Steven Skojec: Die Peron-Regel

Hier eine Übersetzug von davillatollkuehn eines Beitrag aus onepeterfive. Was ist da neu? Nichts. Antipapst Franziskus lügt, widerspricht sich, verwendet die sowohl-als-auch Rhetorik, um zu spalten, zu verwirren und seinen Spaß daran zu haben. Kommunion für Protestanten hin oder her, hü oder hott. Nein, es ist uns nicht egal, aber es ist schon langweilig, weil wir mindestens vor zwei Jahren die eigentlichen Ziele von Franziskus offen legten:  Zerstörung der Kirche durch Schisma und eigentlich immer auf die alten Texte verweisen können. Das Böse ist langweilig, das Böse ist steril, das Böse ist nervend. Das Böse ist aber auch zeitlich begrenzt, was wir doch sehr hoffen. 

Ich habe das alles schon einmal gesagt, aber es kommt zu dem Punkt, an dem ich in anderen Posts darauf verweisen kann. Also hier ist es nochmal allein

Der kirchliche Juan Peron

Hin und wieder schickt mir jemand etwas Rechtgläubiges (oder Orthodoxes), das Franziskus gesagt hat, und fragt mich, was ich daraus mache.

„Aber er sagte, die leibliche Auferstehung sei echt!“

„Aber er sagte, die Messe sei keine Show!“

„Aber er sagte, die Eucharistie ist wirklich der lebendige Jesus!“

„Aber er sagte, es sollte keine aktiven Homosexuellen im Seminar geben!“

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Steven Skojec, Falls Franziskus ein Gegenpapst ist, so können wir es noch nicht wissen

bonaventura-funaral

Anbei stellen wir einen Aufsatz von STEVE SKOJEC, den er am 21. Juni 2016 auf 1P5 BLOG als seine Antwort auf Ann Barnhardts Vocem alienorum veröffentlicht hat. Der Schreiber dieser Zeilen stimmt mit ihm nicht überein und glaubt, dass Steve Skojec sich weigert das I-Tüpfelchen zu stellen und sich seine Leser, Spenden und Einnahmen nicht vergraulen möchte. Dies alles ist verständlich, aber kein Sachargument. Sein Argument, dass wir alle auf eine öffentliches Dokument der Kirche warten müssen, welches uns die jetzige Situation mit Gewissheit erklärt, erinnert den Schreiber dieser Zeile an eine Komödie aus der Zeit des ausgehenden Sozialismus, wo zwei Parteimitglieder, obwohl draussen ein Schneesturm tobt, darauf warten, dass in der Tagessschau oder anderem offiziellen Nachrichtenprogramm der Partei gesagt wird, dass es wirklich schneit, denn wenn die Nachrichten sagten, dass es nicht schneit, dann schneit es nicht (wobei hier die hegelianische Dialektik einzusetzen wäre). Als in diesem Film endlich „im Fernsehen“ gesagt wurde, dass es schneit, so konnten diese beiden Parteigänger endlich und mit Erleichterung ihren Sinnen trauen: „Ja, es schneit tatsächlich“. Das kirchlichen Urteil, auf das Steven Skojec wartet, kann vielleicht in 200 Jahren erfolgen und wir müssen bis dahin wenigstens für uns selbst diese Dinge ordnen. Wer soll den jetzt in Rom katholisch korrekte Erklärungen abgeben, nach dem theologischen Tschernobyl von Amoris Laetitia? Come on, Steve, please! Wir werden dennoch bald eine eigene Kritik und Ergänzung zu Ann Barnhardt vorstellen, welche unserer Meinung nach nur eine Spitze des Eisbergs sieht, wir glauben eine zweite  Spitze zu sehen, denn der Eisberg ist groß. Es ist aber sehr trostreich und beruhigend, dass es auf der Welt noch Katholiken gibt, die sich noch wirklich um ihre Kirche sorgen und wir beschließen nicht wieder einmal zu erwähnen, wer es nicht tut.

