Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht? (7 von 7) Damit sie nicht in der Hölle landen.

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Was ist die Konsequenz der Umsetzung der jetzigen Sexualiethik wie sie seit Amoris Laetitia angeblich gilt? Die Hölle und die ewigen Höllenquallen. Warum? Weil Theologie die Mathematik des Übernatürlichen ist.

  • Wenn es Gott gibt, dann ist er vollkommen, sonst wäre er nicht Gott.
  • Wenn es Gott gibt, dann hat er sich geoffenbart, damit wir wissen, dass es Ihn gibt, wie Er ist und was er von uns fordert.
  • Wenn er Gott ist, dann ist er unveränderlich und seine Offenbarung, welche einen Teil seiner Selbst und seiner ewigen Ordnung darstellt, ist es auch.
  • Wenn es die Offenbarung gibt, deren Höhepunkt in Jesus Christus stattfand und mit dem Tod des letzten Apostels niedergeschrieben wurde, dann ist sie ebenfalls unveränderlich.
  • Wenn es die Offenbarung gibt und eine von Christus gestiftete Kirche, welche diese Offenbarung interpretiert, dann ist die Lehre der Kirche, was die Offenbarung an sich betrifft, ebenfalls unveränderlich.
  • Es ist doch unmöglich, dass etwas bis zum Jahr 2016 falsch war und ab dem Jahr 2016 richtig wird.
  • Es ist unmöglich, dass der unveränderliche und unveränderbare Gott, und seine Offenbarung gleich mit, sich auf einmal ändern, damit wir es bequem haben.

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Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht? (6 von 7) Der Untergang oder Amoris Laetitia als Ziel.

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Wenn man sich die nachkonziliare Ehe- und Sexuallehre näher anschaut, wird einem im Nachhinein deutlich, dass seit mindestens 50 Jahren auf Amoris Laetitia hingearbeitet wurde. Wer konkret hat darauf hingearbeitet?

    1. Vat. II mit Gaudium et Spes 48 und 49: Gleichstellung des ersten (Kinder) und zweiten (gegenseitige Hilfe) Ehezweckes
    2. Paul VI. Humanae vitae: Anerkennung und Zulassung der natürlichen Verhütung, deren Anwendung so ausgeweitet wurde, dass sie zu einer legitimen Verhütung avansierte.
    3. Johannes Paul II. Theologie des Leibes: Ehelicher Sex als Selbstzweck und als Weg zu Gott
    4. Johannes Paul II. Familiaris consortio (1981): Zusammenleben von Ehebrechern wird zwecks Erziehung der Kinder geduldet, wenn sie keusch leben. (84)
    5. Johannes Paul II. Codex iuris canonici (1983): Umkehrung des ersten und zweiten Ehezweckes im Canon 1055 § 1:

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Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht? (5 von 7) Warum Sex schlecht für die Seele ist.

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Menschen, die aus der Welt kommen, aber auch die Mehrheit der Katholiken, Geistliche leider eingeschlossen, verstehen die traditionelle Einstellung zum Sex nicht, welche da lautet:

So wenig wie möglich, am Besten gar nicht.

Diese Einstellung ist dermaßen unweltlich und kontraintuitiv, da sexuelle Handlungen besonders bei ihrem Höhepunkgt mit einer großen Lust verbunden sind, welche nach neuesten Untersuchungen, nur noch vom Kokain-Kick im Gehirn übertroffen werden.

Warum also auf etwas verzichten, was so lustvoll ist?

Weil es vergänglich ist.

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Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht? (3 von 7) Von Unkeuschheit zum Sakrileg.

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Sehr richtig schlägt Don Pietro den Bogen von der Unkeuschheit, also der Sünde gegen das Sechse Gebot, zum Sakrileg. Wenn Sie in einer Kirche im deutschsprachigen Raum sind, können Sie davon getrost ausgehen, dass 90% der Menschen nicht im Gnadenstand ist und das 99% diesen Zustand den sexuellen Sünden verdanken. Sie gehen fast alle zur Kommunion und begehen eine weitere Todsünde, des Sakrilegs wie auch derjenige Priester, der ihnen diese Kommunion wissend spendet. Wozu finden also die Novus Ordo Messen statt? Damit mehr Todsünden begannen werden. Deswegen kämpft das Novus Ordo Establishment um sie, und Franziskus wird vielleicht die Alte Messe in die Piusbruderschaft  auslagern und woanders  verbieten.

