Tradition und Glauben

Gemeinde als der eigentliche Zelebrant – echt jetzt?

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DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) war heute, am Sonntag, bei einer Tridentinischen Messe, bei der er völlig passiv sein konnte.

  • Er brauchte nicht zu ministrieren,
  • Er brauchte keine Orgel zu spielen,
  • Er brauchte nicht zu singen,
  • Er brauchte keine Schola zu leiten,
  • Er brauchte keine Kollekte einzusammeln

Es war wunderbar. Völlige Passivität, völlige Anonymität, völlige Entspannung.

Warum hat er das alles überhaupt getan?

Weil er dachte, dass er es musste und es überhaupt niemanden gab, der diese Funktionen übernehmen konnte. DSDZ kam in einer nachkonziliaren Erneuerungsbewegung zum Glauben, wo der Aktivismus, wie halt es in Novus Ordo so ist, groß geschrieben wurde. Er tat es, weil er auf Priester hörte, die er für Autoritäten hielt. Die Kirche wollte die „Aktivität der Gläubigen“, so musste diese Aktivität (partitipatio actuosa) etwas Gutes sein.

Er stellte sich aber heute die Frage, ob überhaupt ein normaler Mensch das Bedürfnis hat bei der Liturgie mitzuwirken. Man hat doch immer Probleme Ministranten zu finden, wenn man die Kinder nicht dazu zwingen kann. Erwachsene Männer drücken sich davor, weil es anstrengend ist, man einen Sinn für Bewegung und Choreographie haben muss, um es bewältigen zu können und man braucht wohl viel Übung, um dabei überhaupt beten zu können. DSDZ ist über das Anfangsstadium des tridentinischen Ministrierens nicht hinausgekommen, fand es sehr stressig und anstrengend und hat vor in der Zukunft sich wenigstens davor zu drücken. Es sei denn Gott wird es anders wollen, dann wird er sich schon fügen.

Über das liturgische Singen haben wir letzte Woche geschrieben und gäbe es dort, wo er hinfährt, eine Schola, so würden sich die Gläubigen um den Gemeindegesang sicherlich nicht reißen. Man kann doch immer zu Novus Ordo oder einem Kirchentag (oh weh!) gehen, um das Gesangsbuch durchzusingen, wenn einem danach ist. Wie Carol Byrne sehr gründlich darlegt, kam ja die Initiative der „Volksbeteiligung“ von den Priestern der Liturgischen Bewegung und nicht von den Gläubigen, die viel katholischer als die Neuerer waren.

Carol Byrne zeigt im heutigen Beitrag die Radikalität der Gesangsreformen von Pius XII. Ja, das ganze Kirchenvolk ist der Zelebrant, nicht der Priester, daher müssen alles singen, ob sie wollen oder nicht. Wenn der Priester aber nicht einmal in der Liturgie zu etwas gut ist, dann ist er insgesamt unnütz, siehe die Argumente des Synodalen Wegs, Wir-sind-Kirche, Maria 2.0 und wie sie alle heißen. Sie treiben das voran, was mit der Liturgischen Bewegung anfing. Abschaffung des sakramentalen Priestertums, wie bei den Protestanten und dadurch die Abschaffung des Katholizismus.

Ist denn Katholizismus eine Kleriker-Religion?

Eher ja, als nein. Es ist eine hierarchisch geordnete Religion, von zwei Gruppen, die weder ebenbürtig noch austauschbar sind. Wie Eltern und Kinder etwa.

Ist das denn keine Infantilisierung der mündigen Christen?

Mehr Infantilisierung als Novus Ordo geht nicht. Sogar freikirchliche charismatische Gottesdienste haben mehr Würde. DSZD weiß es, denn er nahm daran in seiner Jungend teil, um sich mit etwas Sakralem am Samstag aufzufüllen bevor er am Sonntag zum staubtrockenem, deutschen Novus Ordo – Paderborner Ausführung (brrr!) – gehen musste. Jeder, der etwas mehr kann und weiß als der es nicht tut ist in der Elternposition. Überall. Es gibt keine Egalität und die Egalisierung der Berufswelt funktioniert nicht.

Warum soll also unbedingt in der katholischen Liturgie alles gleich sein? Warum statt des persönlichen Priestertums des geweihten Priesters ein kollektives Priestertum aller Gläubigen einführen? Wer kam überhaupt auf diese Idee? Sicherlich ein Priester und kein Laie. Und jetzt haben wir den Salat oder eher seit ca. 70 Jahren. Irgendwie müssen jetzt die Laien die Priester zu ihrem Priestertum prügeln, eine Gegenbewegung zum Konzils starten, denn mit den „entmündigten“ Geistlichen können wir nicht rechnen.

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