Tradition und Glauben

Hilary (White) is back oder wo ist die höhere, sakramentale Weihe?

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Einige von Ihnen mögen das Verschwinden des Blogs von Hilary White bemerkt haben, der im eigentlichen Sinne nicht geschlossen wurde, sondern mehrere Monate lang keine neuen Beiträge aufwies. Steven Skojec schrieb, dass Hilary der Meinung sei, dass wir des Teufels Spiel spielen, indem das Ärgernis, welches durch das Bergoglio-Pontifikat verbreitet wird selbst verbreiten, indem wir davon berichten. Hier Originalton Skojec:

My friend Hilary White said to me recently that she thinks we’ve been hoodwinked into playing the enemy’s game. That they do something awful, and we react. Again and again, this cycle repeats itself, until we suddenly realize that we’ve long since been dancing to their tune. You may have noticed that she shut down her blog, What’s Up With the Synod? These realizations — and the alarming awareness that this isn’t good for any of us — were among the reasons she made that decision.

Der Schreiber dieser Zeilen glaubt nicht, dass Hilary recht hat, sondern dass sie selbst kurzfristig der List des Teufels erlegen ist. Denn sie ist eine der wenigen, welche nicht nur die kirchliche Situation unverblümt darstellen und analysieren können, sie aber auch die Gegenmittel (sakramentales und spirituelles Leben) dem Verfall entgegenhalten. Denn 99% der katholischen Presse informiert uns nicht redlich über das Bergoglio-Pontifikat, was das Problem nicht löst, weil die Menschen auch aus anderen Quellen von den Häresien und Untaten des Papstes erfahren und niemanden haben, der ihnen die Situation im Kontext der Lehre der Kirche erklärt. Die konservativen Geistlichen, die Ecclesia Dei Gemeinschaften und die Piusbruderschaft hüllen sich alle in ein feiges Schweigen und geben an, dass Päpste nicht ewig währen, wie Bischof Athanasius Schneider im letzten Interview.

Es stimmt tatsächlich, dass die katholische Kirche eine Klerikerkirche im guten und schlechten Sinn ist. Im guten Sinne, weil die Kleriker, also die Geweihten in der apostolischen Sukzession stehen und die geistlichen Gaben durch die Handauflegung anderer Geweihter vermittelt bekommen. Im schlechten Sinne, weil die Laien alles von den Priestern erwarten und eine Kirche ohne Priester schlicht nicht überlebensfähig ist, was Bergoglio auch weiß, da er das katholische, sakramentale Priestertum zerstören will.  Man muss leider sagen, dass in den letzten Jahrhunderten und wir meinen hier mindestens die vier letzten Jahrhunderte, sicherlich die in der nachaufklärerischen Zeit, die Wahrnehmung im Sinne eines sensus, eines Sinnes also, für das Übernatürliche und Heilige bei den Geistlichen sehr zurückgegangen ist. Denn es gibt eine objektive göttliche, übernatürliche Wirklicheit und daher die objektive Wirkung der Sakramente, die das tun, was sie bezeichnen, wie uns die Kirche lehrt. Die hl. Cäcilia, deren Fest die Kirche am 22.11. im Augenblick der Niederschrift dieses Beitrags begeht, sah ihren Schutzengel und ihr Verlobter und sein Bruder, nachdem sie sich taufen ließen, sahen ihn auch. Das objektiv, unsichtbare Heilige wurde ihnen sichtbar als sie die Taufgnade erhielten. Dies war sicherlich ein Vorrecht der frühen Märtyrerzeiten und das von Cäcilia, denn nicht jeder sieht ja seinen Schutzengel, aber diese Begebenheit will uns lehren, dass das Unsichtbare und Wirkende wirklich existiert.

Was ist die Priesterweihe? Eine spirituelle Initiation. Der Geweihte erhält wirklich die geistliche Vollmacht und wird zu einem „katholischen Zauberer“, wie die Heiden, die Antiklerikalen und die Okkultisten es nennen. Der Teufel spricht durch sie und nennt es, zwar mit umgekehrten Vorzeichen, richtig. Sie haben demnach recht, denn viele Heiden der Märtyrerzeiten traten zum Christentum über als sie sahen, dass die Christen durch den Namen Jesu eine größere „Zauberkraft“ besaßen, im Sinne der äußeren Wunder, wofür die Verfolgungszeiten berühmt waren, als die damaligen Magier. Als die modernistische und nachkonziliare Theologie das katholische Sakramentenverständnis aushebeln wollte, indem sie permanent davon sprach, dass

„Sakramente nicht magisch zu begreifen sind, sondern einen bewußten Vollzug des Individuums vorraussetzen“

so bedeutet dies übersetzt:

  1. Sie Sakramente wirken nicht an sich.
  2. Sie wirken nur bei denen, die daran glauben als Placebo-Effekt.

Dies widerspricht aber der katholischen Lehre, denn der persönliche Glaube hat mit der Wirkung der Sakramente nichts zu tun, sondern nur der Gnadenstand des Gläubigen. Sie müssen nicht den ganzen Denzinger auswendig kennen, um würdig kommunizieren zu können. Sie müssen nur von einer schweren Sünde frei sein. Dieses modernistische Sakramentenverständnis, ganz stark bei Rahner vorhanden, kommt dem lutherischen Sakramentenverständnis gleich, wo die Realpräsenz nur im Augenblick des Empfangs für den Glaubenden vorhanden ist, sonst ist es nur ein Symbol der Kirchenzugehörigkeit, wobei wir bei Amoris Laeitita wären. Diese falsche Ansicht knüpft auch den Sakramentenempfang an das „Bewußtsein“, was immer es auch sei, des Individuums und verlagert die sakramentale Wirkung in das Intellektuelle, da sich dieses „Bewußtsein“, als die Grundvorraussetzung „des sakramentalen Vollzugs“ (wieder ein Modernistenjargon) sich nur durch die nachkonziliare, theologische Bildung entfalten kann. Deswegen ist es der Fall, dass fast alle Menschen, die in D, CH und A theologisch gebildet sind nicht an die Realpräsenz glauben, wie an vieles anderes ja auch nicht.

