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David Martin, War die Revolution des II. Vatikanischen Konzils Wirklichkeit oder nur eine Missinterpretation? (1 von 2)

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Anbei publizieren wir einen Text von David Martin, der auf onepeterfive erschienen ist, in der vorzüglichen Übersetzung von Eugenie Roth.  Es läßt sich nicht leugnen, dass traditionelle und traditionalistische Internetseiten eine bestimmte Hartnäckigkeit bei der Behandlung des Zweiten Vatikanischen Konzils an den Tag legen. Man könnte bösartig von einer Zwangsneurose sprechen, als gäbe es nichts anderes. Ihr Pfarrer mit der Pastoralassistentin um die Ecke werden Ihnen sagen:

„Lassen wir das Konzil gut sein, machen wir miteinander weiter“. 

Aber was sollen wir machen? Wie sollen wir es machen? Was ist das Ziel unserer Aktivität? Das Konzil hat dermaßen die Inhalte des katholischen Glaubens ausgehöhlt, dass man nicht mehr weiß, was ihn eigentlich ausmacht, am wenigsten weiß es Ihr Pfarrer, der sich diese Fragen gar nicht stellt. Warum beschäftigen wir uns dermaßen mit dem Konzil? Weil seine Auswirkungen uns persönlich betreffen. Wie denn?

    1. Der Schreiber dieser Zeilen (DSDZ) muss sehr viel Einfallsreichtm dafür verwenden sich seine Kerzen weihen zu lassen, denn die Anzahl der Priester, die
      1. an den Sinn einer Kerzenweihe glauben,
      2. diese ausführen wollen,
      3. dieses nach dem Rituale romanum in vorgeschriebener Weise auf Lateinisch tun wollen, verschwindend gering ist.
      4. Weil die geweihten Kerzen die Stärke der dämonischen Bedrängnis in seinem Leben reduzieren, deswegen sind sie ihm wichtig.
  1. DSDZ hat bei den Novus Ordo Messe die Auswahl zwischen Pest und Cholera und er erträgt sie nur dann, wenn er sich in eine Seitenkapelle verzieht und dort diskret sein Brevier betet.
  2. Er hat keinen Beichtvater, der etwas taugt.
  3. Er muss hunderte von Kilometern zu einer Tridentinischen Messe fahren, die unter den kümmerlichsten Umständen stattfindet, weil dieser Priester auch nichts taugt und in traditionellen Gewändern die Novus Ordo-Theologie verbreitet.
  4. Er kann seinen erlernten Beruf – Theologe – nicht ausüben.
  5. Er erhält also keine geistlichen Mittel und Hilfe von der Kirche, die ihm zustehen, noch kann er offiziell etwas beitragen.

Ist das Konzil daran schuld? Jawohl, denn es hat die jetzige Apostasie losgetreten, indem es zuerst die Liturgie und dadurch die Lehre änderte, was uns jetzt ohne jeden Zweifel Amoris Laeititia vor Augen stellt. Wenn etwas also nach 50 Jahren dermaßen faule Früchte hervorbrachte, dann muss es am Anfang auch verdorben gewesen sein. Welches Konzil hat denn bislang eine Apostasie verursacht? Keines! Der Antipapst Bergoglio hat 2018 nicht einmal den Urbi et orbi-Segen richtig gespendet. Die Apostasie ist sichtbar an der Kirchenspitze angelangt. Da jetzt viele Neokonservativen, Generation JP2, die Augen öffnen und die Frage stellen, die wir uns schon vor einiger Zeit stellten und die da lautet:

Wann hat es angefangen?,

so antworteten wir spätestens mit der Konzilseröffnung als man das Ruder denjenigen Leuten in die Hand gab, ja, mit der Zustimmung des Papstes Johannes XXIII, die früher verurteilt worden sind.  Der Konzilsfrühling kam und alles stürzte zusammen. War es denn so morsch? Das wohl auch, weil immer weniger geglaubt, gesühnt und gebetet wurde, aber durch die Liturgiereform fließt einfach viel weniger Gnade und die Natur, die sich selbst überlassen bleibt, ist sehr schwach. Wir alle vergessen, dass das Sichtbare und Irdische nur der Abglanz des Unsichtbaren und Spirituellen ist, was bedeutet, dass durch das Niederreißen der Schutzmauern der Kirche die Mächte der Finsternis eine freie Bahn bekamen wie seit Pfingsten niemals zuvor.  Die Hermeneutik der Kontinuität stimmt nicht, denn wenn man schon eine Hermeneutik braucht, dann ist eine Kontinuität fraglich.

