Tradition und Glauben

Herolde des Evangeliums oder warum alle nachkonziliaren Bewegungen zu Sekten werden

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Gibt es etwas Neues?

Da gloria.tv wieder einmal eine vermeintlich „gute, konservativ-katholische“ Bewegung beweint, die vom Vatikan verfolgt und von den „Oligarchenmedien“ verleumdet wird, so wollen wir dieses Statement hinterfragen und die Frage stellen, ob es sich nicht vielleicht bei den Herolden des Evangeliums um eine weitere Sekte handelt, die den Anschein von Katholizismus erweckt.

Sicherlich kann etwas, was vom heutigen bergoglianischen Vatikan verfolgt wird, gut und unschuldig sein. Es kann aber auch schuldig sein, was keiner glaubt, weil es gerade vom bergoglianischen Vatikan verfolgt wird. Aber jedes, wie auch immer schlimmes Unrechtsregime, trift manchmal auch richtige Entscheidungen und fällt richtige Urteile. Selbst im Nazi-Deutschland galt 2 + 2 = 4, gab faire strafrechtliche und Zivilprozesse und manch ein Kinderschänder landete im Gefängnis, weil er ein Kinderschänder war und nicht deswegen, weil die Nazis an der Macht waren.

Die Anzahl der Visitationen und Untersuchungen, die derzeit gegen die sog. Movimenti geführt werden, kommt wohl auch daher, dass diese Fälle mindestens seit den 1980-gern angewachsen sind und sich jetzt endlich jemand traut die Axt an die Wurzeln zu legen. Johannes Paul II. tat nichts, weil er an die Movimenti als „den Frühling des Konzils“ glaubte, Benedikt XVI. unternahm nichts, weil er überhaupt wenig unternahm, und Bergoglio unternimmt etwas, mitunter deswegen, um die Kirche zu zerstören, um allen zu sagen:

Schaut her, so sieht es wirklich aus. Alles Sekten und Potemkinsche Dörfer.

Bergoglio hat Freude am Skandal, Johannes Paul II. und Benedikt XVI. hingegen kehrten alles unter den Teppich. DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) stellt sich zunehmend die Frage, ob er über bestimmte Themen überhaupt berichten sollte, wie die Identifizierung von Sodano als Mongolfiera.

Da diese Informationen doch Ärgernis erregen und ein nach Skandalen dürstendes quasi pornographisches Publikum anziehen, das deswegen gerne über die fremde Sünde nachliest, um die zu rechtfertigen:

Hö… Hö… so schlimm bin ich nicht, wie Sodano. Habe Frau, Kinder … oder hätte wenigstens gerne welche …. bin hetero, schau zwar Pornos, aber nur heterosexuelle hö.. hö.., das ist normal. Unzucht treibe ich zwar, aber für eigenes Geld, nicht für Kirchensteuergeld. Ich bin besser, ätsch!

Jedoch manches zu verschweigen, ist dem Verschwiegenen seine Zustimmung zu geben. Wenn man alles unter den Teppich kehrt, kann man irgendwann nicht mehr laufen. Denn eigentlich erweisen all diese katholischen Schönfärber und die frommen Mütterchen nach dem Motto:

… Wie können Sie nur! Über einen katholischen Priester/Bischof/Kardinal/Papst so etwas zu schreiben!…

der Wahrheit und der Kirche einen Bärendienst. Denn die Sodanos dieser Welt wissen, dass sie weitermachen können, wie vorher, und dass sie ungeschoren davon kommen, denn:

Wenn wir es machen, wird es niemand erfahren, weil keiner darüber berichtet. Wenn die weltlichen Medien [„Oligarchenmedien“ in der Sprache von gloria.tv] darüber berichten, werden die Katholen es nicht sowieso glauben, weil es „Oligarchenmedien“ sind. Die katholischen Medien werden darüber nicht schreiben, um kein Ärgernis zu erregen und der Kirche nicht zu schaden. Wir machen also weiter wie bisher.