Welche Sünden sind es denn?

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Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht? (2 von 7) Potestas diaboli in lumbis est.

 

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Im nächsten Abschnitt zeigt Don Leone, wie in der nachkonziliaren Theologie nach und nach jeder Begriff der caritas, also der Gottes- und Nächstenliebe durch amor, sprich Sex ausgehöhlt und ersetzt wurde. Denn der eigentliche Zweck der Ehe die Kinder, wurde mit dem zweiten Zweck der Ehe – gegenseitige Hilfe- (mutuum adiutorium) gleichgesetzt und während die vorkonziliare Theologie mit der gegenseitigen Hilfe die Hilfe beim Erreichen des Heils durch den Ehestand verstand, versteht die nachkonziliare Kirche dadurch Sex. Ja, die Eheleute helfen einander, indem sie Sex miteinander haben. Ist das denn keine Hilfe? Schon, aber eine kurzfristige und kaum auf das geistliche Ziel gerichtet, denn Sex bindet sehr und macht süchtig. Wie sehr richtig Ann Barnhardt darlegt: je mehr jemand auf der Skala des diabolischen Narzissmus forgeschritten ist, desto perverser ist sein Sex. Weiterlesen!

Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht. (1 von 7) Es gibt keine „Sexualität“!

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Die Reihe von Don Pietro Leone, welche wir mit Erlaubnis, Zustimmung und Segen des Autors als einzige auf Deutsch in der, wie immer vorzüglichen Übersetzung von davillatollkuehn, veröffentlichen, heißt Die Kirche und Asmodeus und nicht Die Kirche des Asmodeus, dessen sind wir uns bewußt. Dennoch ist Sex, Sexualität, das Geschlechtliche, der Geschlechtsakt dermaßen in der nachkonziliaren Kirche auf allen Ebenen der Lehre, insbesondere bei Amoris Laetitia, zu Deutsch „Die Freude am Sex“ gegenwärtig, dass man getrost sagen kann, dass die Kirche zu einer Kirche des Asmodeus also des Dämons der Unzucht, geworden ist. Denn bei Dämonen gibt es Bereiche der Spezialisierung, wie wir noch darlegen werden.  Die Muttergottes sagt ja selbst in La Salette:

Zittert, Erde und ihr, die ihr Gelübde zum Dienste Jesu Christi abgelegt habt und die ihr innerlich euch selbst anbetet, zittert! Denn Gott geht daran, euch seinen Feinden zu überliefern, da die heiligen Orte in Verderbnis sind.

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Don Pietro Leone, Angriff auf die Ehe – Aufsatz (3 von 3)

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  1.     KRITIK DER NEULEHRE 
  2. Im folgenden Abschnitt werden wir 6 Hauptaussagen Linie für Linie vergleichen, zunächst die traditionelle Lehre, und danach die neue.

        1. a) Der Hauptzweck der Ehe ist die Fortpflanzung;

  1. b) Der Hauptzweck der Ehe ist die Liebe;

        2. a) Die eheliche Liebe wird als gegenseitige Hilfe und Unterstützung verstanden;

  1. b) Die eheliche Ehe wird als „ganzheitliche Selbsthingabe“ verstanden;

         3.a) Großfamilien werden empfohlen;

  1. b) Kleinfamilien werden empfohlen;

          4.a) Die natürliche Geburtenkontrolle wird mißbilligt;

  1. b) Die natürliche Geburtenkontrolle wird gebilligt;

         5.a) Die Ehe wird dem geweihten Lebensstand unterordnet;

  1. b) Die Ehe wird dem geweihten Lebensstand gleichgestellt.

        6.a) Der Ehemann wird als Familienoberhaupt betrachtet;

  1. b) Der Ehemann und die Ehefrau werden völlig gleichgestellt;

       In bezug auf diesen Vergleich stellen wir die folgenden Fragen und geben die entsprechenden Antworten:

  1. i) Ist die Lehre in beiden Fällen die gleiche? Nein.
  2. ii) Hat die neue Lehre im Vergleich zur traditionellen eine größere Klarheit oder Tiefe des Ausdrucks? Nein.

       iii) Ist es eine unterschiedliche Lehre? Ja.

  1. iv) Ist die traditionelle Lehre katholisch? Ja.
  2. v) Ist eine Lehre, die einer katholischen Lehre entgegensteht unkatholisch? Ja.
  3. vi) Ist eine katholische Lehre wahr? Ja.

       vii) Ist eine unkatholische Lehre falsch? Ja.

        Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die neue Lehre in ihrem prima facie Sinn in allen aufgezählten Fällen falsch ist. Weiterlesen

Don Pietro Leone, Angriff auf die Ehe – Aufsatz (2 von 3)

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  1. VERSCHIEBUNG IM BEGRIFF DER EHELICHEN LIEBE

 Wir betrachten hier ausführlicher die These, der Akt der ehelichen Liebe bestehe darin, daß ‘sich Mann und Frau einander vorbehaltlos gegenseitig schenken’ (Familiaris Consortio 32, zitiert im Neuen Katechismus 2370). Wenn diese These falsch ist, dann ist auch das ganze Gebäude der Theologie des Leibes hinfällig.

Wir müssen nun bekennen, daß  diese These unhaltbar ist: Zuerst metaphysisch, weil die menschliche Person  unmittelbar ist; zweitens physisch, weil der Akt der ehelichen Liebe wesentlich das Suchen und den Genuß von Vergnügen mit sich bringt, ohne das er in der Tat unmöglich wäre; drittens moralisch, weil die Kirche lehrt erstens, daß der Ehemann Macht über den Leib der Frau, und die Frau Macht über den Leib des Mannes hat’ (I. Kor. 7.4), was bedeutet, daß jeder Partner nicht nur geben sondern auch nehmen soll; und zweitens (und allgemeiner), daß die Liebe des vorbehaltlosen Sich-Schenkens allein Gott gebührt und auch nur gegenüber Ihm möglich ist (Lk. 10.27), während die Nächstenliebe dem Menschen auf einer niedrigeren Stufe und in den ehelichen Beziehungen mit Zurückhaltung und Mäßigung geboten ist[1]. Tatsächlich bedeutet eine ganzheitliche Nächstenliebe Götzendienst. Weiterlesen

Don Pietro Leone, Angriff auf die Ehe – Aufsatz (1 von 3)

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 ANGRIFF AUF DIE EHE

Die Krise in der Familie und in der Ehe, die sich in der Schwangerschaftsverhütung, Scheidung, Abtreibung, Unzucht, und Homosexualität unaufhörlich ausbreitet, stammt offensichtlich vom Geist der Welt her und letztendlich von der gefallenen Natur. Der selbe Geist ist aber jetzt ins kirchliche Lehramt selbst hineingeschlichen, das somit eine mitwirkende Rolle in der Krise spielt.

Die folgenden Auszüge von ‚Angriff auf die Ehe’ (Patrimonium Verlag 2016) bezeugen diese Tatsache und versuchen, sie nach den traditionellen theologischen Prinzipien der kirchlichen Lehre zu analysieren.

 

  1. VERSCHIEBUNG IM LIEBESBEGRIFF

Die Kirchentradition unterscheidet zwischen drei grundlegenden Liebesarten. Erstens gibt es die sinnliche Liebe (oder die Leidenschaft der Liebe), für welche die geschlechtliche Liebe ein Beispiel ist; zweitens gibt es die vernünftige Liebe (oder die Tugend der Liebe); drittens gibt es die Liebe der Caritas, also jene Art der vernünftigen Liebe, die durch die übernatürliche Gnade erhöht ist, um Gott in Sich Selbst zu lieben und den Nächsten in und wegen Gott.

     Die Änderung der Lehre Kirchenmänner ab dem Zweiten Vatikanischen Konzil bis zum heutigen Tage mit ihrer Öffnung gegenüber der Welt in all ihren Erscheinungen und besonders in ihrer Lehre über die Ehe besteht wesentlich in der Verschiebung von der Liebe der Caritas zur sinnlichen Liebe hin. Weiterlesen

Worum geht es bei der „Theologie des Leibes“ wirklich? (4) Was ist Phänomenologie?

