Hilary White, Der Antimodernismuseid als Handlungsvorlage (1 von 4)

Obwohl DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) intensiv Theologie studiert hat und sich insbesondere stark für Kirchengeschichte interessierte, so wusste er lange Zeit nicht, was es eigentlich mit Modernismus auf sich hat. Der Begriff “Nichtwissen” ist hier vielleicht nicht ganz richtig angewendet, denn er wusste schon, dass es eine Häresie gewesen ist, welche von Pius X. am Anfang des 20. Jahrhunderts verurteilt wurde und in den Untergrund ging. Da sich jedoch DSDZ bis zum Bergoglio-Pontifikat intensiv mit anderen Themen befasste, so lag für ihn der Modernismus lange in der Schublade: “historisch, erledigt, abgehakt” wie der Gnadenstreit etwa oder der Semipelagianismus. Es war wirklich erst um das Jahr 2012/2013 als DSDZ klar wurde, dass Modernismus mitnichten historisch ist, sondern die geltende und gültige Lehrmeinung an allen deutschsprachigen und nicht nur katholischen Fakultäten und sicherlich bei (fast?) allen deutschsprachigen Bischöfen darstellt. All das also, was von Pius X. als falsch verurteilt wurde, wird heutzutage als richtig gelehrt. Dass man aufgrund dieser Lehre sich im permanenten Widerspruch mit der gesamten Theologie, Kirchenlehre und Logik befindet, die man modernistisch umzumodeln und umzudeuten versucht, scheint keinen weiter zu stören. Denn wer betreibt heute schon Theologie?

  • Quotenfrauen, oft mit Bürstenschnitt, die an den Lippen des modernistischen Professors hängen,
  • langhaarige Jünglinge, die Pott rauchen, um zu entspannen,
  • ambitionierte Seminaristen, die geweiht werden wollen. 

Sie alle kommen irgendwann mal an die Lehre und tragen unreflektiert die modernistische Seuche weiter. In der Zeit als DSDZ noch kein Traditionalist war, fiel es ihm natürlich auf, wie widersprüchlich die modernen theologischen Ansichten sind. Er glaubte, ja, dass tat er wirklich, dass er einfach zu dumm und zu ungebildet war, um die Richtigkeit der Moderne zu sehen. Er wurde aber sehend und seitdem hält er fast alle anderen für häretische Vollidioten. Dass es für diese selbstbewusste Weltsicht durchaus Gründe gibt, wird aus den Analysen von Roberto de Mattei und von denen von Hilary White deutlich. Hilary White jammert aber nicht, dass wir nichts tun können, sondern zeigt einen Gegenplan auf, wie wir uns selbst, denn mit “unseren lieben Geistlichen” haben wir ja nicht zu rechnen, intellektuell gesund halten können. Indem wir aus dem Antimodernismuseid ein Handlungsprogramm machen und diesen Schlüssel benutzen, um uns gegen die Scheinargumentationen der Bergoglio-Modernisten zu wehren.

Wir nutzen hier Ezechiels Trompete aus.

„Menschensohn, rede zu den Söhnen deines Volkes und sage ihnen: ‘Wenn ich über ein Land das Schwert kommen lasse und das Volk des Landes aus seinem Bereich einen Mann nimmt und ihn für sich als Wächter aufstellt, und der sieht das Schwert über das Land kommen, stößt er in die Trompete und warnt das Volk, und einer hört den Schall der Trompete, läßt sich aber nicht warnen, und das Schwert kommt und rafft ihn hinweg: dessen Blut soll auf sein Haupt kommen! …’“ Ez 33, 2 ff, Henne/Rösch

Die Leute, welche über die Kirchenkrise schreiben, sagen dasselbe; viele Leute checken es endlich. Was wir nun wirklich brauchen, ist ein Aktionsplan.

In den letzten Tagen und Wochen haben wir begonnen, eine authentische katholische Reaktion von Seiten einiger weniger Bischöfe zu sehen. Heute (16. Okt. 2018) hören wir, dass ein Bischof in Kansas angeordnet hat, dass alle Pfarreien das Gebet zu St. Michael am Ende jeder Messe wieder einführen sollen, dieses altbekannte Instrument gegen die Dämonen.

