Hl. Leonard: Die kleine Anzahl derer, die gerettet werden (10 von 10)

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Wie man es dreht und wendet, die Wahrscheinlichkeit, dass Anno 2018 mehr Menschen verdammt als gerettet werden, ist doch sehr hoch. Wenn man bedenkt, dass Katholizismus der wahre, allein selig machende Glaube ist, dass sich die Anforderungen Gottes nicht geändert haben, gleich, was uns unsere Geistlichen sagen, dann liegt doch die Anzahl der Geretteten im Promillebereich. Geben Sie sich Mühe, dass Sie darunter sind und nehmen Sie gerne die kommenden Heimsuchungen in Kauf, denn das ist der Weg der Reinigung. Amen.

Zusammenfassung

Brüder! Ich möchte euch heute alle getröstet wegschicken. Wenn ihr mich also nach meiner Meinung über die Zahl derer fragt, die gerettet werden, hier ist sie: Ob es viele oder wenige sind, die gerettet werden, ich sage, dass wer immer gerettet werden möchte, gerettet wird; und niemand kann verdammt werden, wenn er das nicht möchte. Und wenn es wahr ist, dass wenige gerettet werden, dann deshalb, weil es nur wenige gibt, die gut leben. Was den Rest betrifft, vergleicht diese zwei Meinungen: die erste stellt fest, dass die größere Anzahl der Katholiken verdammt wird; im Gegensatz dazu gibt die andere vor, dass die größere Anzahl der Katholiken gerettet wird. Stellt euch einen Engel vor, der von Gott gesandt wird, um die erste Meinung zu bekräftigen, um euch zu sagen, dass nicht nur die meisten Katholiken verdammt werden, sondern dass von dieser ganzen Versammlung einer alleine gerettet wird. Wenn du die Gebote Gottes befolgst, wenn du die Verderbtheit dieser Welt verabscheust, wenn du das Kreuz Jesu Christi im Geist der Buße umarmst, wirst du der eine sein, der als einziger gerettet wird.

Nun stellt euch vor, derselbe Engel kommt zu euch zurück und bekräftigt die zweite Meinung. Er sagt euch, dass nicht nur der größere Anteil der Katholiken gerettet wird, sondern dass aus dieser ganzen Versammlung nur ein einziger verdammt wird und alle anderen gerettet. Wenn du danach weiter machst mit deinem Wucher, deiner Rache, deinen kriminellen Handlungen, deiner Unreinheit, dann wirst du der Eine sein, der verdammt wird.

Was hat man für einen Nutzen, wenn man weiß, ob viele oder wenige gerettet werden? Der Heilige Petrus sagt uns:

„Brüder! Bestrebt euch darum umso mehr, dass ihr eure Berufung und Auserwählung [durch gute Werke] sicherstellt.“

Als die Schwester des Heiligen Thomas von Aquin ihn fragte, was sie tun müsse, um zum Himmel zu kommen, sagte er: „Du wirst gerettet, wenn du das willst.“ Ich sage euch dasselbe, und hier ist der Beweis für meine Aussage. Niemand wird verdammt, außer er begeht eine Todsünde: das ist eine Glaubenssache. Und niemand begeht eine Todsünde, wenn er das nicht möchte: Das ist eine unleugbare theologische Aussage. Daher kommt niemand in die Hölle, wenn er es nicht möchte; die Konsequenz ist offensichtlich. Genügt dies nicht, euch zu trösten? Weint über vergangene Sünden, legt eine gute Beichte ab, sündigt in Zukunft nicht mehr, und ihr werdet alle gerettet werden. Warum quält ihr euch so? Denn es ist sicher, dass man eine Todsünde begehen muss, um in die Hölle zu kommen, und um eine Todsünde zu begehen muss man das wollen, und daraus folgert logischerweise, dass niemand in die Hölle kommt, wenn er das nicht möchte. Das ist nicht nur eine Meinung, das ist eine unleugbare und sehr tröstende Wahrheit; möge Gott euch geben, dass ihr das versteht, und möge er euch segnen. Amen.

Nachwort

In den ersten Regeln über die Unterscheidung der Geister zeigt Ignatius, dass es typisch für den bösen Geist ist, Sünder zu beruhigen. Daher müssen wir beständig predigen und Anlass für Vertrauen zu geben und die Pflicht der Hoffnung in des Herrn unendliche Verzeihung und Gnade, denn Umkehr ist einfach und Seine Gnade allmächtig. Aber wir müssen uns auch in Erinnerung rufen: „Gott lässt Seiner nicht spotten“ (Gal 6, 7), und jemand, der gewöhnlich im Stand der Todsünde lebt, ist auf dem Weg zur ewigen Verdammnis.

Es gibt Wunder in letzter Minute, aber es sei denn, wir streiten uns darüber, dass Wunder der allgemeine Gang der Dinge sind, sind wir verpflichtet zuzugeben, dass für die Mehrzahl der Menschen, die im Stand der Todsünde leben, Unbußfertigkeit am Ende des Lebens die wahrscheinlichste Möglichkeit ist.

Die Argumente des Heiligen Leonard von Port Maurizius haben uns überzeugt. Sie sind es wert, dass man sie anhört. Mit Beredtsamkeit und Klarheit, entwickeln sie eine Überlegung von Pater Lombardi in seiner öffentlichen Debatte mit dem Führer der italienischen Kommunisten, Velio Spano in Cagliara am 4. Dezember 1948. „Ich werde von Entsetzen gepackt bei dem Gedanken, dass wenn Sie auf diese Weise fortfahren, Sie zur Hölle verdammt werden“, sagte Pater Lombardi zu dem Marxisten Spano. Spano antwortete: „Ich glaube nicht an die Hölle.“ Und Pater Lombardi konterte: „Exakt. Und wenn Sie damit fortfahren, werden Sie verdammt werden; wenn man vermeiden will verdammt zu werden, muss man an die Hölle glauben.“

Wir könnten Pater Lombardis Antwort verallgemeinern. Vielleicht ist es genau ein solcher Mangel an übernatürlichem Glauben, der die Menschen davon abhält, eine tiefe Wertschätzung der pastoralen Transzendenz der Predigt nach Art des Heiligen Leonard von Port Maurizius in seiner Anwendung auf unser tägliches Leben zu erreichen. Jedenfalls ist es nicht deshalb, weil die Moral heute besser ist als zur Zeit des berühmten Missionars. Es könnte keine bessere Gelegenheit für uns geben, diesen Tadel von Kardinal Pie zu zitieren: „Ich sehe überall Bedachtsamkeit; balld werden wir nirgends mehr Mut sehen; seien Sie versichert, wenn wir auf diese Weise fortfahren werden wir an einer Weisheitsattacke sterben.“ Nicht göttliche Weisheit, sicher; denn nur fleischliche und weltiche Bedachtsamkeit erwecken fruchtlose Erkenntnis, die über die Predigt des Heiligen Leonard spottet.

