06. Feste in Juni Betrachtungen und Predigten zum Evangelium Homilie Liturgie Liturgische Feste Tridentinische Messe Unser Archiv:

Predigten der Kirchenväter – Festtage – Freitag nach der Oktav von Fronleichnam, Fest des heiligsten Herzens Jesu

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Vierte Lesung

Predigt des heiligen Bischofs Bonaventura. Da wir nun einmal auf das Süßeste Herz Jesu zu sprechen gekommen sind, – und es ist gut, daß wir da sind – wollen wir uns nicht so leicht von ihm trennen lassen, von dem geschrieben steht: „Die von dir weichen, werden in Staub geschrieben werden.“ Was geschieht aber mit denen, die zu ihm hinzutreten? Du selbst (o Herr) belehrst uns darüber. Du sprachst ja zu denen, die dir nahten: „Freuet euch, daß eure Namen im Himmel geschrieben stehen.“ So wollen wir also zu dir hinzutreten, und jubeln und in dir uns freuen beim Andenken an dein Herz. O wie lieblich und wie angenehm ist‘s doch, in diesem Herzen eine Wohnung zu haben .Ja, ich will sogar alles hingeben, alle Gedanken und Regungen meines Herzens austauschen und mein ganzes sinnen und Trachten auf das Herz meines Herrn Jesu richten und ohne Täuschung wird dieses mich weiden.

Fünfte Lesung

Zu diesem Tempel, zu diesem Allerheiligsten, zu dieser Arche des Bundes hingewandt, will ich anbeten und die Majestät des Herrn lobpreisen und mit David sprechen: „Ich habe mein Herz als Stätte gefunden, um Gott anzubeten.“ Und ich habe gefunden das Herz des Königs, des Bruders des Freundes, des liebevollsten Jesu. Und sollte ich hier nicht anbeten? Da ich also, süßester Jesu, dein Herz und mein Herz gefunden, will ich dich, meinen Gott, anbeten. Laß nur mein Gebet in das Heiligtum kommen, in dem du Erhörung gewährst, vielmehr, ziehe mich ganz in dein Herz hinein. O holdseligster Jesus, der du alles an Schönheit übertriffst, wasche mich mehr und mehr von meiner Ungerechtigkeit und von meiner Sündenschuld reinige mich, damit ich, durch dich gereinigt, zu dir, dem ganz Reinen, hinzutreten kann, und würdig werde, alle Tage meines Lebens in deinem Herzen zu wohnen und es dahin bringe, deinen Willen zu erkennen und zu vollbringen.

Sechste Lesung

Dazu ist deine Seite durchbohrt worden, damit uns der Eintritt offen stehe; dazu ist dein Herz verwundet worden, daß wir, frei von äußeren Unruhen, in ihm und damit in dir wohnen können. Auch ward es nicht minder darum verwundet, daß wir durch die sichtbare Wunde hindurch die unsichtbare Wunde deiner Liebe schauen können. Wie konnte uns diese Liebesglut besser gezeigt werden als dadurch, daß er nicht nur seinen Leib, sondern sogar sein Herz mit dem Speer durchbohren ließ? Die Verwundung am Leibe zeigt uns die geistige Verwundung. Wer wollte also dieses so verwundete Herz nicht lieben? Wer einem so liebenden Herzen nicht Gegenliebe schenken? Wer ein so lauteres Herz nicht umfassen? Wir wollen darum, solange wir im Fleische leben, soweit wir nur fähig sind, lieben, wieder lieben, umfassen den, der für uns verwundet wurde, dessen Hände und Füße, dessen Seite und Herz die gottlosen Winzer durchbohrt haben. Und stehen bleiben wollen wir, daß er sich würdige, unser Herz, das noch so hart und unbußfertig ist, mit der Fessel seiner Liebe zu umschlingen und mit seinem Liebespfeile zu verwunden. – Auf daß nun die Gläubigen die Liebe, die Christus in seinem Leiden und in seinem zur Erlösung des Menschengeschlechtes erlittenen Tode und in der Einsetzung des Sakramentes seines Leibes und Blutes, das ein Andenken an seinen Tod sein soll, gezeigt hat, unter dem Bilde seines heiligsten Herzens mit größerer Andacht feiern und reichere Frucht daraus ziehen gestattete Klemens XIII. mehreren Kirchen, ein Fest zu Ehren dieses heiligsten Herzens zu begehen, Pius IX. dehnte dieses Fest auf die ganze Kirche aus und schließlich hat Papst Leo XIII., den Wünschen des katholischen Erdkreises entgegenkommend, es zum Rang eines Duplexfestes erster Klasse erhoben.

