Hilary White, Der Antimodernismuseid als Handlungsvorlage (3 von 4)

Es wäre gut und richtig sich mal hinzusetzen, um zu zeigen, wie die Verurteilungen der katholischen Kirche die Philosophie “beflügelt” haben. Viele haben wirklich gerade das umgesetzt, was verboten war und es deswegen umgesetzt, weil es verboten war. Der große Verführer der deutschen oder wenigstens der deutschsprachigen katholischen Welt war Immanuel Kant, nicht Luther. Der letztere war zu primitiv, aber Kant hat sich in den Köpfen hierzulande irgendwie festgesetzt und wie ein Parasit die klerikalen Gehirne nach und nach von innen ausgehöhlt. Warum? Wenn man nach Kant annimmt, dass jeder, einfach formuliert, sich seine Wirklichkeit selbst schafft und somit es keine Wirklichkeit an sich gibt. Falls das stimmt, dann spielt die Sprache überhaupt keine Rolle. Man kann alles schwören, weil man ein X für ein U hält. Wenn ich eine aufgetaute Pitta für ein gut gekochtes Abendessen halte, Du jedoch ein fünf Gänge Menü, dann haben wir ja beide recht, subjektiv gesehen. Um dies zu entscheiden, wer recht hat, müsste man sich an eine höhere Instanz wenden können, welche es nach Kant gar nicht gibt, denn Gott ist nur ein Postulat der praktischen Vernunft, welche die Moral möglich macht. Interessanterweise wurden gerade die deutschen Universitäten vom Modernismuseid ausgenommen, die Kantianer aber, die ihn dennoch schworen, konnten dies guten Gewissens tun, da sie unter den Worten des Eides etwas völlig anderes verstanden. Dies erklärt auch die Ansichten eines Ratzingers, welche nach außen hin katholisch wirken, im Innen rein modernistisch sind.

Auf Anraten eines mir bekannten Priesters, der sein Priesterleben damit verbracht hat, den Modernismus zu bekämpfen, können wir den Eid vielleicht nicht mit der Absicht untersuchen ihn selbst äußerlich zu nehmen, sondern ein Aktionsprogramm zu erstellen. Als Vorlage für die erneute Prüfung der Wahrheiten des katholischen Glaubens, welche die Neo-Modernisten gerne verschwinden sähen. Ich würde vorschlagen, dass ein erster Schritt jedes Schlachtplans akkurate Information sein muss. Wir müssen sehr genau wissen, was unsere Feinde tun.

Einfach gesagt, wenn der Eid begriffen wurde als das hauptsächliche öffentliche Mittel diese furchtbare Krankheit zu bekämpfen, diese Deformation des Katholizismus, ist er offensichtlich der Punkt, an dem man anfangen sollte, den Weg zu einer Heilung aufzuzeigen. Es ist lediglich eine Zusammenfassung von Papst Pius’ X. Warnung; Modernismus zersetzt den Katholizismus durch List, indem Begriffsdefinitionen verändert werden, indem man – eben – den Begriff der Wahrheit unterminiert, aber dennoch die Begriffe selbst beibehält; indem Lehren „neu formuliert“ werden und „die Sprache angepasst“ wird. Wenn man den Eid als Leitschnur nimmt und ihn Satz für Satz auf das anwendet was von den Bergoglianern derzeit getan wird, wird es eine einfache Sache, ihre Verdunklungsversuche zu durchschauen.

Es war z. B. einer der beharrlichsten Rufe der bergoglianischen Revolutionäre während beider Synoden über die Familie, die Lehre der Kirche über die Homosexualität „neu zu formulieren“. Uns wurde bis zum Erbrechen mitgeteilt, dass „die Lehre nicht geändert wird“, sondern dass es eine Notwendigkeit gebe, die „Sprache zu überprüfen“ die verwendet worden war, dies auszudrücken.

Dies sind klassische Redewendungen der Modernisten, und sie sind widerlegt und es wird explizit vor ihnen gewarnt – in eben den Eröffnungsworten des Eides.

•      Ego N. N. firmiter amplector ac recipio omnia et singula, quae ab inerranti Ecclesiae magisterio definita, adserta ac declarata sunt, prae-sertim ea doctrinae capita, quae huius temporis erroribus directo adversantur. •      Ich, N. N., umfasse fest und nehme an alles und jedes Einzelne, was vom irrtumslosen Lehramt der Kirche bestimmt, aufgestellt und erklärt ist, besonders die Hauptstücke ihrer Lehre, die unmittelbar den Irrtümern der Gegenwart entgegen sind.

Wie wir hier sehen, wird im Eröffnungssatz der Boden unter den Füßen der Revolutionäre weggezogen, die derzeit im Vatikan regieren. Denn der Sinn, die Natur einer Idee, wird durch die Sprache transportiert, und die theologischen Formulierungen sind notwendigerweise außerordentlich exakt; und da diese Formulierungen Wahrheit übermitteln – Realitäten, die fester gegründet sind als die Gesetze der Mathematik oder Physik – wird der Versuch, „lediglich die Sprache zu verändern“ während man behauptet, die Bedeutung zu erhalten, als das vergiftete Schlangenöl offenbart, das es ist.

Möchten wir detailliert und in präziser Sprache wissen, was an dem Neuen Paradigma falsch ist, das gerade jetzt von den Bergoglianern der Kirche aufgezwungen wird? Möchten wir verstehen, was wirklich geschieht, in Sprache und Begriffen, die wir Nichttheologen und Ungelehrten verstehen können? Möchten wir gerade jetzt verstehen, wie diese bösen Männer den Glauben manipulieren und verfälschen?

Ein aufmerksames erneutes Lesen des Eides ist sehr aufschlussreich. St. Pius X. fährt sogleich fort, die Wahrheiten aufzulisten, die nicht nur von allen Katholiken [für wahr] gehalten werden müssen, sondern die exakt in der selben Sprache und Terminologie ausgedrückt und geglaubt werden müssen wie sie immer wurden, insbesondere mit dem Vorsatz, diese allgemein bekannten „Irrtümer der Gegenwart“ zu widerlegen:

•      Ac primum quidem: Deum, rerum omnium principium et finem, naturali rationis lumine “per ea quae facta sunt” [cf. Rom 1, 20], hoc est, per visibilia creationis opera, tamquam causam per effectus, certo cognosci, adeoque demonstrari etiam posse, profiteor.

•      Erstens: Ich bekenne, dass Gott, der Ursprung und das Ende aller Dinge, mit dem natürlichen Licht der Vernunft durch das, was geschaffen ist, d. h. durch die sichtbaren Werke der Schöpfung, als Ursache mittels der Wirkung, mit Sicherheit erkannt und auch bewiesen werden kann.

Stellen Sie dies den wiederholten Attacken Bergoglios der festen Vorstellung gegenüber, dass der Glaube mit Sicherheit gewusst werden kann, oder auch nur dem Wunsch nach Sicherheit:

„Wenn jemand die Antwort auf all diese Fragen hat – das ist der Beweis, dass Gott nicht mit ihm ist. Es bedeutet, dass er ein falscher Prophet ist, der die Religion für sich selbst nutzt. Die großen Führer des Volkes Gottes, wie Moses, haben immer Raum für Zweifel gelassen. Sie müssen Raum für den Herrn lassen, nicht für unsere Sicherheiten; wir müssen demütig sein.“

Das Original erschien in The Remnant: 

Überlegen Sie The Remnant zu abonnieren. Mehr informationen finden Sie hier.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen