Tradition und Glauben

Don Pietro Leone, Angriff auf die Ehe – Aufsatz (1 von 3)

 ANGRIFF AUF DIE EHE Die Krise in der Familie und in der Ehe, die sich in der Schwangerschaftsverhütung, Scheidung, Abtreibung, Unzucht, und Homosexualität unaufhörlich ausbreitet, stammt offensichtlich vom Geist der Welt her und letztendlich von der gefallenen Natur. Der selbe Geist ist aber jetzt ins kirchliche Lehramt selbst hineingeschlichen, das somit eine mitwirkende Rolle in der Krise spielt. Die folgenden Auszüge von ‚Angriff auf die Ehe’ (Patrimonium Verlag 2016) bezeugen diese Tatsache und versuchen, sie nach den traditionellen theologischen Prinzipien der kirchlichen Lehre zu analysieren.   VERSCHIEBUNG IM LIEBESBEGRIFF Die Kirchentradition unterscheidet zwischen drei grundlegenden Liebesarten. Erstens gibt es die sinnliche Liebe (oder die Leidenschaft der Liebe), für welche die geschlechtliche Liebe ein Beispiel ist; zweitens gibt es die vernünftige Liebe (oder die Tugend der Liebe); drittens gibt es die Liebe der Caritas, also jene Art der vernünftigen Liebe, die durch die übernatürliche Gnade erhöht ist, um Gott in Sich Selbst zu lieben und den Nächsten in und wegen Gott.      Die Änderung der Lehre Kirchenmänner ab dem Zweiten Vatikanischen Konzil bis zum heutigen Tage mit ihrer Öffnung gegenüber der Welt in all ihren Erscheinungen und besonders in ihrer Lehre über die Ehe besteht wesentlich in der Verschiebung von der Liebe der Caritas zur sinnlichen Liebe hin. Werbeanzeigen Werbeanzeigen __ATA.cmd.push(function() { __ATA.initSlot('atatags-3-5d11f6bad229a', { collapseEmpty: 'before', sectionId: '915422841', location: 120, width: 300, height: 250 }); }); __ATA.cmd.push(function() { __ATA.initSlot('atatags-4-5d11f6bad22a4', { collapseEmpty: 'before', sectionId: '915422844', location: 130, width: 300, height: 250 }); });...

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Paypal-Spenden möglich oder über den Wert der Almosen

Was sind Almosen? Ab und zu kommt es vor, dass sich jemand anbietet uns Geld zu spenden und nach unserer Kontonummer fragt. Nicht oft zwar, aber immerhin. Wir haben bisher geantwortet, dass wir uns bedanken, es nicht brauchen und um Gebet bitten. Nach dem katholischen Verständnis gelten Almosen als gutes Werk, im Sinne eines Werkes der Barmherzigkeit, durch welches wir an unserem Heil mitarbeiten, denn eine Mitarbeit des Menschen mit der Gnade Gottes ist gemäß der katholischen Lehre notwendig. Almosen werden von der Kirche als gutes Werk für: Genugtuung für begangene Sünden und Fürbitte für Verstorbenen empfohlen. Ad. a. Almosen als Genugtuung für begangene Sünden Was bedeutet das? In einer sakramentalen Beichte werden zwar Ihnen die Sünden selbst und die ewige Strafe, die im Fall einer Todsünde ewig in der Hölle abzubüßen wäre, vergeben. Aber die zeitlichen Sündenstrafen bleiben.[1] Es sind die geistlichen Konsequenzen der Sünden, welche durch Bußwerke (Beten, Fasten, auf dem Boden schlafen, Nachtwachen halten, Selbstkasteiung und Abtötung verschiedener Art und Weise), Ablässe aber auch Almosen abgetragen und getilgt werden können. Und warum ist es so? Weil das Gift, dass Sie durch Ihre Sünden in die Welt setzen, irgendwie abgetragen werden muss. Tun Sie es nicht zu Lebzeiten, so haben Sie dafür das Fegefeuer, sollten Sie im Gnadenstand sterben....

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Worum geht es bei der „Theologie des Leibes“ wirklich? (4) Was ist Phänomenologie?

Nachdem wir Personalismus als Unsinn abgestempelt haben oder akademisch ausgedrückt als eine Philosophie, welche der Wiedergabe der katholischen Lehre wenig zuträglich ist, so wenden wir uns nun  der Phänomenologie zu, welche – ja, wir ahnen es – ebenfalls Unsinn ist. Auf den eventuellen Einwand antwortend, dass wir allzu inflationär mit der Bezeichnung „Unsinn“ umgehen und ihn auf alles anwenden, was nicht thomistisch ist oder was wir selbst nicht verstehen, stellen wir fest, dass wir doch annehmen den phänomenologischen Ansatz verstehen zu können und uns hier nicht mit Sinn oder Unsinn (Was ist das?) verschiedener philosophischen Schulen befassen, sondern ihrer Brauchbarkeit für die katholische Theologie.  Und Phänomenologie, auch auf die Gefahr hin, dass sich jetzt Johannes Paul II im Grabe umdreht, ist unbrauchbar! Was ist aber, einfach formuliert, diese ganze Phänomenologie? Es ist Personalismus erkenntnistheoretisch gewendet. Und das bedeutet? Man hat nur den Zugang zu den Phänomenen seines eigenen Bewusstseins und von dort konstruiert man das übrige, z. B. Gott, die Welt, die anderen Menschen, von dem man nicht weiß, dass es existiert. Die gute Stanford Encyclopedia of Philosophy beschreibt die Grundannahme der Phänomenologie wie folgt: Phenomenology is the study of structures of consciousness as experienced from the first-person point of view. The central structure of an experience is its intentionality, its being directed toward something, as it is an experience of or about some object. An experience is directed toward an object by virtue of its content or meaning (which represents the object) together with appropriate enabling conditions. Phänomenologie ist das Studium der Strukturen des Bewusstseins wie es in der Ersten-Person-Perspektive erfahren wird. Die zentrale Struktur der Erfahrung ist seine Intentionalität als auf etwas [anderes] gerichtet und als solche [stellt sie die] Erfahrung eines Objekts dar. Eine Erfahrung ist auf ein Objekt mittels der Kraft seines Inhalts oder Bedeutung (welche dieses Objekt repräsentiert) gerichtet zusammen mit den entsprechenden Bedingungen, die solche eine Erfahrung möglich machen.[1] Und was bedeutet das im Klartext? Man suhlt sich permanent in eigenen Bewusstseinsinhalten: „mir ist kalt“, „ich habe die Gottesidee in mir“, „ich habe eine Gebetserfahrung“ und weil man nicht nur sich selbst, sondern auch etwas in sich selbst erfährt, so versucht man in der phänomenologischen Methode auseinanderzuklamüsern, wo das eigene Ich endet und die äußere Erfahrung anfängt. Ja, ja, wir wissen alle worum es geht. Frauen über 40, sitzen in Lila-Latzhosen im Kreis, trinken Tee aus biologischem Anbau und erzählen über ihre Suche nach dem Ich in der Phase der Selbstfindung, welche eigentlich schon stattfindet, aber irgendwie immer noch nicht ganz vorhanden ist. Männer tun es leider Gottes auch schon und war man vor diesem permanenten Kreisen um sich selbst nicht schon depressiv, dann wird man es dadurch erst recht. Machen wir uns hier über Phänomenologie lustig? Jawohl, das tun wir. Aber wir können die phänomenologischen Hauptinhalte in der deutschen Wissenschaftssprache ihrer Hauptvertreter wiedergeben. Wikipedia, die auch gute Artikel vorweisen kann, schreibt wie folgt: Husserl [einer der Hauptvertreter und Begründer dieser Richtung Red.] stellt diesen Zusammenhang in einem Artikel in der Encyclopædia Britannica 1927 folgendermaßen dar: „Phänomenologie bezeichnet eine an der Jahrhundertwende in der Philosophie zum Durchbruch gekommene neuartige deskriptive Methode und eine aus ihr hervorgegangene apriorische Wissenschaft, welche dazu bestimmt ist, das prinzipielle Organon für eine streng wissenschaftliche Philosophie zu liefern und in konsequenter Auswirkung eine methodische Reform aller Wissenschaften zu ermöglichen.“ – Husserliana IX, 277[2]   Wollen Sie noch mehr? Wikipedia fährt fort: Husserls Phänomenologie ist stark beeinflusst von Franz Brentanos deskriptiver Psychologie, die ebenfalls psychische Phänomene unabhängig von den sie erzeugenden physischen Reizen beschreibt. In Abgrenzung zu einer empirischen Psychologie hatte Brentano den Begriff des intentionalen Bewusstseins gebildet. Dies ist Ausdruck der Überzeugung, dass Bewusstsein niemals ohne Bezug auf etwas ist: Bewusstsein ist immer Bewusstsein von etwas. „Jedes psychische Phänomen ist durch das charakterisiert, was die Scholastiker des Mittelalters die intentionale (auch wohl mentale) Inexistenz eines Gegenstandes genannt haben, und was wir, obwohl mit nicht ganz unzweideutigen Ausdrücken, die Beziehung auf einen Inhalt, die Richtung auf ein Objekt (worunter / hier nicht eine Realität zu verstehen ist), oder die immanente Gegenständlichkeit nennen würden. Jedes enthält etwas als Objekt in sich, obwohl nicht jedes in gleicher Weise. In der Vorstellung ist etwas vorgestellt, in dem Urteile ist etwas anerkannt oder verworfen, in der Liebe geliebt, in dem Hasse gehasst, in dem Begehren begehrt usw. Diese intentionale Inexistenz ist den psychischen Phänomenen ausschließlich eigentümlich. Kein physisches Phänomen zeigt etwas Ähnliches.“ – Psychologie vom empirischen Standpunkte, 1874, S. 124 Diese trivial anmutende Entdeckung ebnet den Weg zu einem der grundlegenden philosophischen Probleme – der Spaltung der Welt in Subjekt und Objekt. Auf Grundlage des intentionalen Charakters des Bewusstseins konnte dieses Problem aus einer neuen Perspektive bearbeitet werden. Auch Brentano ging davon aus, dass sich die Grundlagen der Logik nicht in einer naturalistischen Psychologie begründen lassen. Husserl greift diesen Aspekt auf und weitet diesen Gedanken der...

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Worum geht es bei der „Theologie des Leibes“ wirklich? (3) Was ist Personalismus?

Was ist Personalismus? Nach der längeren Einführung zum katholischen Verständnis der Philosophie und zum Vorteil des Thomismus und der scholastischen Methode kann man sich wohl an dieser Stelle denken, dass die Wahl der Personalismus und Phänomenologie seitens Karol Wojtylas und des späteren Johannes Paul II keine gute Wahl war, welche die exakte Wiedergabe der traditionellen Inhalte der katholischen Lehre garantieren konnte. Dies ist tatsächlich auch der Fall. Was ist aber, in einfachen Worten ausgedrückt, eigentlich Personalismus und Phänomenologie? Um es ganz einfach auszudrücken: Es ist ein ständiges Kreisen um sich selbst und um die eigenen Bewusstseinsinhalte.   Die mehr philosophische Definition des Personalismus geben wir hier nach Stanford Encyclopedia of Philosophy an, da es die Amerikaner, im Gegensatz zu anderen Völkern, tatsächlich fertigbringen sowohl gelehrt als auch verständlich zu schreiben.[1] Personalismus von Lateinisch persona – die Person, ist eine philosophische Richtung des frühen XX Jahrhunderts, welche von Frankreich ausging und sich in Europa und den USA ausbreitete.[2] In Deutschland war der Personalismus aufgrund des unseligen kantischen und idealistischen Erbes Personalismus nicht so populär wie beispielsweise er in Polen war, wohin er über französische Vermittlung kam.  Personalismus sieht sein Hauptanliegen darin den Wert der menschlichen Person zu betonen, hochzuhalten und die menschliche Person als den Anfang aller philosophischen Untersuchungen anzusehen. Lesen wir die Kerndefinition des Personalismus nach der Stanford Encyklopedia of Philosophy: Personalists regard personhood (or “personality”) as the fundamental notion, as that which gives meaning to all of reality and constitutes its supreme value. Personhood carries with it an inviolable dignity that merits unconditional respect. Die Personalisten betrachten das Personen-Sein (oder die “Persönlichkeit”) als eine fundamentale Idee, welche als solche aller Wirklichkeit ihre Bedeutung gibt und welche ihren obersten Wert konstituiert. Das Personen-Sein beinhaltet eine unverletzliche Würde, welchem ein bedingungsloser Respekt gebührt.[3] Da wir hier an keine Fachphilosophen schreiben und unsere Leser nicht überfordern wollen, so halten wir hier inne, da eigentlich schon hier alles gesagt wurde. „Was ist denn so falsch daran?“ – könnte doch jemand fragen. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, sagt doch das Deutsche Grundgesetz und eigentlich alle Konstitutionen, welche auf der Französischen Revolution fußen. Personalismus begeht aber den Fehler, dass er gleich beim Menschen anfängt und alles andere zuerst ausklammert oder verwirft oder es nur insoweit zum Menschen, also der Person, in Beziehung setzt, inwieweit es der Person nützt.  „Was gibt es denn noch außerhalb des Menschen?“, kann man fragen.  „Allerhand“,antworten wir. Es gibt das Sein (esse). Was ist denn das Sein? Alles was existiert und den Menschen schafft und prägt. Aus der christlichen Sicht haben wir die folgende Reihenfolge des Seins: Gott Engel Schöpfung Menschen Die Menschen, wohlgemerkt und nicht der einzelne Mensch, kommen erst an vierter Stelle, da nach dem Schöpfungsbericht und der Evolutionslehre ja auch, lange, lange, lange vor dem Menschen die ganze Natur existierte, bevor der erste Mensch aufkam. Heutzutage, viele Jahre nach der Schöpfung, treffen die Menschen in Massen auf, es gibt die menschliche Gesellschaft mit ihrer Kultur, sodass das Individuum recht viel Zeit braucht, um sich, falls es will, aus der Menge zu emanzipieren und sein eigenes  Ich zu entdecken, welches natürlich auch nicht so individuell ist. Niemand beginnt als ein selbstständiges Individuum zu existieren, da er als Säugling im höchsten Maße hilfsbedürftig ist und durch die ganze Erziehung und Sozialisation viele, viele Werte in sich aufnehmen muss, welche das kollektive Bewusstsein irgendwie wiederspiegeln. Daher ist der personalistische Ansatz bei der Person als solchen, welche um ihrer selbst willen bedingungslos wertgeschätzt werden sollte schon rein evolutionsbiologisch und entwicklungspädagogisch verfehlt. Personalismus zeichnet eine Person, welche niemanden über sich hat, niemanden neben und niemanden unter sich. Eine einsame, quasi leibnizistische Monade, welche jedoch klar fordert, dass sie, sie, sie unbedingt absolut gesetzt und wertgeschätzt werden sollte. Ist es nicht ein wenig kindisch und narzisstisch? Ja, das ist es und vielleicht liegt hier philosophisch gesehen der Ursprung des dämonischen Narzissmus über den Ann Barnhardt so beeindruckend schreibt[4] und referiert[5] und was wir hier übersetzen werden. Es ist doch die alte, teuflische Versuchung, welche uns einredet: „Du bist ja so was von Besonders. Ganz, ganz, ganz einzigartig. Alle sollen vor Dir niederfallen und Dich anbeten, denn Du bist nur deswegen so wertvoll, weil Du existierst“. Nach der christlichen Lehre und Philosophie aber ist der Mensch zwar das herausragende Geschöpf Gottes, mit unsterblicher Seele und Gottesebenbildlichkeit ausgestattet, aber man ist nur insoweit wertvoll, inwieweit man diese Gottesebenbildlichkeit in sich realisiert. Ein Heiliger ist viel wertvoller als ein schwerer Sünder, z.B. Massenmörder.  In der Schöpfung gibt es eine Hierarchie, d.h. Gott ist am besten, Engel sind gut, Menschen sind insoweit gut, inwieweit sie gottförmig geworden sind, die gefallenen Engel sind ganz schlecht. Nicht alles ist gleich und es gibt keinen Egalitarismus, also keine Gleichmacherei. Warum? Weil Gott das Sein schlechthin ist, an welchem wir nur Anteilhaben. Man kann auch sagen, dass nur Gott allein wirklich...