Das sind doch mal richtig aufregende Neuigkeiten für Bischöfe. Doch dies lässt noch immer die Frage offen, was die Laien selbst tun können. Nun, da der Rest der Katholiken darauf aufmerksam geworden ist, dass die Gefahr real ist, wird es Zeit, dass wir einen Plan entwickeln.

Anscheinend haben es die Tatsachen über den Grad und die Natur der Krise in das allgemeine Verständnis geschafft, von der immer mehr Leute nun sehen, dass sie nicht mit diesem Papst begann. Man kann darüber diskutieren, dass die Welle des öffentlichen Misstrauens in Papst Bergoglio und seine Agenda spät kommt und auf den falschen Prioritäten fußt. Der Zorn der Katholiken gegen ihn kommt aus demselben Grund wie der Umschwung – nun gegen ihn – in den Mainstreammedien. Seine Verdunklung der skandalösen Fälle homosexuellen Missbrauchs, von der nun gezeigt wird, dass sie zurückreichen in seine Amtszeit in Argentinien, sind nicht wirklich so ernst zu nehmen wie seine unermüdlichen Attacken gegen den katholischen Glauben selbst.

Doch wie auch immer es zustande kam, und wie spät es auch sein mag, der Grundlegende Wandel [in der Haltung] gegen dieses Pontifikat hat viele dazu gebracht, das Argument der Traditionalisten noch einmal zu prüfen – dass Bergoglio ein Produkt der Krise ist, nicht seine Ursache. Nun endlich beginnt man weithin anzuerkennen, dass dieses Pontifikat nicht mehr ist als das unvermeidliche Ergebnis der Entwicklung, welche die Kirche seit 1965 nimmt. Jorge Bergoglio und die Perversion des Priestertums, das er vertritt, ist ein Produkt nachkonziliarer Kompromisse, die freundliche Anpassung an den Säkularismus und seine Absorption, die Anpassung an die Welt und das Fleisch, welche zur institutionellen Priorität nach dem II. Vatikanum wurden und dazu führten, dass der Teufel einen nun unwiderlegbaren Zugriff auf die Kirche bekam. Kurz gesagt, die Leute kommen nun dahin zu verstehen, dass Jorge Bergoglio und seine Freunde das Symptom der fortschreitenden Krankheit sind, nicht die Krankheit selbst.

Aber jetzt, wo wir endlich das Stadium hinter uns gebracht haben die Leute davon zu überzeugen, dass die Traditionalistische Sichtweise die korrekte ist, fragen sehr viele:

„Was ist das Nächste?“

Ein Großteil der Diskussion hat sich auf hochtechnische theologische und kanonische Fragen konzentriert; ob es möglich ist, einen Papst abzusetzen, oder ob ein Papst sich selbst absetzen kann, Kriterien, um präzise zu bestimmen, was eine „formale“ Häresie ausmacht … usw. Wie es ein Freund vor einigen Tagen ausdrückte:

„Wir hatten alle genug von Bellarmin dies, Suarez das und Cajetan das andere …“

Die simple Tatsache ist, dass für fast jeden diese Fragen hauptsächlich akademisch sind. So interessant sie auch sein mögen, aber für die meisten von uns sind sie hauptsächlich gleichbedeutend mit Streitigkeiten über Politik am Stammtisch.

Die formelle Korrektur oder das Einberufen eines Ökumenischen Konzils, eines unvollständigen oder eines anderen, geht über die Macht der meisten von uns. Als normales Fußvolk müssen wir uns erden. Ich bin kein Bischof oder Kardinal, und Sie vermutlich auch nicht. Was also steht konkret in der Macht der Laien? Wir haben vermutlich alle genug von der einfachen Erinnerung [kann auch als Mahnung übersetzt werden. d. Übs.]

„Beten Sie einfach den Rosenkranz“.

Denn viele, viele Leute, die täglich die Perlen durch die Finger gleiten lassen, sind im selben Zustand der Verwirrung wie jene, welche dies nicht tun; vielleicht können wir versuchen, etwas genauer zu werden.

Das Original erschien in The Remnant: 

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