„Das Leben ist kein Wunschkonzert“ oder die Wünsche an eine gute Predigt (1 von 4)

Anbei etwas Altes aus der Schublade zum Thema die nichtvorhandene Sonntagspredigt oder warum unsere lieben Geistlichen nichts zu sagen haben. Die kurze Antwort darauf lautet:

  1. Weil sie ungläubig sind.
  2. Weil sie keine „Cojones“ haben, was Bischof Schneider selbst unlängst bewiesen hat.
  3. Weil ihnen nichts am Seelenheil der Gläubigen liegt.

Dieser Beitrag erfolgt ohne einen aktuellen Bezug, denn DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) fand sich in März in der traurigen Lage eines Internetdienstleisters, dem das Internet abgeschnitten wurde, da sich der Umzug von Vodafone zu Telekom extrem schwierig gestaltet hat. Daher konnte er kaum ins Internet gehen, sodass die aktuelle Thematik um den Prozess von Kardinal Pell und das neueste Schreiben von Bischof Athanasius Schneider unbearbeitet blieb, weil sie eine intensive Internetrecherche erfordert. Diese Themenbereiche werden demnächst nachgeholt werden. In der Zwischenzeit etwas Alt-Neues.

Das elfte Gebot: „Du sollst nicht kritisieren“

Der Schreiber dieser Zeilen ist wieder einmal ermahnt worden, dass er dermaßen kritisch ist, dass von seiner Kritik kein Stein auf dem anderen bleibt und die Kritisierten erschrocken weglaufen. Dies stimmt zwar, er aber kann zu seiner Verteidigung sagen, dass Ann Barnhardt noch viel schlimmer ist. Wir müssen uns dennoch klar darüber werden, in welch einer anormalen Zeit wir leben, in einer Zeit nämlich:

  • Ohne moralische Werte – Relativismus
  • Ohne Strafe für Lüge und Ärgernis – Toleranz
  • Ohne Gottesfurcht und Angst vor der Hölle – Allerlösungstheorie
  • Ohne Weltverlassenheit – Dialog mit der Welt

Der Schreiber dieser Zeilen hört die Podcasts von Ann Barnhardt und es wird ihm immer mehr klar, wie verweichlicht er selbst doch ist und wie klar man sowohl die Heiligkeit als auch die Sünde im Lichte der göttlichen Gnade sieht. Wenn Sie zuhause eine 200 Watt Birne haben, so sehen Sie doch auch mehr, auch mehr Dreck, als bei einer 25 Watt Glühbirne.

Der Mensch ist ein soziales Wesen und er richtet sich vorerst und instinktiv nach seiner Umwelt: nach den Eltern, nach der Familie, nach der Schule, daran, was die Anderen tun. Es liegt also wirklich nahe das für gut und richtig zu halten, was gerade en vogue ist. Wird man aber in einem Konzentrationslager, in einer SS-Einheit oder während der maoistischen Kulturrevolution groß, dann hat man ein sehr verschobenes Bild von der Realität und der Normalität. Wir leben in einer Zeit, in der, wie Nietzsche schon voraussagte, eine Umkehrung aller Werte stattfindet und gut für böse und Böses für Gutes gehalten wird.

Sie können jemanden anschreien, weil er oder eher sie einen Pelz trägt. Sie dürfen aber niemanden kritisieren, weil er oder sie in Ehebruch lebt, homosexuell ist, Unzucht treibt, also Sex vor oder außerhalb der Ehe hat oder ein uneheliches Kind besitzt. Die Menschen schämen sich nicht, weil sie niemand beschämt. Es sei denn für die fehlende Mülltrennung oder das Tragen von Jeans aus einem „nichtökologischen“ Anbau. Ja, der Scham ist eine soziale Funktion und falls ihre Umgebung die Antiwerte lebt, dann werden Sie beschämt und kritisiert gerade für das Richtige. Denn wir gehen hier, auf einem katholischen Blog, von einer objektiven, unverrückbaren und zeitlosen Hierarchie der Werte aus. Ja, wir sind so nachkonziliar, dass wir, dank Papst Franziskus dem „Barmherzigen“, vorkonziliar geworden sind.  Kurz und gut wir leben in einer Zeit, insbesondere in der Kirche, wo es „total uncool“ ist jemanden zu kritisieren. Warum?

  • Weil es „unbarmherzig“ ist.
  • Weil Jesus ihn „ganz toll lieb hat“, insbesondere deswegen, weil er ein Sünder ist.
  • Weil „Gott auch auf krummen Zeilen gerade schreibt“.
  • Weil der Kritisierte „verletzt“ wird und in der Ecke weint.
  • Weil jeder „ein Recht hat zu irren“.
  • Weil man selbst auch nicht besser ist und sich an die eigene Nase fassen sollte.

So in etwa lauten 99% aller Kommentare frommer Katholiken auf katholischen oder noch-irgendwie-katholischen Foren. Man kann daran erkennen, dass der Novus Ordo wirklich ganze Arbeit geleistet hat, denn:

  1. Gibt es keine objektiven Werte im Sinne einer objektiven Kirchenlehre, dann
  2. Hat man kein Recht zur Kritik, weil man ja selbst falsch liegen könnte.