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Worum geht es bei der „Theologie des Leibes“ wirklich? (2) Die Wahl der richtigen Philosophie.

Die wahre und richtige Philosophie als das theologische Gefährt Warum ist aber die Theologie des Leibes so schlecht? Erstens darum, weil sie ihr philosophisches Fundament Personalismus und Phänomenologie bilden. Die richtige oder falsche Philosophie macht eben was aus. Obwohl die von Gott geoffenbarten Inhalte des Glaubens übernatürlich sind und daher geoffenbart werden, d.h. sie befinden sich in der Heiligen Schrift, so bedient sich der Mensch, um die Glaubenswahrheiten darzulegen einer menschlichen Sprache, welche als Sprache der Philosophie die letzten Gründe der Welt und seiner Existenz im Lichte des Verstandes darlegt. Diejenigen von uns, die keine Philosophie studiert haben oder Fachphilosophen sind (denn es gibt auch diese) sind sich wahrscheinlich nicht darüber im Klaren, wie sehr Philosophie unser Lebensbild prägt, denn solche Begriffe wie Materie, Ursprung, Natur, Seele, Zweck etc. sind philosophische Begriffe, welche verschieden in verschiedenen philosophischen Systemen definiert werden. So bedeutet „Materie“ im Neuplatonismus ein beinahe Nichts, beim Aristoteles den ungeordneten Stoff (hyle), der auf die ihn prägende Form wartet, im Positivismus oder Materialismus bedeutet sie ein dreidimensionales, messbares Etwas.  So wie man nach der Uhrzeit gefragt: „Wie viel Uhr ist es?“  mit der Frage: „Wo denn?“ antworten sollte, so kann man ebenso die Sinnfrage mit dem Gegenfrage nach dem jeweiligen philosophischen System beantworten. Welche Philosophie ist denn die beste? Diejenige, die am besten und mit den wenigsten Widersprüchen die Wirklichkeit abbildet. Was ist die Wirklichkeit? Das, was die jeweilige Philosophie dafür hält. Ist das nicht ein Teufelskreis? Ja und daher braucht man die Offenbarung und nicht jede Philosophie ist mit der göttlichen Offenbarung und dem katholischen Glauben kompatibel, was schon der erste christliche Philosoph, Justin der Märtyrer herausstellte.[1] Philosophie war schon immer pluralistisch, ist es immer noch und wird es immer sein. Dies war schon Platon klar, welcher sich in der Zeit der widersprüchlichen, philosophischen Meinungen nach einem sichereren Gefährt sehnte. Und so lesen wir im Platons Dialog Phaidon, wo es um die grundsätzlichen und letzten Dinge geht die folgende Aussage: „Denn Eines muss man doch in diesen Dingen [des philosophischen Konsens Red.] erreichen, entweder wie es damit steht lernen oder erfinden, oder wenn dies unmöglich ist, die beste und unwiederleglichste der menschlichen Meinungen darüber nehmen, und daraus wie auf einem Brette versuchen durch das Leben zu schwimmen, wenn einer nicht sicherer und gefahrloser kann auf einem festeren Fahrzeuge oder einer göttlichen Rede reisen.“ (Phaidon 85 C-D).[2] Was bleibt uns also übrig? Etwas selbst zu erfinden, Die besten, denn die unwidersprüchlichste der bisherigen Meinungen annehmen oder Auf die göttliche Rede, sprich auf die Offenbarung warten. Sehr richtig vergleicht Plato den nur-philosophischen Weg mit einem Brett, an welches sich der Schiffsbrüchige klammert und auf diese Weise hofft durch das Meer zu schwimmen und ans Land gespült zu werden. Es ist sehr unbequem und gefährlich, was der Schreiber dieser Zeilen bezeugen kann, da er mehr als einmal an ein Surfbrett oder Windsurfing-Brett geklammert an den Strand angespült wurde. Was ist also die göttliche Offenbarung? Ein Motorboot oder ein Schiff, welches uns bequem an das andere Ufer der Ewigkeit bringt. Deswegen hat sich die ganze Philosophie des Altertums  nach der göttlichen Offenbarung gesehnt, was sehr schön Philo von Alexandrien darlegt und begründet. Was vielleicht nicht allen bekannt ist, so bestand der philosophische Kampf der ersten nachchristlichen Jahrhunderte nicht, wie die nachaufklärerische Philosophiegeschichte uns klarzumachen versucht, im Kampf des Rationalismus mit dem ominös Religiösen, sondern im Kampf der einen wahren, denn christlichen Offenbarung mit der anderen, dämonisch-gnostisch, theurgisch, paganen Offenbarung. Denn sowohl Christen als auch die Heiden beriefen sich auf ihre Offenbarung, die Heiden auf den Glauben der Väter, auf die Mysterien, auf die Weissagungen und andere okkulte Erlebnisse. Das Übernatürliche wucherte in den ersten fünf Jahrhunderten stark und niemals davor hatte es einen solchen Aufschwung der Magie gegeben (die nächste „Spitze“ fiel auf die Renaissance und jetzt erleben wir eine dritte des New Age). Und daher fragte sich ein Heide im dritten Jahrhundert nicht: Welche Religion ist die besten, weil die vernünftigste für mich?, sondern er fragte: Welche Religion hat die beste, weil sie durch die meisten übernatürlichen Phänomene bestätigte Offenbarung enthält? Das Verhältnis: Offenbarung – Vernunft Die Offenbarung (revelatio) steht also höher als jegliche Philosophie, weil die erstere göttlichen Ursprungs ist und übernatürliche Inhalte darstellt und behandelt. Und so heißt es in der dogmatischen Konstitution Dei Filius über die Offenbarung des Ersten Vatikanischen Konzils (1870): „Denn die göttlichen Geheimnisse ragen ihrer Natur nach dermaßen über die geschaffene Erkenntnis hinaus, dass sie selbst nach ihrer Mitteilung durch die Offenbarung und ihrer Annahme im Glauben noch mit dem Schleier des Glaubens bedeckt in ein gewisses Dunkel gehüllt bleiben, solange wir als Pilger in diesem sterblichen Leben fern vom Herrn weilen; denn noch wandeln wir im Glauben, nicht im Schauen (vgl. 2 Kor 5,6f) .“ (DH 3016)[3] Dennoch aber sagt die Lehre der Kirche: „Gott, unser Schöpfer und Herr, kann aus den geschaffenen...

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Worum geht es bei der „Theologie des Leibes“ wirklich? (1) Nebulöse Sprache ist nicht katholisch.

Nebulöse Sprache ist nicht katholisch. Da während und nach der Veröffentlichung der Aufsatzreihe von Don Pietro Leone über die Theologie des Leibes  von Karol Wojtyla/Johannes Paul II die Entrüstung ausgeblieben ist, so ist anzunehmen, dass  die eigentlichen und wirklichen Inhalte dieser Theologie unverstanden geblieben sind. Weil die Leser so unverständig sind? Nein, weil die Sprache dermaßen nebulös und verklausuliert ist. Wir müssen einfach wissen, dass erstens ein Geistlicher, ein Bischof, ein Kardinal und ein Papst und zwar Johannes Paul II über ehelichen Sex schreibt und zweitens – Don Pietro Leone – ein ebenfalls Geistlicher, der unter eigenem Namen veröffentlicht, weiterhin sein Priesteramt ausübt und irgendwo Theologie unterrichtet den heiliggesprochenen Papst – Johannes Paul II – kritisiert.  Bei so viel „Geistlichkeit“ und Diplomentensprache wird natürlich nicht Tacheles geredet, sodass kaum ein Leser versteht, worum es sich tatsächlich handelt, hauptsächlich deswegen, weil sich der Autor der Theologie des Leibes Johannes Paul II einer Sprache bedient, die zwar X auszusagen scheint, aber leider Y meint. Der Schreiber dieser Zeilen hat die Inhalte der Theologie des Leibes von Karol Wojtyla während seines Theologiestudiums durchgenommen und kann aus der jetzigen Perspektive sagen, dass er sie nicht verstanden hatte oder er hat sie anders verstanden als sie eigentlich gemeint war. Er ist sich auch sicher, dass keiner seiner Dozenten oder Professoren sie verstanden hatte oder sie wussten diesen Umstand gut zu verbergen, was er allerdings bezweifelt. Die Theologie des Leibes galt allen als schwierig, hochgeistlich, irgendwie romantisch verklärt, dem Schreiber dieser Zeilen und einigen anderen auch als äußerst nebulös, ungenau, irgendwie schwülstig und wenig konkret. Er erinnert sich noch an das Seminar, bei welchem diese Texte gelesen wurden, an die lähmende Langeweile und eine Atmosphäre irgendeiner Sinnlichkeit als  würde man in einem aufgeheiztem Raum ein süßliches, schlechtes Parfüm riechen, von dem es einem schlecht wird. Um an dieser Stelle mit dem harten Fazit zu beginnen, so ist die Theologie des Leibes zwar nicht häretisch im Sinne einer sententia haeretica ist, da sie sich nicht „direkt (directe) und unmittelbar (immediate) der geoffenbarten katholischen Glaubenswahrheit widersetzt“[1], dennoch erfüllt sie, unserer Meinung nach, den Tatbestand aller übrigen Zensuren als: Der Häresie nahe Meinung (sententia haeresi proxima) Nach Häresie schmeckende Meinung (sententia haeresim sapiens) Die Häresie begünstigende Meinung (sententia haeresi favens) Irrige Meinung (sententia erronea) Leichtfertige Meinung (sententia temeraria).[2] Wird für eine formale Häresie gefordert, dass eine sententia haeretica  ausgesprochen wird, dann enthält die Theologie des Leibes keine Häresien sensu stricto. Wird aber für eine lehramtliche Aussage – und Papst Johannes Paul II hatte ja seine Theologie des Leibes als Papst und nicht als eine Privatperson – verkündet, dann erfüllt diese Theologie leider nicht die Anforderung der Irrtumslosigkeit  des ordentlichen Lehramtes, sie befindet sich eindeutig nicht innerhalb der Tradition und deswegen braucht sie von den Gläubigen nicht im Glaubensgehorsam angenommen zu werden. Denn katholisch ist nicht das, was oder weil der Papst es sagt, sondern ein Papst hat Katholisches zu sagen und zu vertreten als der höchste Repräsentant der Tradition der Kirche.  Dies ist auch das katholische Verständnis vom Primat des Petrus, wie ihn die dogmatische Konstitution Pastor Aeternus des Ersten Vatikanischen Konzils (1870) darlegt:  „Den Nachfolgern des Petrus wurde der Heilige Geist nämlich nicht verheißen, damit sie durch seine Offenbarung eine neue Lehre ans Licht brächten, sondern damit sie mit seinem Beistand die durch die Apostel überlieferte (traditam) Offenbarung bzw. die Hinterlassenschaft des Glaubens (fidei depositum) heilig bewahrten und betreu auslegten.“ (DH 3070) Was ist also die Aufgabe des Papstes die Bewahrung des tradierten depositum fidei also des Glaubensschatzes. Ihre Aufgabe ist es nicht irgendwelche Privattheologien zu erfinden. Leider fand diese unselige Entwicklung schon unter Johannes Paul II statt, was entweder niemanden am Anfang seines Pontifikats (1979-1984) als die Theologie des Leibes verkündet wurde, aufgefallen ist, wahrscheinlich von den hartgesottenen Traditionalisten abgesehen oder es wurde nicht darüber geredet.  Viele wählten den Weg des päpstlichen Positivismus, wie ihn Hilary White nennt,[3] der darin besteht das als katholisch zu deklarieren, was ein Papst für katholisch hält: Koranküsse und Theologie des Leibes eingeschlossen und nicht den Papst als katholisch anzusehen, weil er Katholisches  verkündet. Bei der rhetorischen Frage: „Ist der Papst katholisch?“ bleibt spätestens seit Papst Franziskus leider die Rhetorik auf der Strecke, weil die Antwort hierauf: „Nein!“ lautet. Leider ist die Theologie des Leibes, welche leider einen Vorläufer von Amoris Laetitia darstellt, ebensowenig katholisch, was wir in unserem kleinen Kommentar darlegen werden. [1] https://traditionundglauben.com/2016/05/24/was-ist-eine-haresie-die-kirchlichen-zensuren-2-zensuren-welche-die-glaubenslehre-selbst-betreffen/ [2] https://traditionundglauben.com/2016/05/24/was-ist-eine-haresie-die-kirchlichen-zensuren-2-zensuren-welche-die-glaubenslehre-selbst-betreffen/ [3] https://traditionundglauben.com/2016/06/01/steve-skojec-raus-aus-dem-kaninchenloch/...

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Fr. Pietro Leone: “Die Theologie des Leibes”. (7) Eros oder Agape? Eros.

