Höhe sich emporarbeiten werden, denn mühsam ist es schon, oder Sie werden, wenn weiterhin ausschließlich in Novus Ordo zelebrieren und natürlich nicht täglich, denn dies scheint in den deutschsprachigen Ländern nicht vorgeschrieben zu sein, nach und nach Ihre priesterliche Identität und Ihren Glauben verlieren. Wie viele Priestergenerationen seit 1962 vor Ihnen.  Denn während die Alte Messe, als eine quasi kleine Kathedrale, tatsächlich dazu dient den katholischen Glauben zu stärken, wurde die Neue Messe wohl dazu ausgearbeitet den Glauben hauptsächlich der Priester zu schwächen und zu verwässern. Warum wurden denn so viele von ihnen zu narzisstischen Clowns, welche am Altar herumhampeln, um sich selbst ein wenig zu beschäftigen und zu zerstreuen? Bei der Alten Messe sind Sie allein vor Gott, Sie haben den Altar und das Altarkreuz vor sich und bringen stellvertretend für das Volk Gott den heiligsten Leib seines Sohnes als das Lob-, Dank-, Bitt- und Sühneopfer dar. Und es ist egal, ob jemand kommt, denn die Messe findet statt, wenn Sie sie zelebrieren.

Nachdem Sie den Zelebrationskurs absolviert haben, sollten Sie zuerst privat, vielleicht in Ihrer Wohnung, anfangen die Missa privata, also die stille Messe zu zelebrieren, auch ohne den Ministranten, bevor Sie sich vor die Menschen in eine Kirche oder Kapelle wagen. Falls Sie in Deutschland leben, werden Sie wohl Ihre Alte Messe vor Ihren Vorgesetzten zuerst verstecken müssen, denn obwohl das Summorum pontificum Ihnen das Recht zur privaten Zelebration gibt, wird diese wohl sehr ungern gesehen werden und Vorwürfe wie „Kryptolefebvrismus“, „Rückwärtsgewandheit“, „Konzilsabgewandheit“ etc. werden laut werden.

„Mein Gott, warum kann er sich keine Konkubine halten, wie der Rest auch?“, wird man fragen,

 „Sondern er macht auf fromm und reibt es uns unter die Nase“.

Also die Privatfeier einer „privaten“ Messe scheint eine realistische Lösung zu sein, da Sie diese täglich darbringen können. Sie müssen Ihre Wohnung dementsprechend einrichten und umgestalten, dass ein Zimmer zu dem Messzimmer oder der Privatkapelle wird, aber Geld haben Sie ja genug, denn durch die Kirchensteuer, die wir alle für Sie bezahlen, sind Sie nicht gerade am Darben. Als Gegenleistung bringen Sie für uns das Heilige Messopfer dar und so wäscht eine Hand die andere.  Sicherlich werden Sie bei dem Zelebrationsworkshop andere Priester kennenlernen, welche in derselben Situation wie Sie sind, sodass sie einander helfen können. Wie ein Priester auf einem Forum anonym mitteilte, erfuhr er erst bei der Zelebration seiner ersten Tridentinischen Messe, was die Messe tatsächlich sei. Dies ist wohl war, denn die Alte Messe ist eine Wirklichkeit, die man erlebt und nicht eine, wie Novus Ordo, bei der man beredet und belehrt wird. Wer den Qualitätsunterschied zwischen der Alten und der Neuen Messe bestreitet, hat die erstere niemals erlebt, geschweige denn diese zelebriert. Dies ist der einzige Weg: die Entdeckung Ihres Priestertums durch die Entdeckung der wahren, katholischen Messe – der Messe aller Zeiten. Wenn Sie auf diesem Wege bleiben, werden Sie eine Veränderung und ein Wachstum erfahren. Es wird in etwa wie bei Kraftsport sein: Sie werden anders aussehen und sich anders bewegen.

Auf die eventuelle Fragen antwortend, wie wir die hohe Meinung von der Würde des Priesteramtes mit der schonungslosen Kritik an den konkreten Priestern verbinden können, antworten wir, dass das Letztere vom Ersteren resultiert. Große Würde verpflichtet zum heiligen Leben. Priester sind halt „keine Menschen wie andere auch“, sondern wirklich die Stellvertreter Christi auf Erden, mit all den Verpflichtungen, die daraus resultieren. Wenn es für Sie neu ist, dann hätten Sie sich es vorher überlegen sollen! Wir haben das Recht auf heilige Priester, denn wir zahlen schließlich genug.

[1] Gibt’s hier zu kaufen: http://www.sarto.de/product_info.php?info=p12606_Erklaerung-des-heiligen-Messopfers.html

[2] Martin von Cochem, Erklärung des heiligen Meßopfers, Sarto: Stuttgart 2011, 42.

