06. Feste in Juni Betrachtungen und Predigten zum Evangelium Homilie Liturgie Liturgische Feste Tridentinische Messe Unser Archiv:

Predigten der Kirchenväter – Festtage – Innerhalb der Oktav des Fronleichnamsfestes – Montag

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Vierte Lesung

Aus der Predigt vom heiligen Johannes Chrysostomus. Mit einem jeden der Gläubigen verbindet sich Christus auf Grund der Sakramente, und die er zum Leben gebracht hat, die ernährt er durch sich selbst und überläßt sie keinem anderen; und dadurch bringt er dir wiederum die Überzeugung bei, daß er deinen Leib angenommen hat. Wir wollen also nicht träge bleiben, da wir einer so großen Liebe und Ehre würdig erachtet wurden. Seht ihr nicht, mit welcher Eile die Kleinen zur Mutterbrust eilen und mit welchem Ungestüm sie ihre Lippen in die Brust hineindrücken. So wollen auch wir mit solcher Lebendigkeit zu diesem Tische hinzutreten und zu dem vollen Behälter des geistigen Trankes. Ja sogar mit einer viel größeren Lebendigkeit wollen wir gleichsam wie Kinder an der Mutterbrust den geistigen Segen herausholen; und der einzige Schmerz für uns sollte es sein, diese Speise entbehren zu müssen. Es ist das nicht menschlicher Kräfte Werk, was hier geboten wird; derjenige, der es damals bei jenem Abendmahl gewirkt hat, wirkt es auch jetzt noch. Wir haben die Stellung von Dienern; wer es jedoch heiligt und verwandelt, ist er selbst. Keiner soll also als Judas dabei sein, keiner mit der Geldgier; denn solche verträgt der Tisch nicht. Wenn einer ein Jünger ist, mag er erscheinen; denn er sagt ja: „Mit meinen Jüngern halte ich das Pascha.“ Hier ist jener Tisch, und er enthält nichts Geringeres. Den nicht hat jenen Christus, diesen aber ein Mensch hergerichtet, sondern auch diesen er selbst.

Fünfte Lesung

Kein Unmenschlicher darf hinzutreten, keiner, der grausam und erbarmungslos ist, keiner fürwahr, der nicht rein ist. Das sage ich zu denen, die die heilige Kommunion empfangen, das zu euch, die ihr sie ihnen reicht. Denn auch an euch muß die Predigt sich richten, damit ihr mit großer Sorgfalt diese Gaben austeilet. Keine geringe Bestrafung droht euch, wenn ihr einem in Kenntnis seiner Schuld gestattet, an diesem Tische teilzunehmen; sein Blut wird man von euren Händen fordern. Mag es ein Heeresführer, mag es ein Beamter, mag es ein mit dem Diadem gekrönter Fürst sein, wenn er aber unwürdig hinzutritt, wehre ihn ab; du hast eine höhere Macht als er. Darum hat euch Gott mit dieser Ehre ausgestattet, daß ihr solches entscheidet. Das ist eure Würde, das eure Auszeichnung, das eure ganze Krone, nicht daß ihr mit einem weißen und glänzenden Gewande umhergeht. Aber auch du, Nichtpriester, wenn du den Priester das Opfer darbringen siehst, glaube ja nicht, daß es der Priester ist, der das tut, sondern die unsichtbar ausgestreckte Hand Christi.

Sechste Lesung

Hören wir also, sowohl Priester als Untergebene, welcher Speise wir würdig erachtet worden sind, hören wir‘s und erschrecken wir. Er hat uns gewährt, daß wir uns mit seinem heiligen Leibe sättigen, er hat sich als Opfermahl vorgesetzt. Welche Entschuldigung werden wir also haben, wenn wir mit solchen Werten genährt, solche Sünden begehen? Wenn wir Wölfe werden, wo wir das Lamm genießen? Wenn wir als Schafe genährt, nach Art der Löwen plündern? Diese heilige Handlung gebietet nicht nur vom Raube, sondern auch von jeder nur kleinen Feindschaft völlig frei zu sein. Es ist ja eine heilige Feier des Friedens. Den Juden hat Gott jährlich die Erinnerungen an die ihnen gewähren Wohltaten als festliche Feiern aufgetragen; dir aber an allen Tagen auf Grund dieser heiligen Handlungen. Kein Judas soll also zu dem Tische kommen, kein Simon; denn diese beiden sind wegen der Geldgier umgekommen. Vor diesem Fall in den Abgrund wollen wir uns hüten.