3.   Die Sprache der Agape Der Papst fährt fort, die sexuelle oder “fleischliche Liebe” zu supernaturalisieren und nennt sie: “die Sprache der Agape”, und behauptet, dass sie die Liebe Christi und der Kirche verkündet “mittels Gesten und Reaktionen, mittels der ganzen Dynamik … von Spannung und Vergnügen.” (22. Aug. 1984, West S.91). Er zählt vier Vergleichspunkte auf zwischen den zwei Formen der Liebe: beide sind frei, gänzlich, treu und fruchtbar. Hierauf ist zu antworten, dass alle Formen der Liebe von Natur aus frei sind; jede Liebe, die den Menschen zum Ziel hat, ist fruchtbar (wie wir in Kapitel 2 erörtert haben im Teil über die Natur der Liebe); es ist wahr, dass beide Formen der Liebe treu sind; Christi Liebe für Seine Kirche ist gänzlich, wohingegen wir erwiesen haben, dass eheliche Liebe es nicht ist. Der Römische Katechismus vergleicht Christi Liebe zu seiner Kirche nicht so sehr mit dem Akt der ehelichen Liebe im Allgemeinen: Er vergleicht Christi intimste Vereinigung mit der Kirche, Seine immense Güte zu uns, und die Göttlichkeit des Geheimnisses mit der Tatsache, dass das eheliche Band das intimste Band ist, das zwischen Menschen besteht, dass keine Liebe starker als diese ist, und dass diese Vereinigung heilig ist. Bezüglich des Aktes der ehelichen Vereinigung im Besonderen spricht der Katechismus in seiner Erörterung des zweiten Segens der Ehe, welche die Treue ist, von einer “besonderen, heiligen, reinen Liebe” … einer Liebe, die “immens” ist. Am Ende des Abschnitts über den Ehestand führt er aus, dass diese [eheliche] Liebe sowohl maßvoll als auch sittsam sein sollte. 4.   Das tiefgreifendste Zeichen der Agape „Nirgends tun Eheleute Gottes Liebe tiefergreifender kund als wenn sie ‚ein Fleisch‘ werden“, erklärt Mr. West (S.104), und fügt später hinzu: “Johannes Paul sagt, dass das wesentliche Element der Ehe als eines Sakraments die Sprache des Leibes ist, welches in Wahrheit ausgesprochen wird. Auf diese Weise ‘konstituieren‘ die Eheleute das sakramentalen Zeichen der Ehe.” (12. Jan. 1983). Wenn man die linguistische Metapher beiseitelässt, könnte man antworten, dass wenn Gottes Liebe die Liebe der Caritas ist, so kommen die Eheleute dieser Caritas-Liebe in ihrer Liebe durch die Nächstenliebe (Caritas) am nächsten. Der Akt der ehelichen Liebe kann ein Akt der Caritas-Nächstenliebe sein (wie oben ausgeführt), aber, wenn dem so ist, so zeichnet sich dennoch der eheliche Akt, der weniger durch seine Caritas-Nächstenliebe als durch seine Sinnlichkeit aus: der eheliche Akt, ist weniger durch die Caritas-Nächstenliebe als durch die sinnliche Liebe gekennzeichnet. Zweifellos: je größer die Caritas-Liebe eines Ehegatten zum andern ist, desto mehr nähert er sich der Caritas Gottes. Daraus folgt, ironischer weise, dass wenn ein Ehepartner aus einem bestimmten Grund aus der Caritas-Liebe zum Andern auf seine ehelichen Rechte verzichtet, er näher zu an die Caritas-Liebe Gottes kommt als wenn er von seinen Rechten Gebrauch gemacht hätte. Allgemein gesprochen, je größer die Leiden, die eine Person für eine andere auf sich nimmt, desto größer ist die Caritas-Nächstenliebe. Dies stimmt im höchsten Maße was die Liebe Christi zu seiner Kirche angelangt, somit stimmt es ebenso für die eheliche Liebe. In diesem Kontext spricht Jolivet (wie oben in Kapitel 4 zitiert) von “den härtesten Opfern, welche die Treue zur Pflicht auferlegt”. Was den Akt der ehelichen Vereinigung betrifft, wird dieser in der Tradition weniger als das Paradigma der Liebe als vielmehr ein Ersatz (compensation) für Liebe betrachtet. Der Katechismus von Trient stellt fest, dass die drei Güter oder Segen der Ehe: Kinder, Treue und das Sakrament für die “Drangsale des Fleisches” entschädigen, auf die sich der Heilige Paulus bezieht (1 Kor 7.28). Der Hl. Thomas kommentiert (in Suppl.q.49), dass der Segen der Treue für die sollicitudo molesta (das beschwerliche Bemühen, des sexuellen Aktes) der Eheleute um einander und hinsichtlich der [Zeugung] des Kindes. Zusammenfassung Alles in Allem sehen wir klar, dass die Theologie des Leibes ein personalistisch-phänomenologisches System ist. Als solches konzentriert es sich auf dem Subjektiven, was die Person und dies Liebe darstellen, es vernachlässigt aber das Objektive, sei es katholisches Dogma (wie die Lehre, dass das Hauptziel der Sexualität und Ehe die Fortpflanzung ist oder die Unterscheidung zwischen der natürlichen und der übernatürlichen Ordnung) oder sei es die ewige oder scholastische Theologie, Philosophie oder Moral (wie die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Formen der Liebe). Das Resultat ist ein Wechsel von der Tugend der Liebe zur Leidenschaft der Liebe, von der übernatürlichen Liebe zur natürlichen Liebe, und letztendlich von der Heiligkeit zur Sexualität.  Bei diesem Mangel an Katholizität wird die Theologie des Leibes, obwohl sie als das Lob der katholischen ehelichen Liebe präsentiert wird, stattdessen zu einem Lobgesang des Eros[1], mit größerer Bedeutung für die Welt als für die Kirche. Als solche stellt sie sicher eine der bemerkenswerteren Früchte des vielgerühmten rapprochement[2] zwischen der Kirche und der Welt dar[3] 5. Quelle auf Englisch: http://rorate-caeli.blogspot.com/2015/01/theology-of-body-explained-traditional.html [1] Wenn man es nicht wüsste, dass dies vom Papst selbst zusammengestellt wurde, so...

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Fr. Pietro Leone: “Die Theologie des Leibes”. (6) Ehelicher Akt als Abbild der Beziehung zwischen Kirche und Christus?

B. Eheliche Liebe im Verhältnis zu Christus und Seiner Kirche Der Papst vergleicht die Einheit zwischen Christus und Seiner Kirche einerseits und der ehelichen Liebe andererseits in mehreren, unterschiedlichen Darstellungen.  1.  Die gegenseitige Unterordnung der Eheleute In seinem Kommentar zu Eph 5. 21-2, dass Ehemänner und Ehefrauen “einander untertänig in der Furcht Christi” (V. 21) sein sollen und “die Frauen [seien] ihren Männern untergeben wie dem Herrn”, behauptet der Papst, dass gegenseitige Unterordnung eine “gegenseitige Schenkung des Selbst” bedeute, dass der Ehemann “gleichzeitig der Frau untergeben” sei (11. Aug. 1982), und dass diese Ehrerbietung “keine andere ist als eine geistlich gereifte Form” der gegenseitigen Anziehung der Geschlechter (4. Juli 1984, West S.81). Als Antwort hierauf ist zu sagen, dass es in diesen beiden Versen nichts gibt, das auf einen Akt der ehelichen Vereinigung hinweist. Sie mögen ohne Weiteres im Bezug auf die eheliche Liebe im Allgemeinen interpretiert werden, d. h. die gegenseitige Hilfe der Eheleute (als zweites Ziel der Ehe). Diese Interpretation wird bestätigt durch die gleiche Geisteshaltung, ausgedrückt in Röm 12. 10: honore invicem servientes: kommet einander in Ehrerbietung zuvor. (Allioili).  Bezüglich der Unterordnung der Frau unter ihren Mann erinnert St. Thomas (in Summa I q. 96 a.4) daran, dass jede Gesellschaft eine Form der Autorität braucht, um die Aktivitäten dieser Gesellschaft zum Gemeinwohl hin zu leiten. In der Tat ist christliche Autorität nicht gebieterisch oder egoistisch, sondern beinhaltet Dienst und Hingabe nach dem Beispiel des Menschensohnes, der nicht kam um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen (Mt 20, 25-8). Was die Ehrerbietung Christus gegenüber betrifft, so drückt diese den Geist aus, der die Eheleute bewegen sollte, sich einander unterzuordnen, einen Geist, der weit entfernt von Servilität ist. 2.   Die Einheit des einen Fleisches Wir wenden uns nun der Interpretation des Papstes der Einheit “des einen Fleisch” [d.h. „sie werden ein Fleisch“] (Eph.5.31, cf. Gen. 2.24, Mt.19.5). Er versteht diesen Satz Als einen Akt der geschlechtlichen Vereinigung als ein Zeichen der Einheit Christi mit Seiner Kirche. In seiner Auslegung schreibt Mr. West: “Reine Männer und Frauen …  erkennen, dass der Ruf zur Vereinigung, eingeschrieben in ihre Sexualität, ein ‘großes Geheimnis’ ist, das die Einheit Christi mit Seiner Kirche verkündet”. Diese Aussage kommentierend, erstens stellen wir fest, dass dies ein weiteres Beispiel der Vermengung zwischen der natürlichen und der übernatürlichen Ordnung darstellt: ein rein natürliches Phänomen [sexueller Akt] wird als ein Zeichen für etwas rein Übernatürliches gehalten; zweitens interpretiert das Konzil von Trient die Vereinigung zu einem Fleisch nicht als einen Akt der sexuellen Liebe, sondern als die Einheit, welche die erste Eigenschaft der Ehe darstellt, so wie es die Worte des Heilands interpretiert (im nachfolgenden Vers in Mt 19,6) ‚was Gott vereint hat, darf der Mensch nicht trennen‘ als die Unauflöslichkeit, welche die zweite Eigenschaft der Ehe darstellt (Trient S. 24)...

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Fr. Pietro Leone: “Die Theologie des Leibes”. (5) Ehelicher Akt als Abbild der Trinität?

III Eheliche Liebe im Verhältnis zu Gott betrachtet Die eheliche Liebe und Gott Papst Johannes Paul II bringt den Akt der ehelichen Liebe auf zweierlei Weisen in Verbindung mit Gott: erstens mit der Liebe Gottes zu sich selbst in der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, zweitens in der Liebe Christi zu der Kirche. A. Eheliche Liebe im Verhältnis zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit Der Papst stellt fest, dass Gottes Geheimnis der Liebe “zur sichtbaren Realität durch die Vereinigung des ersten Mannes und der ersten Frau wird” (Rede vom 13. Okt. 1982, West S. 89). In seiner Darstellung der Theorie des   Papstes behauptet West, dass “eheliche Vereinigung gewissermaßen als  Ikone Bild des innerentrinitatischen Lebens gedacht ist” (West S. 25), und erklärt, dass “ein Fleisch werden” sich daher nicht nur auf die Vereinigung zweier Leiber beziehe (wie unter den Tieren), sondern “ein ‘sakramentaler’ Ausdruck sei, welcher der Kommunion (communion) von Personen entspreche” (Rede vom 25. Juni 1980, West S.25); Der Mensch bilde Gott “nicht nur durch seine/ Menschheit sondern auch durch die Gemeinschaft (communion) von Personen, welche Mann und Frau ja von Anfang an bilden” (14. Nov. 1979, West S.25). Hier haben wir folglich die Theorie, dass der Akt der ehelichen Liebe der Ausdruck bzw. das sakramentale Zeichen der innertrinitarischen göttlichen Liebe sei. Zu sagen, das eine Sache der Ausdruck oder das sakramentale Zeichen einer anderen sei, setzt zumindest voraus, dass: 1) eines mit dem anderen in einem direkten kausalen Zusammenhang verbunden ist, 2) eine die andere Sache darstellen muss. Dies ist jedoch für den Akt der ehelichen Liebe nicht der Fall, da 1) er nicht direkt von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit verursacht wird, sondern vielmehr von dem Ehepaar, die in Freiheit handeln; und 2) offenbart dieser Akt nicht die die innertrinitarische Liebe, da (wie wir weiter ausführen werden) er dazu zu unähnlich ist. Der Akt der ehelichen Liebe ist der innertrinitarischen göttlichen Liebe zu unähnlich, um ein Ausdruck derselben zu sein, da, nicht wie die göttliche Liebe, a) die erstere ist Liebe zwischen zwei menschlichen Personen (statt Liebe zwischen zwei göttlichen Personen zu sein); b) der Akt hat nicht notwendigerweise an der Liebe Gottes für sich selbst Anteil, denn es könnte sein, dass ein oder beide Eheleute nicht im Stand der Gnade sind;[1] c) der Akt der ehelichen Liebe ist kein Akt der vollkommenen Selbsthingabe; d) der Akt wird durch Konkupiszenz verdorben; e) der Akt ist Mittel zu einem Zweck, namentlich der zur Zeugung der Nachkommenschaft in dieser Welt. Weit davon entfernt, die Liebe zwischen Menschen als einen Ausdruck der innertrinitarischen Liebe zu sehen, weist die Kirche hierfür auf das Wort Gottes – Christus, Der der Ausdruck des Vaters ist: “…, welcher das Ebenbild Gottes ist, des Unsichtbaren” (Gottes) (Kol.1.15), den wie der Heilige Johannes sagt (1.18): “Gott hat niemand je gesehen; der eingeborne Sohn, der im Schoße des Vaters ist, er hat es uns kund getan.” Kurz gesagt, alles, was wir über die  innertrinitarische Liebe wissen können, die Liebe zwischen Vater und Sohn, ist das, was wir von der Lehre und von den Werken unseres Herrn Jesus Christus lernen können. Nach der Tradition der Kirche ist stellt die Liebe des Menschen im Gnadenstand zu Gott diejenige Form der menschlichen Liebe, welche am ehesten an die innertrinitarische Liebe heranreicht:  dies ist caritas – die christliche Liebe, deren vollkommene Form die Heiligkeit ist. Denn durch eben diese Caritas-Liebe ahmt der Mensch Gottes Liebe zu Sich selbst nach (so wie er durch den Glauben Gottes Selbstwissen nachahmt. Summa I q.93 a.4 cf. die Diskussion über die natürliche und übernatürliche Würde des Menschen, siehe Kapitel 2 oben). In der Tat es ist  im Hinblick auf diese Form der Caritas-Liebe, wenn die Kirchenväter die Bibelstelle “der Mensch wurde geschaffen nach dem … Ebenbild Gottes” interpretieren. Wir schließen diesen Teil ab, indem wir die  Sicht von Papst Johannes Paul II. auf diejenige Liebe, in welcher der Mensch Gottes Liebe für sich selbst nachahmt mit der traditionellen Sicht dieser Liebe vergleichen, anders ausgedrückt wir vergleichen seine Sicht des Aktes der ehelichen Liebe mit der traditionellen Sicht der Liebe als caritas. Der Papst stellt den Leib als das  Abbild Gottes dar und zwar sowohl als das Abbild Gottes an sich als auch im Verhältnis der göttlichen Personen zueinander (communio): der Leib ist ein “Sakrament”[2], er “in der Lage das Unsichtbare sichtbar zu machen: das Geistliche und das Göttliche” (20. Feb. 1980, West S.5); darüber hinaus “wird der Mensch zum Abbild Gottes weniger im Moment des Alleinseins als im Moment der Gemeinschaft (communio)” (14. Nov. 1979, West S.25). Die katholische Tradition versteht im Unterschied hierzu die Seele als das Abbild Gottes, sowohl an sich als auch im Verhältnis zur Gemeinschaft (communio): im Penny Katechismus (TAN 1982 Kapitel 1 q.4) lesen wir: “Befindet sich diese Ebenbildlichkeit Gottes in deinem Leib oder in deiner Seele? Diese Ebenbildlichkeit Gottes befindet sich hauptsächlich in meiner Seele”; Im Großen Katechismus...