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Am demselben Tag, an dem Papst Benedikt XVI. seine Abdankung verkündete, schlugen zwei Blitze in den Vatikan ein. (Source)

Über das [letzte] Wochenende veröffentlichte die beachtenswerte katholische Bloggerin Ann Barnhardt ein Essay, in dem sie darlegt, dass sie glaubt, dass „Jorge Bergolio, ‚Franziskus‘ sei ein Gegenpapst, der nie kanonisch gewählt wurde, und das Joseph Ratzinger, Papst Benedikt XVI. Immer noch der Römische Papst ist.“ Sie fährt fort indem sie behauptet, dass

Die überwältigende Menge an Beweisen und die Verschiedenheit der Beweisrahmen, die zusammenfließen  ist nun dermaßen überwältigend, dass ich glaube, dass eine Person, die über alle Fakten informiert ist,  eine willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit[1] auf sich nehmen müsste, um weiterhin Bergoglio als den römischen Papst anzuerkennen.

Ich bin mit Ann befreundet. Wir haben zusammen einige Podcasts gemacht, und wir schreiben uns gelegentlich. Wenn sie Recht  hat, ist sie eine rhetorische Waffe der Massenvernichtung, und [zwar] eine, die man nur durch ein Wunder ertragen kann. Dies von vornherein feststellend, bedeutet nicht, dass ich immer zustimme, dass sie immer recht hat (oder zu auf die 11 zugehen muss). Und in diesem Fall, um ehrlich zu sein, finde ich ihr Argument bedeutend weniger überzeugend als sie selbst es tut. Nichtsdestoweniger beginne ich zu sehen, dass in unserem Kommentarbereich auf [ihren Beitrag] verwiesen wird, ebenso wie an anderen Stellen online. Das macht es schwierig, [den Beitrag] zu ignorieren – insbesondere, seitdem das Meinungsspektrum zu diesem Thema [d.h. dass Bergoglio der Antipapst ist] infolge eines päpstlichen Skandals nach dem anderen, mit zunehmender Häufigkeit in katholischen Online-Diskussionen erscheinen.

Ich werde Anns Theorie nicht so viel Zeit und Mühe bei der Recherche widmen, die notwendig wäre, um eine wirklich substantielle Kritik zu schreiben. Kurz gesagt möchte ich jedoch einige Streitpunkte ansprechen, die ich in ihrer Argumentation sehe.

Zunächst sind drei der fünf Prophetien, welche sie zitiert, von fraglicher Herkunft. Die Prophetie des Hl. Franz von Assisi ist die Bedeutendste von diesen, denn wenn man sie liest, fühlt man sich, als ob sie für unsere gegenwärtige Zeit gemeint sei. Nichtsdestoweniger wird sie von Wissenschaftlern, die über die  katholische Prophetie forschen als apokryph betrachtet, z. B. von Desmond Birch und Emmett O’Reagan (unter anderen). Niemand hat diese Prophetie bis zum Hl. Franziskus selbst zurückverfolgt – sie erscheint nicht in seinen bestehenden Werken. Die Prophetie, wie Ann sie zitiert, stammt aus dem Buch von 1882 mit dem Titel Works of the Seraphic Father St. Francis Of Assisi, von R. Washbourne. Die Einleitung zu diesem Buch stellt selbst fest, dass es eine Übersetzung „der Ausgabe der ‚Werke des Hl. Franziskus‘ Ist, veröffentlicht in Köln im Jahr 1848. Da das Werk dazu gedacht ist, praktisch zu sein und der [persönlichen] Andacht zu dienen, wurden weder kritische Notizen eingefügt noch Fußnoten zu den Autoren gemacht, von denen Wadding seine Zusammenstellung vornahm nahm.“  Der besagte Wadding war der Franziskanermönch Luke Wadding aus dem 17. Jahrhundert, dessen eigenes Werk nach Meinung einiger Wissenschaftler einige zweifelhafte Texte enthält. In der Einleitung des Herausgebers zu einer Auflage von 1906 des Textes von Wadding, nun online aufrufbar, lesen wir, dass

Waddings Ausgabe der Opuscula unterscheidet sich hauptsächlich von allen anderen Sammlungen darin, dass wo die letzteren nur solche Stücke enthielten, welche der Materie und Form nach Manuskripte des Hl. Franziskus waren, so sah sich Wadding ermächtigt, zu den Schriften des Hl. Franziskus viele Sinnsprüche des Heiligen zu setzen, die in den frühen Legenden gefunden wurden.