Siebte Lesung

Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (6, 56 – 59, Allioli). Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, bleibt in mir, und ich in ihm. Gleichwie mich der lebendige Vater gesandt hat, und ich lebe um des Vaters willen, so wird auch, wer mich ißt, leben um meinetwillen. Dies ist das Brod, welches vom Himmel herabgekommen ist, nicht so, wie eure Väter das Manna gegessen haben und gestorben sind. Wer dieses Brod ißt, wird ewig leben.

Auslegung vom heiligen Bischof Augustin. „Das ist das Brot, das vom Himmel herabgestiegen ist.“ Auf dieses Brot wies das Manna hin, auf dieses Brot wies hin der Altar Gottes. Heilige Bilder waren das; sie sind als Zeichen verschieden, doch in der Wirklichkeit, die gezeigt wird, sind sie gleich. Höre den Apostel: „Ich möchte nicht, daß ihr das überseht, Brüder, wie unser Väter alle unter der Wunderwolke waren und alle durch das Meer hindurchkamen. Und alle sind unter Moses Leitung gekommen auf Grund der Wolke und infolge des Meereswunders, und alle haben dasselbe wunderbare Brot gegessen.“ Freilich dasselbe in geistigem Sinne; denn äußerlich ein anderes; jene das Manna, wir etwas anderes; im geistigen Sinne aber dasselbe wie wir; aber unsere Väter, nicht ihre Väter, denen wir ähnlich sind, nicht, denen jene ähnlich waren. Und er fügt hinzu: „Und alle haben denselben Trank im geistigen Sinne getrunken.“ Etwas anderes jene, etwas anderes wir, aber nur auf Grund des sichtbaren Äußeren, jedoch so, daß es dasselbe anzeigte auf Grund der übersinnlichen Bedeutung. In welchem Sinne denselben Trank? „Sie tranken, sagt er, von dem geistigen künftigen Felsen; der Fels aber war Christus.“ Von dort ist die Nahrung, von dort der Trank. Der Fels Christus war im Zeichen, der wahre Christus ist im Worte und im Leibe. Und wie haben sie getrunken? Der Fels ist zweimal von dem Stabe aufgeschlagen worden; das zweifache Anschlagen bedeutet die zwei Balken des Kreuzes.

Achte Lesung

Die Gläubigen kennen den Leib Christi, wenn sie es nicht versäumen, selbst der Leib Christi zu sein. Mögen sie der Leib Christi werden, wenn sie vom Geiste Christi leben wollen. Vom Geist Christi lebt nur der Leib Christi. Versteht, meine Brüder, was ich gesagt habe. Du bist ein Mensch, und du hast einen Geist und hast einen Leib, Geist nenne ich das, was Seele heißt, die als Bestandteil von dir wirkt, daß du Mensch bist; denn du bestehst aus Leib und Seele. Du hast einen unsichtbaren Geist, einen sichtbaren Leib. Sag mir nun, wer es ist, von dem der andere lebt. Lebt dein Geist von deinem Leibe oder dein Leib von deinem Geiste? Die Antwort gibt jeder, der lebt; wer aber das nicht beantworten kann, von dem weiß ich nicht, ob er lebt. Was antwortet jeder, der lebt? Gewiß, mein Leib lebt von meinem Geiste. Willst du also auch leben vom Geiste Christi?

Neunte Lesung

Lebt denn mein Leib von deinem Geiste? Meiner lebt von meinem Geiste, und deiner lebt von deinem Geiste. Es kann der Leib Christi nur leben vom Geiste Christi, daher kommt es, daß der Apostel Paulus, um uns dieses Brot zu erklären, sagt: „Ein Brot, einen Leib bilden wir viele“. O du heilige Quelle der gegenseitigen Zuneigung, o du Zeichen der Einigkeit, o du Band der Liebe! Wer leben will, weiß, wo er leben kann, weiß, wovon er leben kann. Mag er kommen, glauben, einverleibt werden, damit er belebt wird. Er scheue nicht zurück vor der Einfügung unter die Glieder, er sei kein faulendes Glied, das verdient abgeschnitten zu werden, er sei kein verrenktes, über das man erröten müßte. Er sei ein schönes, ein passendes, ein gesundes Glied; er bleibe fest eingefügt dem Leibe, er lebe für Gott aus Gott, er arbeite jetzt auf Erden, damit er später herrsche im Himmel.

Kirchengebet

O Gott, der du in dem an Wundern so reichen Sakrament ein Andenken an dein Leiden zurückgelassen hast, gewähre uns, wir bitten dich, die Gnade, deines Leibes und Blutes heiligen und hocherhabenen Werte also zu verehren, daß wir die Früchte deiner Erlöserarbeit stetig in uns fühlbar haben. Der du lebst. Amen.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet Teil II, S. 442 – 445

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