Denn in den Augen der „Frommen“ ist nicht ein Kardinal, der sich Stricher vom Kirchengeld leistet, schuldig, sondern der Journalist, der darüber berichtet. Das aber ist wirklich eine diabolische Umkehrung von Gut und Böse. Keine Institution oder Person aber ist gut, wenn sie nur um der Lüge willen gerettet werden kann. Christus selbst sagt:

necesse est enim ut veniant scandala  – es ist notwendig, dass Skandale kommen (Mt 18,7)

Verurteilt wird derjenige, der diese verursacht, nicht derjenige, der darüber schreibt, denn „es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde, noch heimlich, das man nicht wissen werde“ (Lk 12,2). Und deswegen schlagen jetzt all diese Movimenti-Skandale aus, wie eine defekte Kloake, die künstlich unter Johannes Paul II. und Benedikt XVI. zurückgehalten wurde.  

Es ist durchaus möglich, dass Herolde des Evangeliums, die sehr bizarr wirken und zu einer neuen Sekte mutiert sind oder schon als eine Sekte gegründet wurden. DSDZ kennt noch nicht die richtige Formel, aber irgendetwas scheint in Novus Ordo Katholizismus zu fehlen, sodass jede oder fast jede Neugründung in eine Sekte umschlägt, sei die Neugründung auch konservativ, liberal oder gar traditionalistisch. Denn, wie viele Beispiele zeigen, sind Traditionalisten nicht gegen das Sektenartige gewappnet, und die FSSPX ist einfach eine Sekte, sorry!

In Sachen Herolde des Evangeliums hat sich seit 2017 als die erste Visitation durchgeführt wurde, eigentlich wenig getan. Eine Anwaltskanzlei hat jetzt angeblich eine Stellungnahme veröffentlicht,

dass es „kein zivilrechtliches oder kirchliches Urteil“ gegen die Herolde in Spanien gibt. 

Diese Stellungnahme betrifft aber nur Spanien und Herolde des Evangeliums sind international.  „Nicht bestritten, gilt als zugestanden“, sagt der Jurist und man sollte die anwaltlichen Erklärungen immer so lesen, wie die Anzeigen der Immobilienmakler. Wichtig ist, was nicht drinsteht. Da es also keine sicheren, neuen Erkenntnisse gibt, so veröffentlichen wir unsere Übersetzung eines Artikels von Hilary White aus onepeterfive aus dem Jahre 2019. Hilary White, die zu einem Tief- und Weitblick fähig ist, wusste damals auch nichts Näheres, gab aber, wie öfters, tiefere Einblicke in die kirchlichen Zusammenhänge zum Besten, sodass ihr Essay weiterhin aktuell bleibt.

Wie sieht das Grundschema der Movimenti aus?

  1. Movimenti haben Geld, Spenden und Sklavenarbeit – wie bei Sekten üblich.
  2. Movimenti zahlen „Schutzgelder“ an Kardinäle und andere Mitarbeiter der Kurie.
  3. Movimenti bringen Seminaristen, Berufungen und tun etwas für die Kirche.
  4. Movimenti verursachen Skandale.

Die Lebensdauer der Movimenti hält sich im Spannungsfeld zwischen Punkt Nr. 2 – „Schutz- Schmiergeldern“ – und Punkt Nr. 4 – verursachte Skandalen. Punkt Nr. 3 – Segen für die Kirche – kann zum jetzigen Zeitpunkt wirklich vernachlässigt werden. Leider arbeitet das System so und nicht anders, da wir wissen, dass Marcial Maciel schon von Mitte 1950-gern Kardinäle in Rom bezahlte. Opus Dei hat Johannes Paul II. finanziell aus der Patsche geholfen und erhielt dadurch eine Universität in Rom und die Heiligsprechung ihres Gründers.

Vielleicht ist also der Scheck von den Herolden des Evangeliums ausgeblieben, die Besetzung der jeweiligen Kongregation hat sich geändert oder man möchte einfach mehr Geld. „Alles nur Business“, wie wir aus den Mafia-Filmen wissen. Wahrscheinlich ist derjenige, der seine schützende Hand über die Herolde hielt, nicht mehr im Amt oder es geht jetzt wirklich allen Movimenti an den Kragen, sodass die „Schutzgeldvereinbarung“ wenigstens für manche nicht mehr gilt. Denn Opus Dei, Neukatechumenat und andere Neo-Gnostiker stehen immer noch hoch im Kurs.  Lesen wir also Hilary White und freuen wir uns, dass wir sie haben.

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