[…]

So kommt es dazu, dass in Waddings Ausgabe, neben den unstrittigen Werken des Hl. Franziskus, wir zweifelhafte, sogar unechte Auszüge aus verschiedenen Quellen finden, die dem Seraphischen Vater zugeschrieben werden. Es muss immer bedauert werden, dass Wadding, anstatt den ältesten MSS [Manuskripten] zu folgen, die er zur Hand hatte, sich damit zufrieden gab, die unvollständigen und oftmals eingefügten [interpolierten] Teile derselben abzuschreiben, die er in Sammlungen aus zweiter Hand fand, wie die von Markus von Lissabon. Von unserem Standpunkt aus [gesehen] wird sein Werk beeinträchtig von unvollkommener Recherche und unverlässlicher Kritik.

Aus dieser Ausgabe von 1906 wurden tatsächlich viele dieser fragwürdigen Schreiben durch die Minderbrüder von Quaracchi entfernt, einschließlich „all der Kolloquien, Prophetien, Parabeln etc. …“

Die Botschaft von La Salette bezüglich Rom, [das] „der Sitz des Antichrist“ wird, beinhaltet einigen Wert gemäß dem kirchlichen Verständnis der Prophetie bezüglich dieser Figur [des Antichristen], aber dieser Teil der ansonsten anerkannten Erscheinungen von La Salette wurde einige Zeit als eine mögliche spätere Erfindung der Seherin Mélanie Mathieu diskutiert, die zu dieser Zeit mit den Schwierigkeiten ihres Klosterlebens kämpfte. Viele Gelehrte betrachten diesen Teil der Botschaften daher nicht als authentisch. Jedenfalls ist Franziskus ganz gewiss nicht der Antichrist, obgleich man argumentieren könnte, dass er eine Art davon ist.

Abschließend ist hierzu zu sagen, dass die Fatima-Botschaft, die Ann zitiert, Teil eines Textes, den man nur vom Hörensagen kennt und nicht der Teil irgendeines der offiziell herausgegebenen Geheimnisse von Fatima. Fr. Paul Kramer – selbst auch derselben Meinung wie Ann, dass Benedikt der wahre Papst sei –  ordnete dieses Zitat einer Paraphrase von Kardinal Ottaviani bezüglich eines unveröffentlichen Geheimnisses von Fatima zu. Dies geschah im Mai dieses Jahres (2016).  Ohne ein offizielle Dokumentation über die Sprache [des Fatimatextes, den man nur vom Hörensagen kennt Red.] dient er als ein Interessensgebiet [der Fatima-Forscher], man kann sich aber auf den Wortlaut in Bezug auf Genauigkeit nicht verlassen, bis die vollständigen Texte der [Fatima-]Botschaften schließlich veröffentlicht wird.

Zu der Frage des Rücktritts von Papst Benedikts fortschreitend, so sind die Aussagen über ein erweitertes Papstamt von Erzbischof Gänswein, obwohl an sich wegen seiner Nähe zu den beiden Päpsten berichtenswert, faktisch nichts mehr als sein eigene Theorie [über den Sinn von Benedikts Rücktritt Red.]. Gleicherweise ist der Gedanke, dass Papst Benedikts Abdankung unter die kanonische Ungültigkeit eines „wesentlichen Irrtums“ falle, soweit sich ein äußerer Beobachter [jemand anderer als Benedikt XVI selbst, der keinen Zugang den Gedankengängen von Ratzinger hat Red.] mit derartigem beschäftigt, allenfalls dürftig. Wir wissen nicht, dass er [Benedikt] tatsächlich glaubte, er könne das Petrusamt in eine Doppelherrschaft erweitern (und tatsächlich hat er die Theorien rundweg verneint, es hätte einen Mangel an seiner Resignation gegeben), ohne Rücksicht auf das, was Gänswein theoretisiert. Erinnern Sie sich an den Brief, den Papst Emeritus 2014 an Andrea Tornelli sandte:

