Grant Gallicho, Der wundersame Fall des Carlos Urrutigoity (4)

Besondere Fähigkeiten?

Es war im Juni 1998 – ein Jahr nachdem die Gesellschaft des Hl. Johannes Bischof Timlin überzeugt hatte, sie in die Diözese Scranton einzuladen. Wie der Anwalt, der Selinger befragte notierte, schrieb Ensey im März 1999 an Timlin und behauptete, dass „Urrutigoity selbst immer verneint hat, irgendeine der Unanständigkeiten mit den ihm Anvertrauten begangen zu haben, und immer mit der größten Treue zu seiner Rolle als Matthews Seelsorger und Freund“ gehandelt zu haben.

Im Laufe der Zeit fragte sich Selinger, warum Ensey Scranton nicht verlassen hatte. So fragte er ihn. Ensey sagte, dass „Fr. U. sagte, ich [Selinger] sei krank gewesen und er tat dies (nach seinem Penis greifen), weil er dann sagen kann, wenn man erregt ist, ist man krank, oder wie, wenn man auf jemandes Zunge blickt und sie rissig ist, dann stimmt etwas in der Seele nicht“, so Selinger. Er erklärte, dass es nicht ungewöhnlich war, dass Urrutigoity solche Fachkenntnis [zu haben] behauptete:

„Er sagte, er gebe die Kommunion und sehe auf die Zunge der Leute und könne sagen, ob diese Person mehr leide als die nächste.“

Selinger hörte auf, Enseys Anrufe zu beantworten.

Aber im Sommer 2003 nahm Ensey Verbindung mit Selinger auf mit etwas, was sich wie eine dringende Bitte anhörte. Er wollte ihn persönlich treffen. Er warnte Selinger, dass er in einem anhängigen Rechtsstreit vorgeladen werden könne. Er gab zu, dass er angeklagt war, einen Minderjährigen sexuell belästigt zu haben, so bezeugte Selinger, aber schwor, unschuldig zu sein. Ensey war besorgt, dass wenn Selinger gegen Urrutigoity aussagte, es auch Ensey „beerdigen“ werde. „Dann sagte er zu mir, ‚Weißt du, wenn sie dich vorladen, kommst du da nicht raus. Jetzt kannst du das Land verlassen.‘“ Doch zu der Zeit war Selinger verheiratet und hatte Kinder. Dann, bezeugte Selinger, schlug Ensey vor, er solle lügen. „Du weißt, dass ich nicht lüge“, antwortete Selinger. Schließlich erwähnte Ensey die Möglichkeit, dass Selinger mit seinem Anwalt sprechen könne. „Er ist ein guter Kerl.“ Selinger erinnerte sich, dass er gesagt habe, „Er hat gute Verbindungen zur Mafia.“

Drohungen und Einschüchterungen

Selinger interpretierte dies als Bedrohung, und so entschied er sich, Enseys Angebot anzunehmen, mit dem Anwalt zu sprechen. Aber, so bezeugte er, der Anwalt nahm nie Kontakt mit ihm auf. Und er sprach nie mehr mit Ensey.

Selinger sagte, er habe all diese Informationen den Revisoren der Diözese Scranton mitgeteilt und dass sie gesagt hatten, dass sie ihm glaubten. Er bezeugte auch, dass er Bischof Timlin schriftlich bezüglich Urrutigoity informiert habe. „Ich möchte nichts“, sagte Selinger. Kein Geld. Keine Entschädigung jedweder Art. Aber er war bestürzt als er erfuhr, dass die Diözese Urrutigoitys Worten mehr glaubte als seinen:

Dieser Kerl geht nach Argentinien, wird angeklagt und er sagt: „Ich habe es nicht getan“, und jeder sagt „Ok.“ Dann geht er in die Vereinigten Staaten – und ich weiß von zwei Leuten und dann, wissen Sie, auch von mir, im Seminar, und er wird angeklagt und sagt: „ich hab‘ es nicht getan.“ Dann geht er nach Scranton und faßt die Jungs rundum an während sie schlafen … Sie sagen „Er hat mich [unschicklich] berührt“, und er sagt, er hat es nicht getan. Und alle sagen „Ok.“ Also, ja, ich bin wütend, dass er das weiter tut und es wird den Leuten weiterhin angetan, und jeder sagt nur „Ok.“ Nichts passiert.

Selingers eidesstattliche Aussage war am 28. Oktober 2003. Er konnte es zu der Zeit noch nicht gewusst haben, aber gerade ein paar Wochen zuvor hatte Scranton einen neuen Bischof bekommen, Joseph Martina, und in Kürze würde er es sich zur Aufgabe machen, dass etwas passiert.

Quelle

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