Tradition und Glauben

Guter Cop – böser Cop oder der gelebte Dualismus

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Dualismus als Muster

DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) ahnt ganz tief in seinem Innern, dass dem derzeitigen „Doppel-Papsttum“ ein okkult-gnostisches, dualistisches Prinzip zugrunde liegt. Warum? Weil das Höchste, was Satan gestattet ist, ist es sich zu einem Gegen-Gott zu erklären. Der böse Geist ist dualistisch. Er ist die personifizierte Verneinung („Ich bin der Geist, der stets verneint“), da er nichts Eigenes erschaffen kann. Er kann nur das Vorhandene negieren, es verwirren oder falsch zusammenstellen, da er ein Diabolos – ein Durcheinanderwerfer – ist. Da die zweiwertige Logik gottgegeben ist, so ist es auch einfach dem Bösen dadurch beizukommen, indem man ihn einfach negiert. Tut er A, dann ist es ein Nicht-A, tut er Nicht-A, dann ist es ein A.

Ein Bild des Dualismus

Alle, die die Gnostik in philosophische Höhen gehievt haben, wie der späte Schelling, Franz von Baader oder Solowjow bei den Russen, kommen am Ende ihres Weges zu zwei einander entgegengesetzten Prinzipien, die angeblich notwendig sind, um das Gleichgewicht zu halten. Dieses Denken liegt dem fernöstlichen Ying-Yang zugrunde, dem Gedanken des Karma, des kosmischen Ausgleichs oder des Gleichgewichts etc. Dies ist aber das Denken des bösen Geistes, der buchstäblich ein Nichts ist, sich aber dennoch als notwendig erachtet, wie alle menschlichen Nullen ja auch. Daher der Dualismus, da er sich selbst nicht als ein abgefallenes Geschöpf sieht, sondern als den ewigen Gegenspieler Gottes.

Gnosis ist dualistisch, Magie ist dualistisch, Kabbala ist dualistisch und das Freimaurertum natürlich auch. Für jemanden, der in der schwarzen Kunst bewandert ist, machen die Ereignisse seit 2013 viel mehr Sinn, weil er das richtige Paradigma anwendet, das Menschen, die keine Okkultisten sind, einfach unbekannt ist. DSDZ hat viele Jahre seines Lebens damit vergeudet in bestimmten wissenschaftlichen Theorien Sinn zu erkennen, den er lange nicht sah. Er ging davon aus, dass diese Theorien deswegen verwendet wurden, um den Katholizismus zu stärken, da er nicht auf die Idee kam, dass sie von Atheisten in Priesterkleidern angewandt werden, um den Katholizismus auf eine subtile, aber effiziente Art und Weise zu zerstören. Diese Theorien machen schon Sinn, wenn man die Perspektive ändert, aber die Konsequenzen dieses Perspektivenwechsels sind schrecklich.

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Benedikt-Supergau oder die zwei Cops

Wenn wir annehmen, dass Benedikt zum Komplott gehört, um durch das „doppelte Papsttum“ irgendwelche gnostisch-dualistischen Prinzipien, die der Kirche spirituell schaden, zu verwirklichen, dann lassen wir alle gute Meinung über Ratzinger/Benedikt über Bord gehen und sind selbst im „anderen Film“, da hier das christliche Paradigma, das diese Zusammenhänge erklärt, nicht mehr greift. Man bräuchte hier einen zusätzlichen, gnostischen Zugang, aus dessen Perspektive dieses Verhalten wohl Sinn macht.

Was wissen wir denn über Benedikt?

