*Gratis Feste in November Unser Archiv: Weibliche Sicht der Liturgie

Die Martinsgans oder der lange Schatten der Pastoralassistentin

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Gloria.tv oder ein Brief an die Zeitung

Das Portal gloria.tv hat den Vorteil, dass wirklich jeder, der dort eingeloggt ist und noch nicht verbannt wurde seinen Senf dazugeben kann. 

Tut der Senf etwas zur Sache? Nein.

Ist der Senf kompetent? Nein.

Ist der Senf notwendig? Nein.

Jemand macht sich einfach Luft, denn diese Posts erfüllen dieselbe Funktion wie früher der Brief an die Zeitung, wo man sich über die neue Kläranlage und die Untätigkeit der Beamtenschaft beschweren kann und dessen Abdruck man der Familie am Kaffeetisch vorliest und mit dem Kommentar verziert:

Denen habe ich es aber gegeben!

Die Mutter sieht den Vater bewundernd an, den Kindern schwillt die Brust vor Stolz an, die Schwiegermutter nickt vor sich hin, die Katze schnurrt. Eine Biedermeier-Idylle.  Sicherlich hat man die größten Chancen bei der Zeitung dann etwas veröffentlich zu bekommen, wenn es die folgenden Anforderungen erfüllt:

  • Es muss ein Allgemeinplatz sein, mit dem jeder übereinstimmt.
  • Es muss möglichst unverfänglich sein (keine Konkreta, keine Namen), damit es niemanden beleidigt.
  • Es muss anonym sein, damit der Verfasser sich in Sicherheit wiegen kann.
  • Es muss kurz sein, damit man es überhaupt liest.

Daher sind all diese Zuschriften so langweilig, nicht nur deswegen, weil sie von den Zeitungen selbst zensiert werden, sondern weil die Leser eben so stromlinienförmig sind. Dasselbe gilt auch für die Mainstreampresse, die eigentlich die Fortführung der Hofberichtserstattung, mit Merkel als Kaiserin, darstellt. So ist nun mal das Leben, die gefallene Natur und wir können nicht gegen den Mist anstinken.

Es stellt sich natürlich die Frage, warum fast alle dieselben Ansichten haben. Die Antwort ist recht einfach: weil man es so gelernt hat. Ist man einer Bildung oder Ausbildung unterworfen, so kommt man gar nicht umhin sich bestimmte Ansichten, meist unbewusst, anzueignen oder gar eine bestimmte Sprache zu sprechen. Es dauert dann Jahre oder gar Jahrzehnte der Prägung der Jugend zu entkommen, obwohl ein Teil davon immer noch übrigbleibt. Diese Abhängigkeit ist am leichtesten bei Philosophen nachzuweisen, wo jemand der Schüler von A war, er selbst in seiner Philosophie zu Nicht-A kam, aber vom eigentlichen und primären A immer noch geprägt wurde. Jeder, der im Hitler-Deutschland oder im Stalin-Russland zur Schule ging, kann nicht umhin sich der schulischen Prägung des Totalitarismus zu entziehen. Jeder, der heutzutage die Schule der Political correctness besucht ebenso wenig. Die beste Propaganda ist diejenige, die man gar nicht merkt, die beste Bildung ebenso.

Die Martinsgans – eine Kindergeschichte

Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Ereignis. Jemand, ein De Profundis, kommentierte auf gloria.tv unser St. Martin-Schattenspiel, ohne es wahrscheinlich gelesen zu haben, indem er die folgende, fremde Kindergeschichte postete. Wir geben sie in extenso hier wieder:

Die Martinsgans – eine Kindergeschichte von Christoph von Schmid

Heute ist mein Namenstag, sagte der kleine Martin zu seinen Geschwistern; heute auf die Nacht bekommen wir eine gebratene Gans. Sobald man abends das Licht anzündete, setzten sich die Kinder voll Freude um den gedeckten Tisch und konnten den seltenen Braten kaum erwarten. Endlich kam die Magd herein, sah nach der Gans, die in dem Ofen der Stube gebraten wurde, und sagte:

„Vor einer halben Stunde kann man noch nicht essen“.

Die Kinder fingen vor Ungeduld an zu weinen. Die Magd wollte eine List gebrauchen und sprach:

„Draußen geht heute ein fürchterlicher Mann herum, Klaubauf genannt, welcher ungehorsame Kinder in seinen Sack steckt.“

Wenn ihr nicht schweigt, so gebe ich ihm die Gans. Die Kinder achteten wenig auf diese Rede und verlangten mit noch größerem Ungestüm, man solle einmal anrichten.

Nun machte die Magd das Fenster auf, bot die Pfanne mit der Gans hinaus und sagte:

„Da, Klaubauf, hast du die Gans.“ –

„Ich danke“,

rief draußen mit rauher Stimme ein Dieb, riss ihr die Pfanne samt der Gans aus der Hand und lief damit eilig davon. Die Kinder schrien jämmerlich zusammen und auf ihr Geschrei kam die Mutter in die Stube. Als sie vernahm, was geschehen war, sagte sie:

„Ihr Kinder seid nun für euer gewalttätiges Wesen bestraft und könnt nun anstatt des Bratens mit einer Suppe vorliebnehmen. Dir aber, sprach sie zur Magd, habe ich deine albernen Märchen schon oft untersagt; ich werde dir nun für deine übel abgelaufene List Gans und Braten von deinem Lohn abziehen.“

Wohl dem, der sanft und redlich ist, denn selten hilft Gewalt und List.

