Tradition und Glauben

Der Wille Gottes Teil 15

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VI. Schluss

Zusammengefaßt gesagt: Alle Dinge, die uns zustoßen oder uns in Zukunft erwarten, müssen wir als aus der Hand Gottes kommend betrachten: den Willen Gottes tun und alle unsere Handlungen nur vollbringen, weil Gott sie will.

Um auf diesem Wege ganz sicher zu gehen, müssen wir uns der Führung des Heiligen Geistes anvertrauen und der Führung unserer geistlichen Väter in allem, was unser Innenleben betrifft. Durch sie will Gott uns bekanntmachen, was Er von uns will. Haben wir großes Vertrauen in die Worte Jesu Christi, denn Er hat gesagt: „Wer euch hört, hört mich!“ (Lk 10, 16).

Im übrigen, dienen wir Gott mit Hingebung, wo und wie Er von uns gedient haben will. Ich sage dies, damit wir die Illusion derer meiden, die ihre Zeit damit verlieren, Träumen nachzuhängen. Manche sagen nämlich: „Ach, wenn ich allein wäre, dann würde ich in ein Kloster eintreten; wenn ich dieses Haus verlassen könnte, wenn ich mich von meiner Familie entfernen könnte, wenn ich dieses Milieu wechseln könnte, welche Bußübungen würde ich da tun! Wie würde ich mich dem Gebet hingeben! Indem man auf solche Dinge wartet, trägt man schlechtgelaunt das Kreuz, das Gott schickt, und man dient somit Gott nicht, wo und wie Er es will, daß wir Ihm dienen. Die Folge davon ist: Es ist keine Heiligkeit möglich und man geht selbst den Weg vom Schlechten zum Schlimmeren.

In diesen Wünschen, die uns vom Willen Gottes abbringen, müssen wir Versuchungen des Teufels sehen! Unsere Aufgabe ist es, solche Wunschgedanken aus unserem Geiste zu entfernen und uns zu entschließen, auf dem Weg zu gehen, den Gott allein für uns ausgewählt hat. So werden wir Gott dienen, wir werden Seinen heiligen Willen erfüllen und wir werden gewiß Heilige werden, welches auch immer der Stand sei, den uns Gott zugewiesen hat.

Schlußfolgerung: Sorgen wir uns darum, immer und einzig nur zu wollen, was Gott will. Durch dieses Mittel wird Er uns ganz eng an Sein Herz gedrückt halten.

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Machen wir uns deshalb mit gewissen Stellen der Heiligen Schrift vertraut, die uns dazu mahnen, uns immer mehr mit dem göttlichen Willen zu vereinigen: „Herr, was willst Du, das ich tun soll? — Laß mich wissen, was Du von mir erwartest, denn ich will es ohne Vorbehalt ausführen! — Dein bin ich, rette mich! — Ich gehöre nicht mehr mir, ich gehöre Dir, mein Herr und Meister! Mache mit mir, was Du willst.“

Besonders, wenn eine sehr niederdrückende Prüfung über uns kommt (Tod eines Verwandten, schwerer Güterverlust oder eine andere Widerwärtigkeit), lassen wir es da nicht daran fehlen zu sagen: „Ja, Vater, weil es Dir so gefallen hat!“ — Vor allem liebt und wiederholt immer wieder das Gebet, das uns der Herr gelehrt hat: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden!“

Der hl. Katharina von Genua empfahl der Herr, jedesmal, wenn sie das Vaterunser bete, bei diesen Worten anzuhalten und darum zu bitten, daß der göttliche Wille in ihr so vollkommen erfüllt werde, wie er erfüllt ist bei den Heiligen im Himmel. Wenn wir uns dies zu eigen machen, werden wir ohne Zweifel zur Heiligkeit gelangen.

Geliebt und gelobt sei auf immer der göttliche Wille sowie die selige Jungfrau Maria, die Immaculata. Amen.“

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