Das, was uns die Presse, auch die katholische Presse, erzählt. Die Letztere lügt nachweislich oder schweigt nach dem letzten Supergau. Wir wissen also nichts über ihn und seine Bücher kann man sehr verschieden interpretieren, wenn man sich die Mühe macht sie überhaupt zu lesen. Wir kennen ihn nicht, sondern lassen seine Taten für sich sprechen. Wie er bei der Missbrauchsvertuschung 1977-1982 in München-Freising gehandelt hat, so verteidigt er sich im Jahre 2022. Denn hätte er diese Verteidigung nicht gewollt, dann hätte er doch diese Einlassungen nicht selbst geschrieben oder von anderen schreiben lassen. Er selbst sorgt jetzt für den Skandal, den er damals vertuschen wollte.

Ist das nicht paradox?

Ja schon, wenn man es von der Warte der Kirchenerhaltung betrachtet. Nein, wenn man es von der Warte der Kirchenzerstörung betrachtet. Nicht einmal die größten Benedikt-Fans sehen in seinem Quasi-Rücktritt eine kirchenerhaltende Maßnahme, die Franziskus-Fans sowieso nicht, da sich denen diese Frage gar nicht stellt. Die Kirche ist seit 2013 in zwei Lager zerfallen: des Papstes und des Gegenpapstes. Aber anders als im Mittelalter geht es nicht um Politik, sondern um zwei angeblich ganz andere Kirchensichten: Summorum Pontificum gegen Traditionis Custodes zum Beispiel.

Stimmt das auch?

Nein, es stimmt nicht, denn nach den Einlassungen ist es klar, dass wir es mit der Guter-Cop-Böser-Cop-Dynamik zu tun haben. Durch das dualistisch angelegte „Doppel-Papsttum“ wurden die konservativen Noch-Katholiken in die Benedikt-Ecke getrieben, wo sie jetzt von ihrem Idol, denn so kann man ihn wohl nennen, verraten werden. Dachte man, dass Benedikt der gute und Bergoglio der böse Papst ist, dann hat man jetzt zwei böse Päpste vor sich, die nur anders boshaft sind. Benedikt XVI. war ja das angeblich konservative Aushängeschild der nachkonziliaren Kirche, wie immer gerne sein „Schülerkreisbekannt gibt und die „katholische“ Presse schreibt.  Wenn sogar er vertuscht hat, wenn sogar er lügt, wem soll man denn noch überhaupt glauben und was ist denn das Ganze noch wert? Menschen verlieren im Stundentakt den Glauben, denn irgendein Tropfen bringt jedes Fass zum Überlaufen. Wenn man ihnen aber vor dem Supergau erklären konnte, dass man Bergoglio, da Antipapst, nicht ernst zu nehmen habe, so zerstört Benedikt, der Immer-noch-Papst, jetzt durch seine Einlassungen die persönliche Glaubwürdigkeit und die Glaubwürdigkeit des Papsttums viel mehr, als Bergoglio es jemals konnte. Es ist wie in den Krimis, wo der bedrängte Held zu jemanden flieht, dem er vertraut und gerade von ihm verraten wird.

Der böse Cop und der gute Cop wechseln sich ab, um den Verhörten zu zerstören. Er soll sich selbst aufgeben und ein Bekenntnis unterschreiben. Was aber manch einer durch Bedrohung nicht erreicht, das erreicht ein anderer durch das Nett-Sein. Wenn Benedikt in seinen Einlassungen so lügt, dann hat er auch vorher gelogen und wir haben ihm geglaubt. Hier ein paar Beispiele:

  1. Der Limbus war eine Theologenmeinung.
  2. Ich habe am meisten gegen den Missbrauch gekämpft.
  3. Ich wollte gegen Marcial Maciel vorgehen, aber Johannes Paul II. erlaubte es nicht.
  4. Ich wusste nichts von Bischof Williamsons Ansichten.
  5. Das ganze Geheimnis von Fatima wurde veröffentlicht.
  6. Etc.

Wissen wir denn, dass es anders war? Nein, aber es könnte auch ganz anders gewesen sein. Wenn seine Aussage von anderen bestätigt wird, so bedeutet es noch lange nicht, dass sie stimmt.

