Tradition und Glauben

„Das haben sie ihm in die Schuhe geschoben“ oder?

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Alles Lüge oder Selbstschutz?

Noch schlimmer als (a) Ermöglichung des Kindesmissbrauchs durch katholische Priester, als (b) die Vertuschung desselben durch katholische Hierarchen und (c) das Lügen darüber ist (d) die Desinformation darüber in der sog. „katholischen Presse“ oder (e) das Totschweigen dieser Nachrichten. Benedikt beging (a) bis (c), gloria.tv begeht (d) ihrer Tradition entsprechend, wonach Priester grundsätzlich „unschuldig“, Anschuldigungen immer eine „Hoax“ seien und Ministranten und Nonnen sich selbst vergewaltigen, um es später den armen Priestern, die es so schwer haben, in die Schuhe zu schieben.

Aber nicht nur gloria.tv tut es, andere tun es auch. (Hier ein schönes Beispiel: „Ich habe die Akten nicht gelesen, aber ich weiß, wie es gelaufen ist“. Ich verteidige also mein Benedikt-Bild, ob es stimmt oder nicht. Oh Gott!) Noch andere wie katholisches.info, lifesitenews.com oder die sonst so kämpferische Ann Barnhardt begehen (e), also schweigen sich aus, wenn es Benedikt betrifft. Es ist ein Trauerspiel, aber wir kennen es schon von anderen Fällen wie der Missbrauch in der FSSPX, wovon nur Church Militant berichtete, wir haben es übersetzt, oder die Verhaftung von Pater James Jackson (FSSP) wegen Kinderpornographie.

Wahrheit mit Lüge zu bekämpfen, denn Desinformation ist eine Form der Lüge, ist wirklich diabolisch. Dies ist wörtlich zu verstehen. Hinter diesen Websites steckt der Widersacher Gottes, der sich ihrer bedient, um die Menschen irrezuleiten und zu verwirren. Ja, es gibt auch Gutes und Wahres auf diesen Websites, um das Vertrauen zu erschleichen, aber das Ziel ist die Zerstörung der Seelen. Denn ein Leser, der feststellt, dass er von einer „seriös-katholischen Seite“, der er vertraute, angelogen wurde, verliert den Glauben an jeden und alles. Und genau so einen „Benedikt-Effekt“ erleben wir jetzt, wo den Benedikt-Fans oder den „Benedivakantisten“, denen also, die Benedikt weiterhin für den Papst halten, wie wir es auch tun, der Boden unter den Füssen weggezogen wird, denn derjenige, dem man vertraut hat, hat sich also so unwürdig erwiesen.

Es ist wahrscheinlich so, als wäre man vom eigenen Vater vergewaltigt worden. Es ist dermaßen schlimm und traumatisierend, dass man an dieser Tat und seiner Wahrnehmung zweifelt und später sich selbst dafür beschuldigt. Viele Missbrauchsopfer berichten von diesem Prozess, sowie davon, dass sie viele Jahre brauchten, um tatsächlich die Schuld dem Täter und nicht sich selbst zuzuweisen. Ist das arme Opfer noch von Menschen umgeben, die ihm einreden, dass:

  • das gar nicht passiert sei,
  • er/sie es falsch wahrgenommen oder verstanden hat,
  • er/sie dafür verantwortlich sei,

dann ist das arme Opfer wirklich in der Hölle, weil es weder sich selbst noch seiner moralischen Bewertung trauen kann. Es leidet schrecklich, weil es kein Entrinnen aus dem Trauma durch die Wahrheit gibt. Wie uns also Benedikt XVI. alle durch seine Einlassungen missbraucht und traumatisiert hat, so retraumatisiert die „katholische Presse“, wenigstens die „fromm und konservative“ uns erneut, indem sie uns Benedikts Tat schönredet oder in Abrede stellt.

Warum macht man das?