„Es gibt absolut keinen Zweifel hinsichtlich der Gültigkeit meiner Resignation“ vom Petrusamt“ und die „Spekulationen“ darüber seine „einfach absurd“. Joseph Ratzinger wurde nicht gezwungen zurückzutreten, er wurde dahingehend nicht unter Druck gesetzt und er wurde kein Opfer einer Konspiration: Sein Rücktritt war echt und gültig und es gibt heute in der Kirche keine „Diarchie“ (Doppelregierung). Es gibt einen regierenden Papst, Franziskus, der die katholische Kirche leitet und einen Papst Emeritus, dessen „einzige Aufgabe“ die ist, für seinen Nachfolger zu beten.

Ich verstehe, warum Menschen dies infrage stellen, aber bar eines konkreten [Hinweises] von Benedikt selbst, dass seine Abdankung unter anderen Umständen stattfand als er selbst eingestanden hatte, verbleibt [solch eine Annahme] im Bereich der Spekulation, nicht im Bereich der Gewissheit.

Die Fragen um die Wahl von Jorge Kardinal Bergoglio sind, denke ich, etwas substantieller, insofern  wir das Eingeständnis der Mitglieder der sogenannten „St. Gallen Mafia“ bezüglich einer geheimen Verschwörung haben, Bergoglio auf den Thron Petri zu heben. Abgesehen davon wissen wir nicht, dass Bergoglio selbst zu dieser Verschwörung gehörte, und wenn er dies nicht tat, so machten die Rechtsbrüche der Verschwörer seine Wahl nicht ungültig (obgleich sie es sollten, wenn man Universi Dominici Gregis glauben soll, welche eine automatische Exkommunikation aller [an einer geheimen Wahlabsprachen] Beteiligten als Folge bestimmt).

Ann fährt fort, „Bergoglios Litanei der Häresien“ aufzuschreiben, und sie wird keinen Streit mit mir darüber bekommen, dass diese alle zutiefst beunruhigend sind. Sind sie jedoch alle offenkundig häretisch? Sind sie [diese Worten und Taten] andauernd und formal?[2] Noch einmal: das ist es, wo es an Sicherheit fehlt. Und wenn sie nicht auf materielle Häresie hinauslaufen, bleiben Theologen unsicher bezüglich der Frage, ob die Bellarmin/Suarez Hypothese hier tatsächlich auch greift.

Der Rest von Anns Essay von beinahe 5.000 Worten handelt größtenteils von ihrer eigenen Kompetenz solche Vorwürfte [gegen den Papst] zu erheben, sowie dieser Teil ihres Schreibens bringt Gegenargumente auf eventuelle Vorwürfe [gegen ihre These]. Ihre Argumentation als solche erstreckt sich auf die erste Hälfte ihres Schreibens. Tatsächlich, wenn jemand ihr einleitendes Statement und die Teile über Prophetie sowie Bergolianische Häresien weglässt, ist die Autorität, solche Feststellungen zu treffen und die Erwiderung der Gegenargumente, so bleiben weniger als 1000 Worte tatsächlicher Argumentation über den rechtswidrigen Rücktritt von Benedikt und die ungültige Wahl von Franziskus.

Und ich finde weder das eine noch das andere überzeugend, aus Gründen, die ich bereits oben angeführt hatte.

Ist es [dennoch] möglich, dass Ann recht hat? Ja, das ist möglich, aber wir können es nicht mit Gewissheit wissen, bis die Kirche darüber eine Erklärung herausgibt.[3] Ist es möglich, dass sie falsch liegt? Ja, und ich halte das für wahrscheinlicher. Nicht, dass dies die Sache besser macht – es ist eine viel schwierigere Situation, mit der wir umgehen müssen, wenn Franziskus ein gültig gewählter Papst ist, als wenn er es nicht ist; im letzten Fall kann er einfach entlassen werden und seine Amtshandlungen abrogiert werden. Im ersten Fall müssen wir uns mit der Realität des  theologisch am meisten destruktiven Papstes in der Kirchengeschichte anfreunden, und die negativen Auswirkungen [seines Pontifikats] richtigzustellen wird höchstwahrscheinlich  Generationen dauern.

