Der Wille Gottes Teil 7

IV. Gott will uns nur etwas Gutes

O was für eine große Torheit ist es, sich nicht dem Willen Gottes zu unterwerfen! Die Prüfungen muß man trotzdem erleiden. Nichts wird die Ausführungen der Beschlüsse Gottes verhindern, denn „wer kann sich Seinem Willen widersetzen?“ (Röm 9, 19). Und zudem, man leidet dann ohne Verdienst, man zieht sich selbst die schlimmsten Strafen für das andere Leben zu, abgesehen von der Ungeduld und dem Unwillen, die man dabei erleidet. „Wer hat sich Gott widersetzt und ist im Frieden geblieben?“ (Job 9, 4).

Was ist mit dem Kranken, der in seinem Leiden nicht aufhört, Schreie der Auflehnung auszustoßen, was mit dem Armen, der in seinem Elend wider die göttliche Vorsehung murrt, in Wut gerät und seine Lästerungen vervielfältigt? Was gewinnt er bei all dem, wenn nicht dies, daß er sein Unglück verdoppelt? „Armes Geschöpf“, sagte der hl. Augustinus, „warum verirrst du dich auf der Suche nach dem Glück? Liebe und suche das einzige Gut, in dem alle anderen Güter enthalten sind!“ — Alles Suchen nach dem wahren Glück außerhalb deines Gottes ist vergeblich. Finde Gott, vereinige dich mit Ihm, und du wirst immer glücklich leben in dieser Welt und in der anderen.

Und schließlich, was will unser Gott denn anderes als unser Glück? Wen könnten wir finden, der für uns mehr Zuneigung hätte als Er? Von Seinem Willen her gesehen gibt es nur dieses: daß keiner verloren gehe, daß alle gerettet werden und Heilige werden. „Er will nicht, daß auch nur einer verloren geht, sondern, daß alle zur Buße gelangen: Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung“ (2 Petr 3, 9; 1 Thess 4, 3).

Gott sieht Seinen Ruhm darin, uns glücklich zu machen. In der Tat, Gott ist von Natur aus die unendliche Güte. Der hl. Leo sagt uns dies: „Nun, es ist der Güte eigen, sich zu verströmen. Gott hat also den höchsten Wunsch, den Seelen Seine Reichtümer und Seine Glückseligkeit mitzuteilen. Zweifelsohne schickt Er uns in diesem Leben auch Trübsale, aber einzig zu unserem Nutzen.“ — „Alles gereicht uns zum Besten“ (Röm 8, 28). Seine Züchtigungen haben nicht unseren Ruin zum Ziel, sondern unsere Aufrichtung und unser Heil. Mit der Heldin Judith „glauben wir, daß uns alles zustößt zu unserer Besserung und nicht zu unserem Verderben“ (Jdt 8, 27).

Um uns von den ewigen Übeln zu befreien, hüllt uns Gott in Sein Wohlwollen ein. „Herr, Deine Liebe umgibt mich wie ein Schild.“ Er wünscht nicht nur unser Heil, Er trägt auch Sorge dafür. „Du bist mein Helfer und mein Befreier“ (Ps 39, 18). „Was könnte uns Gott verweigern, da Er uns Seinen einzigen Sohn gab?“ sagte der hl. Paulus. „Er, der Seinen eigenen Sohn nicht schonte, sondern Ihn für uns alle dahingab, wie sollte Er uns mit Ihm nicht alles schenken?“ (Röm 8, 23). Bei allem, was uns zustößt, versäumen wir nicht zu sagen: „Ich schlafe und werde im Frieden ruhen, denn Du, o Gott, läßt mich in Sicherheit wohnen“ (Ps 4, 9 10).

Denken wir an Gott, bemühen wir uns, Seinen heiligen Willen zu erfüllen, und Er wird sich für uns bemühen und wird unsere Interessen nicht vernachlässigen. Der Herr sagte eines Tages zu Katharina von Siena: „Meine Tochter, denke an Mich, und Ich werde immer an dich denken.“ Haben wir auf unseren Lippen das Wort der heiligen Braut: „Mein Vielgeliebter ist mein und ich bin Sein.“ — „Derjenige, den ich liebe, möge an das denken, was ich brauche. Ich will mich mit nichts anderem beschäftigen, als Ihn zufriedenzustellen und mich mit Ihm in all Seinen heiligen Wünschen zu vereinigen“ (Hld 2, 16).

 

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