Tradition und Glauben

Hl. Alphons Maria von Liguori, Vorbereitung zum Tode (18)

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5.                                                                                    Betrachtung

Ungewißheit der Stunde des Todes

3. Punkt

Seid bereit. – Der Herr sagt nicht, wir sollen dann erst uns vorbereiten, wenn der Tod schon vor der Tür ist: denn dann sollen wir schon bereitet sein. Wann der Tod kommt, dann wird es bei diesem Sturme und bei dieser Verwirrung fast unmöglich sein, ein verwirrtes Gewissen zurecht zu brin- gen. So spricht die Vernunft, so drohet Gott, der da sagt, daß er alsdann nicht kommen werde, zu verzeihen, sondern sich zu rächen wegen der Verachtung gegen seine Gnaden: Die Rache ist mein, ich will vergelten. (Röm 12, 19) Eine gerechte Bestrafung wird es, sagt der heilige Augusti- nus, für jenen sein: da er es konnte, wollte er sich nicht retten, so er dann, wenn er es wollen wird, nicht mehr im Stande sein. „Eine gerechte Strafe ist es, daß man jenem, der recht handeln konnte und nicht wollte, es nicht zuläßt zu vermögen, da er es will.“ (Lib. 3 de lib. arbitr.) Allein, es dürfte jemand sagen: Wer weiß es, vielleicht bekehre und rette ich mich alsdann? – Würdest du dich wohl in einen Brunnen stürzen und sagen: wer weiß es, es kann sein, daß ich, wenn ich mich hineinstürze, am Leben bleibe und nicht sterbe? O Gott, was soll das heißen? So wie die Sünde den Verstand ver- blendet, so bringt sie auch um die Vernunft. Geht es den Leib an, so sprechen die Leute wie Gelehrte; handelt es sich aber um die Seele, so reden sie wie Narren. Mein Bruder, wer weiß, ob nicht diese Wahrheit, die du ließest, die letzte Warnung ist, die Gott an dich ergehen läßt? Wohlan! wir wollen uns sogleich zum Tode vorbereiten, auf daß er uns nicht unversehens dahinraffe. Der Herr verbirgt uns den letzten Lebenstag, sagt der hei- lige Augustinus, damit wir an jedem Tage zu sterben bereit seien: „Der letzte Tag ist verborgen, damit man jeden Tag in acht nehme“. (Hom 3) Der heilige Paulus ermahnet uns, wir sollen stets darauf bedacht sein, uns zu retten, und uns nicht nur fürchten, sondern auch zittern: Wirket euer Heil mit Furcht und Zittern. (Phil 2,12) Es erzählt der heilige Antonius, ein König von Sizilien habe einen Untertan, um ihm die Furcht begreiflich zu machen, mit der er auf dem Throne säße, an seiner Tafel sitzen lassen, mit einem an einem Faden hängenden Schwerte über dessen Kopfe, so daß dieser, indem er so saß, kaum ein bißchen Speise nehmen konnte. Wir alle sind in gleicher Gefahr; denn alle Augenblicke kann das Todesschwert, von dem unser ewiges Heil abhängt, auf uns fallen. – Es handelt sich um eine Ewigkeit! Der Bäum mag gegen Mittag oder gegen Mitternacht fallen: wohin er fällt, da wird er bleiben. (Eccl. 11,3) Befinden wir uns im Augen- blicke des Todes in der Gnade Gottes: o, wie fröhlich wird dann die Seele sein, wenn sie sagen kann: ich habe alles in Sicherheit; nun kann ich Gott nicht mehr verlieren, immer werde ich glücklich sein. Trifft aber der Tod die Seele im Stande der Sünde, o, wie verzweiflungsvoll ist dann ihre Sprache:

„Also irrten wir! Also habe ich geirrt und für meinen Irrtum wird in alle Ewig- keit keine Abhilfe sein!“ – Dies befürchtend, sagte der ehrwürdige M. Avila, Spaniens Apostel, als man ihm den Tod ankündete: O hätte ich noch ein wenig Zeit, um mich zum Sterben zu bereiten! Ein Einsiedler, der nach ei- ner vieljährigen Buße starb, ließ doch dem Abte Agathon sagen: Wie wird es mir ergehen? Wer weiß die Urteile Gottes? Der heilige Arsenius zitterte im Tode und, von seinen Schülern gefragt, warum er zittere, antwortete er:

„Diese Furcht, meine Kinder, ist mir nicht neu: all meine Lebtage hatte ich sie“. Mehr als alle zitterte der heilige Job, indem er sagte: Was soll ich tun, wenn Gott zum Gerichte sich erhebt und wenn er Rechenschaft fordert, was soll ich ihm antworten?

Anmutungen und Bitten

Ach mein Gott! wo hatte ich jemals einen Freund, der mich mehr geliebt hätte als du? Und wen habe ich wohl mehr verachtet als dich ? O Blut, o Wunden Jesu! ihr seid meine Hoffnung. Ewiger Vater! Sieh nicht auf meine Sünden, schaue auf die Wundmale Jesu Christi, siehe deinen Sohn an, der aus Schmerz für mich stirbt, und dich um Verzeihung für mich bittet. Es reuet mich, o mein Schöpfer! dich beleidiget zu haben, es schmerzt mich über alles Übel. Du hast mich erschaffen, auf daß ich dich liebte; ich aber lebte, als hättest du mich erschaffen, um dich zu beleidigen. Um der Liebe Jesu Christi willen verzeihe, und gib mir die Gnade, dich zu lieben. Vorher widersetzte ich mich deinem Willen, jetzt will ich nicht mehr widerstehen: was du mir befiehlst, will ich tun. Du gebietest mir, die dir angetanen Beschimpfungen zu verfluchen: ich verfluche sie mit ganzem Herzen. Du heißest mich den Entschluß fassen, tausendmal lieber das Leben als deine Gnade zu verlieren; du gibst mir das Gebot, dich von ganzem Herzen zu lieben: ja ich liebe dich von meinem ganzen Herzen, und will nichts, als dich lieben: du sollst von heute an mein einziger Geliebte, meine einzige Liebe sein. Von dir verlange und hoffe ich die heilige Beharrlichkeit. Um der Liebe Jesu Christi willen mache, daß ich dir getreu sei, und daß ich mit dem heiligen Bonaventura stets sage: „Einer ist mein Geliebter, Einer meine Liebe!“ Nein, ich will, daß mein Leben nicht mehr dazu diene, dich zu beleidigen; ich will, daß es mir nur dazu diene, die dir zugefügten Beleidigungen zu beweinen und dich immer zu lieben.                                                         

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— Maria, eine Mutter, du bittest für alle, die sich dir anempfehlen, o bitte Jesum auch für mich!

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