„Das Leben ist kein Wunschkonzert“ oder die Wünsche an eine gute Predigt (4 von 4)

Sich den Herausforderungen stellen

DSDZ hat kaum so selbstzufriedene Menschen getroffen wie die Priester es sind. Wir meinen jetzt wirklich „selbstzufrieden“. Mit der Kirche, den „Strukturen“, der Welt und den Vorgesetzten können sie schon unzufrieden sein, aber sie sind doch immer die Größten.

Ich habe alles getan!

Es ist unmöglich, dass jemand wirklich alles und alles gut getan hat. Man bleibt doch immer unterhalb der weltlichen Anforderungen, wenn man mit sich ehrlich ist, dann hätten man alles irgendwie optimieren können und was erst, wenn man die Anforderungen Gottes betrachtet? Wir leben in der größten Apostasie der Kirchengeschichte. Gibt es denn aber irgendwelche Priester oder Bischöfe, die öffentlich Bergoglio der Häresie bezichtigen?

Nein! Kaum Priester (Don Minutella und ein anderer Italiener von veri catholici) und kein einziger Bischof!

Aber dieses Verbleiben im feigen Schweigen ist doch Sünde an sich. Seelen werden verdorben, weil man schweigt. Man hat nicht alles getan, weil man nichts getan hat. Die Zeit zum Martyrium ist da, aber die Märtyrer fehlen. Dabei stellt das geistliche Leben, das ein Leben des Kampfes ist, Forderungen in jeglichem Bereich. Wirklich in jeglichem! Wenn man sich dem Kampf entzieht, dann zieht Gott auch die Gnaden zurück, die er an einen faulen Feigling nicht verschwendet. Ist man nicht bereit jederzeit in jeglichem Bereich aus seiner eigenen Komfortzone herauszugehen, dann gibt es keinen geistlichen Fortschritt, sondern nur Rückschritt und dann hat man auch nichts zu sagen. Man wird nicht nur unglaubwürdig, sondern man verliert auch immer mehr den Lebenssinn, weil man darin, was man predigen und leben soll keinen Sinn sieht. Zum Predigen braucht man Gnade und diese muss man sich erbitten, damit Gott weiß, dass er dieses kostbare Kapital nicht unnütz verschwendet.

Hören und instinktiv handeln

Jeder, der Kampfsportarten trainiert oder beim Militär oder Polizei angestellt war, weiß, dass man dort daraufhin gedrillt wird, durch ständige Wiederholungen, instinktiv zu handeln. Im Ernstfall wird man dadurch das Richtige machen, weil man es nicht gelernt hat falsch zu handeln in diesem Sinne, dass man eine Technik, die man immer richtig ausgeführt hat, auch im Stress und Eile nicht völlig falsch ausführen wird. Das Training ist das Gebet, aber das lesende Gebet. Das Brevier eben. Durch die Unmengen an Psalmenversen, die man wenigstens im Tridentinischen Brevier zu sich nahm, richtete man sich an dem Objektiv-Göttlichen aus und konnte es instinktiv wiedergeben. Ebenso war es mit der Lehre, welche man im Studium auf Lateinisch, in kurzen rhythmischen Sätzen sich einprägte. Die Lehre und die Gebete waren abrufbereit, denn sogar ein geistig wenig bemittelter, konnte sie aufsagen. Seit aber das Brevier zum Minutengebet, in der Muttersprache wurde, wo es um das „Zu-sich-Selbst-Finden“ geht und im Studium immer romkritisch diskutiert wird, wich die Spiritualität der narzisstischen Selbstzentriertheit und die Lehre dem Agnostizismus, denn „wir können es nicht wissen“ und wir wissen es nicht für gutes Kirchensteuergeld nicht, welches in der Schweiz sogar zwischen 9000 € und 14.400 € beträgt. Und Geld schießt keine Tore, es predigt auch nicht, denn worüber sollte es predigen? Über die Bedürftigen? Mit 9.000 € weiß man nicht, was es ist. Über das innere Leben? Mit 9.000 € führt man doch keins? Über das Familienleben? Man führt doch offiziell keins, wenigstens vor der Amazonas-Synode noch nicht, obwohl man das Geld dazu hat.

