Das vatikanische Sodo-Staatssekretariat oder wie fing es an? Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. (3 von 3)

Liest man die Berichte der Millenari aus den 1990ern Jahren, so wird einem klar, dass Homosexualität im nachkonziliaren Vatikan immer eine Rolle spielte. Hoffentlich nicht früher auch, aber dennoch nicht die ausschlaggebende Rolle, wie jetzt. Die Millenari schreiben:

Der Speer der Homosexualität

Im kirchlichen Umfeld, vor allem aber in der vatikanischen Kurie, taucht Homosexualität entweder als Verleumdung auf, die ihr Opfer für den Rest seines Lebens aus dem Verkehr zieht, oder sie ist einem Speerwurf vergleichbar, in den die sportlichen all ihre Kraft legen um sich durchzusetzen. In jedem Fall ist sie eine harte Disziplin, die von den weniger raffinierten betrieben wird.

Das Phänomen der Homosexualität – einer Lebensform, über die heute im allgemeinen milder und verständnisvoller geurteilt wird – dient in bestimmten Kreisen innerhalb des Vatikans dazu, Günstlinge rascher zu befördern und die weniger gern gelittenen von jeglicher Anwärterschaft auszuschließen, indem man sie so gründlich mit Dreck bewirft, dass sie entmutigt von jeglichem Streben nach Beförderung ablassen. Welch elende Machenschaften und ihre Betreiber!

Aus der Liste der Anwärter hat manch einer mehr Glück, wer sich vom Gürtel abwärts verwendet, als wer von der Taille aufwärts Herz und Geist ganz in den Dienst Gottes und seiner Mitglieder stellt. Anmut zählt dort mehr als Verdienst, und so manchen Prälaten der Kurie bringt eine gewisse Vorliebe und einige entstandene Schwäche dazu, eine Vorliebe für den schönen zu zeigen und diesem mehr Wohlwollen entgegenzubringen als dem Tüchtigen. Letztendlich lassen gewisse Sympathien der Oberen beinahe immer einen Rauch von Ephebophilie durchscheinen. Der Untergebene ist sich von der ersten Inanspruchnahme seiner Dienste an seiner Sonderstellung bewusst und bedient sich ihrer gern zum eigenen Vorteil. der Schein des Madonno, welcher nur gerade so männlich ist wie nötig und typisch weiblich in seinem gefälligen Auftreten kommt, trügt oft sogar ihn selbst, während er die zweideutige Anmut seiner ungewöhnlichen Züge profitabel einsetzt. Zumindest solange, bis ihn seine Übertreibung seine schwulen Neigungen zu Fall bringt.[1]

Wir wenden uns jetzt dem Pontifikat des Benedikts XVI. (2005-2013) zu, der, so Wikipedia, am 1. März 1982 den Dienst als Präfekt der Glaubenskongregation antrat. Als er im Jahre 2005 zum Papst gewählt wurde, sicherlich nicht so unverhofft, wie manche meinen, so war er doch ganze 23 Jahre lang im Vatikan. Er müsste wirklich taub und blind gewesen sein, um die sodomitische Durchsetzung der Kurie nicht bemerkt zu haben.

Ist das möglich?

Wohl kaum. Der gut informierte, homosexuelle David Berger behauptete in einem vielzitierten Interview, welches er für das Schwulenmagazin Fresh (April 2011) gab und das von anderen Medien aufgegriffen wurde, dass Benedikt „in seiner Zeit als Kardinal in Rom regelmäßig homosexuelle Kontakte gepflegt hat“. Als Quelle für diese Behauptungen gibt Berger die Journalistin Valeska von Roques an. Eine andere, von Berger völlig unabhängige Quelle, welche die gelebte Homosexualität von Ratzinger behauptet, ist der ehemalige polnische Erzbischof von Posen Julius Paetz, der nach den polnischen Presseberichten ein Fotoalbum besitzen soll, der Ratzinger in kompromittierenden Umständen zeigt.

Ist das möglich?

Ja, es ist sehr wohl möglich. Gehen wir doch einmal die Fakten durch, ohne vorerst über die Schuld oder Unschuld von Ratzinger eine Aussage treffen zu wollen.

  • Mitte 2012 gibt Benedikt XVI. ein Geheimbericht in Auftrag, weiterhin Homo-Dossier genannt,
  • in Oktober 2012 erhält er das Homo-Dossier,
  • am Dezember 2012 entschließt er sich zum Rücktritt,
  • am 11. Februar 2013 gibt er seinen Rücktritt bekannt.

