Tradition und Glauben

FSSPX lässt keinen in die Archive rein – warum wohl?

Über die Gründe der abweisenden Haltung der FSSPX gegenüber der französischen Missbrauchskommission.
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An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei dem Blogger und Gläubigen der Piusbruderschaft und Kirchfahrter Archangelus und der gloria.tv-Kommentatorin Theresia Katharina bedanken. Ohne ihre Kommentare und Inspirationen (Tertium non datur) wäre die Thematik der Piusbruderschaft auf unserem Blog nicht zur der richtigen Geltung gekommen. Vergelt’s Gott!

Lesezeit: 3 Minuten

Die Tatsache, dass die französische Piusbruderschaft als die einzige religiöse Gemeinschaft in Frankreich ihre Archive nicht offenlegte, ist nicht weiter verwunderlich, wenn man um den systematisch verübten und vertuschten Missbrauch in der FSSPX weiß. Wenn man Unordnung in der Wohnung hat, dann lässt man auch niemanden rein, wenn man Steuern hinterzieht, ist man auch an keiner Steuerprüfung interessiert.

Das aber, was Pater de Jorna FSSPX über die priesterliche Heiligkeit in diesem Kontext sagt („Der Priester ist ein anderer Christus, Ehrerbietung [dem Priester] gegenüber ist gerechtfertigt“), ist höchst blasphemisch. Ein durch einen Priester verübter sexueller Missbrauch richtet sich direkt gegen Christus – den Hohepriester selbst und verletzt den Heiland mehr als jede andere Sünde. Außerdem ist eine jede sexuelle Sünde eines Priesters oder einer gottgeweihten Person immer ein Sakrileg (Summ. Theol. II q. 99. 3 ad 3), wie wir schon oft erwähnten.

Da Bergoglio kein Papst ist und sich kirchenrechtlich für die FSSPX seit Benedikt XVI nichts geändert hat, so bleiben diese Sünden der Pius-Priester, wenn auch bei andere Piuspriestern gebeichtet, unvergeben, weil die Piusbruderschaft keine Beichtjurisdiktion hat.

Pater de Jorna FSSPX hat auch kirchengeschichtlich Unrecht, dass die Kirche ein sich selbstregulierender Mechanismus ist („Die Kirche ist eine perfekte Gesellschaft und hat alle Mittel, um ihre eigenen Probleme zu lösen“). Die weltliche Gewalt griff schon öfters dann ein, wenn die geistliche versagte, so brachten zum Beispiel die deutschen Kaiser des Saeculum obscurum die Kirche wieder ins Lot. Der König war in manchen Belangen der höchste Souverän der Kirche, so schritt auch im Frankreich des Ludwigs XIV. dort das Militär buchstäblich in die Klöster ein, wo es nicht anders ging. Die Auffassung von der Unantastbarkeit des Priesterstandes durch die weltliche Justiz entstand erst, wie Kieran Tapsell, es schon herausarbeitet, erst im XIX Jhdt.

In diesem Kontext stellt sich aber die Frage, ob die heutige Kirche zu einer Selbstreinigung imstande ist. Die Antwort darauf ist negativ, denn die Täter und Vertuscher sitzen sowohl im Vatikan als auch in allen Bischofkonferenzen. Der Staat müsste das Gesetz ändern, die Verjährungsfrist für Sexualstraftaten verlängern und all diese Priester und Bischöfe einfach lebenslang einsperren, damit sich die moralische und spirituelle Atmosphäre reinigt. Die Piusbruderschaft ist genauso verdorben und marode wie die „Konzilskirche“, wobei die erstere nicht das Vat. II für ihren Zustand verantwortlich machen kann.

Wenn aber diejenigen, die den Missbrauch vertuschen oder gar selbst verüben, wie Father James Jackson FSSP, für die Priesterausbildung und die Aufnahme ins Seminar, wie hinlänglich bei der FSSPX und woanders nachgewiesen, verantwortlich sind, dann entsteht ein Teufelskreis, wo die einen Pädophilen andere Pädophile oder andere Devianten rekrutieren. Man bleibt unter sich, macht weiter und alles wird unter den Teppich gekehrt. Weil aber dieses Vorgehen systemisch ist, so ist es unmöglich, wie John Lamont zeigt, dass jemand an die Spitze kommt, der unbesudelt und wenigstens kein Mitwisser und Mitvertuscher ist.

Es stellt sich jedes Mal heraus, dass alle alles wussten und das Verhalten „eines Bruders im Nebel“, um hier mit Kardinal Meisner zu sprechen, für alle ein offenes Geheimnis war. Das gilt für alle Diözesen und Orden.

Wie sollen aber die Menschen an Gott glauben, wenn die irdische Kirche jeglicher Glaubwürdigkeit beraubt ist? Wie sollten die Menschen die Größe der Tridentinischen Messe erfahren, wenn die FSSPX genauso schlimm wie die Amtskirche ist und andere Traditionalisten vielleicht auch nicht besser sind? Sicherlich würde man sich eine andere Wirklichkeit wünschen als die, die tatsächlich vorhanden ist, aber eine Weltflucht in „Fatima-Fantasien“ wird niemandem nützen.

Der psychologisch einfachste Weg besteht darin, die Wirklichkeit – wie den Missbrauch in der FSSPX – zu leugnen und die Überbringer schlechte Nachrichten zu lynchen. Wirklichkeit zu leugnen, bedeutet aber faktisch über die Wirklichkeit zu lügen, was mit der wahren Religion unvereinbar ist. Denn was ist eine Religion wert, die nur durch eine Lüge aufrechterhalten werden kann?

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