Aussichten und Einsichten in die Vergangenheit

Wie entgeht man dem radikales Skeptizismus, in dem man jeden und alles in Frage stellt? Man kann doch nicht alles selbst verifizieren, sondern muss jemandem glauben. Benedikt hat seine Glaubwürdigkeit restlos verspielt. Wer wird noch katholisch werden wollen, wo der Spitzenmann – der Papst – so dumm und dreist lügt? Na gut, nicht in Glaubensfragen, wie Bergoglio, aber Glaubensfragen wird ja ein angehender Katholik gar nicht kennen. Er kann die Glaubwürdigkeit nur anhand dessen verifizieren, was er selbst kennt und beurteilen kann.

Seit 1960 hat der Katholizismus kein konsistentes Gedankengebäude, keine konsistente Moral, von der Ästhetik und Liturgie ganz zu schweigen. Er kam nach 1965 dadurch über die Runden, obwohl er immer mehr Mitglieder verlor, dass er bestimmte Frontmänner – Päpste – hatte, die mehr oder weniger sympathisch und glaubwürdig waren. Dies dauerte bis Benedikt XVI., denn Bergoglio ist völlig unsympathisch und sogar für die Linken unglaubwürdig. Jetzt ist aber wirklich nichts mehr da. Der ganze Katholizismus hing letztendlich an der Person und der persönlichen Ausstrahlung des Papstes, siehe Johannes Paul II., da der ganze Rest völlig zerfallen war. Wie man bei der Glaubwürdigkeit eines Politikers vor der Wahl die Frage stellt, ob man von ihm einen Gebrauchtwagen kaufen würde, so machte man es auch bei den letzte Päpsten. Vom Benedikt würde man etwas kaufen oder es ihm abkaufen, von Franziskus nicht.

Sacco di Roma (1527)

Die Kirche konnte sich nach dem Saeculum Obscurum recht schnell erholen, weil nur die römischen Päpste von den römischen aristokratischen Familien abhängig waren. Der außerrömische Rest war aber weitgehend intakt und Internet gab es noch nicht, so konnten die deutschen Kaiser militärisch und politisch schnell für Ordnung sorgen. In der Renaissance-Zeit war es schwieriger und dauerte länger, weil die Lehre nicht präzise genug und marode war, wie die Sitten des Klerus. Da hat es ein Sacco di Roma (1527) gebraucht und die Ausrichtung durch das Tridentinum (1545-63) bis es nach und nach besser wurde. Mit Sacco di Roma gab es die „biologische Lösung“ des römischen Klerus, von dem kaum etwas übrigblieb, aber mit Hadrian VI. (1522-23) es schon den ersten anständigen Papst gab, der die Reihe der anständigen Päpste eröffnete. Wenn wir in Sacco die Roma den Tiefpunkt der Kirchengeschichte sehen oder wenigstens den Umkehrpunkt, so war die Kirche schon nach 20 Jahren auf dem Wege der Gesundung.

Wir sind aber 2022 60 Jahre nach der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils, was wohl kaum groß gefeiert werden wird, und es ist jetzt dunkler als je zuvor. Zwei Päpste und keiner taugt etwas, kein Tridentinum in Sicht und sogar kein Sacco di Roma ist im Anmarsch.  Es gibt schlichtweg keine zweite oder dritte Reihe von anständigen Kirchenmännern, da sich diese schon seit 2013 zu Wort gemeldet hätten. Es gibt niemanden, der nicht korrumpiert und erpressbar wäre. Wir sprechen nicht nur von den Geistlichen, sondern von der von Laien betriebenen katholischen Presse. Es gibt keine Möglichkeit diesen Beitrag optimistisch zu beenden, denn Gott wird sicherlich kein Wunder wirken und sich der Sünder erbarmen, die, wie Benedikt, nicht einmal ihre Sünde zugeben wollen. Er wird weiterhin strafen, durch Corona oder anderes, bis die biologische Lösung stattfindet, wie in der Vergangenheit auch. Warten wir es ab.

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