Häufig wird von Konservativen, die von den Veränderungen in der katholischen Kirche – die sich in den letzten Jahren scheinbar exponentiell beschleunigt haben – entmutigt sind, geäußert, das Vatikanum II sei ein gutes Konzil gewesen, es sei nur missinterpretiert worden. Wenn diese guten Menschen besser darüber informiert wären, was sich während des Konzils abspielte, würden sie etwas derartiges niemals sagen. Das II. Vatikanum begann in der Tat mit guten Absichten, jedoch wurde es in der Eröffnungssitzung von Rebellenbischöfen an sich gerissen, weil der Papst das Konzil ohne ihren Rat und gegen ihre Entwürfe geplant hatte.

Soviel wir wissen, war Kardinal Tisserant, die Schlüsselfigur bei dem Vertrag zwischen Moskau und dem Vatikan im Jahr 1962, welcher der Eröffnungssitzung vorstand, Teil dieses Projekts, das Zweite Vatikanische Konzil an sich zu reißen. Nach Jean Guitton, dem berühmten französischen Akademiker und persönlichen Freund Papst Pauls VI., hatte Tisserant ihm ein Bild von sich selbst und sechs anderen gezeigt und zu ihm gesagt: „Dieses Bild ist historisch oder vielmehr symbolisch. Es zeigt das Treffen, das wir vor der Eröffnung des Konzils hatten, als wir beschlossen, die erste Sitzung zu blockieren, indem wir uns weigerten, die tyrannischen Regeln zu akzeptieren, die von Johannes XXIII festgesetzt worden waren.“ (“Vatican II in the Dock,” 2003,

Im Zentrum dieses Coups, das II. Vatikanum umzustürzen, waren die Kardinäle Alfrink, Frings, und Liénart von der Rheinallianz. Ihr Ziel war, die Kontrolle über die Planungskommissionen zu gewinnen. Man musste eine Kampfabstimmung gewinnen, um die Mitglieder der Kommissionen zu bestimmen, als Kardinal Liénart, ein mutmaßlicher Freimaurer, während einer Rede das Mikrophon ergriff und verlangte, die Liste mit 168 Kandidaten zu verwerfen und eine neue Kandidatenliste aufzustellen. Diese außergewöhnliche [das Englische Wort kann man auch mit „unheimlich“ übersetzen, Anm. d. Übs.] Geste wurde vom Konzil befolgt und die Wahl wurde verschoben. Liénarts Aktion lenkte den Kurs des Konzils um und wurde von der Presse als Sieg bejubelt. Dies geschah am 13. Oktober 1962, dem 45. Jahrestag der letzten Erscheinung Unserer Lieben Frau in Fatima (Fr. Ralph Wiltgen, The Rhine Flows into the Tiber) [Die deutsche Fassung gibt es hier]).

In seiner Ansprache an den Klerus von Rom am 14. Februar 2013 gab Papst Benedikt XVI auf brillante Art und Weise diesen Staatsstreich am II. Vatikanum wieder:

„Auf der Tagesordnung für diesen ersten Tag standen die Wahlen für die Kommissionen, und Namenslisten waren auf eine Weise vorbereitet worden, die als unparteiisch gedacht war, und über diese Listen wurde abgestimmt. Doch gleich zu Beginn sagten die Konzilsväter: ‚Nein, wir möchten nicht einfach über vorbereitete Listen abstimmen. Es geht um uns.‘ So war es notwendig, die Wahlen zu verschieben, weil die Konzilsväter selbst … die Listen vorbereiten wollten. Und so wurde es gemacht. Kardinal Liénart von Lille und Kardinal Frings von Köln hatten öffentlich gesagt: Nein, so nicht. Wir möchten unsere eigenen Listen machen und dann unsere eigenen Kandidaten wählen.“

Der hervorragende Romano Amerio, der bedeutend zur Gestaltung des originalen II. Vatikanums beigetragen hatte, zitiert, wie die Rechtsordnung des Konzils durch diese Tat übertreten wurde:

„Diese Abweichung vom ursprünglichen Plan“ kam zustande „durch einen Akt, der die Rechtsordnung des Konzils brach“, so dass „das Konzil selbstgemacht war, untypisch und unerwartet.“ (Professor Romano Amerio, Iota Unum, 1985).

Nachdem sie die Abstimmung rechtswidrig blockiert hatten, wandte diese rebellische „Rheingruppe“ grobe Methoden an, um mit Gewalt einige ihrer eigenen Mitglieder in die Planungskommissionen zu bringen, so dass über Nacht beinahe 60 % der Kommissionen nun „suspekte Theologen“ vorstanden, die zuvor unter Pius XII. Auflagen erhalten hatten, unter ihnen Abweichler wie Hans Küng, Schillebeeckx, Frings, Danielou, und der Pseudo-Mystiker Karl Rahner, der Liebling des Konzils, der während des gesamten II. Vatikanums sich mit der notorischen Feministin Luise Rinser traf, die lautstarkt die Abtreibung und das Frauenpriestertum gefordert hatte (Fr. Karl Rahner – Heresy and Amor, John Vennari). Die Feinde des Glaubens hatten die Schlüsselpositionen des Konzils gekapert, was sie befähigte, hinterlistige Dokumente zu verfassen, welche die Kirche in die Irre führen sollten – d. h. die sechzehn Dokumente des II. Vatikanums.

