Tradition und Glauben

Geänderte Pfingstvigil oder das ausbleibende Sonnenbad der Gnade

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Sonnenbad und Vitamin D

Vielleicht ist nicht allen bekannt, dass das Sonnenbaden deswegen gesund ist, weil auf diese Weise, über die Haut, Vitamin D im Köper aufgebaut werden kann. Vitamin D ist für das Immunsystem des Körpers wichtig, was uns bei echten und erdachten Seuchen zugutekommt. Auch bei Erkältungen, die im Herbst und Winter auftreten können, wenn das russische Gas wegbleibt und Sie in der kalten Wohnung sitzen und mit eigenen Möbeln heizen werden. DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) nahm sich dieses Jahr, da er wieder ein Auto hat, fest vor, am Wochenende zu verschiedenen Badeseen zu fahren, um dort Sonnenbäder zu nehmen, sein Vitamin-D-Defizit auszugleichen und so für das ganze kommende Jahr vorzusorgen, was er auch allen Lesern und Leserinnen rät. Denn gebräunte Haut sieht nicht nur nach Urlaub oder Obdachlosigkeit aus, sie ist auch ein Vitamin D Depot.

Ähnlich verhält es sich auch mit den liturgischen Depots. Durch die langen Liturgien der Karwoche konnten die Gläubigen für das nächste Kirchenjahr Gnade auftanken und ihre geistlichen Immunkräfte stärken. Sollten Sie bei einer altrituellen Karwoche gewesen sein, so merken Sie, dass die Wirkung lange anhält. Ähnlich war es auch bei der Pfingstvigil, die theologisch mehr mit der Taufe im Zusammenhang gesehen wurde als Ostern selbst.

Warum?

Weil Pfingsten und Taufe etwas mit dem Heiligen Geist zu tun haben. Es wurde zu Ostern, während der Osternacht und zu Pfingsten, während der Pfingstvigil getauft, was auch erklärt, dass die Pfingstvigil bis 1955 eine kleine Osternacht war.

Interessanterweise spüren viele Katholiken bis heute, dass etwas zu Pfingsten fehlt, was die mehr oder weniger spontan entstehenden Pfingstwachen kompensieren, wo die Jugend betet, Taizé-Lieder singt und wacht. DSDZ hat in seiner Jugend oft an solchen selbstgemachten Pfingstvigilien teilgenommen, ohne überhaupt zu wissen, dass es zu Pfingsten eine offizielle Pfingstvigil gab. Die Liturgiereformen nach 1955 erklären überhaupt nicht, warum es zwei Feiertage zu Pfingsten gibt, wie zu Weihnachten und Ostern. Man muss einfach ab und zu, und zwar vor den richtigen liturgischen Festen wachen und beten, um sich spirituell zu stärken und die geistlichen Vitamin D – Depots aufzuladen. Da vor 1955 die Pfingstvigil nicht in der Nacht, sondern zu Tageszeiten stattfand, damit mehr Katholiken an ihr teilnehmen konnten, denn das sind die richtigen „pastoralen Gründe“, deswegen waren die Menschen mehr mit Gnade aufgefüllt und gegen die Seuchen dieser Welt immuner.

Zur Glaubensvermittlung braucht man Gnade

Eine polnische Leserin schrieb neulich DSDZ einen traurigen Brief, in dem Sie berichtet, dass sie in der letzten Zeit Beerdigungen von Frauen der Generation 80+, meistens von Müttern ihrer Klassenkameraden, besucht. Diese heiligmäßigen Frauen, die bis zuletzt gläubig waren, haben zwar ihre Kinder gut erzogen, die meistens auch eigene Familien haben und nach weltlichen Maßstäben „gute Menschen sind“, die jedoch keinen Glauben besitzen. Für die Kinder dieser sterbenden Mütter bedeutet Christentum nur tätige Nächstenliebe und keinen Glauben an Gott. Man geht schon ab und zu zur Kirche, weil es dazu gehört, glaubt aber nicht mehr.

Was haben diese Mütter nur falsch gemacht?

fragt die Leserin.

Nichts. Denn, um gläubig zu sein, muss man „liturgisch bestrahlt“ werden,

antwortet DSDZ. Und zwar durch die Liturgie, die schon nach 1956 weniger Gnaden enthielt und vermittelte und nach 30. November 1969 – weltweite Einführung von Novus Ordo Missae – fast gar keine mehr. Anders als bei Freud waren die Mütter diesmal unschuldig, die Kirche war schuldig, denn sie hat den Menschen seit 1956 die liturgischen Sonnenstrahlen immer mehr und mehr entzogen. Wie mehr Sonne mehr Sonne ist, so ist mehr Liturgie mehr Liturgie.

Kann man sich denn einen liturgischen Sonnenbrand holen?

Nein, die liturgischen Sonnenstrahlen werden gespeichert für den eventuell nachkommenden liturgischen Nuklearen Winter, den wir weltweit nach 1969 erleben.

Diese Gruppe der aussterbenden, noch-gläubigen Müttern gab es in Deutschland in den 1970-ern und 1980-ern. In Polen setzte das Massensterben später ein, weil die westliche Theologie erst nach 1990 über das Land hereinbrach und man erst dann den nachkonziliaren Rundumschlag erlebte, der aber immer noch recht verhalten ausgefallen ist.

Überall auf der Welt fragen sich Mütter oder Väter, was sie nur falsch gemacht haben, da ihre Kinder ungläubig sind. Meistens haben sie gar nichts falsch gemacht. Ihre Kinder wurden lediglich in den kirchlichen Nuklearwinter hineingeboren, wo es nur Kälte und keine Sonne gab. Daher folgten sie dem, was wie Sonne aussieht, aber keine ist. All das haben leider die „Reformer“ gewusst, vorausgesehen und geplant. Denn Gnade ist etwas Reales, wie die Sonnenstrahlen und Liturgie auch etwas Reales sind.

Kommen Sie niemals an die Sonne, so können sich bestimmte vitalen Prozesse gar nicht erst entwickeln, wie in etwa das Sehvermögen. Sie sind schwach und kränklich und wissen nicht warum. Sogar Völker, wie die Eskimos, die im Polarkreis leben, haben ab und zu Sonne und sie nutzen die Sonnenzeit kräftig aus. Sie beziehen Vitamin D aus Fischen und anderen Nahrungsmitteln und es ist durchaus möglich, dass Eskimos weniger Vitamin D als Mitteleuropäer brauchen. Wahrscheinlich ist dieses ökumenische Bibelinteresse, Charismatische Bewegung, Interessen an Esoterik bloß der Versuch die fehlende Gnade zu kompensieren. Denn ist die Gnade etwas Reales, was Sie auch ist, dann braucht der Mensch eine bestimmte Dosis davon, wie im Falle von Vitamin D, um zu überleben. Aber die liebe Kirche hat sie uns weggenommen, so siechen wir seit 1956 dahin. So ist es leider.

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