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Nachdem wir Personalismus als Unsinn abgestempelt haben oder akademisch ausgedrückt als eine Philosophie, welche der Wiedergabe der katholischen Lehre wenig zuträglich ist, so wenden wir uns nun  der Phänomenologie zu, welche – ja, wir ahnen es – ebenfalls Unsinn ist. Auf den eventuellen Einwand antwortend, dass wir allzu inflationär mit der Bezeichnung „Unsinn“ umgehen und ihn auf alles anwenden, was nicht thomistisch ist oder was wir selbst nicht verstehen, stellen wir fest, dass wir doch annehmen den phänomenologischen Ansatz verstehen zu können und uns hier nicht mit Sinn oder Unsinn (Was ist das?) verschiedener philosophischen Schulen befassen, sondern ihrer Brauchbarkeit für die katholische Theologie.  Und Phänomenologie, auch auf die Gefahr hin, dass sich jetzt Johannes Paul II im Grabe umdreht, ist unbrauchbar!

Was ist aber, einfach formuliert, diese ganze Phänomenologie? Es ist Personalismus erkenntnistheoretisch gewendet. Und das bedeutet? Man hat nur den Zugang zu den Phänomenen seines eigenen Bewusstseins und von dort konstruiert man das übrige, z. B. Gott, die Welt, die anderen Menschen, von dem man nicht weiß, dass es existiert. Die gute Stanford Encyclopedia of Philosophy beschreibt die Grundannahme der Phänomenologie wie folgt:

Phenomenology is the study of structures of consciousness as experienced from the first-person point of view. The central structure of an experience is its intentionality, its being directed toward something, as it is an experience of or about some object. An experience is directed toward an object by virtue of its content or meaning (which represents the object) together with appropriate enabling conditions.

Phänomenologie ist das Studium der Strukturen des Bewusstseins wie es in der Ersten-Person-Perspektive erfahren wird. Die zentrale Struktur der Erfahrung ist seine Intentionalität als auf etwas [anderes] gerichtet und als solche [stellt sie die] Erfahrung eines Objekts dar. Eine Erfahrung ist auf ein Objekt mittels der Kraft seines Inhalts oder Bedeutung (welche dieses Objekt repräsentiert) gerichtet zusammen mit den entsprechenden Bedingungen, die solche eine Erfahrung möglich machen.[1]

Und was bedeutet das im Klartext? Man suhlt sich permanent in eigenen Bewusstseinsinhalten: „mir ist kalt“, „ich habe die Gottesidee in mir“, „ich habe eine Gebetserfahrung“ und weil man nicht nur sich selbst, sondern auch etwas in sich selbst erfährt, so versucht man in der phänomenologischen Methode auseinanderzuklamüsern, wo das eigene Ich endet und die äußere Erfahrung anfängt. Ja, ja, wir wissen alle worum es geht. Frauen über 40, sitzen in Lila-Latzhosen im Kreis, trinken Tee aus biologischem Anbau und erzählen über ihre Suche nach dem Ich in der Phase der Selbstfindung, welche eigentlich schon stattfindet, aber irgendwie immer noch nicht ganz vorhanden ist. Männer tun es leider Gottes auch schon und war man vor diesem permanenten Kreisen um sich selbst nicht schon depressiv, dann wird man es dadurch erst recht. Machen wir uns hier über Phänomenologie lustig? Jawohl, das tun wir. Aber wir können die phänomenologischen Hauptinhalte in der deutschen Wissenschaftssprache ihrer Hauptvertreter wiedergeben.