Auf der persönlichen Ebene stellt man die Schuld von jemanden (Benedikt, FSSPX, Pater Jackson, Karmel in Wyoming etc.) aus Gründen des Selbstschutzes in Frage und zwar aufgrund der eigenen Unfehlbarkeit. Der Mechanismus funktioniert wie folgt:

  1. Ich bin ein guter Mensch,
  2. Ich habe X. geglaubt oder habe zu ihm eine positiv besetzte emotionale Beziehung aufgebaut,
  3. X. hat sich als unwürdig erwiesen,
  4. wenn ich die Beziehung zu ihm aufheben würde,
  5. so würde dies meine Selbstwahrnehmung als eines guten Menschen schaden,
  6. daher hebe ich diese Beziehung nicht auf,
  7. sondern leugne die Wirklichkeit.

Dieser Leugnungsmechanismus begleitet alle Anhänger von zusammengestürzten Diktaturen („Der Führer hat nichts gewusst“, „KZs hat es niemals gegeben“, „Gulags hat es niemals gegeben“, „Alles Propaganda der Oligarchenpresse etc.“) oder Sekten („Menschen von außerhalb können es gar nicht verstehen, weil ihnen die innere Erleuchtung fehlt“). Man selbst ist nichts, man ist schwach, sodass man sich selbst durch die Person des X. bereichert. Das ist auch die Ursache von Snobismus: Sie sind selbst kein Arzt, Anwalt, Filmstar, Kardinal, Papst, Fürst etc., aber weil sie welche kennen oder mit ihnen auf Facebook „befreundet“ sind oder sie wenigstens gut finden, so fällt deren Abglanz ein wenig auf Sie.

„Wir sind Papst“, titelte Bild-Zeitung im Jahre 2005 und so fühlten sich wohl die meisten Deutschen, sicherlich aber die meisten Katholiken. Weil sich aber ihr Papst so unwürdig erwiesen hatte als Papst – durch den Rücktritt – und als Mensch – durch die Einlassungen – deswegen leugnen sie die Wirklichkeit oder schweigen. Die „katholischen“ Medien schweigen wohl auch aus pekuniären Interessen, denn sie wollen weder ihre Sponsoren, noch Leser verlieren, sodass sie die Wahrheit dem Narrativ opfern.

2005 das waren noch Zeiten

Alternative Sicht der Dinge?

DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) hat zwar recht viel Vorstellungskraft und Kreativität, aber viel zu wenig kriminelle Energie, um einen guten Anwalt abzugeben, was er auch nicht ist. Er stellte sich aber beim Lesen des Gutachtens die Frage, ob man das ganze, also Ratzingers/Benedikts Schuld nicht anders sehen und das Ganze im Sinne des Angeklagten Benedikts noch drehen könnte. Er sieht wirklich keine Möglichkeit dazu eine stringente Gegentheorie zu konstruieren, die wenigstens wahrscheinlich wäre. Um das Gutachten und die Einlassungen zu entkräften, müsste man folgendes sukzessiv in Frage stellen:

  1. Die Vorstellung des Gutachtens fand gar nicht statt. Es waren Fake-News und die Anwälte Schauspieler. Wenn jedoch nicht, dann:
  2. Das Gutachten war echt, die Gutachter waren Anwälte, aber völlig inkompetent die kirchliche Sachlage zu beurteilen. Wenn jedoch nicht, dann:
  3. Die Anwälte waren kompetent, aber die Archive wurden in München dermaßen gefälscht, dass allein aufgrund der Aktenlage Benedikt schuldig erscheint. Wenn jedoch nicht, dann:
  4. Die Akten sind zwar echt, aber der Gesamtkontext, der nicht in den Akten erscheint, war ein ganz anderer. Man müsste dazu Zeitzeugen und Benedikt befragen. Wenn jedoch nicht, dann:
  5. Die Zeitzeugen lügen, da sie zum „Komplott“ gehören, Benedikt lügt nicht. Wenn jedoch nicht, dann:
  6. Der Verfasser der Einlassungen, – „Benediktbot“ – lügt zwar, aber er ist mit dem echten Benedikt nicht identisch, der tief versteckt in seiner Zelle mit einem Teelöffel den Tunnel in die Freiheit gräbt.
  7. Keine weiteren Argumente.

