Tradition und Glauben

Hl. Alfons von Liguori – „Praktische Anweisung für Beichtväter“. (2) Wie man die Beichte selbst anhören soll.

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Das richtige Zuhören ist wichtig, aber sehr schwierig. DSDZ ist ein sog. „guter Zuhörer“, er hört wirklich den Menschen zu, merkt sich, was sie sagen, fragt nach und gibt Interesse vor, selbst wenn keins vorhanden sein sollte. Er stellt sich dennoch das Beichtehören sehr schwierig vor, da er auch bei Hotlines gearbeitet hat, wo er wirklich viele Anrufe entgegennahm. DSDZ fiel ihm schwer immer konzentriert zu bleiben, mit einer freundlichen Stimme zu reden und wirklich interessiert zu sein. Natürlich hat man bei einer Hotline mehr Gespräche hintereinander als ein Priester Beichten hat, aber das Problem ist ähnlich. Man muss wirklich sehr ausgeruht, ausgeglichen und voll Wohlwollen dem Beichtkind gegenüber sein, um wirklich verstehen zu können,

  • was es sagt,
  • warum es sagt,
  • was es eventuell nicht sagt.

Und hier kommen wir zum nächsten Punkt und Problem. Menschen, die bei Hotlines anrufen, wissen oft nicht, was ihnen wirklich fehlt, sodass der Sachbearbeiter durch geschickte Fragen erfahren muss, was wirklich anliegt. Wer nicht das Talent oder die Ausbildung hat die richtigen Fragen hintereinander zu stellen, der läuft Gefahr, dass der Kunde und er selbst an einander vorbeireden. Will man helfen und das Problem tatsächlich lösen, so muss man fragen und zwar viel fragen.

Und hier kommen wir zur Crux unserer Beichtväter. Sie haben kein Interesse, sie fragen nicht nach, sie dümpeln vor sich hin, es ist ihnen alles gleich. Das DSDZ bei einem technischen Service gearbeitet hat, so wusste er, wie etwas zu funktionieren hat, er hatte also das Gesamtbild, sodass er die richtigen Fragen stellte, um auf diesem Wege zu erfahren, was beim Kunden nicht funktionierte und warum es dies nicht tat. Moraltheologie ist wirklich wie Technik. Man hat bestimmte Axiome, die man auf die Einzelfälle anwenden muss und je mehr wissen man hat, desto schneller kommt man ans Ziel, zumal sich manche Probleme ständig wiederholen. DSDZ hat aber als Beichtkind, kaum erfahren, dass der Priester, der ihm die Beichte abnahm wirklich ein moraltheologisches oder gar spirituelles Hintergrundwissen hatte, sodass er zuerst richtig nachfragen und danach eine Lösung anbieten konnte, obwohl DSDZ wirklich nach Lösungen fragte. Das Problem war wohl nicht so sehr das fehlende Interesse, als das mangelnde Fachwissen. Ein Priester steht auch während der Beichte unter Zeitdruck. Er kann um keine Bedenkzeit bitten, um die dicken Moraltheologien zu wälzen, wie der Anwalt bei seinem Rechtsgutachten. Daher muss er wirklich viel Wissen, um es anwenden zu können. Und er kann es anwenden, wenn er erstmal weiß, worum es geht, denn oft liegt das Problem woanders als das Beichtkind es vermutet.

Es ist also ein gutes Zeichen, wenn Sie der Priester mit Fragen löchern sollte, was ja praktisch kaum vorkommt. Hl. Alphons Liguori schreibt aber auch, dass man das Beichtkind durchaus unterbrechen darf, um es scharf zu ermahnen und es danach aus zu trösten. Denn wir alle lesen, wenigstens am Anfang, die Schwere unserer Sünden an der Reaktion des Beichtvaters ab. Bleibt diese aus, so war es ja nichts so schlimm. Es muss wirklich schwierig sein seine eigene Frustration, falls vorhanden und die eigenen Probleme vor dem Beichtstuhl zu lassen, um dort ein alter Christus zu werden. Ist man zu schroff, so werden die Pönitenten die Sünden verschweigen, insbesondere Frauen, die „gut rüberkommen wollen“, ist man zu nachlässig, werden sie sich nicht bessern. Sicherlich muss es sehr frustrierend sein bei ständigen Beichtkindern immer dieselben Sünden zu hören, ohne irgendwelchen Fortschritt zu sehen, denn man fragt sich ja selbst, ob es vielleicht auch am Beichtvater liegt. Beichtvater zu sein, ist ein hartes Brot. DSDZ ist froh keiner zu sein, dazu ist er wohl zu dominant und zu ungeduldig. Seufz ….

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