[3] http://www.sarto.de/product_info.php?info=p977_C-l-br-r-LA-MESSE-DE-TOUJOURS—DVD.html http://www.sarto.de/advanced_search_result.php?keywords=Messe+DVD&x=0&y=0

[4] https://www.youtube.com/results?search_query=Tridentine+Mass

[5] http://introibo.net/priesterschulungen.php

Priesterhilfe aber wie? (1) Die Lage.

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Alle Leser, die zu uns über den Blog Nur ein Kreuzknappe gekommen sind, machen wir darüber aufmerksam, dass der Kreuzknappe den Inhalt dieses Artikels nicht korrekt wiedergibt. In Polen gaben ca. 60% der 1063 in der Studie befragten Priester (auch Ex-Priester) zu gegen das Zölibat/die Keuschheit verstoßen zu haben, unser Autor, der in einer deutschen Diözese lebt, mutmaßt, dass in seiner Diözese dieser Prozentsatz 90% beträgt. Also Polen 60%, Deutschland 90%, andere deutschsprachigen Länder sicherlich auch zwischen 80% und 90% Prozent. Wir sind traditionalistisch! Wir setzen Textverständnis voraus! Keine „nachkonziliare Hermeneutik“ im Sinne Jedoch-aber-wenn-pastorale-Gründe-dafür-sprechen-dann-retten-wir-die-Wale, sondern Logik und Fakten. Sorry, falls es jemanden überfordert.

Wir haben versucht uns in der letzten Zeit in die Lage eines Priesters zu versetzen, der diesen Blog besucht und wahrscheinlich sich verstört und verletzt zurückzieht. Warum? Weil wir hier wirklich nicht mit der Kritik des geistlichen Standes  in deutschsprachigen Ländern sparen. Er wird sich fühlen, wie einer der noch zusätzlich von einem traditionalistisch-konservativen Blog „auf den Deckel“ kriegt, statt betuttelt und behudelt zu werden,  frei nach dem Motto:

Beten wir für heilige Priester … sie haben es soooo schwer!

Natürlich ist die ersten Annahme wichtig, da es aber ausreichend viele „betuttelnde“ Blogs und Internetseiten gibt, so wollen wir hier zuerst die richtige Diagnose stellen, von welcher die weitere Behandlung abhängt. Denn die nettesten Ärzte sind nur selten die Besten. Wahrheit ist manchmal bitter und hart, dafür aber hilfreich.  Es stellt sich aber vorrangig die Frage, ob wir mit unserer harten Kritik des Priesterstandes in den deutschsprachigen Ländern überhaupt recht haben oder vielleicht die ganze Lage viel zu pessimistisch sehen. Wir glauben es nicht und hier kommen ein paar Fakten.

Statistische Fakten über das Priesterleben

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte 2015 eine Untersuchung  „Sorge für die Seelsorgenden“  über das religiöse Leben der Priester und aller in der Pastoral arbeitenden in Auftrag gegeben,[1] welche sich als so verheerend erwiesen hatte, dass der volle Bericht und in einer wissenschaftlichen Zeitschrift publiziert wurde[2] und die DBK selbst nur Auszüge davon veröffentlichte. Wir werden uns dieser Studie noch ausführlich widmen, was aber schon aus dem veröffentlichten Material ersichtlich erscheint,[3] ist wie Wechselbeziehung zwischen dem Mangel am eigenen spirituellen Leben und dem Burnout-Syndrom, womit natürlich  Frustrationen einhergehen. Unsere Geistlichen und die Laien, die in der Seelsorge arbeiten, führen also kein geistliches Leben und sind konsequenterweise frustriert, was nur normal ist. Dieses Problem betrifft nicht nur die Priester in den deutschsprachigen Landen, denn über diese wird hier gesprochen werden, sondern auch leider Priester auf der ganzen Welt.

