Der deutsche “Benevakantismus” oder wieviele Päpste sehen Sie?

DSDZ (Der Schreiber dieser Zeilen) schreibt an seiner eigenen Reihe “Warum Bergoglio ein Antipapst ist”, welche viele theologische Unterthemen und Gesichtspunkte abdecken wird (z. B. Gültigkeit der Novus Ordo Sakramente, Sakramentalien, Aussagen von Autoritäten zu einem Häretiker-Papst etc.). Die Reihe zählt jetzt schon 66 Seiten, 11 Beiträge von 20 geplanten sind fertig und wir werden sie hier als kleine, fassbare Häppchen präsentieren. DSDZ ist durchaus in der Lage kurz, wissenschaftlich, fachgerecht und präzise zu schreiben oder gar seine Argumente logisch zu formalisieren, was jedoch den Nachteil hat, dass es kaum jemand versteht. So schreibt man in wissenschaftlichen Aufsätzen für Kollegen und auf keinen populären Blog für sog. normale Menschen. DSDZ ist sich auch im Klaren darüber, dass manche Leser seine lange Reihe nicht zu Ende lesen oder verstehen werden, weil sie ganz dringend den Hasen spicken müssen. Denen, welche die ganze Reihe nicht abwarten können, präsentieren wir jetzt schon hier ihre Zusammenfassung:

I. Der häretische Papst

Sollte Bergoglio allem Anschein zum Trotz der rechtmäßige Papst sein, so hat er seit den formellen Häresien in Amoris Laetitia das Amt verloren, weil kein formeller Häretiker ein Kirchenamt bekleiden kann.

II.  Benedikt ist nicht zurückgetreten

Benedikt ist aufgrund seines substantiellen Fehlers (ausgebautes oder doppeltes Papsttum) nicht wirklich zurückgetreten, ob es ihm gefällt oder nicht. Daher war die Wahl von Bergoglio von vornherein ungültig und seine Häresien spielen für die Ungültigkeit seines Papsttums keine weitere Rolle.

Warum sagt es denn keine kirchliche Autorität?

Weil sie zu feige sind. So einfach ist das. Unter unseren “amerikanischen Verbündeten”, da wir ihre Aufsätze übersetzen (Ann Barnhardt, The Remnant, onepeterfive, Hilary White), ist in der letzten Zeit ein bitterer Streit entbrannt. Dies tut uns leid, es ändert aber sachlich nichts. Wir halten uns da nicht raus. Denn entweder:

(1)

a. ist Bergoglio Papst,

b. er ist aber ein Häretiker

c. und er gehört abgesetzt

oder

(2)

a. Benedikt ist Papst, er möchte aber nicht regieren.

b. Bergoglio ist deswegen kein Papst und hat demzufolge keine Amtsgewalt.

Das Problem liegt aber nicht in der Theorie, sondern in der Praxis. Denn in jedem Falle müssten die Kardinäle Bergoglio absetzen, was sie nicht tun. Und nein, sie haben keine Angst vor dem Schisma. Sie haben Angst vor der eigenen Frührente, denn so schlimm kann es für sie kommen. Ein Albtraum! Steve Skojec verwendet den Begriff des “Benevakantismus“, der witzig und gut gewählt ist und der Chef von onepeterfive rechtfertigt seine Ansichten in einem Podcast. DSDZ hat sich diesen angehört und glaubt nach wie vor, dass mehr Argumente für die Barnhardt-These, den Benevakantismus, sprechen als dagegen. Was wirklich sonderbar ist, ist die Unterscheidung, welche Skojec angibt zwischen

(a) einer formellen Häresie

und

(b) einem formellen Häretiker.

Nach dem Theologen, den Skojec zitiert, kann man zwar formelle Häresien verkündigen, aber man ist noch lange kein formeller Häretiker. Das ist Unsinn! Natürlich ist man ein formeller Häretiker, wenn man formelle Häresien von sich gibt. Skojec stellt auch die Tatsache in Frage, dass Bergoglio ein formeller Häretiker ist,

 

“da wir nicht wissen, wie es um sein theologisches Studium bestellt ist”.

Das wissen wir zwar nicht, was die Privatperson Bergoglio anbelangt. Aber doch nicht Bergoglio als Papst! Er gibt ja als Papst und nicht als Privatperson Häresien von sich und dadurch allein sind sie formell, weil er als Papst den ganzen kurialen Apparat samt Glaubenskongregation zur Verfügung hat, den er verwenden kann, um sich beraten zu lassen. Man kann ihm also als Papst wirklich keine unüberwindbare Ignoranz zugute halten.