Sollte uns tatsächlich ein Priester lesen, der sich bessern will, dann lautet unser Rat. Beten Sie das Mindeste aus dem jetzigen Stundenbuch und kaufen Sie sich wenigstens das Brevier des Pius X., das Divinum afflatu-Brevier, da das Brevier aus dem Jahre 1960 auch zu kurz ist. Beten Sie das ganze alte Brevier durch, so kommen Sie gar nicht umhin sich geistlich zu stärken und zu entwickeln. Sie werden dann geistlich, wie beim Schießen oder bei Kampfsport, instinktiv richtig predigen und handeln. Beim Tridentinischen Brevier noch viel mehr, denn allein beim Sonntagsmatutin betet man 18 ganze Psalmen, wozu man im Novus Ordo Stundenbuch wohl eine ganze Woche braucht. An einem Sonntag, wenn das Sonntagsoffizium gebetet wird, betet man tatsächlich 80 Psalmen (Psalm 119 wird als 9 unterteilte Psalmeinheiten aufgefasst) an einem Tag! Dann denkt man wirklich mit der Zeit instinktiv katholisch, zumal die Psalmen ja nicht allein dastehen. Aber die Psalmen und die Breviergebet unterrichten nicht nur, sie haben auch die geistliche Wirkung der Erleuchtung. Sie erhalten mehr Licht, finden Lösungen, sehen immer mehr, was und wie gemacht werden sollte. Dann kann man sich Ihre Predigten anhören und Sie müssen nicht nach fremden Texten googlen.

Der hl. Kirchenlehrer Isidor von Sevilla, dessen Fest im alten Kalender am 4. April begangen wird, spricht folgendermaßen über den Prediger, den Priester, den Bischof:

Wer dem Volke vorgesetzt ist, um es zu belehren und zur Tugend anzuleiten, muss selbst in allem heilig sein und darf in nichts als tadelnswert gelten. Wer nämlich anderen ihre Sünden vorhält, der muss selbst von der Sünde ganz frei sein. Denn mit welcher Stirn wird er die Untergebenen zurechtweisen können, wenn der Zurechtgewiesene ihm gleich dazwischen reden kann: Zunächst lehre dich über das, was recht ist? An erster Stelle muss eben sich selbst richtig leiten, wer sich bemüht, andere zu guten Leben zu ermahnen und zwar so, dass er in allem sich als Muster vorhält, wie man leben soll, und dass er alle zum guten Wirken sowohl durch Belehrung als durch sein Handlen ansport. Er braucht auch notwendig die Kenntnis der heiligen Schriften, denn wenn nur des Bischofs Leben heilig ist, nützt er sich allein durch ein derartiges Leben. Wenn er jedoch in der Wissenschaft und im Reden durchbildet ist, dann kann er auch andere unterweisen, und zwar die Seinigen belehren und den Gegnern Schläge versetzehn, di, wenn sie nicht widerlegt und überwunden werden, leicht die Herzen der Einfältigen verderben können.

Sein Reden muss sein: rein, verständlich, voll von Ernst und Würde, voll von Milde und Anmut, muss behandeln, was schwer begreiflich ist im Gesetz, die Glaubenslehren, die Tugend der Enthaltsamkeit, das rechte Verhalten es muss jeden ermahnen mit verschiedenartiger Aufmunterung gemäß seinem Stande und der Eigenschaft seines Benehmens, d.h. so, dass er vorher zu erkennen trachtet, was, wenn, wann und wie er etwas vorbringen soll. Seine besondere Aufgabe ist vor allem, die Heilige Schrift zu lesen, die kirchlichen Gesetze durchzunehmen, die Beispiele der Heiligen nachzuahmen, das Nachtwachen, Fasten und Beten zu pflegen, mit den Brüdern Frieden zu halten und niemand von seinen Gliedern [des Kirchenvolkes] zu verletzen; ausschließen [d.h. zu exkommunizieren], der nicht gründlich gerüttelt worden ist. Und er muss derartig in gleicher Weise voll Demut und voll Ernst sein Vorsteheramt verwalten, dass er weder infolge seiner großen Untergebenheit die Fehler der Untergebenen erstarken lässt, noch in übermäßiger Strenge seine Macht ausübt, sondern um so vorsichtiger gegen die ihm Anvertrauten vorgeht, je härtere Zurechtweisung von Christus er zu befürchten hat. ( Ex libro 2. Officiorum ad S. Fulgentium cap. 5 auf Deutsch in: Stephan, Das kirchliche Stundengebet, Bd. 1, München 1926, 981-982)

 

Betrachtet man die o.a. Predigt des Kirchenvaters, so sind unsere Wünsche an eine gute Predigt und einen guten Prediger legitim und katholisch. Und weil unsere lieben Geistlichen in keinster Weise so leben, wie sie sollten, so haben sie nichts zu predigen und verändern die Lehre so, dass sie es noch bequemer haben und man überhaupt keine Ansprüchen an sie stellen kann, das dies “unbarmherzig” wäre. Und so ist es, wie es ist.

[1] http://divinumofficium.com/cgi-bin/horas/officium.plk

 

 

 

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