Unser Archiv:

Predigten der Kirchenväter – Festtage II – Dienstag der Karwoche

Werbung

Lesungen der ersten Nokturn

Erste Lesung

Aus dem Propheten Jeremias. Was ist der Grund, dass das von mir als Liebling behandelte Volk in der Wohnung, die es von mir hat, so viele Verbrechen verübt? Werden denn Opfer geweihten Fleischstücke von dir die Bosheit entfernen, an denen du keine Freude hast? Einen mit üppig wachsenden Bäumen bepflanzten, schönen, fruchtbaren, lieblichen Weinberg wollte der Herr an dir haben; gemäß dem, was er nun spricht, bricht eine Feuersbrunst in diesem Weinberg aus und verbrannt wird das, was in ihm sprosst. So hat der Herr der Heerscharen Leidvolles für dich beschlossen, nämlich: das ist für das Böse, dass das Volk Israel und das Volk Juda so eifrig getan und womit sie mich zum Zorn gereizt haben, indem sie den Baalgötzen Opfer dargebracht haben. Ach, o Herr, du hast es mir geoffenbart und nun weiß ich es; nun hast du mir zu erkennen gegeben, was sie gegen mich planen. Ja, ich bin wie ein Lamm, das sich fügen muss, das geführt wird zur Schlachtung; und ohne es mich wissen zu lassen, fassten sie böse Pläne gegen mich und beschlossen: Wir wollen einen Holzbalken für seinen Leib zurichten lassen und ihn ausrotten aus dem Lande der Lebendigen, damit sein Name nicht mehr erwähnt wird. Ach, oh Herr der Heerscharen, der du richtig urteilst, der du durchschaust Gemüt und Herz, lass mich sehen wie du dein Strafurteil ein ihnen vollziehst; ich habe doch dir mein Anliegen anvertraut.

Zweite Lesung

Du bist stets im Recht, oh Herr, wenn ich mit dir rechte; doch ich will dich in rechter Weise anreden: Weshalb ist der Lebenswandel der Frevler mit Glück gesegnet? Weshalb geht es denen gut, die auf verkehrten Wegen gehen und unrecht Handelns? Weshalb pflanzest Du sie ein, dass sie Wurzel fassen, empor kommen und Früchte bringen? Weshalb bleibst du ihnen nahe, wenn sie dich mit dem Mund ihren und wenn du ferngehalten wirst von ihren Innern? Ach, oh Herr, du kennst mich, durchschaust mich und bestätigt, dass mein Herz bei dir ist. Sammle sie doch, wie man eine Herde sammelt, um sie als Opfer darzubringen, und sonderte sie aus und bestimme sie für einen Schlachttag. Wie lange soll trauern das Land und das, was in dem ganzen Bereich wächst,verdorren wegen der Bosheit der darin Wohnenden? Weshalb geht zugrunde Erdtier und Vogel? Ja, weshalb dürfen Sie reden: Er achtet gar nicht darauf, jemanden das Ende zu bereiten?

Dritte Lesung

Ich verlasse den Ort, wo ich gewohnt habe; ich trenne mich von meinem Besitz; ich übergebe meinen Liebling in die Gewalt seiner Feinde. Was mein Eigentum ist, das ist mir geworden wie ein in der Wildnis hausender Löwe, der gegen mich sein Gebrüll ertönen lässt, deshalb verabscheue ich es. Soll mir denn wie ein buntgefiederder Vogel (lieb) dies mein Eigentum sein? Oder wie ein ganz und gar gefärbter Vogel? Kommt her, sammelt euch, alle Tiere des Landes, um dasselbe zu verschlingen. Die vielen Könige sollen meinen Weinberg zerstören, zu Boden treten, was mir gehört, mein mir so lieb gewordenes Eigentum in eine Wüste verwandeln. Man soll es ganz umwühlen, und es soll trauern über mich, völlig trostlos soll sein das ganze Land, weil niemand ist, der im Herzen zur Einsicht kommt.

Kirchengebet: Allmächtiger, ewiger Gott, dass uns die heilige Feier zum Gedächtnis und an das Leiden des Herrn derartig gebehen, dass wir würdig werden, Verzeihung zu erlangen.

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet oder das römische Brevier, Bd. II, Regensburg 1927, 1011 ff.

Zum Download für Abonnenten geht es hier:

Für dich vielleicht ebenfalls interessant...

Schreibe einen Kommentar