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Fr. Pietro Leone: “Die Theologie des Leibes”. (4) „Eheliche Bedeutung des Leibes“ und Jungfräulichkeit.

3. Die eheliche Bedeutung des Leibes Nach der Theologie des Leibes ist die eheliche Bedeutung des Leibes die “Fähigkeit des Leibes, Liebe auszudrücken: genau diese Liebe, in der die Person zum Geschenk wird …” (Päpstliche Ansprache vom 16 Januar 1980, West S.29). In anderen Worten: die eheliche Bedeutung des Leibes ist eine Tatsache, dass er die sich völlig selbst hingebende Liebe ausdrückt. Der Papst fährt fort: “… und – durch diese Gabe – erfüllt [der Leib] genau die Bedeutung seines Seins und seiner Existenz.” An anderer Stelle im selben Diskurs beschreibt er die eheliche Bedeutung des Leibes als “das grundlegende Element menschlicher Existenz in der Welt.”[1] In einer späteren Ansprache (28. April 1982, West S.74) fügt er hinzu: “Auf der Grundlage derselben ehelichen Bedeutung des Leibes … kann diejenige Liebe gestaltet werden, die den Menschen der Ehe für die Dauer seines gesamten Lebens überantwortet, aber es kann auch diejenige Liebe gestaltet werden, welche zu einem Leben der Enthaltsamkeit »um des Himmelsreiches willen« beiträgt.” Überdies werden jene, die zum ewigen Leben auferstehen, “die absolute und ewige Bedeutung des verherrlichten Leibes in Vereinigung mit Gott selbst” erfahren. (24. März 1982, West S. 61.) Vom Naturrecht darauf antwortend, lässt sich dazu sagen, dass sich die Bedeutung des Leibes für die Sexualität von dem, was der Papst vorschlägt, unterscheidet, denn dem Naturrecht nachz (siehe Anfang des Kapitels 4) ist alles, was man über den menschlichen Leib diesbezüglich sagen kann, dass 1) die sexuelle Verschiedenheit von Mann und Frau auf die sexuelle Vereinigung hin geordnet ist; und 2) die natürliche Folge dieser sexuellen Vereinigung die Zeugung von Kindern ist.  Bezüglich der ersten Tatsache haben wir keinen Beweis auf der körperlichen Ebene, d.h. auf der rein natürlichen Ebene, dass dieser Akt der Vereinigung durch Geben, Nehmen oder beides charakterisiert wird. Bezüglich der zweiten Tatsache lässt sich feststellen, dass die Theologie des Leibes, wie auch der Personalismus, dessen Teils sie ist, in seiner Betonung des Subjektiven, d.h. des zweiten und mittelbaren Zweckes der Sexualität und Ehe, welcher die Liebe ist, dass [die subjektiv-personalistische Einstellung Red.] das Objektive vernachlässigt, und zwar den vorrangigen und endgültigen Zweck der Sexualität und Ehe, welchen die Fortpflanzung darstellt. Was die Behauptung des Papstes betrifft, dass die eheliche Bedeutung Leibes die Grundlage sowohl für die Ehe als auch für ein Leben der vollkommenen Keuschheit bildet, so muss gesagt werden, dass falls – was wir verneint haben – der Leib auf die sich selbst schenkende Liebe hin geordnet ist, so wäre dies beim Leib von jemand, der sich für ein Leben in der vollkommenen Keuschheit entschieden hat eben nicht der Fall. In diesem Falle wäre die sich selbst hingebende Liebe die Grundlage. Und deswegen umfasst das Leben in der vollkommenen Keuschheit nicht die Liebe, die durch den Leib ausgedrückt, sondern vielmehr den Verzicht auf ebensolche Liebe. Was die Behauptung des Papstes anbelangt, dass die eheliche Bedeutung des Leibes im Himmel erfahren werden wird, erinnern wir, dass die eheliche Vereinigung ein Zeichen der Einheit Christi mit der Kirche ist, hinsichtlich der Innigkeit, des Wohlwollens und der Heiligkeit der ehelichen Liebe, und nicht hinsichtlich der körperlichen Vereinigung; tatsächlich, da der Akt der körperlichen Vereinigung der Zeugung zugeordnet ist, existiert er nur für diese Welt und nicht für die andere, weshalb “bei der Auferstehung [werden] sie nicht heiraten, noch verheiratet werden; sondern sein, wie die Engel Gottes im Himmel.” (Mt 22,30 Allioli) Letztendlich die Annahme, dass die Theologie des Leibes im Allgemeinen und die eheliche Bedeutung des Leibes im Besonderen gleichsam den Sinn des Lebens ausmacht, beantworten wir wie wir es oben bei der Betrachtung der vollkommenen Keuschheit getan haben. Gesetzt den Fall, was wir verneinen, dass der Leib eine Hinordnung zur gänzlichen sich selbst schenkenden Liebe ausdrücken würde, so ist dies, was den Sinne des Lebens ausmacht nicht die Theologie des Leibes, nicht die eheliche Bedeutung des Leibes oder  gar etwas, das mit dem Leib wesentlich verbunden ist, sondern vielmehr die totale, sich selbst gebende Liebe selbst. 4. Die Berufung zu Ehe oder zur Jungfräulichkeit/ zum Zölibat In Familiaris Consortio 11 (West S.65) schreibt der Papst: “Die christliche Offenbarung kennt zwei besondere Wege der Berufung der menschlichen Person, in ihrer Ganzheit, zur Liebe: Ehe und Jungfräulichkeit oder Ehelosigkeit.” Wieder hat der Papst die gänzlich sich selbst schenkende Liebe im Sinn, hier als wesentlichen Bestandteil sowohl für die Ehe als auch Jungfräulichkeit/ das Zölibat. Wir beobachten, dass er hier nicht konkretisiert, wie er woanders tut, dass diese Jungfräulichkeit/ das Zölibat für das Reich Gottes ist und daher auf das geweihte Leben hinausläuft. Diese Auslassung ermöglicht die Interpretation seiner Aussage im Sinne des Naturalismus. Während aber die Liebe der Ehegatten nicht als völlig selbstschenkende Liebe bezeichnet werden kann, kann die Liebe zu Gott bei denen, die ein geweihtes Leben führen, so bezeichnet werden, weil sie eine Liebe eines ungeteilten Herzens darstellt (cf. 1 Kor 7, 33 wie von...

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Fr. Pietro Leone: “Die Theologie des Leibes”. (2) Personalismus und die Zwecke der Ehe.

I Die Theologie des Leibes als eine Lehre des Personalismus   Die Kirche lehrt drei Zwecke der Ehe: 1)     die Zeugung und Erziehung von Kindern; 2)     die gegenseitige Hilfe der Eheleute; 3)     als Gegenmittel gegen die Konkupiszenz (siehe den Römischen Katechismus, dargelegt oben in Kapitel 10). Die Kirche lehrt weiterhin, dass das erste Ziel auch das vorrangige Ziel ist (vgl. Kapitel 5 für die maßgeblichen Erklärungen des Lehramtes und die Beweise aus der Schrift, Patristik und spekulativen Theologie). Im Gegensatz zu dieser Lehre vertreten bestimmte moderne Autoren die Meinung, dass das Gut der Eheleute (vgl. zweiter Zweck der Ehe) von gleicher oder höherer Wichtigkeit ist als das Gut der Kinder (vgl. erster Zweck der Ehe) ist. Wir verweisen den Leser hierzu auf Kapitel 5 des vorliegenden Buches. Diese moderne Sichtweise wurde vom Magisterium verurteilt. Eine Erklärung des Heiligen Stuhls vom März 1944 (AAS XXVI p.103) stellt die Frage: „Kann man die Doktrin bestimmter moderner Schriftsteller zulassen, die verneinen, dass die Zeugung und Erziehung des Kindes der  oberste Zweck der Ehe ist, oder lehren, dass der Zweck dem ersten nicht wesentlich untergeordnet ist, sondern vielmehr von gleichem Wert ist und unabhängig vom ersten? Sie antworteten: Nein, dieser Lehre kann  nicht zugestimmt werden.“ In seiner Ansprache an die Hebammen (1951) bezeichnet Papst Pius XII eine solche Lehre als eine „ernsthafte Umkehrung der Ordnung der Werte und der Ziele, welche der Schöpfer selbst festgesetzt hat.“ Trotz dieser lehramtlichen Klärungen haben wir (in demselben Kapitel 5) gesehen, wie diese moderne Ansicht auf der Grundlage des Zweiten Vatikanischen Konzils wieder hervorgebracht wurde, wie sie, obgleich in versteckter Form ihren Weg in die Texte von Humanae Vitae gefunden hat und daraus in den neuen Kodex des Kirchenrecht, in den neuen Katechismus und ins Familiaris Consortio unter anderem.  Die Theologie des Leibes muss von diesem Hintergrund heraus betrachtet werden. Auch wenn sie nicht explizit verneint, dass die Zeugung und Erziehung der Kinder der primäre Zweck der Ehe ist, so ist sie fast ausschließlich mit der ehelichen Liebe beschäftigt und erwähnt höchstens die Fortpflanzung als einen Zusatz, wenn der Papst, bezugnehmend zu der „Verbindung von Personen, welche der Mann und die Frau bilden ..“ hinzufügt: „auf all dem, von Anfang an, ruhte der Segen der Fruchtbarkeit“ (14 November 1979, West S. 25)...

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Fr. Pietro Leone: “Die Theologie des Leibes” – eine Darstellung aus der Sicht des traditionellen Katholizismus. (1) Einleitung.

Anbei beginnen wir die Veröffentlichung von eigens aus dem Englischen übersetzten, wertvollen Texten, um ihre Lektüre auch denjenigen Lesern möglich zu machen, welche kein Englisch können oder es nicht ausreichend tun. Ja es ist mühevoll, aber Eugenie Roth macht es möglich. Obwohl wir Leser mit verschiedener theologischen Vorbildung haben, so werden wir den Text zuerst veröffentlichen und ihn anschließen kommentieren, da er, unserer Meinung nach, wirklich für sich selbst spricht. Er zeigt uns die traurige Wahrheit, wie das ordentlichen Lehramt schon unter Johannes Paul II von der katholischen Lehre abzuweichen begann. Traurig, traurig. Einleitung   Der folgende Aufsatz ist ein Teil des Buches von Don Pietro Leones über Ehe und Familie, The Family Under Attack (Die Familie unter Beschuss), bei Amazon erhältlich. Er wird ausschließlich von Rorate Caeli veröffentlicht, mit freundlicher Genehmigung des Autors. Fr. Pietro Leone sendet uns die folgende Nachricht: „Ich möchte dem Herausgeber von Rorate Caeli am Beginn seines zehnten Jahres für all seine wertvolle Arbeit gratulieren, die er für diese höchst zuverlässige und wirklich katholische Site aufwendet. Ich möchte ihm auch danken, daß er meine Schriften in den letzten Jahren veröffentlicht hat, beginnend mit meiner Analyse des Neuen Ritus‘ der Heiligen Messe, welches heute erschient, bis zu den Auszügen aus meinem jüngsten Buch ‚The Family under Attack‘. „Ich erachte es für die Katholiken von heute für wichtig, die “Theologie des Leibes” zu verstehen, was sie wirklich ist: eine Hilfe, den Glauben besser zu verstehen, ihn voller zu praktizieren, und so mit Hilfe der Göttlichen Gnade das Gelobte Land des Himmels zu erreichen, wo wir eines Tages gemeinsam von den Ewigen Gnaden Gottes singen mögen. „Ich sende allen Lesern meinen priesterlichen Segen und verspreche, für sie zu beten und Fürsprache zu halten vor dem Thron des Höchsten und dem der Heiligsten Mutter Gottes. „Ich bitte sie auch demütig, für mich zu beten.“ ‘Theologie des Leibes’ ist der Titel, den Papst Johannes Paul II einer Reihe von Reden gab, welche zwischen September 1979 und November 1984 gehalten wurden. Wenn wir diese Lehre im Licht der Tradition bewerten, so sehen wir, dass sie in ihren grundsätzlichen Annahmen keine Entwicklung der katholischen Lehre (im Sinne einer Klärung oder Vertiefung dieser Lehre), darstellen. Sie stellen  vielmehr einen Bruch mit ihr dar, also eine Neuerung. Daher kann diese Darstellung als katholische Lehre bezeichnet werden, sondern vielmehr als eine Reihe von persönlichen Meditationen des damaligen Papstes. Als Quelle für dieses Kapitel soll uns das Buch “Theology of the Body for Beginners“ (Theologie des Leibes für Anfänger) von Christopher West (Ascension Press, 2004), das eine nützliche Zusammenfassung dieser Theorie bietet. Dieser Dozent und Schriftsteller hat viel getan, die oben genannte Theorie internationaler bekannt zu machen. Die folgende Kritik, die ich so kurz wie möglich halten werde, wird hauptsächlich in der Anwendung der philosophischen und theologischen Prinzipien dieser Theorie bestehen, die in dem vorliegenden Buch aufgestellt werden. Dies wird eine gewisse Wiederholung mancher bereits diskutierten Themen nach sich ziehen, was in der Absicht erfolgt, eine kurze Synthese und Analyse sowohl im Detail als auch insgesamt der Theologie des Leibes zu bieten. Wir gehen folgendermaßen vor: zunächst werden wir diese Theorie als eine Lehre des Personalismus bewerten, dann ihr Verständnis der ehelichen Liebe selbst und schließlich ihr Verständnis ehelicher Liebe im Verhältnis zu Gott.  ...