Aber noch einmal: Ich denke, dass Diskussionen wie diese wertvolle Zeit vergeuden. Jemand schrieb mir vor einigen Wochen, um meine Meinung zu einem anderen Artikel Ann  zu erhalten und zu diesem Zeile für Zeile Stellung zu nehmen. Meine Antwort war folgendermaßen:

Offen gesagt neige ich dazu, solcher Art von Diskussionen fernzubleiben. Sie können interessant sein, aber sie können uns auch dazu verführen zu versuchen mit einem gewissen Grad der Gewissheit zu bestimmen, was man nur durch ein autoritatives Urteil der Kirche wissen kann.

Ist es möglich, dass Franziskus ungültig gewählt wurde, oder dass Benedikt ungültig zurücktrat? Ja, es ist möglich. Wird der Versuch, diese Schlüsse selbstständig zu ziehen uns irgendeinen inneren Frieden geben oder gar eine Art einklagbarer Gewissheit?[4] Nope.

Ich für meinen Teil vertraue darauf, dass, während Christus möglicherweise im Boot schläft, während der Sturm sich erhebt, Er die Wellen mit einem Wort beruhigen kann. Er fordert uns auf, einfach genug Glauben aufzubringen um darauf zu vertrauen, dass Er das tun wird, wenn die Zeit kommt.

Letztendlich wird dies alles aussortiert werden. Ob Franziskus ein Antipapst oder ein gültiger Papst ist, sein Papsttum wird zweifellos von künftigen Generationen verurteilt werden. Die Charismen der Indefektibilität[5] und Unfehlbarkeit greifen immer noch, und Franziskus wird nicht in der Lage sein, sie zu beseitigen. Stattdessen ist er gezwungen, sie zu umgehen. Und dies bedeutet, hinterhältig und heimtückisch zu sein, und das ist es, was wir alle wahrnehmen. Er wird viele Seelen in die Irre führen, aber Unser Herr sagte voraus, dass es solch falsche Lehrer und Propheten geben würde, und Hl. Paulus sagte (Apg 20, wenn ich mich recht erinnere), dass es Wölfe geben würde, die sich unter die Hirten mischen würden.

Nun, wir werden das durchstehen. Wie ich das sehe, haben wir alle genügend Kopfschmerzen ohne zu versuchen ein juristisches Durcheinander auseinanderzusortieren, das just göttliche Führung erfordert. Und niemand möchte ein Sedisvakantist sein. Das ist nämlich kein Spaß.

Ann ist KEINE Sedevakantistin, wie sie selbst klarstellt. Sie denkt halt, wir haben immer noch denselben Papst wie im Februar 203. Hat sie recht? Dafür bin ich nicht zuständig. Spielt das eine Rolle? Nach objektiven Maßstäben, selbstverständlich ja. Den wahren Papst vom falschen unterscheiden zu können ist besser, als es nicht zu wissen. Aber wir können es nicht mit der Gewissheit eines kirchlichen Urteils wissen. Noch nicht.

Der Versuch zu ergründen, ob ein Mann, der behauptet Papst zu sein, es nun ist oder nicht, indem man Dinge im Internet liest und daraus Schlüsse zieht, ist damit zu Vergleichen, wie jemand versucht die eigene Krankheit zu ergründen, indem er seine Symptome ergoogelt: die Chancen stehen gut dafür, dass man dadurch überzeugt wird an einer seltenen oder unheilbaren Krankheit anstatt an einer hundsgewöhnlichen zu leiden; aber sogar wenn man richtigerweise herausfindet, dass man an etwas Schrecklichem leidet, was kann man damit tun? Man muss immer noch zum Arzt gehen, damit [die Krankheit] behandelt wird. Man kann sich nicht einfach so selbst behandeln.

Ann selbst gibt zu, praktisch gesagt, dass ihre Schlussfolgerung wirklich nichts für den durchschnittlichen Katholiken und Kirchgänger ändert:

Zuerst und vor allem: Messen, in denen von dem zelebrierenden Priester im Kanon ein Gegenpapst kommemoriert wird, sind GÜLTIGE MESSEN. Die Eucharistie findet statt, das Heilige Opfer wird dargebracht.   