Was kann sich aber in dem Homo-Dossier, das jetzt heraus zu sickern beginnt, wohl befunden haben?

Die Antwort ist einfach: Berichte über Ratzinger selbst und die Menschen aus seiner Umgebung, vor allem über Gregor Gänswein. Darüber berichtete Berger schon am 3. März 2014 auf n-tv, in dem er schrieb:

So einfach, wie es die SZ [Süddeutsche Zeitung Red.] darstellt, lässt sich der Papst-Rücktritt nicht erklären. Auf jeden Fall hatte die Entscheidung mehrere Ursachen und die Gesundheit Benedikts war nicht ausschlaggebend – auch wenn das nun wieder kolportiert wird. Auch war sie nicht schon lange geplant.

Unbestritten ist, dass der Vatikan noch wenige Wochen vor dem Rücktritt bekanntgab, der Papst arbeite an einer neuen Enzyklika. Das wäre natürlich völlig sinnlos, wenn ein baldiger Rücktritt bevorgestanden hätte. Zwischen dieser Ankündigung und dem Rücktritt lag aber, so weit man das aufgrund der Medienberichte und Verlautbarungen des Heiligen Stuhls rekonstruieren kann, ein wichtiges Ereignis.

Wenige Tage vor seinem Rücktritt hatte Benedikt XVI. zum ersten Mal ein Dokument aus dem Komplex Vatileaks auf seinem Schreibtisch. Ein Teil davon handelte auch von den “Cordata omosessuale in Vaticano” – den schwulen Netzwerken im Vatikan. Das Delikate dabei: Sie reichten anscheinend bis in das engste Umfeld Benedikts. [d.h. bis zu Gregor Gänswein]

Schon bevor Joseph Ratzinger zu Papst Benedikt XVI. wurde, arbeitete er lange Jahre für die Kurie. Darum wird er gewusst haben, dass sexuelle Kontakte dort weit verbreitet sind. Nun wurde ihm diese Tatsache durch das Wort “homosexuell” ins Bewusstsein gespült. [ …]

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass ein weiteres Dokument, das zunächst im Vatikan, dann im deutschen Klerus kursierte und schließlich bestimmten Presseleuten – darunter auch Journalisten der SZ – zugespielt wurde, selbst mit in die Vatileaks-Dokumente einging. Es trägt den Titel “La Cordata omosessuale in Vaticano. Prälat G.G. und homosexuelle Seilschaften hinter dem Rücken von Papst Benedikt XVI.”. Das mit “Prälat G.G.” Georg Gänswein gemeint ist, wird im Dokument, das auch mir selbst vorliegt, sehr deutlich. Verfasst ist es von einem ehemaligen Mitarbeiter des Päpstlichen Staatsekretariats unter dem Decknamen Michele degli Archangeli. Aufgrund “bekannt gewordener homosexueller Verfehlungen” wurde “Archangeli” aus dem diplomatischen Dienst des Vatikans entlassen und lebt nun in Süddeutschland. Was er im Vatikan erlebte, schrieb er in dem pikanten Dokument nieder und streute es breit unter den Verantwortlichen – sicher nicht ganz ohne Rachegelüste. […]

Kurz und gut:

  • Benedikt liest das Dossier und entdeckte darin den Namen Gänsweins
  • Benedikt enthält außerdem noch den Brief vom Michele degli Archangeli mit dem Titel La Cordata omosessuale in Vaticano, wo sich ebenfalls der Name Gänsweins befindet.

Ist also Gänswein schwul? Das ist nicht von der Hand zu weisen, da David Berger in seiner Apologie für Gänswein doch mehr zugibt als leugnet:

„Die Annahme, dass ein weltbekannter hoher Prälat [Gänswein] des Vatikans über Jahre heimlich nach Berlin fliegt, um sich dort in den Homo-Bars herumzutreiben und Stricherparties in einer von einem Antiquitätenhändler zur Verfügung gestellten Wohnung abzuhalten – ohne dass davon irgendetwas nach außen dringt, ist lächerlich.“