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Don Pietro Leone: Johannes Paul II, „Theologie des Leibes“ – eine Kritik. Einführung.

Einführung Amoris Laetitia fiel nicht vom Himmel. Diese Adhortation stellt leider den bisherigen Höhepunkt, im Sinne des objektiven Tiefpunkts, der nachkonziliaren Entwicklung dar, welche die Person von Papst Franziskus am deutlichsten darstellt. Es begann mit schwarzen Schuhen, „Nehmen Sie das Zeug weg, Karneval ist vorbei“, sagte er zu den Pontifikalgewändern,[1] „Wer bin ich, um zu urteilen?“, meinte er zur Homosexualität[2] und dann folgte vieles, vieles mehr. Mit dem Pontifikat des Papstes befassen sich mehr oder weniger hasserfühlt verschiedene Blogger,[3] so wollen wir diese Thematik anderen überlassen. Aber die Ideen, welche Amoris laetitia vorbringt, waren in der nachkonziliaren Lehre, auch des ordentlichen Lehramtes, d.h. in den offiziellen Aussagen der Päpste, in nuce schon vorhanden. War es schon damals Häresie? Nein, denn nicht jeder Unsinn ist gleich eine Häresie, sondern nur das, was der dogmatischen Aussage direkt widerspricht. Aber auch bei Johannes Paul II finden sich Aussagen, welche mit der kirchlichen Tradition nicht übereinstimmen und zumindest verwirrend sind. Wir stellen dazu eine eigene Übersetzung, welche von der Bloggerin Eugenie Roth angefertigt wurde, des Aufsatzes, welcher von Don Pietro Leones, einem traditionalistischen Priester, auf Rorate Caeli verfasst wurde. Um diesen wirklich ausgezeichneten Aufsatz verstehen und würdigen zu können, muss man aber vorher entweder mit der Theologie des Leibes von Johannes Paul II / Karol Wojtyla auf dem Laufenden sein oder die Darstellung dieser Theologie auf Englisch Theology of the Body for Beginners von Christopher West (Ascension Press, 2004), auf welche sich Leone bezieht, durchlesen.[4] Wahrscheinlich gibt es auch solche Darstellungen dieser Lehre von Johannes Paul II auch auf Deutsch, da wir aber von dieser Theologie des polnischen Papstes wenig halten, werden wir hierzu nichts empfehlen. Da Buch von Don Pietro Leone The Family Under Attack scheint hingegen wirklich ausgezeichnet zu sein, was man der dargestellten Zusammenfassung entnehmen kann und diese wollen wir wärmstens empfehlen. Es ist in den USA bei Amazon.com erhältlich und bei dem jetzigen Wechselkurs geradezu günstig.[5] Warum empfehlen wir hier fast ausschließlich englische Bücher? Weil sie gut und katholisch sind. Man muss auch wirklich neidlos anerkennen, dass Amerikaner einfach gut und kommunikativ schreiben und zwar in allen Disziplinen und nicht wie die deutschsprachigen Humanwissenschaftler und Theologen in der heideggerischen Rahnerisierung verhaftet bleiben. (Und was ist das, bitte? Heiße Luft, nichts mehr.) Wenn man etwas weiß, dann kann man es auch einfach machen und wenn man es nicht weiß, dann eben nicht. Der Schreiber dieser Zeilen hat auch einiges auf Deutsch und Englisch geschrieben und wartet aber bis sich ein seriöser Verlag mit guten Vertriebswegen an ihn richtet und der Wink mit dem Zaunpfahl ist hiermit getan. Er wurde auch während seines ganzen Studiums mit Johannes Paul samt seiner Theologie des Leibes geradezu gemartert, hielt sie irgendwie für schwülstig und zu blumig, hat sich kaum etwas davon gemerkt, weil es für ihn keinen Sinn machte, im Gegensatz zum Thomismus. Aber erst der Aufsatz von Don Leone machte ihm erst jetzt klar wie heterodox doch diese Ansichten von Johannes Paul II/Wojtyla sind. Sie sind gnostisch, pelagianisch und stellen leider eine ungesunde Wende in der Theologie dar und zwar der lehramtlichen, auf welcher Amoris Laetitia jetzt baut. Es stellt sich wirklich die Frage, ob diese Wende von niemanden in den Jahren 1979 bis 1984 bemerkt worden ist, von den ewig gramen Sedisvakantisten abgesehen. Wir wollen hier nicht sagen, dass Sedisvakantisten per se Aussätzige sind und in allem Unrecht haben, aber die Art ihrer Darstellung, denn wir haben wirklich einiges gelesen (diese Aggressivität, dieser tiefsitzende Hass, dieser Groll, diese Invektiven) lässt doch wirklich an ihren Argumenten zweifeln, weil sie fast ausschließlich auf diese Art und Weise vorgebracht werden. Die Welt des Sedisvakantismus scheint sehr abgeschlossen und in sich selbst gespalten zu sein, es gibt mittlerweile, Franziskus und Benedikt nicht mitgerechnet, 13 sedisvakantistische Gegenpäpste[6] und vielleicht sind, während wir dies schreiben, ein paar Neue dazugekommen. All dies zusammen betrachtend, fällt es uns schwer die sedisvakantistische Bewegung, falls es eine ist, ernst zu nehmen. Um auf die Theologie des Leibes zurückzukehren, so muss man sich hierzu die Frage stellen, auf welchem Wege diese gnostischen Tiefenströme zu dem polnischen Papst gelangt sind?  Personalismus und Phänomenologie sind als seine Inspirationsquellen bekannt, Gnosis und Esoterik hingegen aber nicht. Wir werden diese Fragen weiterverfolgen, die Theologie des Leibes auf Deutsch zuerst vorstellen, wofür wir Eugenie Roth , die es möglich gemacht hat, herzlich danken und danach den vorgestellten Text theologisch beleuchten. [1] http://www.faz.net/aktuell/politik/die-wahl-des-papstes/der-vatikan-unter-papst-franziskus-der-karneval-ist-aus-12125804.html [2] http://www.stern.de/panorama/gesellschaft/papst-franziskus–wer-bin-ich–ueber-homosexuelle-zu-richten—3369436.html [3] http://popefrancisthedestroyer.blogspot.de/ https://mundabor.wordpress.com/ Besonders wertvoll: https://en.denzingerbergoglio.com/ [4] http://www.amazon.com/Theology-Body-Beginners-Christopher-West/dp/1932645349/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1463675819&sr=8-2&keywords=Theology+of+the+Body+for+Beginners [5] http://www.amazon.com/Family-Under-Attack-Philosophical-Theological/dp/1622920465/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1463675549&sr=8-1&keywords=leone%2C+family+under+attack [6] https://en.wikipedia.org/wiki/Antipope#Modern_claimants_to_papacy...

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Acedia oder zu faul – über die geistige Trägheit (9): Acedia ist ein Hauptlaster (vitium capitale)

„Ein gut Ding braucht Weile“ und ein guter Beitrag braucht Muße, um geschrieben zu werden. So sind wir stolz an dieser Stelle den letzten Beitrag unserer Reihe über die Acedia anführen zu können. Er ist wirklich lang, weil der lateinische Originaltext auch beigefügt wurde, da er aber eine Einheit bildet, so wollten wir ihn nicht aufteilen. In den Ostertagen werden wir wahrscheinlich mehr Muße zum Lesen als sonst haben und deswegen wird dieser Beitrag einige Tage lang auf dem Blog bleiben. Viele Inhalte werden hier doppelt erscheinen, was hinsichtlich des Lerneffekts bewußt gemacht wurde. Denn es sind für die meisten neue Inhalte und es heißt ja nicht von ungefähr: repetitio est mater studiorium – „die Wiederholung ist die Mutter der Studierenden“. Dies ist also unser Ostergeschenk an unsere Leser. Was ist ein Hauptlaster? Wie wir bereits bestimmt haben, bedeutet das Wort Laster (vitium) in der Theologie etwas anderes als in der Alltagssprache.[1] Während in der Alltagssprache ein Laster, bspw. die Pornosucht, eine wiederholte Sünde ist, die jemanden in die zweite Natur übergegangen ist, bedeutet in der Theologie Laster (vitium) den Ursprung der Sünde, welche die Möglichkeit zum Sündigen bereitet. Wie ein entzündeter Zahn viele Infektionen bewirken kann, welche ohne die Stilllegung der Infektionsquelle ungeheilt bleiben,[2] so werden die aktuellen Sünden ohne die Stilllegung des Lasters nicht weniger. Die Theologie spricht daher von Hauptlastern (vitia capitalia), aus welchen alle anderen Sünden resultieren. Auch unter Theologen werden sie die Hauptsünden genannt, aber wir wollen hier die Bedeutung von Sünde (peccatum) als Tat und Laster (vitium) als Anlage auseinanderhalten. Thomistisch gesprochen steht das Laster (vitium) die Potenz, die Sünde (peccatum) hingegen den Akt dar. Die recht ausgebaute Lehre von den septem vitia capitalia also von den sieben Hauptlastern, welche auf Evagrius Ponticus und Johannes Cassianus zurückgeht, wollen wir an einer anderen Stelle besprechen. Es genügt an dieser Stelle zu sagen, dass seit der Scholastik sieben Hauptlaster und nicht wie bei Evagrius und Cassianus acht, das diese noch die filodoxia – die Ruhmenssucht als ein eigenes Laster zählten, annehmen. Die Hauptlaster sind: Stolz (superbia), Geiz (avaritia), Wollust (luxuria), Zorn (ira), Völlerei (gula), Neid (invidia), Trägheit (acedia). Liest man die Anfangsbuchstaben der lateinischen Namen, so ergibt sich das Kunstwort saligia, welches dazu dient sich die Namen aller sieben Hauptsünden zu merken. Was ist ein Hauptlaster? Es ist, wie gesagt, eine Quelle anderer Sünden, eine Sündenanlage sozusagen in etwa mit einem leckenden Rohr unter dem Putz oder einem Schimmelbefall vergleichbar. Wenn man die Quelle dieses Übels nicht beseitigt, so ist es müßig die Folgen zu bekämpfen. Ähnlich wie bei Sümpfen und Malaria, keine Sümpfe – keine Malaria, denn bei Sümpfen wird es immer Mücken und somit immer Malaria geben. Obwohl die Hauptlaster manchmal auch Hauptsünden auch Todsünden genannt werden, so ist eine Todsünde theologisch gesehen etwas anderes, denn sie ist eine schwere Sünde, welche das Gnadenleben im Menschen vernichtet. Nach der Lehre der Kirche gelangt man nach dem Tod mit einer aktuellen Todsünde, die nicht gebeichtet oder durch keine Liebesreue, falls die Beichte nicht möglich ist, sofort in die Hölle (DH 780, 839, 858 u.a.) So schreibt der Papst Benedikt XII. in der Konstitution Benedictus Deus (1339), welche eine de fide Glaubensdefinition darstellt, welche den Glaubensgehorsam seitens der Gläubigen nach sich zieht: „Wir definieren zudem, dass nach allgemeiner Anordnung Gottes die Seelen der in einer aktuellen Todsünde Dahinscheidenden sogleich nach ihrem Tod zur Hölle hinabsteigen, wo sie mit den Qualen der Hölle gepeinigt werden […] (DH 1002)“. Bei der schweren Sünde oder der Todsünde muss die Materie der Sünde, also das, was man getan hat, schwer sein und die Verfehlung mit bei voller Absicht geschehen sein. Wir wollen uns aber an dieser  Stelle nicht bei der schweren Sünde aufhalten. Das Hauptlaster kann in manchen Fällen mit der Todsünde identisch sein, wenn jemand aufgrund des Hauptlasters des Zornes (ira) beispielsweise schwer durch Zornesausbrüche oder unter ständigem Zorn getroffene Entscheidungen sündigt. Dennoch entwachsen einer Hauptsünde, wie beispielsweise dem Neid, sehr viele aktuelle Sünden. Daher ist es sehr für den geistlichen Fortschritt nützlich erstens festzustellen, was meine Hauptsünde eigentlich ist und dagegen, meistens in jahrelanger Kleinstarbeit, vorzugehen. Acedia ist ein Hauptlaster Wir wollen hier mit dem hl. Thomas von Aquin, der sich natürlich auf ältere Quellen stützt, annehmen, dass Acedia – die geistige Trägheit – ein Hauptlaster ist. Dies bedeutet, dass die Faulheit beim Gebet und beim geistlichen Leben als solchem für keinen von uns, nicht einmal für die Laien, ein Pappenstiel ist.  Schneidet man das Thema des Gebets mit jemand an, so kommt es wie aus der Pistole geschossen: „Ich muss das nicht. Das sollen die ….Mönche, Nonnen tun.“ Eine andere Version dieses Satzes lautet: „Ich habe da kein Bedürfnis.“ „Dafür habe ich keine Zeit“. Und je nach Stand und Veranlagung beginnt man sich zu entschuldigen. Dabei ist aber jeder von uns nicht nur zur Vervollkommnung in allen...

