Tradition und Glauben

Don Pietro Leone: DIE NEUE RELIGION – Gnosis und die Korruption des Glaubens (6 von 6)

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GNOSIS IN DER HEUTIGEN WELT

Wir werden im folgenden Abschnitt die Gnosis in der heutigen Welt untersuchen, wie sie außerhalb der Kirche, zuerst im Atheismus und dann in den esoterischen Sekten blüht.

A. Atheismus

Sie ist im Atheismus auf drei Arten vorhanden:

a) weil der Atheismus mit seiner Lehre von der Evolution behauptet, daß der Mensch aus etwas weniger als sich selbst oder gar aus dem Nichts entstanden sei

b) weil der Atheismus mit derselben Doktrin andeutet, dass das Prinzip, aus dem der Mensch hervorgeht und und in das er sich dann auflöst, gleichzeitig eine höhere Realität ist

c) weil der Atheismus, wenn er Gott leugnet, den Menschen effektiv vergöttlicht

Diese Art der Gnosis, die ein positiver Atheismus ist, wird von der modernen Philosophie gepflegt, beginnend mit dem Anthropozentrismus von Descartes und fortgesetzt mit den verschiedenen modernen Systemen des Materialismus und Idealismus. Sie wird gleichermaßen durch den Buddhismus genährt, ein atheistisches System, das besagt, dass der Mensch aus dem Nichts aufsteigt und sich dann in das Nichts auflöst, das zugleich als eine höhere Wirklichkeit betrachtet wird (Nirvana).

B. Satanismus

Der Satanismus lehrt Inhalte, die sich bereits in der alten Gnosis manifestieren: Polytheismus, und hier insbesondere die Existenz von zwei Göttern: einem Guten und dem Anderen, dem Bösen; Die Schaffung der Welt durch einen Demiurgen; Die Identifizierung (des Schöpfers) mit dem bösen Gott. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Gott des Alten Testaments mit diesem bösen Gott identifiziert, der den Menschen leiden lassen will, währenddessen Satan als der gute Gott dargestellt wurde, der den Menschen befreien und glücklich machen will. Das moralische Prinzip des Satanismus ist: fac quod vis: tun, was du willst.

Der Satanismus übt einen bedeutenden Einfluß auf die anderen oben erwähnten modernen Sekten aus, worauf wir jetzt einige Worte verwenden werden.

C. Freimaurerei

Die Freimaurerei ist eine Geheimgesellschaft, die einen rationalistischen und typisch atheistischen Humanismus bekennt. In seinem Buch „Freimaurerei in seinen geheimen Dokumenten“ schreibt Léon de Poncins: „Das große Geheimnis ist in gewisser Weise die hervorragende Souveränität des Menschen. Es ist die Bestätigung der Vorherrschaft des Menschen im Angesicht der Offenbarung … Der Mensch, sagt die Freimaurerei, ist ein möglicher Gott. Sobald wir ihn sozial, international und allgemein organisieren, wird er angesichts des Gottes unserer Legenden und Alpträume, der sein Verfolger ist, lachen. Es ist die Befreiung des Menschen aus dem Göttlichen.

Die Errichtung einer politisch-religiösen Weltordnung der humanistischen Erleuchtung ist das zentrale Ziel der Freimaurerei, durch die Zerstörung des Staates (vor allem des monarchischen Staates) und der Kirche.

Sie erstrebt das erstgenannte Ziel, indem sie Revolutionen anregt, wie die russische Revolution; durch Angriffe auf die Gesellschaft und die Familie unter anderem durch Scheidung und unmoralische Bildungsprogramme einschließlich des „Gender–Konstruktes“; und durch die Förderung des Atheismus, entweder explizit oder implizit hinter einem Schleier aus Pantheismus und Polytheismus.

Sie visiert das letztgenannte Ziel an, indem sie mit ihren eigenen Mitgliedern in die Kirche eindringt und Druck von außen und innen auf sie ausübt, um sie kirchlich, liturgisch und moralisch zusammenbrechen zu lassen.

    Der Rationalismus und der Atheismus der Freimaurerei bilden die Grundlage für seinen besonderen Antagonismus gegenüber der katholischen Kirche mit dem Anspruch der letzteren, die übernatürlichen objektiven Wahrheiten in Form von Dogmen und göttlicher Offenbarung zu lehren; mit ihrer Absicht, (sie) zu leben, und andere zu lehren, nach solchen Wahrheiten zu leben.

    Die Freimaurerei manifestiert einen Satanismus auf drei besondere Weisen: in seinen pervertierten Riten, die Sakrileg und Menschenopfer einschließen; in ihrer Absicht, die katholische Kirche zu zerstören; Und in ihrem heimlichen und endgültigen Ziel, welches die Anbetung des Menschen an der Stelle Gottes ist.

   Das höchste personale Prinzip der Freimaurerei ist der »Große Architekt«, der verschieden verstanden wird, in der lehrmäßigen Verflüssigung mit der er charakterisiert ist, als Gott, Mensch oder Teufel.

