Tradition und Glauben

Der Wille Gottes Teil 4

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Der hl. Augustinus erinnert uns daran: „Alles, was auf dieser Erde gegen unseren Willen geschieht, kommt nur durch den Willen Gottes.“

Epiktet und Astion, glückliche Märtyrer für Christus, der Folter unterworfen durch den Tyrannen, vielfach gequält, wiederholten immer wieder: „Herr, Dein Wille möge sich an uns erfüllen!“ Als sie am Ort der Todesstrafe ankamen, riefen sie mit lauter Stimme: „Sei gepriesen, o ewiger Gott, weil sich an uns Dein Wille ganz erfüllt hat!“

Cäsarius berichtet von einem Ordensmann, den offenbar nichts von den anderen unterschied, der aber doch einen solchen Grad an Heiligkeit erreicht hatte, daß der einfache Kontakt mit seinen Kleidern die Kranken heilte. Erstaunt über dieses Wunder bei einem Mann, dessen Leben nicht beispielhafter war als das der Allgemeinheit der Mönche, bat ihn der Superior eines Tages selbst um den Grund für seine Wunderkraft. Der Ordensmann antwortete, daß er selbst als erster darüber erstaunt sei, und daß er nicht wüßte, warum. „Aber welche besonderen Andachtsübungen praktizieren Sie?“ fragte der Abt. „Ich mache“, antwortete der gute Mönch, „nichts anderes als die anderen oder sehr wenig: Ich bin darin sehr gewissenhaft gewesen, nur das zu wollen, was Gott will, und der Herr hat mir diese Gnade gegeben, meinen Willen vollkommen ergeben zu halten in Seinem Willen. Deshalb erhebt mich die Gunst nicht und drückt mich die Widerwärtigkeit nicht nieder; denn ich empfange jede Sache aus der Hand Gottes, und in allen meinen Gebeten suche ich nichts anderes als nur dies: daß sich der Wille Gottes vollkommen an mir erfülle.“

Und das Unrecht, das uns in den vergangenen Tagen ein feindseliger Mensch angetan hat, der, um uns unsere Mittel zum Lebensunterhalt zu nehmen, Feuer an unseren Hof legte, in dem unsere Ernten und unser Vieh waren; hattet Ihr darüber gar kein Mißfallen?“ — „Nein, mein Vater; ganz im Gegenteil, ich habe Gott dafür gedankt, wie ich es bei ähnlichen Unfällen zu tun pflege. Ich weiß, daß Gott nichts tut oder nichts erlaubt außer zu Seiner Ehre und zu unserem größeren Nutzen: dadurch bin ich, was immer auch kommen mag, immer zufrieden.“ Der Abt wunderte sich nun nicht mehr über die Wundergabe des Mönchs.

 

 

 

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