Die Lehre des Heiligen Leonard von Port Maurizius hat zahlreiche Seelen gerettet und wird bis zum Ende der Zeiten zahlreiche Seelen retten. Dies sagt die Kirche in dem Gebet of the Divine Office, Sechste Lesung, die von St. Leonards himmlischer Wortgewandtheit spricht: Wenn man ihn hörte, wurden selbst Herzen aus Eisen und Messing kraftvoll zur Buße geneigt, auf Grund der erstaunlichen Wirkmächtigkeit und des Predigers brennenden Eifers. Und im liturgischen Gebet bitten wir den Herrn: Gib die Macht, die Herzen verhärteter Sünder durch die Werke der Predigt zu beugen.

Diese Predigt des Heiligen Leonard von Port Mauriius wurde während der Amtszeit von Papst Benedikt XIV. behalten, der den großen Missionar so sehr liebte.

www.olrl.org/snt_docs/

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Hl. Leonard: Die kleine Anzahl derer, die gerettet werden (8 von 10)

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Viele werden sich vielleicht denken, dass Gott, da er „so lieb sei“ es nicht übers Herz bringen wird, dass die Menschen in die Hölle gehen. Das ist ein gefährlicher Anthropomorphismus und die Einschränkung Gottes auf sein einziges Attribut: der Liebe. Gott ist aber ein überaus, vollkommenes, heiliges, selbstgenügsames Wesen – Gott eben – der seine Fülle in sich selbst hat und an dieser Fülle uns teilhaben lassen will, falls wir es wollen, denn wir sind frei. Und deswegen braucht Gott weder die Welt noch die Menschen zu seiner eigenen Glückseligkeit. Gott ist keine neurotische Mutter, die dem verzogenen Balg nachläuft und sich selbst für alles die Schuld gibt. Gott ist keine Mutter! Gott ist Vater! Gott ist fordernd, streng, gerecht und auch fördernd, aber Er schmachtet nicht nach Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser. Gottes Seligkeit und der visio beatifica der Seligen wird es keinen Abbruch tun, wenn Sie in der Hölle landen. So ist es eben!

Gott sehnt sich danach, dass alle Menschen gerettet werden

In hundert Stellen in der Heiligen Schrift teilt uns Gott mit, dass es wahrhaft Sein Verlangen ist, alle Menschen zu retten.

„Ist es Mein Wille, dass ein Sünder stirbt, und dass er nicht von seinen Lebenswegen bekehrt werde? … Ich lebe, sagt Gott der Herr. Ich begehre nicht den Tod des Sünders. Sei bekehrt und lebe.“ (vgl. Ez 18, 23 14)

Wenn jemand etwas sehr stark wünscht sagt man, er stirbt vor Verlangen; das ist eine Überspitzung. Aber Gott wollte und will immer noch unsere Rettung so sehr, dass Er vor Verlangen starb, und Er litt den Tod, um uns das Leben zu geben. Dieser Wille alle Menschen zu retten, ist daher nicht ein heuchlerischer, oberflächlicher und augenscheinlicher Wille in Gott; es ist ein realer, wirkmächtiger und heilbringender Wille; denn Er bietet uns all die Mittel, die am besten geeignet sind, uns zu retten. Er gibt sie uns nicht, damit sie es nicht erreichen werden; Er gibt sie uns mit einem ernsthaften Willen, mit der Intention, dass sie ihren Zweck erfüllen. Und wenn sie ihn nicht erfüllen, zeigt Er sich betroffen und beleidigt darüber. Er befiehlt sogar den Verdammten, sie zu nutzen, damit sie gerettet werden (vgl. 2 Petr 1, 10 15); Er ermahnt sie dazu; Er nötigt sie dazu. Und wenn sie es nicht tun, sündigen sie. Daher können sie es tun und so gerettet werden.

Weit mehr, weil Gott sieht, dass wir nicht einmal ohne Seine Hilfe von Seiner Gnade Gebrauch machen könnten, gibt Er uns andere Hilfen; und wenn sie manchmal wirkungslos bleiben, ist es unsere Schuld; denn mit diesen selben Hilfen mag der eine sie missbrauchen und mit ihnen verdammt werden, und ein anderer mag recht tun und gerettet werden; er mag sogar mit weniger wirksamen Hilfen gerettet werden. Ja, es kann passieren, dass wir eine größere Gnade missbrauchen und verdammt werden, wohingegen ein anderer mit einer geringeren Gnade mitwirkt und gerettet wird.

Der Heilige Augustinus ruft aus:

„Wenn daher jemand von der Gerechtigkeit abweicht, ist er getragen von seinem eigenen Willen, geführt von seiner Begierde, betrogen von seiner eigenen Überzeugung.“

Aber jenen, welche die Theologie nicht verstehen, habe ich Folgendes zu sagen: Gott ist so gut, dass wenn Er einen Sünder in sein Verderben rennen sieht, Er ihm nachläuft, ihn ruft, anfleht und ihn sogar bis zu den Pforten der Hölle begleitet; was wird Er nicht tun, um ihn zu bekehren? Er sendet ihm gute Eingebungen und heilige Gedanken, und wenn er von diesen keinen Nutzen zieht, wird Er ärgerlich und zornig, Er jagt ihm nach. Wird Er ihn schlagen? Nein. Er schlägt die Luft und vergibt ihm. Aber der Sünder ist noch nicht bekehrt. Gott sendet ihm eine tödliche Krankheit. Es ist sicher vorbei mit ihm. Nein Brüder, Gott heilt ihn; der Sünder wird hartnäckig im Bösen, und Gott in Seinem Erbarmen sucht einen anderen Weg; Er gibt ihm noch ein Jahr, und wenn das Jahr zu Ende ist, gewährt Er ihm sogar ein weiteres.

