Tradition und Glauben

Charpentier, Missa assumpta est oder die Oktaverinnerung

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Als das letzte Konzil den liturgisch-rubrizistischen Kahlschlag durchführte, so war dieser durch das vorherige Ausdünnen schon vorbereitet. Dies betraf zum Beispiel die Oktave des Festes Mariä Himmelfahrt, welche im Brevier von 1960 schon nicht mehr vorkommt, da sie einer Reform der Rubriken von Johannes XIII zum Opfer fiel.

Warum war es schlimm?

Weil dieser Reform wieder einmal das Brevier zum Opfer fiel, das unsere lieben Geistlichen nähren sollte. Wird eine Oktave begangen, so werden in den Brevierlesungen der zweiten Nokturn ihre theologischen Inhalte vertieft. Wie soll man denn sonst über die Tiefen eines Festes Bescheid wissen, wenn man seine Inhalte nicht meditiert? Ferner ist solch eine Rubrikenreform immer ein Bruch mit der Vergangenheit, da man etwas anderes betet als die vorige Generation und folglich weniger als diese darüber weiß. Ars orandi – ars credendi, sagt man, „die Fertigkeit des Betens ist die Fertigkeit des Glaubens“, aber die ars orandi ist vor allem die ars legendi – „die Fertigkeit des Lesens“, da die Breviergebete allesamt vorgelesen werden. Um diesen Verlust der marianischen Oktave ein wenig zu rekompensieren, stellen wir in den nächsten Tagen die Missa assumpta est von Charpentier vor, damit wenigstens dieser marianische Akzent bleibt. Vielleicht wird dies dazu führen, dass wir endlich eine gute Predigt über die Himmelfahrt Mariens hören, denn DSDZ war es noch nicht vergönnt dies zu erleben.

 

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