Daraus folgt, dass es keine Wahrheit gibt und man nur „seine Meinung sagen kann“, welche natürlich keinen Wahrheits-, Recht- oder Gültigkeitsanspruch an sich haben kann, es sei denn wir sind:

  • In einer Machtposition als
  • Priester
  • Bischof
  • Kardinal
  • Papst

dann gilt das, was wir sagen, weil wir es sagen. Dies ist nicht nur die Aufhebung jeglicher Rationalität. Es ist der alte Deontonomismus und reiner Protestantismus. Unter Deontonomismus, von griech. deon – man soll, und nomos – das Gesetz, versteht man in der Ethik eine Richtung, in der etwas als ethisch gut gilt, weil es geboten wird. Daher lautet der deutsche Ausdruck für Deontonomismus Gebotsethik. Gebieten kann:

  • Gott,
  • die Gesellschaft,
  • das Individuum selbst.

Die Gebotsethik entstand im Zuge des irrenden Nominalismus, hauptsächlich hat Ockham dazu beigetragen, welcher behauptete, dass die Zehn Gebote nicht deswegen gut sind, weil sie an sich gut sind, sondern deswegen, weil Gott sie befohlen und auferlegt hat. Hätte Gott aber alle Gebote umgekehrt, z.B. „Du sollst töten“, „Du sollst ehebrechen“, dann wären wir genauso gehalten diese einzuhalten, weil sie von Gott kommen. Dieser häretischen Ethik der göttlichen Willkür folgten alle Reformatoren, welche Gott, das Naturrecht und Ethik völlig irrational machten. Obwohl diese Theorien Unsinn sind, so denken erstaunlich viele Menschen deontonomistisch, indem sie annehmen, dass „die da oben“ immer recht haben, zumal es sich um Geistliche handelt. Den Höhepunkt des nachkonziliaren Deontonomismus erreichte der Jesuit Antonio Spadaro mit seinem Twitter-Eintrag, dass in der Theologie 2 und 2 auch 5 gleichen kann.[1] Ja, Spadaro SJ ist dumm, aber darum geht es jetzt nicht. Er stellt hier die Konsequenzen des nachkonziliaren Relativismus dar: weil es keine objektiven und rationalen Normen im Sinne der katholischen Glaubenslehre gibt, da nachweislich seit 1962 an ihr gebastelt und herumdoktert wird, kann nicht nur zwei und zwei fünf ergeben, sondern absolut irgendetwas anderes auch, was sich die Machthaber, scil. der jetzige Papst, nur wünschen. Es stimmte bis Vat. II, dass ein Papst ein Gefangener oder eine Geisel der Kurie war. Denn wenn er Papst wurde, so musste er alle seine Entscheidungen von den jeweiligen Dikasterien der Kurie auf ihre Richtigkeit prüfen lassen. Wollte er jemanden heiligsprechen, so musste ein Kanonisationsprozess nach bestimmten Richtlinien durchgeführt worden sein und ein positives Ergebnis ergeben haben. Ja, theoretisch kann ein Papst alles und wie wir jetzt sehen, tut er es auch, aber praktisch war er seit seiner Zeit im Seminar dermaßen durch die unveränderliche Lehre der Kirche geprägt und begrenzt, dass er als er Kardinal und Papst wurde, nicht mehr anders als katholisch denken konnte oder wenigstens im überwiegenden Sinne katholisch. Er hatte seine Berater, Theologen, Beichtväter, graue Eminenzen etc. Dieses System hatte sich bis Johannes XXIII. mehr oder weniger bewährt, ja, eher weniger als mehr, aber dennoch. Erst als alles sich seit 1962 zu verändern begann, fehlte das Korsett der Lehre, nach der man sich ausrichten konnte. So ist es nicht verwunderlich, dass die nachkonziliare Kirche nach und nach Gesteinsschichten von immer weniger katholischen Geistlichen nach oben brachte bis die Reihe an Bergoglio, einen Jesuiten, kam, der ja einem Orden entstammte, Ann Barnhardt würde an dieser Stelle wieder von einem bathhouse sprechen, welcher wie kaum ein anderer zu dem nachkonziliaren Kahlschlag beitrug, von der hohen Homosexuellendichte ganz zu schweigen, wir lassen es aber.[2] Weil wir also bei einem „Papst“ angelangt sind, der die Anerkennung seiner blanken Macht im Sinne 2 + 2 = 5 fordert, sollten wir uns nicht wundern, dass Kritik anhand der objektiven Werte auch in der Kirche nicht geduldet wird, weil es diese Werte angeblich, siehe Amoris Laetitia, nicht gibt.

 

 

[1] Siehe dazu den Beitrag von Hilary White: https://traditionundglauben.com/2017/03/29/hilary-white-wieviele-finger-haelt-franziskus-gerade-hoch-amoris-laetitia-und-die-unterwerfung/

[2] http://www.huffingtonpost.com/entry/from-luxury-to-living-from-paycheck-to-paycheck-the_us_57b63f03e4b07d22cc3741e3 http://www.theamericanconservative.com/dreher/how-to-be-a-gay-jesuit/ https://www.youtube.com/watch?v=U8zUaiodH6Y http://www.taz.de/!5306338/ http://www.huffingtonpost.de/proud-and-gay/priester-papst-schwul_b_6720780.html http://www.spiegel.de/panorama/interview-mit-priester-kuegler-katholische-kirche-ist-groesste-transnationale-schwulenorganisation-a-386709.html

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1 Gedanke zu „„Das Leben ist kein Wunschkonzert“ oder die Wünsche an eine gute Predigt (1 von 4)

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