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Wikipedia, die auch gute Artikel vorweisen kann, schreibt wie folgt:

Husserl [einer der Hauptvertreter und Begründer dieser Richtung Red.] stellt diesen Zusammenhang in einem Artikel in der Encyclopædia Britannica 1927 folgendermaßen dar:

„Phänomenologie bezeichnet eine an der Jahrhundertwende in der Philosophie zum Durchbruch gekommene neuartige deskriptive Methode und eine aus ihr hervorgegangene apriorische Wissenschaft, welche dazu bestimmt ist, das prinzipielle Organon für eine streng wissenschaftliche Philosophie zu liefern und in konsequenter Auswirkung eine methodische Reform aller Wissenschaften zu ermöglichen.“

Husserliana IX, 277[2]

  Wollen Sie noch mehr? Wikipedia fährt fort:

Husserls Phänomenologie ist stark beeinflusst von Franz Brentanos deskriptiver Psychologie, die ebenfalls psychische Phänomene unabhängig von den sie erzeugenden physischen Reizen beschreibt. In Abgrenzung zu einer empirischen Psychologie hatte Brentano den Begriff des intentionalen Bewusstseins gebildet. Dies ist Ausdruck der Überzeugung, dass Bewusstsein niemals ohne Bezug auf etwas ist: Bewusstsein ist immer Bewusstsein von etwas.

„Jedes psychische Phänomen ist durch das charakterisiert, was die Scholastiker des Mittelalters die intentionale (auch wohl mentale) Inexistenz eines Gegenstandes genannt haben, und was wir, obwohl mit nicht ganz unzweideutigen Ausdrücken, die Beziehung auf einen Inhalt, die Richtung auf ein Objekt (worunter / hier nicht eine Realität zu verstehen ist), oder die immanente Gegenständlichkeit nennen würden. Jedes enthält etwas als Objekt in sich, obwohl nicht jedes in gleicher Weise. In der Vorstellung ist etwas vorgestellt, in dem Urteile ist etwas anerkannt oder verworfen, in der Liebe geliebt, in dem Hasse gehasst, in dem Begehren begehrt usw. Diese intentionale Inexistenz ist den psychischen Phänomenen ausschließlich eigentümlich. Kein physisches Phänomen zeigt etwas Ähnliches.“

– Psychologie vom empirischen Standpunkte, 1874, S. 124

Diese trivial anmutende Entdeckung ebnet den Weg zu einem der grundlegenden philosophischen Probleme – der Spaltung der Welt in Subjekt und Objekt. Auf Grundlage des intentionalen Charakters des Bewusstseins konnte dieses Problem aus einer neuen Perspektive bearbeitet werden.

Auch Brentano ging davon aus, dass sich die Grundlagen der Logik nicht in einer naturalistischen Psychologie begründen lassen. Husserl greift diesen Aspekt auf und weitet diesen Gedanken der deskriptiven Psychologie Brentanos aus zu einer transzendentalen Phänomenologie, welche die Möglichkeiten von Bewusstseinsakten überhaupt erklären will.[3]

Für die philosophisch Vorgebildeten lässt sich an dieser Stelle sagen, dass all diese Themen viel besser, kürzer, verständlicher und eleganter in Aristoteles Analytica priora und Analytica posteriora gelöst wurden und in seiner Metaphysik erst recht. Das eigentliche Problem der Phänomenologie besteht aber darin, dass sie die Welt ausklammert und sich nur auf das eigene Bewusstsein konzentriert, zu dem man ja einen direkten Zugang hat. Sie bleibt also im Zustand des carthesianischen methodischen Zweifelns  noch vor dem ontologischen Gottesbeweis (ein wenig Fachsimpeln muss auch sein, sorry). Die gute Wikipedia schreibt darüber wie folgt:

Epoché und eidetische Reduktion

Die Methode der Epoché (Enthaltung, Innehalten) ist für Husserl die Ausschaltung der Generalthesis der natürlichen Einstellung. Das Einklammern der damit verbundenen Vormeinungen nannte Husserl „eidetische Reduktion“. Dabei sollen zunächst alle theoretischen Annahmen (Hypothesen, Beweisführungen, tradiertes Vorwissen …) über den betrachteten Gegenstand ausgeschaltet werden (vgl. Reduktionismus). In einem zweiten Schritt (der transzendentalen eidetischen Reduktion) wird die Existenz des Gegenstandes insofern außer Betracht gelassen, dass sich nur die „Washeit“ zeige, also das, was der Gegenstand ist, sein Wesen.

