Tradition und Glauben

Erzbistum Köln zahlte 1,15 Millionen Spielschulden eines Priesters – Was könnte dahinterstecken?

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Sonderzahlung aus Sondervermögen

Über die Skandale in der Diözese Köln zu schreiben oder über die der deutschen Kirchensteuerkirche ist wirklich ein leichtes Ziel. Man erwartet mittlerweile nichts anderes und daher ist es schwierig noch von etwas schockiert zu werden. Dennoch brachte der Evangelische (aha!) Pressedienst (epd) gerade am Gründonnerstag – dem Tag der Stiftung des Priestertums – die Nachricht, dass die Erzdiözese Köln in den Jahren 2015 und 2016 die Spielschulden eines Priesters von 500.000 € samt Steuernachzahlung von 650.00 € übernahm. Insgesamt also 1,15 Millionen Euro. Dieses Geld wurde aus dem Sondervermögen der Erzdiözese ausgezahlt, dass u.a. dazu dient die Missbrauchsopfer zu entschädigen. Dabei beträgt die Höchstgrenze einer Missbrauchsentschädigung 50.000€ wobei, so Johannes Norpoth, der Sprecher des Betroffenenbeirats der Deutschen Bischofskonferenz, „60 Prozent der Antragstellenden weniger als 20.000 € erhielten“. Wenn sich also die Erzdiözese Köln bei den Entschädigungen in der Vergangenheit bedeckt gehalten hat oder in der Zukunft bedeckt halten wird, dann wissen wir jetzt, warum. Es gab wichtigere Verwendung für das Geld.

 Fassen wir zusammen:

  • Die Erzdiözese überweist eine halbe Million auf das Konto eines Priesters, denn „Spielschulden sind Ehrenschulden“.
  • Die Erzdiözese ist zu dumm zu berücksichtigen, dass von diesem zusätzlichen Einkommen des Priesters, Steuern gezahlt werden müssen.
  • Die Erzdiözese erstattet Selbstanzeige beim Finanzamt und zahlt 650.000€ nach, denn „Steuerschulden sind wohl auch Ehrenschulden“.
  • Das Geld wurde an den Aufsichts- und Kontrollgremien vorbei überwiesen.
  • Man weiß nicht, wie diese Informationen herausgesickert sind.
  • Man weiß nicht, um welchen Priester es sich handelt.
  • Man weiß nicht, ob er weiterspielt und wieviel er seit 2016 die Erzdiözese gekostet hat.
  • Man weiß nicht, ob der Begriff „Spielschulden“ nicht ein Kode-Wort für etwas anderes ist.

Und jetzt kommen wir zum eigentlich Interessanten. Bei dem Spieler-Priester handelt es sich um eine „Altlast“ der Regierung Meisner, denn, so tageschau.de:

Noch unter Kardinal Meisner soll sich das Erzbistum Köln der finanziellen Probleme des Pfarrers angenommen haben, Kardinal Woelki habe die Angelegenheit mit seinem Amtsantritt in 2014 weiter verfolgt.

Wenn das Verb „weiterverfolgen“ verwendet wird, so bedeutet dies, dass man dem Pfarrer schon vorher finanziell aus der Patsche half. Wie viele Millionen waren es denn? Der Spieler-Pfarrer muss sich einer besonderen Gunst des verstorbenen Kardinals Meisner erfreut haben, da dieser sich um seine Schulden kümmerte. Wir wissen nicht, ob schon unter Meisner etwas überwiesen wurde oder ob Woelki die Schulden samt Steuernachzahlung beglichen hat. Wir wissen nicht, ob es der gewöhnliche Gang der Dinge in Erzdiözese Köln ist die Spielschulden der Priester an den Gremien vorbei unter dem Tisch zu begleichen. Wir wissen bloß, dass sexueller Missbrauch vertuscht wurde und wohl immer noch wird, aber die Spielschulden stehen wohl auf einem anderen Blatt. Da zahlt man gerne und wohl gleich. Das Geld ist  da, kommt von der Kirchensteuer oder aus anderen Quellen, man darf es mit vollen Händen zum Fenster hinauswerfen, da ein Kardinal strafrechtlich dafür nicht verfolgt werden kann. Er ist kein Aufsichtsrat und die Gremien oder die Gläubigen sind keine Aktionäre. So tut er, was er will.

Kirchenrecht macht Bestrafung möglich

Weder Kard. Meisner noch Kard. Woelki kamen wohl auf die Idee diesen Priester zu suspendieren, ihn auf die Straße zu setzen, damit er selbst seine Schulden tilgen kann. Wenn er einen Job mit dem gesetzlichen Mindestlohn annehmen würde (als Priester hat er wohl nichts anderes gelernt), dann wäre er in ein paar Jahrzehnten aus den Schulden raus, wenn ihm die Kredithaie vorher nicht etwas brechen oder abschneiden würden oder er keine neuen Schulden machen würde.