Weiter wurde mir ganz entschieden versichert, dass ich, wenn ich die Heilige Kommunion in einer Messe empfange, von der ich weiß, dass Bergoglio in ihr als Papst kommemoriert wurde, dies für mich KEIN Akt der Hypokrisie ist. Ich weiß, dass die Messe gültig ist. Ich weiß, dass die Eucharistie stattgefunden hat. Ich weiß, dass unser Herr begierig danach ist, im Allerheiligsten Sakrament des Altars zu mir zu kommen und ich zu Ihm, vorausgesetzt, ich bin im Stand der Gnade.

Wenn meine Haltung zu Bergoglio richtig ist – und ich glaube offensichtlich, dass sie es ist – was dies bedeutet ist, dass die Kommemoration von ihm als Papst im Kanon entweder RECHTSWIDRIG oder IRRTÜMLICH geschieht. Wir haben hierfür einen klaren historischen Präzedenzfall.  Während des Großen Abendländischen Schismas, das allein auf politische Intrige und NICHT irgendwelche Fragen der Häresie zurückzuführen ist, haben drei Männer gleichzeitig den Anspruch erhoben Papst zu sein. Einer diese Männer war der Wahre Papst, und die beiden anderen waren Gegenpäpste. Diese Gegenpäpste waren keine Gott lästernden Häretiker wie Bergoglio. Noch einmal: die gesamte Situation war allein politischer Intrige geschuldet. Und so standen zwei Giganten der Kirche – beide Heilige und eine [davon] Kirchenlehrerin – hinter verschiedenen „Päpsten“. Dies bedeutet, dass einer dieser Heiligen sich geirrt hat und einer Recht hatte.  Welcher war der Heilige, der den wahren Papst befürwortete? Es war Katharina von Siena, Kirchenlehrerin und Laie. Wussten Sie, dass die Heilige Katharina KEINE Nonne mit Gelübden war? Sie war Dominikaner-Tertiarin (Drittorden), der die Erlaubnis gegeben worden war, den dominikanischen Habit zu tragen. Sie war Laie.

Und wer war der Heilige, einer der wahren intellektuellen Giganten der Kirche, der sich irrte und einen Gegenpapst unterstützte? Es war St. Vincent Ferrer, der Priester war und so das Heilige Messopfer viele, viele Male feierte und [dabei] einen Gegenpapst im Kanon kommemorierte.

Hier haben wir [wohl in die Heiligsprechungsakten] eine interessante Präzisierung: St. Vincent Ferrers Kommemoration eines Gegenpapstes wird nicht einmal „rechtswidrig“ genannt – sie wird „irrtümlich“ genannt.

Mein Vorschlag ist folgender: vielmehr als sich darüber zu sorgen, welcher der beiden Päpste in Rom der wahre ist – also um etwas, was die Kirche rechtzeitig, auch ohne unsere Hilfe, beantworten wird –, so sollten wir, glaube ich, unsere Bemühungen darauf richten, die Irrtümer, die Franziskus verbreitet und gegen die Benedikt nichts tut, zu bekämpfen. Und wir sollten dies tun, indem wir als Gegengift die echte katholische Lehre verbreiten. Dahin zu kommen, diese Lehre besser zu verstehen und neue und wirksame Wege zu finden, sie auszusäen, ist weit effektiver als die müßige Spekulation über etwas, was wir nicht definitiv bestimmen können, anzustellen und was zu heilen, wir niemals die Macht haben werden.

[1] Zu diesem Begriff siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Willentliche_Aussetzung_der_Ungl%C3%A4ubigkeit

[2] Damit eine formale Häresie ausgesprochen werden kann, bestimmt sowohl das neue als auch das alte Kirchenrecht, dass die Häresie: a) offenkundig, also in forum externum, d.h. in der Öffentlichkeit stattfinden muss, b) der mutmaßliche Häretiker muss mit Gewissheit wissen, dass er eine Häresie begeht und es nicht aus Wissensmangel tun und es muss c) eine „andauernde Widersetzlichkeit“ (CIC 1983, kann 1364 § 2) vorliegen, d.h. er muss die Häresie trotz einer Warnung weiterhin aufrechthalten. Siehe dazu: https://wobronietradycjiiwiary.wordpress.com/category/apologetyka-i-polemika/nieomylnosc-papieska/ http://www.cfnews.org/page88/files/d9316b1dfdf813d95b197bee8640f489-219.html

Steven Skojec sagt zurecht, dass nicht alle Elemente einer formalen Häresie in forum externum bei den Worten und Taten zweifelsohne vorliegen.