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Almosen und Gegenleistung

Gebet als Inhalt und Stärkung Liturgie ist die Lehrerin des Glaubens und der Frömmigkeit. Dies bedeutet, dass dies, was in der natürlich vorkonziliaren Liturgie steht auch wirklich stimmt. Nach dem Grundsatz: ars orandi – ars credendi „die Kunst/Fertigkeit des Betens ist die Kunst/Fertigkeit des Glaubens“. Anders gewendet, bedeutet dies, dass diejenigen Inhalte, die wir während des liturgischen also des vor der Kirche vorgeschriebenen und approbierten Gebetes verrichten unseren Glauben prägen und gestalten. Wie der Input, so der Output. Daher hat sich die letzte liturgische Reform, wie wir hier ständig wiederholen, so verheerend zuerst für die geistlichen Stände erwiesen, dann für die Gläubigen, da die geistlichen Inhalte und die geistliche Speise so reduziert und zum Nachteil verändert wurden. Andererseits lebt der Glaube durch die alten-neuen Inhalte wieder auf, weil er genährt wird. Irgendwie scheinen die alten Gebete mehr oder überhaupt geistlich zu wirken. Wir suchen derzeit nach einer rationalen oder auch rationalen Erklärung dieses Sachverhalts, kommen aber nicht weiter. Wir können es nur bestätigen: „Es ist wirklich so.“ Das Geistliche ist demnach mehr als das Nur-Rationale oder das Nur-Bewusste, was dogmatisch eigentlich klar ist, da die Glaubensinhalte die natürliche Erkenntnis übersteigen, wie das Vaticanum I in Dei Filius 12 lehrt. Dieser göttlichen Offenbarung ist es auch zu danken, dass im gegenwärtigen Zustand des Menschengeschlechtes auch das, was von göttlichen Dingen der menschlichen Vernunft an sich nicht unzugänglich ist, von allen mit Leichtigkeit, mit unerschütterlicher Gewissheit und vollständig irrtumsfrei erkannt werden kann. Jedoch ist nicht das der Grund, weshalb die 0ffenbarung als unbedingt notwendig bezeichnet werden muss; der Grund liegt vielmehr darin, weil Gott in seiner unendlichen Güte den Menschen zu einem übernatürlichen Ziel bestimmt hat, zur Teilnahme an göttlichen Gütern, die alle Einsicht des menschlichen Geistes völlig übersteigen; denn „kein Auge hat es gesehen und kein Ohr gehört, in keines Menschen Herz ist es gedrungen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben“ (1 Kor 2, 9).[1] Die gnadenreiche Vulgata Der Mensch braucht, aufgrund seiner Kreatürlichkeit und der Erbsünde eine Gnadenhilfe, um sich in diesen Bereich aufzuschwingen und dort zu verbleiben. Er wird von Gott emporgehoben durch die Gnade. Es scheint wirklich so zu sein, dass Gott durch seine Offenbarung, d.h. die Psalmen, dem Menschen einen Weg bahnt, so zusagen eine Autobahn baut, auf der dieser einigermaßen bequem und sicher zu Gott kommen kann. Denn wir beten nach den Worten der Heiligen Schrift und mit den Worten der Heiligen Schrift. Warum sind aber gerade die lateinischen Vulgata-Psalmen um so viel gnadenreicher als ihre deutsche Übersetzung? Als hätte gerade Latein und die Vulgata die optimale Formel gefunden. Vielleicht deswegen, weil diese Psalmen von einem Heiligen und Gott-inspirierten Kirchenvater, dem hl. Hieronymus, übersetzt wurden. Es gab auch vor ihm eine lateinische Übersetzung, die sogenannte Vetus Latina, die sich langfristig nicht durchgesetzt hat. Obwohl der hl. Hieronymus ein begabter Literat war und seine Schriften, literarisch und philologisch gesehen, zu dem Besten gehören, was in der lateinischen Sprache überhaupt verfasst wurde, so gab es auch andere Schreibende, die in der Lage waren aus dem Griechischen oder aus dem Hebräischen zu übersetzen. Aber es war gerade der hl. Hieronymus und sein Werk, welches sich einer göttlichen Inspiration erfreute. Es wirkt und das Andere nicht. Gott hat sich also durch die lateinische Wortgewandtheit des hl. Hieronymus einen Weg zu uns geschaffen und ebenso durch die Texte der alten Breviere, allem voran des Tridentinischen Breviers. Der Schreiber dieser Zeilen kennt die Geschichte der vortridentinischen Breviere zu wenig, um sagen zu können, was im Tridentinischen Brevier eine Neuschaffung und was aus der früheren Tradition übernommen wurde. Dies ist vielleicht irgendwie zu eruieren, vielleicht aber auch nicht. „Almosen löscht die Sünde aus“ Wir wollen uns hier dem letzten Responsorium der Matutin des ersten Samstag der ersten Fastenwoche widmen, welche lautet: R.  Abscóndite eleemósynam in sinu páuperum, et ipsa orábit pro vobis ad Dóminum: * Quia sicut aqua extínguit ignem, ita eleemósyna extínguit peccátum. V. Date eleemósynam, et ecce omnia munda sunt vobis. R. Quia sicut aqua extínguit ignem, ita eleemósyna extínguit peccátum. V. Glória Patri, et Fílio, * et Spirítui Sancto. R. Quia sicut aqua extínguit ignem, ita eleemósyna extínguit peccátum. R. Versteckt den Almosen im Schoß der Armen und er [der Almosen] selbst wird für euch beten zum Herrn: * Denn wie das Wasser das Feuer auslöscht, so löscht der Almosen die Sünde aus. V. Gibt Almosen und siehe alles wird euch rein sein. R. Denn wie das Wasser das Feuer auslöscht, so löscht der Almosen die Sünde aus. V. Ehre sei dem Vater und dem Sohn* und dem Heiligen Geist. R. Denn wie das Wasser das Feuer auslöscht, so löscht der Almosen die Sünde aus. Der Almosen löscht (extinguit) also die Sünden aus. Aber warum? In den Zeiten als es noch keine Ohrenbeichte gab, sah die Kirche verschiedene Busswerke zur Tilgung der lässlichen Sünden, wohlgemerkt nicht der schweren,...

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Acedia oder zu faul – über die geistige Trägheit (8). Acedia ist eine Todsünde (von der Gattung her)

Die Reihe über die Acedia ist recht arbeitsaufwendig und daher man darf der Acedia nicht verfallen sein. Die Redaktion freut sich über die jede Herausforderung und arbeitet der geistlichen und jeglicher Trägheit entgegen. Wie jemand treffend sagte „sogar über die Langeweile muss man interessant schreiben“ und bei der Acedia sehr fleißig sein. Hier also ein weiterer Abschnitt. Acedia als eine schwere Sünde. Nachdem wir geklärt haben, was eine schwere Sünde überhaupt ist, wollen wir dazu übergehen die Quaestio nach Thomas von Aquin zu erläutern, ob Acedia eine schwere Sünde sei. Obwohl wir uns bisher einer fertigen Übersetzung bedient haben, so ist leider zu sagen, dass die Bibliothek der Kirchenväter (BKV) doch nicht so fehlerlos ist, wie man annehmen könnte. Denn von der teilweise gewöhnungsbedürftigen Thomas-Übersetzung abgesehen, sind manche Teile der Summe überhaupt nicht übersetzt worden. Ob das am Übersetzer oder am „Eintipper“ liegt, sei dahingestellt, aber gerade bei der nächsten Quaestio liegen dermaßen große Mängel vor, dass wir sie fast gänzlich neu übersetzen müssen. Tja, entweder man macht alles selbst oder es macht keiner. Wir sparen uns den direkten Vergleich mit der BKV, wer möchte, kann die vorhandene Übersetzung oder eher Teilübersetzung dort einsehen.[1] Wir behalten den lateinischen Text bei, denn für alle die auch nur schwach Latein können, ist der hl. Thomas in der Originalsprache viel einfacher zu lesen als in jeder Übersetzung, weil fast jedes Wort ein Fachtermin ist. Dritter Artikel. Die geistige Trauer ist eine schwere Sünde. IIª-IIae q. 35 a. 3 arg. 1 Ad tertium sic proceditur. Videtur quod acedia non sit peccatum mortale. Omne enim peccatum mortale contrariatur praecepto legis Dei. Sed acedia nulli praecepto contrariari videtur, ut patet discurrenti per singula praecepta Decalogi. Ergo acedia non est peccatum mortale. Zum dritten (Artikel der Quaestio) ist Folgendes zu sagen. Es scheint, dass Acedia keine Todsünde sei. Jede Todsünde nämlich widersetzt sich dem Gebot des göttlichen Gesetzes (lex divina). Aber Acedia scheint sich keinem Gebot zu widersetzen, was man daraus ersehen kann, wenn man alle Gebote des Dekalogs einzeln durchstreift. Also ist die Acedia keine Todsünde. Dieser erste Einwand ist ganz rechtspositivistisch aufgehängt. Dies bedeutet z. B. im Strafrecht: „Keine Definition des Verbrechens“ – „Kein Verbrechen“ ganz einfach für Nichtjuristen ausgedrückt. In der Juristensprache spricht man von „Tatbestandsmäßigkeit“, also etwas ist dann eine Straftat, wenn es nach dem und dem Paragraphen des Strafgesetzbuches definiert wurde. Denn „Tatbestandsmäßigkeit setzt voraus, dass der Täter die Merkmale eines gesetzlichen Tatbestandes erfüllt hat,“[2] sagt man. Das göttliche Recht ist aber auch ein positives Recht und auch ein Gesetz. Dies bedeutet, dass es vorgelegt (von pono, ponere, positus – „legen“) wurde und zwar durch Moses am Berge Sinai und durch Jesus Christus. Um das katholische Rechtsverständnis hier ganz kurz darzustellen, so muss man wissen, dass es zuerst das: Ius divinum, dass es göttliche Gesetz im Sinne einer lex aeterna, eines ewigen Rechtsbeschlusses gibt. Dieses ist schlicht und einfach der göttliche Wille. In dieses Recht ist das natürliche Recht (ius naturalis) verankert, also dieses Recht, welches der Natur eines jeden Wesens zukommt. Wie alle anderen Entitäten ihre eigene Natur (natura) haben (Neutronen, Sterne, Pantoffeltierchen), nach der sie sich richten, so haben auch die Menschen ihre Natur, welcher manche Handlungen zuträglich, z. B. Schutz des Eigentums, andere wiederum abträglich (Mord, Ehebruch) sind. Natur bedeutet also nicht unter den Vögeln, Affen, Walen ist es auch so, z.B. es gibt dort Homosexualität, denn unter Tieren gibt es auch Kanibalismus oder das Verstoßen von Jungtieren, sondern „Natur“ (natura) im katholischen Sinne, der hier dem philosophischen Verständnis es Altertums folgt, bedeutet, dass es einen normativen Standard (tautologisch formuliert, aber doppelt hält besser) dafür gibt, was der Mensch an sich ist und wie er sich zu verhalten hat. Diese Norm ist letztendlich im Intellekt Gottes verankert und er hat sie in der Schöpfungsordnung verankert. Das positive Recht (ius positivum) ist schließlich das Recht, welches Gott als der Gesetzgeber den Menschen zuerst durch Moses und dann durch Christus geoffenbart hat. Inwiefern (3) das positive Recht, in (2) dem natürlichen Recht (ius naturalis) und dieses in (1) göttlichem Recht (ius divinum) verankert ist, insofern ist es moralisch und verbindlich. Fällt diese Verankerung von (3) in (2) und (1) weg, wie wir es seit der Aufklärung im Rechtpositivismus haben, wo keine Verankerung des verabschiedeten Gesetzes (lex) im ius naturale oder ius divinum gefordert wird, so herrscht ein reiner Rechtspositivismus. Denn als die oberste Rechtsnorm wird nicht der göttliche Wille oder das göttliche Gesetz, sondern der Gesellschaftsvertrag, also die Konvention gesehen. So kann man es sehr vereinfacht und verkürzt, aber dennoch richtig, darstellen. Nach dem Rechtsdenken der Neuzeit wird also nur die Legalität aber keine Moral einer Tat beachtet, sodass man zwangsläufig sagen kann: „Es ist zwar legal, aber es ist unmoralisch.“ Praktisch bedeutet dies, dass jedes, auch so abnormes verabschiedetes Gesetz nicht nur Geltung hat, sondern auch noch als moralisch oder...

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Acedia oder zu faul – über die geistige Trägheit (7). Was ist eine Todsünde?

Die definitionsarme Zeit Wir stellen hier fest, dass diejenigen Beiträge, welche aus dem Herzen geschrieben werden und sich durch eine geringe Latein- und Zitatdichte auszeichnen häufiger gelesen werden, vielleicht auch deswegen, weil sie Emotionen beinhalten, die bewegen oder leichter zu verstehen sind. Theologie ist aber eine Wissenschaft, mit einer eigenen Sprache, die der Umgangssprache zum Verwechseln ähnlich ist, aber dennoch eine Fachsprache ist. Die weitgehende Aufgabe der scholastisch-lateinischen Fachsprache nach dem Konzil führte zu den heutigen kirchlich-theologischen Irrungen und Wirrungen, weil niemand weiß, was gemeint ist. Den Schreiber dieser Zeilen zeichnete seit eh und je ein Hunger nach Definitionen aus, sodass er immer wissen wollte, was eigentlich damit gemeint sei. Er scheint tatsächlich ein natural born scholastic zu sein, um sich an dieser Stelle einen Anglizismus zu erlauben oder ihn gar zu erfinden. Er steht weitgehend mit dieser Einstellung in der heutigen Theologie allein, obwohl er recht schnell eine gemeinsame Sprache mit Naturwissenschaftlern, Mathematikern und Juristen findet, die genauso denken. Warum? Weil dies die natürliche wissenschaftliche Einstellung ist. Man muss zuerst die Termini definieren, die man verwendet. Sonst redet man aneinander vorbei. „Das ist doch sonnenklar und banal“, kann manch ein Leser denken. Nicht in den Geisteswissenschaften leider und vor allem nicht in der heutigen akademischen Theologie, von dem thomistischen Ur-oder Neugestein abgesehen. Durch die ganze dumme Theologie des Dialogs, die Dialogstruktur von Bla-Bla-Bla, durch die Aufgabe der Adäquationstheorie der Wahrheit, wonach dem Wahrheitsbegriff eine äußere Realität entspricht, durch die damit zusammenhängende Aufgabe des katholischen Wahrheitsanspruchs und der Mission redet man, redet und redet, aneinander vorbei, ohne zu irgendwelchen Schlüssen zu kommen. Die deutschsprachige Pädagogik und Didaktik nach 1968 macht es uns vor und die PastoralreferentInnen machen es uns auch vor. Der Stuhlkreis, der Hagebuttentee, das Einander-Nicht-Beurteilen. Derjenige Vortrag ist am besten, welcher den Erwartungen der Zuhörer entspricht, siehe unsere Weltfrieden-Metapher bei den Misswahlen[1] und vielleicht auch der Vortrag, der am besten unterhält. Die Theologieprofessoren sagen dazu: Es ist die Moderne. Es muss so sein. Was übersetzt heißt: Ich bin ein armer Tropf ohne jegliche Struktur in meinem Denken und habe nichts zu sagen, will aber reden. Frauenquote, Dialogbereitschaft und der ewige Diskurs Es geht darum „den Diskurs“ am Leben zu halten. Eigentlich ist es sehr typisch für Frauen einander permanent ihre Gefühle, Erlebnisse oder den stream of consciousness, den ja bekanntlich James Joyce in die Literatur einführte, mitzuteilen, ohne einander dabei wirklich zuzuhören. Je niedriger die Schicht und die Bildung desto öfters erlebt man das Phänomen der polyphonen Frauengespräche, ohne jegliche Pause, ohne Momente des Nachdenkens oder einer Antwort. Warum können Männer angeblich nicht zuhören, was nicht stimmt? Weil diese Art der Kommunikation irrelevant für sie ist, keine richtigen Informationen beinhaltet und weil sie irgendwann einmal abschalten. Die Frauen sagen dann, wenn sie ausgeglichen und gut gelaunt sind: Du brauchst das nicht ernst zu nehmen, was ich sage. Ich sage es nur so. Sind sie übellaunig, so wird dieselbe Reaktion zum Vorwurf gemacht. Was hat das alles mit Theologie und der Todsünde zu tun? Das, dass nach dem Konzil durch die immer mehr geförderte Verweiblichung der Kirche, durch die diversen Frauenquoten die Definitionen immer mehr verschwinden, weil Frauen notgedrungen eine weibliche und auch feministische Theologie betreiben. Wir werden dazu noch etwas schreiben, aber selbst Feministinnen geben es zu: wir sind anders, wir denken anders, wir reden anders, wir arbeiten anders. Das ist klar und nichts Neues, aber weiblich ist nicht immer besser und manchmal ist es schlicht schlechter. Der Schreiber machte vor einiger Zeit eine für ihn grundsätzliche Entdeckung, dass Frauen eigentlich Solipsistinnen sind. Sie reden nur über sich, beziehen alles auf sich persönlich und sind deswegen so schnell beleidigt, weil es ja immer in allem um sie persönlich geht. Thema: „Die Adäquationstheorie der Wahrheit“ – Interpretation:„Er glaubt, dass ich lüge, sonst würde er so etwas nicht sagen“. Thema: „Frauenquote in der Kirche“ – Interpretation: „Er glaubt, dass alle Frauen dumm und unfähig sind. Ich werden diesen Blog nicht mehr lesen“. Thema: „Die Vermehrung der Pantoffeltierchen in einem Glas“ – Interpretation: „Er hält mich für so dumm, dass ich einem Pantoffeltierchen gleiche. Vielleicht ahnt er meinen Schuh-Tick. Er will keine Kinder mit mir haben und glaubt, dass ich zu tief ins Glas schaue“. Na, meine Damen? Getroffen? Da aber die Erwägung von abstrakten Themen manchmal wirklich nichts oder kaum etwas mit einem selber zu tun hat, so befassen sich Frauen instinktiv nicht damit, es sei denn die wollen jemandem, natürlich einem Mann oder der eigenen Mutter beweisen, dass sie es auch können und wählen etwas, was sie manchmal wichtigmacht, aber persönlich nicht interessiert, weil es nicht sie in ihrem Wesen betrifft. Durch die Dialogisierung und Feminisierung der Theologie, wovon auch nicht Männer ausgeschlossen sind, finden wir höchst selten irgendwelche Definitionen. Warum? Weil angeblich diese Definition „damals, für die damalige Zeit irgendwie gut oder sogar fortschrittlich waren“, aber natürlich nicht...

