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Der „Ikea-Effekt“ oder warum immer wieder die Deutschen?

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Ist die Kirchenzerstörung von Haus aus deutsch?

Carol Byrne ist Britin, sie gehört wahrscheinlich nicht mehr der Generation an, die den Krieg mitgemacht hat, aber im kollektiven britischen Bewusstsein sitzt der Krieg und das anti-deutsche Ressentiment recht tief. Da die Briten ein Inselvolk sind, so sind sie leider all dem Kontinentalen voreingenommen, an der ersten Stelle den Franzosen gegenüber (ja, ja, Napoleon), an weiterer Stelle anderen Völkern. DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) hat wirklich in seinem Leben viel englischsprachigen Literatur gelesen, um fest behaupten zu können, dass es wirklich so ist.

She was ugly, as only a continental woman can be – Sie war hässlich, wie nur eine kontinentale Frau sein kann.

Charlotte Bronte, Professor

Wenn also Carol Byrne von der deutsch-französischen Mafia schreibt, so entsteht natürlich die Frage, ob sie nicht aus ihrer britisch-insularen Perspektive schreibt und von Haus aus voreingenommen ist. Denn die britischen Katholiken waren ja seit Heinrich VIII eine verfolgte Minderheit und daher konservativ, ultramontan und päpstlicher als der Papst, um es den heimischen Protestanten, die sie verfolgten, zu zeigen.

Interessanterweise war diese Einstellung den deutschen Katholiken fremd, die nicht überall nach dem Dreißigjährigen Krieg die Minderheit waren, sich aber hauptsächlich durch ihre Geistlichen bemühten es den Protestanten recht zu machen. Wenigsten im zwanzigsten Jahrhundert und danach. DSDZ versteht einfach nicht, warum denn alle Unglücke für die Welt seit 500 Jahren von den Deutschen ausgehen?

Zählen wir mal auf:

  • die Reformation,
  • die Religionskriege in Europa,
  • der Dreißigjährige Krieg,
  • die Aufklärung,
  • der deutsche Idealismus mit Kant und Hegel,
  • der Kommunismus mit Marx und Engels,
  • der Erste Weltkrieg,
  • das Einschmuggeln Lenins nach Russland,
  • die Liturgische Bewegung,
  • der Zweite Weltkrieg,
  • das Zweite Vatikanische Konzil,
  • die Handkommunion,
  • die Ministrantinnen
  • die Vergiftung der Weltkirche durch das deutsche Kirchensteuergeld,
  • die deutschsprachigen Häresien,
  • die Abdikation Benedikts XVI,
  • die Umsetzung von Amoris Laetitia,
  • die Kommunion an Protestanten,
  • die Homosegnung,
  • etc.

Sicherlich ist diese Liste nicht vollständig, es lässt sich aber wirklich nicht leugnen, dass die deutschen Bischöfe mindestens seit den 1940-gern hinter den Liturgiereformen standen.

Warum taten sie das?

Vielleicht deswegen, weil sie sie zumindest Nationalisten, wenn nich gar Nazis waren und die Liturgie verdeutschen oder eindeutschen wollten, damit das Deutsche in Deutschland noch mehr hochgehalten werden sollte? Dennoch forderten sie die Einführung der Landessprache in jedem Land, die ja nicht mit der deutschen Sprache gleichbedeutend war. Sicherlich wussten sie, dass die Forderung der Einführung der Landessprache eines der Kernforderungen des Protestantismus war.

Warum wollten also die deutschen Bischöfe den weltweiten Katholizismus protestantisieren?

Ging es vielleicht darum, dass protestantische Pastoren als Laien verheiratet sind und Sex haben können? Meistens mit Frauen? Wie viele nichtkatholische Schriftsteller haben doch ihre Sehnsucht nach dem Katholizismus beschreiben? Wie viele sind auch aus ästhetischen Gründen konvertiert? Die deutschen Bischöfen sehnten sich aber nach dem Protestantismus und tun es natürlich jetzt mehr als jemals zuvor? Was ist aber dieser diskrete Reiz des Protestantismus? Es ist einfach der nächste Schritt Richtung Atheismus und so viele Priester und Bischöfe sind Atheisten, dass man sich manchmal fragen muss, ob es noch andere gibt?