Wir wollen hier eine statistische Studie zur priesterlichen Identität aus Polen vorstellen, aus einem Land also, welches als das katholische Land schlechthin gilt und seit vielen Jahrzehnten als Priesterlieferant für die Welt fungiert. Bei der zu besprechenden polnischen Untersuchung handelt es sich um die Forschungsergebnisse von Prof. Józef Baniak, welche im Jahre 2007 sowohl in Aufsatz- als auch in Buchform publiziert wurden. [1] Prof. Baniak hat die bisher, unserem Wissen nach, die höchste Anzahl an Priestern und Ex-Priestern hinsichtlich ihrer priesterlichen Identität weltweit befragt, denn insgesamt handelte es sich um 1063 Personen, welche sich in den Jahren 1986-1989, 1991-1994, sowie in der Zeit 1995-1999 sich einer Befragung freiwillig und anonym unterzogen. [2] Ein Teil der Befragten hatte zum Zeitpunkt der Befragung ihren Priesterdienst bereits aufgegeben, andere waren noch seelsorglich tätig. Die Ergebnisse dieser Befragung, der methodologisch wirklich nichts vorzuwerfen ist, sind dermaßen erschütternd, dass Prof. Baniak die theologische Fakultät der Universität Posen, auf der er angestellt war, verlassen und sich einer anderen Fakultät derselben Universität anschließen musste. Wenn man bedenkt, dass ein Teil der Befragung am Höhepunkt des polnischen Johannes-Paulismus stattfand und Priester, die gegen das Zölibat verstießen, davon ausgehen konnten und mussten, dass der Geheimdienst sie damit erpressen wird, so ist die Lage wirklich aller Priester der nachkonziliaren Kirche mehr als verheerend, wenn die Dinge in einem Land mit der höchsten „Priesterdichte“ Europas oder gar der Welt so schlecht stehen. Es wäre natürlich interessant exakt dieselbe Fragen derselben Zahl der Respondenten in den deutschsprachigen Ländern zu stellen, um die Ergebnisse einigermaßen zu vergleichen, obwohl die Lage unter Franziskus sicherlich schlechter sein wird als die Lage unter Johannes Paul II in seiner eigenen Heimat. Der Schreiber dieser Zeilen glaubt aber, dass man die polnischen Ergebnisse um mindestens 20% erhöhen kann, um auf diesem Wege den Spiegel der priesterlichen Identität in den deutschsprachigen Ländern widerzugeben. Wir werden hier wörtlich die tabellarischen Ergebnisse, der Untersuchung von Prof. Baniak wiedergeben, welche uns alle leider sehr traurig stimmen werden.[4] Die Schadenfreude sollte sich dennoch in Grenzen halten, denn in Polen ist es zwar schlimm, aber woanders leider noch viel, viel schlimmer.

Gründe für die priesterliche Identitätskrise Weltklerus % Ordensklerus %
Ex-Priester Priester Ex-Priester Priester
1. Krise des Zölibatspriestertums 86,6 65,7 78 64,2
2. Verstoß gegen die Keuschheit 84,5 63,2 76 61,4
3. Fehlende Beichtpraxis 75,4 70,5 69 68,2
4. Vernachlässigung des täglichen Breviergebets und des täglichen eigenen Gebets 72,7 70 66 65,4
5. Kritische Einstellung der eigenen Priesterrolle gegenüber 66,3 61,4 57 52,6
6. Übertriebene Theatralisierung des Kultes und der Verlust seiner Sakralität 65,2 59,6 60,3 50,6
7. Glaubenskrise und Krise der priesterlichen Frömmigkeit 63,6 61,2 60 58,8
8. Zweifel daran als Priester von den Menschen gebraucht zu werden 64,1 59,7 52 50,7
9. Intensive Konflikte mit den kirchlichen Vorgesetzten 63,1 61,4 53 52
10. Liberale Einstellung der Sonntagspredigt gegenüber 54,9 52,4 66 63,7
11. Kritik am Model des Priesters und des Seelsorgers 55,6 53,8 51 49,6
12. Probleme bei der Jugendkatechese 56,1 52,8 46 50,4
13. Fehlende Priesterberufung 57,2 53,7 48 40,2
14. Autoritätsverlust der Priester 58,3 60,8 36 52,4
15. Krise der priesterlichen Selbsthilfe und Solidarität 50,3 56,4 44 54,8
16. Intensive Konflikte mit der eigenen Gemeinde 47 49,1 38 40,6
17. Glaubensverlust an die eucharistische Realpräsenz 41,2 32,4 33 31,6
18. Andere Ursachen der Krise 20,3 22 16 20,4
19. Mittlere Preferenz 60,4 56 52 51

Obwohl wir hier die Ergebnisse von Prof. Baniak wiedergeben, so stimmen wir mit ihm nicht darin überein, dass der erste Grund der priesterlichen Identitätskrise die Krise des Zölibatspriestertums als solchen bildet oder wie man in den deutschsprachigen Ländern gerne sagt des „Zwangszölibat“ das eigentliche Problem ist. Es gibt kein anderes katholisches Priestertum als das, welches mit Zölibat also der vollkommenen sexuellen Abstinenz, sprich mit Keuschheit, verbunden ist und die Ostkirche irrte leider diesbezüglich vom rechten Weg und der ältesten Tradition ab. Wer glaubt, dass man verheiratet oder „liiert“ ein geistliches Leben führen kann, der hat entweder noch nie eins geführt oder er hatte keine Freundin oder höher sprich Verlobte oder Ehefrau. Weltliches und Geistliches schließt sich aus, Geistliches und Sexuelles ebenso. Punkt. Daher glauben wir, dass der erste Punkt der o.a. Tabelle das Resümee der Untersuchung und nicht ihren Ausgangspunkt bildet. Am Ende eines solchen Priesterlebens liegt tatsächlich eine Krise des zölibatären Priestertums vor, weil keins mehr vorliegt und zwar weder zölibatär noch priesterlich.