Aus der Perspektive des transzendentalen Bewusstseins wird das Sein nur noch als Korrelat des Bewusst-Seins angesehen, also ohne Annahmen oder Urteile über das tatsächliche Sein oder Nicht-sein der Bewusstseinsinhalte. Diese Methode nähert sich den Gedankenexperimenten von Descartes und Hobbes über die so genannte „Weltvernichtung“ (die Frage: Was bleibt erhalten, wenn es die physische Welt nicht mehr gäbe?). Damit ergibt sich aber auch sofort eines der größten Probleme der Phänomenologie. Husserl hatte nämlich den oben erwähnten Unterschied zwischen Bewusstseinsakt (Noesis) und Bewusstseins-Inhalt (Noema) angebracht. Dies entspricht einer Einteilung, die unterscheidet, was das Bewusstsein ist und was es bedeutet (denn nach Brentano ist das Bewusstsein immer intentional). Wie kann man aber sagen, dass die Inhalte des Bewusstseins noch Bedeutung haben, wenn jegliche Existenz ausgeklammert wurde? Husserl wollte die Existenz ausklammern, da die Objekte ihm zufolge das Bewusstsein transzendieren: wenn es sie gibt, so gibt es sie außerhalb des Bewusstseins selbst. Um Zugang zu den reinen Ideen gewinnen zu können, muss daher ihre Existenz ausgeklammert werden. Die Phänomenologie muss beantworten können, wann und wie es möglich sei, dass das Bewusstsein sich auf etwas „Bewusstsein-Transzendentes“ bezieht. Husserls Erklärung wird lauten, dass der Inhalt sehr wohl bewusstsein-transzendent sei, aber dass das Intendieren selbst bewusstsein-immanent sein müsse. Also wird etwas immer immanent intendiert, während es als bewusstsein-transzendent intendiert wird, weil es, wenn es existieren würde, außerhalb des Bewusstseins sein würde.[4]

Und was bedeutet das? Es bedeutet, dass man:

  1. Nur den Zugang zu den eigenen Bewusstseinsinhalten hat,
  2. Welche irgendetwas wiedergeben,
  3. Von welchem man nicht weiß, ob es überhaupt existiert,
  4. Das man nur den Zugang zu der „Washeit“, aber nicht der Existenz hat,
  5. Bezüglich der letzteren muss man sein Urteil in der Schwebe lassen (Epoché),
  6. Weil es die Phänomenologie es so vorschreibt.

Ist es nicht Unsinn? Ja und ein sehr großer dazu. Wie kann man so etwas annehmen, es geht doch dermaßen gegen den gesunden Menschenverstand!

„Deswegen ist es hoch, gelehrt und philosophisch“, sagen die Phänomenologen,

„Es ist wie im Märchen von »Des Kaisers neue Kleider«. Nur die Intelligenten und gute Beamten können sie sehen.“

Natürlich ist unsere Darstellung der Phänomenologie vereinfacht, aber nicht falsch. Wie im Personalismus führt auch hier die Ausklammerung des Seins (esse) und zwar noch radikaler als beim Personalismus eigentlich zum Solipsismus („Ich bin allein auf der Welt, denn ich habe nur den Zugang zu meinen Bewusstseinsinhalten“.) Wie soll man da noch Gott und die Welt unterbringen? Entweder gar nicht oder nur als Teil der eigenen Bewusstseinsinhalte, von welchen man nicht weiß, ob sie in Wirklichkeit tatsächlich existieren.

Zwar wurde die Phänomenologie als solche nicht expressis verbis vom Lehramt verurteilt, aber ihre erkenntnistheoretische Grundlage durchaus. Dies geschah durch Pius X. in Pascendi (1907) in folgenden Worten:

„Die Grundlage der religiösen Philosophie sehen die Modernisten in jener Lehre, die man gemeinhin Agnostizismus nennt. Demzufolge wird die menschliche Vernunft völlig von Phänomenen eingeschlossen, Dingen nämlich, die erscheinen, und zwar in der Gestalt, in der sie erscheinen: deren Grenzen zu überschreiben, hat sie weder das Recht noch die Möglichkeit. Deshalb ist sie weder imstande, sich zu Gott zu erheben, noch dessen Existenz wie auch immer durch, das was man sieht, zu erkennen. Daraus wird geschlossen, dass Gott in keiner Hinsicht direkt Gegenstand der Wissenschaft sein kann; was aber die Geschichte angelangt, dass Gott keineswegs als geschichtliches Subjekt anzusehen ist.“ (DH 3475)