Ja, Sie merken es schon, diese Kindergeschichte ist wirklich mehr als peinlich, weder sprachlich auf der Höhe noch regt sie die Phantasie an, noch ist die „Moral der Geschicht’‘“ irgendwie nachvollziehbar. Denn wären die Kinder richtig von der Mutter erzogen worden, dann brauchte die Magd nicht ihre Erziehung anzuwenden, zum Nachteil des Gänsebratens. Politisch korrekt ist sie auch nicht, denn:

  • Man isst Fleisch, was dem Klima schadet.
  • Es gibt eine Magd, eine ausgebeutete weibliche Person.
  • Eine Frau ist in der Küche und kocht dort etwas. Streng verboten!
  • Ein hungriger Hartz-IV-Empfänger wird zum Straftäter abgestempelt.
  • Die Magd wird für das Teilen bestraft.
  • Es gibt mehr als ein Kind in der Familie, was auch der Umwelt schadet.
  • Die ausgebeutete Magd wird um ihr Lohn betrogen, die Gewerkschaften sollten sich da melden.
  • Wir wissen gar nicht, ob die gestohlene Gans aus einer biologischen Aufzucht stammt, vor dem Tod glücklich herumlief und vertraglich und schriftlich ihrer Tötung zugestimmt hat (Stichwort: Tierrechte)

Lassen wir es und treten nicht weiter nach, obwohl es Spaß macht. Was aber interessanter ist, ist der Umstand, dass der unselige De Profundis gerade diese Geschichte im Kontext des St. Martin-Festes zu Besten gibt, wo doch unser St. Martin-Schattenspiel gerade von dem albernen St. Martins-Gänse-Essen wegführen will.

  • St. Martin, war der erste Heilige, der nach den Aposteln drei Menschen aufgeweckt hat.
  • Er war ein Vertreten der Orthodoxie.
  • Er hatte für den katholischen Glauben viel zu leiden.
  • Er stellt ein Bollwerk gegen den Arianismus im Westen dar.
  • Er gründete ein Kloster, das noch lange nach seinem Tod weiterwirkte.

Der wahre St. Martin ist kein Kindermärchen und kein Kindergeburtstag. Auch kein Vorwand Gänse zu essen. Weil aber dieses Biedermeier-Bild von St. Martin sich im Volke hält, mit diesen unsäglich kitschigen und unnötigen St. Martins-Geschichten, so erfahren weder die Kinder von heute noch die von gestern, was es eigentlich mit St. Martin auf sich.

Die Biedermeier-Familienidylle

Die Infantilisierung oder die Pastoralassistentin ist schuld

Kindergottesdienst – ein Ort des Schreckens

Novus Ordo ist eine Frauenreligion, eine Religion für Frauen, von Frauen gemacht mit einem verweiblicht und verweichlichten oder schwulen Pfarrer im Hintergrund, der natürlich den Frauenkreis, die Tischmütter und die Pastoralassistentin bei nichts bremsen wird, da er selbst auf diese Art und Weise nichts bis wenig zu machen braucht. Ob wir es wollen oder nicht, bei Frauen dreht sich wirklich alles um Kinder. Sie wollen den „Gottesdienst kindergerecht gestalten“, also ihn infantilisieren. Sie wollen die „Katechese kindergerecht gestalten“, also diese infantilisieren. Sie wollen die „Religion kindergerecht gestalten“, also sie infantilisieren. Dies erfolgt automatisch und meistens unbewusst, wenn man den Frauen das Ruder überlässt. Deshalb war es auch so ein Meisterstück der „Reformer“ die Frauen in Deutschland in der „Seelsorge“ einzusetzen.

Kindergottesdienst – und es wird nicht besser

Alles wurde automatisch weniger ernst, frauen- und kindergerecht, mit rosa Blumen und Häkeldecken bedeckt, wörtlich und im übertragenen Sinne. Jedem Mann ist es ein Graus und er flieht es, die Jungen nehmen es nicht erst, zumal sie keine Männer in der Kirche sehen, die Mädchen mögen es, halten es aber für nicht Besonderes. Indem sich die Frauen auf die infantile Stufe der Kinder begeben, infantilisieren sie diese noch zusätzlich und führen sie überhaupt nicht weiter. Denn im weiblichen Religionsunterricht, geht es nicht um die intellektuellen Inhalte, sondern um das Heimelige, das Miteinander und das Teetrinken mit einem Madonna-Bild im Hintergrund. Auf diese Art und Weise werden fast alle Kinder, die in Deutschland ihre religiöse Erziehung durchlaufen haben, zwangsläufig zu Atheisten, da diese „engagierten Frauen“ einfach keine Denkinhalte vermitteln. Sie merken es einfach nur nicht, weil ihnen „die Arbeit mit Kindern so viel Spaß macht“.