[3] D.h. ein öffentliches Dokument, dass der Rücktritt von Benedikt und die Wahl von Bergoglio gleichermaßen ungültig waren.

[4] Actionable certainty ist ein juristischer Fachtermin, der auch in Moraltheologie vorkommt. Es geht um diese Art von Gewissheit, welche eine Handlung möglich macht.

[5] Laut Ott, Grundriss der Dogmatik, Bonn 201011, 418 ist die Indefektibilität der Kirche wie folgt zu verstehen: „Die Indefektibilität der Kirche besagt sowohl ihre Unvergänglichkeit, d.i. die stete Dauer bis an das Ende der Welt, als auch die wesentliche Unveränderlichkeit ihrer Lehre, ihrer Verfassung und ihres Kultes. Den Untergang von Einzelkirchen und akzidentielle Veränderungen schließt sei jedoch nicht aus.“ Eine sententia certa lautet: „Die Kirche ist indefektibel, d.h. sie bleibt bis zum Ende der Welt als die von Christus gestiftete Heilsanstalt bestehen“.(Ott, ebd.)

Steve Skojec, Raus aus dem Kaninchenloch

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Es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die nun einem großen Teil der katholischen Bevölkerung bewusst werden – oder zumindest bewusster als sie waren. Die Handschrift war an der Wand, schon bevor ich geboren wurde, doch es war für Viele schwer zu erkennen. Zu Beginn dieses Pontifikats wurde sie einem starken Kontrast ausgesetzt  wie die verblichenen, beinahe unsichtbaren Farben der phosphorisierenden Farbe die leuchtet, wenn man sie ultraviolett anstrahlt. Ich schreibe über diese Anzeichen fast schon seit dem Beginn dieses Pontifikats, sogar schon bevor ich dem Ruf folgte, diese Website zu gründen und die Arbeit zu beginnen, die wir nun tun. Ich bitte die Leser inständig, die “rote Pille zu nehmen” und aufzuwachen, ein Bild aus dem 1999 entstandenen Science Fiction Film The Matrix, der sich wiederum stark auf die Symbolik von Lewis Carrolls Alice im Wunderland bezieht. Die Szene und die Metapher, die sie entwickelt, spricht für sich:

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Steven Skojec, Hilary White und die nachkonziliare Matrix

Benedikt-und-Scholastika

Wir wollen hier einen von Eugenie Roth übersetzten Aufsatz vorstellen, den wir nicht hätten besser schreiben können, da wir unsere Feder und unsere Temperament noch ein wenig zügeln und manche Überspitzung bewusst vermeiden. Der vorgestellte Aufsatz Out of the Rabbit Hole erschien am 6.05.2016 auf dem Blog onepeterfive[1] und er ist uns vom Leser dspecht ans Herz gelegt worden, wofür wir uns ebenfalls bedanken. Der Schreiber dieser Zeilen hat schon lange nichts gelesen, was ihn dermaßen berührt hätte und womit er dermaßen übereinstimmen würde. Es ist ein treffendes, objektives und erschütterndes Bild des desolaten Zustandes der Weltkirche, welcher, wie man ihn auch dreht und wendet derselbe ist. Der Schreiber dieser Zeilen ist ein viel in der Welt herumgekommener Osteuropäer, der in einem deutschsprachigen Land lebt, Steve Skojec ist US-Amerikaner, Hilary White ist eine in Italien lebende Kanadierin. Und wir alle kommen zu denselben Schlussfolgerungen, obwohl wir nur mehr oder weniger detaillierte Kenntnisse verschiedener Ortskirchen haben. Man tröstet sich zwar, dass woanders es besser ist, aber woanders ist es nicht besser, es ist derselbe Verfall mit anderen Akzenten.

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