Tradition und Glauben

Predigten der Kirchenväter – Festtage II – Gründonnerstag

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Aus der Abhandlung des heiligen Bischofs Augustinus über die Psalmen. „Höre doch, O Gott, auf meine Bitte und verachte nicht mein Flehn, beachte mich und sende mir Erhörung.“ Eines Überdrüssigen, Kummervollen, in Leid Versetzten Worte sind das. Er betet, weil er viel zu leiden hat und sich nach Rettung aus dem Leiden sehnt. Es obliegt uns, nachzusehen, in was für einem Leid er sich befindet; und wenn er drangeht, es zu sagen, wollen wir, wenn wir gemeinsames Leid getragen, auch gemeinsam beten. „Sehr betrübt bin ich,“ sag er, „in meiner Not, die mich erprobt, ich bin ganz wirr geworden.“ Über was ist er betrübt? Über was verwirrt? „Über meine Not“, sagt er. Böse Menschen, die er als Quäler vor sich hat, hat er im Gedächtnis und diese seine Qual seitens böser Menschen nennt er seine Not. Glaubt also nicht, daß die bösen Menschen unnütz auf dieser Welt sind und daß Gott mit ihnen nichts Gutes schaffen kann. Jeder Böse lebt entweder dazu, daß er gebessert werde, oder er lebt dazu, daß durch ihn der Gute erprobt werde.

O, wenn doch jene, die uns jetzt erproben, sich bekehrten und mit uns erprobt würden! Doch solange sie so sind, daß sie uns erproben, wollen wir sie nicht hassen, da wir trotz der Tatsache, daß einer von ihnen böse ist, nicht wissen, ober er so bis ans Ende bleiben wird. Und in den meisten Fällen hast du, wenn es dir scheint, daß du einen Feind hassest, Haß gegen einen Bruder, und du weißt es nicht. Von dem Teufel und seinen Boten ist uns in der Heiligen Schrift bekannt gemacht, daß sie auf ewig zum Feuer bestimmt sind; diese sind es allein, an deren Besserung wir verzweifeln sollen, gegen die wir den unsichtbaren Kampf zu führen haben. Für diesen Kampf waffnet uns der Apostel, indem er sagt: „Uns liegt nicht ein Kampf ob gegen schwächliche Gebilde, d. h. nicht gegen die Menschen, die ihr sehet, sondern gegen die hervorragendsten und mächtigsten Wesen, gegen diejenigen, die die Welt, und zwar (die Welt) dieser lichtscheuen Gesellschaft lenken“; damit man, da er gesagt hat: „der Welt“ nicht meine, daß die Teufel Lenker von Himmel und Erde seien. Er nennt Welt diese lichtscheue Gesellschaft; er nennt Welt die Liebhaber der Welt; er nennt Welt die Gottlosen und die Frevler; er nennt Welt das, wovon das Evangelium sagt: Und die Welt hat ihn nicht anerkannt.

„Ach, ich sehe in der Stadt den unheilvollen Hader.“ Gib recht acht auf die Herrlichkeit des Kreuzes selbst. Nun ist auf der Stirn der Könige jenes Kreuz befestigt, das die Feinde verhöhnt haben. Der Erfolg hat die Kraft erprobt; er hat die Welt bezwungen nicht mit Eisen, sondern mit einem Holzstamm. Das Kreuzesholz schien des Schimpfes wert den Feinden und vor dem Kreuz haben sie ihre Köpfe hin und her gedreht und gesagt: „Wenn er Gottes Sohn ist, mag er vom Kreuze herabsteigen.“ Es streckte eben jener seine Hände aus zu einem ungläubigen und hadernden Volk. Wenn nämlich der ein Rechtschaffener ist, der aus dem Glauben lebt, ist der ein Unheilvoller, der keinen Glauben hat. Wenn er also hier vom Unheil spricht, ist dies vom Unglauben zu verstehen. Es sah also der Herr in der Stadtbevölkerung unheilvollen Hader und er strecke seine Hände aus zu einem ungläubigen und hadernden Volk; und doch hat er in der Ausschau nach ihm gesagt: „Vater, verzeih es ihnen, dann sie wissen nicht, was sie tun.“

Kirchengebet

O Gott, von dem Judas die Strafe für seine Schuld und der Schächer den Lohn für sein Bekenntnis empfing, laß uns die Wirkung Deiner verzeihenden Huld erfahren, und wie unser Herr Jesus Christus in Seinem Leiden jedem der Beiden nach seinen Verdiensten verschieden vergolten hat, so befreie Er uns von alter Verblendung und schenke uns die Gnade Seiner Auferstehung. Der mit Dir lebt. Amen.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

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Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet Teil I, S. 716 ff.

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