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Dienstag in der Pfingstoktav

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Erste Lesung

Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 10, 1 – 10). In jener Zeit sprach Jesus zu den Pharisäern: wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer nicht durch die Thür in den Schafstall eingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber“ Wer aber durch die Thür eingeht, der ist ein Hirt der Schafe. Diesem macht der Thürhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme; und er ruft die eigenen Schafte mit Namen, und führt sie heraus.

Und wenn er die eigenen Schafe herausgeführt hat, so geht er vor ihnen her; und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber folgen sie nicht, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht.

Dieses Gleichnis sagte Jesus zu ihnen; sie aber verstanden nicht, was er zu ihnen redete. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ich bin die Thüre zu den Schafen“ Alle, soviel ihrer kamen, sind Diebe und Räuber, und die Schafe haben auf sie nicht gehört. ich bin die Thür. Wenn jemand durch mich eingeht, wird er gerettet werden; er wird eingehen und ausgehen, und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu morden und zu verderben; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben, und überreichlich haben.

Auslegung vom heiligen Bischof Augustinus. Der Herr hat in bezug auf seine Herde und in bezug auf den Zugang, durch den man zum Schaflager kommt, ein Gleichnis in der heutigen Lesung vorgelegt. Es mögen also die Heiden sagen: Wir leben richtig. Wenn sie nicht durch die Tür eintraten, was nützt ihnen das, dessen sie sich rühmen? Dazu nämlich muß einem jeden das gute Leben nützlich sein, daß ihm das ständige Leben gewährt wird; denn wenn einem nicht das ständige Leben gewährt wird, was nützt es ihm, gut zu leben? Und doch kann man nicht einmal von denen sagen, daß sie gut leben, die das Ziel des guten Lebens entweder auf Grund ihrer Blindheit nicht kennen oder auf Grund ihres Hochmuts geringschätzen. Niemand hat aber eine rechte und sichere Hoffnung stets zu leben, wenn er nicht das Leben kennt, das Jesus Christus ist, und wenn er nicht durch die Tür zum Schaflager kommt.

Zweite Lesung

Also suchen meistens solche Menschen auch andere zu überreden, daß sie gut leben sollen, ohne Christen zu sein. Von einer anderen Stelle aus wollen sie hineinsteigen, plündern und morden, nicht wie ein guter Hirt am Leben erhalten und zum Heil führen. So gab es einige Philosophen, die über die Tugenden und Laster viele Einzelheiten behandelt, eingeteilt, ausgelegt und daraus die scharfsinnigsten Folgerungen gezogen haben, die Bücher vollgeschrieben und ihre Weisheit mit vollen Backen marktschreierisch verbreitet haben, die es auch gewagt haben, den Menschen zu sagen: Folgt uns nach, werdet unsere Anhänger, wenn ihr gut leben wollt. Aber sie gingen nicht durch die Tür ein; sie wollen zugrunde richten, schlachten, morden.

Dritte Lesung

Aber was soll ich von diesen sagen? Es lasen doch selbst die Pharisäer und in dem, was sie lasen, redeten sie von Christus, sie hofften auf sein Kommen und doch erkannten sie ihn nicht an, als er vor ihnen auftrat. Sie prahlten auch selbst damit, daß sie zu den Sehern, d. h. zu den Weisen gehörten und doch leugneten sie Christus und gingen nicht durch die Tür. Also auch sie würden, wenn sie jemand verführten, ihn zum Abschlachten und zum Ermorden verführen, nicht um ihm die Freiheit zu verschaffen. Und nun wollen wir von diesen aufhören zu reden; wir wollen auf jene schauen, die sich auf ihre Zugehörigkeit zu Christus selbst berufen, ob sie durch die Türe eintreten. Es gibt nämlich Zahllose, die sich nicht bloß prahlerisch als Seher ausgehen, sondern als von Christus selbst Erleuchtete gelten wollen; sie sind aber Irrlehrer.

Kirchengebet

Wir bitten dich, o Herr, laß die Kraft des heiligen Geistes stets bei uns sein, damit sie in milder Weise unsere Herzen stets rein mache und vor allen schädlichen Störungen bewahre. Durch unsern Herrn. Amen.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet Teil II, S. 392 ff.

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