Warum ist diese Annahme so lächerlich? Sie ist mehr als begründet. Wie man weiß, reisen heimliche Homosexuelle besonders gern, um sich an fremden Orte dem hinzugeben, was sie zu Hause nicht öffentlich tun können. In Berliner Homo-Bars ist man unbekannter als in römischen Homo-Bars und sollten Stricherparties organisiert werden, dann ist man anonymer außerhalb Roms als in Rom selbst. Nehmen wir aber an, dass der seit 23 Jahren im Vatikan lebende Josef Ratzinger als Papst Benedikt XVI das Dossier öffnet, dort ausschließlich Gänsweins und nicht seinen eigenen Namen sieht und so davon erschüttert ist, dass er zurücktritt. Wie wahrscheinlich ist das? Warum wirft er Gänswein nicht vor den Bus, veröffentlicht das Dossier, von dem er ausgehen muss, dass es früher oder später ohnehin veröffentlicht wird und schafft im Vatikan Ordnung, da alles, mit dem man ihn erpressen wollte veröffentlicht ist und er die Unterstützung der Öffentlichkeit hinter sich hat. So würde jemand verfahren, der selbst nicht in diesem Dossier auftaucht. Sollte aber sein eigener Name dem Dossier auftauchen, so ist doch nicht alles verloren, denn man kann eine Pressekonferenz einberufen und sagen:

Ja, das ist alles wahr. Man wollte mich damit erpressen. Ich habe es getan, was ich jetzt bereue. Ich möchte alle um Verzeihung bitten und den Rest meines Lebens darauf verwenden die Konsequenzen meiner Taten ungeschehen zu machen.

Dies hätte ein Schuldiger getan, dem seine eigene Reputation gleichgültig gewesen wäre. Denn man kann jemanden nur dann erpressen, dem an seinem guten Ruf etwas liegt. Benedikt XVI. war und ist um seinen Ruf des angeblichen „Mozarts der Theologie“ besorgt und deswegen war er erpressbar und ist es jetzt auch noch. Daher ist sein versuchter Rücktritt ungültig, da er aufgrund der Erpressbarkeit oder der Erpressung stattfand. So sagt das Kirchenrecht:

Kan. 188 Ein Verzicht, der aufgrund schwerer, widerrechtlich eingeflößter Furcht, arglistiger Täuschung, eines wesentlichen Irrtums oder aufgrund von Simonie erfolgte, ist von Rechts wegen ungültig.

Renuntiatio ex metu gravi, iniuste incusso, dolo vel errore substantiali aut simoniace facta, ipso iure irrita est.

Unter schwerer Furcht (metus gravis) versteht das Kirchenrecht

„eine Furcht, die auch den Willen eines beherzten Mannes (vir constans) zu brechen vermag (metus simpliciter gravis, so regelmäßig bei Drohungen für Leib, Leben, Freiheit, Gesundheit, Ehre, wirtschaftliche Existenz)“[2].

Schwere Furcht (metus gravis) ist also diejenige Furcht, welche einen normal empfindenden Menschen in solch eine Angst versetzt, dass er aufgrund dieser Angst eine Entscheidung trifft, die er in anderen Umständen nicht getroffen hätte. Denn man droht ihm ihn zu ermorden, ihm die Beine zu brechen, ihn ins Gefängnis zu werfen oder seinen Ruf so zu ruinieren, dass niemand mit ihm etwas zu tun haben wollen wird. Aber das Kirchenrecht kennt auch den Hasenfuß oder den Kaninchenzüchter sodass es weiter heißt:

„Dieser an sich immer schweren Furcht steht gleich der metus relative gravis [relativ schwere Furcht Red.], d.h. eine Furcht, die an sich leicht ist, aber im Hinblick auf die einer Einschüchterung leichter zugängliche Person als trepidatio mentis [Einschüchterung des Verstandes Red.] zu betrachten ist, vor allem der metus reverentialis [Ehrfurcht, wie man sie vor Vorgesetzten empfindet Red.]“.[3]

So kann es durchaus Prälaten geben, die eventuell als Substitute im vatikanischen Staatssekretariat enden, die man niemals mit ihrer homosexuellen Vergangenheit samt Bildern und Filmen hätte einschüchtern können, weil sie darauf stolz sind und sich um ihren Ruf nicht scheren. Für jemanden aber wie Benedikt war diese vermeintliche Erpressung oder sagen wir es offen die höchstwahrscheinliche Erpressung mit schwerer Furcht (metus gravis) verbunden. Ja, liebe Leserinnen und Leser, machen sie keine Schweinereien und falls doch stehen sie danach dazu. Dann sind Sie durch nichts und niemanden aufzuhalten.