Bei der phänomenologischen Methode, bei der man nicht sicher sein kann, ob irgendetwas da draußen ist, verfällt natürlich jeglicher Gottesbeweis, z.B. aus der Vollkommenheit der Schöpfung, weil wir nicht wissen, ob es so etwas wie Schöpfung gibt.  Aber auch bezüglich der eucharistischen Realgegenwart hat die Phänomenologie ihren ungesunden Samen gestreut, denn in der Verurteilung von Mysterium fidei aus dem Jahre 1965 wird dieses Sicht der Eucharistie verurteilt, wonach die Wesenswandlung nicht real, d.h. in Wein und Brot stattfindet, sondern nur in den Bewusstseinsinhalten der Anwesenden qua „Transsignifikation“ und „Transfinalisation“. So schreibt DH in seiner Einführung dazu: „Unter dem Einfluss der Phänomenologie und der Existenzphilosophie erwuchs Ende der fünfziger Jahre eine Diskussion um den Begriff der Transsubstantiation“.[5]

Die lehramtliche, obzwar nachkonziliare, Verurteilung lautet wie folgt:

  1. Denn Wir haben erfahren, daß es unter denen, die über dieses heilige Geheimnis sprechen und schreiben, einige gibt, die über die privat gefeierten Messen, das Dogma der Wesensverwandlung und den eucharistischen Kult Ansichten verbreiten, die die Gläubigen beunruhigen und in ihnen nicht geringe Verwirrung bezüglich der Glaubenswahrheiten verursachen, als ob es jedem gestattet wäre, eine von der Kirche einmal definierte Lehre in Vergessenheit geraten zu lassen oder sie in einer Weise zu erklären, daß die wahre Bedeutung der Worte oder die geltenden Begriffe abgeschwächt werden. (DH 4410)

  2. Es ist beispielsweise nicht erlaubt, die sogenannte Messe ,,in Gemeinschaft“ so herauszustellen, daß den privat zelebrierten Messen Abbruch getan wird. Auch darf man die Sichtweise des sakramentalen Zeichens nicht so deuten, als ob die Symbolbedeutung, die nach allgemeiner Meinung der heiligen Eucharistie ohne Zweifel zukommt, die Sichtweise der Gegenwart Christi in diesem Sakrament ganz und erschöpfend zum Ausdruck bringe. Gleichfalls ist es nicht gestattet, das Geheimnis der Wesensverwandlung zu behandeln, ohne die wunderbare Wandlung der ganzen Substanz des Brotes in den Leib und der ganzen Substanz des Weines in das Blut Christi – von der das Konzil von Trient spricht – zu erwähnen, so als ob sie nur in einer sogenannten „Transsignifikation“ und ,,Transfinalisation“ bestünde. Schließlich geht es nicht an, eine Ansicht zu vertreten und zu praktizieren, derzufolge Christus, der Herr, in den konsekrierten Hostien, die nach der Feier des Meßopfers übrigbleiben, nicht mehr gegenwärtig wäre. (DH 4411)[6]

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir in Kardinal Wojtyla/Johannes Paul II einen Theologen und Papst haben, welcher Philosophien anhängt, die entweder, wie Personalismus, nicht mit der katholischen Lehre übereinstimmen oder wie Phänomenologie wenigstens sensu lato lehramtlich verurteilt wurden. Solchen philosophischen Ansatz präsentiert er also als Papst in den Jahren 1979-1984 in seiner Theologie des Leibes und später in anderen Bereichen ja leider auch, woraus kurzfristig und langfristig, siehe Amoris Laetitia, natürlich nichts Gutes herauskommen konnte. Oh weh.., oh weh…oh weh….

[1] http://plato.stanford.edu/entries/phenomenology/

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%A4nomenologie

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%A4nomenologie

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%A4nomenologie

[5] Denzinger-Hünermann, Enchiridion symbolorum definitionum et declarationum de rebus fidei et morum, Freiburg-Basel-Wien: Herder, 201043, 1245

[6] Deutsche Fassung nach: http://w2.vatican.va/content/paul-vi/de/encyclicals/documents/hf_p-vi_enc_03091965_mysterium.html