Die wahren Konzilsdokumente waren die 72 Schemata, die Johannes XXIII vor dem Konzil bestätigt hatte. Nach Aussage von Erzbischof Lefebvre, der ins Zentrale Vorbereitungskommittee berufen worden war, und die Dokumente alle zu überprüfen, waren die Schemata alle würdig und rechtgläubig und hätten verwendet werden sollen, doch zu seinem großen Entsetzen wies das Konzil unter der Leitung dieser Konzilspiraten Papst Johannes‘ Entwurf zurück. Beachten Sie Lefebvres eigene Worte:

„Vom ersten Tag an wurde das Konzil von den progressiven Kräften belagert. Wir durchlebten es, fühlten es[.] … Wir hatten den Eindruck, dass etwas Unnormales geschah, und dieser Eindruck wurde sehr schnell bestätigt; fünfzehn Tage nach der Eröffnungssitzung verblieb nicht eines der zweiundsiebzig Schemata. Alle waren zurückgeschickt worden, zurückgewiesen, in den Papierkorb geworfen[.] … Die immense Arbeit, die als vollkommen angesehen worden war, wurde verworfen und die Versammlung fand sich mit leeren Händen, mit nichts fertig. Welcher Verantwortlicher einer Vorstandssitzuung, so klein die Firma auch sein mag, würde einer Fortführung der Sitzung zustimmen ohne Tagesordnung und ohne Dokumente? Doch genau so fing das Konzil an.“ (Erzbischof Lefebvre, Open Letter to Confused Catholics, 1986)

Benedikt XVI selbst zeigt auf, wie ein „virtuelles Konzil“ sich beim II. Vatikanum erhoben hatte, um sich des „wahren Konzils“ zu bemächtigen, und lamentierte, wie „es so viele Desaster hervorbrachte“ (Ansprache vor dem Klerus von Rom, 14. Februar 2013). Gleicherweise stellte Papst Paul VI fest, dass die guten Bemühungen am II. Vatikanum „vom Teufel“ behindert worden seien, der hinzugekommen war, „um die Früchte des Ökumenischen Konzils zu ersticken“ (29. Juni 1972).

Daher spiegeln die radikalen Veränderungen von heute nicht eine Missinterpretation des II. Vatikanums, sondern eine wahre Interpretation, wie sie von den liberalen Architekten beabsichtigt war. Die wenigen guten Teile der Dokumente, verfasst von den wenigen guten Leuten, wurden schlicht und einfach erlaubt und als religiöses Mäntelchen hineingewoben, um so sicher Papst Pauls Unterschrift zu locken, ohne die der Plan der Progressisten niemals Erfolg gehabt hätte. Hierfür war es den Liberalen im Vatikan wichtig, dass die Dokumente eher orthodox als liberal erscheinen sollten.

Der Kern ihres Planes war, den Fall Luther unter dem Vorwand einer Reform wiederzubeleben, und die Katholische Kirche mit anderen Weltreligionen zu mischen. Fr. Edward Schillebeeckx, eine herausragende Figur des Konzils, sagte sogar:

„Der Vorwurf der heimlichen Begünstigung der Reformation ist daher nicht ohne Grund.“

Betrachten Sie die Vision des Freimaurers und exkommunizierten Priesters des 19. Jahrhunderts, Canon Roca (1830-1893), der vorhersagte,

„die Liturgie der Römischen Kirche wird bald bei einem ökumenischen Konzil eine Veränderung erleben“ auf einmal, um die Kirche ihres übernatürlichen Charakters zu berauben, um sie mit der Welt zu mischen, um die Denominationen ökumenisch zu verflechten, anstatt sie Seite an Seite als separate Konfessionen laufen zu lassen, und so den Weg zu ebnen für eine Standard-Weltreligion im zentralisierten Weltstaat.“

Mehr als einmal tauchte (das Gerücht?) auf, dass Unsere Liebe Frau in ihrem Dritten Geheimnis von Fatima angeblich von einem „schlechten Konzil und einer schlechten Messe“ sprach. Dies wurde im Mai 2009 vom Fatima Crusader (einer Internetseite, Anm. d. Übs.) berichtet, und wieder im Mai 2016 von der Internetseite One Peter Five. Nach beiden Berichten sagte Kardinal Ratzinger (jetzt Benedict XVI) seinem guten Freund, Fr. Ingo Dollinger im Spätsommer 2000, dass es immer noch einen Teil des Fatimageheimnisses gibt, das zu veröffentlichen ist, und dass das Geheimnis von „einem schlechten Konzil und einer schlechten Messe“ spricht, die (in der Zukunft) kommen sollen.

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