Tradition und Glauben

Hl. Alphons Maria von Liguori, Vorbereitung zum Tode (13)

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4.                                                                                    Betrachtung

Gewißheit des Todes

3. Punkt

Der Tod ist gewiß. – Aber, o Gott! daß dies die Christen wissen, glauben, sehen, und doch so viele des Todes uneingedenk so dahin leben, als müßten sie nie sterben! Gäbe es nach diesem Leben weder eine Hölle, noch einen Himmel, könnten wohl wenigere an das Ende denken, als sie jetzt daran denken? Und deswegen ist das Leben, das sie führen, so schlecht beschaffen! Mein Bruder, willst du gut leben, so trachte in diesen Tagen, die dir übrig sind, stets den Tod vor Augen zu haben. „O Tod! wie gut ist dein Urteil.“ (Eccl. 41,3) O wie wohl erkennt derjenige die Dinge und leitet seine Handlungen, der sie mit dem Andenken an den Tod beurteilt und ordnet! Das Andenken an den Tod macht die Neigung zu allen Dingen die- ser Erde verschwinden. – „Man betrachte das Ende des Lebens, und nichts wird es auf der Welt geben, was zu lieben wert wäre“, sagt der heilige Laurentinus Justinianus (de ligno vitae, Cap. 5) „Alles, was in der Welt ist, das ist Begierlichkeit des Fleisches, Begierlichkeit der Augen und Hoffart des Lebens.“ (1. Joh 2,16) Alle Güter der Welt sind auf sinnliche Freuden, auf Habseligkeiten und Ehren gerichtet; der aber verachtet sie bald, welcher bedenkt, er werde in Kürze zu Asche, unter die Erde gebracht und den Würmern zu Speise werden! In der Tat, den Tod vor ihren Augen, verachte- ten die Heiligen alle Güter dieser Welt. Darum hatte der heilige Carolus Borromäus auf seinem Schreibtische einen Totenkopf vor sich, damit er ihn beständig sehen konnte. Der Kardinal Baronius hatte auf seinem Ringe die

Inschrift: „Gedenke an den Tod“. Der ehrwürdige Pater Juvenalis Ancina, Bischof von Saluzzo, hatte auf einem Totenkopfe die Worte: „Wie du bist, war auch ich, und wie ich bin, wirst auch du sein“. – Ein heiliger Einsiedler antwortete, als man ihn bei seinem Tode fragte, warum er so fröhlich sei:

„Ich hatte oft den Tod vor Augen und deswegen sehe ich nun – da er gekommen ist, nichts Neues“. Welche Torheit wäre es für einen Reisenden, wenn er auf der Reise in dem Lande, wo er durchreist, sich groß zu machen dächte, und nicht fürchten würde, in dem Lande, wo er sein Lebtag zu verbleiben hat, elend sein zu müssen! Und ist jener nicht närrisch, der im Sinne hat, sich auf dieser Welt glücklich zu machen, wo er nur wenige Tage zu leben hat und Gefahr läuft, in der anderen, wo er in Ewigkeit bleiben muß, unglücklich zu werden? Was man von jemand andern geborgt hat, zu dem hat man wenig Neigung, indem man bedenkt, daß man es zurückgeben müsse. Die Güter dieser Erde haben wir alle auf Borg, und eine Torheit ist es, ihnen Zuneigung zu schenken, indem man sie bald verlassen muß.

Der Tod wird uns von allen berauben: alle erworbenen Güter, alles Glück dieser Welt endet mit einer Öffnung des Mundes, mit einem Leichenbegängnisse, mit einem Begräbnis ! Das von dir erbaute Haus wirst du bald andern überlassen müssen; das Grab wird bis zum Tage des Gerichtes die Wohnung deines Körpers sein und von da aus wirst du dann entweder in den Himmel oder in die Hölle hinübergehen, wohin deine Seele wird vorangegangen sein.

Anmutungen und Bitten

Beim Tode wird also für mich alles ein Ende haben? Nichts anderes, o mein Gott! werde ich alsdann finden, als das Wenige, was ich dir zu Liebe getan habe. Und was zögere ich ? Warte ich, bis der Tod kommt und mich so armselig in einen Wust von Sünden versenkt finden wird, so wie ich jetzt bin? Müßte ich jetzt sterben, so würde ich wohl sehr unruhig und mit meinem zugebrachten Leben höchst unzufrieden sterben. Nein, mein Jesus! ich will nicht so unzufrieden sterben. Ich danke dir, daß du mir Zeit gibst, meine Sünden zu beweinen, und dich zu lieben. In diesem Augenblicke will ich anfangen. Es reuet mich über alles, dich, o höchstes Gut! beleidigt zu haben, und ich liebe dich mehr als alles, mehr als mein Leben. Ich gebe mich dir ganz hin, mein Jesu; von nun an umarme und drücke ich dich an mein Herz, und übergebe dir von jetzt an meine ganze Seele. „In deine Hände empfehle ich meinen Geist.“ Ich will es nicht verschieben, sie dir erst dann zu geben, wenn ihr mit dem Worte: „ Fahre hin „ die Abreise von dieser Welt wird angekündet werden. Ich will es nicht auf jene Stunde hinausziehen, dich um Rettung zu bitten. Jesu, sei mir Jesus! Mein Heiland, rette mich jetzt, indem du mir verzeihest und mir die Gnade deiner heiligen Liebe gibst. Wer weiß, ob diese Betrachtung, die ich heute gelesen habe, nicht die letzte Stimme sei, womit du mir zurufest, und die letzte Barmherzigkeit, die du an mir übest? Strecke deine Hand aus, meine Liebe, und ziehe aus dem Kote meiner Lauheit mich heraus. Gib mir Eifer, mache, daß ich in allem, was du von mir verlangst, mit großer Liebe dir gehorche. Ewiger Vater! gib mir um der Liebe Jesu Christi willen die heilige Beharrlichkeit und die Gnade, dich zu lieben und dich in dem mir noch übrigen Leben recht sehr lieb zu haben. — O Maria, Mutter der Barmherzigkeit! erlange mir um der Liebe willen, die du zu deinem Sohne trägst, zwei Gnaden: die Beharrlichkeit und die Liebe.

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