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Acedia oder zu faul – über die geistige Trägheit (6). Was ist Sünde? Unterteilung der Sünden.

Bevor wir uns dem Thomas-Text widmen, welcher darstellt, dass die Acedia eine schwere Sünde, sprich eine Todsünde, ist, wollen wir ganz kurz darlegen, was man eigentlich unter einer Todsünde versteht, denn die „Jugend“, also alle nach dem Konzil geborenen und religiös sozialisierten, uns eingeschlossen, weiß es nicht mehr, weil es ihr niemand vermittelt hat. Die Darlegung soll nach dem Manuale Theologiae moralis von Hermes Peeters O.F.M. aus dem Jahre 1961,[1] ein kurzes Buch, welches sozusagen kurz vor dem Untergang erschien. Es stellt recht kurz und prägnant die thomistische und katholische Lehre dar, denn besser als thomistisch geht es nicht. Es stellt somit die katholische Morallehre dar, welche noch nicht vom Personalismus, Existentialismus, Pragmatismus, Subjektivismus und Relativismus angekränkelt und anschließen zerfressen wurde. Was wirklich vielen Menschen unklar ist: ohne das richtige philosophische Gerüst, zuerst das metaphysische natürlich, kann man zu keiner guten, im Sinne der göttlichen Ordnung entsprechenden Ethik und Morallehre kommen. Ohne Metaphysik geht es nicht. Man wirft sie durch die Tür raus und sie kommt uns durch das Fenster herein. Und deswegen war die angebliche Zerstetzung aller Metaphysik durch Kant,  den „Schutzheiligen“ der meist deutschsprachigen Häretiker, für die Theologie dermaßen zersetzend. Weil die objektive, also sich außerhalb des Subjekts befindende Welt, das berühmte Ding an sich, aufgehoben wurde. Jeder hat angeblich nur seine Kategorien, wir haben ähnliche und daher ist Erkenntnis überhaupt möglich. Sie ist aber nicht objektiv, sondern inter-subjektiv. So lautet die kantische Devise. Was natürlich kompletter Unsinn ist. Denn: gäbe es nichts „Draußen“, so würden wir nichts erkennen, jegliche Sprache und Kommunikation wäre aufgehoben, denn dem Satz: „Der Bus fährt vom Hauptbahnhof um 12.35 ab“ müsste die Frage folgen: „Nach deinen oder meinen Kategorien, denn ich sehe es anders“, es gäbe überhaupt keine Wahrheit und zwar in keinem Bereich, auch nicht im mathematischen oder logischen, denn wir erkennen die Formeln ja auch durch unsere Kategorien, es gäbe überhaupt keine moralische Ordnung mit Sollen und Verbieten, und wir wären wo? Genau: bei hier und jetzt und der Political Correctness. Deswegen hat die Kirche Kant schon sehr früh verurteilt, denn seine „Kritik der reinen Vernunft“, wurde mit dem Dekret vom 11.Juni 1827 auf den Index librorum prohibitorum gesetzt. Die katholische Kant-Kritik sparen wir uns für einen anderen Beitrag auf. An dieser Stelle bleibt zu sagen, dass ohne eine objektive, denn Gott gesetzte Ordnung bleibt der Begriff der Sünde sinnleer, denn diese hört dann auf ein objektiver Verstoß gegen objektive Normen zu sein, sondern bleibt nur im psychologischen „Sich-Schlecht-Fühlen“ behaftet. Es bleibt nur zu fragen: Und wie fühlst Du Dich dabei? Fühlt er sich gut, weil er als Crack-Raucher Crack geraucht hat, dann ist ja alles gut. Er schadet zwar der Gesundheit oder Was-Gott-verhüten-möge „der Umwelt“, aber es ist für ihn „wichtig“. So in etwa lautet die „nachkonziliare Seelsorge“, die keine ist. Aber es geht um die Ewigkeit, das ewige Seelenheil, welches spätestens im Augenblick des Todes nach der ewigen, göttlichen Ordnung gerichtet wird. Spätestens dann werden wir es wissen und zwar sicher. Und dann kann sich herausstellen Sicherlich gibt es noch genauere Moraltheologien, wie bspw. die von Ernest Müller, aber wir wollen hier nur ganz kurz eine Einleitung liefern und nicht die ganze katholische Sündenlehre darlegen. An dieser Stelle soll die Unterteilung der Sünden und die Definition schematisch dargestellt werden, daher bitten wir diese Verkürzung zu entschuldigen. Wir werden uns dieser Thematik noch sicherlich widmen, aber alles zur seiner Zeit. Der Anlauf zur Darstellung der Todsünde soll zuerst über die Definition der Sünde und über die Unterteilung der Sünden erfolgen. Wir können einerseits nicht diesem Blog mehr Zeit widmen, als wir es schon tun, andererseits handelt es sich um so wichtige Themen, derer Verkürzung nur Schaden bringt, da sicherlich viele Fragen entstehen. Das eine tuend, das andere nicht lassend, fahren wir, nach Peeters, fort. Was ist eine Sünde? Peccatum est transgressio obligationis quam Deus temporariis vel aeternis poenis puniendam sanciit. „Sünde ist eine Übertretung einer Verpflichtung, welche Gott mit zeitlichen oder ewigen Strafen strafend sanktioniert“.[2] Die Verpflichtung (obligatio) ist durch das göttliche Gesetz, welches in den Zehn Geboten, den Geboten des Evangeliums, den Kirchengeboten etc. positiv vorgegeben wurde. Die Unterteilung der Sünden Die Sünden unterteilt man in: Die Erbsünde (peccatum originale), welcher alle Menschen, außer Christus und der Gottesmutter Maria, unterliegen.[3] Persönliche Sünde (p. personale) Aktuelle Sünde (p. actuale) Während die Erbsünde eine eingeborene Neigung zum Sündigen und vieles mehr darstellt, ist die aktuelle Sünde die konkrete Sünde eines jeden Menschen. Die aktuelle Sünde ist also die Übertretung des Gebotes selbst oder der sündige Akt (ipsa transgressio seu actus peccaminosus) Habituelle Sünde (p. habituale) Dies ist eine bleibende Sünde, z.B. Zorn, aus der konkrete, aktuelle Sünden resultieren, z.B. Schlägereien. Nach Peeters „ist die habituelle Sünde der Zustand der Seele, in welchem der Wille zu seinem sündigen Akt hingeneigt bleibt (status animae in quo voluntas actu peccaminoso manet affecta)“. [4]...

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Acedia oder zu faul – über die geistige Trägheit (5). Acedia ist ein spezielles Laster.

Was Neues oder Umbenennung? Nachdem wir geklärt haben, was ein Laster (vitium) ist, kommen wir zur Frage, ob die Acedia ein spezielles Laster ist oder eine allgemeine Traurigkeit oder Faulheit. Wir ahnen schon, dass die Antwort negativ ausfallen wird, denn wäre die Acedia mit Traurigkeit (tristitia) oder Faulheit (pigritia) identisch, so würden die auf ihre eigene Sprache stolzen Lateiner kein griechisches Lehnwort übernehmen, um etwas Spezielles speziell zu bezeichnen. Wir haben auch auf massenweise Anglizismen, welche in manchen Fällen etwas bezeichnen, was es bisher nicht gab, z. B. Burn-Out, Event etc. Im Japanischen gibt es den Ausdruck Karōshi, welcher für „Tod durch Überarbeitung“ steht[1] und wohl in Japan häufiger als woanders vorkommt. Man kann sich natürlich fragen, ob es vorher keine Burn-Outs, Events oder Karōshis gab, bevor sie auf diese Art und Weise semantisch spezifiziert wurden. Wohl schon, aber wie im Falle der Medizin, brauchte man länger um eine Differentialdiagnose zu erstellen, um dieses Krankheitsbild von einem anderen abzusondern. Die Mediziner unter unseren Lesern wissen, dass bestimmte Krankheiten als solche erst durch die ICD-Klassifikation bestimmt wurden.[2] Ganz positivistisch gewendet, bedeutet dies, dass das eine Krankheit ist, was eine ICD-Nummer hat und umgekehrt, damit man all das schön bei der Krankenkasse abrechnen kann. Acedia führt vom Inneren zum Äußeren Wenn also das Wort Acedia übernommen wurde, dann auch für ein neues Krankheitsbild und zwar: die Trägheit im Geistlichen. Im Deutschen gibt es diese schönen Adjektive „schreibfaul“, „sportfaul“, „denkfaul“, „kochfaul“ etc. und man kann durchaus sagen, dass Acedia für Gott-Faulheit steht. Das Objekt, also der Gegenstand wonach sich diese Trägheit richtet, ist ein anderes und deswegen ist es ein spezielles Laster (vitium). Wie wir schon geschrieben haben, sind Faule überhaupt sicherlich auch der Acedia anhänglich, aber man kann durchaus Hyperaktiv sein und durch die Acedia sündigen. Warum? Weil der religiöse Akt ein innerlicher ist. Die christliche religio ist etwas anderes als die römische pietas – d.h. die Pflichterfüllung im öffentlichen Leben oder die jüdische Gesetzlichkeit. Es ist eine Angelegenheit des inneren Lebens, denn es zählt die Intention. Sie führt vom Inneren zum Äußeren. Natürlich ohne den äußeren Kult geht es auch nicht, da der Mensch ein körperlich-geistiges Wesen ist und das Körperliche braucht, was sehr schön das Konzil von Trident klarmachte: „Da die Natur des Menschen so beschaffen ist, dass sie sich nicht leicht ohne äußere Hilfsmittel zur Betrachtung der göttlichen Dinge erheben kann, deswegen hat die gütige Mutter Kirche bestimmte Riten eingeführt, nämlich dass in der Messe einiges mit leiser, anderes mit lauter Stimme gesprochen werden soll; desgleichen verwandte sie aufgrund der apostolischen Lehre und Überlieferung Zeremonien, wie geheimnisvolle Segnungen, Lichter, Weihrauch, Gewänder und vieles andere Derartige; einerseits sollte dadurch die Erhabenheit dieses so großes Opfers hervorgehoben werden, andererseits sollten die Gemüter der Gläubigen durch diese sichtbaren Zeichen der Religion und Frömmigkeit zur Betrachtung der höchsten Dinge, die in diesem Opfer verborgen liegen, angeregt werden.“ (Konzil von Trient, Lehre und Kanones über das Meßopfer, sess. 22, cap. 5, DH 1746) Und deswegen war der Bildersturm nach dem letzten Konzil so für die Frömmigkeit verheerend, weil Kirchen so eingerichtet wurden, dass sich wirklich niemand dort gerne aufhält. Neue Kirchen werden so gebaut, dass sich niemand dort aufhalten möchte, siehe die neue Probsteikirche in Leipzig,[3] wo wir ein jeglicher christlichen Tradition entgegengesetztes, umgedrehtes Kreuz, natürlich sehr horizontal ausgerichtet, finden, sowie recht viel freimaurerisch-ägyptische Dreiecks-Symbolik. Absolute, gähnende, atheistische Leere mit einer versteckten Marinestatue. Was hat es mit der Hl. Messe oder Katholizismus zu tun? Gar nichts, es führt von Nichts ins Nichts. Der gefallene Engel ist halt nihilistisch, weil Gott das Sein schlechthin ist. Anscheinend sind immer noch zu viele Leipziger in die Kirche gegangen, so hat man dem einen Riegel vorgeschoben. Um auf die Acedia zurückzukommen, stellen wir den nächsten Artikel der Questio 35 vor: Zweiter Artikel. Die geistige Trauer ist ein eigenes besonderes Laster. IIª-IIae q. 35 a. 2 arg. 1 a) Dies scheint nicht. Denn: Jedes Laster macht den Geist traurig über das entgegengesetzte geistige Gut. Der Gaumenlustige nämlich trauert über das Gut der Enthaltsamkeit; der Wollüstige über das Gut der Keuschheit. Da also die geistige Trauer zum Gegenstande ein geistiges Gut hat, so ist sie keine besondere Sünde. Der hl. Thomas will wohl hiermit sagen, dass nach Meinung vieler Geistliches nicht konkret und zu nebulös sein, um näher bestimmt zu werden. Daher kann es keinen Gegenstand (obiectum) der Trauer darstellen. IIª-IIae q. 35 a. 2 arg. 2 2. Die Trauer steht der Freude gegenüber, die doch als keine besondere Tugend betrachtet wird. Freude ist ein Grundgefühl, eine Hauptleidenschaft (passio principalis) und keine Tugend, welcher ein Laster entgegensteht. IIª-IIae q. 35 a. 2 arg. 3 III. Das geistige Gut an sich, da es Gegenstand der Tugend überhaupt ist, bildet keinen besonderen Gegenstand für eine Tugend oder ein Laster. Nichts aber erscheint, was zu diesem geistigen Gute im allgemeinen hinzutrete, um daraus...

