David L. Sonnier, Die Übernahme der katholischen Kirche durch den Modernismus: Kultureller Völkermord oder Selbstmord? (4 von 5)

c) jede Form des Bevölkerungstaustausches, die das Ziel oder die Wirkung hat, eines ihrer Rechte zu verletzen oder zu untergraben.

Beispiele:

          – erforderlicher Umzug in angemessener Entfernung zu einer traditionellen Messe

          – Beseitigung des Alten Ritus durch die Versetzung eines Priesters ohne die Absicht, die lateinische Messe fortzuführen, die er für eine Gruppe von Gläubigen angeboten hat.

Auch zehn Jahre nach Summorum Pontificum haben viele, die die Schwere der gegenwärtigen Krise in der Kirche kennen und verstehen, keine andere Wahl, als entweder umzuziehen oder lange Wege in ein weit entferntes “lateinisches Messzentrum” auf sich zu nehmen. Dies ist eine Form des Bevölkerungsaustauschs.  Um Zugang zu ihrem liturgischen und kulturellen Erbe zu erhalten, werden diejenigen, die einen feindlichen Bischof nicht von der Notwendigkeit überzeugen können, die katholische Tradition in einer Kirche in angemessener Entfernung zu bewahren, zu dieser Entscheidung gezwungen. Es besteht die Wahl zwischen “Bevölkerungs-austasuch” und “Zwangsassimilation”, die im nächsten Abschnitt behandelt werden soll.

Vor Summorum Pontificum (2007) reagierten die Bischöfe oft dreist auf die Bittsteller mit dem Vorschlag, “woanders hinzugehen”.  Nun, da sie nach den Bestimmungen des Summorum Pontificum verpflichtet sind, zumindest eine gewisse Vorkehrung für diese Petenten zu treffen, wird diese Anforderung erfüllt, indem die traditionellen Katholiken an einen unsicheren oder abgelegenen Ort zusammengedrängt werden, an dem sich die von der Diözese genehmigte lateinische Messe befindet.  Dann wird irgendwann der Priester, der die traditionelle Messe anbietet, versetzt und durch einen ersetzt, der sich weigert, etwas damit zu tun zu haben.  Die Familien müssen wieder einmal eine Pfarrei finden, durch die sie Zugang zu ihrem liturgischen und kulturellen Erbe haben.  Vielleicht bedeutet das, dass man umziehen muss.

Man könnte argumentieren, dass ein solcher selbst auferlegter Bevölkerungsaustausch durch diejenigen mit einer „ungesunden Bindung an die Vergangenheit” freiwillig ist, aber die Alternative, mit der sie konfrontiert sind, besteht darin, zu bleiben und gezwungen zu sein, sich dem anzupassen oder sich in das zu integrieren, was zum Mainstream der Kirche geworden ist, indem sie die katholische Tradition, Kultur, das gesamte spirituelle Erbe und schließlich die katholische Lehre aufgeben. Katholiken zu zwingen, zwischen Bevölkerungsaustausch und Assimilation zu wählen, ist kultureller Völkermord.

d) Jede Form der Assimilation oder Integration in andere Kulturen oder Lebensweisen, die ihnen durch Rechts-, Verwaltungs- oder andere Maßnahmen auferlegt wird.

Beispiele:

         – Verpflichtung der Kinder, an Katechismuskursen teilzunehmen, die von Menschen unterrichtet werden, die der katholischen Tradition feindlich gesinnt sind (oder diese ignorieren), als                      Voraussetzung für (das Bestehen)  eines “lateinischen Messzentrums”.

                   – Verbot des Alten Ritus in Militärkapellen

                   – Verbot des Alten Ritus in der Nähe von Hochschulen und Universitäten

                   – Jungen Männern, die der katholischen Tradition gegenüber empfänglich sind, den Eintritt in die Seminare zu verbieten, sie davon abzuhalten oder sie (daraus) zu entlassen.

 

Lustig, aber die Veteranen des Zweiten Weltkriegs, die Veteranen des Korea-Krieges, sie alle waren radikale Traditionalisten …und dann begann das Zweite Vatikanische Konzil:

Denjenigen, die sich für den kulturellen Völkermord engagieren, reicht es nicht aus, den Gläubigen einen fremden Ritus aufzuzwingen und gleichzeitig ihre Kultur- und Lebensweise innerhalb des Diözesan- oder Pfarrlebens zu verbieten; die Jugendlichen müssen von ihren Eltern entfernt und umerzogen werden.  Um ein aktuelles Beispiel zu nennen: Nach der Veröffentlichung von Summorum Pontificum (2007) beschloss eine Gruppe von Katholiken, die über weite Strecken zur Messe gefahren waren, eine Petition für die Nutzung einer nahegelegenen Pfarrkirche zu stellen, die keine traditionelle Messe hatte. Um eine zweimonatliche traditionelle Messe zu haben, war eine der zahlreichen Anforderungen an die Gruppe, dass die Kinder an einem Religionsunterricht teilnehmen sollten, der von Menschen unterrichtet wurde, die offen ihre Feindseligkeit gegenüber der traditionellen Messe bekundet hatten. Natürlich unterwarfen sie ihre Kinder nicht diesem Unterricht, und nach kurzer Zeit wurde dies zum Anlass genommen, die Messe zu beenden. Zu diesem Zeitpunkt nahm die Gruppe ihre langen Pendelfahrten wieder auf. Die Zwangsassimilation beinhaltet typischerweise Schritte wie diese, um sicherzustellen, dass die einzigen Alternativen für das Gemeindeleben und die Pfarrschulen etwas ist, das ihre katholischen Vorfahren nicht einmal als katholisch anerkannt hätten.  Auch hier ist die Entscheidung, die Familienoberhäupter letztlich treffen müssen, entweder die Zwangsassimilation zu akzeptieren oder sich selbst und ihre Familien freiwillig zu vertreiben (“Bevölkerungsaustausch”).