Wir glauben, dass die restlichen Punkte, also ab 2. abwärts eine schiefe Ebene bilden, an deren Ende die Aufgabe des priesterlichen Dienstes steht. Denn der Beobachtung zufolge verläuft der Abfall wie folgt ab:

  • Zuerst betet man weniger, dann gar nicht,
  • Dann beichtet man nicht alles, dann gar nicht,
  • In der Zwischenzeit kommen sexuelle Fehltritte bis zum ständigen Konkubinat vor,
  • Während man an der eigenen Priesterrolle und vielen Glaubenswahrheiten zweifelt
  • Theatralisiert man den Gotteskult, sprich „Erlebnisgottesdienste“
  • Predigt immer liberaler oder gar nicht, „Dialog-Predigt“, „Laienpredigt“
  • Man zweifelt immer mehr an sich und seiner Priesterrolle
  • Es kommen Konflikte mit kirchlichen Vorgesetzten, Mitbrüdern und der Gemeinde hinzu
  • Man hat im Religionsunterricht nichts zu sagen
  • Man jammert über den allgemeinen und eigenen Autoritätsverlust
  • Man glaubt nicht einmal an die Realpräsenz
  • Man beginnt zu trinken und bindet sich endgültig an die Konkubine, welche als Licht in der Dunkelheit erscheint.

All das verläuft meistens über mehrere Jahrzehnte hindurch und zwischen 40 und 50 verlässt man den Priesterstand. Was den Schreiber dieser Zeilen beim ersten Durchlesen dieser Ergebnisse einigermaßen schockiert hatte, war der Umstand, dass über 60% der tätigen Welt- und Ordenspriester gegen das Zölibat fehlt, womit wohl Sex mit anderen Personen gemeint ist und nicht nur unkeusche Gedanken. Schockierend ist ebenso,  dass ca. 70% der Priester niemals beichten. All das bestätigt leider seine sehr schlechten Erfahrungen mit vielen Beichtvätern und Priestern, die ihn meistens wie der Teufel das Weihwasser scheuten und scheuen. Nach seiner Beobachtung und Ermessen leben ca. 90% aller Priester in seiner Diözese, einer deutschen Diözese wohlgemerkt, im Konkubinat, sprich sie haben eine „Freundin“ zu der sie immer hinfahren oder verfügen über andere Arrangements dieser Art. Ferner ist zwischen 70% bis 80% aller Messen  in ebendieser Diözese aufgrund der fehlenden inneren Intention, seinem sensus fidei zufolge, ungültig. Während man die erste These durchaus dadurch verifizieren könnte, indem man Privatdetektive engagiert, stellt sich die Fragen nach der Gültigkeit und nicht nur Würdigkeit der Sakramente viel schwieriger dar. Denn diesbezüglich kann man sich täuschen oder vom Teufel in die Irre geleitet werden. Wenn man aber die o.a. Ergebnisse der polnischen Tabelle, welche schon mindestens 16 Jahre alt sind,  um 20% nach oben korrigiert, dann sind wir von der deutschsprachigen Realität nicht weit entfernt, wobei der Verlust des Glaubens an die eucharistische Realpräsenz sicherlich viel höher als bei 50% aller Priester liegt, der Schreiber dieser Zeilen würde  eine Zahl zwischen ca. 70% und  80% vermuten. Wie wir bereits schrieben, muss der wandelnde Priester nicht an die Wandlung glauben, damit diese gültig ist, sondern mindestens nur die Intention also die Absicht haben das zu tun, was die Kirche mit diesem Sakrament tut.[4] Ob aber ein Priester, der an nichts glaubt und seit Jahren in Todsünde lebt diese Mindestintention aufbringen kann, ist wirklich mehr als fraglich. Und dies ist der traurige Lagebericht zur allgemeinen Priesteridentität.

Dies sollte uns dennoch nicht davon abhalten morgen für unsere Bischofskonferenzen zu beten.

[1] http://www.dbk.de/nc/presse/details/?presseid=2780

[2] http://link.springer.com/article/10.1007/s10943-015-0040-7

[3] http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/so-gestresst-sind-unsere-seelsorger

[4] https://traditionundglauben.wordpress.com/2015/11/09/muss-man-da-wirklich-hingehen-oder-die-intention-bei-den-novus-ordo-messen/