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Predigten der Kirchenväter – Festtage – Innerhalb der Oktav des Fronleichnamsfestes – Dienstag

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Vierte Lesung

Aus dem Briefe des heiligen Bischofs und Martyrers Cyprian an Cäcilius. Im Priester Melchisedech sehen wir das heilige Wesen des Opfers des Herrn vorgebildet, gemäß dem, was die Heilige Schrift bezeugt und sagt: „Und Melchisedech, der König von Salem, brachte Brot und Wein hervor. Er war aber ein Priester des Allerhöchsten, und er gab Abraham den Segen.“ Daß aber Melchisedech das Bild Christi an sich trägt, erklärt in den Psalmen der Heilige Geist, indem er aus dem Gedanken des Vaters den Sohn anredet: „Vor dem Morgenleuchten teile ich dir mit mein Wesen, du bist Priester auf ewig in der Art, wie es Melchisedech gewesen.“ Diese Art kommt gewiß von jenem Opfer und stammt von der Tatsache, daß Melchisedech ein Priester Gottes des Allerhöchsten war, daß er Brot und Wein als Opfer darbrachte, daß er dem Abraham den Segen gab.

Fünfte Lesung

Wer ist denn mehr ein Priester Gottes des Allerhöchsten als unser Herr Jesus Christus. Er hat ja ein Opfer Gott Vater dargebracht, und er hat ja dasselbe dargebracht wie Melchisedech, d. h. Brot und Wein, nämlich seinen Leib und sein Blut. Und die früher erfolgte Segnung, die Abraham anging, bezog sich auf unser Volk. Denn wenn Abraham gläubig gewesen ist und ihm das angerechnet worden ist zur Begnadigung, dann gilt gewiß jeder, der Gott glaubt und gläubig lebt, als begnadigt, und es zeigt sich, daß er schon früher im gläubigen Abraham gesegnet und begnadigt war, wie es der heilige Apostel Paulus bestätigt mit den Worten: „Abraham glaubte Gott, und dies wurde ihm zur Begnadigung angerechnet.“ Ihr erkennet also, daß diejenigen, die gläubig sind, die Kinder Abrahams sind. Vorausschauend aber, daß Gott auf Grund des Glaubens die Völker begnadigt, hat die Schrift dem Abraham vorausverkündigt, daß in ihm alle Völker würden gesegnet werden.

Sechste Lesung

Damit also die im ersten Buche Moses erzählte, durch den Priester Melchisedech an Abraham vorgenommene Segnung richtig in ihrem Werte zur Geltung kommen könnte, geht das Bild des Opfers voraus, nämlich das aus Brot und Wein bestehende. Um dies zu verwirklichen und zu erfüllen, hat der Herr Brot und den mit Wein gefüllten Kelch dargebracht; und er, der selbst die Fülle ist, hat das bildlich Angedeutete in Wirklichkeit erfüllt. Aber auch durch Salomon deutet der Heilige Geist bildlich das Opfer des Herrn vorher an, die dargebrachte Opfergabe, Brot und Wein, auch den Altar; und unter Andeutung der Apostel sagt er: „Die Weisheit hat sich ein Haus erbaut und sieben Säulen untergestellt; sie hat ihre Opfergaben geschlachtet, im Kruge ihren Wein zugerichtet und ihren Tisch bereit gemacht. Und sie sandte ihre Diener, um mit lauter Vermeldung alle zum Mischkruge zusammenzurufen mit den Worten: Wer unweise ist, komme zu mir. Und den auf verständigen Sinn Wartenden sagten sie: Kommet, esset von meinen Broten und trinket den Wein, den ich euch zugerichtet habe.“

Siebte Lesung

Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (6, 56 – 59; Allioli). Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, bleibt in mir, und ich in ihm. Gleichwie mich der lebendige Vater gesandt hat, und ich lebe um des Vaters willen, so wird auch, wer mich ißt, leben um meinetwillen. Dies ist das Brod, welches vom Himmel herabgekommen ist, nicht so, wie eure Väter das Manna gegessen haben und gestorben sind. Wer dieses Brod ißt, wird ewig leben.

Aus der Auslegung vom heiligen Bischof Augustin. „Nicht wie eure Väter sich vom Manna genährt haben und doch gestorben sind.“ Weshalb sind sie, obwohl sie sich davon genährt haben, doch gestorben? Weil sie nur glaubten, was sie sahen, für das aber, was sie nicht sahen, kein Verständnis hatten. Deshalb sind sie eure Väter, weil ihr ihnen ähnlich seid. Denn, meine Brüder, was diesen sichtbaren, körperlichen Tod angeht, sterben wir denn nicht auch, die wir uns von dem vom Himmel herabgekommenen Brote nähren? So sind auch jene gestorben, wie wir auch sterben werden, soweit es sich, sage ich, um den sichtbaren und leiblichen Tod dieses Leibes handelt.

Achte Lesung

Was aber jenen Tod anlangt, vor dem der Herr warnt, den die Väter jener Leute gestorben sind, so hat sich vom Manna auch Moses genährt, es hat sich vom Manna auch Aaron genährt, es hat sich vom Manna auch Phinees genährt, es haben sich dort davon viele genährt, die dem Herrn gefallen haben, und nicht gestorben sind. Weshalb? Weil sie die sichtbare Speise im geistigen Sinn verstanden, im geistigen Sinn danach hungerten, im geistigen Sinne es genossen, um geistig gesättigt zu werden. So empfangen auch wir heute eine sichtbare Speise; aber etwas anderes ist das heilige Zeichen, etwas anderes die Kraft des heiligen Zeichens.

Neunte Lesung

Wie viele empfangen es vom Altar und sterben, und sterben infolge des Empfangens. Deshalb sagt der Apostel: „Er ißt und trinkt die Verurteilung in sich hinein.“ War nicht der vom Herrn gereichte Bissen für Judas ein Gift? Und doch hat er ihn genommen. Und als er ihn genommen hatte, zog der Feind in ihn ein, nicht, weil er etwas Schlechtes genommen hatte, sondern weil er als Schlechter das Gute schlecht genommen hat. Gebt also acht, Brüder, nährt euch in geistiger Weise vom himmlischen Brot, bringt Freiheit von Schuld zum Altar mit. Die Sünden mögen, auch wenn sie tägliche sind, wenigstens keine todbringenden sein. Bevor ihr zum Altar hinzutretet, merkt auf, was ihr saget: Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Wenn du vergibst, wird dir vergeben werden; trete sorglos hinzu, es ist Nahrungsmittel, kein Gift.

Kirchengebet

O Gott, der du in dem an Wundern so reichen Sakrament ein Andenken an dein Leiden zurückgelassen hast, gewähre uns, wir bitten dich, die Gnade, deines Leibes und Blutes heiligen und hocherhabenen Werte also zu verehren, daß wir die Früchte deiner Erlöserarbeit stetig in uns fühlbar haben. Der du lebst. Amen.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet Teil II, S. 445 – 448

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