Sollte aber Benedikt allem Anschein zum Trotz nicht selbst homosexuell gewesen sein, warum hat er denn sich jahrelang einen so gut aussehenden Privatsekretär wie Georg Gänswein gehalten, der in der letzten Zeit mit pro-homosexuellen Aussagen glänzt und warum hat Benedikt XVI. den offensichtlich homosexuellen und übergriffigen Prälaten Kühn zum Leiter der deutschsprachigen Abteilung der ersten Sektion des Staatssekretariats des Heiligen Stuhls ernannt, der identisch mit dem oben angeführten Michele degli Archangeli ist? War Benedikt so naiv? Und jetzt kommen wir zu der Ausgangsfrage der Sodo-Mafia im Staatssekretariat zurück. Benedikt hat offensichtlich nichts dagegen getan, sondern die Sachen so weiterlaufen lassen, da er sich noch mehr vor der Presse als Johannes Paul II. fürchtete.  Benedikt lügt leider, wenn er im Interview mit Peter Seewald behauptet:

Seewald: Ihr Nachfolger hat von einer Gay-Lobby im Vatikan gesprochen, einer homosexuellen Seilschaft. Das sei ein Problem. Sahen Sie das auch so?

Benedikt: Es wurde mir in der Tat eine Gruppe angezeigt, die haben wir inzwischen aufgelöst. Das war im Bericht dieser Dreierkommission enthalten, die eine Gruppe festmachen konnte, eine kleine, vier, fünf Leute vielleicht, die wir aufgelöst haben. Ob sich wieder was bildet, weiß ich nicht. Jedenfalls ist es nicht so, dass es von solchen Sachen wimmeln würde.

Die richtige Antwort hätte gelautet: vier von fünf Vatikanprälaten sind schwul, wie es der ebenfalls Homosexuelle Autor Frédéric Martel in seinem Buch behauptet, dessen Entstehung ihm der Vatikan ermöglichte. Warum hat man das getan? Um noch mehr Ärgernis zu verursachen, um der Kirche zu schaden, um zu zeigen, dass man sich nicht schämt und vor nichts und niemandem Angst hat. Denn das, was Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. gesät haben, das erntet jetzt Bergoglio und seine Sodomitenbande. Ein weltlicher Beobachter würde sagen, wenn sie so mächtig sind, dann muss man sich mit ihnen arrangieren. Bergoglio ist einer von ihnen, deswegen braucht er sich nicht mit Ihnen zu arrangieren, da sie dieselbe Agenda verwirklichen. Hat man eine wirklich nur ganz ungefähre Kenntnis von der kirchlichen Entwicklung der letzten 60 Jahre, dann sind die Berichte von Erzbischof Viganò doch nicht so neu und schockierend, wie man es denken sollte.

Der Pater Alphons (Alonso) Rodriguez SJ (1526-1616), nicht mit dem heiligen Alphonsus Rodriguez (1532-1617) und Laienbruder SJ zu verwechseln, fragt in seinem Werk Übung der christlichen Vollkommenheit, ob wir Gott gegenüber großzügig gewesen sind. Er meinte damit, dass man im geistlichen Leben mehr als die Pflichterfüllung tun sollte und daher auch die leichten Verfehlungen und Sünden argwöhnisch zu beachten sind. Denn liefert man nur das geschuldete Pflichtmaß ab, so gibt uns Gott nicht die aktuelle Gnade, um der ersten, schwachen Versuchung zu widerstehen. Wenn wir selbst nicht Gott gegenüber großzügiger werden, so wird er uns auch keine Hilfsgnade geben, um solche Nachrichten überhaupt aushalten zu können. Es ist wirklich ein Sumpf, eine Kloake und es ist nicht verwunderlich, dass Menschen wie Hilary White, die uns noch einige Hintergründe liefern könnten, hinschmeißen und davonlaufen. Die jetzige Situation im vatikanischen Staatssekretariat ist auch nicht von heute auf morgen entstanden. Sie entstand dadurch, dass diejenigen, die dort arbeiteten, zuerst Gott gegenüber zu wenig großzügig waren, dann die leichten Sünden bei sich selbst und anderen missachteten bis sie schließlich in dauernde, schwere Sünde der Sodomie fielen, wo sie keine Gnade mehr erreicht. Denn wenn der Mensch willentlich in schwerer Sünde ausharrt, so ist Gott aufgrund seiner Gerechtigkeit, die mit ihm identisch ist, nicht verpflichtet die Menschen die Bekehrungsgnade zu geben. Passen wir also auf, dass uns selbst das nicht widerfährt, denn um die sodomitischen Prälaten wird sie schon Gott selbst kümmern. In diesem Leben oder später. Amen.

 

 

[1] I Millenari, 164.

[2] Eichmann – Mörsdorf, Lehrbuch des Kirchenrechts aufgrund des Codex Iuris Canonici, Bd.I. Einleitung Allgemeiner Teil und Personenrecht, Paderborn 19496, 216.

[3] Ebd.

 

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