Siebte Lesung

Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (19, 31 – 35). Damit nun die Leiber nicht am Sabbate am Kreuze blieben, weil es der Rüsttag war (denn jener Sabbat war groß), baten die Juden den Pilatus, daß ihnen die Beine gebrochen, und sie abgenommen werden möchten. Da kamen die Soldaten, und zerbrachen dem ersten die Beine und dem andern, der mit ihm gekreuzigt war. Als sie aber zu Jesus kamen, und sahen, daß er schon gestorben sei, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern einer von den Soldaten öffnete seine Seite mit einem Speere, und sogleich kam Blut und Wasser heraus.

Und der dies gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugniß ist wahrhaftig. Und er weiß, daß er die Wahrheit sagt, damit auch ihr glaubet.

Auslegung vom heiligen Bischof Augustinus. „Einer der Soldaten öffnete mit der Lanze seine Seite und sofort kam Blut und Wasser heraus.“ Ein vorsichtiges Wort hat der Evangelist gebraucht, indem er nicht sagte: Er hat seine Seite durchstochen oder verwundet oder sonst ein Wort, sondern: er hat sie „geöffnet“, damit dort gewissermaßen die Türe zum Leben aufgetan würde, von wo die Sakramente der Kirche ausströmten, ohne die man zum Leben, wenn es ein wirkliches Leben sein soll, nicht eingehen kann. Jenes Blut, das vergossen wurde, wurde vergossen zur Vergebung der Sünden. Jenes Wasser mischt einen heilbringenden Becher; dies gewährt sowohl Bad als auch Trank. Das verkündete im voraus der Umstand, daß Noe an der Seite der Arche die Türe anbringen ließ, durch die die Tiere, die nicht in der Flut untergehen sollten, eingehen könnten; und durch diese wurde die Kirche vorgebildet.

Achte Lesung

Auslegung vom heiligen Johannes Chrysostomus. Hier kannst du die Macht der Wahrheit sehen. Durch das was die Juden tun, wird erfüllt, was prophezeit ist, denn auch hier erhält wieder eine solche (Weissagung) ihre Erfüllung. Es kamen also die Soldaten und zerbrachen die Gebeine der anderen, aber nicht die von Christus; sondern sie öffneten, um sich die Gunst der Juden zu verschaffen, seine Seite mit einem Speere und verhöhnten ihn nach dem Tode. Ist das nicht eine ganz entsetzliche und frevelhafte Gesinnung! Laß dich trotzdem nicht in Verwirrung bringen, Geliebtester; denn in dem, was jene in boshafter Absicht taten, dienen sie nur der Wahrheit; hier erfüllt sich die Vorhersage, die da lautet: „Sie werden schauen auf den, den sie durchbohrt haben.“ Aber nicht das allein (sollte sich erfüllen), sondern auch denen, die nicht glauben wollten, ist hiemit ein Beweismittel zum Glauben geworden, wie dem Thomas und denen, die bei ihm waren. Überdies wurde hier auch ein tiefes Geheimnis bekräftigt; denn „es kam Blut und Wasser heraus“. Nicht zufällig und einfachhin sprudelten diese Quellen, sondern aus dem Grunde, weil aus diesen beiden die Kirche sich bildete.

Neunte Lesung

Auslegung vom heiligen Bischof Bonaventura. Damit ferner aus der Seite des schlafenden Heilandes die Kirche gebildet würde, ließ es der göttliche Ratschluß zu, daß einer von den Soldaten mit einer Lanze jene heilige Seite öffnete und durchbohrte; es sollte nämlich durch das Ausströmen von Blut mit Wasser der Preis unseres Heiles ausgeschüttet werden; dieser sollte, aus dem geheimnisvollen Borne, nämlich seines Herzens kommend, den Sakramenten der Kirche die Kraft geben, das Gnadenleben zu vermitteln, und er sollte für die in Christus bereits lebendig Gewordenen ein Trank lebendigen Wassers werden, das übergeht ins ewige Leben. Erhebe dich also, Seele, die du Christus liebwert bist, werde nicht müde, wachsam zu ein, lege dort dienen Mund an, um Wasser zu schöpfen aus den Quellen des Heilandes.

Kirchengebet

Verleihe uns, wir bitten dich, o allmächtiger Gott, die Gnade, daß wir, die wir im heiligsten Herzen deines geliebten Sohnes unseren Ruhm suchen, und der hervorragendsten Wohltaten seiner Liebe gegen uns gedenken, sowohl im Gedächtnis an diese als auch an ihren Früchten Freude haben. Durch unsern Herrn. Amen.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet Teil II, S. 859 – 865

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