Wie sieht es aber beim Weihesakrament aus? Genauso. Mindestens seit dem XIX Jhdt. aber auch im XVIII Jhdt. war die Überzeugung der meisten Priester, dass die Weihe ihnen hauptsächlich ein Amt übergibt, bei dem sie predigen, belehren und würdige Zeremonien vollziehen können, worin das katholische Priestertum besteht. Dies stimmt auch, aber das ist wirklich nur das Äußere. Durch das Priestertum wird dem Priester eine spirituelle Macht erteilt, welche ihn dazu befähigt durch sich selbst, wie durch ein Rohr (ein Vergleich von Thomas von Aquin Summ. Theol. III, q. 64, a. 5, corp.), anderen die Heiligkeit Gottes zu spenden. Deswegen muss er sein „Rohr“, d.h. sich selbst rein halten, keusch leben, asketisch leben, spirituell leben, damit er ein guter Leiter oder wenigstens ein Halbleiter wird. Lebt er unwürdig, wird er abgestraft und auf ewig in der Hölle brennen, da er auch für all die anvertrauten Seelen verantwortlich ist. Priestertum geht auch mit einer höheren geistlichen Erleuchtung einher, was sowohl hl. Johannes Chrysostomus in seinem „Dialog über das Priestertum“ als auch Pseudo-Dionysius Areopagita in seiner „Himmlischen und kirchlichen Hierarchie“ beschreibt. Ein geistlicher Adept geht also zu einem Meister und erfährt von ihm die spirituelle Unterweisung und empfängt schließlich die Vollmacht der Sukzession. Denn sowohl der Priesterabt bei den Mönchen als auch der Bischof bei den Priestern sind buchstäblich ihre geistlichen Väter, da sie sie durch die Weihe gleichsam zeugen. So sieht es die Patristik und die Scholastik, indem sie die Sakramente wie Gott selbst realistisch auffasst. Ja, so gesehen, hat man als Priester wirklich „Superkräfte“, nur nicht die eigenen.  Aber dieses Verständnis des Priestertums begann mindestens seit dem XVII Jhdt. nach und nach zu schwinden. Dabei sind katholische Priester, wenn es denn welche gäbe, die Schleusen der Heiligkeit für die Welt, durch die Christus heiligt, segnet, heilt etc. Aber es geht nicht um sie, sie sind nur ein Medium, das durchsichtig und unsichtbar zu sein hat. Die Gläubigen handeln also richtig, indem sie instinktiv, denn manche haben eine sehr guten sensus fidei, von den Klerikern die höhere Weihe, also eine spirituelle Unterweisung, aufgrund der spirituellen Vollmacht, Sukzession, eines zusätzlichen Sakraments erwarten. Je höher in der Hierarchie, desto heiliger hat man zu sein, wobei man auch die sakramentalen Gnadenhilfen erhält: Priesterweihe, Bischofsweihe etc. Dementsprechend fällt auch die Strafe härter aus. Wir erwarten also richtigerweise von unseren Geistlichen etwas, was nicht kommt, was aber nicht nur seit Vat. II nicht kommt, sondern eigentlich schon mehrere Jahrhunderte lang nicht.  Wo keine Spiritualität, im Sinne des Aufgeladenseins mit Gott, vorhanden ist, da kommt man zuerst ans Moralisieren, dann zum Politisieren, dann zum Wale-Retten und dann zum gar nichts, wobei wir nicht nur bei Novus Ordo wären, sondern in manch einer Tradi-Priestergemeinschaft auch. Wenn man Gott und seine Wahrheit liebt, so möchte man nur darüber sprechen. So einfach ist das.

Weil wir also zurzeit wirklich nichts von unseren Priestern, Bischöfen und Kardinälen an Glaubensunterweisung und spiritueller Leitung erwarten können – denn sonst hätten sie uns schon welche gegeben -, so brauchen wir Menschen, die uns die Welt, nicht nur intellektuell sondern auch spirituell erklären. Dazu gehört Hilary White, deren Analysen wirklich sehr fundiert und spirituell sind, dabei weniger erbittert und scharf  als die von Ann Barnhardt. Es ist gut, dass Hilary zurück ist, denn mit ihr leuchtet am restkatholischen Himmel wieder ein Stern. Ja, es ist hart der Rufer in der Wüste zu sein und man hat viele Anfechtungen zu bestreiten, da Gott einen reinigt. Aber wir sind die Kämpfende Kirche. Die Einsiedler zogen sich auch nicht zurück, um „ihre Ruhe zu haben“, sondern woanders an der Front zu kämpfen.  Freuen wir uns also, dass Hilary wieder schreibt und beten wir für sie ein Gesetz des Rosenkranzes, wenn wir ihre Texte lesen, damit sie es spürt. Der Schreiber dieser Zeilen spürt, wenn Menschen für ihn beten, so kann es bei Hilary auch der Fall sein.

 

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