Aber wenn der Sünder sich trotz alledem noch immer in die Hölle werfen möchte, was tut Gott? Verlässt Er ihn? Nein. Er nimmt ihn bei der Hand; und während er noch einen Fuß in der Hölle hat und den anderen draußen, predigt Er ihm immer noch, Er fleht ihn an, Seine Gnaden nicht zu missbrauchen. Nun frage ich euch, wenn dieser Mensch verdammt wird, ist es [dann] nicht wahr, dass er gegen den Willen Gottes verdammt ist und weil er verdammt werden möchte? Kommt nun und fragt mich: Wenn Gott mich verdammen wollte, warum hat Er mich geschaffen?

Undankbarer Sünder, merke dir heute, dass wenn du verdammt wirst, es nicht Gott ist, der zu beschuldigen ist, sondern du und dein Eigenwille. Um dich selbst davon zu überzeugen, gehe hinunter, sogar bis in den Abgrund der Hölle, und dort werde ich dir einen dieser erbärmlichen verdammten Seelen bringen, die in der Hölle brennen, damit sie dir diese Wahrheit erklären kann. Hier ist nun eine: „Sage mir, wer bist du?“ „Ich bin ein armer Götzenanbeter, geboren in einem unbekannten Land; ich habe niemals etwas vom Himmel oder der Hölle gehört, noch davon, was ich nun leide.“ „Armer Kerl! Geh weg, du bist nicht der, den ich suche.“ Ein anderer kommt; da ist er. „Wer bist du?“ „Ich bin ein Schismatiker vom Ende Tatarstans. Ich lebte immer in einem unzivilisierten Land und wusste kaum, dass es einen Gott gibt.“ „Du bist nicht der, den ich möchte; geh zurück in die Hölle.“ Hier ist ein weiterer. „Und wer bist du?“ Ich bin ein armer Häretiker aus dem Norden. Ich wurde am Pol geboren und sah niemals das Licht der Sonne oder das Licht des Glaubens.“ „Auch du bist nicht der, nach dem ich suche, geh zurück in die Hölle.“ Brüder, mein Herz ist zerrüttet, wenn ich diese Kerle sehe, die niemals je den wahren Glauben unter den Verdammten kannten. Dennoch, wisset, dass das Urteil der Verdammung über sie gesprochen wurde und man ihnen sagte: „Deine Verdammnis kommt von dir.“ Sie wurden verdammt, weil sie es so wollten. Sie erhielten so viele Hilfen von Gott, um gerettet zu werden! Wir wissen nicht, was sie waren, aber sie kennen sich  gut, und nun rufen sie aus: „O Herr, Du bist gerecht … und Deine Gerichte sind gerecht [unparteiisch].“

14 Ez, 18, 23. „Sollte ich denn Wohlgefallen am Tode des Gottlosen haben“, – Spruch des Herrn – „und nicht vielmehr daran, daß er sich von seinem Wandel bekehre und lebe?“

15  2 Petr 1, 10. Brüder, bestrebt euch darum um so mehr, daß ihr eure Berufung und Auserwählung [durch gute Werke] sicherstellt.

          Die Bibelstellen sind zitiert aus Henne/Rösch

Hl. Leonard: Die kleine Anzahl derer, die gerettet werden (7 von 10)

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Ist es Gottes Schuld, dass jemand verloren geht? Nein, es ist immer die eigene Schuld. In der Zeit der Apostasie hat er uns das Internet gegeben. Sie können lesen, sich bilden, Menschen kennenlernen, die Sie niemals kennengelernt hätten. Man hat doch irgendwo immer eine Alte Messe, eine Neue Messe tut es zur Not auch, denn manche sind gültig. Sie können getrost sein, dass Gott Ihnen jede mögliche Gnadenhilfe gibt. Je größer die Anfechtungen von Außen, desto mehr Gnadenhilfen von Innen. Der Schreiber dieser Zeilen hat im Bergoglio-Pontifikat überhaupt keine Glaubenskrise. Er hat im richtigen, also traditionellen Katholizismus ein konsistentes System gefunden, weiß, was alles falsch läuft und ist trotz aller Probleme sehr glücklich, weil ihm endlich die Lösung aufgeht, nach der er sehr lange gefahndet hat. Er ist kein Neukonservativer mehr und braucht sich mit der Quadratur der Kreises (Hermeneutik der Kontinuität, der gute „konservative“ Johannes Paul II, der gute, „konservative“ und so liebe Benedikt XVI etc.) nicht herumzuschlagen. Wenn man die falschen Konstanten des Nachkonziliarismus aus der Gleichung streicht, hat man ein schönes und funktionierendes System, von dem leider kaum jemand weiß. Die Wahrheit befreit, die Wahrheit macht stark, die Wahrheit macht opferbereit und rettet Seelen.

Die Güte Gottes

Vielleicht glaubt ihr die schrecklichen Wahrheiten noch nicht, die ich euch eben gelehrt habe. Aber es sind die höchstangesehenen Theologen, die berühmtesten Väter, die durch mich zu euch gesprochen haben. Wie könnt ihr aber Gründen widerstehen, die von so zahlreichen Beispielen und Worten aus der Schrift gestützt werden? Wenn ihr dennoch zögert und wenn eure Seele der gegenteiligen Meinung zugeneigt ist, wird diese Betrachtung nicht genügen, euch erschauernd zu machen? Oh, es zeigt, dass ihr euch nicht sehr um euer Heil kümmert! In dieser wichtigen Frage wird ein vernünftiger Mensch beim geringsten Zweifel über das Risiko das er eingeht sprachloser werden als bei dem Beweis des absoluten Bankrotts in anderen Angelegenheiten, an denen die Seele nicht beteiligt ist. Einer unserer Brüder, der selige Ägidius, sagte für gewöhnlich, dass wenn nur ein Mensch verdammt werden würde, er alles tun würde, dass er nicht dieser Mensch sei.