In dem oben genannten Beispiel hatten die Schüler einer nahegelegenen Hochschule damit begonnen, regelmäßig an der traditionellen Messe teilzunehmen.  Einige erlebten sie zum ersten Mal.  Denjenigen, die einen Krieg gegen das katholische Erbe führten, brannte es auf den Nägeln, die halbjährliche Messe zu beenden, bevor zu viele Studenten erfuhren, was ihnen vorenthalten wurde.

Das Verbot des traditionellen Ritus für Soldaten ist ein besonders gravierendes Beispiel für Zwangsassimilation.  Durch die Politik des Verteidigungsministeriums (der USA, Anm. d. Übers.) wird die Verwendung von Militärkapellen zum Gebet auf jede Gruppe ausgedehnt, unabhängig davon, ob sie christlich ist oder nicht.  Trotz ausdrücklicher Hervorhebung der Offenheit für die Bedürfnisse des Militärs wurden große Anstrengungen unternommen, um sicherzustellen, dass es in den Militärkapellen keine tridentinische Messe gibt. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es weltweit keine einzige. Die anhaltende Verweigerung dieser Ressource (Militärkapellen) für katholische Soldaten ist in[1] und später in[2] gut dokumentiert. Es sei darauf hingewiesen, dass die Erzdiözese für Militärdienste in dieser Frage völlig autonom ist und den Weg, den sie eingeschlagen hat, gewählt hat, ohne dass das Verteidigungsministerium oder der Gesetzgeber, die die Aufsicht über militärische Angelegenheiten innehaben, Druck ausübten. Mit anderen Worten, jede religiöse Gruppe darf Militärkapellen benutzen, außer diejenigen, die sich für die Art des Gebetes entscheiden, welches zum Beispiel die katholischen Soldaten, die an der Invasion in der Normandie teilgenommen haben, praktizierten.  Sie sind herzlich eingeladen, in der Armee, der Marine, der Luftwaffe oder den Marinen der Vereinigten Staaten zu dienen, wenn Sie qualifiziert sind, aber Sie dürfen keinen Priester der Bruderschaft St. Petrus einladen, die Messe in der Kapelle Ihrer Einrichtung zu zelebrieren, obwohl eine Reihe dieser Priester Veteranen sind.  Das ist Zwangsassimilation.

Summorum Pontificum machte deutlich, dass jeder Priester das Recht hat, die Messe im Alten Ritus zu zelebrieren, und dass jede Gruppe von Gläubigen das Recht hat, sie zu verlangen. Universae Ecclesiae machte deutlich, dass solche Anfragen ernst genommen werden müssen. Trotz dieser lang erwarteten Anweisungen haben während des Pontifikats von Papst Franziskus zahlreiche Gemeinschaften auf der Grundlage des Alten Ritus aufgehört zu existieren. Ganzen Orden, wie den Brüdern der Franziskaner der Immaculata[3], wurde dieses Grundrecht verweigert, und Bischöfe, die mit Summorum Pontificum / Universae Ecclesiae sympathisierten, wurden, wie bereits erwähnt, entlassen.  Das ist Zwangsassimilation.

Das Verbot, jungen Männern, die der katholischen Tradition gegenüber empfänglich sind, den Eintritt in die Seminare zu erlauben, oder sie davon abzuhalten, dies zu tun, oder sie zu entlassen, wurde zuvor angesprochen.  Es sollte wieder als ein Akt der Zwangsassimilation betrachtet werden, der jedoch unendlichen Schaden angerichtet hat.  Offensichtlich ist der Versuch, die Kirche umzugestalten, indem man junge Männer gegen ihre Vergangenheit ausspielt, gescheitert.  Es gab einen weit verbreiteten  Attraktivitätsverlust für junge Männer; die Einschreibung in die Seminare ist zurückgegangen, und sie sinkt aus guten Gründen weiter. Junge Männer sind nicht dazu bereit, ihr Leben in den Dienste einer Kirche zu stellen, deren Liturgie und Lehre nach Belieben geändert werden kann.  Wenn sich solche Dinge ständig weiterentwickeln, was ist dann das, wofür sie sich verpflichten? In ein paar Jahren könnte es sich zu etwas entwickeln, das sie absolut verabscheuungswürdig finden. Der Teufelskreis geht weiter; die Zwangsassimilation hat zu einem Priestermangel geführt; dieser Mangel wird häufig als Begründung für die Ablehnung von Petitionen für die traditionelle Messe verwendet, deren Verlust im Mittelpunkt des Problems steht.

 

 

[1]Rightful Aspirations, Goretti Publications.

[2]https://onepeterfive.com/military-archdiocese-better-no-priests-traditional-ones/

[3]http://chiesa.espresso.repubblica.it/articolo/1350567bdc4.html?eng=y

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