Kirchenrechtlich wäre eine Suspension aufgrund des unwürdigen Verhaltens der Spielsucht durchaus möglich, da diese einen Verstoß gegen die Standespflichten darstellt. So lesen wir im Kirchenrecht:

Die Kleriker haben sich gemäß den Vorschriften des Partikularrechts von allem, was sich für ihren Stand nicht geziemt, völlig fernzuhalten. (Can. 285 § 1)

Was dem klerikalen Stand fremd ist, haben die Kleriker zu meiden, auch wenn es nicht ungeziemend ist. (Can. 285 § 2)

Wenn es einem Kleriker verboten ist Bürgschaften mit seinem eigenen Privatvermögen zu übernehmen, dann doch vielmehr Spielschulden in Millionenhöhe zu machen und diese der eigenen Diözese aufzubürden:

Ohne Erlaubnis ihres Ordinarius dürfen die Kleriker die Verwaltung von Vermögen, das Laien gehört, oder weltliche Ämter nicht übernehmen, mit denen die Pflicht zur Rechenschaftsablage verbunden ist, die Übernahme von Bürgschaften, auch wenn sie nur das Privatvermögen belasten, ist den Klerikern ohne Befragen des eigenen Ordinarius verboten; auch dürfen sie keine Schriftstücke unterschreiben, in denen sie die Verpflichtung zu einer Geldzahlung ohne festgelegten Grund übernehmen. (Can. 285 § 4)

Dem Bischof steht das Bestrafen immer zu, natürlich, wenn er es möchte.

Was hatte er in der Hand?

Es stellt sich sicherlich die Frage, warum sich der Spieler-Pfarrer einer so hoher Gunst seiner Vorgesetzten erfreute, dass sie dermaßen tief, wenigstens für weltliche Maßstäbe, für ihn in die diözesane, nicht eigene Tasche griffen. Die Antwort ist einfach: Weil er etwas in der Hand hatte, womit er sie erpressen konnte. Das Naheliegendste ist meistens auch das Wahre. Er hat etwas für sie organisiert, gemauschelt, ihnen zukommen lassen etc., wofür sie sich dankbar zeigen mussten. Man müsste danach den wohl immer noch gut in Kölner Kreisen vernetzten David Berger fragen, was es wahr und wer dieser Pfarrer ist. Man kann doch kaum Spielschulden von einer halben Million anhäufen, wenn man nicht lange genug spielt und alle Verantwortlichen von dieser Spielsucht wissen. Wenn sich die beiden Kardinäle zur Begleichung seiner Schulden gezwungen sahen, dann hat wohl dieser „Mitbruder im Nebel“ die Schulden sozusagen im kirchlichen Amt angehäuft. Sonst hätte man gesagt:

„Deine Schulden – Dein Problem“.

Wir sind Erwachsene, die in einer Erwachsenenwelt leben und dort, wo eine große Zahlung folgt, muss eine große Erpressung stattfinden, die diese Zahlung möglich macht. Wir wissen nicht, ob diese Schulden vom Gehalt des Pfarrers irgendwie abgezogen werden oder seine Pensionsansprüche um diesen Betrag gemindert wurden. Dies ist wohl nicht der Fall, da das domradio.de davon sicherlich berichtet hätte. Er bekommt seine Bezüge, ist nur Kirchensteuergeld, schön weiter, denn sonst wäre man wohl unbarmherzig zu dem guten Mitbruder gewesen. Das Gutachten der Kanzlei Westphal-Spilker-Wastl machte klar, dass in München homosexuelle Seilschaften durchaus vorhanden waren und sind. Ferner stellten die Münchener Anwälte fest, dass eine Doppelmoral herrschte und herrscht, wonach diejenigen, die zur Seilschaft gehörten nicht bestraft wurden, wohingegen andere unter ähnlichen Umständen eine Bestrafung befürchten mussten.

Man muss sich daher fragen, welche Verhandlungsargumente der Spieler-Priester haben musste, damit die Diözese 1,15 Millionen für ihn zahlt? Man hatte wohl kein Ärgernis und Skandal gefürchtet, denn das ist den Verantwortlichen gleich, in diesem Falle hätten sie wohl die Gremien informiert, anstatt das Geld dem Spieler unter dem Tisch zu schieben. Denn wie kann ein Priester solch einen Lebenswandel führen? Indem er sich dagegen absichert, damit er es kann. Vielleicht waren es auch keine Spielschulden, sondern dieses Wort ist die jugendfreie Version für etwas anderes? Warten wir es ab, wir werden es wohl bald erfahren, da viele weltlichen Medien darauf ihre investigativen Journalisten angesetzt haben. Jetzt wird wohl eine weitere Austrittswelle über Köln rollen. Man verursacht Ärgernis, man informiert die Medien, man verursacht noch mehr Ärgernis, um die Seelen zu verderben. Rom macht es vor und Köln zieht nach.

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