Was müssen also wir tun, die wir wissen, dass die größere Anzahl verdammt werden wird, und nicht nur außerhalb der Christenheit? Was müssen wir tun? Den Entschluss fassen, zu der kleinen Anzahl derer zu gehören, die gerettet werden. Zu sagen: Wenn Christus mich verdammen wollte, warum hat er mich dann erschaffen? Still, unbedachte Zunge! Gott hat niemanden geschaffen, um ihn zu verdammen; sondern wer auch immer verdammt wird, wird verdammt, weil er das möchte (vgl. Hos 13, 9 11).  Deshalb werde ich mich nun bemühen, die Güte meines Gottes zu verteidigen und von allem Vorwurf freizusprechen (vgl. Ez 18, 23 12): das wird das Thema des zweiten Punktes sein.

Bevor wir fortfahren, lasst uns auf der einen Seite all die Bücher und all die Häresien von Luther und Calvin, und auf der anderen Seite die Bücher und Häresien der Pelagianer und Semi-Pelagianer sammeln und sie alle verbrennen. Einige zerstören Gnade, andere die Freiheit, und alle sind mit Irrtümern angefüllt; also lasst sie uns in das Feuer werfen. All die Verdammten tragen auf ihrer Stirn den Orakelspruch des Propheten Hosea (Osee): „Deine Verdammnis kommt von dir“, so dass sie verstehen können, dass wer auch immer verdammt wird, durch seine eigene Bosheit verdammt wird, und weil er verdammt werden möchte.

Zunächst lasst uns diese beiden unleugbaren Wahrheiten als Grundlage nehmen:

„Gott möchte, dass alle Menschen gerettet werden“, „Alle brauchen die Gnade Gottes“.

Wenn ich euch nun zeige, dass Gott alle Menschen retten möchte, und dass Er zu diesem Zweck ihnen Allen Seine Gnade und alle anderen notwendigen Mittel gibt, um dieses erhabene Ziel zu erreichen, werdet ihr zustimmen müssen, dass wer auch immer verdammt wird, dies seiner eigenen Bosheit zuschreiben muss, und dass wenn die größere Anzahl der Christen verdammt wird, es deshalb ist, weil sie verdammt werden wollen.

„Deine Verdammnis kommt von dir; deine Hilfe ist nur in Mir.“ (vgl. Hos 13, 913).

11  Hos 13, 9. Das ist dein Unheil, o Israel: Wer kann dich schützen vor mir?

12  Ez, 18, 23. „Sollte ich denn Wohlgefallen am Tode des Gottlosen haben“, – Spruch des Herrn – „und nicht vielmehr daran, daß er sich von seinem Wandel bekehre und lebe?“

13  Hos 13, 9. Das ist dein Unheil, o Israel: Wer kann dich schützen vor mir?

Hl. Leonard: Die kleine Anzahl derer, die gerettet werden (6 von 10)

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Warum haben wir solche Probleme mit dieser Predigt? Weil wir erstens glauben selbst zur den Verworfenen zu gehören, da wir nicht ausreichend viel tun und zweitens sind wir durch das dumme, demokratische Denken verzogen. Dieser Egalitarismus, diese Gleichmacherei. Alles ist für jeden, jeder ist gleich gut, jeder ist jedem unter jedem Gesichtspunkt ebenbürtig. Das ist doch blanker Unsinn! Schauen Sie sich um! Es gibt überall Hierarchien, nach der Gauß-Kurve angeordnet.  Wenn also die Natur und das Natürliche so angeordet ist, warum sollte denn das Übernatürliche anders angeordet sein. Bis Amoris Laetitia war Ehebruch Todsünde, Homosexualität himmelschreiende Todsünde. Glauben Sie wirklich, dass sich das durch die Federzüge von Bergoglio geändert hat? Mitnichten. Wer soll denn aus der heutigen Schar noch gerettet werden?

Als der Heilige Johannes Chrysostomus eines Tages in der Kathedrale von Konstantinopel predigte und diese Verhältnisse bedachte, konnte er nicht anders als vor Entsetzen schaudern und fragen:

„Was glauben Sie, wie viele aus dieser großen Anzahl von Menschen gerettet werden?“

Und ohne auf eine Antwort zu warten, fügte er hinzu:

„Unter so vielen tausenden Menschen würden wir keine hundert finden, die gerettet werden, und ich zweifle sogar, dass diese hundert [gerettet werden].“

Was für eine entsetzliche Sache! Der große Heilige glaubte, dass von so vielen Menschen, kaum einhundert gerettet würden; und selbst dann war er sich der Anzahl nicht sicher. Was wird mit euch geschehen, die ihr mir zuhört? Großer Gott, ich kann nicht ohne Schaudern daran denken! Brüder, das Problem der Errettung ist eine sehr schwierige Sache; denn nach den Leitsätzen der Theologen erreichen nur wenige ein Ziel, wenn es große Anstrengungen erfordert.

Deshalb folgert der Heilige Thomas [von Aquin, gest. 1274], der Doctor Angelicus, nachdem er in seiner großen Belesenheit alle Für und Wider abgewogen hat, letztendlich, dass die größere Anzahl der erwachsenen Katholiken verdammt werden. Er sagt:

„Weil die ewige Seligkeit das Stadium des Natürlichen übersteigt, besonders seit ihm die ursprüngliche Gnade entzogen wurde, wird nur diese kleine Anzahl gerettet werden.“

Also nimm die Binde von deinen Augen, die dich mit Eigenliebe blendet, die dich davon abhält so eine offensichtliche Wahrheit zu glauben, indem sie dir sehr falsche Ideen über die Gerechtigkeit Gottes vermittelt. „Gerechter Vater, die Welt hat Dich nicht erkannt“, (vgl. Joh 17, 257) sagt Unser Herr Jesus Christus. Er sagt nicht „Allmächtiger Vater, bester und barmherziger Vater.“ Er sagt „gerechter Vater“ (vgl. Ps 119/118, 1378), so dass wir verstehen können, dass aus all den Attributen Gottes keines weniger bekannt ist als Seine Gerechtigkeit, weil die Menschen sich weigern zu glauben, weil sie sich fürchten, dem unterzogen zu werden. Deshalb, nimm die Binde von deinen Augen weg und sage tränenreich: Ach! Die größere Anzahl der Katholiken, die größere Anzahl derer, die hier leben, vielleicht sogar jene, die in dieser Versammlung sind, werden verdammt! Welches Thema könnte deine Tränen mehr verdienen?