Abstieg des Modernismus

DSDZ kennt die Antwort auf die Frage nach der Kirchenzerstörung durch Deutsche noch nicht, aber sie ist wahrscheinlich recht einfach. Die Kirchensteuer ist es nicht, denn die Sicherheit und Faulheit schafft normalerweise keine Revolutionäre, die am Ast, auf dem sie sitzen, sägen. Vielleicht müsste man dazu die betreffenden Kapitel aus Thomas‘ Manns „Dr. Faustus“ lesen, wo die Verbindung zwischen dem Deutschen und dem Dämonischen erörtert wird? Nicht von ungefähr ist gerade der Erzengel St. Michael der Patron Deutschlands.

Der „Ikea-Effekt“

Nach der heutigen Carol-Byrne-Lektüre kommt man dazu an den sog. „Ikea-Effekt“ zu denken.

Was ist es?

Der eigentliche Ikea-Effekt besteht darin, dass man auf seine Arbeit des Zusammenbauens stolz ist und deswegen dieses billige Regal mehr als das teure schätzt, weil man es im Schweiße seines Angesichts zusammengebaut hat. Mit dem „Ikea-Effekt“ meinen wir hier etwas anderes. Es ist das Weglassen einer Schraube oder eines Verbindungselements bei der Montage, was dazu führt, dass das Regal entweder zusammenkracht oder schief hängt. Die Ikea-Möbel sind zwar einfach zusammenzubauen, aber nur für diejenigen, die viel Übung beim Zusammenbauen von Ikea-Möbeln haben. Für alle anderen sind sie es leider nicht und die Ikea-Küchen gelten sogar bei Küchenbauern als kompliziert. Wie Sie wissen, erhalten Sie einen Beutel von Schrauben mit einer Skizze und müssen sich selbst helfen.

DSDZ hat schon viele Ikea-Möbeln in seinem Leben zusammengebaut und da er ein Liturgiker von Haus aus ist und sich fast immer an Vorschriften und Rezepte hält, so ging er auch davon aus, dass ein jedes Ikea-Schräubchen und Versatzstückchen notwendig und zu etwas nützlich ist, ansonsten wäre es nicht da. So konnte er sich vor der Versuchung wehren einen Teil der Schrauben wegzupacken und die Möbel nach seinem Gutdünken zusammenzustellen. Er glaubte also den „liturgischen“ Ikea-Vorschriften, ohne jedes Detail nachvollziehen zu können. Wäre er aber ein Industriedesigner, ein Möbelbauer oder ein Ingenieur, so wäre er in der Lage die Finessen der Ikea-Lösungen zu würdigen, welche wohl darin bestehen die einfachsten und kundenfreundlichsten Bauweise zu liefern. Es ist aber gerade das Fehlen der Möbelbauerkenntnisse des DSDZ, die ihn dazu bringen sich an die Ikea-Anweisungen zu halten. Und irgendwie ähnlich argumentieren die britischen Bischöfe in ihrem Schreiben von 1898, wo sie sinngemäß schreiben:

Weil wir nicht wissen, wozu jedes liturgische Detail dient, so laufen wir die Gefahr gerade das Wesentliche zu reduzieren, wenn wir uns nicht an die Vorschriften halten.

Es ist also der liturgische „Ikea-Effekt“:

  • man hat keine Ahnung vom Möbelbau,
  • man möchte keine Schraube auslassen,
  • damit nichts zusammenkracht.

Die fehlenden Kenntnisse der Möbelbaukunst bei Nicht-Möbelbauern sind ganz nachvollziehbar, warum wussten die britischen Bischöfe, nicht einmal die deutschen, um 1898 nicht, welche liturgischen Details welchen spirituellen Handlungen dienen? Hatten sie keinen Glaubenssinn? Keine Gnade? Keine übersinnliche Wahrnehmung? DSDZ, obwohl kein Bischof, kann wirklich sagen, wo es mehr oder weniger „gottet“, welche Gebete oder liturgischen Handlungen mehr Heiligkeit versprühen als andere. Sicherlich ist es schwierig diese Handlungen von denjenigen, die sie vollbringen, wie die Priester, zu isolieren, aber diese Wahrnehmung ist wirklich da und ist in den letzten Jahren stätig gewachsen. Und nicht nur er hat sie. Wie kann es also sein, dass katholische Bischöfe vom Ende des XIX Jhdt. ausgehend immer mehr verblendeten und verblödenden, sodass sie schließlich das Vaticanum II verabschiedeten? Von hier und jetzt wollen wir gar nicht reden? Hatte Gott ihnen seine Gnade entzogen? Wenn ja, dann nicht ohne Grund. Und mit diesem Fragenkatalog starten wir die dritte Adventwoche.

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