Tradition und Glauben

Eugenie Roth, Das Mantilla-Experiment (3 von 4)

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Mantillageschichten

Tag 5:

Ich besitze eine braune Mantilla für Advent und (Vor-) Fastenzeit, eine weiße für die übrigen (Sonn-) Tage. Werktags ist nur Gottesdienst bei besonderen Anlässen. Wie z. B. heute: Mitten in der „violetten  Kirchenjahreszeit“ (während der ich die braune Mantilla trage) wird ein „weißer“ Heiliger gefeiert: gebotener Festtag, d. h. Der Festtag hat die gleiche Wichtigkeit wie ein Sonntag.

Wie zu der Zeit, da ich begonnen habe, in die TLM zu gehen, bin ich auch jetzt – trotz aller äußerlichen Ruhe – nervös … ob wohl … denn heute sind wieder andere Gottesdienstbesucher da, und auch wieder eine andere Organistin. Hallo, Eugenie, das ist nicht wichtig! Du tust das um Gottes Willen! Sie werden sich noch daran gewöhnen … ja, das werde ich mir noch etliche Male sagen müssen! Aber ich bin dankbar, dass es die Mantilla gibt und dass ich die Möglichkeit habe, eine zu tragen … schon seit Jahren wünsche ich mir „irgendein“ Kleidungsstück, das ich nur beim Beten trage, oder zu besonderen Anlässen … obwohl ich die Mantilla im Grunde erst vor einigen Wochen kennengelernt habe. Dass man so etwas IRGENDWANN FRÜHER getragen hat, wusste ich ja von Bildern… aber heutzutage …

Tag 6:

Wieder ein außergewöhnlicher Tag, wieder Feier eines Heiligen mit der liturgischen Farbe weiß – und eigentlich Zeit für die weiße Mantilla. Aber ich denke nicht daran und greife zu Hause nach der braunen … UND heute ist ein fremder Priester da. Und heute singt die Schola nicht, ich sitze etliche Bänke weiter vorn, mitten im „Kirchenvolk“. Ja, doch, es ist alles noch gewöhnungsbedürftig. Die Mantilla setze ich erst auf, als die Glocke an der Sakristeitür den Beginn des Gottesdienstes ankündigt (husch, husch!!!). Ich bin schon weniger nervös als im ersten Gottesdienst, trotz meines Platzes recht weit vorn und trotz des fremden Priesters … Da ich die Mantilla ausschließlich für liturgishe Handlungen (Hl. Messe, Andacht, Anbetung etc.) nutzen möchte und es doch immer wieder einmal vorkommt, dass nochmal kurz etwas zu klären ist bezüglich des Gottesdienstverlaufs etc. – nicht nur die Schola musste neu aufgestellt werden wegen des Wegfalls wichtiger Mithelfer – möchte ich die Mantilla wirklich erst kurz vor Beginn der Liturgie auflegen um zu vermeiden, dass ich nach Auflegen der Mantilla noch einmal den Gottesdienstraum verlasse.

Nun erwarte ich nicht mehr, dass mich jemand wegen der Mantilla anspricht, inzwischen müsste das jeder gesehen haben. Das nimmt einen Großteil der Nervosität.

 

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