König Xerxes, der auf einem Hügel stand und auf seine Armee von einhundert tausend Soldaten in Schlachtordnung sah, und dabei erwägte, dass von all diesen in hundert Jahren kein einziger Mann leben würde, war nicht in der Lage, seine Tränen zurückzuhalten. Haben wir nicht mehr Grund zu weinen, wenn wir daran denken, dass von so vielen Katholiken die größere Anzahl verdammt wird? Sollte dies unseren Augen nicht Flüsse von Tränen entlocken, oder zumindest in unserem Herzen das Gefühl des Mitleids hervorbringen, wie es ein Augustinerbruder, der ehrwürdige Bruder Marcellus vom Hl. Dominikus gefühlt hat? Eines Tages, als er über die ewigen Qualen meditierte, zeigte ihm der Herr, wie viele Seelen in diesem Moment in die Hölle kamen und ließ ihn eine sehr breite Straße sehen, auf der zweiundzwanzigtausend Verdammte in Richtung Hölle rannten und dabei aneinander prallten. Der Diener Gottes war bei dem Anblick bestürzt und rief aus: „Oh, welch eine Menge! Welch eine Menge! Und es kommen noch mehr! O Jesus! O Jesus! Welch ein Wahnsinn!“ Lass mich mit Jeremia wiederholen:

„Wer wird meinem Kopf Wasser geben und eine Tränenquelle meinen Augen? Und ich werde Tag und Nacht weinen um die Geschlachteten der Tochter meines Volkes.“ (vgl. Jer 9, 1, bei Henne Rösch Jer 8, 239).

Arme Seelen! Wie könnt ihr so eilig Richtung Hölle rennen? Um der Barmherzigkeit willen, haltet an und hört mir einen Moment zu! Entweder versteht ihr was es bedeutet, gerettet zu sein und [was es bedeutet] in alle Ewigkeit verdammt zu sein, oder nicht. Wenn ihr versteht und euch dennoch nicht  entscheidet, heute euer Leben zu ändern, eine gute Beichte abzulegen und die Welt [mit ihren Verlockungen] niederzutrampeln, in einem Wort, alle Anstrengungen zu unternehmen, zu der kleinen Zahl derer gezählt zu werden, die gerettet werden, dann sage ich, dass ihr nicht den Glauben habt. Ihr seid mehr entschuldbar, wenn ihr das nicht versteht, denn dann muss man sagen, dass ihr den Verstand verloren habt. [Zu wissen, was es bedeutet:] Für alle Ewigkeit gerettet zu sein, für alle Ewigkeit verdammt zu sein, und nicht alle Anstrengungen zu unternehmen, das eine zu vermeiden und das andere sicherzustellen, ist etwas Unvorstellbares. (vgl. Hos 13, 910)

7    Joh 17, 25 Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt. Ich aber habe dich erkannt, und diese haben erkannt, daß du mich gesandt hast.

8    Ps 119/118, 137. Gerecht bist du, o Herr, und dein Gericht ist gerade.

9    Jer 9, 1 (bei Henne/Rösch: Jer 8, 23) O daß doch ganz Wasser wäre mein Haupt, mein Auge ein Tränenquell! Weinen wollte ich Tag und Nacht um der Tocher, meines Volkes, Erschlagene!

10  Hos 13, 9. Das ist dein Unheil, o Israel: Wer kann dich schützen vor mir?

Hl. Leonard: Die kleine Anzahl derer, die gerettet werden (5 von 10)

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In diesem Teil der Predigt wird das Thema der Buße und der Bekehrung auf dem Totenbett besprochen. Es ist sehr illusorisch zu glauben, dass man jetzt sündigen kann und irgendwann einmal mit der Buße anfangen oder durch irgendeine Frömmigkeitsform verdächtigen Ursprungs alles „herausreißen“ wird. Die nachkonziliare Kirche sagt uns, dass wir sowieso alle in den Himmel kommen, da Gott barmherzig sei. Wir können also per Umkehrschluss sicher sein, dass wirklich die allermeisten unserer Zeitgenossen in die Hölle kommen, die Geistlichen zuerst, und Gott seine schonungslose Gerechtigkeit wird walten lassen. Ja, wahrscheinlich zu unseren Lebzeiten. Der Schreiber dieser Zeilen (DSDZ) ist immer wieder beeindruckt, wie selbstgefällig, selbstgerecht und mit sich zufrieden die Menschen doch sind und zwar umso mehr, je weniger sie etwas geschafft haben und je weniger sie die objektiven Normen der Heiligkeit erfüllen. Die Besten sind immer diejenigen, die am meisten selbstkritisch sind und zwar in jedem Bereich. DSDZ traf einmal einen über 70-jährigen Frührentner, der mit 55 pensioniert wurde, der in seiner beruflichen Laufbahn Papiere von links nach recht legte, was auch jemand anderes hätte tun können, verheiratet, kinderlos, weil er immer Angst hatte. Dieser Mann war im Moment des Kennenlernens schon das 15. Jahr mit Nichtstun beschäftigt und von DSDZ gefragt, ob er mehr bete, antwortete er, dass er an die Andacht der drei Ave Maria glaube, die ihn vor etwas retten soll, aber für drei Ave Maria habe er keine Zeit, ein Ave Maria kann er beten. 24 Stunden am Tag, nichts zu tun und keine Zeit für drei Ave Maria. Er tat im Alter genauso wenig, wie er früher auch nichts getan hat, hatte kaum Interessen außer sich selbst und war ausschließlich damit beschäftigt viel über sich selbst zu reden. Traditioneller Katholik, Alte Messe. Nein, wenn Sie sich jetzt nicht bekehren, werden Sie sich auch im Alter nicht bekehren. Wenn Sie jetzt keine Buße tun, werden Sie auch im Alter keine Buße tun. Wie Sie jetzt leben, so werden Sie auch sterben, denn einen guten Tod, bei dem man mit den Sterbesakramenten ausgerüstet ist, muss man sich durch ein gutes Leben verdienen. 