Ist der Katholizismus ein Märchen?

DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) hat vor einiger Zeit eine Büchersammlung einer „aktiven Katholiken“ aus dem Osten beerbt, die sich „bei der Kirche engagiert hat“, wovon ihre pastoralen Materialien zeugen. Anhand dieser Büchersammlung lässt sich gut die theologisch-pastorale Entwicklung in Ostdeutschland nachvollziehen, der diese Frau unterzogen wurde. Vom Restkatholizismus der frühen DDR, bis zur Novus Ordo Suppe nach der Wende. Die Verstobene hatte einen guten literarischen Geschmack, sie hat viel, auch Religiöses gelesen, denn anscheinend wollte sie es verstehen. Was aber in ihrer Büchersammlung auffällt, ist die umfangreiche Romane- und Märchenabteilung, denn sie hatte Märchen aus allen Ländern und Kulturkreisen gesammelt, vorzugsweise Weihnachtsmärchen und Weihnachtsgeschichten.  Es stellt sich in diesem Kontext die Frage, ob sie die Bibel oder den Katholizismus nicht als eine Art „Märchenbuch in grün“ betrachtet hat, der sich nur ein wenig inhaltlich von den anderen Märchen unterscheidet. Auf manchen theologischen Fakultäten wird neuerdings Religion als Fiktion diskutiert, wo man die These aufstellt, dass eine Fiktion, die das Leben erleichtert (sie kriegen sich und heiraten doch, siehe Aschenputtel) doch einen bestimmen Realitätswert besitzt und daher doch ernst genommen werden kann. DSDZ kam leider nicht dazu die Verstorbene zu fragen:

Halten Sie das Christentum für ein Märchen?

da er ihren Büchervorrat nicht kannte und wohl nicht gewagt hätte eine solche Frage zu stellen. Allerdings wäre eine bejahende Antwort darauf nicht verwunderlich gewesen, da viele nachkonziliare Theologen, wie Joseph Ratzinger oder De Lubac eigentlich Literatur mit theologischen Vorzeichen betrieben, was leider immer wieder in Häresie ausartete. Theologie ist aber nicht Literatur, es ist Jura, Mathematik, Logik. Da man nach dem Konzil keine konkreten Antworten auf seine Fragen findet, so wird man auf die Literatur-Abteilung verwiesen, wo man sich seine eigenen Märchen spinnen oder gestalten kann. Logik, Mathematik, Philosophie oder Jura sind nicht gerade frauenfreundliche Fächer und sie werden von den Studentinnen gemieden, die in der Pastoraltheologie „etwas mit den Kindern unternehmen“ wollen. Sie unternehmen auch etwas, wie einen Bastelgottesdienst, geben aber keine Inhalte weiter und vertreiben die zarten Seelen für immer aus der Kirche. Ein Kind ist auch nicht dumm und versteht einfach nicht, warum man in der Kirche, im Presbyterium man sich auf dem Boden wälzen soll, wo es zuhause nicht gestattet ist. In vielen Kulturen übergab die Mutter den Knaben im Alter von sechs oder sieben Jahren, oft mit Haarschur verbunden, zur Erziehung dem Vater, weil das Kind Fragen stellen wird, auf die die Mutter keine Antwort findet.

Kindergottesdienst – nein, Sie werden nicht verschont.

DSDZ kann sich erinnern, dass er in Polen im ersten Jahren den Religionsunterricht von Ordensschwestern erhielt, danach aber vom Kaplan, der von ihm selbst und anderen Kindern viel ernster als „die Nonnen“ genommen wurde. Die Inhalte waren gleich, man lernte doch tatsächlich den Katechismus auswendig, keine „Martinsgans-Geschichten“, aber ein Priester wurde von den Kindern viel mehr respektiert, sodass die Kinder auch besser lernten. DSZD hörte in seiner Kindheit, dass angeblich ein „Laien-Herr“ irgendwo Religion unterrichtet, was er höchst seltsam und beinahe anstößig fand. Eine „Tischmutter“ würde von seiner Klasse gar nicht ernstgenommen werden und hätte wohl das Problem überhaupt die Disziplin zu halten. Wir ahnen gar nicht, in welche unangenehme Lage wir all diese „zivilen“ ReligionslehrerInnen bringen, die mit keinen Insignien des Amtes (Ordenskleid, Priesterrock) ausgestattet sind. Aber gerade deswegen gab man nach dem Konzil in Deutschland die besondere Kleidung des geistlichen Standes auf, damit die Kinder und Jugendlichen keinen Respekt haben vor der Religion haben.

Jau…Respekt man, äh…

Dann kommen die Pastoralassitentinnen, die Tischmütter, die Frauen des Frauenkreises, die „sich in der Gemeinde engagieren“ mit ihrer Märchenstunden und den Gänsebraten-Geschichten, von denen eine zum De Profundis gelangt ist und die er mit uns teilte. Sie führte zu diesem Beitrag, was uns zeigt, dass in Gottes weiten Welt nicht unnütz ist. Amen.

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