Seit ihrer Geburt im achtzehnten Jahrhundert ist die Freimaurerei, eine der mächtigsten Feinde der katholischen Kirche und ihrer Ziele, welche die Herrlichkeit Gottes und die Seligkeit der Seelen sind, Gegenstand von mindestens 14 feierlichen Verurteilungen seitens der Päpste und des Heiligen Offiziums (heute Glaubenskongregation Anm. d. Übers.)

    Das Zweite Vatikanische Konzil ist, im Gegensatz dazu, ein Wendepunkt in der offiziellen Haltung der Kirche zu ihr (der Freimaurerei). Laut Abbé Daniel Leroux in seinem Buch „Pietro mi ami tu?“ (Edizioni Gotica S.92): „Durch Kardinal Bea erhielten die Freimaurer das Dekret über die Religionsfreiheit und applaudierten dem Sieg des falschen Ökumenismus und der Kollegialität.“ Derselbe Autor zitiert Begrüßungsreden von Papst Johannes Paul II. im Vatikan an die Freimaurer der „Trilateralen“ und der jüdischen Sekte „B’nai B’rith“, welche die von beiden Seiten angenommenen humanistischen Prinzipien ansprechen; Er zeigt, wie der neue Kodex des Kanonischen Rechtes (1983) die Mitglieder der Freimaurerei nicht mehr exkommuniziert und sie tatsächlich gar nicht mehr erwähnt.

D. Theosophie

Die Theosophie, ausgearbeitet von Madame Blavatska, bekräftigt, dass das Böse eines der tragenden Prinzipien der Welt, eine Notwendigkeit für Evolution und Fortschritt ist. Der Geist des Bösen, genannt Luzifer, ist die aktive Energie des Universums, ein Gesetz, das Gegensätze versöhnt und die endgültige Harmonie erzeugt. Dieses Gesetz, nach ihrer Ansicht, wird den Menschen befreien von Falschheit (die sich eindeutig auf den katholischen Glauben bezieht) und wird zu einer Selbst-Erlösung führen.

  1. Anthroposophie

Rudolf Steiners Anthroposophie dagegen identifiziert den universellen Geist, der die Gegensätze mit dem „Geist Christi“ harmonisiert, eine Lehre, die später von dem vom Glauben abgefallenen Jesuiten Teilhard de Chardin angenommen wurde. Diese Harmonie der Gegensätze umfasst die synkretistische Vereinigung aller Religionen und Philosophien. Anthroposophie lehrt zusätzlich Reinkarnation und die außersinnliche Erkenntnis des Universums.

In diesen beiden Systemen (c und d) werden verschiedene gnostische Elemente erneut vorgetragen; Im zweiten System sind sie mit dem Christentum verschmolzen. Es genügt, in Bezug auf diese beiden Theorien zu sagen, daß Gegensätze, wenn sie im Widerspruch sind (wie im Falle von Wahr und Falsch, Gut und Böse), von Natur aus unvereinbar sind; Und daher ist von „Versöhnung“ zu reden Quatsch. Ferner ist der „Geist Christi“, der als die der Welt immanente Gottheit aufgefaßt wird, auch unsinnig, da Gott, wie wir bereits ausgeführt haben, per definitionem absolut transzendent zur Welt ist.

E. New Age

Das New Age-System kann als „zeitgenössische Gnosis“ beschrieben werden. Sie stammt hauptsächlich aus der Theosophie, enthält aber auch Elemente der Anthroposophie und anderer gnostischer Doktrinen. Sie behauptet, eine neue Ära für die Welt zu eröffnen und dem Menschen den einzig verfügbaren Weg zur Rettung zu bieten. Es wird als wissenschaftlich und mystisch zugleich präsentiert. Als wissenschaftliches System propagiert sie den Slogan „Global denken“, der die Welt ganzheitlich als Teil eines Ganzen, aber auch in einer synkretistischen Weise betrachtet, indem sie Gegensätze wie Wahr und Falsch, Gut und Böse in Einklang bringt. Als mystisches System schlägt es okkulte Kenntnisse und Praktiken vor, um „höhere Welten“ zu erleben: UFOs und „Geister“, vor allem aber das als göttlich verstandene „Selbst“, das in diesem Leben und späteren Leben durch Reinkarnation entwickelt werden soll. New Age befürwortet Gefühl mehr als Verstehen; Sie ist grundsätzlich irrational und subjektivistisch.

Wir stellen vier Elemente dieser zeitgenössischen Gnosis vor, die alles im Licht von Glauben und Vernunft verfälschen.

  1. Die Selbstvergöttlichung des Menschen durch verborgenes Wissen

Dieses geheime verborgene Wissen wird in Form von Praktiken angeboten, die dem Menschen ermöglichen, den „Immanenten Gott“ zu erleben. Es wird von Leuten gelehrt, die sich als „spirituelle Meister“ darstellen. Dies erinnert an das angenehme Wissen, das Adam und Eva beim Essen der verbotenen Frucht angeboten wurde. Die fraglichen Praktiken sind in der Tat magische Praktiken für die Erreichung eines vornaturalen (und nicht übernatürlichen) Zustand der Seele. Sie sind Surrogatsakramente, die von spirituellen Lehrern, Heiligen oder Propheten vorgeschlagen wurden, um Zustände der Vereinigung mit Gott zu erreichen, die auch Surrogate sind. Sie sind Fiktionen, die der große Nachahmer Gottes und Erfinder aller Täuschung erfunden hat, welcher der Teufel ist.