Aber ihr werdet sagen: Kann Buße nicht den Verlust der Unschuld gewinnbringend wiedergutmachen? Ich gebe zu, das ist wahr. Aber ich weiß auch, dass Buße in der Praxis so schwer ist, wir haben diese Gepflogenheit so ganz und gar verloren, und sie wird von den Sündern so schwer missbraucht, dass dies alleine genügen müsste um euch zu überzeugen, dass auf diesem Weg nur sehr wenige gerettet werden. Oh, wie steil, eng, dornig, schrecklich anzusehen und schwer zu erklimmen er ist! Überall, wo wir hinschauen, sehen wir Spuren von Blut und Dinge, die schlimme Erinnerungen wachrufen. Manche werden alleine vom Anblick dessen schon schwach. Viele weichen gleich bei Beginn zurück. Viele fallen vor Erschöpfung in der Mitte, und viele geben am Ende jammervoll auf. Und wie wenige sind es, die bis zum Tode standhalten! Der Heilige Ambrosius [von Mailand, Heiliger, Theologe, Lehrer des hl. Augustinus, Kirchenvater, gest. 397] sagt, es ist leichter Menschen zu finden, die ihre Unschuld bewahrt haben als solche, die rechte Buße getan haben.

Wenn ihr das Sakrament der Buße betrachtet, da gibt es so viele verfälschte Bekenntnisse, so viele durchdachte Entschuldigungen, so viele betrügerische Reue, so viele ungültige Absolutionen! Würdet ihr die Beichte von jemand als gültig betrachten, der sich selbst der Sünden der Unreinheit beschuldigt und an der Möglichkeit festhält? Oder jemand, der sich offensichtlicher Ungerechtigkeiten beschuldigt, ohne den Vorsatz, irgendeine Wiedergutmachung dafür zu leisten? Oder jemand, der wieder in dieselben Ungerechtigkeiten fällt, nachdem er sie gerade gebeichtet hat? Oh, abscheuliche Missbräuche eines so großen Sakraments! Einer beichtet, um die Exkommunikation zu vermeiden, ein anderer, um den Ruf des Büßers zu erlangen. Einer befreit sich von seinen Sünden, um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen, ein anderer verheimlicht sie aus Scham. Einer beschuldigt sich vorsätzlich unvollständig, ein anderer [beichtet] aus Gewohnheit. Einer hat nicht den wahren Zweck des Sakramentes im Sinn, anderen fehlt es an der nötigen Reue, wieder einem am festen Vorsatz. Arme Beichtväter, welche Anstrengungen macht ihr, um die Mehrheit der Sünder zu diesen Vorsätzen und Taten zu bringen, ohne welche die Beichte ein Sakrileg ist, die Absolution eine Verdammung und Reue eine Illusion?

Wo sind sie nun, jene, die glauben, dass die Anzahl der Geretteten unter den Christen größer ist als die der Verdammten und die, um ihre Meinung zu rechtfertigen, folgendermaßen argumentieren: der größere Teil der erwachsenen Katholiken sterben in ihren Betten, gewappnet mit den Sakramenten der Kirche, daher werden die meisten erwachsenen Katholiken gerettet? Oh, was für eine feine Begründung! Man muss genau das Gegenteil sagen. Die meisten erwachsenen Katholiken beichten beim Tod schlecht, daher werden die meisten verdammt. Ich sage „um so sicherer“, weil ein Sterbender, der bei guter Gesundheit nicht gut gebeichtet hat, es umso schwerer haben wird, wenn er mit einem schweren Herzen, einem unbeständigen Kopf, einem verworrenen Verstand im Bette liegt; wenn auf vielerlei Weise noch lebende Objekte gegen ihn sind, noch frische Gelegenheiten, angenommene Gewohnheiten, und über alldem die Teufel, die alle Mittel suchen, ihn in die Hölle zu werfen. Wenn man nun zu all diesen falschen Büßern jene hinzuzählt, die unerwartet in Sünde sterben, aufgrund der Unkenntnis der Ärzte oder der Fehler ihrer Verwandten, die durch eine Vergiftung sterben oder in Erdbeben beerdigt werden, die durch einen Schlaganfall sterben oder durch einen Sturz, oder auf dem Schlachtfeld, in einem Kampf, gefangen in einer Falle, vom Blitz erschlagen, verbrannt oder ertränkt, muss man nicht daraus schließen, dass die meisten erwachsenen Christen verdammt werden? Das ist das Argument des Heiligen Chrysostomus. Dieser Heilige sagt, dass die meisten Christen während ihres ganzen Lebens auf dem Weg zur Hölle gehen. Warum bist du also so überrascht, dass die größere Anzahl in die Hölle geht? Um an eine Tür zu kommen musst du auf der Straße gehen, die dorthin führt. Was kannst du gegen eine solch kraftvolle Begründung antworten?

Die Antwort, wirst du mir sagen, ist, dass Gottes Barmherzigkeit groß ist (vgl. Ps 103/102, 17 -183). Ja, für jene, die Ihn fürchten, sagt der Prophet; aber groß ist Seine Gerechtigkeit für den, der Ihn nicht fürchtet, und diese verdammt alle hartnäckigen Sünder (vgl. Lk 13, 274).

Also wirst du zu mir sagen: Also gut, für wen ist das Paradies, wenn nicht für Christen? Es ist für Christen, gewiss, aber für jene, die ihr Merkmal nicht entehren und die als Christen leben. Außerdem, wenn man zu der Anzahl der erwachsenen Christen, die in der Gnade Gottes sterben, die zahllose Menge der Kinder hinzuzählt, die nach der Taufe und vor Erreichen des Vernunftalters sterben, wirst du nicht überrascht sein, dass der Heilige Apostel Johannes, als er über jene spricht, die gerettet werden, sagt: „Darauf sah ich eine große Schar, die niemand zu zählen vermochte.“ (Apk 7, 95).