Steven Skojec, welchen DSDZ schätzt und mag, flüchtet sich außerdem in eine Art Fideismus, indem er uns mit Kindern vergleicht, die ihrem Vater zu vertrauen haben, wie wir der Kirche. Aber diese Einstellung setzt ein Aussetzen von Logik und gesundem Menschenverstand voraus, wie auch des katholischen Glaubens überhaupt. Wir glauben daran, was die Kirche von Anfang an uns lehrt und nicht was der jeweilige Papst oder Antipapst erfindet, wie die absolute Unzulässigkeit der Todesstrafe zum Beispiel. Natürlich darf und muss ein Papst oder Antipapst korrigiert werden und wenn er nicht hört, gehört er abgesetzt. Steven Skojec meint auch, dass ohne eine ordnungsgemäße (duly) formelle Korrektur, kein formelle Häresie festzustellen ist. Dies ist falsch, denn hier wird nicht zwischen Feststellung der Häresie und Absetzung des Häretikers unterschieden. Zwar wurde bisher kein Papst zu seinen Lebzeiten als Häretiker abgesetzt und deswegen gibt es keinen vorformulierten Amtsweg, aber im Falle der Häresie von Johannes XXII. wurde dieser Papst nicht ausschließlich von Kardinälen ermahnt, sondern auch von anderen Gläubigen. Seine Häresie war allerseits feststellbar, wie die bergoglianische auch. 

Warum erfolgt keine formelle Korrektur?

Wir sagen es immer wieder. Weil es unter den Kardinälen keine Mehrheit oder nicht einmal eine Minderheit dafür gibt. Weil niemand aus der Reihe tanzen und sich in die Brennnesseln setzen will. Sie wissen schon, die haben Risiken zu tragen: die Rente und das zweite Stück Kuchen im Kaninchenzuchtverein kann ihnen danach verwehrt werden. Ideale sind zwar schön, aber Titel und Einkommen ist besser. Wenn sie ihn ermahnen sollten, dann müssten sie ihn absetzen. Sie wissen aber nicht wie und sie wollen auch nicht. Aus Feigheit.

Schalten wir aber für einen Moment den gesunden Menschenverstand ein. 

Wieviele Päpste sehen Sie auf diesen Bildern?

Bitte kreuzen Sie die Antwort an:

A. Einen

B. Zwei

C. Nach Vatikanum II kann man diese Frage gar nicht so formulieren.

D. Was macht das schon aus? Papsttum ist ein Zustand des Bewußtseins.

E. Soviel, wieviel mein Vorgesetzter verlangt.

Sollten Sie A. angekreuzt haben, dann sind Sie womöglich ein Benevakantist, abhängig davon für welchen der Herren im Weiß (Dass das noch von keiner Waschmittelwerbung aufgenommen wurde?) Sie sich entscheiden.

Das große Problem mit der nachkonziliaren Theologie besteht darin, dass diese das Gehirn ausschaltet. Sie werden angehalten, dauernd den Satz vom Widerspruch (entweder – oder) auszuhebeln durch das “Sowohl-als-Auch-Jedoch-aber-Wenn”. Dieser falsche Irrationalismus führt, wie treffend schon das Vatikanum I feststellte, zum Fideismus und zum Traditionalismus, aber nicht in der heutigen Bedeutung. Der Traditionalismus von Augustin Bonnetty, wie er verurteilt wurde (DH 2811-2814), war eine Unterart des Fideismus, da er annahm, dass natürliche Kräfte der menschlichen Vernunft unfähig seien »Gott und seine Eigenschaften, den Menschen, seinen Ursprung, sein Ziel, seine Pflichten, die Regeln der bürgerlichen Gemeinschaft und der häuslichen Gemeinschaft« zu erkennen (vgl. Tanquerey, Synopsis Theologiae Dogmaticae, Bd. 1, Paris 1937, 143-144). So sollte der Katholik den Verstand ausschalten und ausschließlich an die Offenbarung und kirchliche Tradition glauben. Die richtige Haltung lautet jedoch: allein mit der Verstandeskraft kann man zum Vorhof des Glaubens gelangen, danach braucht man dann wirklich die Unterweisung der Offenbarung und der Tradition. Aber katholischer Glaube und seine Inhalte sind nicht widersinnig und unvernünftig. Sie sind über-vernünftig. Die heutigen Katholiken glauben, wenn sie den Verstand einschalten, dann sind sie

a. entweder nicht theologisch gebildet (Jedoch-aber-Wenn etc.)

b. oder nicht fromm (“Wir kleine Würmer können es nicht fassen, bevor die guten Kardinäle es uns nicht sagen und der Triumph des Unbefleckten Herzens eintrifft”.)

Beides ist falsch, das eine ist der verurteilte Rationalismus mit umgekehrten, hegelianisch-irrationalen Vorzeichen, das zweite ist Fideismus.

Sehen wir den Tatsachen ins Auge:

  1. Trägt Benedikt weiß? Ja.
  2. Trägt er den Fischerring? Ja.
  3. Lebt er im Vatikan? Ja.
  4. Lässt er sich mit “Seine Heiligkeit” titulieren? Ja.
  5. Unterschreibt er mit seinem Papstnamen, den er behält? Ja.
  6. Sprach er in seiner Abdankungsrede von einer zweifachen Ausübung des Petrusamtes? Ja.
  7. Sprach Erzbischof Gänswein auf der Gregoriana von einem doppelten Papstamt, ohne dass Benedikt widersprach? Ja.

So sprechen doch mehr Argumente dafür, dass Benedikt sichtbar immer noch Papst ist, als dafür, dass er kein Papst ist.

 

 

 

Kommentar verfassen