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Predigten der Kirchenväter – Festtage – Innerhalb der Oktav des Fronleichnamsfestes – Mittwoch

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Vierte Lesung

Aus dem Buche des heiligen Bischofs Ambrosius von den Sakramenten. Wer ist der Begründer der Sakramente, wenn nicht der Herr Jesus. Vom Himmel sind diese Sakramente gekommen. Jeder Segensplan nämlich ist vom Himmel. Es ist aber wahrhaftig ein großes und Gottes würdiges Wunder, daß Gott dem Volke Manna vom Himmel regnen ließ; und obwohl das Volk nicht arbeitete, hatte es zu essen. Du sagst vielleicht: „Mein Brot ist ein gewöhnliches“; indes dieses Brot ist Brot vor den Worten, die das Sakrament bewirken; wo die Konsekration hinzutritt, wird aus dem Brote der Leib Christi. Das also wollen wir begründen. Wie kann, was Brot ist, Leib Christi sein? Durch die Konsekration. Die Konsekration also, mit wessen Worten und mit wessen Ausdrücken geschieht diese? Mit denen des Herrn Jesus. Denn alles übrige, was gebetet wird, bringt Gott Lob dar; es wird vorausgeschickt das Gebet für das Volk, für die Staatslenker, für die andren; wo man dazu kommt, daß das heiligste Sakrament zustande kommt, gebraucht der Priester nicht mehr seine Ausdrücke, sondern die Ausdrücke Christi.

Fünfte Lesung

Also das Wort Christi bewirkt dieses Sakrament. Was für ein Wort Christi? Doch dasjenige, durch das das All gemacht ist. Es gebot der Herr, und es entstanden die Meere; es gebot der Herr, und die ganze Schöpfung bekam Dasein. Siehst du also, wie wirksam das Wort Christi ist? Wenn also eine solche Kraft im Worte des Herrn Jesus liegt, daß das zu sein anfängt, was vorher nicht bestand, um wieviel wirksamer ist es, daß das, was bestand, in etwas anderes umgewandelt wird? Der Himmel bestand nicht, das Meer bestand nicht, die Erde bestand nicht. Aber höre, was einer sagt: „Er sagte ein Wort, und es war da; er gebot, und es war geschaffen.“ Also, um die Antwort zu geben: Es war kein Leib Christi vor der Konsekration; aber nach der Konsekration sage ich dir, daß es der Leib Christi ist. Er hat ein Wort gesagt, und es war da; er hat geboten, und es ward geschaffen.

Sechste Lesung

Nun kehr mit mir zurück zu meinem vorher gebrauchten Satz. Etwas Großes und Erhabenes ist es wohl, daß den Juden Manna im Regen vom Himmel fiel. Aber gib acht: Was ist mehr, Manna vom Himmel oder der Leib Christi? Gewiß, der Leib Christi, der des Himmels Schöpfer ist: Alsdann starb, wer sich vom Manna nährte; wer sich aber von diesem Leibe nährt, dem wird er zur Vergebung der Sünden dienen, und „er wird frei sein vom ewigen Tode“. Also sagst du, wenn du ihn empfängst nicht vergeblich: „Amen“, insofern du im Innern gestehst, daß du den Leib Christi empfängst. Der Priester sagt dir: „Der Leib Christi“; und du sagst: „Amen“, d. h. es ist wahr. Was die Zunge bekennt, soll das Gemüt festhalten.

Siebte Lesung

Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (6, 56 – 59; Allioli). Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, bleibt in mir, und ich in ihm. Gleichwie mich der lebendige Vater gesandt hat, und ich lebe um des Vaters willen, so wird auch, wer mich ißt, leben um meinetwillen. Dies ist das Brod, welches vom Himmel herabgekommen ist, nicht so, wie eure Väter das Manna gegessen haben und gestorben sind. Wer dieses Brod ißt, wird ewig leben.

Auslegung vom heiligen Bischof Hilarius. Man darf nicht nach menschlichem und nach weltlichem Sinn bei den Dingen reden, die Gott angehen. Was geschrieben ist, wollen wir lesen; was wir gelesen, wollen wir zu verstehen suchen; und alsdann werden wir den Dienst versehen, den der vollkommene Glaube erfordert. Von dem, was wir nämlich von der Lehre Christi, soweit sie auf natürliche Weise in uns ist, reden, reden wir, wenn wir es nicht von ihm lernen, töricht und ohne rechte Ehrfurcht. Er sagt doch: „Mein Leib ist im wahren Sinne eine Speise, und mein Blut ist im wahren Sinne ein Trank. Wer meinen Leib zur Nahrung und mein Blut zum Tranke hat, der bleibt in mir und in dem bleibe ich.“ An der Wirklichkeit des Leibes und des Blutes ist uns zum Zweifeln keine Freiheit gelassen.

Achte Lesung

Es ist nämlich sowohl auf Grund des Zeugnisses des Herrn selbst, wie auch auf Grund unseres Glaubens, in Wahrheit der Leib, und in Wahrheit das Blut. Und wenn dies genossen und getrunken wird, bewirkt es, daß wir in Christus sind, und daß auch Christus in uns ist. Ist das nicht die Wahrheit? Es kann gewiß vorkommen, daß es für die nicht wahr ist, die da leugnen, daß Jesus Christus wahrer Gott ist. Er ist also selbst in uns auf Grund seines Leibes, und wir sind in ihm, insofern als mit ihm das, was wir sind, in der Gottheit ist. Daß wir aber in ihm auf Grund der heiligen Tatsache sind, daß er uns seinen Leib und sein Blut mitteilt, bezeugt er selbst mit den Worten: „Und hier sieht mich die Welt nicht mehr, ihr aber werdet mich sehen; denn wenn ich lebe, werdet ihr auch leben; denn ich bin in meinem Vater, und ihr seid in mir, und ich bin in euch.“

Neunte Lesung

Daß aber diese Einheit in uns eine wirkliche ist, hat er selbst also bezeugt: „Wer meinen Leib zur Nahrung und mein Blut zum Tranke hat, der bleibt in mir, und in den bleibe ich.“ Niemand wird nämlich in ihm sein wenn nicht er selbst in diesem ist, da er nur dessen Wesenheit an sich anfügt, der die seine in sich aufgenommen hat. Den erhabenen Wert dieser vollständigen Einheit hat er aber schon vorher erklärt mit den Worten: „Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich dem Vater gemäß lebe, so wird derjenige, der sich von meinem Leibe nährt, mir gemäß leben.“ Er lebt also durch den Vater, und wie er durch den Vater lebt, so werden wir durch seinen Leib leben.

Kirchengebet

O Gott, der du in dem an Wundern so reichen Sakrament ein Andenken an dein Leiden zurückgelassen hast, gewähre uns, wir bitten dich, die Gnade, deines Leibes und Blutes heiligen und hocherhabenen Werte also zu verehren, daß wir die Früchte deiner Erlöserarbeit stetig in uns fühlbar haben. Der du lebst. Amen.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet Teil II, S. 449 – 451

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