Und das ist es, was jene betrügt, die vorgeben, dass die Anzahl der Geretteten unter den Katholiken größer ist als die der Verdammten … Wenn man zu dieser Zahl die Anzahl der Erwachsenen addiert, die das Gewand der Reinheit bewahrt haben, oder die, nachdem sie es befleckt haben, es in den Tränen der Buße gewaschen haben, ist es sicher, dass die größere Anzahl gerettet wird; und das erklärt die Worte des Heiligen Johannes: „Ich sah eine große Schar“ (vgl. Apk 7, 9), und diese anderen Worte Unseres Herrn: „Viele werden kommen von Osten und Westen, und werden mit Abraham und Isaak und Jakob im Reich des Himmels feiern“ (Vgl Mt 8, 116), wie auch die anderen Zahlen, die üblicherweise zugunsten dieser Meinung zitiert werden. Aber wenn man von erwachsenen Christen spricht, stimmen Erfahrung, Verstand, Lehrautorität, Korrektheit und die Schrift im Beweis darin überein, dass die größere Anzahl verdammt wird. Glaube nicht, dass deshalb das Paradies leer ist; im Gegenteil, ist dies ein sehr dicht besiedeltes Reich. Und wenn die Verdammten „so zahlreich wie der Sand im Meer“ sind, so sind die Geretteten „so zahlreich wie die Sterne am Himmel“, das heißt, sowohl die einen als auch die anderen sind unzählbar, wenn auch in sehr verschiedenen Verhältnissen.

3        Ps 103/102, 17 Doch des Herren Erbarmen währt immer und ewig für die, die ihn fürchten. Seine Güte reicht bis auf Kindeskinder 18 für jene, die Seinen Bund bewahren und Seine Befehle sorgsam erfüllen.

4    Lk 13, 27 Er aber wird [euch] erklären: Ich sage euch, ich weiß nicht, woher ihr seid. Hinweg von mir, all ihr Übeltäter!

5    Apk 7, 9 Darauf sah ich eine große Schar, die niemand zu zählen vermochte, aus allen Völkern, Stämmen, Geschlechtern und Sprachen. Sie standen vor dem Thron und vor dem Lamme, angetan mit weißen Gewändern und mit Palmen in ihren Händen.

6    Mt 8, 11 Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreiche zu Tische sitzen.

Hl. Leonard: Die kleine Anzahl derer, die gerettet werden (4 von 10)

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Warum ist es so schwierig gerettet zu werden? Weil die Welt schlecht ist. Der Schreiber dieser Zeilen hat in vielen Branchen gearbeitet und hat kaum jemanden kennengelernt, den er als einen „einigermaßen anständigen Menschen“ hätte bezeichnen können. Die Interessen sind wie folgt gestaffelt:

(1) Sex,

(2) Geld,

(3) andere übers Ohr zu hauen,

(4) sich für den Größten zu halten.

Ja, wirklich überall, international, auch in der Akademie, auch in der Kirche. Der Mensch ist ein soziales Wesen und entschuldigt sich dadurch, dass „alle es so machen“. Das ist aber keine Entschuldigung. In der Hölle wird man auch allein, obwohl in der Gesellschaft sein. Dass die Anzahl der verdammten Priester sehr groß ist und ihnen die Dämonen sehr dankbar sind, braucht uns anno 2018 wirklich nicht zu verwundern. Wenn der hl. Johannes Chrysostomus (gest. 407) solch eine schlechte Meinung  über seine Amtsbrüder hatte, was sollen wir erst sagen?

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Hl. Leonard: Die kleine Anzahl derer, die gerettet werden (3 von 10)

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Ja, die Heilige Schrift sagt es selbst. Die Kirche betet und berachtet oft die Geschichte Israels, insbesondere im Tridentinischen Brevier, um die Vorgehensweise Gottes zu lernen und auf sich selbst, das Neue Israel, zu übertragen. Und wie ist diese Vorgehensweise? Reinigen und ausmerzen lassen, sodass zu Lebzeiten Christi nur die ganz treuen der Treuen überhaupt übrig geblieben sind von denen, die aus Ägypten auszogen und deren Nachfahren im Laufe der Jahrhunderte nicht als Israeliten überlebten, weil sie entweder vom Glauben abfielen, die nachkonziliaren Theologie würde sagen, weil sie „mit der Umwelt einen ergebnisoffenen Religionsdialog pflegten“ oder im Zuge der Strafe Gottes umgebracht wurden. Gott hat sein Volk wie einen Weinberg gepflegt, d.h. diejenigen Reben, die keine Frucht brachten, abgeschnitten. Das passiert auch jetzt. Franziskus macht das Ausmaß der Apostasie sichtbar. Es kommt kein Widerstand, weil sie nicht daran glauben.

Die Worte der Heiligen Schrift

Aber warum die Meinung der Väter und Theologen herausfinden, wenn die Heilige Schrift die Frage so klar regelt? Schaut in das Alte und das Neue Testament, und ihr werdet eine Menge an Zahlen, Symbolen und Worten finden, die ganz klar diese Wahrheit aufzeigen: sehr wenige werden gerettet werden. In den Zeiten Noahs wurde die gesamte menschliche Rasse von der Flut überschwemmt, und nur acht Personen wurden in der Arche gerettet. Der Heilige Petrus sagt:

„Diese Arche war ein Bild der Kirche“ (vgl. 1 Petr 3, 20 – 21),

während der Heilige Augustinus hinzufügt:

„Und diese acht Menschen, die gerettet wurden, deuten an, dass sehr wenige Christen gerettet werden, weil es sehr wenige gibt, die sich ernsthaft von der Welt abkehren, und jene, die sich von ihr nur mit Worten abkehren, gehören nicht zu dem Geheimnis, das durch die Arche dargestellt wird.“

Die Bibel sagt uns auch, dass nur zwei von zwei Millionen Hebräern das Verheißene Land betraten, nachdem sie aus Ägypten ausgezogen waren, und dass nur vier dem Feuer von Sodom und den anderen brennenden Städten, die mit ihr untergingen, entflohen. All dies bedeutet, dass die Anzahl der Verdammten, die wie Stroh in das Feuer geworfen werden, viel größer ist als die der Geretteten, die der himmlische Vater eines Tages wie kostbaren Weizen in Seine Scheunen aufnehmen wird.

Ich käme zu keinem Ende, wenn ich alle Symbole aufzeigen müsste, mit denen die Heilige Schrift diese Wahrheit bestätigt; lassen Sie uns damit begnügen, dass wir auf das lebende Orakel der Fleischgewordenen Weisheit hören. Was hat Unser Herr dem neugierigen Mann im Evangelium geantwortet, der Ihn fragte:

„Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?“ (Lk 13, 23).