Was die Idee eines immanenten Gottes anbelangt, so wiederholen wir, daß Gott absolut transzendent zur Welt ist; Er ist auch begrenzt immanent, aber nur in dem Sinne, daß er in dem Sein aller Dinge gegenwärtig ist. Dies erlaubt jedoch nicht, dass ein Ding, insofern es bewusst, wie der Mensch ist, ihn erleben kann.

2.Verborgenes Geheimes Wissen

Das Konzept des geheimen Wissens zeigt sich besonders in der gnostischen Behauptung, dass die Kirche Wahrheiten verbirgt, die für das Gut oder Glück des Menschen lebenswichtig sind. Wie der Heilige Irenäus sagt, haben die Gnostiker immer behauptet, ein größeres und tieferes Wissen zu besitzen, als das, was die Kirche offenbart hat. Ihre Kritik der Kirche an dieser Stelle erinnert an den Zweifel, den Satan in den Köpfen von Adam und Eva über den guten Willen Gottes eingepflanzt hat, als Gott ihnen verbot, von der Frucht des Baumes zu essen.

Hier können wir aber fragen, welche Erkenntnis die Kirche verbergen soll, wenn sie die Wirklichkeit in ihrem endgültigen Sinn offenbart hat: die absolute Wahrheit, welche die Allerheiligste Dreieinigkeit ist? – und wenn sie dem Menschen alle möglichen Mittel gezeigt hat, um sie zu erreichen und damit sein endgültiges Ende zu erringen, welches die Ewige Seligkeit ist? Welches Wissen soll größer oder tiefer, höher oder nützlicher für den Menschen sein?

3. Ontologischer Monismus oder Pantheismus

Diese Lehre drückt sich in der gnostischen These aus, die sogar unter den heutigen Katholiken verbreitet ist, daß die menschliche Seele ein göttlicher Funke sei oder in der These, daß die Seele und Gott aus »feiner Materie« zusammengesetzt sind. Diese sind typischerweise pantheistische und letztendlich atheistische Theorien. Die Kirche dagegen lehrt, dass Materie und Geist zwei unterschiedliche Prinzipien sind und dass Gott transzendent zur Welt ist.

4. Subjektive Wirklichkeit

Die These der subjektiven Realität entspricht der oben beschriebenen Verachtung der objektiven Wirklichkeit und korreliert mit dem logischen Monismus: dem Konzept, daß Wahr und Falsch koexistieren können.

Hinsichtlich der These der subjektiven Wirklichkeit kann man sagen: Der Intellekt wurde geschaffen, um die Wirklichkeit zu erkennen, wie das Auge geschaffen wurde, um Gegenstände zu sehen. Die Wahrheit ist die Entsprechung zwischen intellectus et res: der Intellekt auf der einen Seite und auf der anderen die res, das Objekt: die objektive Realität. Diese Entsprechung zwischen dem Intellekt und der objektiven Realität ist die Wahrheit, die objektive Wahrheit. Alles, was wir denken und sagen, denken und sagen wir als Ausdruck der objektiven Wirklichkeit. Wenn ich denke, dass ich jetzt einen Text lese, dass ich jetzt Kopfschmerzen habe, denke ich es als objektive Realität. Ich kann die objektive Realität, die objektive Wahrheit über die Dinge nicht leugnen, ohne auf meinen Intellekt zu verzichten, ohne auf die Vernunft zu verzichten. Auch wenn ich sage, dass die Wirklichkeit subjektiv ist, sage ich es als Ausdruck dessen, was ich für eine objektive Realität halte.

Der Begriff der subjektiven Wirklichkeit hat nur Sinn, wenn man Irrtümer wie die eines Verrückten beschreibt oder von der Welt der Sinne spricht: der privaten Welt der Empfindungen, Emotionen und Gefühle. Dem Begriff der subjektiven Wirklichkeit eine ontologische Substanz zu verleihen, und sie an die Stelle der objektiven Realität zu setzen, ist reine Phantasie und Illusion.

***

Hier sind einige der besonderen Irrtümer der zeitgenössischen Gnosis. Wenn wir die allgemeinen Fehler identifizieren wollten, die es mit allen gnostischen Systemen teilt, dann würden wir uns auf den Pantheismus und den Egoismus konzentrieren. Wir bemerken, daß die Fehler des Gnostizismus auch heute noch unter den katholischen Gläubigen zu finden sind, wenngleich diese Fehler dem Glauben diametral entgegengesetzt sind.

Die größte Errungenschaft der gnostischen Sekten ist vielleicht, daß sie die verworrene Kopflosigkeit als Mystik darstellt.

 

 

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