Der katholische Protestbrief als neue Literaturgattung oder über die zahme katholische Presse

Michael Matt, der Herausgeber von The Remnant hat am 20. November 2019 seinen offenen Protestbrief gegen “Papst” Franziskus veröffentlicht, der mit 26. Oktober 2019 datiert ist. Wir werden ihn nächste Woche bei uns kommentiert veröffentlichen und man kann ihn im Original hier nachlesen. Dieser neue Protestbrief wird genauso wenig bewirken wie die vorigen auch, weil spätestens seit Amoris Laetitia kein Protestieren, sondern Handeln gefragt ist. Dabei zeigt jeder auf jeden, die Laien auf die Geistlichen, die Geistlichen auf die Laien und keiner tut was. Bischof Schneider meint fälschlicherweise sogar, dass es irgendwie sündig wäre und gegen Gottes Vorsehung etwas gegen Bergoglio zu unternehmen. Das Schlimme ist dabei nicht nur das, dass Bischof Schneider selbst nichts unternimmt, außer sehr gelinden Protestbriefen und neuen Buchvorstellungen, sondern dieses Nichtstun noch zusätzlich theologisch rechtfertigt. Wir werden seine Argumente auseinandernehmen, heute aber wenden wir uns etwas Anderem zu. 

Es geht um die Fake moves, um das Vortäuschen des Handelns, obwohl man dem Eigentlichen – der offiziellen Verurteilung des Antipapstes als Häretiker – tunlichst aus dem Wege geht.

  • Kardinal Müller tut nichts, sondern präsentiert sein neues Buch im Kloster Weltenburg
  • Kardinal Sarah tut nichts, sondern präsentiert seine neues Buch im Kloster Weltenburg
  • Kardinal Burke tut nichts, sondern bereist die Slowakei mit der Cappa magna
  • Bischof Schneider tut nichts, sondern präsentiert sein neues Buch während der Amazonas-Synode in Rom, gleich neben der Pachamama in der St. Maria Transpontina-Kirche und gibt Interviews.

Natürlich kostet es die Würdenträger nichts ein “Heimspiel” vor einem Publikum zu haben, das genauso denkt und sich freut einen angeblichen “Widerständler” vor sich zu haben. Wenn sie wirklich zum Widerstand gehören würden, wie Bischof Vigano, dann wären sie all ihrer Ämter beraubt und müssten sich irgendwo verstecken. Vielleicht gehören sie doch zum “Team Bergoglio” und dienen dazu die Konservativen und Traditionalisten zu beschwichtigen, wie es sehr gekonnt Bischof Schneider tut, indem er alle zum Nichtstun ermuntert und mit dem “Triumph des Unbefleckten Herzens” vertröstet. Ober diese Würdenträger werden für dermaßen harmlos gehalten, was sie auch sind, dass man sie frei laufen lässt. 

Ein anständiger Bürger sitzt im Knast,

sagte man in der Stalin-Ära. Saß man nicht ein, dann war etwas mit einem nicht in Ordnung, man diente als Spitzel oder kaufte sich irgendwie anders frei. Die Archive der kommunistischen Geheimpolizei erzählen mehr als eine solche Geschichte.

Na gut, alle sind feige, unternehmen nichts oder machen gar mit. Was weiter?

Das, dass die katholische Presse der konservativen Couleur diese Nichtstuer zu wahren Autoritäten hochstilisiert, indem sie ihre Leserschaft einfach belügt. Wie kann man denn die feige Haltung von Bischof Voderholzer irgendwie rechtfertigen? Man hat ihn auf die Liste des letzten Protestbriefes gegen Pachamama gesetzt, ohne dass er etwas dafür getan hat und er lässt sich daraus entfernen. Es ist wirklich lächerlich von beiden Seiten. Von ihm, der feige ist und/oder keine katholischen Ansichten hegt und von denen, die ihn da drauf setzten, um vorzugeben, dass die Hierarchen der Kirche

“doch irgendwie so dagegen sind oder wenigstens nicht dafür”.

DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) ließ wirklich wenige Menschen als Autoritäten in seinem Leben gelten, erlebte es aber, wie fast alle politischen und geistlichen Autoritäten seines Landes sich nach gründlicher Untersuchung als kommunistische Agenten entpuppten. Sie haben gelogen von Anfang an, die Geheimpolizei hat sie eingeschmuggelt und ihnen zum Aufstieg geholfen.

Warum hat man das getan?

Um die Solidarność-Bewegung zu unterwandern und zu steuern und sich danach einen sanften Übergang in den Kapitalismus zu ermöglichen, ohne die “rumänische Lösung”.

Hat es geklappt?

Ja, und wie. Für viele Menschen ist aber nach diesen Entdeckungen, dass z.B. Lech Walesa von vornherein ein kommunistischer Agent gewesen ist, ihr gesamtes Weltbild zusammengebrochen. All das, was sie als gut und edel angesehen haben, war von vornherein falsch. Sie wurden zynisch, denn es gibt nichts Gutes, keine Wahrheit, nichts Höheres. Manche haben sich erholt, manche nicht, und daher ist es schwierig, einigermaßen ethische Menschen für Politik zu rekrutieren oder zu begeistern.

Warum war die Abrechnung mit dem Kommunismus so zögernd gewesen?

Weil kommunistische Agenten, die ganze Zeit erpressbar, in Schlüsselpositionen der Politik saßen. 

Warum hat die Mainstream-Presse eine dermaßen sanfte Linie verfolgt und die öffentliche Meinung beruhigt?

Weil kommunistische Agenten, die ganze Zeit erpressbar, in Schlüsselpositionen der Zeitungen saßen. 

Warum wurde kaum jemand verurteilt?

Weil kommunistische Agenten, die ganze Zeit erpressbar, in Schlüsselpositionen der Justiz saßen. 

Sehen Sie die Parallelen?

Während wir beim Bergoglio-Regime noch keine Verurteilung oder Abrechnung haben, haben wir immer noch die katholische Presse, die Bergoglio schönredet und die Feigheit unserer lieben Geistlichen noch dazu. Wenn es keinen Widerstand gibt, dann wird er konstruiert, von der katholischen Presse. Man wird an den Film “Unser Mann in Havana” erinnert, wo ein angehender Spion seine ganzen Erlebnisse erfindet, um mehr Geld vom Geheimdienst zu kassieren. Es geht solange gut, bis jemand stirbt. Der Teufel ist der Vater der Lüge. Wer lügt, steht nicht in der Wahrheit und vertritt keine Wahrheit. Natürlich ist der Unterschied zwischen Lüge und Manipulation manchmal sehr schwer auszumachen. Wenn Sie einen Bereich der Realität ausblenden und aus einem Rest etwas konstruieren, dann ist es nicht direkt eine Lüge, im Sinne eines konträren oder kontradiktorischen Widerspruches, um die Formallogik an dieser Stelle zu bemühen. Lesen Sie doch Immobilienbeschreibungen oder Dating-Profile. Ist es direkt gelogen? Nur selten. 

Nehmen wir als Beispiel den Beitrag von Maike Hickson von Lifesitenews, wo der schweizer Bischof Ivo Fürer über den Kampf des Johannes Pauls II gegen die St. Gallen Mafia berichtet. Bischof Fürer berichtet dies in einem, raten wir mal, Buch, welches auf diese Art und Weise vorgestellt wird. Wieder mal also eine Buchvorstellung. Wenn wir aber uns nur den Titel des Artikels ansehen, so kann doch Johannes Paul II gar nicht die St. Gallen Mafia so stark bekämpft haben, da er ihre Mitglieder Lehmann, Danneels, Hume, Kasper, Martini  zu Bischöfen und Kardinälen erhoben und nichts gegen sie unternommen hatte. Ebensowenig gegen McCarrick, Kasper et alia. Warum also diesen Stuss schreiben?

