Hilary White, Der Antimodernismuseid als Handlungsvorlage (2 von 4)

Jeder gute Anwalt oder Immobilienmakler weiß, dass nicht das wichtig ist, was im Vertrag oder im Angebot steht, sondern das, was man verschweigt. Denn Sie einigen sich auf das, was drin steht und nicht darauf, was nicht drin steht. Fast jeder aber, der Theologie studiert hat, auch auf den sogenannten konservativen Universitäten, wird festgestellt haben, dass während seines Studiums das Thema “Modernismus” kaum erwähnt wurde. Falls es dies geschah, dann höchstens in der Kirchengeschichte, niemals in der Dogmatik. Dies ist natürlich nachvollziehbar, da die nachkonziliaren Reformatoren gerade das umsetzten, was verboten wurde, so mussten sie die alten Verbote entweder totschweigen oder umgehen. Damnatio memoriae. Vor Bergoglio sprachen nur die Piusbrüder oder die Sedisvakantisten über den Modernismus und zwar auf eine Art und Weise, welche nicht gerade einnehmend war. Modernismus war die allgegenwärtige Totschlagskeule, welche die eigene Irregularität zu rechtfertigen schien. Da wirklich alle nachkonziliaren Päpste wenigstens modernistisch angehaucht waren, obgleich bis zu Bergoglio keiner von ihnen wirklich die modernistischen Häresien expressis verbis behauptet hat, so haben wir alle in der modernistischen Umnachtung gelebt, ohne uns darüber im Klaren zu sein. Es war so als würden Sie in einer vom Smog verseuchten Gegend wohnen, ohne irgendwann mit frischer Luft in Verbindung gekommen zu sein. Sie sind krank, apathisch, gereizt und ständig müde, denken aber, dass es so sein muss oder dass es ihre Schuld ist. Modernismus die allgegenwärtige und schleichende Seuche.

Glücklicherweise haben wir sowohl einen Namen für die Krankheit als auch einen heiligen Papst, der das Heilmittel anbietet. Es ist schließlich weithin akzeptiert, dass der Asteroid, den wir die ganze Zeit beobachten, der Modernismus ist, dieselbe „Synthese aller Häresien“, die Papst Pius X. zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu stoppen versuchte. Eine Konferenz in Rom im Juni dieses Jahres, gesponsert von der vormals unerschütterlich „konservativen“ LifeSiteNews befasste sich mit der triumphalen Wiedererstehung des Modernismus’ seit dem II. Vatikanum und identifizierte es als die Quelle der Krise; mehr oder weniger das Herzstück der Position der Traditionalisten.

In ihrer Berichterstattung über die Konferenz schrieb Dianne Montagna:

„Stellen Sie sich vor, die Prüfungen des derzeitigen Pontifikats, die Machenschaften der Deutschen Bischöfe und Fr. James Martins kontroverse Stellungnahmen bezüglich der Homosexualität wären morgen zu Ende. Vielleicht würde man sich eine Zeitlang fühlen, als wäre Mordor zerstört und Sonnenschein und Friede im Land wiederhergestellt, aber die gegenwärtige Kirchenkrise wäre nicht vorüber. Warum? Weil kontroverse Passagen in Amoris Laetitia, der Vorschlag der Deutschen Bischöfe zur Interkommunion und Fr. James Martins Verwässerung der Lehre der Kirche über Homosexualität nur Symptome eines tieferen Problems sind. Die Gesundheit des mystischen Leibes Christi wird nicht wiederhergestellt, bevor diese tieferen Probleme identifiziert, angesprochen und geheilt werden.“

Professor Roberto de Mattei und gleichgesinnte Kollegen identifizierten bei dieser Konferenz die Quelle der Krise als ein Wiederaufleben des Modernismus’. Mit einigen kleinen Veränderungen ist es im Wesentlichen dieselbe theologische Krankheit, die Pius X. so heftig bekämpfte. Die meisten Traditionalisten verstehen dies, doch seit diesem Pontifikat – und besonders in den letzten drei Monaten – kommen viele zu derselben Erkenntnis, die sich niemals Traditionalisten genannt haben.

Noch einmal Diane Montanga:

„Laut den Organisatoren des Symposiums vom Juni [2018] sind die Zurückweisung der Irrtümer, welche in den Mystischen Leib Christi eingedrungen sind, und die Rückkehr mit Gottes Hilfe zum vollen katholischen Glauben der gelebt und geglaubt wird, die notwendigen Voraussetzungen für die Erneuerung der Kirche.“

Dieser „Paranoide Extremist“ hatte Recht und wurde nun vollständig gerechtfertigt
St. Pius X., bitte für uns

Wie de Mattei erklärte, wurde Modernismus vom heiligen Papst Pius X. definiert, um eine Reihe „theologischer, philosophischer und exegetischer Irrtümer zu erfassen, die ins 19. Jhdt. zurückgehen. Diese benannte und verdammte er in der Enzyklika Pascendi dominici gregis und dem Dekret Lamentabili sane. Der heilige Papst führte bestimmte disziplinäre Maßnahmen ein, die dazu gedacht waren an der Wurzel auszureißen, was zu jener Zeit hauptsächlich ein Trend unter den akademischen Priestern war. Obwohl diese Maßnahmen zu Beginn effektiv erschienen, tauchte der Modernismus in den 30er Jahren [des 20. Jahrhunderts] wieder auf und begann das Werk, jede Institution in der katholischen Welt zu infiltrieren. Und sein großer Triumph war das II. Vatikanum.

De Mattei beschreibt ihn als eine „Synthese alter Irrtümer, wie den Gnostizismus, Pelagianismus und Arianismus.“ Die neue Version, der Neo-Modernismus, mit seinem Schwerpunkt auf der indirekten Veränderung der Lehre durch die Veränderung der Praxis „wurde zu einer Philosophie des Lebens und der pastoralen Aktion, sogar noch bevor er zu einer lehramtlichen Schule wurde.“

Traditionalisten wie Professor de Mattei wissen seit langer Zeit, dass diese antikatholische Ideologie inzwischen in der vollen Länge und Breite des Glaubens vollkommen akzeptiert wird – namentlich durch absichtliche Missinterpretation des Glaubens -, unter Klerikern und Laien, wie ein geruch- und geschmackloses, aber tödliches systemisches Gift, das in eine Wasserleitung eingeleitet wird.

Nun – zurück zu der Frage was damit zu tun ist – als Laien mit wenig Macht Bischöfe auszutauschen oder Päpste abzusetzen, könnten wir sinnvollerweise vielleicht fragen, was derselbe heilige Papst als Heilmittel empfahl. Anstatt in die Komplexität der Theologie einzutauchen könnte es nützlicher sein, ein anderes Dokument von Pius X. zu studieren, ein Motu proprio, das im September 1910 veröffentlicht wurde, mit dem Titel Sacrorum antistitum. Dieses Dokument ist berühmt für den Eid wider den Modernismus, der von „allen Klerikern, Pastoren, Bekennern, Predigern, Ordensoberen und Professoren in philosophisch-theologischen Seminaren“ der katholischen Kirche verlangt wurde, bis er am 17. Juli 1967 von der Glaubenskongregation aufgehoben wurde, mit der Zustimmung von Papst Paul VI.

Das Original erschien in The Remnant: 

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