Man könnte zwar noch anführen, dass die Einlassungen doch tatsächlich vom Benedikt stammen, die aber nicht lügnerisch und idiotisch sind, sondern, im Gegenteil, hochintelligent, heilig und raffiniert, wir aber dies zu sehen (a) zu sündig sind (vgl. „Des Kaisers neue Kleider“) oder (b) nicht über die entsprechende Hermeneutik verfügen, die auf dem deutschen Idealismus und allen Schriften Ratzingers fußen würde, um sie überhaupt verstehen zu können. Die Punkte (a) und (b) erscheinen bei den Apologeten Ratzingers immer oder in der letzten Zeit bei den Anhängern des Papsttums Bergoglios, wie Peter Kwasniewski, da angeblich Franziskus keine Häresien verbreitet und in nicht in Apostasie gefallen sind, sondern wir dem „falschen Papstbild“ anhängen. Retraumatisierung:

„Nicht er hat dich vergewaltigt, sondern Du bildest es Dir ein!“

Agenda Bergoglios?

Kann es aber nicht stimmen, dass der Zeitpunkt dieser Veröffentlichung irgendwie mit der kirchenzerstörerischen Agenda Bergoglios zusammenhängt? Das kann schon damit zusammenhängen, weil Bergoglio alle Geheimarchive öffnen lässt, damit das, was sich drin befindet, d.h. konkrete Beweise der Missbrauchsvertuschung, die Gläubigen skandalisiert. Aber für den Inhalt der Archive und der Akten ist er nicht verantwortlich, denn das, was drin steht und bei Weitem viel mehr als drin steht, fand tatsächlich statt. Aber als ihm Jahre 2010 die Geschichte des Priesters X. {Gutachten, Pdf-Seiten 1437-1816} bekannt wurde, versuchte das Münchener Ordinariat „den Papst aus der Schusslinie zu nehmen“ , indem man Generalvikar Gruber vor den Buss warf [Sonderband: Der Fall X, 45;70;78-94] {1491;1517; 1523-1541}, was Benedikt in seinen Einlassungen weiterhin tut [Anlage 2, 9-10;12] {1285-1286;1287}.

Besonders perfide, ja, man kann es wirklich nicht anders nennen, ist diese Stellungnahme Benedikts [Anlage 2, 12] {1287}:

Tja, Generalvikar Gruber ist wirklich nicht zu beneiden, denn er:

  • erstellt ein Schreiben,
  • kennzeichnet es als „streng vertraulich“,
  • vermerkt, dass es dem Erzbischof vorgelegt wurde

Er kann aber nicht beweisen, dass:

  • der Ratzinger es tatsächlich erhalten,
  • es tatsächlich gelesen,
  • es tatsächlich verstanden hat.

Wenn Sie sich also auch als Generalvikar an den Dienstweg und alle Prozeduren halten, dann kann es sich dennoch gegen Sie wenden und Sie landen wegen Beihilfe zum Missbrauch, wenn die Sache nicht gerade verjährt ist, im Knast und alle Kirchensteuer der Welt kann Ihnen da nicht helfen. Aber darüber werden wir noch woanders schreiben. Es bleibt festzuhalten, dass die Geschichte des Priesters Peter H. 2010 bekannt wurde und man Benedikt XVI, dar damals amtierender Papst war, schonen wollte. Da Benedikt XVI jetzt keine Macht oder viel weniger Macht hat, so wird er selbst vor den Bus geworfen, indem man seine getätigten Missetaten bekannt macht und, anders als 2010, nichts oder viel weniger unter den Teppich kehrt.

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Falls Benedikt XVI. durch diese „Münchener Gschichten“ zum Rücktritt erpresst wurde, was wir nicht glauben, dann ist es wirklich dumm für ihn gelaufen, denn man hat das Wort ihm gegenüber nicht gehalten. Das sind eben Nachteile eines Deals mit dem Teufel, wörtlich oder metaphorisch verstanden, denn er hält niemals das Wort und wirft einen immer vor den Buss. Er ermöglicht Karriere, bringt einen an die Spitze, um ihn dann in aller Öffentlichkeit zu verderben und alle, die ihm geglaubt haben, gleich mit. Aber Ratzinger ist schuld, dass er diese Dinge getan hat und dass er alles jetzt leugnet. Er ließ sich erpressen, weil er erpressbar war, wir wissen nur nicht wodurch.