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Acedia oder zu faul – über die geistige Trägheit (4). Acedia als Laster. Was ist ein Laster?

Man kann sich die Frage, welche Rolle es spielt, ob die Acedia ein eigenes Laster (vitium) bildet oder von einem anderen Laster herrührt oder in ihm aufgeht. Es spielt schon eine Rolle, um eine treffende Diagnose und ein Heilverfahren zu ermöglichen. Wie in der Medizin man feststellen muss, von welchem Organ die Symptome resultieren und ob es sich um ein eigenes Krankheitsbild oder um die Nebenwirkungen eines anderen handelt. Ebenso in der Moraltheologie: bene docet, qui bene distinquit – „derjenige lehrt gut, der gut unterscheidet“, im Sinne von „gut diagnostiziert“. Wir haben bereits die Definition eines Lasters (vitium) angegeben.[1] Sie lautet: „Das Laster eine jeden Dinges scheint dies zu sein, wodurch es nicht dazu disponiert wird, was seiner Natur entspricht (Vitium uniuscujusque rei videtur esse, quod non sit disposita secundum quod convenit suae naturae)“ (Ia IIae q. 71 a. 1 2 c.) Grundzüge der thomistischen Ethik Man muss aber ein wenig der thomasianischen Lasterlehre tiefer schürfen, um sie auf die Lehre von der Acedia richtig anwenden zu können. Das Ziel der menschlichen Handlung ist ein Gut (bonum), denn man strebt nach dem Guten und flieht das Schlechte (malum). Auch die Natur als solche und die menschliche Natur streben nach etwas Gutem, wie Ernährung, Fortpflanzung, Nachkommenschaft etc. Jegliches naturgemäße Streben nach etwas Gutem (appetitus boni) nennt der hl. Thomas, hier Aristoteles folgende, Liebe (amor). Diese Art der Liebe wird „die natürliche Liebe“ (amor naturalis) genannt und sie wird sehr rudimentär, gar physikalisch aufgefasst. Der Stein fällt zum Boden seiner natürlichen Inklination folgend, weil er die Erde „liebt“. Die Bewegung der Gestirne wird durch die Liebe (amor) verursacht, da die Bewegung der Gestirne ihre Natur ausmacht, sodass man sagen kann, dass „die Liebe die Himmelssphären bewegt“ (amor movet spheras). In der Philosophie der Antike und des Mittelalters gab es einen graduellen Aufstieg und keinen Bruch zwischen Natur und Mensch, welchen erst die Neuzeit mit Descartes einführte. Dieser graduelle Aufstieg ist aber nicht mit Pantheismus zu verwechseln, denn die Welt bleibt ein Geschöpf eines transzendenten Gottes und der Mensch unterscheidet sich von den Tieren durch seine unsterbliche Seele und durch seine Gottesebenbildlichkeit. Es bleibt an dieser Stelle festzuhalten, dass die von Gott eingepflanzte menschliche Natur im Biologischen nach einem Gut (bonum) strebt, im Moralischen und Geistlichen natürlich auch. Wie die Nahrung und Fortpflanzung etwas an sich Gutes ist, weil es der biologischen Natur entspricht, so ist das tugendhafte Leben oder die Tugend das Naturgemäße des Menschen. Die Tugend qua das Streben nach Gut (bonum) ist etwas für den Menschen Natürliches, obwohl uns die Erbsünde und die daraus resultierende Konkupiszenz hindert. Die Tugend ist also natürlich, obwohl mit Mühe verbunden. Sie ist nichts künstlich Aufgepfropftes, wie uns die Neuzeit und die Moderne, vom Teufel inspiriert, klarmachen möchten. Wie der Stein naturgemäß zum Boden fällt, so strebt der Mensch naturgemäß nach Tugend, obwohl durch Verfehlung oder Unwissen er diese verschieden definieren kann, oft zu seinem Leidwesen. Laster steht der Tugend entgegen Die naturgemäße Veranlagung entwickelt sich nach hl. Thomas auf einem quasi Kontinuum. Sie geht also in die positive, natürliche oder in die negative, widernatürliche Richtung. Deswegen stellt er in seiner Moraltheologie den Tugenden (virtutes) die Laster (vitia) entgegen, welche einen Mangel darstellen. Der Aquinate sagt es selbst, indem er darlegt, dass das Laster (vitium) der Tugend entgegensteht (Summ. Theol. Ia IIae Q. 71, a.1).[2] Wir wollen an dieser Stelle nur das Corpus, also seine eigentliche Antwort zitieren: Iª-IIae q. 71 a. 1 co. b) Ich antworte, rücksichtlich der Tugend können wir zweierlei betrachten; nämlich das Wesen selbst der Tugend und das, worauf die Tugend sich bezieht. In dem Wesen der Tugend kann etwas beobachtet werden, was mit zu diesem Wesen gehört; und etwas, was daraus folgt. Ihrem Wesen nach nun schließt die Tugend ein in sich eine gewisse Verfassung dessen, dem die Tugend zukommt, wonach dieser sich gemäß seiner Natur in zukömmlicher Weise verhält. Dies sagt Aristoteles (7 Physic.): „Die Tugend ist eine Verfassung in dem, was bereits vollständig Sein hat zum Besten hin (virtus est dispositio perfecti ad optimum); ich sage nun vollständig, nämlich soweit es gemäß seiner Natur diese Verfassung hat (quod est dispositum secundum naturam).“ Daraus aber folgt, daß die Natur ein gewisses Gutsein, eine Güte ist. Denn darin besteht das Gutsein eines jeden Dinges, daß es sich verhält gemäß seiner Natur (convenienter se habeat secundum modum suae naturae). Das nun, worauf jegliche Tugend sich bezieht, ist die gute Thätigkeit (actus bonus), wie aus Kap. 55, Art. 3. u. Kap. 56, Art. 3. hervorgeht. Wie bereits gesagt, ist die Tugend die Realisierung der natürlichen Veranlagung (quod est dispositum secundum naturam) nach etwas Gutem hin. Denn „darin besteht das Gutsein eines jeden Dinges, daß es sich verhält gemäß seiner Natur (convenienter se habeat secundum modum suae naturae)“. Die Tugend, so kann man sagen, ist der natürliche Zustand der Seele und zwar von...

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Acedia oder zu faul – über die geistige Trägheit (3). Acedia ist Sünde.

In der nachkonziliaren Kirche herrscht eine Verweiblichung und Verweichlichung von allen, so dass jeder jammert und sich auf jegliche Art und Weise entschuldigt. Es ist aber keine Entschuldigung im Sinne: „Ich habe etwas falsch gemacht, ich werde mich bessern.“ Sondern eine Entschuldigung im Sinne: Ich bin ein Opfer, ich kann nichts dafür. Und außerdem bin ich ja so süß. (Augenaufschlag nach oben) So verfahren kleine und größere Mädchen, manchmal auch sehr große und sehr alte. Bei Männern ist es tatsächlich von Nachteil, denn obwohl man mit dem wachsenden spirituellen Leben tatsächlich immer sensibler wird, so wird man nicht wehleidiger, sondern härter. Die Sensibilität betrifft ja das Übernatürliche, das Göttliche. Ohne eine bestimmte Reinheit, Geistigkeit und Sensibilität, die ja vom sensus fidei, dem Glaubenssinn, kommt, können wir das göttliche Licht nicht einsehen oder empfangen. Aber geistliches Leben ist auch Kampf und zwar wirklich buchstäblich. Gegen die Welt, das Fleisch und den Dämon. Die Konzilsdokumente verwenden nicht ein einziges Mal den Begriff „kämpfende Kirche“ (Ecclesia militans), was dazu geführt hat, dass man diese Wahrheit nicht mehr kennt. Durch diese Feminisierung der Kirche ziehen immer mehr Homosexuelle in den Klerikerstand ein oder sie werden nach dem Eintritt homosexuell, was auch passieren kann. Die Geistlichen jammern, beschweren sich, fühlen sich permanent als Opfer oder Betroffene, manchmal von einer Depression. Ist erst einmal die Depression diagnostiziert, dann lässt man die Hände im Schoß ruhen, denn man ist entschuldigt: Es ist eine Krankheit und man hat es schriftlich! Da der Schreiber dieser Zeile viele depressive oder schwer depressive Menschen kannte, so weiß er, dass man durch ein diszipliniertes Leben vor allem aber ein Gebetsleben dieser Schwermut Abhilfe schaffen kann, sodass die Selbstdisziplin tatsächlich besser hilft als es Medikamente tun. Aber man muss es wollen, denn eine verkehrte, sprich sündige Lebensweise führt ja zu einer dauernden Traurigkeit oder Depression. Alle Psychiater oder Psychologen wissen, dass eine Depression die Folge von: Alkoholismus, Drogensucht, Pornosucht, Ausschweifung, Abtreibung, anderen Süchten Faulheit ist. Alle harten und weichen Süchte verändern die „Gehirnchemie“ so, dass Depressionen auftreten und zwar durch den Serotoninmangel. Es ist eine Sache von Ursache und Wirkung. Ebenfalls der Lebenswandel: keine Anstrengung, keine Belohnung im Gehirn. So einfach ist das. Ob man dies seinen Patienten tatsächlich sagt, die ja den eigenen Unterhalt sichern, steht auch einem anderen Blatt....

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Acedia oder zu faul – über die geistige Trägheit (2). Acedia als fehlende Liebe und Freude

Aktivismus als geistliche faking moves Die geistige Trägheit, leider ein Standard in der heutigen Kirche, denn wir reden hier vor der geistigen Trägheit, nicht von der intellektuellen oder der organisatorischen. Die geistige Trägheit muss nicht unbedingt zum Einstellen jeglicher Aktivität führen, oft führt sie gerade zum Aktionismus und Hyperaktivität. In der Bodybuildersprache gibt es den Ausdruck der faking moves – der Täuschbewegungen. Dies bedeutet, dass man eine Übung, wie z.B. das Bankdrücken nicht mit der vorgesehenen Technik ausführt, sondern man gibt, meist unbewusst, viele Nebenbewegungen dazu, um sich die Sache zu erleichtern oder auch mehr zu stemmen. Man kann diese faking moves sehr oft in den Sportstudios beobachten, wenn viele sehr viel „Lärm um nichts“ machen, sehr beschäftigt wirken, ohne eigentlich zu trainieren. Meistens führen diese Täuschbewegungen zu Sportverletzungen, da es anatomisch gesehen nur die eine Möglichkeit gibt etwas korrekt auszuführen, auch unter der Berücksichtigung der eigenen anatomischen Gegebenheiten....

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Acedia oder zu faul – über die geistige Trägheit (1) Einführung.

Ad Deum qui laetificat iuventutem meam – Zu Gott, der meine Jugend erfreut Der Schreiber dieser Zeilen traf unlängst Mitglieder eines ihm bekannten Frauenordens, welche zum Krippenspiel fuhren, allersamt aber einen recht depressiven Eindruck machten. Der Orden, wie viele andere auch, hat nichts zu lachen. Der letzte Neueintritt ist über 25 Jahre her, der Altersdurchschnitt geht gegen 80 und zwei bis drei Schwestern sterben pro Jahr. Das Ende ist also absehbar. Da außerdem, gelinde formuliert, weder eine Frömmigkeit noch der Eifer des frühen Cluny herrscht, so kommt der Zustand der Schwestern nicht von ungefähr. Die Liturgie der Alten Messe, welche (1) immer Recht hat und sollte sie einmal (2) Unrecht haben, dann hat sie auch Recht, siehe Punkt (1), sagt uns in den Stufengebeten: Zum Altar Gottes will ich treten, der meine Jugend erfreut. Et introibo ad altare Dei, ad Deum, qui laetificat iuventutem meam. Es stellt sich natürlich die Frage, was der Altar mit der Jugend zu tun hat, warum er sie erfreut und was Menschen sagen können, die nicht mehr jung sind. Bei diesem Stufengebet handelt es sich um einen Auszug aus dem Psalm 42,4 (Vulgata-Nummerierung) dessen nächste Zeile Ps 42,5 wie folgt lautet: quare tristis es anima mea et quare conturbas me spera in Deum quoniam adhuc confitebor illi salutare vultus mei et Deus meus Warum bist du traurig, meine Seele, und warum beunruhigst du mich? Hoffe auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, Dem Heil meines Angesichtes und meinem Gott....

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Verpflichtung zur Vervollkommnung oder Perfektionismus ist etwas Gutes

Jedes Leben muss sich vervollkommnen Es gibt manche Sätze in der vorkonziliaren, geistlichen Lektüre, welche dermaßen gegen den Zeitgeist und die politischen Korrektheit gehen, dass sie einerseits nicht nur für Aha-Effekte, sondern sogar für Erkenntnisblitze sorgen, sodass man gut daran tut sie anderen mitzuteilen. Denn in der Kirche hören wir, wie wir alle wissen, nur das „Miteinander“ und das „Bla-Bla-Bla“. Der Aha-Satz, welcher in Adolphe’s Tanquerey’s Précis de Théologie Ascétique et Mystique (Grundriss der Asketischen und Mystischen Theologie) zu lesen ist,[1] lautet auf Deutsch wie folgt: „Jedes Leben muss sich vervollkommnen, aber vor allem das christliche Leben, welches, was seine Natur betrifft, vom Wesen her progressiv ist und sein Ende erst im Himmel erhält.“ „Tout vie doit se perfectionner, mais surtout la vie chrétienne, qui, d’après sa nature, est essentiellement progressive et n’atteindra son terme que dans le ciel.“[2] Schon er erste Abschnitt macht die Sinne schwinden: „Jedes Leben muss sich vervollkommnen […]“...

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