Bewahrte Er Stillschweigen? Antwortete Er zögernd? Hielt Er Seine Gedanken verborgen aus Furcht, die Menge zu erschrecken? Nein. Von nur einem gefragt, wendet Er sich an all jene, die anwesend sind. Er sagte zu ihnen: „Ihr fragt mich, ob es nur wenige sind, die gerettet werden?“ (Lk 13, 24)“. Hier ist Meine Antwort:

„Bemüht euch, durch die enge Pforte einzutreten. Denn ich sage euch: Viele werden einzutreten suchen, es aber nicht vermögen.“ (Lk 13, 24).

Wer spricht hier? Es ist der Sohn Gottes. Ewige Wahrheit, die bei einer anderen Gelegenheit sogar noch klarer sagt:

„Viele sind berufen, wenige aber auserwählt.“ (Mt 20, 16; 22, 14).

Er sagt nicht, dass alle gerufen sind und dass aus allen Menschen wenige auserwählt sind, sondern das viele berufen sind; was bedeutet, wie der Heilige Gregor erklärt, dass aus allen Menschen viele zum wahren Glauben berufen sind, aber von diesen wenige gerettet werden. Brüder, dies sind die Worte Unseres Herrn Jesus Christus. Sind sie klar? Sie sind wahr. Sagt mir nun, ob es euch möglich ist, Glauben in euren Herzen zu haben und nicht zu zittern.

Hl. Leonard: Die kleine Anzahl derer, die gerettet werden (2 von 10)

Warum sind all diese unten genannten Heiligen und Theologen so streng?,

könnte man fragen. Weil sie Bescheid wissen. Weil sie durch ihre eigene Heiligkeit und Gelehrtheit dermaßen nahe an der objektiven Wirklichkeit sind, dass sie wissen, wer Gott ist und was er will. Ja, Heiligkeit ist auch ein Wachstum an Erkenntnis. Es gibt ja zuerst den Weg (1) der Reinigung, dann (2) der Erleuchtung und (3) der Vereinigung. Die Tugend der Gottesfurcht, die aller Weisheit Anfang ist (Ps 111,10), ist diejenige Tugend, die im Laufe des ganzen spirituellen Weges wächst. Sie fürchten sich nicht weniger vor Gott. Sie fürchten sich mehr, weil in der Perspektive des göttlichen Lichtes jedes Staubkörnchen sichtbar wird und weil Sie Angst haben Gottes Anforderungen nicht zu erfüllen. Es ist doch nicht möglich, dass der ewige, vollkommene Gott im Jahre 1962 seine Regeln und Anforderungen ändert, weil es seit 1962 den „modernen Menschen gibt“ für den jetzt auf einmal nichts mehr gilt, was vor ihm galt. Deswegen hat das letzte Konzil so viele Seelen auf dem Gewissen, weil die Normen verändert worden sind. Gott ändert sich aber nicht und passt sich auch nicht an. Seine Gesetze der Gnade sind so unveränderlich wie seine Naturgesetze. Stellen Sie sich vor, die Planck-Konstante würde von einem Tag auf den anderen um mehrere Dezimalstellen verschoben werden. Das gesamte Universum würde aus den Fugen geraten. Naturgesetze sind etwas Objektives und Verifizierbares. Die Gesetze der Gnade sind es ebenso und das Übernatürliche können wir analog zu dem Natürlichen erkennen. Dies nennt man die Analogia entis (Analogie des Seins) oder die Analogia Fidei (Analogie des Glaubens). Die Hölle wird mit den Manchern des jetzigen Pontifikats, mit den feigen Kardinälen, Bischöfen und Priestern, sowie mit Laien gut gefüllt werden. Gott ändert weder sich selbst noch seine Gesetze.

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Hl. Leonard: Die kleine Anzahl derer, die gerettet werden (1 von 10)

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Anbei eine sehr schöne, literarische Übersetzung der Predigt des hl. Leonard von Eugenie Roth. Der vollständige Originaltext, für diejenigen, die ihn lesen möchten, findet sich auf Englisch im beigefügten Link.

Was bringt die Menschen zur Umkehr?

Das Gedenken der letzten Dinge: Tod, Himmel oder Hölle. Leider ist die Hölle für die allermeisten wahrscheinlicher, wenn man sich so umschaut. Von der Novus Ordo Kanzel bekommen Sie solche Reden nicht zu hören, weil man davon ausgeht, dass man früher den Menschen drohte und die inneren, psychologischen Ängste nach außen projizierte (Stichwort: Hölle, Dämonen). Manchmal hören Sie die Wahrheit doch, wenn Sie das Gesagte per Umkehrschluss deuten. Wann sollte man dies tun? Wenn der Geistliche liberal, weltoffen, dialogbereit ist und in Sünde lebt. Dann können Sie getrost wirklich alles, was er von sich gibt, umkehren und Sie werden gerettet werden, denn der Dämon, der durch ihn spricht, redet auch zur Ehre Gottes. Ein Beispiel gefällig? Bitte schön.

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Die kleine Anzahl der Geretteten oder was ist wahrscheinlicher? (5 von 5)

Crucifixus jansen

Wie groß ist denn die Zahl der Prädestinierten?

Das weiß nur Gott, aber es gibt dazu drei theologische Lösungsvorschläge:[1]

  1. Die Mehrzahl der Väter und der Theologen ist der Meinung, dass die Lücke, die durch den Fall der bösen Geister entstanden ist, mit Menschen ausgefüllt sein wird, sodass die Anzahl der zu Seligkeit prädestinierten Menschen mindestens so groß sei wie die der gefallenen Engel (Augustinus, Enchir, 62; Gregor d. Gr., Moral XXXI, 49, 99; Bernhard, De adv. Domini sermo 1, 5).
  2. Andere meinen die Zahl der seligen Menschen werde mit der der seligen Engel übereistimmen.
  3. Andere vermuten, es würden so viele Menschen selig, wie Engel gefallen seien und dazu noch so viele, wie Engel erschaffen worden sind.

Wir halten 1. für die wahrscheinlichste Lösung, weil die Anzahl der Engel die Anzahl der Menschen wohl übersteigt.

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