Es ist möglich, dass Bergoglio alle Kirchenarchive öffnen lässt, um Kirchenaustritte zu provozieren, denn wenn die Münchener nach der Lektüre dieses Gutachten das Münchener Ordinariat nicht mit Fackeln und Mistgabeln stürmen, dann haben sie es entweder nicht gelesen, sie erwarten von der Kirche nichts anderes oder es ist ihnen „eh wurscht“. Es ist aber auch möglich, dass die Deutsche Bischofskonferenz diese Gutachten und Akteneinsicht in vielen Diözesen nur deswegen erlaubt, damit man die „französische Lösung“ und den Eingriff des Staates nach dem Vorbild des US Ricco-Acts, samt Gesetzesänderung, Änderung der Verjährungsfrist etc., vermeidet, da man sich um eigene Zukunft im Knast sorgt. Es geht also nicht um Wahrheit, sondern um Selbstschutz, wie in all den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ja auch.

Gibt es „politische Motive“ es gerade jetzt zu veröffentlichen? Nein, weil ja politisch Benedikt XVI nicht unangenehm aufgefallen ist, er lässt sich ja dreimal impfen und die Veröffentlichung des Gutachtens gerade jetzt damit zusammenhängt, dass er so lange für die Einlassungen brauchte. Er hat keinen Einfluss auf den Krieg in der Ukraine, auf die Impfflicht oder anderes aktuelles Tagesgeschehen. „Politisch“ ist aber ein nebulöses Marketing-Wort, das alle verstehen und worauf sie emotional reagieren. Natürlich ist alles, was öffentlich stattfindet auch politisch, das aber nur im weiteren Sinne. Das Benedikt-Debatten-Debakel zeigt uns nur, wie rational doch die Leute ihre emotionalen Reaktionen rechtfertigen. Mehr nicht.

Aussichten?

Was kann man da noch tun? Wie bei einer richtigen oder vermeintlichen Pandemie für die eigenen Abwehrkräfte sorgen. Werden Sie selbst wer oder was, anstatt sich snobistisch an jemanden zu heften, der Sie dann enttäuschen kann. Reden Sie sich keine Wirklichkeit zurecht, um selbst besser dastehen zu können. Schalten Sie Ihren Verstand ein und lassen Sie sich nicht vor vermeintlich „frommen Gerede“ verführen. Lesen Sie und unterstützen Sie katholische Initiativen, wie uns, die nicht lügen. Es wird noch viel schlimmer werden und früher oder später werden wir den richtigen Grund von Benedikts Rücktritt erfahren, wogegen die „Münchener Gschichten“ nur ein Schnupfen sind.

Münchener statt Tiroler Landsturm? In 2022 eher unwahrscheinlich.

Die Kirche sollte durch die Zerstörung des Papstamtes durch unwürdige Päpste zerstört werden und sie wird zerstört. Und die Geschichte Benedikts zeigt, dass es wirklich keinen gibt, an dem man sich noch hochhalten kann. Aber Benedikt ist selber schuld, erstens hat er gefehlt und zweitens trat er zurück, um Bergoglio, der ihn jetzt zerstört, den Weg zu ebnen. Wäre er weiterhin im Amt, so hätte das Münchener Ordinariat die Archive nicht freigegeben, wie 2010 ja auch nicht. Es hätte wieder eine Vertuschung der Vertuschung stattgefunden. Aber Benedikts Geschichte zeigt, warum sein Pontifikat und sein Walten in der Glaubenskongregation so ineffizient war. Es herrschte und herrscht eine gegenseitige Erpressbarkeit vor, wie Ann Barnhardt seit Jahren behauptet. Und weil es alle wissen und ähnliche Geschichten haben, so leugnen sie alles in Bausch und Bogen, wie Ratzinger-Schüler Kardinal Müller, der gerne drauf schlägt, wenn es ihn nichts kostet. Die „fromm-konservative“ Presse kocht es hoch und man leugnet, weil man sich der Wahrheit nicht stellen möchte. Christus ist aber „die Wahrheit“ (J 14, 6) und Satan ist der „Vater der Lüge“ (J 8,44). Die Wahl ist also einfach.

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