Warum wieder einen Bischof Fürer zum Widerständler und JP2 zum Konservativen erheben, wenn es nicht stimmt?

Wahrscheinlich hat Ann Barnhardt recht und es geht um den Paypal-Button oder auch darum, überhaupt in den Bischofskreisen verkehren zu dürfen. Gibt es keine gegenwärtigen Helden, dann wird Johannes Paul II ausgegraben, der Bergoglio erst durch seine Ökumenitis, Assisi-Treffen, Bischofsweihe und Kardinalsernennung möglich gemacht hat. Vielleicht hat Hilary White auch recht, dass dass die angelsächsische Forderung, dass die Presse Wahres berichten solle, in Italien als naiv verlacht wird. Liest man die La Repubblica, dann denkt man links, man unterstützt die Zeitungslinie und es ist recht gleich, was drin steht oder nicht drin steht. Aber diese zynisch-pragmatische Einstellung ist durch und durch unkatholisch. Man könnte dann völlig unbeschriebene Zeitungen verkaufen, weil es eh gleich ist. Der katholische Leser oder der Rest-Katholik wird leider von den katholischen Medien im Glauben gewogen, dass es noch gläubige Geistliche und Hierarchen gibt, die ganz tief verborgen etwas aushecken. Dies hat DSDZ noch bis ca. 2014 selbst geglaubt, weil seine Sicht der Dinge noch eine andere war. Die bergoglianische Entwicklung hat ihn eines Besseren belehrt und er sieht die Dinge ähnlich negativ wie Ann Barnhardt. Keiner wird kommen, weil es keinen gibt. Wenigstens kein Geistlicher. Wahrscheinlich wirkt diese Feststellung wenig verkaufsfördernd, weil der Leser alles hinschmeißen wird. Aber Wahrheit heilt und erleuchtet, was die Lüge nicht tut. Wahrheit hat Kraft, die Lüge ist schwach. Als DSDZ in einer katholischen Nachrichtenagentur im Auslandsdienst gearbeitet hat, wurde er mehrmals Zeuge, wie die Bischöfe, Priester und andere Geistliche die Kollegen des Inlanddienstes angerufen haben, um sich zu beschweren. Ein Komma zu viel, falsches Photo, falsch zitiert etc. Die Kollegen taten wirklich alles was sie konnten, um wahrheitsgemäß zu berichtet und es den Geistlichen recht zu machen. Den Geistlichen war es immer noch zu wenig. Wenn jemand wissen will, wie sich eine Diva benimmt (diesmal ohne homosexuellen Unterton), der sollte mal mit einem Bischof oder Prälaten sprechen. Ähnliche Erfahrungen haben wohl Journalistinnen der Klatschpresse. Eine Prominente hat angerufen, sich beschwert, will klagen, wie konnten Sie nur…. Man will einfach zum Heiligen und zum Helden hochstilisiert werden, wenn man es nicht ist und dafür braucht man die richtige Presse, denn die Leute werden das lesen, was sie in der Zeitung finden, weil sie die Tatsachen nicht kennen. Und verscherzt man es sich mit solch einer Diva, dann wehe… Keine Einladungen, keine Interviews und über kurz oder lang auch kein Geld. 

So funktioniert die Welt, aber auch die Kirche? Wenn die Gläubigen herausfinden wie sehr sie von der katholischen Presse belogen wurden, dann schmeißen sie doch hin. Denn das Schlimmste ist nicht Schlechtes zu sehen, sondern gesagt zu bekommen, dass weiß schwarz und schwarz weiß ist, dass 2 + 2 = 5, wenn ein Papst es sagt. Passen Sie also auf, wen Sie lesen und unterstützen Sie die Richtigen.

 

 

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